Wie wir Befreier auf dem Berg Zion werden

Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2011


„Wie aber können sie Befreier auf dem Berg Zion werden? Indem sie ihre Tempel bauen, Taufbecken errichten und darangehen, …für ihre verstorbenen Vorfahren sämtliche Verordnungen … zu empfangen.“

Aus dem Leben von Joseph Smith

Das Interesse der Mitglieder der Kirche, die um 1840 in Nauvoo wohnten, galt vor allem der stellvertretenden Arbeit für ihre verstorbenen Vorfahren. Seit im Jahr 1840 die ersten stellvertretenden Taufen in dieser Evangeliumszeit vollzogen worden waren, hatten die Heiligen nach genealogischen Daten über ihre Vorfahren gesucht und viele hatten sich stellvertretend für diese verstorbenen Angehörigen taufen lassen.

Proxy baptisms for the dead begin in the basement of the Nauvoo Temple even before temple construction was finished.

Das Taufbecken im wieder aufgebauten Tempel in Nauvoo. In solchen Taufbecken wurden Mitglieder stellvertretend für Verstorbene getauft

Anfangs waren Taufen für die Verstorbenen im Mississippi oder in nahe gelegenen Flüssen vollzogen worden. Im Januar 1841, als die Heiligen Pläne für den Nauvoo-Tempel machten, verkündete der Herr jedoch: „Denn kein Taufbecken gibt es auf der Erde, wo sie, meine Heiligen, für diejenigen getauft werden können, die tot sind – denn diese Verordnung gehört in mein Haus und kann für mich sonst nicht annehmbar sein, außer in den Tagen eurer Armut, solange ihr nicht imstande seid, mir ein Haus zu bauen.“ (LuB 124:29,30.)

Ab dem 3. Oktober 1841 wurden Taufen für Verstorbene nicht länger in Flüssen vollzogen, denn der Prophet gab bekannt: „Es wird keine Taufen für Verstorbene mehr geben, bis wir uns dieser heiligen Handlung im Haus des Herrn widmen können. … Denn so spricht der Herr!“1 Die Heiligen beeilten sich, in dem frisch ausgehobenen Keller des Nauvoo-Tempels ein provisorisches Taufbecken aus Holz zu bauen. Das aus Kiefernholz gebaute Taufbecken ruhte auf dem Rücken von zwölf hölzernen Rindern. Es wurde am 8. November geweiht, damit man es benutzen konnte, „bis der Tempel fertig gestellt sein und ein permanentes Taufbecken seinen Platz einnehmen wird“2. Am 21. November 1841 wurden von sechs Mitgliedern des Kollegiums der Zwölf Apostel die ersten vierzig Taufen für Verstorbene in diesem Taufbecken vollzogen.

Die frühen Erfahrungen, die die Heiligen mit Taufen für die Verstorbenen machten, lehrten sie, wie wichtig die Berichtsführung in der Kirche des Herrn ist. In den heimischen Flüssen waren stellvertretende Taufen zwar durch die richtige Priestertumsvollmacht vollzogen worden, aber man hatte keine offiziellen Berichte darüber geführt. Folglich mussten diese Taufen noch einmal durchgeführt werden. In einer Rede am 31. August 1842 erklärte der Prophet: „Wenn jemand für die Toten getauft wird, muss ein Berichtführer anwesend sein, der als Augenzeuge die Richtigkeit und Gültigkeit seines Berichts bezeugt. … Daher sollen von nun an die Taufen für Verstorbene sorgfältig aufgezeichnet und bezeugt werden.“3 In einem Brief, den der Prophet am nächsten Tag an die Heiligen schrieb, und in einem weiteren Brief vom 6. September behandelte er diese Angelegenheit ausführlicher. Diese beiden Briefe bilden jetzt Abschnitt 127 und 128 in Lehre und Bündnisse.

In Abschnitt 127 schrieb der Prophet die folgenden Unterweisungen vom Herrn nieder: „Wenn jemand von euch für eure Toten getauft wird, so soll es einen Berichtführer geben, und er soll Augenzeuge eurer Taufen sein; er soll mit eigenen Ohren hören, damit er der Wahrheit gemäß bezeugen kann, spricht der Herr, damit alles, was ihr aufzeichnet, im Himmel aufgezeichnet werde. … Und weiter: Alle Aufzeichnungen sollen in Ordnung sein, damit sie in die Archive meines heiligen Tempels gelegt und von Generation zu Generation in Erinnerung behalten werden können.“ (LuB 127:6,7,9.)

Während die Heiligen diese heilige Arbeit fortsetzten, „wurde es bald offensichtlich, dass einige von ihnen lange Listen mit Namen ihrer Verstorbenen hatten, für die sie die Arbeit gern tun wollten“, erzählte Elder George A. Smith, ein Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel. „Man erkannte, dass dies der Beginn eines gewaltigen Werkes war und dass es keine leichte Aufgabe war, für die Scharen von Toten die heiligen Handlungen des Evangeliums zu vollziehen. Einige der Zwölf fragten Joseph, ob es nicht einen kürzeren Weg gäbe, die Arbeit für so viele zu tun. Darauf antwortete Joseph: ,Die Gesetze des Herrn sind unveränderlich. Wir müssen in vollkommener Übereinstimmung mit dem handeln, was uns offenbart ist. Wir dürfen nicht erwarten, dieses gewaltige Werk für die Toten in kurzer Zeit zu tun.‘“4

Lehren von Joseph Smith

Die Lehre von der Erlösung der Toten zeigt, wie erhaben Gottes Weisheit und Mitgefühl sind

„All jene, die im Fleisch nicht die Möglichkeit hatten, das Evangelium zu hören und den geistlichen Dienst eines inspirierten Mannes zu empfangen, müssen dies hernach empfangen, bevor sie letztlich gerichtet werden können.“5

„Es ist nicht schwerer zu glauben, dass Gott die Toten errettet, als zu glauben, dass er sie auferstehen lässt.

Zu keiner Zeit ist ein Geist zu alt, als dass er sich Gott zuwenden könnte. Alle befinden sich im Wirkungsbereich der verzeihenden Barmherzigkeit, sofern sie nicht die unverzeihliche Sünde begangen haben, für die es keine Vergebung gibt, weder in dieser Welt noch in der zukünftigen. Es gibt ein Mittel, um die Geister der Toten freizusetzen: durch die Kraft und Vollmacht des Priestertums – nämlich auf Erden zu binden und zu lösen. Diese Lehre ist herrlich, denn sie lässt erkennen, welch große Rolle die göttliche Anteilnahme und das göttliche Wohlwollen im ganzen Plan der Errettung der Menschen spielen.

Diese herrliche Wahrheit ist sehr wohl geeignet, das Verständnis zu erweitern und die menschliche Seele in Mühsal, Schwierigkeit und Beschwernis zu stützen. Zur Veranschaulichung nehmen wir einmal zwei Männer, leibliche Brüder, gleichermaßen intelligent, gebildet, tugendhaft und liebenswert, von untadeligem Wandel und in allem mit gutem Gewissen, insofern sie unterscheiden konnten zwischen Pflicht und dem trüben Wasser der Überlieferung oder einer fleckigen Seite aus dem Buch der Natur.

Der eine stirbt und wird begraben, hat aber nie vom Evangelium der Versöhnung gehört; der andere hingegen erhält die Botschaft von der Errettung, vernimmt sie und nimmt sie an und wird ein Erbe des ewigen Lebens. Soll denn nun der eine an der Herrlichkeit teilhaben und der andere dem hoffnungslosen Verderben überantwortet werden? Gibt es für ihn denn keine Möglichkeit, zu entkommen? Die Irrgläubigen sagen: ‚Nein!‘ …

Diese Lehre zeigt deutlich die Weisheit und Barmherzigkeit Gottes, der eine Verordnung für die Errettung der Toten bereitet hat: Die Taufe wird stellvertretend für sie vollzogen, ihr Name wird im Himmel verzeichnet und sie werden gemäß ihren Taten im Fleisch gerichtet werden. Diese Lehre war eine Kernaussage der heiligen Schriften. Die Heiligen, die sie im Hinblick auf ihre verstorbenen Verwandten vernachlässigen, gefährden damit ihre eigene Errettung.“6

Im Dezember 1840 schrieb Joseph Smith an Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel und andere Priestertumsführer, die eine Mission in Großbritannien erfüllten: „Ich nehme an, dass euch die Lehre von der ‚Taufe für die Toten‘ schon zu Ohren gekommen ist, und vielleicht habt ihr diesbezüglich einige Fragen. Ich kann euch in diesem Brief nicht alles mitteilen, was ihr darüber werdet wissen wollen, aber … ich [möchte] sagen, dass sie sicherlich von den Gemeinden in alter Zeit praktiziert wurde, und Paulus unternimmt es, die Lehre von der Auferstehung aus der Taufe für die Toten zu beweisen. Er sagt: ‚Wie kämen sonst einige dazu, sich für die Toten taufen zu lassen? Wenn Tote gar nicht auferweckt werden, warum lässt man sich dann taufen für sie?‘ [1 Korinther 15:29.]

Ich habe diese Lehre zum ersten Mal öffentlich erwähnt, als ich die Grabrede für Bruder Seymour Brunson hielt, und seither habe ich der Kirche allgemeine Anweisungen über dieses Thema erteilt. Die Heiligen dürfen sich für ihre verstorbenen Angehörigen taufen lassen. … Ohne dass ich mich in Einzelheiten zu ergehen brauche, werdet ihr doch zweifellos sehen, dass dies folgerichtig ist und der Vernunft entspricht, und das Evangelium Christi wird dadurch in einem größeren Maßstab dargestellt, als einige es sich vorgestellt haben.“7

Indem wir heilige Handlungen für die Toten vollziehen, werden wir zu Befreiern auf dem Berg Zion

„Wenn wir jemanden mit der Vollmacht des Priestertums des Sohnes Gottes im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zur Sündenvergebung taufen können, haben wir ebenso das Recht, uns als Stellvertreter für unsere verstorbenen Angehörigen, die nicht vom Evangelium oder seiner Fülle gehört haben, zur Sündenvergebung taufen zu lassen.“8

„Die Bibel sagt: ‚Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija. Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.‘ [Maleachi 3:23,24.]

Das Wort zuwenden sollte eigentlich mit binden oder siegeln wiedergegeben werden. Was für einen Zweck hat aber dieser wichtige Auftrag? Wie soll er erfüllt werden? Die Schlüssel sollen übergeben werden, Elija soll kommen, das Evangelium soll fest gegründet sein, die Heiligen Gottes sollen sich sammeln, Zion soll erbaut werden und die Heiligen sollen als Befreier auf den Berg Zion ziehen [siehe Obadja 1:21].

Wie aber können sie Befreier auf dem Berg Zion werden? Indem sie ihre Tempel bauen, Taufbecken errichten und darangehen, für ihre verstorbenen Vorfahren sämtliche Verordnungen, Taufe, Konfirmierung, Waschung, Salbung, Ordinierung und siegelnde Kraft zu empfangen, sodass sie erlöst werden und in der ersten Auferstehung hervorkommen und mit ihnen zu herrlichen Thronen erhöht werden. Hierin liegt die Kette, die das Herz der Väter an die Söhne und die Söhne an die Väter bindet: Damit ist der Auftrag Elijas erfüllt. …

Den Heiligen bleibt nicht allzu viel Zeit, ihre Toten zu erretten und zu erlösen und ihre sämtlichen lebenden Verwandten um sich zu sammeln, damit auch sie errettet werden können, bevor die Erde zerschlagen wird und die beschlossene Zerstörung über sie hereinbricht.

Ich möchte allen Heiligen raten, mit aller Macht daranzugehen und ihre sämtlichen lebenden Verwandten im [Tempel] zusammenzuführen, sodass sie gesiegelt und errettet werden können, damit sie für den Tag bereit sind, an dem der zerstörende Engel ausgeht. Selbst wenn die ganze Kirche mit aller Macht daranginge, ihre Toten zu erretten, ihre Nachkommenschaft zu siegeln und die lebenden Freunde zu sammeln, ja, nichts von ihrer Zeit für die Dinge der Welt aufwendete – sie würde es dennoch kaum schaffen, ehe die Nacht kommt, in der niemand mehr etwas tun kann.“9

„Es gibt die Taufe usw. für diejenigen, die am Leben sind, und die Taufe für die Toten, die ohne Kenntnis vom Evangelium sterben. … Es ist nicht nur erforderlich, dass man sich für seine Toten taufen lässt, sondern man muss sich für sie auch allen Verordnungen unterziehen, die für einen selbst vollzogen worden sind, damit man errettet werden kann.. …

… Es sollte einen Ort geben, wohin von Zeit zu Zeit alle Nationen kommen, um das Endowment zu empfangen. Der Herr hat gesagt, dass soll der Ort sein, wo die Taufe für die Toten stattfindet. Jeder, der getauft ist und zum Gottesreich gehört, hat ein Anrecht darauf, sich für diejenigen taufen zu lassen, die schon vorangegangen sind. Sobald die Freunde, die hier als ihre Stellvertreter fungieren, das Gesetz des Evangeliums befolgen, lässt der Herr sie dort durch seine Helfer freisetzen. Man kann als Stellvertreter für seine eigenen Verwandten tätig sein: die Evangeliumsverordnungen, die schon vor Grundlegung der Welt eingerichtet worden sind, werden auf diese Weise von ihnen erfüllt, und wir können uns für diejenigen taufen lassen, denen wir besonders freundlich gesinnt waren.“10

„Alle, die im Glauben sterben, gehen ins Gefängnis der Geister, um dort denen zu predigen, die im Fleisch gestorben sind, deren Geist aber lebendig ist, und diese Geister predigen den Geistern [die im Gefängnis sind], dass sie in Übereinstimmung mit Gott im Geist leben können und dass Menschen ihnen im Fleisch geistig dienen; … und durch diese Mittel werden sie glücklich werden [siehe 1 Petrus 4:6]. Deshalb sind alle, die sich für ihre Verstorbenen taufen lassen, Befreier auf dem Berg Zion. Sie müssen ihre Waschungen und Salbungen für ihre Verstorbenen ebenso empfangen wie für sich selbst.“11

Gott hat uns die große Verantwortung übertragen, nach unseren Verstorbenen zu suchen

„Ich werde euch in Bezug auf die Toten die Augen öffnen. Alles, was Gott in seiner unendlichen Weisheit für richtig und angebracht hält, uns während unseres sterblichen Daseins hinsichtlich unseres sterblichen Körpers zu offenbaren, wird uns rein theoretisch offenbart, ohne dingliche Beziehung zur irdischen Hülle. Es wird vielmehr unserem Geist so offenbart, als hätten wir gar keinen Körper; und die Offenbarungen, die unseren Geist erretten, werden auch unseren Körper erretten. Gott offenbart es uns im Hinblick darauf, dass es keine ewige Auflösung der irdischen Wohnstätte, also des Körpers, geben wird. Daher die Verantwortung, die furchtbare Verantwortung, die im Hinblick auf unsere Toten auf uns ruht; denn alle die Geister, die das Evangelium nicht im Fleisch befolgt haben, müssen es entweder im Geist befolgen oder verdammt werden. Ein ernster Gedanke! – Ein furchtbarer Gedanke! Lässt sich da nichts tun? Keine Vorbereitung, keine Errettung für unsere Väter und Freunde, die gestorben sind, ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, die Anordnungen des Menschensohnes zu befolgen? …

Was für Verheißungen sind denn in Bezug auf die Errettung der Toten gegeben? Und wie muss denn jemand sein, um errettet werden zu können, obgleich sein Körper im Grab vermodert und zerfällt? Wenn Gottes Gebote uns unterweisen, so geschieht dies im Hinblick auf die Ewigkeit; denn Gott betrachtet uns so, als befänden wir uns in der Ewigkeit. Gott weilt in der Ewigkeit und er sieht die Dinge nicht so, wie wir sie sehen.

Die wichtigste Aufgabe, die Gott uns in dieser Welt auferlegt, besteht darin, dass wir nach unseren Toten forschen. Der Apostel sagt: ‚Denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden‘ [Hebräer 11:40]; denn es ist notwendig, dass wir die Siegelungsmacht in Händen haben, sodass wir unsere Kinder und unsere Toten für die Evangeliumsausschüttung in der Zeiten Fülle siegeln können – und diese Ausschüttung dient dazu, die Verheißung zu erfüllen, die Jesus Christus schon vor der Grundlegung der Welt für die Errettung der Menschen gemacht hat.

… Es ist notwendig, dass diejenigen, die uns vorangegangen sind, und diejenigen, die nach uns kommen, gemeinsam mit uns der Errettung teilhaftig werden. Auf diese Weise hat Gott den Menschen die Verpflichtung auferlegt. Deshalb hat Gott gesagt: ‚Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija. Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.‘ [Maleachi 3:23,24.]“12

Folgendes schrieb der Prophet Joseph Smith in einem Brief an die Heiligen. Es wurde später in Lehre und Bündnisse 128:15-18,22,24 festgehalten: „Und nun, meine vielgeliebten Brüder und Schwestern, lasst mich euch versichern, dass es sich hier um Grundsätze hinsichtlich der Toten und der Lebenden handelt, die man im Hinblick auf unsere eigene Errettung nicht leichthin übergehen kann. Denn ihre Errettung ist für unsere eigene Errettung notwendig und wesentlich, wie Paulus in Bezug auf die Väter gesagt hat – dass sie nicht ohne uns vollkommen gemacht werden können –, und auch wir können ohne unsere Toten nicht vollkommen gemacht werden.

Und nun will ich euch hinsichtlich der Taufe für die Toten noch ein weiteres Zitat von Paulus anführen, 1. Korintherbrief 15:29: Was machen sonst, die sich taufen lassen für die Toten, wenn die Toten überhaupt nicht auferstehen? Warum lassen sie sich dann taufen für die Toten?

Und weiter will ich euch im Zusammenhang mit diesem Zitat etwas von einem der Propheten zitieren, der das Auge auf die Wiederherstellung des Priestertums gerichtet hatte, auf die Herrlichkeiten, die in den Letzten Tagen offenbart werden sollten, und insbesondere auf dieses herrlichste aller Themen, die zum immerwährenden Evangelium gehören, nämlich die Taufe für die Toten; denn Maleachi sagt im letzten Kapitel, die letzten beiden Verse: Siehe, ich werde euch den Propheten Elija senden, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Und er wird das Herz der Väter den Kindern zuwenden und das Herz der Kinder ihren Vätern, damit ich nicht komme und die Erde mit einem Fluch schlage.

Ich hätte dafür eine klarere Übersetzung geben können, doch ist sie in der jetzigen Form für meinen Zweck klar genug. In diesem Fall genügt es zu wissen, dass die Erde mit einem Fluch geschlagen werden wird, wenn es nicht irgendeine Art von Bindeglied zwischen den Vätern und den Kindern gibt, nämlich im Rahmen irgendeines Sachgebiets – und siehe, was ist dieses Sachgebiet? Es ist die Taufe für die Toten. Denn ohne sie können wir nicht vollkommen gemacht werden, und auch sie können nicht ohne uns vollkommen gemacht werden. …

„…Lasst euer Herz sich freuen und überaus froh sein. Lasst die Erde in Gesang ausbrechen. Lasst die Toten ewige Lobeshymnen auf den König Immanuel anstimmen, der, noch ehe die Welt war, das verordnet hat, was uns befähigen würde, sie aus ihrem Gefängnis zu erlösen; denn die Gefangenen werden freigelassen werden. …

… Darum lasst uns, als Kirche und als Volk und als Heilige der Letzten Tage, dem Herrn in Rechtschaffenheit ein Opfer opfern, und lasst uns in seinem heiligen Tempel, sobald er fertig gestellt ist, ein Buch mit den Aufzeichnungen über unsere Toten darbringen, das aller Annahme wert ist.“13

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen finden Sie auf Seite VII–XIII.

  • Gehen Sie noch einmal die Seiten 521 und 523f. durch und achten Sie darauf, wie Joseph Smith und die frühen Heiligen mehr Verständnis über die Taufe für die Toten erlangt haben. Überlegen Sie, was die Heiligen wohl empfunden haben, als sie von der Erlösung der Toten erfuhren. Was haben Sie empfunden, als Sie das erste Mal an einer heiligen Handlung für Verstorbene teilgenommen haben?

  • Lesen Sie den dritten und vierten Abschnitt auf Seite 524. Wie zeigt sich Gottes Anteilnahme und Barmherzigkeit in der Lehre von der Erlösung der Toten? Wie kann diese Lehre das „Verständnis erweitern“ und die „Seele stützen“?

  • Was bedeutet es, Befreier auf dem Berg Zion zu sein? (Beispiele finden Sie auf Seite 526ff.) Was meinen Sie, warum es für unsere verstorbenen Vorfahren unmöglich ist, ohne uns vollkommen gemacht zu werden? Was meinen Sie, warum es für uns unmöglich ist, ohne sie vollkommen gemacht zu werden?

  • Lesen Sie noch einmal, was der Prophet Joseph Smith über die große Verantwortung gesagt hat, die wir haben, „nach unseren Toten zu forschen“ (Seite 528ff.). Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, als Sie etwas über Ihre Vorfahren erfahren haben? Wie sind die Liebe zu Ihrer Familie und Ihr Glaube an Gott gestärkt worden, als Sie etwas über Ihre Vorfahren erfahren haben? Wie sind Ihre Gefühle für Ihre Vorfahren dadurch beeinflusst worden, dass Sie die heiligen Handlungen des Tempels für sie vollzogen haben?

  • Wie können wir Kindern helfen, ihr Familienerbe zu würdigen? Wie können wir Kindern helfen, sich an der Tempelarbeit und Genealogie zu beteiligen?

Einschlägige Schriftstellen: Römer 14:9; LuB 128:8-11

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    History of the Church, 4:426; aus dem Protokoll einer Konferenz der Kirche am 3. Oktober 1841 in Nauvoo, Illinois; veröffentlicht in Times and Seasons, 15. Oktober 1841, Seite 578

  2.   2.

    History of the Church, 4:446f.; aus „History of the Church“ (Manuskript), Buch C-1, Anhang, Seite 44, Archiv der Kirche

  3.   3.

    History of the Church, 5:141; Rede von Joseph Smith am 31. August 1842 in Nauvoo, Illinois; berichtet von Eliza R. Snow; siehe auch Anhang, Seite 624, Punkt 3

  4.   4.

    George A. Smith, Ansprache vom 25. Dezember 1874, St. George, Utah; in: Pfahl St. George, Protokolle, Band 4, Archiv der Kirche

  5.   5.

    History of the Church, 3:29; aus einem Leitartikel, veröffentlicht in Elder’s Journal, Juli 1838, Seite 43; Joseph Smith war der Herausgeber dieser Zeitschrift

  6.   6.

    History of the Church, 4:425f.; aus dem Protokoll einer Konferenz der Kirche am 3. Oktober 1841 in Nauvoo, Illinois, veröffentlicht in Times and Seasons, 15. Oktober 1841, Seite 577f.

  7.   7.

    History of the Church, 4:231; aus einem Brief von Joseph Smith an die Zwölf vom 15. Dezember 1840, Nauvoo, Illinois; das Datum dieses Briefes ist in History of the Church falsch angegeben

  8.   8.

    History of the Church, 4:554f.; aus einer Rede von Joseph Smith am 27. März 1842 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff.; siehe auch Anhang, Seite 624, Punkt 3

  9.   9.

    History of the Church, 6:183f.; Rede von Joseph Smith am 21. Januar 1844 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff

  10.   10.

    History of the Church, 6:365f.; aus einer Rede von Joseph Smith am 12. Mai 1844 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Thomas Bullock

  11.   11.

    Zitiert von George Laub in einer Sammlung von Zitaten aus Joseph Smiths Reden, ca. 1845; George Laub, Reminiscences and Journal, Jan. 1845 – Apr. 1857; Seite 21, Archiv der Kirche

  12.   12.

    History of the Church, 6:312; aus einer Rede von Joseph Smith am 7. April 1844 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Wilford Woodruff, Willard Richards, Thomas Bullock und William Clayton

  13.   13.

    Lehre und Bündnisse 128:15-18, 22,24; Brief von Joseph Smith an die Heiligen, 6. September 1842, Nauvoo, Illinois