33. Kapitel: Kinder schenken uns die größte Freude im Leben

"33. Kapitel: Kinder schenken uns die größte Freude im Leben," Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph F. Smith, (1999)


Aus dem Leben von Joseph F. Smith

Präsident Joseph F. Smiths Liebe zum Evangelium war eng mit seiner großen Liebe zu Kindern verknüpft – seinen eigenen und allen anderen auch – und darin war er Christus ähnlich. „Meine Kinder sind meiner größte irdische Freude, und ich danke Gott für sie“, sagte er.1

Charles W. Nibley, der Präsidierende Bischof der Kirche, sagte einmal: „Präsident Smiths Liebe zu kleinen Kindern kannte keine Grenzen. Auf einer Reise durch die Orte im Süden Utahs bis nach St. George, als die kleinen Kinder vor ihm aufgereiht standen, war es wundervoll mitanzusehen, wie er diese Kleinen vergötterte. Ich musste versuchten, die Gruppe wieder auf den Weg zu bringen, damit wir in den nächsten Ort kamen, wo wieder viele Menschen auf uns warteten, aber es war sehr schwer, ihn von den kleinen Kindern wegzuziehen. Er wollte jedem die Hand reichen und mit jedem sprechen. …

Ich war schon bei ihm zu Hause, wenn eins seiner Kinder krank im Bett lag. Ich habe ihn abends müde von der Arbeit nach Hause kommen sehen, was ja auch verständlich war, und doch ging er dann stundenlang mit dem kleinen Kind auf den Armen hin und her … besorgt sprach er dem Kind Mut zu – voll Zärtlichkeit, Mitleid und Liebe.“ 2

„Er erwies seiner großen und ehrenwerten Familie viel Zärtlichkeit und Liebe. In seiner letzten Ansprache an seine Kinder – am 10. November 1918 – brachte er die tiefsten Gefühle seines Herzens mit den folgenden Worten zum Ausdruck: ‚Wenn ich mich umsehe und meine Jungen und Mädchen sehe, die der Herr mir geschenkt hat – und es ist mir, mit der Hilfe des Herrn, gelungen, ihnen ein doch recht angenehmes Leben zu ermöglichen, und sie sind in der Welt geachtet – dann sehe ich den Schatz meines Lebens, alles, was das Leben lebenswert macht.‘“ 3

Lehren von Joseph F. Smith

Lehrt die Kinder durch eure Weisung und euer Beispiel das Evangelium Jesu Christi.

Ein Mann und eine Frau, die das Evangelium angenommen und ihr gemeinsames Leben begonnen haben, sollten durch ihren nachhaltigen Einfluss und ihr Beispiel imstande sein, die Kinder zu einem Leben der Tugend, Ehre und Rechtschaffenheit im Gottesreich anzuhalten, woraus ihnen selbst Vorteil und Errettung erwachsen. Niemand kann meine Kinder mit größerer Ernsthaftigkeit und Eindringlichkeit ermahnen, nach Glück und Errettung zu streben, als ich. Niemand hat ein größeres Interesse am Wohlergehen meiner Kinder als ich. Ohne meine Kinder kann ich niemals ganz zufrieden sein; denn sie sind ein Teil von mir. Sie sind mein – Gott hat sie mir gegeben. Ich möchte, dass sie demütig sind und sich den Bedingungen des Evangeliums unterordnen. Ich möchte, dass sie das Rechte tun, und zwar in jeder Hinsicht, so dass sie sich der Auszeichnung würdig erweisen, die der Herr ihnen zuerkennt, indem er sie zu seinem Bundesvolk zählt. Dieses Bundesvolk ist vor allen anderen Völkern erwählt, weil es Opfer gebracht hat, um im Reich der Wahrheit Errettung zu finden. 4

„Kinder“, so heißt es, „sind eine Gabe des Herrn.“ Sie sind, wie der Psalmist auch sagt, „sein Geschenk“ [Psalm 127:3]. Was für ein Geschenk ist es aber, wenn sie nicht in den Genuss ihres Geburtsrechts kommen? Kinder bedeuten nicht, dass Schwäche und Armut in die Familie einziehen, sondern sie bringen göttlichen Segen mit, der die Wohlfahrt der Familie und des Landes zur Folge hat. „Wie Pfeile in der Hand des Kriegers, so sind Söhne aus den Jahren der Jugend. Wohl dem Mann, der mit ihnen den Köcher gefüllt hat!“ [Psalm 127:4,5.]

Wir sind ein christliches Volk, wir glauben an den Herrn Jesus Christus, und wir halten es für unsere Pflicht, ihn als unseren Erretter und Erlöser anzuerkennen. Lehrt das eure Kinder. Lehrt sie, dass dem Propheten Joseph Smith das Priestertum wieder übertragen wurde, das Petrus, Jakobus und Johannes trugen, die ihrerseits vom Erretter selbst ordiniert worden waren. Lehrt sie, dass der Prophet Joseph Smith schon als Junge von Gott erwählt und berufen wurde, die Grundlagen der Kirche Christi auf der Erde zu legen und das Priestertum und die heiligen Handlungen wiederherzustellen, die die Menschen brauchen, um ins Himmelreich eintreten zu können. Lehrt eure Kinder, ihre Mitmenschen zu achten; lehrt sie, den Bischof und ihre Heimlehrer zu achten. Lehrte eure Kinder, alte Menschen, graues Haar und die Schwachen zu achten. Lehrt sie, ihre Eltern zu verehren und allen zu helfen, die hilflos und bedürftig sind. Lehrt eure Kinder, wie ihr selbst es gelernt habt, das Priestertum, das ihr tragt, zu ehren, das Priestertum, das wir als Älteste in Israel tragen.

Lehrt eure Kinder, sich selbst zu achten, lehrt eure Kinder, das Prinzip der Präsidentschaft anzuerkennen, durch das Organisationen aufrechterhalten werden und Kraft und Stärke für das Wohlergehen und den Aufbau unseres Volks zustande gebracht werden. Lehrt eure Kinder, wenn sie zur Schule gehen, dass sie ihre Lehrer in allem, was wahr und ehrlich ist, anerkennen, in allem, was gut und nützlich ist und sie zu guten Männern und Frauen heranbildet. … Lehrt eure Kinder, das Gesetz Gottes und das Gesetz des Staats und das Gesetz unseres Landes zu achten. 6

Wir lesen im Buch Lehre und Bündnisse, dass von den Eltern verlangt wird, dass sie ihre Kinder lehren, „die Lehre von der Umkehr, vom Glauben an Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes, und von der Taufe und der Gabe des Heiligen Geistes durch Händeauflegen zu verstehen, wenn sie acht Jahre alt sind“. „Und sie sollen ihre Kinder auch lehren, zu beten und untadelig vor dem Herrn zu wandeln.“ Und wenn die Eltern dies nicht tun und die Kinder irregehen und sich von der Wahrheit abwenden, dann, so hat der Herr es gesagt, sei die Sünde auf dem Haupt der Eltern [siehe LuB 68:25,28]. Welch schrecklicher Gedanke es doch ist, dass ein Vater, der seine Kinder von ganzem Herzen liebt, vor Gott zur Rechenschaft gezogen wird, weil er diejenigen, die er so sehr liebt, vernachlässigt hat, bis sie sich von der Wahrheit abgewandt haben und Ausgestoßene geworden sind. Der Verlust dieser Kinder wird den Eltern angelastet, und sie werden für ihren Abfall vom Glauben zur Rechenschaft gezogen. …

Wenn ich mich des Eintritts ins Gottesreich würdig erweise, möchte ich auch meine Kinder dort sehen; und ich habe vor, ins Reich meines Gottes zu gelangen. Ich habe es mir vorgenommen, und ich habe vor, mit der Hilfe des Herrn und durch Demut und Gehorsam, meine Mission auf dieser Erde zu vollenden und Gott alle meine Tage treu zu sein. Ich bin fest dazu entschlossen und werde es mit Gottes Hilfe auch schaffen. Deshalb möchte ich meine Kinder bei mir haben. Ich möchte, dass meine Familie bei mir ist, damit auch sie dahin gehen, wohin ich gehe, und mit mir an der Erhöhung teilhaben, die ich erhalte. 7

Die Eltern haben Einfluss auf ihre Kinder. … Wir sehen den Einfluss, den unser Beispiel hat, vielleicht nicht, aber ich versichere euch: häufig wirkt ein Verhalten, das wir nicht wichtig finden, sich doch auf unsere Mitmenschen und unsere Kinder aus. … Dabei sehen wir Väter und Mütter, die ihren Kindern ein Beispiel geben, das sie selbst verurteilen und vor dem sie ihre Kinder warnen. Das inkonsequente Verhalten der Eltern stumpft die Kinder ab und führt sie vom Weg des Lebens und der Errettung fort, denn wenn die Eltern den Kindern Grundsätze vermitteln, die sie selbst nicht praktizieren, hat das, was sie lehren, wohl kaum eine gute, sondern eher eine schlechte Auswirkung.

Wir betrachten diese Dinge nicht so, wie wir sollten. Was hält ein Kind, wenn es anfängt nachzudenken, von Eltern, die vorgeben, daran zu glauben, dass das Wort der Weisheit Teil des Evangeliums Jesu Christi ist, das wir durch Offenbarung erhalten haben, die es aber jeden Tag ihres Lebens übertreten? Es wächst in dem Glauben auf, dass seine Eltern Heuchler sind und gar nicht an das Evangelium glauben. So jemand nimmt eine schreckliche Verantwortung auf sich. Wir können unseren Weg gar nicht konsequent genug gehen, wir können unsere Versprechen gar nicht treu genug erfüllen. 8

Wir sollen unsere Kinder in Liebe und Güte erziehen.

Unsere Kinder sind, was wir aus ihnen machen. Sie werden ohne Wissen und Einsicht geboren – als die hilflosesten Geschöpfe auf der Welt. Das kleine Kind beginnt zu lernen, nachdem es geboren ist, und was es lernt, hängt hauptsächlich von seiner Umgebung ab, von den Einflüssen, unter denen es aufwächst. Es ist abhängig von der Güte, mit der es behandelt wird, von den guten Beispielen, die es sieht, von dem heiligen – oder anderen – Einfluss, den Vater und Mutter auf das zarte Gemüt ausüben. Das Kind wird im wesentlichen das sein, was Umgebung, Eltern und Lehrer aus ihm gemacht haben. …

Ein Großteil hängt von den Einflüssen ab, unter denen es aufwächst. Man wird beobachten, dass der größte Einfluss, worunter sich das Kind veranlasst fühlt, zu lernen und Fortschritt zu machen und etwas zu leisten, die Liebe ist. Bei der Erziehung des Kindes kann man mit ungeheuchelter Liebe mehr Gutes zuwege bringen als mit jedem anderen Einfluss, den man auf das Kind ausüben könnte. Ein Kind, das durch Prügel nicht gefügig gemacht und durch Gewalt nicht bezwungen werden kann, lässt sich durch ungeheuchelte Zuneigung und Anteilnahme augenblicklich gewinnen. Ich weiß, dass dies stimmt, und dieser Grundsatz gilt in jeder Lebenslage. … [Man] soll ein Kind nicht mit Erregung, mit bitteren Worten und Schelte lenken, sondern mit Liebe und dadurch, dass man sein Vertrauen gewinnt. 9

Wenn ihr die Kinder davon überzeugen könnt, dass ihr sie liebt, dass euer Herz für sie und ihr Wohlergehen schlägt, dass ihr ihr treuester Freund seid, dann werden auch die Kinder zu euch Vertrauen haben; sie werden euch lieben, allen euren Anordnungen folgen und alles tun, was ihr wünscht. Wenn ihr aber egoistisch seid und sie unfreundlich behandelt, wenn sie nicht darauf vertrauen dürfen, eure ganze Liebe zu besitzen, dann werden auch die Kinder egoistisch sein und sich nicht darum kümmern, ob sie euch Freude machen und eure Wünsche erfüllen oder nicht. Infolgedessen werden sie widerspenstig, rücksichtslos und nachlässig. 10

Brüder und Schwestern, … ich bitte euch inständig, lehrt und leitet in Liebe und Geduld, bis ihr es geschafft habt. Wenn Kinder trotzig und schwer zu lenken sind, dann habt mit ihnen Geduld, bis ihr sie durch Liebe bezwingt, dann habt ihr sie gewonnen und könnt ihren Charakter formen, wie ihr wollt. 11

Achtet darauf, dass eure Kinder nicht vom Weg abirren.

Möge Gott verhüten, dass einige von uns so unvernünftig nachsichtig, so gedankenlos und ohne echte Liebe zu unseren Kindern sind, dass wir es nicht mehr wagen, ihnen auf einem falschen Weg, beim Unrechttun oder bei ihrer törichten Zuneigung zu weltlichen Dingen, mehr als zu den Grundsätzen der Rechtschaffenheit, Einhalt zu gebieten – aus Angst, wir könnten sie etwa verletzen. Ich möchte dazu folgendes sagen: Manche haben zu ihren Kindern ein so unbegrenztes Vertrauen, dass sie es gar nicht mehr für möglich halten, dass ihre Kinder auf Abwege geraten oder etwas Unrechtes tun könnten. Sie glauben nicht an diese Möglichkeit, weil sie ihren Kindern so sehr vertrauen. Das führt dazu, dass sie es ihnen freistellen – morgens, mittags und abends – alle möglichen Vergnügungen und Unterhaltungen zu besuchen, oft in Gesellschaft anderer, die sie nicht kennen und nicht verstehen. Manche unserer Kinder sind so unschuldig, dass sie nichts Böses ahnen, und deshalb sind sie nicht mehr auf der Hut und tappen in die Falle des Bösen. 12

Was tun wir zu Hause, um unsere Kinder zu erziehen und sie zu unterweisen? Was tun wir, um sie dahin zu bringen, dass sie das Elternhaus als den Ort betrachten, wo sie ihre Unterhaltung finden und wohin sie ihre Freunde einladen können, um mit ihnen zu lernen oder sich zu vergnügen? … Nehmen wir persönlich Anteil an ihnen und an allem, was sie bewegt? Versehen wir sie mit dem realen Wissen, der geistigen Nahrung, der gesunden Übung und der geistigen Reinigung, die sie brauchen, um einen reinen und starken Körper zu bekommen, um verständige und ehrenhafte Bürger und treue Heilige der Letzten Tage zu werden? …

Wir tun gut daran, unseren Söhnen und Töchtern etwas Zeit zur Unterhaltung und Zerstreuung zu bewilligen und im Elternhaus dafür zu sorgen, dass sie ihr berechtigtes Verlangen nach körperlicher und geistiger Erholung befriedigen können. Jedes Kind hat ja Anspruch darauf, und es wird sie sich auf der Straße oder sogar in anrüchiger Umgebung suchen, wenn es sie zu Hause nicht findet. 13

Art und Vielgestalt unserer Vergnügungen sind für das Wohlergehen und den Charakter unserer jungen Leute von so großer Bedeutung, dass man sie mit großer Sorgfalt überwachen muss, damit die Sittlichkeit und Kraft der Jugend Zions erhalten bleibt.

Vor allem darf es kein Übermaß geben, und man soll die jungen Leute davor warnen, sich der Leichtfertigkeit und ausgelassenen Lustigkeit zu überlassen. … Wir müssen sie so erziehen, dass sie Unterhaltungen gesellschaftlicher und geistiger Art immer mehr schätzen lernen. Gesellschaften zu Hause, Konzerte, bei denen die Jugendlichen ihre Talente entfalten können, und öffentliche Unterhaltungen, die Jung und Alt zusammenbringen, sind … vorzuziehen.

Zweitens sollen die Unterhaltungen unserer brüderlichen Gesinnung und unserem religiösen Engagement entsprechen. … Die Frage der Unterhaltung ist für das Wohlergehen der Heiligen von so weitreichender Bedeutung, dass sich die präsidierenden Autoritäten jeder Gemeinde ihr mit größter Aufmerksamkeit und Überlegung widmen sollten.

Drittens sollen die Unterhaltungen so wenig wie möglich eine Störung der Arbeit in der Schule bewirken. Es ist sehr wünschenswert, dass die Erziehung unserer Jugendlichen mit möglichst geringen Unterbrechungen vor sich geht. …

Schließlich besteht die Befürchtung, dass viele Eltern überhaupt nichts unternehmen, um die Unterhaltung ihrer Kinder irgendwie zu regeln; sie überlassen es ihnen vielmehr selbst, sich das Vergnügen zu suchen, wo sie können. Die Eltern dürfen nie die Kontrolle über die Vergnügungen ihrer Kinder in den Entwicklungsjahren verlieren und müssen mit äußerster Sorgfalt darauf achten, welchen Umgang die jungen Leute an ihren Vergnügungsstätten haben. 14

Lehrt die Kinder den Wert von Geduld und Arbeit.

Die Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder in den Grundsätzen des Evangeliums zu unterrichten und sie zu lehren, in der Jugend besonnen und fleißig zu sein. Von der Wiege an bis zu dem Augenblick, wo sie das Elternhaus verlassen, sollte ihnen eingeprägt werden, dass sie eine Familie gründen und die Pflichten des Lebens auf sich nehmen sollen. Sie müssen lernen, dass Säen ebenso seine Zeit hat wie Ernten und dass der Mensch erntet, was er sät. Wenn man in jungen Jahren schlechte Gewohnheiten sät, so wird man nur Laster ernten, und wer Trägheit pflanzt, dem wird im Alter unweigerlich Armut und Unsicherheit daraus erwachsen. Böses zeugt Böses, und Gutes bringt Gutes hervor. …

Die Eltern in Zion sollen ihren Kindern etwas zu tun geben, damit sie Fleiß lernen und befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen, wenn sie ihnen anvertraut wird. Bildet sie für einen nützlichen Beruf aus, damit ihr Leben gesichert ist, wenn sie einmal auf eigenen Füßen stehen. Denkt daran, der Herr hat gesagt: „Wer müßig ist, soll weder das Brot des Arbeiters essen noch dessen Gewand tragen.“ [Siehe LuB 42.42.] Sie sollen sich auch nicht dem gemeinen Lachen, dem leichtfertigen und törichten Reden, dem irdischen Stolz und den lüsternen Begierden hingeben, denn dies ist nicht nur ungehörig, sondern es stellt in den Augen des Herrn eine schwerwiegende Sünde dar. 15

Arbeit ist der Schlüssel zu wahrem Glück des physischen und des geistigen Seins. Auch wenn jemand Millionen besitzt, sollten seine Kinder trotzdem lernen, mit den Händen zu arbeiten; Jungen und Mädchen sollten zu Hause angelernt werden, so dass sie mit den praktischen, alltäglichen Belangen des Familienlebens fertig werden. 16

Es ist sehr schön, wenn die Eltern in der Lage sind, die Wünsche ihrer Kinder zu erfüllen, aber es ist bestimmt eine Grausamkeit dem Kind gegenüber, wenn man ihm alles gibt, was es haben will. Man kann ihm wohlüberlegt auch etwas verweigern, was an sich ganz harmlos ist. Dass wir Vergnügen empfinden, hängt häufiger von der Art unserer Wünsche ab als von deren Befriedigung. Es kommt vor, dass ein Kind mit Geschenken überhäuft wird, die ihm wenig oder gar keine Freude bereiten, einfach deshalb, weil es kein Verlangen danach hat. Darum ist die Schulung unserer Wünsche von weitreichender Bedeutung für ein glückliches Leben. …

Die Art und Weise, wie Gott unsere Wünsche schult, ist natürlich immer die vollkommenste, und wenn die Menschen, denen es gegeben ist, die Wünsche der Kinder zu schulen und zu lenken, seine Weisheit nachahmen würden, könnten die Kinder viel leichter mit den Schwierigkeiten fertig werden, die die Menschen im Daseinskampf allenthalben zu bewältigen haben. Und wie ist nun die Art und Weise Gottes? In der ganzen Natur lernen wir die Methode der Geduld und des Wartens. Wir müssen uns etwas lange wünschen, ehe wir es bekommen, und dass wir so lange darauf gewartet haben, macht es um so kostbarer, wenn wir es dann endlich bekommen. In der Natur gibt es die Zeit der Aussaat und die Zeit der Ernte. Wenn die Kinder lernen, dass die Wünsche, die sie säen, mit der Zeit heranreifen und mit Geduld und Arbeit geerntet werden können, werden sie es auch zu schätzen wissen, wenn sie ein langersehntes Ziel erreicht haben. 17

Vor allem dies: erziehen wir unsere Kinder in den Grundsätzen des Evangeliums unseres Erretters, damit sie mit der Wahrheit vertraut sind und in dem Licht leben, das allen leuchtet, die es annehmen. „Wer mich frühe sucht“, hat der Herr gesagt, „wird mich finden und wird nicht verlassen sein.“ [LuB 88:83.] Wir müssen also schon früh damit beginnen den geraden und schmalen Weg zu gehen, der zur ewigen Errettung führt. 18

Anregungen für das Studium

  • Inwiefern sind die uns anvertrauten Kinder ein Geschenk des Herrn? (Siehe Psalm 127:3.) Welchen göttlichen Segen bringen Kinder mit sich, der zum Wohlergehen der Familie und des Landes beiträgt?

  • Warum müssen die Eltern ihre Kinder lehren, an den Herrn Jesus Christus zu glauben? Welche weiteren wichtigen Lehren und Grundsätze müssen wir unseren Kindern vermitteln? (Siehe auch Mosia 4:14,15; LuB 68:25–28.) Wie können wir das tun?

  • Welche Folgen können eintreten, wenn wir unsere Kinder nicht in den Grundsätzen des Evangeliums unterweisen?

  • Warum ist es wichtig, dass die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder einig und konsequent sind? Warum ist es wichtig, dass sie ihren Kindern konsequent vorleben, was sie lehren?

  • Warum hat die Liebe den größten Einfluss auf ein kindliches Gemüt? Wie können die Eltern das Vertrauen ihrer Kinder gewinnen? Was können die Folgen sein, wenn die Kinder egoistisch und lieblos behandelt werden?

  • Was bedeutet es, bei der Erziehung zu nachsichtig zu sein? Welche Gefahren sind damit verbunden?

  • Wie „erzieht“ Gott seine Kinder? Wie können wir in unserer Familie seinem Beispiel nacheifern?

  • Wie können Sie Präsident Smiths Rat beherzigen, für die Unterhaltung Ihrer Kinder Richtlinien aufzustellen? Wie kann man Kinder lehren, durch Geduld und Arbeit sinnvolle Ziele anzustreben?

Quellenangaben anzeigen

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    1.  Life of Joseph F. Smith, Hg. Joseph Fielding Smith (1938), 449.

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    2. Charles W. Nibley, „Reminiscences,“ in Gospel Doctrine, 5. Auflage (1939), 523.

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    3. Zitiert in Edward H. Anderson, „Last of the Old School of Veteran Leaders,“ in Gospel Doctrine, 539f.

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    4.  Gospel Doctrine, 278.

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    5.  Gospel Doctrine, 289.

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    6.  Gospel Doctrine, 293; Absatzeinteilung hinzugefügt.

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    7.  Deseret News: Semi-Weekly, 28. Juni 1898, 1; Absatzeinteilung hinzugefügt.

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    8.  Deseret News: Semi-Weekly, 3. Januar 1871, 2; Absatzeinteilung hinzugefügt.

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    9.  Gospel Doctrine, 294f.; Absatzeinteilung geändert.

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    10.  Gospel Doctrine, 389.

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    11.  Gospel Doctrine, 295.

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    12.  Gospel Doctrine, 286.

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    13.  Gospel Doctrine, 318f.

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    14.  Gospel Doctrine, 321.

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    15.  Gospel Doctrine, 295f.

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    16.  Gospel Doctrine, 527.

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    17.  Gospel Doctrine, 297f.

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    18.  Gospel Doctrine, 296.