Kapitel 16: „Damit wir eins seien“

Lehren der Präsidenten der Kirche: Lorenzo Snow, 2011


Die Stimme des Allmächtigen hat uns inmitten der Verwirrung aufgerufen, eine Einheit und eine herzliche Bruderschaft zu sein, in der wir einander lieben wie uns selbst.

Aus dem Leben von Lorenzo Snow

Bevor die Heiligen aus Nauvoo vertrieben wurden, kamen die führenden Brüder der Kirche im Tempel zusammen. Sie gelobten, dass sie „niemals nachlässig werden und allen Einfluss und alle Mittel, die ihnen zur Verfügung standen, einsetzen würden, bis alle Heiligen, die Nauvoo verlassen mussten, an einen Sammelplatz der Heiligen gelangten.“1 Entschlossen, dieses Gelöbnis einzuhalten, rief Präsident Brigham Young im Jahr 1849 den Ständigen Auswanderungsfonds ins Leben. Bei diesem Programm lieh die Kirche den auswandernden Heiligen Geld, und zwar in dem Einvernehmen, dass sie es zurückzahlen würden, nachdem sie in Utah angekommen waren und Arbeit gefunden hatten.

Präsident Young berief Elder Lorenzo Snow und andere dazu, Geld dafür zu beschaffen. Es fiel Elder Snow schwer, die Heiligen um Spenden zu bitten, da sie selber arm waren, weil sie von Ort zu Ort vertrieben worden waren, ehe sie sich im Salzseetal ansiedelten. Er schrieb in sein Tagebuch: „Die Aufgabe, die mir übertragen worden war, von den Heiligen Geld zu erbitten, nachdem diese beraubt und geplündert worden waren, dann eine Strecke von mehr als 1600 Kilometern zurückgelegt und sich gerade erst in einer trockenen, trostlosen Einöde der weiten amerikanischen Wüste niedergelassen hatten, war ein schier unmögliches Unterfangen. Mit ganz wenigen Ausnahmen hatten die Leute sehr wenig oder gar nichts, was sie entbehren konnten.“ Dennoch gaben die Mitglieder überall, wohin Elder Snow ging, was sie nur konnten. Er berichtete: „Die Anstrengungen und die Bereitwilligkeit, die ich überall antraf, von so Wenigem noch etwas abzugeben, und die Bereitschaft, überall inmitten von Armut noch freigiebig und großherzig zu sein, sowie die freundlichen Worte, die mir trotz der verhältnismäßig großen Armut entgegengebracht wurden, erfüllten mein Herz mit übergroßer Freude. Ein Mann bestand darauf, dass ich seine einzige Kuh nahm. Er erklärte, dass der Herr ihn befreit und gesegnet habe, als er seine alte Heimat verließ und in ein Land des Friedens kam. Wenn er seine einzige Kuh gab, täte er nur das, was seine Pflicht sei und was er von anderen erwarten würde, wenn die Situation umgekehrt wäre.“

Nachdem er im Norden Utahs Spenden gesammelt hatte, berichtete Elder Snow: „Das Herz der Heiligen war offen, und in Anbetracht ihrer Umstände gaben sie großzügig und reichlich, und ich brauche wohl nicht zu sagen, dass sie es auch gern taten.“2

Obwohl jeder nur wenig geben konnte, erwiesen sich ihre gemeinsamen Anstrengungen für viele als segensreich. Der Ständige Auswanderungsfonds wurde über seinen ursprünglichen Zweck hinaus erweitert und half nicht nur den Mitgliedern der Kirche, die sich in Nauvoo befanden. Er bestand 38 Jahre lang und half Zehntausenden von Bekehrten aus vielen Ländern, sich mit den Heiligen zu sammeln. [Siehe Anregung 1 auf Seite 220.]

Lehren von Lorenzo Snow

Wenn wir im Evangelium vereint sind, zeigt der Herr sich den Menschen durch uns

Jesus betete zum Vater, dass diejenigen, die dieser ihm aus der Welt gegeben hatte, eins seien, wie er und der Vater eins sind. Er betete: Schenke ihnen dieselbe Liebe, mit der du mich liebst, damit ich in ihnen sei und du in mir seist, auf dass wir alle eins seien. Das ist etwas ganz Bedeutendes, und wir müssen uns darin üben, bis wir so werden, wie der Vater und der Sohn sind – eins in allem.3

In den Versen, die ich vorgelesen habe [Johannes 17:19-21], wird deutlich, wie wichtig und wie notwendig es ist, dass die Apostel einig sind, damit die Absichten des Herrn in der Welt erfüllt werden. Denn wenn die Apostel und diejenigen, die an sie glaubten, nicht vereint gewesen wären, hätte die Welt nicht an die Mission und die Absichten des Erretters glauben können. Darum betete Jesus zum Vater, dass alle, die der Vater ihm gegeben hatte, eins sein mögen, wie er und der Vater eins waren, damit die Welt glauben konnte, dass der Vater ihn gesandt hatte. Genau das wollte der Herr durch das Volk Israel zustande bringen, als er es aus der ägyptischen Gefangenschaft führte. Er wollte aus den Israeliten ein vereintes Volk machen, ein besonderes Volk, ein Volk, das von Gott geehrt und geachtet werden konnte, damit die Menschen glauben konnten und damit sie die Segnungen empfangen konnten, die er ihnen schenken wollte, denn alle Menschenkinder sind Nachkommen Gottes. Hätte Israel Gottes Satzungen erfüllt, hätte die Welt zweifellos großen Nutzen davon gehabt, und die Absichten Gottes wären noch weiter verwirklicht worden. Der Herr wollte seine Wesensart und die des Himmels kundtun und durch Israel seine Liebe und seinen Segen auf die ganze Menschheit ausdehnen. Doch Israel war ungehorsam und wollte nicht auf seine Stimme hören. …

Wenn Spaltung bei uns anzutreffen ist oder wenn wir geistig oder zeitlich entzweit sind, können wir niemals das Volk sein, das der Herr aus uns machen möchte, und wir können auch kein Werkzeug in seiner Hand sein, durch das die Welt daran glaubt, dass das heilige Priestertum wiederhergestellt worden ist und dass wir das immerwährende Evangelium haben. Damit wir die Absichten Gottes verwirklichen können, müssen wir das tun, was Jesus getan hat – unseren eigenen Willen dem Willen Gottes fügen, nicht nur in einer Sache, sondern in allem, und so leben, dass wir den Willen Gottes verinnerlichen.4 [Siehe Anregung 2 auf Seite 220.]

Einigkeit ist in der Kirche und in der Familie unerlässlich

Unter uns sollte es mehr Einigkeit geben, als es momentan der Fall ist. Im Kollegium der Zwölf herrscht vollkommene Einigkeit. Sollte in diesem Kollegium etwa nicht vollkommene Einigkeit herrschen? Ganz gewiss sagt jeder: Doch, im Kollegium der Zwölf Apostel muss es vollkommene Einigkeit geben! … Und auch in der Ersten Präsidentschaft herrscht vollkommene Einigkeit, und sollte das nicht auch so sein? Jeder wird zustimmen, dass es natürlich so sein muss! Und soll nicht auch vollkommene Einigkeit bei den sieben Präsidenten der Siebziger herrschen? Doch, ganz bestimmt soll es so sein, werden alle übereinstimmen! Soll nicht ebenso vollkommene Einigkeit bei den Hohen Räten der verschiedenen Pfähle Zions herrschen? Sicherlich, und es gibt einen Weg, diese Einigkeit zu erreichen. Ebenso ist es mit den verschiedenen anderen Organisationen und Kollegien. Soll nicht vollkommene Einigkeit in den Pfahlpräsidentschaften herrschen? Doch, sicher! Und wenn ich Pfahlpräsident wäre, würde ich Tag und Nacht nicht ruhen, bis ich mit meinen Ratgebern einig wäre. Soll nicht auch Einigkeit zwischen dem Bischof und seinen Ratgebern herrschen? Ganz gewiss soll es so sein!

Was könnte wohl noch wichtiger sein? Soll nicht auch Einigkeit in der Familie herrschen? … Doch, ganz gewiss! Wie kann ein Mann zufrieden sein, wie kann ein Ehemann oder Familienvater ruhen, bevor er vollkommene Einigkeit erreicht hat, jedenfalls so weit man vollständige Einigkeit erreichen kann? Und was das betrifft, soll der Vater sich so weit vervollkommnen, wie ein Mann zu Lebzeiten in seiner Familie vollkommen sein kann. Und seine Frau soll sich ebenfalls so weit vervollkommnen, wie es einer Frau zu Lebzeiten möglich ist. Dann sind sie bereit, ihre Kinder so weit zu vervollkommnen, wie diese bereit und in der Lage sind, vollkommen zu werden. Dabei müssen Vater und Mutter sich jedoch sehr in Acht nehmen. Die Frau darf in der Gegenwart ihrer Kinder niemals respektlos über ihren Mann sprechen. Wenn sie meint, dass ihr Mann etwas falsch gemacht hat (was durchaus möglich ist), soll sie niemals in der Gegenwart ihrer Kinder darüber sprechen. Wenn die Kinder nicht zugegen sind, kann sie ihm auf freundliche Weise sagen, was er falsch gemacht hat, darf jedoch niemals in der Gegenwart der Kinder respektlos über deren Vater sprechen. Für den Vater gilt das Gleiche. Er hat kein Recht, respektlos über seine Frau zu sprechen, wenn ihre Kinder anwesend sind. Und ich bete zu Gott, er möge Mann und Frau den Geist und das Verständnis geben, sich in dieser Hinsicht zu bessern. Ich weiß, dass ein Großteil der Schwierigkeiten, die gegenwärtig auftreten, und die Respektlosigkeit in Bezug auf das Priestertum, die wir unter den jungen Leuten finden, daher rühren, dass es zu Hause Schwierigkeiten gegeben hat und dass man in ihrem Beisein respektlos übereinander gesprochen hat – die Mutter über den Vater oder der Vater über die Mutter. Ich weiß, dass es so ist.5 [Siehe Anregung 3 auf Seite 220.]

Wir werden einig, wenn wir einander helfen, Frieden und Glück zu erlangen

Wir reden viel über den Grundsatz, dass man seinen Nächsten genauso lieben soll wie sich selbst. Wir reden davon und denken manchmal darüber nach, aber wie sehr lassen wir es zu, dass wir wahrhaft von diesen Grundsätzen erfüllt sind und erkennen, dass wir es uns selbst schwer machen? Wir müssen begreifen, dass wir nach bestimmten Grundsätzen handeln müssen, die uns als Mitglieder der Kirche miteinander verbinden; dass wir dieselben Absichten haben und eins werden müssen. Doch das werden wir niemals erreichen, wenn wir nicht etwas dafür tun und uns dabei anstrengen.

Wie würden Sie dafür sorgen, dass Sie etwas miteinander verbindet? Was kann ein Mann tun, damit ihn etwas mit seinem Nächsten verbindet? Wenn zwei Männer sich anfreunden, die sonst nie etwas miteinander zu tun hatten, wie können sie dann vorgehen, um Freundschaft zu schließen, damit sie etwas verbindet und sie sich etwas bedeuten? Wenn sich etwas tun soll, darf es nicht einseitig sein, sondern muss sowohl von dem einen als auch von dem anderen ausgehen. Es reicht nicht aus, wenn einer die ganze Arbeit allein macht, und es genügt nicht, wenn einer auf derlei Gefühle eingeht und alles allein macht. Wenn sie in ihren Ansichten und in ihrer Zuneigung eins sein wollen, ist es erforderlich, dass beide etwas dafür tun. …

Jeder muss etwas dazu beitragen, damit die beiderseitige Freundschaft vertieft wird und damit uns etwas miteinander verbindet. …

Seien Sie umsichtig und auf das Wohl Ihrer Freunde und Bekannten bedacht, damit Sie darauf eingehen können. Und wo es in Ihrer Macht steht, Ihren Freunden zu helfen, tun Sie es. Dabei werden Sie feststellen, dass Sie das, was Sie brauchen, schneller erhalten, als wenn Sie nur für Ihren eigenen Nutzen arbeiten, ohne das Wohl Ihrer Freunde im Auge zu haben. Ich weiß, dass dies ein guter und wichtiger Grundsatz ist. …

Wir müssen uns darüber klar sein, dass es an uns ist zu lernen, wie wir unseren Freunden und Bekannten Frieden und Glück bescheren, und wir dürfen niemals die Gefühle und Rechte unserer Mitmenschen mit Füßen treten. Wenn ein Mann hingeht und die Rechte seines Bruders mit Füßen tritt, wie lange wird es wohl dauern, bis das Vertrauensverhältnis zerstört ist, das bis dahin zwischen ihnen bestanden hat? Und wenn es einmal zerstört ist, wie lange wird es wohl dauern, dieses Verhältnis so wiederherzustellen, wie es einmal war? Es wird eine ganze Weile dauern. Darauf müssen wir unser Augenmerk richten. Ich spüre, dass dem so ist. In all unseren Gedanken, bei allem, was wir tun, und wenn wir stille Einkehr üben, wollen wir in Gedanken das Wohl unserer Mitmenschen vor Augen haben und daran denken, dass sie die gleichen Rechte und Freiheiten haben wie wir. Das muss in unserem Kopf fest verankert sein.

Stellen Sie sich jemanden vor, der immer auf das Wohl der Menschen in seiner Umgebung achtet und der von Herzen alles, was seine Brüder tun, unterstützen will – so jemand wird sich und die Menschen in seiner Umgebung glücklich machen. Wenn aber jemand den entgegengesetzten Kurs einschlägt und, anstatt zum Wohle anderer zu wirken und ihnen ein Segen zu sein, Fehler sucht und seinen Nächsten niedermacht, wird so jemand dann denselben Fortschritt machen? Ganz gewiss nicht! …

Wenn wir das Gefühl haben, dass es unsere Pflicht ist, zielstrebiger als bisher daran zu arbeiten, Vertrauen zu gewinnen, dann werden wir uns aufmachen, sofern es in unserer Macht steht, anderen zeitlich Segnungen und Wohltaten zukommen zu lassen und dadurch unsere Freundschaft mit ihnen zu vertiefen. Auf diese und keine andere Weise können wir einig werden und zeigen, dass wir gute und brüderliche Gefühle hegen. Wir müssen diese Absichten durch unsere Taten zeigen, anstatt jemandem die Hand zu schütteln und zu sagen: „Gott segne dich, mein Lieber!“ und am nächsten Tag ohne Rücksicht auf das, was wir zuvor aufgebaut haben, seine guten Gefühle mit Füßen zu treten.6

Wenn jemand nicht bereit ist, zugunsten seiner Brüder Opfer zu bringen, und wenn ihm bewusst ist, dass er die Gefühle seiner Brüder verletzt, dann handelt er nicht richtig vor dem Herrn – und wo bleibt dann die Liebe zu seinem Bruder?

Wenn jemand nicht bereit ist, für seinen Bruder zu leiden, wie kann er dann zeigen, dass er diesen liebt? Ich sage Ihnen, es liegt an unserer Torheit und Schwäche, dass wir unsere Brüder nicht ertragen wollen, sondern sofort kontern, wenn sie unsere Rechte einschränken; und wenn sie uns auf die Zehen treten, dann springen wir sofort auf ihre. … Wenn ich sehe, dass einem Bruder Unrecht getan wurde, und dieser sich dann umdreht und gegen denjenigen, der ihm Unrecht getan hat, angeht, dann frage ich mich: Wie weit ist dieser Bruder vom Weg der Pflicht entfernt? Und ihm sage ich: Sie müssen lernen, sich zu beherrschen, sonst werden Sie niemals im Reich Gottes errettet werden!7

Ich möchte gerne ein paar Schriftstellen aus dem Buch Lehre und Bündnisse vorlesen:

„Meine Jünger in alten Tagen haben Anlass gegeneinander gesucht und einander in ihrem Herzen nicht vergeben; und wegen dieses Übels sind sie bedrängt und schwer gezüchtigt worden.

Darum sage ich euch: Ihr sollt einander vergeben; denn wer seinem Bruder dessen Verfehlungen nicht vergibt, der steht schuldig vor dem Herrn; denn auf ihm verbleibt die größere Sünde.“ [LuB 64:8,9.] …

Wie ich hier lese, gab es etwas, was den Jüngern des Heilands nicht gelungen ist – sie schafften es nicht, in Herz und Sinn einig zu sein, wie es hätte sein sollen, und der Herr tadelte sie deswegen. Der Herr möchte, dass die Menschen einander vergeben, sogar siebenundsiebzig Mal. Selbst wenn der andere nicht um Verzeihung bittet, sollen wir vergeben. … Wer seinem Bruder nicht vergibt, so wird uns gesagt, auf dem verbleibt die größere Sünde – das heißt, er ist ein größerer Sünder als derjenige, der gegen ihn gesündigt hat. Der Herr möchte, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst. Das ist unter vielen Umständen eine ziemlich schwierige Aufgabe, aber wir müssen diesen Grad der Vollkommenheit erreichen, und wir werden ihn erreichen.8 [Siehe Anregung 4 auf Seite 220.]

Wenn wir im Evangelium einig sind, nehmen wir an Licht und Intelligenz zu, und wir bereiten uns darauf vor, in Gottes Gegenwart zu wohnen

Wir sollen vereint sein und wie David und Jonatan eines Herzens handeln [siehe 1 Samuel 18:1] und eher zulassen, dass uns der Arm abgetrennt wird, als dass wir einander verletzen. Was für ein mächtiges Volk wären wir, wenn wir uns in diesem Zustand befänden. Wir müssen ihn erreichen, ganz gleich, wie wenig freundschaftliche Gefühle wir gegenwärtig auch haben mögen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass der Tag kommen wird, an dem wir auf diese Weise vereint sein müssen, wenn wir jemals in die Gegenwart Gottes gelangen möchten. Wir müssen lernen, unseren Nächsten so zu lieben wie uns selbst. Wir müssen uns damit befassen, ungeachtet dessen, wie weit wir jetzt davon entfernt sind, und außerdem müssen wir diese Grundsätze lernen und verinnerlichen. Mir ist das ganz klar, und das ist der Grund, weshalb ich auf diese Weise darüber spreche. Ich möchte nämlich, dass die Heiligen es sich einprägen und dass sie diese Grundsätze jeden Tag beherzigen.9

Die Stimme des Allmächtigen hat uns inmitten der Verwirrung, nämlich Babylon, aufgerufen, eine Einheit und eine herzliche Bruderschaft zu sein, in der wir einander lieben wie uns selbst. Wenn wir von diesem Ziel abweichen, zieht sich der Geist Gottes von uns in dem Maße zurück, wie wir davon abweichen. Aber wenn wir weiterhin an den Bündnissen festhalten, die wir geschlossen haben, als wir das Evangelium annahmen, nehmen wir dementsprechend an Licht und Intelligenz zu und wir werden mit Macht auf das vorbereitet, was kommen wird. Und dank unserer Glaubenstreue und wenn wir die Bündnisse halten, die wir eingegangen sind, wird die Grundlage, auf der wir stehen, wie eine Himmelssäule sein – unverrückbar.10 [Siehe Anregung 5 auf Seite 221.]

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Hinweise finden Sie auf Seite VII–X.

  1. 1.

    Denken Sie noch einmal über Lorenzo Snows Erlebnis mit dem Ständigen Auswanderungsfonds nach (Seite 211ff.). Welche Möglichkeiten haben wir heute in der Kirche, anderen mit Geld oder Sachleistungen zu helfen? Wie können uns diese Bemühungen helfen, eins zu werden?

  2. 2.

    Denken Sie darüber nach, was Präsident Snow dazu gesagt hat, wieso der Herr möchte, dass wir einig sind (Seite 213f.). Warum gewinnen andere Leute wohl leichter ein Zeugnis vom Herrn und von seiner wiederhergestellten Kirche, wenn sie sehen, dass wir einig sind? Inwiefern ändert sich deren Eindruck vielleicht, wenn sie sehen, dass wir gespalten sind?

  3. 3.

    Befassen Sie sich nochmals mit dem Abschnitt, der unten auf Seite 214 beginnt. Wie können wir diesen Ratschlag in der Familie umsetzen? Überlegen Sie, was Sie tun können, damit es in Ihrer Familie mehr Einigkeit gibt.

  4. 4.

    Wie können wir trotz unterschiedlicher Interessen und Vorstellungen Einigkeit in der Frauenhilfsvereinigung oder im Priestertumskollegium erlangen? (Einige Beispiele finden Sie auf Seite 216–219.) Wie ist Ihnen Einigkeit in Ihrer Familie, in der Kirche oder in Ihrer Nachbarschaft schon einmal zugutegekommen?

  5. 5.

    Warum können wir wohl „ein mächtiges Volk“ werden, wenn wir einander lieben? Inwiefern beeinflusst die Nächstenliebe die Art und Weise, wie wir leben? Wiederholen Sie die letzten beiden Absätze des Kapitels (Seite 219f.), wenn Sie über diese Fragen nachdenken oder darüber sprechen.

Einschlägige Schriftstellen: Psalmen 133; Johannes 13:34,35; Römer 12:5; Mosia 18:21; 4 Nephi 1:15-17; LuB 51:9; Mose 7:18

Unterrichtshilfe: „Die krönende, überzeugende, bekehrende Macht der Evangeliumsunterweisung wird dort deutlich“, sagte Elder Bruce R. McConkie, „wo ein inspirierter Lehrer sagt: ‚Ich weiß durch die Macht des Heiligen Geistes – denn der Heilige Geist hat es meiner Seele offenbart –, dass die Lehren, die ich gelehrt habe, wahr sind.‘“ (Bruce R. McConkie, zitiert in: Lehren, die größte Berufung, Seite 43.)

Bevor die Heiligen Nauvoo verließen, gelobten die Priestertumsführer, allen Heiligen zu helfen, die mit auswandern wollten.

„Soll nicht auch Einigkeit in der Familie herrschen? … Doch, ganz gewiss!“

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Zitiert in: Brigham Young, Heber C. Kimball und Willard Richards, „Important from Salt Lake City“, Millennial Star, 15. April 1850, Seite 120; siehe auch Eliza R. Snow Smith, Biography and Family Record of Lorenzo Snow, 1884, Seite 107

  2.   2.

    Aus: Biography and Family Record of Lorenzo Snow, Seite 108

  3.   3.

    Deseret News, 14. Januar 1857, Seite 355

  4.   4.

    Deseret News: Semi-Weekly, 23. Januar 1883, Seite 1

  5.   5.

    Herbst-Generalkonferenz 1897

  6.   6.

    Deseret News, 11. März 1857, Seite 3f.; in der Originalquelle wird Seite 3 fälschlicherweise als Seite 419 be-zeichnet

  7.   7.

    Deseret News, 14. Januar 1857, Seite 355

  8.   8.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1898

  9.   9.

    Deseret News, 11. März 1857, Seite 4

  10.   10.

    Deseret Semi-Weekly News, 4. Juni 1889, Seite 4