Kapitel 4: Gestärkt durch die Macht des Heiligen Geistes

Lehren der Präsidenten der Kirche: Lorenzo Snow, 2011


Fassen Sie den Entschluss, demütig zu sein und so zu leben, dass Sie den Geist des Herrn immer zum Freund haben.

Aus dem Leben von Lorenzo Snow

In seiner ersten Ansprache bei einer Generalkonferenz als Präsident der Kirche sagte Lorenzo Snow: „Wir sind darauf angewiesen, dass der Geist des Herrn uns hilft und uns von Zeit zu Zeit kundgibt, was wir unter besonderen Umständen, die uns umgeben mögen, tun sollen.“1 Präsident Snow hätte vielleicht nicht lange genug gelebt, um dies zu sagen, wenn zwei seiner Freunde 34 Jahre zuvor sich nicht unter besonderen Umständen auf den Geist des Herrn verlassen hätten.

1864 gingen Elder Lorenzo Snow und Elder Ezra T. Benson vom Kollegium der Zwölf Apostel auf eine Mission nach Hawaii. Sie wurden von drei weiteren Missionaren begleitet: Elder Joseph F. Smith, Elder William Cluff und Elder Alma L. Smith. Als ihr Schiff vor der Küste der Insel Maui ankerte, stiegen alle außer Joseph F. Smith in ein Boot, um an Land zu gehen. Als sie sich der Insel näherten, türmten sich Wellen auf, sodass der Steuermann die Gewalt über das Boot verlor. Das Boot kenterte und alle Insassen wurden ins Wasser katapultiert. Alle tauchten schnell wieder auf, bis auf Elder Snow. Eine Gruppe Insulaner eilte zu Hilfe. Sie nahmen William Cluff und Alma L. Smith in einem Rettungsboot mit, um nach ihrem Freund zu suchen. Elder Cluff erzählte:

„Das Erste, was ich von Bruder Snow sah, war sein Haar, das am Ende des gekenterten Bootes aus dem Wasser lugte. Sobald wir ihn ins Boot geholt hatten, sagten wir den Bootsführern, sie sollten so schnell wie möglich ans Ufer fahren. Sein Körper war steif, und das Leben anscheinend erloschen.

Bruder A. L. Smith und ich saßen nebeneinander. Wir legten Bruder Snow in unseren Schoß und gaben ihm auf dem Weg zum Ufer leise einen Segen. Wir baten den Herrn, sein Leben zu verschonen, damit er nach Hause zu seiner Familie zurückkehren könne.

Als wir das Ufer erreicht hatten, trugen wir ihn schnell zu einigen großen Fässern, die am Sandstrand lagen. Wir legten ihn mit dem Gesicht nach unten auf eins davon und rollten ihn darauf hin und her, bis wir das Wasser, das er geschluckt hatte, aus ihm herausbekommen hatten. …

Nachdem wir uns einige Zeit angestrengt hatten, ohne dass es Anzeichen einer Wiederbelebung gab, sagten die Umstehenden, man könne nichts mehr für ihn tun. Aber wir wollten ihn nicht aufgeben; wir beteten und versuchten es weiterhin und waren sicher, dass der Herr unsere Gebete erhören würde.

Schließlich hatten wir die Eingebung, unseren Mund auf seinen zu pressen, und zwar in der Absicht, seine Lungen anzufüllen, indem wir abwechselnd Luft hineinbliesen und heraussogen und so weit wie möglich die natürliche Atmung nachahmten. Das taten wir, bis es uns gelang, seine Lungen mit Luft anzufüllen. Nach kurzer Zeit bemerkten wir ganz schwache Anzeichen, dass das Leben zurückkehrte. Ein leichtes Blinzeln des Auges, das bis dahin offen und wie tot gewesen war, und ein schwaches Röcheln in der Kehle waren erste Signale der Wiederbelebung. Es wurden immer mehr, bis er wieder völlig bei Bewusstsein war.“

Als er auf dieses Erlebnis zurückblickte, wusste Elder William Cluff, warum er und Elder Alma L. Smith in der Lage gewesen waren, Elder Snows Leben zu retten. Er erklärte: „Wir taten nicht nur das, was in solchen Fällen üblich war, sondern auch, was der Geist uns einzuflüstern schien.“2 [Siehe Anregung 1 auf Seite 87.]

Lehren von Lorenzo Snow

Durch die Gabe des Heiligen Geistes werden wir zu aller Wahrheit geführt und im Glauben gestärkt

Es gibt eine gewisse Segnung, die strikt mit Gehorsam gegenüber dem Evangelium verknüpft ist, nämlich die Gabe des Heiligen Geistes. … Der Erretter, der das Wesen und die Beschaffenheit dieser Gabe zweifellos am besten kannte, verhieß, sie werde diejenigen, die sie empfangen, in die ganze Wahrheit führen und ihnen zeigen, was kommen wird [siehe Johannes 16:13]. Sie sollte mehr sein als der Geist, der von Gott ausgeht und die Unermesslichkeit des Raumes ausfüllt und jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt [siehe LuB 84:46]. Die Gabe des Heiligen Geistes sollte in alle Wahrheit führen und jedem zeigen, was kommen wird.

Außerdem schreibt der Apostel [Paulus] über ihre Wirkung: „Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird … Glaubenskraft [geschenkt].“ [1 Korinther 12:7,9.] Die Rede ist nicht vom üblichen, gewöhnlichen Glauben, den heutzutage so manch einer vorgibt zu haben, sondern von einem Glauben, der denjenigen, der ihn besitzt, in die Lage versetzt, sich in Stücke sägen, in die Löwengrube oder in einen Feuerofen werfen und allerart Qualen über sich ergehen zu lassen. Das war die Art von Glauben, die der Heilige Geist jenen übertrug, die ihn besaßen. Dieser Glaube befähigte den, der ihn besaß, dazu, inmitten jeder Schwierigkeit festzustehen, jedem Widerstand zu trotzen und nötigenfalls sein Leben für die Sache niederzulegen, der er sich verpflichtet hatte. In diesem Glauben steckte eine allmächtige, inspirierende Macht, die der Herr durch den Heiligen Geist verlieh und die durch keinen anderen Grundsatz überbracht werden konnte. Dem einen wurde Glaube gegeben, einem anderen Erkenntnis [siehe1 Korinther 12:8], aber nicht solche, die man sich aneignet, indem man einfach Bücher liest, sondern Erkenntnis vom Allmächtigen. Auf ihnen ruhte ein das Innerste inspirierender Grundsatz, der greifbar war und ihnen Erkenntnis von der Sache gab, der sie sich verpflichtet hatten. Sie wussten durch Offenbarung von Gott, dass die Sache, der sie folgten, wahr war. Das wurde ihnen in einer Weise offenbart, dass sie es nicht abstreiten konnten, und sie wussten es für sich selbst. Somit wurde Offenbarung der Fels, auf den sie bauten.3

Petrus rief den Menschen zu: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.“ [Apostelgeschichte 2:38,39.] Diese Gabe des Heiligen Geistes unterscheidet sich von allem, was wir aus den Glaubensgemeinschaften der heutigen Zeit kennen. Sie ist ein Grundsatz, der auf Intelligenz und Offenbarung fußt. Sie ist ein Grundsatz, der offenbart, was vergangen ist, was ist und was kommen wird. Und diese Gaben des Heiligen Geistes hat man durch Gehorsam gegenüber den Forderungen des Evangeliums erhalten, wie es damals verkündet wurde und wie es die führenden Brüder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage heute verkünden. Auf diesen Felsen muss man seinen Glauben gründen; von dieser Quelle muss man Kenntnis der Lehre erhalten, der man sich verpflichtet hat – dann verheißt uns der Heiland: „Die Pforten der Hölle werden [euch] nicht überwältigen.“ [Siehe 3 Nephi 11:39.] …

Das Fundament, worauf die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gebaut ist, ist der Fels Offenbarung, über den Jesus gesagt hat, er werde seine Kirche darauf bauen, und die Mächte der Unterwelt würden sie nicht überwältigen [sieheMatthäus 16:17,18]. Wir haben dieses Wissen nicht durch Fleisch und Blut empfangen, wir haben dieses Zeugnis nicht von Menschen erhalten, wir haben es nicht daher, dass wir in der Bibel … oder im Buch Mormon gelesen haben, sondern wir haben es durch das Wirken des Heiligen Geistes erhalten, der das lehrt, was von Gott ist, sowohl Vergangenes, Gegenwärtiges als auch Künftiges, und der uns das, was von Gott ist, deutlich kundgibt. Man kann uns dieses Wissen nicht nehmen, indem man uns einsperrt oder auf andere Weise verfolgt. Wir stehen dazu bis in den Tod.4 [Siehe Anregung 2 auf Seite 87.]

Jeder Heilige der Letzten Tage kann den Heiligen Geist zum Freund haben, damit dieser ihm Rat gibt

Es gibt einen Weg, wie man sein Gewissen vor Gott und vor den Menschen rein halten kann, und zwar indem man den Geist Gottes in sich bewahrt, der der Geist der Offenbarung für jeden Mann und jede Frau ist. Er offenbart ihnen selbst in den einfachsten Angelegenheiten, was sie tun sollen, und gibt ihnen Ratschläge. Wir müssen uns bemühen, die Eigenschaften dieses Geistes kennenzulernen, damit wir seine Ratschläge verstehen, und dann werden wir immer in der Lage sein, das Rechte zu tun. Dies ist das große Vorrecht eines jeden Heiligen der Letzten Tage. Wir wissen, dass es unser Recht ist, die Kundgebungen des Geistes jeden Tag unseres Lebens zu erhalten.

Die Leute kommen zu mir und wollen unbedingt Rat in irgendeiner Sache haben. Sie brauchen nicht immer zu mir zu kommen (unter bestimmten Umständen ist es natürlich völlig richtig), denn sie haben den Geist in sich, um das Gute zustande zu bringen und die Absichten Gottes zu verwirklichen. … Es ist nicht immer notwendig, dass sie zum Präsidenten der Kirche, zu den Zwölf oder zu den Ältesten Israels kommen, um Rat zu erhalten, denn sie haben ihn in sich, diesen Freund, der ganz genau weiß, was er ihnen sagen soll. Von der Zeit an, da wir das Evangelium annehmen und ins Wasser der Taufe hinabsteigen und uns danach die Hände auflegen lassen, um die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen, haben wir einen Freund, sofern wir ihn nicht vertreiben, indem wir das Falsche tun. Dieser Freund ist der Heilige Geist, der das, was von Gott ist, kennt und es uns zeigt. Das ist ein großartiges Mittel, das der Herr für uns bereitet hat, damit wir das Licht kennen und nicht ständig im Dunkeln tappen.5 [Siehe Anregung 5 auf Seite 87.]

Der Heilige Geist kann uns Glück und Seelenfrieden bringen

Der Herr hat uns bestimmte natürliche Wünsche und Empfindungen ins Herz gegeben, und zwar der ganzen Menschheit, allen Menschenkindern. Ihnen sind bestimmte, miteinander verwobene Wünsche und Fähigkeiten eingepflanzt worden, die Freude bringen sollen; der Wunsch nach bestimmten Dingen, die auf natürliche Weise Frieden und Wohlbefinden schenken, die ihren Empfindungen entsprechen und ihnen Glück bringen. Doch wie diesen Fähigkeiten und Wünschen Genugtuung verschafft wird, das weiß die Welt nicht und sie versteht es auch nicht. Der Herr hat es jedoch für richtig gehalten, uns zu befähigen und uns einen Weg zu bereiten, wie wir Verständnis davon erlangen können, und zwar indem wir glaubenstreu sind, im Licht des Heiligen Geistes wandeln und die Wahrheit empfangen.6

Die Heiligen der Letzten Tage genießen den Vorzug, dass sie dank des Evangeliums so leben können, dass sie sich von Gott angenommen fühlen. Natürlich tun wir manchmal etwas, dessen wir uns schämen, wenn wir darüber nachdenken, aber wir kehren im Herzen um und beschließen, es nie wieder zu tun. Das ist alles, was der Herr von uns fordert; und Männer und Frauen, die so leben, leben ohne Schuldspruch. Sie erlangen Rechtschaffenheit und Freude durch den Heiligen Geist.7

Wenn wir das Licht des Geistes in uns bewahren, können wir im Evangelium so wandeln, dass wir in dieser Welt sichtbar Frieden und Glück genießen. Und während wir auf unserer Reise nach dem Frieden und dem Glück streben, die in der Ferne am Ende unseres Weges liegen, werden wir einen Seelenfrieden haben, den nur jemand empfinden kann, der vom Heiligen Geist erfüllt ist.8 [Siehe Anregung 3 auf Seite 87.]

Wir brauchen die Hilfe des Heiligen Geistes, während wir Prüfungen ertragen, unsere Pflichten erfüllen und uns auf die celestiale Herrlichkeit vorbereiten

Von uns wird viel Wichtiges verlangt, und vieles, was wir tun können, wenn der Geist des Herrn uns hilft, auch wenn es zuweilen unmöglich scheint, dies zu bewerkstelligen.9

Ich möchte meine Brüder und Schwestern daran erinnern, … dass wir, was unser Wissen und unsere Intelligenz anbelangt, auf den Geist Gottes angewiesen sind, der, wenn wir ihn gut behandeln, in uns ein Geist der Inspiration, der Offenbarung sein kann, der unserem Verständnis deutlich die Absichten und den Willen Gottes kundgibt, uns unsere Pflichten und Obliegenheiten lehrt und uns wissen lässt, was von uns verlangt wird. … Wir brauchen Hilfe.Wir neigen dazu, das zu tun, was uns in Schwierigkeiten und Dunkelheit führt und was uns nicht zum Guten dienen wird. Aber mit der Unterstützung dieses Trösters, den der Herr seinen Heiligen verheißen hat, können wir viel Ungemach und große Schwierigkeiten vermeiden, wenn wir genau auf seine Einflüsterungen hören und mit seiner Sprache vertraut sind.10

Wir sind ganz und gar auf den Geist der Inspiration angewiesen, und ich wüsste nicht, dass es, seitdem Adam den Garten von Eden bewohnte, jemals eine Zeit gegeben hat, in der der Geist Gottes mehr benötigt wurde als in unserer Zeit. Die Zeichen der Zeit und das rasche Herannahen von Ereignissen, die das Herz der Heiligen der Letzten Tage und ihre Redlichkeit prüfen werden, erfordern, dass wir uns jetzt aufrichtig um den Geist Gottes und um göttliche Hilfe bemühen, denn das wird für die rasch herannahenden Ereignisse sicherlich gebraucht werden. Wir wissen, dass wir dies in der Vergangenheit gebraucht haben. Wir können deutlich erkennen, dass wir nicht dieselben Aussichten auf Erhöhung und Herrlichkeit hätten wie jetzt und dass unsere Umstände viel ungünstiger wären, wenn wir nicht im Besitz des Geistes Gottes gewesen wären, der uns durch viele der Unannehmlichkeiten geführt hat, die wir durchgemacht haben. Und weil wir den Heiligen Geist in der Vergangenheit gebraucht haben, ist uns völlig klar, dass er auch in der Zukunft gebraucht wird.11

Wir müssen begreifen – und ich nehme an, dass wir es im Allgemeinen auch tun –, dass wir das Werk, das wir in diesem Leben verrichten sollen, weder zur Herrlichkeit Gottes noch zu unserer eigenen Zufriedenheit tun können, wenn wir uns allein auf unsere natürliche Intelligenz verlassen. Wir sind darauf angewiesen, dass der Geist des Herrn uns hilft und uns von Zeit zu Zeit kundgibt, was wir unter den besonderen Umständen, die uns umgeben mögen, tun müssen.12

Es wäre einfach töricht, wenn man von den Heiligen der Letzten Tage heute erwarten würde, dem celestialen Gesetz – also dem Gesetz, das von Gott ausgeht – und seinen Absichten – nämlich die Menschen zu erhöhen und in seine Gegenwart zu bringen – zu genügen, wenn sie nicht von einer übernatürlichen [himmlischen] Macht unterstützt werden würden. Das Evangelium verheißt uns das. Es verheißt die Gabe des Heiligen Geistes, die göttlichen Ursprungs ist, und derer sich keine andere Gruppe von Menschen erfreut. Von dieser Gabe bezeugte der Heiland, sie werde uns in alle Wahrheit führen und diejenigen inspirieren, die sie besitzen, und ihnen Kenntnis von Jesus geben, Kenntnis vom Vater und von dem, was zur celestialen Welt gehört; sie werde diejenigen, die sie besitzen, mit Kenntnis inspirieren von dem, was kommt, und dem, was vergangen ist. Auch werde sie auf eine Weise inspirieren, dass man übernatürliche Gaben empfängt – die Gabe der Zungenrede und der Prophezeiung, oder den Kranken die Hände auflegen zu können, wodurch diese geheilt werden.

Denen, die dieses Evangelium empfangen haben, wurden diese übernatürlichen Mächte und Gaben verheißen, ebenso eigene Erkenntnis, damit sie sich in Bezug auf die Wahrheit der Religion, die sie angenommen hatten, nicht auf einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen verlassen mussten. Stattdessen sollten sie vom Vater die Erkenntnis bekommen, dass die Religion und das Evangelium von ihm kommen und dass sein Knecht das Recht und die Vollmacht hatte, die dazugehörigen heiligen Handlungen zu vollziehen, damit nicht jeder Wind der Lehre sie erschüttern oder von dem Weg abbringen konnte, auf dem sie wandelten. Auf diese Weise würden sie auf die Herrlichkeit vorbereitet sein, die offenbart werden sollte, und daran teilhaben und jede Prüfung oder Bedrängnis ertragen können, die nach Gottes Willen über sie käme, um sie gänzlich auf die celestiale Herrlichkeit vorzubereiten, auf dass sie nicht in Dunkelheit, sondern im Licht und in der Macht Gottes wandelten. Auch würden sie über die Dinge der Welt erhoben werden und erhaben sein über das, was sie umgibt, damit sie unterhalb der celestialen Welt wandeln und aus der Sicht Gottes und des Himmels als freie Menschen den Kurs verfolgen können, der ihnen vom Heiligen Geist vorgezeichnet ist; den Kurs, durch den sie sich selbst zu Erkenntnis und Macht erheben und sich somit vorbereiten, die Herrlichkeit zu empfangen, die Gott ihnen übertragen will, und ihren Stand in der Erhöhung einzunehmen, in den Gott sie versetzen möchte.13

Wir müssen so leben, dass wir wissen, dass unser Lebenswandel für Gott annehmbar ist. Wir müssen die Stimme und die Einflüsterungen des Heiligen Geistes verstehen. Wenn der Himmel tagsüber nicht von Wolken bedeckt ist, entdecken wir vieles in unserer Umgebung, seine Schönheit und seinen Sinn und Zweck. Genauso sind wir darauf angewiesen, dass der Geist Licht auf die Grundsätze der Wahrheit und Errettung wirft. Niemand, der sich als Heiligen der Letzten Tage bezeichnet, kann in hohem Maße Glück genießen, wenn er nicht so lebt und sich damit göttlicher Führung unterstellt.14 [Siehe Anregung 4 auf Seite 87.]

Wenn wir demütig sind, hilft der Heilige Geist uns, auf unserem Weg voranzukommen

Fassen Sie den Entschluss, demütig zu sein und so zu leben, dass Sie den Geist des Herrn immer zum Freund haben. Er gibt Ihnen von Zeit zu Zeit Ratschläge, die Sie unter den besonderen Umständen, in die Sie vielleicht geraten, brauchen. …

Ich weiß nicht, wie lange ich noch leben werde, aber ich mache mir keine Sorgen darum. Ich wünsche mir aber – und das sollten auch Sie sich wünschen –, die Demut, die Sanftmut und die Schlichtheit, die man braucht, um sich des Geistes der Offenbarung erfreuen zu können. Sie haben den Vorzug – und zwar jeder von Ihnen –, den Geist der Offenbarung in ausreichendem Maße zu haben, dass Sie genau wissen können, welches Vorgehen für Sie das richtige ist. Darauf haben Sie ein Recht, genauso wie ich das Recht habe, wenn der morgige Tag anbricht, zu wissen, was morgen im besten Interesse der ganzen Kirche zu tun ist.15

Wir müssen uns so weit wie möglich bemühen, alle weltlichen Angelegenheiten zu vergessen, die uns bekümmern und verdrießen, unseren Sinn auf den Herrn zu richten und seinen Heiligen Geist zur Genüge bei uns zu haben, damit wir das Wissen und die Ratschläge erhalten können, die uns auf unserem Weg voranbringen.16 [Siehe Anregung 5 auf Seite 87.]

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Hinweise finden Sie auf Seite VII–X.

  1. 1.

    Lesen Sie die Schilderung auf Seite 77ff. Überlegen Sie, wann Sie schon einmal einen Nutzen davon hatten, dass jemand anders den Eingebungen des Heiligen Geistes gefolgt ist. Denken Sie auch daran, wann Sie eine Eingebung befolgt haben, um jemandem zu helfen.

  2. 2.

    Lesen Sie den Abschnitt, der auf Seite 79 beginnt. Was bedeutet es wohl, auf Offenbarung als Fels zu bauen? (Einige Beispiele finden Sie auf Seite 79ff.) Wie kann persönliche Offenbarung uns die Kraft geben, „inmitten jeder Schwierigkeit festzustehen“ und „jedem Widerstand zu trotzen“?

  3. 3.

    Präsident Snow hat gesagt, der Heilige Geist kann uns helfen, in dieser Welt „Frieden und Glück [zu] genießen“ (Seite 83). Wann hat Ihnen der Heilige Geist schon einmal geholfen, glücklich zu sein und Frieden zu empfinden? Auf welche andere Art und Weise kann der Heilige Geist uns helfen? (Einige Beispiele finden Sie auf Seite 83 unten bis 87.)

  4. 4.

    Wenn Sie sich mit dem Abschnitt befassen, der unten auf Seite 83 beginnt, denken Sie darüber nach, wie Sie gelernt haben, Eingebungen vom Heiligen Geist zu erkennen. Wie können Sie jemandem aus der Familie oder einem Freund helfen, die Eingebungen des Geistes zu erkennen?

  5. 5.

    In diesem Kapitel wird zweimal darauf hingewiesen, dass der Heilige Geist ein Freund ist (Seite 81f. und 86). Warum brauchen wir wohl Demut und Schlichtheit, um den Heiligen Geist zum Freund zu haben?

Einschlägige Schriftstellen: Lukas 12:12; Johannes 14:26,27; Römer 14:17; 1 Korinther 12:4-11; Galater 5:22-25; 1 Nephi 10:17-19; 2 Nephi 32:5

Unterrichtshilfe: „Nutzen Sie die Fragen am Ende eines jeden Kapitels, um ein Unterrichtsgespräch anzuregen. … Sie können sich auch selbst Fragen überlegen, die auf die Unterrichtsteilnehmer zugeschnitten sind.“

Der Beginn der Missionsarbeit in Hawaii

Als Elder Lorenzo Snow eine Mission auf den Hawaii-Inseln erfüllte, wurde sein Leben durch die inspirierten Maßnahmen seiner Begleiter gerettet.

„[Es ist] unser Recht …, die Kundgebungen des Geistes an jedem Tag unseres Lebens zu erhalten.“

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Herbst-Generalkonferenz 1898

  2.   2.

    Siehe Eliza R. Snow Smith, Biography and Family Record of Lorenzo Snow, 1884, Seite 276–279

  3.   3.

    Deseret News, 24. Januar 1872, Seite 597

  4.   4.

    Deseret News: Semi-Weekly, 2. Dezember 1879, Seite 1

  5.   5.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1899

  6.   6.

    Deseret News, 21. Oktober 1857, Seite 259

  7.   7.

    Deseret News, 4. November 1893, Seite 609

  8.   8.

    Deseret News, 21. Oktober 1857, Seite 259

  9.   9.

    Frühjahrs-Generalkonferenz 1898

  10.   10.

    Deseret News: Semi-Weekly, 16. Juli 1878, Seite 1

  11.   11.

    Deseret Semi-Weekly News, 4. Juni 1889, Seite 4

  12.   12.

    Herbst-Generalkonferenz 1898

  13.   13.

    Deseret News, 14. Januar 1880, Seite 786

  14.   14.

    Millennial Star, 31. Oktober 1895, Seite 690f.; aus einer ausführlichen nachträglichen Niederschrift einer Ansprache, die Lorenzo Snow bei der Herbst-Generalkonferenz 1895 gehalten hat

  15.   15.

    Aus: „Anniversary Exercises“, Deseret Evening News, 7. April 1899, Seite 9

  16.   16.

    Millennial Star, 25. November 1889, Seite 737; aus einer ausführlichen nachträglichen Niederschrift einer Ansprache, die Lorenzo Snow bei der Herbst-Generalkonferenz 1889 gehalten hat