Redlichkeit

Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, (2006), 149


Entwickeln wir Redlichkeit – jene Eigenschaft der Seele, die wir so sehr an anderen schätzen.

Aus dem Leben von Spencer W. Kimball

Vor seiner Berufung zum Apostel war Spencer W. Kimball in Arizona als Geschäfstmann und im öffentlichen Leben tätig. Er war Mitbesitzer einer Versicherung und einer Immobilienfirma und arbeitete in lokal und landesweit operierenden Betrieben mit. Im Berufsleben war er für seine Ehrlichkeit und Redlichkeit bekannt. Jemand hat über ihn geschrieben: „Vor allem fiel anderen an Spencer W. Kimball seine Rechtschaffenheit auf. Er war immer ein absolut ehrlicher Mann, führte aus, was er versprach, und verhandelte aufrichtig und ohne hinterhältige Absichten.“1

As we value integrity in others, so should we develop it in ourselves.

Daniel war „ein Gefangener und Sklave, aber auch ein Prophet Gottes ..., der bereit war, für seine Überzeugung zu sterben. Hat man Redlichkeit je auf einem so hohen Niveau gesehen?“

Redlichkeit gehörte von Jugend an zu seinem Wesen, wie der folgende Bericht zeigt: „Spencer und einige Jungen liehen sich ein Pferd und einen alten Pferdewagen aus, als sie einmal mit ihrer Schulklasse Unterricht im Freien hatten. Auf der unebenen Straße brach eine Feder des Wagens. Am nächsten Tag erklärte Spencer seinen Freunden: ‚Jeder von uns muss etwas dazugeben, damit wir die kaputte Feder ersetzen können‘, aber keiner bot Hilfe an. Er aber redete ihnen zu und sagte: ‚Diese Feder muss bezahlt werden, und wenn ich es ganz alleine machen muss.‘ “2

Anlässlich der allgemeinen Priestertumsversammlung im Oktober 1974 sagte Präsident Marion G. Romney, der Zweite Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft mit Blick auf das Beispiel von Präsident Kimball: „In all den Jahren war er ein Vorbild an Redlichkeit. Niemand bezweifelt, dass er das heilige Vertrauen, das der Herr in ihn gesetzt hat, nicht enttäuschen wird, und wenn er dabei sein Leben in Gefahr bringen sollte. … Wie herrlich, Männer des Priestertums, wäre es doch, besäßen wir alle die Redlichkeit Präsident Kimballs.“3

Lehren von Spencer W. Kimball

Redlichkeit ist das Fundament für einen guten Charakter.

Redlichkeit (die Bereitschaft und Fähigkeit, nach dem zu leben, woran man glaubt und wozu man sich verpflichtet hat) ist einer der Grundsteine für einen guten Charakter, und ohne guten Charakter hat man weder hier noch in den Ewigkeiten Hoffnung auf die Gegenwart Gottes.4

Redlichkeit ist ein Zustand oder eine Eigenschaft. Wer sie besitzt, ist komplett, nicht hin- und hergerissen, sondern ganz und heil. Sie bedeutet Ganzheit und keine Beeinträchtigung. Sie bedeutet Reinheit und sittliche Zuverlässigkeit. Sie bedeutet unverfälschte Echtheit und tiefe Aufrichtigkeit. Sie bedeutet Mut, eine menschliche Tugend von unermesslichem Wert. Sie bedeutet Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit. Nimmt man dies alles weg, so bleibt nur eine leere Hülle übrig. …

Wenn ein Mensch oder eine Gruppe redlich ist, so lautet die Frage nicht: Was werden die anderen von mir und meinem Handeln denken?, sondern vielmehr: Was denke ich selbst von mir, wenn ich dies tue oder jenes lasse? Ist es anständig? Ist es richtig? Wäre der Meister damit einverstanden? …

Wenn ein Mensch redlich ist, kann er dadurch inneren Frieden erlangen, er hat keine Zweifel und ist sich seiner Sache sicher. Fehlt ihm diese, erlangt er das Gegenteil: Uneinigkeit, Angst, Leid und Unsicherheit.5

Es wäre gut, wenn wir alle öfter Einkehr hielten, um zu erkennen, ob wir vielleicht etwas Heuchelei, Hässlichkeit oder so manchen Fehler unter den Teppich gekehrt oder in den Winkeln unseres Lebens versteckt haben. Oder haben wir vielleicht unter dem Deckmantel von Ausflüchten und Rechtfertigungen ein paar Macken und Unehrlichkeiten versteckt? Haben sich in den Vorhängen und Ecken Spinnweben angesammelt, von denen wir meinen, dass sie nicht bemerkt werden? Versuchen wir, kleine Belanglosigkeiten und Vergnügungen zuzudecken, die wir uns im Stillen gönnen – und von denen wir uns einreden, sie seien unbedeutend und folgenlos? Gibt es in unseren Gedanken, Handlungen und unserer Einstellung Bereiche, die wir gerne vor denen, die wir am meisten achten, verheimlichen möchten?6

Wir zeigen, dass wir redlich sind, wenn wir unsere Bündnisse ehren.

Wenn wir ein Bündnis oder eine Vereinbarung mit Gott eingehen, müssen wir es einhalten, koste es, was es wolle. Seien wir nicht wie ein Schüler, der sagt, er wolle gewisse Verhaltensregeln befolgen, dann aber sein Versprechen bricht und schaut, wie weit er mit seinem Betrug kommt. Seien wir nicht wie ein Missionar, der sagt, er wolle dem Herrn zwei Jahre lang dienen, dann aber seine Zeit mit Faulheit und Ausreden vergeudet. Seien wir nicht wie ein Mitglied der Kirche, das morgens das Abendmahl nimmt und am Nachmittag den Sabbat entheiligt.7

Wenn man seine Bündnisse auf die leichte Schulter nimmt, fügt man sich selbst in ewiger Hinsicht Schaden zu. … Es ist leicht, sich selbst zu rechtfertigen, und gewiss neigt man gern dazu, doch der Herr erklärt uns in neuzeitlicher Offenbarung: „Wenn wir versuchen, unsere Sünden zu verdecken oder unseren Stolz [oder] eitlen Ehrgeiz zu befriedigen … dann ziehen sich die Himmel zurück, der Geist des Herrn ist betrübt, und … [der Mensch] ist … sich selbst überlassen, gegen den Stachel auszuschlagen.“ (LuB 121:37, 38.)

Natürlich kann man wählen, man hat ja seine Entscheidungsfreiheit; was auf eine Entscheidung folgt, muss man dann aber auch auf sich nehmen. Und der Teufel richtet seinen Angriff ganz bewusst auf unsere Charakterschwächen.8

Bei den Bündnissen, die wir mit Gott schließen, versprechen wir, etwas zu tun, nicht bloß etwas zu unterlassen, nämlich sowohl rechtschaffen zu handeln als auch Böses zu meiden. Die Israeliten schlossen durch Mose einen solchen Bund und sagten: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.“ (Exodus 19:8.) Allerdings hatte Mose ihnen kaum den Rücken gekehrt, da brachen sie ihr Versprechen und taten etwas Falsches. Mit der Taufe nehmen wir Ähnliches auf uns und erneuern unser Versprechen beim Abendmahl. Wenn wir uns nicht an diese Gelöbnisse halten, wenn wir uns weigern, zu dienen oder Verantwortung zu übernehmen, und nicht unser Bestes geben, ist das eine Unterlassungssünde. …

Die Träger des Melchisedekischen Priestertums und alle, die das Endowment im Tempel empfangen haben, sind eine noch weitere und bestimmtere Verpflichtung zum Tun eingegangen – nämlich Rechtschaffenheit zu bewirken. Der Herr hat die gegenseitige Zusage zwischen dem himmlischen Vater und dem Priestertumsträger als „Eid und Bund“ bezeichnet [LuB 84:39]. Man bricht den Bund des Priestertums, indem man Gebote übertritt – aber auch, wenn man das, was einem obliegt, nicht tut. Um diesen Bund zu brechen, braucht man also nur nichts zu tun.9

Halten Sie, was Sie versprechen. Bleiben Sie redlich. Stehen Sie treu zu Ihren Bündnissen. Schenken Sie dem Herrn dieses Jahr und immer Ihre absolute Treue und Ihren höchsten Glaubensbeweis. Tun Sie es „bei Ihrer Ehre“, und Sie werden jetzt und für immer gesegnet sein.10

Wenn wir unehrlich sind, betrügen wir uns selbst.

Praktisch jede Unehrlichkeit verdankt ihren Ursprung und ihr Wachstum einer inneren Verzerrung, die wir als Selbstgerechtigkeit bezeichnen. Das ist die erste, die schlimmste, die heimtückischste und die gefährlichste Form des Betrugs, nämlich Selbstbetrug.11

Selbstgerechtigkeit ist der Feind der Umkehr. Gottes Geist stärkt, hilft und errettet unablässig diejenigen, die in ihrem Herzen ehrlich sind, aber der Geist Gottes hört auf, sich mit dem Menschen abzumühen, der sein falsches Tun rechtfertigt.12

As we value integrity in others, so should we develop it in ourselves.

„Bei den Bündnissen, die wir mit Gott schließen, versprechen wir, etwas zu tun, nicht bloß etwas zu unterlassen, nämlich sowohl rechtschaffen zu handeln als auch Böses zu meiden.“

In der gemeißelten Botschaft vom Sinai hat unser Schöpfer gesagt: „Du sollst nicht stehlen.“ [Exodus 20:15.] Zur Zeit der Wiederherstellung hat er es wiederholt: „Du sollst nicht stehlen.“ (LuB 59:6.)

Mit Donnerstimme spricht der Herr zu den Menschen in öffentlichen Ämtern und im Privatleben: „Du sollst nicht stehlen, … noch irgendetwas Derartiges tun.“ (LuB 59:6.)

Für Unehrlichkeit aller Art findet man heute schon eine Entschuldigung, beispielsweise für Ladendiebstahl; das ist aber eine gemeine, niedrige Tat, die Millionen von Menschen begehen und dabei behaupten, ehrenhaft und anständig zu sein.

Unehrlichkeit tritt auch in vielen anderen Formen auf: … Man spielt jemandem Liebe und Gefühle vor, um schmutzigen, finanziellen Vorteil zu erlangen; man stiehlt Geld aus der Schublade oder Waren vom Arbeitgeber; man fälscht Konten; … man erlangt durch unwahre Angaben eine Freistellung; man nimmt einen Kredit von der Regierung oder von privater Stelle und hat nicht die Absicht, ihn zurückzuzahlen; man erklärt aus ungerechtfertigten und falschen Gründen den Konkurs, um einen Kredit nicht zurückzahlen zu müssen; man raubt auf der Straße oder in Häusern Geld und anderen wertvollen Besitz; man stiehlt Zeit; man leistet weniger als einen Tag ehrlicher Arbeit für den Lohn eines ganzen Tages; man fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne den Fahrpreis zu zahlen; und alle Formen von Unehrlichkeit überall und unter allen Umständen. …

„Das tut doch jeder“, erklären viele zu ihrer Entschuldigung. Keine Gesellschaft kommt jedoch ohne Ehrlichkeit, gegenseitiges Vertrauen und Selbstbeherrschung aus, ohne Schaden zu nehmen.13

Unehrlich ist, wer etwas kauft und genau weiß, dass er gar nicht so viel Geld aufbringen kann. Das ist Betrug. Wenig ehrenhaft ist es, wenn jemand seine tatsächlichen Schulden nicht bezahlt. Ich glaube, dass jeder Luxus, den jemand auf Kosten des Kreditgebers genießt, nicht ganz ehrlich ist. … Verschuldet zu sein, ist nicht immer unehrenhaft, wohl aber, wenn man seine Schulden ignoriert.14

Der Diebstahl von Pennies oder Dollars oder Waren mag zwar den Bestohlenen kaum ärmer machen, aber es ist eine Handlung, die den Dieb herabsetzt und schwächt.15

Unser Maß an Redlichkeit beeinflusst unsere Familie und andere.

Eltern, die das Alter eines Kindes zu niedrig angeben, um bei Aufführungen, im Flugzeug, Zug oder Bus nicht den vollen Preis zahlen zu müssen, lehren ihr Kind eindrucksvoll, unehrlich zu sein. Diese Lektionen wird es nicht vergessen. Manche Eltern erlauben ihrem Kind Knallfrösche, den Gebrauch von Waffen, das Angeln und Jagen ohne Lizenz und somit, das Gesetz zu brechen. Die Kinder dürfen ohne Führerschein mit dem Auto fahren oder ihr Alter falsch angeben. Wer ohne zu bezahlen Kleinigkeiten, wie etwa Obst aus dem Nachbargarten, einen Stift vom Schreibtisch, eine Packung Kaugummi vom Regal nimmt, lehrt still und leise, dass kleine Diebstähle und Unehrlichkeiten nicht so schlimm sind.16

Eltern, die ihre Kinder decken, sie entschuldigen und dann für die widerrechtliche Aneignung fremden Eigentums bezahlen, verpassen eine wichtige Gelegenheit, ihren Kindern etwas Wichtiges beizubringen; sie richten bei ihnen einen nie wieder gutzumachenden Schaden an. Wenn man von dem Kind verlangt, dass es die Münze oder den Stift oder die Frucht mit der entsprechenden Entschuldigung zurückbringt, wird seine Neigung zu stehlen wahrscheinlich gezügelt. Wenn man es aber als kleinen Helden feiert, wenn über die widerrechtliche Aneignung gelacht wird, stiehlt es wahrscheinlich immer mehr.17

Die Eltern können in ihren heranwachsenden Kindern Achtung vor dem Besitz und den Rechten der anderen wecken, indem sie ihnen darin ein Vorbild sind und sie entsprechend unterweisen. Wenn Eltern von ihren Kindern verlangen, sich zu entschuldigen, für das, was sie genommen, beschädigt oder zerstört haben, Ersatz zu leisten und es wieder zurückzugeben – vielleicht sogar doppelt oder dreifach –, dann werden diese Kinder einmal ehrenhafte Bürger sein und ihren Eltern Ehre und Ansehen einbringen. Wenn die Eltern Recht und Ordnung achten und alle Regeln einhalten, können sie ihre Kinder durch dieses vorbildliche Verhalten und durch Lob und Tadel zur Disziplin erziehen und sie vor ungebührlichem Betragen und Aufsässigkeit bewahren.18

Wir bitten Sie, Ihren Kindern ehrenhaftes Verhalten, Redlichkeit und Ehrlichkeit beizubringen. Kann es sein, dass einige unserer Kinder nicht wissen, wie sündhaft es ist, zu stehlen? Es ist unglaublich – das Ausmaß an Vandalismus, Raub, Einbruch und Diebstahl. Schützen Sie Ihre Familie davor, indem Sie sie entsprechend unterweisen.19

Stellen wir sicher, dass wir bei unserem Familienabend einen Unterricht über Ehrlichkeit und Redlichkeit einbauen.20

Vielleicht kämpfen wir gegen eine starke Strömung an, aber wir müssen unsere Kinder darin unterweisen, dass Sünde nun einmal Sünde ist. Kinder können oft mit Unehrlichkeit beim Sport und Schwindeln bei Spielen Erfolg haben. Dieses Schwindeln bleibt bis ins College und ins Berufs- und Geschäftsleben erhalten. Nicht nur, dass es falsch, sogar sehr falsch ist – es untergräbt ihre Grundstruktur und ihren Charakter.21

Im Zug von New York nach Baltimore saßen wir im Speisewagen einem Geschäftsmann gegenüber und sagten: „So heftig regnet es bei uns in Salt Lake City aber selten.“

Das Gespräch ging ganz zwanglos zur Gretchenfrage über: „Was wissen Sie über die Kirche?“

„Über die Kirche weiß ich kaum etwas“, antwortete er, „aber ich kenne ein Mitglied“. Er baute gerade in New York eine Filialkette auf. „Ich arbeite mit einem Subunternehmer zusammen“, fuhr er fort. „Der Mann ist so ehrlich und verlässlich, dass ich ihn nie um einen Kostenvoranschlag [bitte]. Er ist die Ehrlichkeit in Person. Wenn die Mormonen alle so sind wie dieser Mann, dann würde ich gern mehr über die Kirche erfahren, die solche Leute hervorbringt.“ Wir gaben ihm Broschüren und schickten die Missionare zu ihm, damit sie ihn unterwiesen.22

In der heiligen Schrift finden wir Beispiele für großen Mut und für Redlichkeit.

Wie sehr kann man doch Petrus bewundern, … wenn man sich vorstellt, wie er in seiner ganzen Größe kühn und stark vor den Richtern und Herrschern stand, die ihn einsperren, auspeitschen und vielleicht sogar töten konnten. Wir scheinen geradezu seine furchtlosen Worte zu hören, als er seinen Feinden gegenüberstand und sagte: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5:29.)

Petrus schaute der Menge in die Augen und gab ihnen von dem Gott, den sie gekreuzigt hatten, Zeugnis [siehe Apostelgeschichte 3:13-15]. …

Von denen, die dieses Zeugnis und die Belehrung hörten, erlebten 5000 Männer diesen übergroßen Mut und diese immense Redlichkeit! Und 5000 Männer glaubten.

Sehen wir uns die Geschichte von Daniel an, der ein Gefangener und Sklave, aber auch ein Prophet Gottes war, der bereit war, für seine Überzeugung zu sterben. Hat man Redlichkeit je auf einem so hohen Niveau gesehen? Das Evangelium war Daniels Leben. … Am Hof des Königs war er nicht sehr angreifbar, aber selbst für seinen Herrscher trank er nicht den Wein des Königs, noch aß er sich mit Fleisch und üppigen Speisen voll. Seine Bescheidenheit und die Reinheit seines Glaubens brachten ihm Gesundheit, Weisheit, Wissen, Fähigkeit und Verständnis, sein Glaube brachte ihn dem Vater im Himmel näher, und er empfing Offenbarung, wann immer er sie brauchte. Weil er die Träume des Königs erklärte und sie auslegte, erlangte er große Ehre, Anerkennung, Geschenke und eine hohe Stellung, für die viele Menschen ihre Seele verkauft hätten. Aber als er vor der Entscheidung stand, ob er mit dem Beten aufhören oder in die Löwengrube geworfen werden sollte, betete er bei geöffnetem Fenster und unterwarf sich der Strafe [siehe Daniel 1,2,6].

Wir erinnern uns an die Redlichkeit der drei Hebräer Schadrach, Meschach und Abed-Nego, die wie Daniel Menschen und Herrschern trotzten, um sich selbst treu zu sein und ihren Glauben hochzuhalten. Man verlangte von ihnen, auf Befehl des Herrschers vor einem riesigen goldenen Standbild, das der König aufgestellt hatte, niederzuknien und es anzubeten. Lieber gingen sie in den Feuerofen und verloren ihren Rang und ihre Position und verärgerten den König, als dass sie ihren Gott verleugneten. …

As we value integrity in others, so should we develop it in ourselves.

Schadrach, Meschach und Abed-Nego „gingen [lieber] in den Feuerofen ..., als dass sie ihren Gott verleugneten.“ Der Herr errettete sie aus dem Feuer.

Als der angekündigte Klang der Hörner, Pfeifen und Harfen und der anderen Instrumente im Land erschallte und überall die Häuser und Straßen mit knienden Verehrern des riesigen goldenen Standbilds überfüllt waren, weigerten sich drei Männer, ihren wahren Gott zu beleidigen. Sie beteten zu Gott, und als sie dem tobenden und wütenden Herrscher gegenüberstanden, sagten sie mutig, was ihnen den sicheren Tod bringen konnte:

„Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, kann er uns retten.

Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet hast.“ (Daniel 3:17,18.)

Redlichkeit! Die Verheißungen ewigen Lebens durch Gott übertreffen alle Versprechungen der Menschen in Bezug auf Größe, Trost und Sicherheit. Diese mutigen und redlichen Männer haben gesagt: „Wir müssen nicht leben, aber wir müssen uns selbst und Gott gegenüber treu sein.“ …

Für die Vollkommenheit, nach der wir streben, ist keine Eigenschaft wichtiger als Redlichkeit und Ehrlichkeit. Wir wollen also durch und durch rein und aufrichtig sein, um uns diese Eigenschaft anzueignen, die wir an anderen so sehr schätzen.23

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite vii-xii.

  1. Gehen Sie noch einmal den zweiten Absatz auf Seite 149 durch. Welche Charaktereigenschaften zeigte die Reaktion des jungen Spencer? Welche ähnlichen Erlebnisse können wir heutzutage haben?

  2. Lesen Sie die ersten vier Absätze auf Seite 150 genau durch und achten Sie dabei darauf, mit welchen Worten Präsident Kimball Redlichkeit erklärt. Wann haben Sie beobachtet, dass Redlichkeit dazu führt, dass man „inneren Frieden [erlangt], … keine Zweifel [hat] und [man] sich seiner Sache sicher“ ist? Wann haben Sie beobachtet, dass das Fehlen von Redlichkeit „Uneinigkeit, Angst, Leid und Unsicherheit“ verursacht?

  3. Welche Einstellungen zu Bündnissen halten jemanden davon ab, redlich zu sein? (Beispiele finden Sie auf Seite 150f.) Wie können wir diese Einstellungen überwinden? Denken Sie darüber nach, wie redlich Sie Ihre Bündnisse einhalten.

  4. Inwiefern betrügen wir uns selbst, wenn wir unehrlich sind? (Beispiele finden Sie auf Seite 152f.)

  5. Lesen Sie noch einmal nach, welche Beispiele Präsident Kimball für Unehrlichkeit und Ehrlichkeit bei Eltern anführt (Seite 154f.). Denken Sie darüber nach, wie Sie Ihren Kindern beibringen, redlich zu sein.

  6. Lesen Sie die Geschichte, die mit dem zweiten Absatz auf Seite 156 beginnt. Inwiefern sind Sie durch die Redlichkeit anderer beeinflusst worden?

  7. Lesen Sie den sechsten Absatz auf Seite 150 genau durch. Ziehen Sie eine Einkehr in Betracht, wie Präsident Kimball geraten hat. Stellen Sie sich die Fragen, die er gestellt hat.

Einschlägige Schriftstellen: Ijob 27:5,6; Sprichwörter 20:7; Alma 53:20,21; LuB 97:8; 136:20,25,26

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Francis M. Gibbons, Spencer W. Kimball: Resolute Disciple, Prophet of God, 1995, Seite 106

  2.   2.

    Edward L. Kimball und Andrew E. Kimball Jr., The Story of Spencer W. Kimball: A Short Man, a Long Stride, 1985, Seite 23

  3.   3.

    Conference Report, Oktober 1974, Seite 103

  4.   4.

    „Give the Lord Your Loyalty“, Ensign, März 1980, Seite 2

  5.   5.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Hg. Edward L. Kimball, 1982, Seite 192

  6.   6.

    Bericht von der Gebietskonferenz in Mexiko-Stadt, 1972, Seite 32

  7.   7.

    „The Example of Abraham“, Ensign, Juni 1975, Seite 6

  8.   8.

    Ensign, März 1980, Seite 2

  9.   9.

    Das Wunder der Vergebung, 1993, Seite 94f.

  10.   10.

    „On My Honor“, Ensign, April 1979, Seite 5

  11.   11.

    Ensign, April 1979, Seite 5

  12.   12.

    Faith Precedes the Miracle, 1972, Seite 234

  13.   13.

    „A Report and a Challenge“, Ensign, November 1976, Seite 6

  14.   14.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 196

  15.   15.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 198

  16.   16.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 343

  17.   17.

    Das Wunder der Vergebung, Seite 54

  18.   18.

    „Train Up a Child“, Ensign, April 1978, Seite 4

  19.   19.

    Conference Report, Oktober 1974, Seite 5

  20.   20.

    Bericht von der Gebietskonferenz in Temple View in Neuseeland, 1976, Seite 29

  21.   21.

    „What I Hope You Will Teach My Grandchildren“, Rede vor Seminar- und Institutsmitarbeitern, Brigham-Young-Universität, 11. Juli 1966, Archiv der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Seite 2

  22.   22.

    Faith Precedes the Miracle, Seite 240f.

  23.   23.

    Faith Precedes the Miracle, Seite 244ff., 248