Kapitel 17

Das Gesetz der Keuschheit

Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball


Für den Herrn gibt es nur einen Maßstab für Sittlichkeit – vor der Eheschließung völlige Keuschheit von Mann und Frau und absolute Treue danach.

Aus dem Leben von Spencer W. Kimball

Wenn Präsident Spencer W. Kimball die Mitglieder zu den Themen Partnersuche, Liebesbeziehungen und Ehe beriet, betonte er stets, dass man in Bezug auf Keuschheit und Treue nach dem Gesetz des Herrn leben muss. Er warnte auch davor, dass der Satan versuchen werde, den Anschein zu erwecken, als sei es gerechtfertigt oder nicht weiter schlimm, wenn man dieses Gesetz bricht. Er erzählte von einem jungen Paar, das dieser Täuschung des Widersachers erlegen war:

„Der junge Mann sagte: ‚Ja, wir haben uns einander hingegeben, aber wir halten das nicht für falsch, denn wir lieben einander.‘ Ich dachte, ich hätte mich verhört. Von Anbeginn der Welt hatte es zahllose Fälle von Unsittlichkeit gegeben, doch dass ein junges Mitglied der Kirche so etwas zu rechtfertigen versuchte, schockierte mich. Er sagte noch einmal: ‚Nein, es war nicht falsch, denn wir lieben einander.‘

Sie hatten diesen abscheulichen, ketzerischen Gedanken so oft wiederholt, dass sie nun selbst davon überzeugt waren, und dadurch war eine Mauer des Widerstands entstanden, hinter der sie sich stur und fast trotzig verschanzt hatten.“

Auf diese Scheinlogik entgegnete Präsident Kimball: „Nein, meine lieben jungen Leute, ihr habt einander nicht geliebt. Ihr habt einander lediglich begehrt. … Wenn man einen anderen Menschen wirklich liebt, würde man lieber für ihn sterben, als ihn zu verletzen. In der Stunde der Begierde wird reine Liebe zur Tür hinausgeschoben, und die Lust schleicht sich durch eine andere Tür herein.“1

Präsident Kimball gab auch Zeugnis, dass man Freude und Frieden erlangt, wenn man das Gesetz der Keuschheit befolgt. Er konnte diese Segnungen im Leben glaubenstreuer Mitglieder erkennen, wie in folgendem Erlebnis, das er einmal im Tempel hatte:

„Hier herrschten Frieden, Eintracht und frohe Erwartung. Ein gepflegter junger Mann und eine wunderschön gekleidete, unbeschreiblich reizende junge Frau knieten [am] Altar. Kraft meiner Vollmacht sprach ich die vom Himmel stammenden Worte, durch die sie auf Erden und in der celestialen Welt auf ewig verheiratet und aneinander gesiegelt sind. Die Anwesenden hatten ein reines Herz. Der Himmel war da.“2

Lehren von Spencer W. Kimball

Das Gesetz der Keuschheit verbietet jede sexuelle Beziehung außerhalb der Ehe.

Damit der Standpunkt der Kirche im Hinblick auf Sittlichkeit klar ist, verkünden wir unerschütterlich: Die Keuschheit ist kein abgetragenes Kleidungsstück, sie ist nicht verblasst, altmodisch oder abgedroschen. Gott ist gestern, heute und für immer derselbe, und seine Bündnisse und seine Lehren sind unwandelbar. Wenn die Sonne erkaltet und die Sterne nicht mehr scheinen, wird das Gesetz der Keuschheit in Gottes Welt und in der Kirche des Herrn noch immer grundlegend sein. Alte Wertvorstellungen werden von der Kirche nicht deshalb aufrechterhalten, weil sie alt sind, sondern weil sie richtig sind.3

Völlige Keuschheit vor der Eheschließung und absolute Treue danach sind immer noch der Maßstab, von dem man nicht abweichen kann, ohne dass man Sünde begeht und elend und unglücklich wird.4

Menschen, die offenbar die Institution Ehe missachten und Keuschheit vor der Eheschließung und Treue in der Ehe als altmodisch ansehen, scheinen entschlossen zu sein, eine eigene Mode einzuführen und ihren Mitmenschen aufzudrängen. Können sie denn nicht die abgrundtiefe Selbstsucht erkennen, die schließlich zu größter Einsamkeit führt? Können sie nicht erkennen, dass sie sich, von Vergnügungssucht getrieben, schließlich wahrer Freude immer mehr entfremden? Können sie nicht sehen, dass die Erfüllung, die ihnen vorschwebt, eine innere Leere zur Folge hat, aus der sie letztlich kein vergängliches Vergnügen zu retten vermag? Das Gesetz der Ernte ist nie widerrufen worden [siehe Galater 6:7].5

Die Apostel und Propheten früherer Zeit führen zahlreiche Sünden an, die in ihren Augen verwerflich waren. Vielfach sind es sexuelle Sünden – Ehebruch, Lieblosigkeit, Lüsternheit, Untreue, Unbeherrschtheit, schmutzige Redensarten, Unreinheit, ungezügelte Leidenschaft, Unzucht. Sie gingen auch auf jede sexuelle Beziehung außerhalb der Ehe ein – Petting, sexuelle Perversion, Selbstbefriedigung und die Beschäftigung mit Sexuellem in Worten und Gedanken; darüber hinaus auf jegliche geheime und verborgene Sünde und alles unheilige und unreine Denken und Tun. Eine der allerschlimmsten Sünden ist die Blutschande.6

[Homosexuelle] Wünsche und Neigungen lassen sich auf dieselbe Weise überwinden wie etwa der Drang nach Petting, Unzucht oder Ehebruch. Der Herr verurteilt und verbietet dieses Tun mit derselben Schärfe, wie er etwa Ehebruch und andere sexuelle Handlungen dieser Art verurteilt. … Nochmals: Entgegen dem, was manche Leute meinen oder sagen, lässt sich diese [Praktik] – ebenso wie Unzucht – überwinden und kann vergeben werden, doch nur nach eingehender und bleibender Umkehr, was bedeutet, dass man sich ganz davon abkehrt und in Gedanken und Tat einen umfassenden Wandel durchläuft. Die Tatsache, dass so mancher Staat und so manche Kirche sowie viele verdorbene Menschen solch ein Verhalten nicht mehr als strafbare Handlung, sondern als persönliches Recht betrachten, ändert nichts an seinem Wesen noch daran, dass es ein schweres Vergehen ist. Überall prangern gute, weise und gottesfürchtige Menschen ein solches Verhalten nach wie vor als eines Sohnes bzw. einer Tochter Gottes unwürdig an, und die Kirche Christi spricht sich dagegen aus und verurteilt es. … Die abscheuliche Sünde Homosexualität gab es in allen Zeitaltern. Ihretwegen sind viele Städte und Zivilisationen zugrunde gegangen.7

In der Ehe ist ein reines Sexualleben gut und angebracht. Für alles Wertvolle gibt es eine Zeit und einen passenden Rahmen. Doch sexuelle Kontakte außerhalb der rechtmäßigen Ehe degradieren den Menschen zum Objekt, zu etwas, was ausgebeutet werden kann, und machen ihn austauschbar, ausbeutbar und entbehrlich. …

Unerlaubter Sex ist eine selbstsüchtige Handlung, ist Verrat, ist unehrlich. Wer Verantwortung scheut, ist feige und treulos. Die Ehe ist für Zeit und Ewigkeit. Unzucht und alle anderen Abirrungen sind für das Heute, für diese Stunde, für das Jetzt. Die Ehe gibt Leben. Unzucht führt zum Tod.8

Liebe ist gut und selbstlos, Lust hingegen ist verderbt und ichbezogen.

Es spricht gegen Mannhaftigkeit, wenn ein junger Mann Beliebtheit, eine schöne Zeit, Geborgenheit, Spaß, ja, gar Liebe verspricht und stattdessen nur Leidenschaft samt ihren teuflischen Früchten bieten kann: Schuldkomplexe, Ekel, Hass, Abscheu, letztlich Verachtung und möglicherweise eine uneheliche und unehrenhafte Schwangerschaft. Er spricht im Namen der Liebe und gibt doch bloß Lust. Auch die junge Frau verkauft sich unter Wert. Dem Leben wird Schaden zugefügt, und die Seele wird zerfressen. …

Und dennoch sprechen die jungen Menschen von Liebe. Wie wird hier doch der schönste aller Begriffe verdreht! Die Frucht ist bitter, denn der Baum ist verderbt. Die Lippen sprechen: „Ich liebe dich.“ Der Körper sagt: „Ich begehre dich.“ Liebe bedeutet Güte und Heilung. Lieben bedeutet geben, nicht nehmen. Lieben bedeutet dienen, nicht ausbeuten. …

Was ist Liebe? Viele Menschen meinen, es handle sich nur um körperliche Anziehung, und sprechen gleichgültig über „das Verlieben“ und „Liebe auf den ersten Blick“. … Jemand mag sich sofort zu einem Menschen hingezogen fühlen, aber Liebe ist weit mehr als körperliche Anziehung. Sie ist tiefgehend, alles umfassend und verständnisvoll. Körperliche Anziehung ist nur einer von vielen Bestandteilen, es müssen jedoch auch Glaube, Vertrauen, Verständnis und Partnerschaft vorhanden sein. Es muss gemeinsame Ideale und Grundsätze geben. Es muss große Aufopferungsbereitschaft und Gemeinschaft geben. Liebe ist Reinheit, Fortschritt, Opfer und Selbstlosigkeit. Solche Liebe wird niemals müde oder verblasst, sondern lebt durch Krankheit und Leid, Armut und Not, Erfüllung und Enttäuschung und durch alle Zeit und Ewigkeit fort. Wenn Liebe Bestand haben soll, müssen Vertrauen und Verständnis ständig wachsen, und Wertschätzung und Zuneigung müssen häufig und aufrichtig zum Ausdruck kommen. Man muss sich selbst vergessen und ständig um den anderen besorgt sein. Interessen, Hoffnungen und Ziele müssen ständig aufeinander abgestimmt werden. …

Der junge Mann, der seine Freundin vor jeglicher Entweihung und jeglichem Missbrauch schützt, vor Beleidigung oder Entehrung – durch ihn selbst oder andere – zeigt dadurch möglicherweise wahre Liebe. Aber wenn ein junger Mann seine Partnerin nur als biologisches Spielzeug benutzt, um sich selbst vorübergehende Befriedigung zu verschaffen, dann ist das Lust.

Eine junge Frau, die durch ihr Verhalten geistig, seelisch und körperlich attraktiv wirkt, aber nicht durch Wort, Kleidung oder Tun körperliche Reaktionen bei ihrem Partner hervorruft, zeigt dadurch möglicherweise wahre Liebe. Eine junge Frau jedoch, die berühren, anstacheln, streicheln, verführen und ausnutzen muss, lässt sich von ihrer Begierde leiten und beutet ihren Partner aus. …

Hüten wir uns vor dem falschen Spiel des Teufels, der Bösem dem Anschein von Gutem gibt, indem er es mit Begriffen benennt, die dessen wahres Wesen verbergen. Ein Beispiel dafür ist die Begriffsverdrehung, Lust wäre Liebe.9

Die Sexualität kann zwar ein wichtiger und befriedigender Teil des Ehelebens sein, wir dürfen aber nicht vergessen, dass das Leben nicht allein dafür bestimmt ist.10

Die Vereinigung der Geschlechter – von Ehemann und Ehefrau (und nur von Ehemann und Ehefrau) – dient in erster Linie dazu, Kinder in die Welt zu bringen. Der Herr hat sexuellen Verkehr nicht als bloße Spielerei oder lediglich zur Befriedigung von Leidenschaft und Begierden vorgesehen. Uns ist keine Äußerung des Herrn bekannt, dass rechtmäßiger sexueller Verkehr zwischen einem Mann und seiner Frau ausschließlich der Zeugung von Kindern dienen muss, aber von Adam an bis heute gibt es viele Beweise dafür, dass der Herr niemals sexuelle Freizügigkeit vorgesehen hat.11

Wir müssen uns von Pornografie und anderen Formen der Unsittlichkeit fernhalten.

Wir sind Geistkinder Gottes und … die höchste seiner Schöpfungen. In jedem von uns steckt die Anlage, ein Gott zu werden – rein, heilig, wahrhaftig, einflussreich, mächtig und von irdischen Mächten unabhängig. Wir wissen aus den heiligen Schriften, dass jeder von uns für alle Ewigkeit existiert und dass wir am Anfang bei Gott gewesen sind (siehe Abraham 3:22). Dieses Wissen führt uns in einzigartiger Weise die Würde des Menschen vor Augen.

Doch allenthalben gibt es falsche Lehrer, die mit Worten und in pornografischen Schriften, in Zeitschriften, im Radio und Fernsehen und in der Gossensprache abscheuliche und verderbte Ansichten propagieren, die die sittlichen Maßstäbe über den Haufen werfen – und dass alles, um die Fleischeslust zu befriedigen.12

Wir verabscheuen Pornografie, doch offensichtlich überflutet sie das ganze Land. Es werden zwar Gesetze dagegen erlassen, aber die beste Art, ihr Einhalt zu gebieten, besteht darin, dass Männer und Frauen samt ihrer Familie einen Schutzwall dagegen errichten. Wir fragen Sie: „Möchtet ihr guten Leute, dass dieses hässliche Laster eure Familie und eure Mitmenschen verdirbt?“13

Wenn man sieht, wie tief zahlreiche Menschen in unserer Gesellschaft schon gesunken sind, dass sie den Leuten unbedingt ihre unanständigen Darstellungen, schmutzigen Reden und widernatürlichen Praktiken aufdrängen wollen, so fragt man sich: Greift der Satan mit seiner verruchten, bösen Hand nach den Menschen auf der Erde, um sie in seine Gewalt zu bringen? Gibt es nicht mehr genug gute Menschen, die das Böse, das unserer Welt droht, ausmerzen könnten? Weshalb schließen wir weiterhin Kompromisse mit dem Bösen und tolerieren die Sünde?14

Wir hoffen, dass unsere Eltern und Führungskräfte keine Pornografie dulden. Sie ist wirklich Schund, aber sie wird heute genauso vermarktet wie normale, zufriedenstellende Lebensmittel. … Pornografie hängt mit den niederen sexuellen Trieben und Perversionen zusammen.15

Die Sünden, die in weiterer Folge durch Pornografie hervorgebracht werden, führen leider zu weiteren schwerwiegenden Übertretungen, beispielsweise zur Abtreibung.16

Es ist lächerlich zu behaupten, Pornografie hätte keinerlei Auswirkungen. Sie hängt eindeutig mit kriminellen Handlungen zusammen. Aus dieser Sittenlosigkeit erwachsen Mord, Raub, Vergewaltigung, Prostitution und das Geschäft mit der Unsittlichkeit. Aus Statistiken lässt sich schließen, dass zwischen Sexualdelikten und Pornografie ein Zusammenhang besteht.

Sie hat keinerlei befreienden Wert für die Gesellschaft. Wir bitten unsere Familien inständig, ihre Kinder auf jede erdenkliche Weise zu schützen. Wir leben in einer freizügigen Welt, aber wir müssen dafür sorgen, dass wir uns nicht an dieser Freizügigkeit und an diesem Werteverfall beteiligen.17

Wir bitten die Mitglieder der Kirche überall dringend, sich nicht nur gegen die weitverbreitete Seuche Pornografie zur Wehr zu setzen, sondern sich als Staatsbürger aktiv und unablässig am Kampf gegen diesen heimtückischen Feind des Menschen in aller Welt zu beteiligen. …

Lehren Sie Ihre Kinder, dass sie diesen Schmutz wie die Pest meiden müssen, denn das ist er. Nehmen Sie als Bürger teil am Kampf gegen Obszönität in Ihrem Gemeinwesen. Lassen Sie sich nicht von denen zur Passivität verleiten, die aus der Pornografie Profit ziehen und behaupten, dass man durch das Abschaffen von Obszönitäten den Menschen das Recht zur freien Entscheidung verweigern würde. Lassen Sie nicht zu, dass Ausschweifung und Laster als Freiheit getarnt werden.

Es geht um kostbare Seelen – Seelen, die uns nahe stehen und uns etwas bedeuten.18

Eltern und Führungskräfte müssen Kinder und Jugendliche vor unsittlichen Einflüssen schützen.

Ihre Kinder müssen schon in jungen Jahren von Ihnen lernen, dass man sich nie an unsittlichen Praktiken, welcher Art auch immer, beteiligen darf. Es reicht nicht aus, wenn man ihnen das einmal sagt. Sie müssen das, bevor sie heiraten, hunderte Male gehört haben, und sie müssen wissen, dass nicht nur ihre Familie und ihre Eltern diesen großen Dienst von ihnen erwarten, sondern dass auch der Herr im Himmel, Jesus Christus, von ihnen erwartet, dass sie sich von jedweder Unsittlichkeit rein und frei halten.19

Die Unkeuschheit ist der große Dämon unserer Zeit. Wie ein Krake umschlingt sie den Menschen mit ihren Fangarmen. Es gibt vielerlei Arten, wie sich Jugendliche in diesen Schmutz hinabzerren lassen, und ich möchte hier einiges nennen, was unsere sittliche Widerstandskraft schwinden lässt.

Manche bringen sich nicht mehr wirklich in die Kirche ein und entfremden sich daher dem schützenden und läuternden Einfluss der Kirche. Das Evangelium nimmt offenbar nach ihren privaten Interessen nur den zweiten Platz ein. Sie verabsäumen es, zur Kirche zu gehen, und lassen zu, dass Schule, gesellschaftliche Belange, Beruf oder Geschäfte das so wichtige Engagement in der Kirche und das Evangelium verdrängen, bis schließlich ihr Empfinden für die Kirche und deren Maßstäbe wie betäubt ist.

Unter vielem anderen führt auch der Mangel an Anstand zur Unkeuschheit. Heute brüsten sich viele Mädchen und Jungen damit, dass sie über die Sexualität genau Bescheid wissen. Sie denken, sie wissen alles, was man darüber wissen muss. Sie sprechen so offen über Sex, wie sie über Autos, Filme oder Kleidung reden. Ein Mangel an Anstand breitet sich aus, und nichts scheint mehr heilig.20

Es gibt überhaupt keinen Grund, weshalb die Frauen unbedingt einen tiefen Ausschnitt haben oder sonst wie freizügig gekleidet sein müssen, bloß weil das in der Welt modern ist. Wir können uns einen eigenen Stil schaffen. …

Es gibt auch keine Entschuldigung dafür, dass junge Männer ihren Körper entblößen und zur Schau stellen. Die jungen Männer sollen mutig und mit Urteilsvermögen die mit ihnen befreundeten Mädchen dazu anhalten, sich schicklich zu kleiden. Würde kein junger Mann mit einem Mädchen ausgehen, das unschicklich gekleidet ist, dann würde sich die Mode rasch ändern. …

Den Tapferen hat der Herr verheißen: „Alles, was mein ist, ist auch dein.“ Wer solch erhabene Höhen erklimmen und solch grenzenlose Segnungen erlangen will, darf nichts riskieren. Leben Sie rein und anständig und gut, damit Sie niemals etwas verwirken. Dazu gehört gewiss auch, dass man den Anschein des Bösen und „das Böse in jeder Gestalt“ meidet.21

Wir können gar nicht genug betonen, dass Unanständigkeit eine der Fallgruben ist, die man meiden muss, wenn man der Versuchung aus dem Weg gehen und sich rein halten will.22

Ich möchte … folgende Richtlinien empfehlen: Jugendliche sollten frühestens mit 16 Jahren mit jemandem vom anderen Geschlecht ausgehen, und selbst dann muss man sehr gut überlegen, mit wem man geht und wie eng die Beziehung sein soll. Die jungen Leute sollen mit festeren Beziehungen noch einige Jahre warten, da der junge Mann ja mit 19 auf Mission geht.

Es ist sehr gefährlich, wenn Jugendliche im frühen Teenageralter zu zweit miteinander ausgehen oder gar einen festen Freund bzw. eine feste Freundin haben. Das ganze Lebensbild wird dadurch verzerrt. Man lässt sich reiche, schöne Erfahrungen entgehen, man schränkt die Zahl der Freunde ein und begrenzt die Freundschaften, die bei der Wahl des Partners für Zeit und Ewigkeit so wichtig sein können.

Natürlich gibt es eine Zeit zum Tanzen, für Reisen, für Geselligkeit, für das Ausgehen und eine feste Freundschaft, die schließlich dazu führt, dass sich die jungen Leute verlieben und im heiligen Tempel die ewige Ehe eingehen. Aber der rechte Zeitpunkt ist dabei von entscheidender Bedeutung. Selbst das Rechte ist falsch, wenn es zur falschen Zeit, am falschen Ort und unter den falschen Umständen getan wird.23

Bleiben Sie rein und frei von unheiligen, unreinen Gedanken und Taten. Meiden Sie Umgang, durch den die hohen, rechtschaffenen Maßstäbe, die für uns gelten, herabgesetzt und erniedrigt werden. Dann bleiben Sie auf Kurs, und Sie sind von Frieden und Freude umgeben.24

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite vii-xii.

  • Vergleichen Sie das Paar, das Präsident Kimball auf Seite 213 beschreibt, mit dem Paar im dritten Absatz auf Seite 215. Was könnte dazu geführt haben, dass diese Mitglieder eine so unterschiedliche Einstellung haben und sich so unterschiedlich verhalten?

  • Lesen Sie den vierten Absatz auf Seite 215. Was könnten Sie jemandem entgegnen, der behauptet, Keuschheit sei nicht mehr zeitgemäß? (Beispiele finden Sie auf Seite 215f.) Was für Folgen können eintreten, wenn man das Gesetz der Keuschheit nicht hält? Welche Segnungen sind damit verbunden, wenn man gehorsam ist?

  • Überlegen Sie, wie Sie die folgenden zwei Sätze vervollständigen würden: Zu lieben bedeutet . Zu begehren bedeutet . (Beispiele finden Sie auf Seite 217ff.) Wie wirkt es sich auf unser Denken und Tun aus, wenn wir verstehen, was wahre Liebe ist?

  • Weshalb warnen wohl Präsident Kimball und viele Führer der Kirche nach ihm vor Pornografie? (Siehe Seite 219f.) Was können wir tun, um dem immer weiter verbreiteten Einfluss der Pornografie entgegenzutreten? Was können wir in der Familie tun, um einen Schutzwall dagegen zu errichten?

  • Gehen Sie die Maßstäbe auf Seite 221ff. durch. Warum müssen Eltern und Führungskräfte die Kinder schon in jungen Jahren über das Gesetz der Keuschheit unterweisen? Was können Eltern und Führungskräfte tun, um den Jugendlichen zu helfen, der Kirche und ihren Maßstäben treu zu bleiben? Welche Hilfsmittel stellt die Kirche zur Verfügung, damit die Jugendlichen die Maßstäbe der Kirche verstehen und befolgen lernen?

  • Was haben Schicklichkeit und Keuschheit miteinander zu tun?

  • Was versteht man unter schicklicher Kleidung? Inwiefern können wir uns einen eigenen Stil schaffen? (Seite 221f.) Was verstehen wir unter schicklicher Ausdrucksweise und schicklichem Betragen? Wie können wir den Jugendlichen klar machen, dass Schicklichkeit in allen Lebensbereichen Not tut?

Einschlägige Schriftstellen: 1 Korinther 6:9,18-20; Jakob 2:7; Alma 39:3-5,9; 3 Nephi 12:27-30; LuB 42:22,23,40,41; 59:6

Quellenangaben anzeigen

Anmerkungen

  1. Faith Precedes the Miracle, 1972, Seite 151f., 153f.

  2. Conference Report, Oktober 1971, Seite 153; Ensign, Dezember 1971, Seite 36

  3. Faith Precedes the Miracle, Seite 155

  4. Conference Report, Oktober 1980, Seite 4; Ensign, November 1980, Seite 4

  5. Conference Report, April 1978, Seite 117; Ensign, Mai 1978, Seite 78

  6. „President Kimball Speaks Out on Morality“, Ensign, November 1980, Seite 95

  7. Ensign, November 1980, Seite 97

  8. Faith Precedes the Miracle, Seite 155ff.

  9. Faith Precedes the Miracle, Seite 157ff.

  10. Das Wunder der Vergebung, Seite 75

  11. „The Lord‘s Plan for Men and Women“, Ensign, Oktober 1975, Seite 4

  12. Ensign, November 1980, Seite 94

  13. Conference Report, April 1975, Seite 8f.; Ensign, Mai 1975, Seite 7

  14. Conference Report, April 1975, Seite 162; Ensign, Mai 1975, Seite 109

  15. Conference Report, Oktober 1974, Seite 7; Ensign, November 1974, Seite 7

  16. „A Report and a Challenge“, Ensign, November 1976, Seite 6

  17. Conference Report, Oktober 1974, Seite 7; Ensign, November 1974, Seite 7

  18. Ensign, November 1976, Seite 5f.

  19. Conference Report, Gebietskonferenz in La Paz, Bolivien, 1977, Seite 22f.

  20. Faith Precedes the Miracle, Seite 162f.

  21. Faith Precedes the Miracle, Seite 166ff.

  22. The Miracle of Forgiveness, Seite 227

  23. Ensign, November 1980, Seite 96

  24. Ensign, November 1980, Seite 98