Das persönliche Zeugnis

Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, (2006), 82


Ein sicheres Wissen davon, dass das Evangelium wahr ist, führt zu großen Segnungen und unaussprechlicher Freude.

Aus dem Leben von Spencer W. Kimball

1947 bekam Elder Spencer W. Kimball einen Brief von seinem Sohn Andrew, der gerade eine Vollzeitmission erfüllte. Andrew schrieb: „Ich sagte einem Mann, … ich wüsste, dass das, was ich ihm gesagt hatte, wahr sei, und ich sagte, der Heilige Geist habe es mir bezeugt. … Als ich später darüber nachdachte, war ich etwas besorgt, ob ich so etwas tun sollte.“ Weil ihn das beunruhigte, schrieb er: „Ich habe sehr darauf geachtet, dass ich in meinem Zeugnis nicht mehr sage als: ‚Ich fühle, ich glaube usw.‘ “

Elder Kimball schrieb seinem Sohn zurück. „Ich glaube, ich weiß genau, wie dir zumute ist“, schrieb er, „denn mir ist es auf Mission genauso ergangen. Ich wollte mit mir selbst, mit dem Programm und dem Herrn ganz ehrlich sein. Eine Zeit lang war ich bei meiner Wortwahl sehr vorsichtig und versuchte, die Menschen zu ermutigen, ohne mich in Wirklichkeit selbst durch eine positive, eindeutige Aussage festzulegen, nämlich dass ich es wusste. Auch ich war mir dabei nicht so ganz sicher, denn wenn ich gehorsam war und meine Pflicht tat, verspürte ich den Geist. Ich wollte wirklich das sagen, was ich tatsächlich verspürte, nämlich dass ich es wusste, aber ich traute mich nicht. Wenn ich nahe daran war, dies zu verkünden, so erschreckte es mich, und doch war es so, dass ich es bezeugen wollte, wenn ich mit dem Geist ganz im Einklang und inspiriert war. Ich dachte, ich wäre ehrlich, sehr ehrlich, aber dann merkte ich, dass ich mich selbst betrog. …

Zweifellos hatte der Herr sich an dem Tag, als du deinem Untersucher bezeugt hast, du WÜSSTEST, dass es wahr ist, sehr angestrengt, dir diese Wahrheit durch die Macht des Heiligen Geistes zu offenbaren. Als du den Geist bei dir hattest und mit ihm im Einklang warst und das heilige Evangelium verteidigt hast, hast du es tief im Inneren gespürt, aber nachdem du wieder ohne den Geist dastandest und dich auf deinen Verstand verlassen, dich selbst geprüft und in Frage gestellt hast, da wolltest du das, was du gesagt hast, zurücknehmen. …

Ich zweifle überhaupt nicht daran, dass du ein Zeugnis hast. Ich bin mir sicher, dass es (so wie bei mir auch) in deinem ganzen Wesen zahllose goldene Fäden des Zeugnisses gibt, die nur darauf warten, dass die Hand des Meisterwebers sie ordnet und daraus einen Teppich mit einem herrlichen und vollkommenen Muster webt. Ja, mein Sohn, nimm meinen Rat an und LÖSCH DEN GEIST NICHT AUS, sondern folge seinen heiligen Eingebungen, wann immer der Geist flüstert. Bleib mit dem Geist im Einklang, höre auf seine Eingebungen, und wenn du dich dazu bewegt fühlst, so sprich deine Gefühle kühn aus. Der Herr wird dein Zeugnis groß machen und Herzen berühren. Ich hoffe, du weißt, dass ich dich nicht kritisieren will, ich möchte dir nur helfen. …

Ich kann meinen Brief an dich nicht schließen, ohne dir mein Zeugnis zu geben. Ich weiß, dass das wahr ist – dass Jesus der Schöpfer und Erlöser ist; dass das Evangelium, das wir und unsere 3000 Missionare lehren, durch den wahren Propheten Joseph Smith wiederhergestellt und offenbart wurde, dass es von Gott kommt und ich mein ganzes verbleibendes Leben der ‚Verkündigung des Reiches‘ geweiht habe. Ich [habe] mein Zeugnis kühn [verkündet] … und ich bekräftige es immer wieder. Ich bin mir sicher, dass es auch mit deinem Zeugnis so ist, außer dass vielleicht deine goldenen Fäden noch zu einem ganzen Muster verwoben werden müssen. Das wird durch deine Missionstätigkeit schnell geschehen, wenn du nämlich auf dein Herz hörst und zulässt, dass es deinen Verstand steuert.

Möge Gott dir dabei helfen, die goldenen Fäden deiner Erfahrung und Inspiration zu einem wunderschönen Muster zu weben, und mögest du mit stets zunehmender Kraft fortfahren, … nach der immerwährenden Wahrheit zu leben und sie zu lehren.“1

Lehren von Spencer W. Kimball

Jeder kann ein Zeugnis empfangen – eine Offenbarung vom himmlischen Vater durch den Heiligen Geist.

Petrus wurde vom Erretter gefragt: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Und Petrus, der für seine Brüder, die anderen Apostel sprach, antwortete: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Die darauf folgende Bemerkung des Erretters ist höchst bedeutsam. Er sagte: „Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ (Matthäus 16:13-17.)

Wer hat ihm diese außergewöhnliche Wahrheit offenbart? Unser Vater im Himmel. Wie hat er das gemacht? Durch Offenbarung. Diese grundlegende Erkenntnis, dass Jesus der Messias ist, der Erlöser, der Erretter, kam von keinem Menschen, keinem Buch oder College. Petrus erlangte sie direkt von unserem himmlischen Vater, und zwar durch das Wirken des Heiligen Geistes. …

Jede Seele auf dieser Welt kann eine Offenbarung empfangen – die gleiche, die Petrus hatte. Diese Offenbarung wird ein Zeugnis sein, die Erkenntnis, dass Christus lebt, dass Jesus Christus der Erlöser dieser Welt ist. Jede Seele kann diese Gewissheit haben, und wenn sie dieses Zeugnis erlangt, so stammt es von Gott und ist nicht ausschließlich durch das Studium gekommen. Das Studium ist natürlich ein wichtiger Teil, aber außerdem muss man viel beten und forschen, und dann kommt diese Offenbarung.

Wenn Sie für sich selbst wissen, dass Jesus nicht nur ein großer Philosoph, sondern tatsächlich der Sohn Gottes war, dass er so in die Welt gekommen ist, wie wir es verkünden, und dass er zu dem Zweck aus der Welt gegangen ist, den wir verkünden – wenn Sie das sicher wissen, und dazu auch, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war und dies die Kirche Gottes ist, die durch Jesus Christus aufgerichtet wurde, dann haben sie eine Offenbarung gehabt.2

Es gibt Menschen, die sich etwas auf ihren scharfen Verstand einbilden, die meinen, sie könnten Unergründliches erforschen. Doch Geistiges können sie niemals mit ihrer Logik oder ihrem Verstand definieren, erklären oder verstehen. Geistiges kann nur mit Hilfe des Geistes verstanden werden. Es muss durch das Herz kommen, und dort ist auch das Zeugnis beheimatet.3

Eine sichere Erkenntnis von Geistigem führt zu großen Segnungen und unaussprechlicher Freude. Wer das Zeugnis ignoriert, tappt in einer Höhle mit undurchdringlicher Finsternis, er kriecht im Nebel auf einer gefährlichen Schnellstraße umher. Wer auch am helllichten Tag im Finstern wandelt, wer über Hindernisse stolpert, die man beseitigen könnte, und wer im düsteren, flackernden Kerzenlicht in Unsicherheit und in Skepsis verbleibt, obwohl das nicht so sein müsste, ist zu bedauern. Die geistige Erkenntnis über die Wahrheit ist das strahlende Licht, das die Höhle erleuchtet; sie ist der Wind und die Sonne, die den Nebel auflösen; sie ist die leistungsstarke Maschine, durch die Felsbrocken von der Straße entfernt werden können.4

Ein Zeugnis wird durch intensives Bemühen erlangt und bewahrt.

Ein Zeugnis ist eine persönliche Offenbarung – eine der wichtigen Gaben – und jeder, der den Preis dafür zahlt, kann sich daran erfreuen.5

Es gibt eine gute Frage, die von Millionen gestellt worden ist, seit Joseph Smith sie ausgesprochen hat: Wie kann ich erkennen, welche von all den Gemeinschaften – wenn überhaupt eine – wahr ist, von Gott stammt und vom Herrn anerkannt ist?

Er hat uns den Schlüssel dazu gegeben. Sie können es wissen. Sie brauchen keine Zweifel darüber zu haben. … Der vorgeschriebene Weg ist der: forschen, nachdenken, beten und handeln. Die Offenbarung ist der Schlüssel. Gott wird es Sie wissen lassen, sobald Sie sich fügen und demütig und empfänglich geworden sind. Wenn Sie erst einmal allen Stolz auf Ihre eigene Weisheit abgelegt und vor Gott Ihre Unsicherheit eingestanden haben, Ihren Eigendünkel unterdrückt und sich den Lehren des Heiligen Geistes unterworfen haben, können Sie mit dem Lernen anfangen.6

Wir können mit Sicherheit wissen, dass es Gott als Person wirklich gibt, dass Christus sein Wirken fortsetzt, dass er und der Vater zwar getrennte Personen, aber einander doch ähnlich sind, dass Joseph Smith und andere Propheten die Organisation und die Lehren von Gottes Kirche auf Erden auf göttliche Weise wiederhergestellt haben und dass die Macht des göttlichen, bevollmächtigten Priestertums durch Offenbarungen von Gott den Menschen gegeben worden ist. Jeder vernünftige Mensch kann das so sicher wissen, wie er weiß, dass die Sonne scheint. Wenn man diese Erkenntnis nicht erlangt hat, gibt man zu, dass man den Preis dafür nicht bezahlt hat. Man kann sie erlangen wie einen akademischen Titel, nämlich durch intensive Anstrengungen. Wer durch Umkehr und die Verordnungen rein ist, empfängt sie, wenn er sie sich wünscht, sich darum bemüht und gewissenhaft nachforscht, eifrig lernt und gläubig betet.7

Der Erlöser hat erklärt:

„Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.

Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.“ (Johannes 7:16,17.)

Was bedeutet es, zu erkennen, woher die Lehre stammt? Es ist eine unerschütterliche Gewissheit. Der Herr hat reichen Lohn in Aussicht gestellt, aber er hat auch vorgesehen, dass man ihn nur erlangen kann, wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt. In diesem Fall ist die verheißene Segnung eine Gewissheit davon, dass die Lehre von Gott stammt. Und in diesem Fall ist das Gesetz oder die Bedingung, dass man „den Willen Gottes [tut]“. …

Wenn Sie das Evangelium einfach nur akzeptieren, werden Sie kein Zeugnis bekommen; eine gelegentliche Befolgung des Evangeliums wird diese Gewissheit nicht bringen, sondern nur das Bemühen, von ganzem Herzen nach den Geboten zu leben.

Wir sehen das oft bei den Mitgliedern der Kirche. Jemand hat mir einmal in einem Pfahl, den ich besucht hatte, gesagt: „Ich vermeide es immer sorgfältig, eine Zeugnisversammlung zu besuchen. Die sentimentalen und gefühlsbetonten Äußerungen mancher Leute ertrage ich einfach nicht. Ich kann diese Lehren nur annehmen, wenn ich jedes einzelne Stück verstandesmäßig und rational nachvollziehen kann.“ Ich kenne solche Menschen, denn ich habe andere getroffen, die auch so sind. Niemals hatten sie alles gegeben, um nach den Geboten zu leben: Sie hatten zu wenig oder gar keinen Zehnten gezahlt, nur gelegentlich die Versammlungen besucht und beträchtliche Kritik an den Lehren, den Organisationen und Führern geäußert. Wir wissen genau, warum sie kein Zeugnis erlangen konnten. Denken Sie daran, dass der Herr gesagt hat:

"Study, think, pray, and do," counseled President Kimball.

Für alle, die nach einem Zeugnis trachten, ist „der vorgeschriebene Weg ... der: forschen, nachdenken, beten und handeln.“

„Ich, der Herr, bin verpflichtet, wenn ihr tut, was ich sage; tut ihr aber nicht, was ich sage, so habt ihr keine Verheißung.“ (LuB 82:10.)

So jemand hat es verabsäumt, zu „tun, was er sagt“, und deshalb hat er natürlich auch keine Verheißung. …

Nicht blinde Loyalität, sondern glaubenstreue Beachtung und die Verwendung von Schlüsseln öffnen das Vorratshaus zu geistigem Wissen. Der Herr wird keinen Unterschied machen zwischen seinen Kindern, aber er hat Freude daran, dass wir sein Eigen sind und er uns segnen kann, wenn wir es nur zulassen.8

Was werden Sie mit Ihrem Zeugnis tun? Werden Sie es scharf halten, so wie das Messer, mit dem unsere Mutter das Fleisch schneidet? Werden Sie zulassen, dass es stumpf und rostig wird? … Es ähnelt ein bisschen einer Rose. Wenn Sie sie vom Regen fernhalten, wenn Sie sie eine Zeit lang nicht gießen, was passiert dann mit Ihrer Rose? Sie stirbt. Ihr Zeugnis stirbt. Ihre Liebe stirbt. Alles muss genährt werden. Drei Mal am Tag geben Sie Ihrem Körper Nahrung. Der Herr sagt, dass Sie Ihr Zeugnis täglich nähren müssen, um es – ebenso wie Ihren Geist – zu bewahren. … Deswegen sagt er, wir sollen jeden Morgen und Abend beten. Deswegen sagt er, wir müssen immer beten, um diesen Kanal offen zu halten.9

Wir müssen uns an der Zeugnisversammlung beteiligen.

Wenn Sie den Geist bei sich haben, so ist die Zeugnisversammlung eine der besten Versammlungen der [Kirche] im ganzen Monat. Wenn es Ihnen in einer Zeugnisversammlung langweilig ist, dann hat das etwas mit Ihnen zu tun und nicht mit den anderen. Wenn Sie aufstehen und Zeugnis geben, dann meinen Sie, dass es die beste Versammlung des Monats ist; aber wenn Sie nur dasitzen, Grammatikfehler zählen und über denjenigen lachen, der sich nicht so gut ausdrücken kann, dann werden Sie gelangweilt sein. … Vergessen Sie das nicht! Sie müssen um ein Zeugnis kämpfen. Sie müssen weiterkämpfen!

Der Herr sagt im 60. Abschnitt des Buches Lehre und Bündnisse: „An einigen habe ich kein Wohlgefallen, denn sie wollen ihren Mund nicht auftun.“ (LuB 60:2.) Was meint er damit? Er sagt, dass sie das, was er ihnen gegeben hat, verlieren werden, wenn sie es nicht verwenden. Sie verlieren den Geist. Sie verlieren ihr Zeugnis. Und dieses unbezahlbare Gut, das man besitzt, kann auch wieder aus dem Leben verschwinden.

Einmal im Monat kommen die Erste Präsidentschaft und die Zwölf mit allen Generalautoritäten im Tempel zusammen. Sie geben Zeugnis und sagen, wie sehr sie einander mögen, so wie Sie das auch tun. Warum brauchen die Generalautoritäten eine Zeugnisversammlung? Aus demselben Grund, wie Sie eine Zeugnisversammlung brauchen. Glauben Sie, dass Sie drei, sechs, neun oder zwölf Monate lang nicht Zeugnis geben und es trotzdem gleich stark erhalten können? …

Sie wissen, wie großartig dieses Zeugnis ist, wie wichtig es ist. Jeder Geistliche oder Priester kann aus der Schrift zitieren und Gespräche führen. Aber nicht jeder Priester oder Geistliche kann sein Zeugnis geben. Sitzen Sie nicht in Ihrer Zeugnisversammlung, betrügen Sie sich nicht selbst, indem Sie sagen: „Ich glaube nicht, dass ich heute Zeugnis geben werde. Ich denke mir, dass das den anderen Mitgliedern gegenüber nicht fair ist, denn ich habe das schon so oft gemacht.“ Geben Sie Zeugnis. Eine Minute reicht vollkommen aus.

Sie haben ein Zeugnis! Es muss natürlich entwickelt, gefördert und erweitert werden, und das tun Sie auf diese Weise. Jedes Mal, wenn Sie Zeugnis geben, wird es stärker.10

Das Zeugnis wird mit einfachen, aber machtvollen Worten zum Ausdruck gebracht.

„Ich weiß, dass es wahr ist.“ Weil diese wenigen Worte von Millionen Menschen Milliarden Mal ausgesprochen wurden, sind sie dennoch nicht abgedroschen. Sie werden niemals abgenutzt sein. Mir tun die Leute Leid, die versuchen, andere Worte dafür zu finden, denn „ich weiß es“ kann man nicht anders ausdrücken. Kein anderes Wort kann die tiefen Gefühle ausdrücken, die aus dem Herz des Menschen kommen, wie „ich weiß es“.11

Einige unserer guten Mitglieder haben solche Angst davor, etwas Banales zu sagen, dass sie versuchen, herumzureden und von ihrem Zeugnis ablenken, indem sie über Randbereiche reden. Machen Sie sich niemals Sorgen darüber, dass Ihr Zeugnis abgedroschen klingen könnte. Wenn der Präsident der Kirche sein Zeugnis gibt, sagt er: „Ich weiß, dass Joseph Smith von Gott berufen wurde, ein Beauftragter Gottes zu sein. Ich weiß, dass Jesus der Messias ist, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Sehen Sie, und das sagen auch Sie alle. Das ist ein Zeugnis. Es wird nie alt, gewiss nie alt! Sagen Sie dem Herrn oft, wie sehr Sie ihn lieben.

Ein Zeugnis ist keine Ermahnung; ein Zeugnis ist keine Predigt (niemand von Ihnen ist dazu da, die anderen zu ermahnen), es ist auch kein Reisebericht. Sie sind nur dazu da, Ihr eigenes Zeugnis zu geben. Es ist erstaunlich, wie viel Sie in einem Zeugnis in einer, zwei oder vier Minuten, oder wie viel Zeit Ihnen zu Verfügung steht, sagen können, wenn Sie sich auf Ihr Zeugnis beschränken. Wir möchten wissen, wie es Ihnen geht. Liegt Ihnen das Werk am Herzen, wirklich? Sind Sie dabei glücklich? Lieben Sie den Herrn? Sind Sie froh darüber, ein Mitglied der Kirche zu sein?12

Sagen Sie einfach, was Sie im Inneren fühlen. Das ist das Zeugnis. In dem Augenblick, in dem Sie anfangen, die anderen zu belehren, ist ihr Zeugnis zu Ende. Sagen Sie uns nur, was Sie empfinden, was Ihr Sinn, Ihr Herz und jede Faser Ihres Körpers Ihnen sagt.13

Ich weiß, dass ich nach dem natürlichen Lauf der Dinge bald vor dem Herrn stehen und über meine Worte Rechenschaft ablegen werde, und in diesem Sinne möchte ich mein persönliches und feierliches Zeugnis hinzufügen: Gott, der ewige Vater, und der auferstandene Herr, Jesus Christus, sind dem jungen Joseph Smith erschienen. Ich bezeuge, dass das Buch Mormon die Übersetzung alter Aufzeichnungen ist und von Völkern stammt, die vor langer Zeit in [der] westlichen Hemisphäre gelebt haben. Sie lebten in Wohlstand und wurden mächtig, wenn sie die Gebote Gottes hielten. Vergaßen sie jedoch Gott, so fielen viele von ihnen durch schreckliche Kriege dem Untergang anheim. Dieses Buch bezeugt: Der Herr, Jesus Christus, lebt und ist der Erretter und Erlöser der Menschheit.

Ich bezeuge, das heilige Priestertum – das Aaronische und das Melchisedekische – ist mit der Vollmacht, im Namen Gottes zu handeln, durch Johannes den Täufer und Petrus, Jakobus und Johannes auf Erden wiederhergestellt worden, in der Folge wurden weitere Schlüssel und Vollmacht wiederhergestellt, und die Kraft und Vollmacht dieser verschiedenen Gottesgaben sind heute unter uns. All dies bezeuge ich allen Menschen, die meine Stimme vernehmen. Im Namen des Herrn spreche ich die Verheißung aus: Ein jeder, der unsere Botschaft hört, das Evangelium annimmt und danach lebt, wird an Glauben und Erkenntnis zunehmen. Er wird in seinem Leben und in seiner Familie mehr Frieden finden und durch den Heiligen Geist ein ähnliches Zeugnis geben können.14

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite vii-xii.

  1. Lesen Sie den Brief von Elder Spencer W. Kimball an seinen Sohn noch einmal (Seite 82f.) und achten Sie dabei auf den Vergleich zwischen Zeugnis und Teppich. Welche Erfahrungen und Gefühle sind Ihre „goldenen Fäden des Zeugnisses“? Denken Sie darüber nach, was der Herr getan hat, um Ihnen zu helfen, Ihre Fäden des Zeugnisses zu einem Teppich zu weben.

  2. Inwiefern hat der Brief seines Vaters Andrew Kimball wohl geholfen? Welche Möglichkeiten haben Eltern, ihren Kinder Zeugnis zu geben? Wie können wir jungen Menschen helfen, geistige Eingebungen, die ein Zeugnis herbeiführen, zu empfangen und zu erkennen?

  3. Überfliegen Sie noch einmal Seite 84-90 und achten Sie dabei auf Worte oder Formulierungen, mit denen Präsident Kimball unsere Bemühungen, ein Zeugnis zu erlangen und es zu stärken, beschreibt. Was könnte jemand tun, der meint, sein Zeugnis sei nicht fest genug?

  4. Beschäftigen Sie sich eingehend mit Präsident Kimballs Rat in Bezug auf die Fast- und Zeugnisversammlung (Seite 89f.). Warum haben wir wohl diese Versammlungen? Warum wird unser Zeugnis stärker, wenn wir es anderen geben? Was können wir tun, um sicherzugehen, dass die Zeugnisversammlung eine der besten Versammlungen des Monats für uns ist?

  5. Lesen Sie noch einmal, was Präsident Kimball rät, wie wir Zeugnis geben sollen (Seite 90f.). Warum sind die Worte „ich weiß“ so machtvoll?

Einschlägige Schriftstellen: 1 Korinther 12:3; 1 Petrus 3:15; Alma 5:45,46; Moroni 10:4-7; LuB 42:61; 62:3

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Brief von Spencer W. Kimball an Andrew E. Kimball, 1947; aus dem persönlichen Besitz von Andrew E. Kimball.

  2.   2.

    „President Kimball Speaks Out on Testimony“, New Era, August 1981, Seite 4

  3.   3.

    H. Stephen Stoker und Joseph C. Muren, Verf., Testimony, 1980, Seite 167f.

  4.   4.

    Faith Precedes the Miracle, 1972, Seite 14

  5.   5.

    „The Significance of Miracles in the Church Today“, Instructor, Dezember 1959, Seite 396

  6.   6.

    „Absolute Truth“, Ensign, September 1978, Seite 7f.

  7.   7.

    Faith Precedes the Miracle, Seite 13f.

  8.   8.

    New Era, August 1981, Seite 4, 6f.

  9.   9.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Hg. Edward L. Kimball, 1982, Seite 141f.

  10.   10.

    New Era, August 1981, Seite 6f.

  11.   11.

    The Teachings of Spencer W. Kimball, Seite 141

  12.   12.

    New Era, August 1981, Seite 6

  13.   13.

    Stoker and Muren, Testimony, Seite 139

  14.   14.

    Conference Report, April 1980, Seite 78