Ehe und Elternschaft – wie wir unsere Familie auf das ewige Leben vorbereiten

Lehren der Präsidenten der Kirche: Wilford Woodruff, (2011), 175


Unter der Führung rechtschaffener und liebevoller Eltern kann die Familie vereint mithelfen, das Reich Gottes aufzubauen, und alle Segnungen des Himmels genießen.

Aus dem Leben von Wilford Woodruff

Wilford Woodruff und Phoebe Whittemore Carter heirateten am 13. April 1837 in Kirtland. Während ihres gemeinsamen Lebens erlebten sie viele Prüfungen, durch die ihre Liebe zueinander, zu ihren Kindern und zum Reich Gottes noch zunahm. Ein solches Erlebnis hatten sie im Winter 1838, fünf Monate bevor Wilford Woodruff als Apostel berufen wurde. Bruder Woodruff führte eine Gruppe an, die sich den anderen Mitgliedern der Kirche anschließen wollte. Dabei wurde seine Frau sehr krank. Später erzählte er:

„Am 23. November bekam meine Frau Phoebe plötzlich schlimme Kopfschmerzen, es war eine Hirnhautentzündung. Ihr Zustand wurde von Tag zu Tag schlimmer. Für eine Frau, die so krank war, war es eine schreckliche Tortur, in einem Wagen über holprige Straßen zu fahren. Auch unser Kind war zu der Zeit sehr krank.“

In den darauf folgenden Tagen verschlechterte sich Schwester Woodruffs Zustand, obwohl sie auf ihrer Reise Rastplätze gefunden und Pausen eingelegt hatten. Bruder Woodruff berichtet: „Am 3. Dezember ging es meiner Frau sehr schlecht. Ich sorgte den ganzen Tag für sie und kehrte am folgenden Tag nach Eaton [eine nahe gelegene Stadt] zurück, um etwas für sie zu besorgen. Sie schien sich ihrem Ende zu nähern, und am Abend sah es so aus, als habe ihr Geist den Körper verlassen und sie sei tot.

Die Schwestern standen weinend um sie herum, während ich sie voll Kummer betrachtete. Da ruhten plötzlich der Geist und die Macht Gottes auf mir, bis meine Seele zum ersten Mal während ihrer Krankheit mit Glauben erfüllt war, obwohl sie wie tot vor mir lag.“

Im Glauben gestärkt gab Wilford Woodruff seiner Frau einen Priestertumssegen. „Ich legte ihr die Hände auf“, erzählte er, „und im Namen Jesu Christi wies ich die Macht des Todes und den Zerstörer zurecht und gebot ihm, von ihr zu weichen, und das Leben möge in ihren Körper zurückkehren.

Ihr Geist kehrte in ihren Körper zurück und von dieser Stunde an war sie gesund. Wir alle priesen den Namen Gottes und wollten auf ihn vertrauen und seine Gebote halten.

Während all das geschah (so erzählte mir meine Frau später), hatte ihr Geist den Körper verlassen, und sie sah ihren Körper auf dem Bett liegen und die Schwestern weinen. Sie schaute sie an, sie schaute mich an und ihr Baby, und während sie das alles betrachtete, kamen zwei Wesen in den Raum. … Eines der Wesen sagte ihr, sie hätte die Wahl: Sie könne in die Geisterwelt gehen und dort Ruhe finden oder dürfe, unter einer Bedingung, in ihre irdische Hülle zurückkehren und ihr Werk auf der Erde fortsetzen. Die Bedingung war, ob sie meine, dass sie an der Seite ihres Mannes stehen und mit ihm alle Sorgen, Prüfungen und Bedrängnisse ertragen könne, die er um des Evangeliums willen bis zum Ende werde erleben müssen. Sie blickte auf ihren Mann und ihr Kind und sagte: ‚Ja, das werde ich!‘

Als sie diese Entscheidung traf, erhielt ich die Kraft des Glaubens, und als ich ihr den Krankensegen gab, kehrte ihr Geist in seine irdische Hülle zurück. …

Am Morgen des 6. Dezember sagte der Geist zu mir: ‚Steh auf und setze deine Reise fort!‘, und durch die Barmherzigkeit Gottes war es meiner Frau möglich, aufzustehen und sich anzuziehen und zum Wagen zu gehen, und wir gingen freudig unseres Weges.“1

Schwester Woodruff vergaß ihr Versprechen nicht – sie hielt zu ihrem Mann, selbst wenn seine Aufgaben als Apostel es erforderten, dass er für längere Zeit von der Familie getrennt war. Am 4. Mai 1840, als Elder Woodruff eine Mission in England erfüllte, schrieb sie ihm in einem Brief: „Ich weiß, dass es der Wille Gottes ist, dass du in diesem Weingarten arbeitest, deshalb kann ich mich seinem Willen darin fügen. Ich habe nicht gemurrt und mich nicht beklagt, seit du gegangen bist, aber ich freue mich auf den Tag, an dem du nach Hause zu deiner Familie zurückkehrst, nachdem du deine Mission in Gottesliebe und Gottesfurcht erfüllt hast. Du bist immer bei mir, wenn ich mich an den Thron der Gnade wende und um Schutz und Segen für mich und die Kinder bitte. Ich bitte um dasselbe für meinen lieben Mann, der so fern von mir ist, ja in einem fremden Land, um die Fülle des Evangeliums Jesu Christi zu predigen.“2

In solchen Zeiten der Trennung brachte Präsident Woodruff ebenfalls seine Sehnsucht nach seiner Familie zum Ausdruck, jedoch verbunden mit dem Entschluss, den Willen des Herrn zu tun. Am 3. April 1847 machte er sich bereit, mit der ersten Pionierabteilung Richtung Salzseetal aufzubrechen. Er schrieb in sein Tagebuch: „So besorgt wie jetzt war ich noch nie, wenn ich meine Familie verlassen musste, um auf Mission zu gehen. Ich bete zu Gott, dass er mich und meine Familie bewahrt, damit wir uns auf Erden wiedersehen, wie er es schon bei den vielen Missionen, die ich im Weingarten des Herrn erfüllt habe, getan hat.“3 Vier Tage später blickte ihm seine Familie nach, als er die Siedlung Winter Quarters in Nebraska verließ. Auf einem Bergrücken in der Nähe der Siedlung hielt er an und schaute mit dem Fernglas noch einmal auf seine Familie zurück.4

Wilford Woodruff war froh über die Erkenntnis, dass seine Familie ewig bestehen konnte. Diese Wahrheit gab ihm Kraft, die Schwierigkeiten des Lebens zu meistern. Er sagte: „Ich denke oft: Wenn ich mich abmühe, bis ich so alt bin wie Metuschelach und dadurch meine Familie mit mir in den ewigen Welten in Herrlichkeit leben kann, dann ist das Lohn genug für all den Schmerz und das Leid, das ich in dieser Welt ertragen kann.“5 Die Verheißung, eine ewige Familie zu haben, beeinflusste sein Verhalten gegenüber den Mitgliedern seiner Familie. In einem Brief an seine Tochter Blanche bemerkte er einmal: „Wir alle erwarten, dass wir nach dem Tod für immer zusammen sein werden. Ich denke, dass wir als Eltern und Kinder keine Mühe scheuen dürfen, um einander glücklich zu machen, solange wir leben, damit wir einmal nichts bedauern müssen.“6

Lehren von Wilford Woodruff

Die Segnungen der Ehe und Elternschaft sind viel bedeutender als weltlicher Reichtum.

Der Herr hat uns kundgetan, dass die Ehe dem Menschen von Gott verordnet ist [siehe LuB 49:15]. Die Institution Ehe gerät, wie wir lesen, in manchen Gemeinwesen fast schon in Verruf. Es heißt, dass diese Tendenz auch unter unseren Mitgliedern zunimmt. Das hat seinen Ursprung zweifellos im zunehmenden Wohlstand und darin, dass die jungen Männer abgeneigt sind, sich mit einer Frau und Kindern zu belasten. Wir entfernen uns von der Schlichtheit früherer Tage und können wohl erwarten, dass diese Tendenz noch zunehmen wird, da junge Männer vielleicht davon Abstand nehmen, einer jungen Dame die Ehe anzubieten, bis sie ihr ein angenehmes Zuhause bieten können, wie sie es von ihren Eltern gewohnt ist. Wenn die Mädchen mit übermäßigen Ansprüchen aufwachsen, wird auch das die jungen Männer davon abhalten zu heiraten. … Die jungen Leute beiderlei Geschlechts sollten einsehen, dass das Glück in der Ehe nicht von Reichtum abhängt.7

Wenn die Töchter Zions von den jungen Männern gefragt werden, ob sie sie heiraten möchten, sollten sie nicht fragen: „Hat dieser Mann ein schönes Haus, ein gutes Pferdegespann und eine schöne Kutsche?“ Vielmehr sollten sie fragen: „Ist er ein Mann Gottes? Hat er den Geist Gottes mit sich? Ist er ein Heiliger der Letzten Tage? Betet er? Ruht der Geist auf ihm, der ihn dazu befähigt, das Reich Gottes aufzubauen?“ Wenn das zutrifft, dann lasst Kutsche und Haus außer Acht, sondern reicht euch die Hand und vereinigt euch gemäß dem Gesetz Gottes.8

Die jungen Männer in Zion haben die Pflicht, eine Tochter Zions zur Frau zu nehmen und eine irdische Hülle [einen physischen Körper] für die Geister der Menschen zu bereiten, nämlich die Kinder unseres himmlischen Vaters. Sie warten darauf, einen Körper zu erhalten, sie sind dazu bestimmt, auf die Erde zu kommen, und sie sollen lieber in Zion geboren werden als in Babylon.9

Ich rufe die Eltern in Zion auf, alles zu tun, was sie können, um ihre Söhne und Töchter dazu zu bewegen, dass sie auf den Pfaden der Rechtschaffenheit und Wahrheit wandeln und jede Möglichkeit nutzen, sich zu verbessern. Lasst nicht zu, dass euer Herz an der Eitelkeit und den Belangen der Welt hängt, sondern macht euch bewusst, dass glaubenstreue Kinder zu den kostbarsten und größten Segnungen gehören.10

Die Segnung, die Gott uns mit der patriarchalischen Ordnung der Ehe, nämlich für Zeit und Ewigkeit gesiegelt zu werden, offenbart hat, wird nicht so hoch geschätzt, wie es sein sollte.11

Schätzen wir unsere Familie und die Beziehung, die wir zueinander haben, und denken wir daran, dass wir, wenn wir treu sind, Herrlichkeit, Unsterblichkeit und ewiges Leben ererben werden, und das ist die größte aller Gaben Gottes [siehe LuB 14:7].12

Durch die Unterweisung und das Beispiel der Eltern werden Kinder darauf vorbereitet, in der Kirche zu dienen und dem Glauben treu zu bleiben.

Ich hatte nie Zweifel an der Wahrheit und dem schließlichen Triumph dieses Werkes. Ich habe auch heute keine. Ich zweifle nicht daran, dass Zion zu dem wird, was die Propheten vorausgesehen haben, in seiner Herrlichkeit, in seiner Macht, seiner Herrschaft und Stärke, und die Macht Gottes wird darauf ruhen.

In Anbetracht all dessen stellt sich mir die Frage, über die ich viel und lange nachgedacht habe, wer dieses Reich übernehmen und weiter voranbringen wird. Auf wen wird der Herr hoffen, wenn es darum geht, dieses Reich zu seinem schließlichen Triumph zu führen und in Vollkommenheit und Herrlichkeit für das Kommen des Menschensohnes bereitzumachen? Auf unsere Söhne und Töchter. … Auf ihren Schultern muss dieses Reich ruhen, wenn ihre Väter auf die andere Seite des Schleiers gegangen sind. Das sehe ich so klar vor mir wie das Licht der Sonne am Firmament. Und wenn ich darüber nachdenke, frage ich mich, welchen Stand unsere jungen Männer und Frauen haben. Erfüllen wir als Eltern unsere Pflicht ihnen gegenüber? Sind sie bemüht, sich bereitzumachen und sich auf die große Bestimmung, das große Werk vorzubereiten, das vor ihnen liegt?13

Keiner von uns weiß, welchen Weg unsere Kinder einmal einschlagen. Wir geben ihnen ein gutes Beispiel und bemühen uns, ihnen rechtschaffene Grundsätze beizubringen. Aber wenn sie das Alter der Verantwortlichkeit erreichen, haben sie die Entscheidungsfreiheit und bestimmen über sich selbst.14

In unserem Eifer, den Menschen aller Nationen das Evangelium zu predigen, dürfen wir nicht die Aufgabe vernachlässigen, unsere Kinder auf die richtige Weise zu erziehen und ihnen, solange sie noch jung sind, die Liebe zur Wahrheit und Tugend sowie Achtung vor Heiligem zu vermitteln und sie in den Grundsätzen des Evangeliums zu unterweisen.15

Bemühen wir uns, unsere Kinder in der Zucht und Weisung des Herrn zu erziehen [siehe Epheser 6:4]. Gehen wir mit gutem Beispiel voran, und lehren wir sie gute Grundsätze, solange sie noch klein sind. Sie sind uns vom himmlischen Vater gegeben, sie sind unser Reich, die Grundlage für unsere Erhöhung und Herrlichkeit, die Pflanzung des Ruhmes [siehe LuB 124:61]. Wir müssen uns bemühen, sie im Glauben an den Herrn zu erziehen, ihnen so gut wir können beibringen, zum Herrn zu beten und an ihn zu glauben, damit sie, wenn wir gestorben sind und sie unseren Platz auf der Lebensbühne einnehmen, die Verantwortung für das große Werk der Letzten Tage, das Reich Gottes auf der Erde übernehmen.16

Diejenigen, die in einer sogenannten zivilisierten Gesellschaft leben, lernen sittliche Gesetze, die zehn Gebote. Man bringt ihnen bei, nicht zu lügen, nicht zu fluchen, nicht zu stehlen, kurz, all das nicht zu tun, was die Gesellschaft als gottlos, unheilig oder unredlich betrachtet. Wenn Eltern ihren Kindern diese Grundsätze schon früh beibringen, prägen sie sich ihrem Sinn ein, und wenn Kinder das Alter der Verantwortlichkeit erreichen, werden diese frühen Eindrücke ihr Verhalten beeinflussen, ihr ganzes Leben lang. Kinder, die so geprägt und erzogen worden sind, sind bestürzt, wenn sie ihre Altersgenossen fluchen oder den Namen Gottes missbrauchen hören, und sollten sie jemals lernen, ebenso zu fluchen, kostet es sie viel Mühe, ihre frühen Eindrücke zu überwinden.17

Für Kinder ist es ein großer Segen, wenn ihre Eltern beten, ihnen gute Grundsätze beibringen und ihnen ein gutes Beispiel geben. Eltern können ihre Kinder nicht für etwas zurechtweisen, was sie selbst auch tun.18

Wenn wir unseren Kindern ein gutes Beispiel geben und uns bemühen, sie zu unterweisen, von Kindheit an bis sie erwachsen sind, wenn wir sie lehren, zu beten und den Allmächtigen zu ehren, ihnen die Grundsätze beibringen, die sie in jeder Prüfung stützen werden, damit der Geist des Herrn auf ihnen ruhen kann, … dann werden sie nicht leicht in die Irre geführt. Die guten Eindrücke werden sie ihr Leben lang begleiten, und welche Grundsätze sie auch hören mögen, diese guten Eindrücke bleiben.19

Kluge Eltern lassen nicht zu, dass äußere Belange Vorrang vor der Familie haben.

Ich bin schon lange davon überzeugt, dass der Teufel große Anstrengungen unternimmt, um einen Keil zwischen Eltern und Kinder zu treiben. Er versucht, den Söhnen und Töchtern der Heiligen verderbliche Vorstellungen in den Sinn zu geben, die sie davon abhalten, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten. …

Wie wichtig ist es doch, dass wir als Eltern weise sind und klug vorgehen, wenn wir unseren Kindern in ihrer Jugend die Grundsätze vermitteln, die sie dazu bewegen, das Rechte zu tun und nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit und Wahrheit zu leben. …

Wichtig ist, dass man weiß, was man tun muss, um die Zuneigung seiner Kinder zu gewinnen, damit sie auf den Weg der Errettung geführt werden. Dies zu lernen und zu tun darf von Eltern nicht vernachlässigt werden. … Oft halten wir Geschäftliches für so dringend, dass diese Belange aus unseren Gedanken verdrängt werden, aber das darf nicht sein. Jeder, der einen offenen Sinn hat und erwartungsvoll auf das Werk blickt, das vor uns liegt, sieht und spürt, dass seine Verantwortung für seine eigene Familie und vor allem für die Erziehung seiner Kinder sehr groß ist.

Wir wollen unsere Kinder erretten, sie sollen alle Segnungen genießen können, die die Geheiligten umgeben, sie sollen die Segnungen ihrer Eltern empfangen, die der Fülle des Evangeliums treu waren.20

Achten wir alle auf unsere Familie. Möge jeder sich bemühen, seine Familie zu führen und sein Haus in Ordnung zu bringen.21

Der Vater soll gütig und rechtschaffen über seine Familie präsidieren.

Als ich noch ein Junge war und zur Schule ging, brachte der Lehrer immer ein Bündel Stöcke mit, über 2 Meter lang. Wir mussten immer mit einer Tracht Prügel rechnen. Für alles, was ihm nicht gefiel, wurden wir verprügelt. Diese Schläge haben mir nie gut getan. … Güte, Sanftheit und Barmherzigkeit sind in jeder Hinsicht besser. Mögen sich unsere jungen Männer diesen Grundsatz einprägen und sich in allem daran halten. Tyrannei ist nichts Gutes, ob sie nun von einem König, einem Präsidenten oder einem Knecht Gottes ausgeübt wird. Freundliche Worte sind weitaus besser als schroffe Worte. Wenn wir einmal Schwierigkeiten miteinander haben, ersparen wir uns viel Ärger, wenn wir dennoch freundlich miteinander umgehen. …

Seht euch eine Familie an, in der der Mann seine Frau und seine Kinder freundlich behandelt, dann stellt ihr fest, dass sie ihn ebenso behandeln. Ich höre Klagen darüber, wie manche Männer ihre Frauen behandeln. Sie sorgen nicht für sie. Sie sind nicht freundlich zu ihnen. Das tut mir sehr weh. Das darf einfach nicht sein. … Wir sollen freundlich zueinander sein, einander Gutes tun und zum Wohlergehen und Glück des anderen beitragen, vor allem in unserem eigenen Haushalt.

Der Mann ist das Oberhaupt der Familie. Er ist der Patriarch des Haushalts. … Es gibt keinen schöneren Anblick auf Erden als einen Mann, der seiner Familie vorsteht, seinen Kindern rechtschaffene Grundsätze beibringt und ihnen guten Rat gibt. Diese Kinder ehren ihren Vater und finden Trost und Freude darin, dass sie einen rechtschaffenen Mann zum Vater haben.22

Die Unterweisung und das Beispiel einer Mutter können ihre Kinder in Zeit und Ewigkeit beeinflussen.

In der Regel betrachten wir die Mutter als diejenige, die den Charakter des Kindes formt. Ich glaube, dass die Mutter einen größeren Einfluss auf ihre Nachkommen hat als sonst jemand. Es wurde schon gefragt: „Wann beginnt diese Erziehung?“ Unsere Propheten sagen: „Sobald der Geist, der von Gott kommt, in die irdische Hülle eintritt.“ Die Verfassung der Mutter zu dieser Zeit wirkt sich auf ihre Leibesfrucht aus, und von der Geburt des Kindes an wird es sein Leben lang in hohem Maße von den Lehren und dem Beispiel der Mutter geleitet. Ihr Einfluss ist in Zeit und Ewigkeit zu spüren.23

Auf den Schultern der Mütter ruht in hohem Maße die Verantwortung, die intellektuellen und sittlichen Kräfte der heranwachsenden Generation richtig zu entwickeln, ob im Säuglingsalter, in der Kindheit oder in reiferen Jahren. … Keine Mutter in Israel soll einen Tag verstreichen lassen, ohne ihre Kinder beten zu lehren. Betet selbst, und lehrt eure Kinder, es euch nachzutun. Wenn ihr sie so erzieht und sie einmal euren Platz einnehmen, wenn ihr gestorben seid, und das große Werk Gottes fortführen, dann haben sie Grundsätze verinnerlicht, die sie in Zeit und Ewigkeit stützen werden. Ich habe schon oft gesagt, dass es die Mutter ist, die den Sinn eines Kindes formt. …

Zeigt mir eine Mutter, die betet, die die Prüfungen des Lebens mithilfe des Gebets bestanden hat, die in ihren Prüfungen und Schwierigkeiten auf den Herrn, den Gott Israels vertraut, und ihre Kinder werden ihr auf diesem Weg folgen. Sie werden das nicht vergessen, wenn sie an der Reihe sind, im Reich Gottes zu wirken.24

Unsere Schwestern … haben Pflichten gegenüber ihrem Ehemann. Sie sollen auf seine Stellung und seine Lebensumstände Rücksicht nehmen. … Jede Frau soll freundlich zu ihrem Mann sein. Sie soll ihn trösten und ihm Gutes tun, wie es ihr möglich ist, unter allen Umständen. Wenn die Familie einig ist, herrscht dort ein himmlischer Geist auf Erden. So soll es sein. Denn wenn ein Mann in der Kirche sich eine Frau nimmt, geht er davon aus, dass er in Zeit und Ewigkeit mit ihr zusammenbleibt. Am Morgen der ersten Auferstehung möchte er diese Frau und seine Kinder als seine Familie bei sich haben, um für immer und immer mit ihnen verbunden zu bleiben. Welch ein herrlicher Gedanke!25

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite V-IX.

  1. Was beeindruckt Sie an der Beziehung von Wilford und Phoebe Woodruff (siehe Seite 161ff.)?

  2. Lesen Sie noch einmal den Rat, den Präsident Woodruff seiner Tochter Blanche gegeben hat (Seite 163). Denken Sie darüber nach oder besprechen Sie, was Sie tun können, um die Mitglieder Ihrer Familie glücklich zu machen.

  3. Was finden Sie an dem beeindruckend, was Präsident Woodruff den Jugendlichen in Bezug auf Ehe und Elternschaft geraten hat (siehe Seite 164)? Wie lässt sich dieser Rat auf alle Mitglieder der Kirche beziehen?

  4. Lesen Sie die letzten drei Absätze im ersten Abschnitt der Lehren (Seite 164f.). Wie können uns „die Eitelkeit und die Belange der Welt“ von der Freude in der Familie ablenken? Wie können wir solchen Einflüssen entgegenwirken? Wie können wir den Mitgliedern unserer Familie zeigen, dass uns unsere Beziehung zu ihnen viel bedeutet?

  5. Lesen Sie den ersten Absatz auf Seite 166 vollständig. Was bedeutet es wohl, „unsere Kinder in der Zucht und Weisung des Herrn zu erziehen“? Was haben Sie getan, um das zu erreichen?

  6. Gehen Sie noch einmal den dritten und vierten Absatz auf Seite 165 vollständig durch. Was können Eltern dazu beitragen, dass ihre Kinder den Wunsch entwickeln, in der Kirche zu dienen?

  7. Wenn Sie lesen, was Präsident Woodruff über die Unterweisung der Kinder sagt, welche konkreten Grundsätze erkennen Sie da (siehe Seite 165f.)?

  8. Gehen Sie noch einmal den Abschnitt durch, der auf Seite 167 beginnt. Was können Eltern tun, um die Beziehungen in der Familie zur höchsten Priorität zu machen?

  9. Welche Grundsätze können Eltern lernen, wenn sie lesen, welche Erfahrungen Wilford Woodruff mit seinem Lehrer gemacht hat (siehe Seite 168)?

  10. Was hat Präsident Woodruff über den Einfluss des Ehemanns und Vaters gesagt (siehe Seite 168f.)? Was hat er über den Einfluss der Ehefrau und Mutter gesagt (siehe Seite 169f.)? Wie können Mann und Frau sich in ihren Aufgaben gegenseitig unterstützen?

  11. Inwiefern lassen sich die Lehren in diesem Kapitel auf Großeltern beziehen? Welche Erfahrungen zeigen, dass auch Großeltern einen rechtschaffenen Einfluss auf ihre Enkelkinder haben können?

  12. Welche Beispiele kennen Sie, wie Eltern und Großeltern ihre Aufgaben gegenüber der Familie erfüllt haben?

Einschlägige Schriftstellen: Enos 1:1; Mosia 4:14,15; Alma 56:45-48; LuB 68:25-31; 93:38-40

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    „Leaves from My Journal“, Millennial Star, 3. Oktober 1881, Seite 638f.

  2.   2.

    Zitiert in: Millennial Star, August 1840, Seite 90

  3.   3.

    Journal of Wilford Woodruff, 3. April 1847, Archiv der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

  4.   4.

    Siehe Journal of Wilford Woodruff, 7. April 1847

  5.   5.

    Deseret Weekly, 17. August 1889, Seite 226

  6.   6.

    Wilford Woodruff an Blanche Woodruff, 16. September 1894; zitiert in: Daniel H. Ludlow, Hg., Encyclopedia of Mormonism, 4 Bände, 1992, 4:1582

  7.   7.

    „An Epistle to the Members of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“, Millennial Star, 14. November 1887, Seite 728

  8.   8.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Hg. G. Homer Durham, 1946, Seite 271

  9.   9.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 271

  10.   10.

    „Y. M. M. I. A. Annual Conference“, Contributor, August 1895, Seite 636

  11.   11.

    Deseret News Weekly, 26. Juni 1867, Seite 202

  12.   12.

    Deseret News: Semi-Weekly, 4. März 1873, Seite 3

  13.   13.

    Deseret Weekly, 17. August 1889, Seite 225f.

  14.   14.

    Deseret News: Semi-Weekly, 20. Juli 1875, Seite 1

  15.   15.

    Salt Lake Herald Church and Farm, 15. Juni 1895, Seite 385

  16.   16.

    Deseret News: Semi-Weekly, 20. Juli 1875, Seite 1

  17.   17.

    Deseret News, 22. Februar 1865, Seite 162

  18.   18.

    „Selfishness“, Juvenile Instructor, 15. März 1867, Seite 45

  19.   19.

    Deseret News, 26. Dezember 1860, Seite 338

  20.   20.

    Deseret News, 26. Dezember 1860, Seite 338

  21.   21.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 264

  22.   22.

    Deseret Weekly, 22. Juni 1889, Seite 823

  23.   23.

    Deseret Weekly, 17. August 1889, Seite 225

  24.   24.

    Deseret News, 24. April 1872, Seite 152

  25.   25.

    Deseret Weekly, 22. Juni 1889, Seite 823