Die Macht und Vollmacht des heiligen Priestertums

Lehren der Präsidenten der Kirche: Wilford Woodruff, (2011), 38


Gott verleiht seinem Volk das Priestertum, damit es gesegnet und erhöht werden kann.

Aus dem Leben von Wilford Woodruff

In seiner Jugend sehnte sich Wilford Woodruff danach, eine Kirche mit der wahren Priestertumsvollmacht zu finden, mit „Macht vor dem Himmel und auf der Erde“.1 In einer Ansprache von 1889 erzählte er:

„Als Junge ging ich zur Sonntagsschule. … Dort las ich das Neue Testament. Ich lernte Vers um Vers, Kapitel um Kapitel kennen. Was lehrte mich das Neue Testament? Es lehrte mich das Evangelium des Lebens und der Erlösung, ein Evangelium, dem Macht innewohnt, Macht vor dem Himmel und auf der Erde. Es lehrte mich, dass die Kirche mit Propheten, Aposteln, Hirten und Lehrern ausgestattet war, mit der Kraft, zu helfen und zu leiten. Wofür? ‚Um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.‘ [Siehe 1 Korinther 12:28; Epheser 4:11-13.]

Das alles erfuhr ich und es beeindruckte mich. Ich glaubte daran, doch hatte ich noch nie einen Geistlichen gehört, der diese Grundsätze lehrte. Als junger Mann besuchte ich die Versammlungen fast aller Religionsgemeinschaften, die es gab. Einmal besuchte ich eine der großen Versammlungen, die manchmal in Connecticut abgehalten wurden, bei denen vierzig oder fünfzig Geistliche verschiedener Glaubensrichtungen versammelt waren. Sie beteten um ein neues Pfingstereignis und für vieles andere. Bei dieser Versammlung durfte jeder etwas sagen. Ich war noch sehr jung. Ich stand auf, ging zum Gang und sagte zu den Geistlichen: ‚Meine Freunde, können Sie mir sagen, warum Sie nicht für den Glauben kämpfen, der den Heiligen anvertraut wurde? Können Sie mir sagen, warum Sie nicht für das Evangelium kämpfen, das Jesus Christus gelehrt hat und das seine Apostel gelehrt haben? Warum kämpfen Sie nicht für die Religion, die Ihnen vor Gott Macht verleiht, eine Macht, die bewirkt, dass Kranke geheilt werden, Blinde sehen und Lahme gehen und die Ihnen den Heiligen Geist und die Gaben und Gnadengaben schenkt, die von der Erschaffung der Welt an kundgetan wurden? Warum lehren Sie die Menschen nicht die Grundsätze, die von den alten Patriarchen und Propheten gelehrt wurden, die Offenbarung von Gott empfingen? Sie hatten den Dienst von Engeln, sie hatten Träume und Visionen und stetige Offenbarung, die sie auf dem Weg, den sie gehen sollten, anleitete und führte.‘

Der Älteste, der den Vorsitz hatte, sagte: ‚Mein lieber junger Mann, Sie wären sehr klug und auf der Welt sehr nützlich, wenn Sie nicht diese törichten Glaubensvorstellungen hätten. Dies alles ist den Menschenkindern im finsteren Mittelalter gegeben worden, damit sie erleuchtet wurden und an Jesus Christus glaubten. Heute leben wir im Glanz des strahlenden Lichts des Evangeliums und brauchen das alles nicht.‘ Da sagte ich: ‚Dann möchte ich lieber im Mittelalter leben, in einer Zeit, in der die Menschen diese Grundsätze angenommen haben.‘“2

Am 29. Dezember 1833 hörte Wilford Woodruff schließlich von bevollmächtigten Knechten Gottes das Evangelium. Er berichtete: „Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich einen Ältesten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Es war Zera Pulsipher. Er sagte mir, er sei vom Herrn inspiriert worden. Als er gerade dabei war, in seiner Scheune Getreide zu dreschen, habe die Stimme des Herrn zu ihm gesprochen und ihm gesagt, er solle sich nach Norden aufmachen, der Herr habe dort ein Werk für ihn zu tun. Darauf ging er zu Bruder [Elijah] Cheney, seinem Nachbarn, der Mitglied der Kirche war. Sie reisten sechzig Meilen zu Fuß in tiefem Schnee, und das erste Haus, bei dem sie die Eingebung hatten, dass sie anklopfen sollten, war das Haus, in dem mein Bruder und ich lebten. Sie gingen ins Haus und sprachen mit der Frau meines Bruders. Sie erzählten ihr, wer sie waren und was sie herführte. Sie erzählten ihr, dass sie dazu bewegt worden waren, nach Norden zu gehen. Sie hatten nie den Eindruck, sie sollten irgendwo Halt machen außer hier an diesem Haus. Als sie ihr von ihren Grundsätzen erzählten, sagte sie, dass ihr Mann und ihr Schwager an diese Grundsätze glaubten und schon seit Jahren dafür gebetet hatten. Sie vereinbarten einen Termin für eine Versammlung in dem Schulhaus auf unserer Farm.

Ich kam am Abend heim und meine Schwägerin erzählte mir von der Versammlung. Ich hatte Baumstämme vom Ufer des Ontariosees hergebracht (ich war im Holzhandel tätig). Ich brachte nur die Pferde auf die Weide und nahm mir nicht die Zeit, etwas zu essen, sondern ging direkt zu der Versammlung. Das Haus und der Vorgarten waren voller Menschen. Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich eine Evangeliumspredigt von Ältesten dieser Kirche. Es war genau das, wonach ich von Kindheit an gesucht hatte. Ich lud die Männer zu mir nach Hause ein. Ich lieh mir ihr Buch Mormon und blieb die ganze Nacht wach, um zu lesen. Am Morgen sagte ich Bruder Pulsipher, dass ich getauft werden wollte. Ich hatte selbst das Zeugnis empfangen, dass diese Grundsätze wahr waren. Mein Bruder und ich ließen uns taufen, wir waren die beiden ersten in diesem Landkreis.“3

Elder Pulsipher taufte Wilford Woodruff am 31. Dezember 1833 in einem Fluss und konfirmierte ihn noch am selben Tag. Drei Tage später empfing Wilford Woodruff das Aaronische Priestertum und wurde zum Amt eines Lehrers ordiniert. Das war der Beginn eines lebenslangen Dienstes im Werk des Herrn. Er sagt im Rückblick auf diesen Tag: „Meine Mission begann sofort.“4

Lehren von Wilford Woodruff

Gott vollbringt alle seine Werke durch die Macht des Priestertums.

Ich kenne kein anderes Thema in der Kirche, das für die Erdenbewohner und uns selbst wichtiger ist als das heilige Priestertum.5

Durch die Macht des Priestertums hat Gott, unser ewiger Vater, alle Welten geschaffen und alle Welten erlöst, die je erlöst wurden. Durch dasselbe Priestertum haben Männer auf der Erde in den heiligen Handlungen des Evangeliums Christi amtiert.6

Das heilige Priestertum ist die Verbindung, durch die sich Gott mit den Menschen auf Erden verständigt und mit ihnen verkehrt; und die Boten vom Himmel, die die Erde besucht haben, um den Menschen etwas mitzuteilen, sind Männer, die im Erdenleben das Priestertum getragen und in Ehren gehalten haben; und alles, was Gott zur Errettung der Menschen hat geschehen lassen, angefangen damit, dass der Mensch auf die Erde kam, bis zur Erlösung der Welt, ist und wird immer durch das immerwährende Priestertum geschehen.7

Der Herr hat nie eine Kirche auf der Erde gehabt, von der ersten Gründung bis heute, die nicht durch Offenbarung gegründet wurde, mit Propheten und Aposteln, Hirten und Lehrern, die das heilige Priestertum tragen, nämlich die Macht, die Gott dem Menschen überträgt und die ihn bevollmächtigt, für Gott zu handeln. Ohne dieses Priestertum hat seit Anbeginn der Welt kein Mensch das Recht, irgendeine heilige Handlung seines heiligen Hauses zu vollziehen, noch hat irgendein Mensch ein Anrecht auf dieses Priestertum, es sei denn, er wird von Gott berufen wie Aaron, der, wie wir wissen, durch Offenbarung berufen wurde [siehe Hebräer 5:4]. Wozu ist das Priestertum da? Es vollzieht die heiligen Handlungen des Evangeliums, ja, des Evangeliums unseres Vaters im Himmel, welcher der ewige Gott ist, der Elohim der Juden und der Gott der Andern.8

Niemand hat von Gott die Vollmacht, die heiligen Handlungen des Lebens und der Erlösung an den Menschenkindern zu vollziehen, es sei denn durch die Macht des heiligen Priestertums. Die Heiligen der Letzten Tage haben die Macht dieses Priestertums.9

Ein Priestertumsträger soll das Priestertum dazu nutzen, anderen zu dienen und das Reich Gottes aufzubauen, und nicht, um sich selbst zu erhöhen.

Welch eine große Verantwortung, dieses himmlische, ewige, immerwährende Priestertum zu tragen! Wir werden darüber berichten müssen. Apostel, Siebziger, Hohe Priester, Älteste und alle Männer, die einen Teil dieses Priestertums tragen, das uns gegeben wurde, werden darüber Rechenschaft ablegen müssen.10

Uns wurde eine Arbeit auferlegt. Sie wurde Joseph Smith aufgetragen, ebenso Brigham Young, den Zwölf Aposteln und uns allen, und wir werden schuldig gesprochen werden, wenn wir sie nicht vollbringen. Das werden wir feststellen, sobald wir auf die andere Seite des Schleiers gelangen. … Wie oft habe ich schon nachgedacht und mir gewünscht, ich könnte die Verantwortung, die ich Gott gegenüber habe, und die Verantwortung, die jeder Mann hat, der in dieser Generation das Priestertum trägt, ganz begreifen. Aber ich sage euch, Brüder: Ich glaube, dass unser Herz zu sehr auf Weltliches gerichtet ist. Wir erkennen unsere gewaltige Verantwortung gegenüber Gott, dem Himmel und der Erde nicht so, wie es Männer, die in dieser Generation das heilige Priestertum tragen, tun sollten. Ich glaube, dass wir zu weit vom Herrn entfernt sind.11

Wenn wir, die wir das heilige Priestertum tragen, es für irgendeinen anderen Zweck unter dem Himmel gebrauchen als für den Aufbau des Reiches Gottes, dann verlieren wir unsere Macht. … Eine ganze Reihe von Männern – die ein hohes Amt im Priestertum hatten, selbst das Apostelamt – haben das versucht, nämlich sich aufgrund der Vollmacht des Priestertums selbst zu erhöhen. Und was ist aus ihnen geworden? Über ihre Macht und Vollmacht kann man getrost sagen, sie ist dahin. … Denken wir darüber nach. Ich sage dies zu mir selbst. Ich sage es zu den Aposteln, Siebzigern und Hohen Priestern. Ihr könnt das Priestertum einzig und allein dafür einsetzen, das Reich Gottes aufzubauen und den Willen Gottes zu tun; wenn ihr versucht, etwas anderes zu tun, wird euch die Macht genommen werden.12

Ich habe schon immer mit großem Interesse die Offenbarung gelesen, die Joseph Smith als Antwort auf sein Gebet im Gefängnis von Liberty empfing [siehe LuB 121:34-46]. Diese Offenbarung Gottes an diesen Mann, die ja nur aus wenigen Sätzen besteht, enthält meines Erachtens genauso viele Grundsätze wie jede andere Offenbarung, die Gott dem Menschen gegeben hat. Er gab Joseph Smith zu verstehen, dass dieser das Priestertum trug, das nach der Ordnung Gottes, nach der Ordnung Melchisedeks ist, das gleiche Priestertum, mit dem Gott selbst alle seine Werke im Himmel und auf der Erde vollbringt. Jeder, der das Priestertum trägt, hat ebendiese Macht. Dieses Priestertum steht mit dem Himmel in Verbindung, es hat die Macht, die Himmel zu bewegen und die Werke des Himmels zu vollbringen. Immer wenn ein Mann diese Berufung groß macht, übergibt Gott ihn in die Obhut von Engeln, und sein Wirken ist sowohl in dieser als auch in der nächsten Welt wirksam und gültig. Gebraucht aber dieser Mann sein Priestertum zu irgendeinem anderen Zweck als zum Aufbau des Reiches Gottes, wozu es gegeben wurde, dann ziehen sich die Himmel zurück, die Macht des Priestertums verlässt ihn und er bleibt sich selbst überlassen, um in Finsternis zu wandeln und nicht im Licht. Das ist für jeden Mann, ob in dieser oder in einer anderen Generation, der Schlüssel zum Abfall vom Glauben.13

Uns ist das Priestertum gegeben worden, und wenn wir es nicht auf die rechte Weise nutzen, stehen wir unter Schuldspruch. Nehmen wir also die Verantwortung auf unsere Schultern und führen wir dieses Reich weiter. Bemühen wir uns um den Heiligen Geist, um die Macht des Evangeliums Jesu Christi, die uns anvertraut wurde; und wenn wir das tun, wird der Segen Gottes auf unseren Anstrengungen ruhen.14

Der Herr unterstützt jeden Mann, der auch nur einen Teil des Priestertums trägt, ob Priester, Ältester, Siebziger oder Apostel, wenn er nur seine Berufung groß macht und seine Pflicht erfüllt.15

Ich freute mich einmal sehr darüber, wie einige Diakone ihre Berufung groß machten. … Sie gingen durch die Stadt und hackten bei jeder Witwe in der ganzen Stadt alles Holz. Bruder [George] Teasdale, der Präsident des Pfahles, hatte drei oder vier Klafter Zedernholz auf dem Grundstück liegen. Eines Abends kam er nach Hause und stellte fest, dass es verschwunden war. Er wunderte sich, was geschehen war, aber als er sich überall umschaute, stellte er fest, dass das ganze Holz zerkleinert in seinem Holzschuppen lag. Sie hatten ihre Berufung wahrhaftig groß gemacht.

Heute befinden wir uns in gewisser Hinsicht in einer außergewöhnlichen Lage. Wir müssen dem Herrn vertrauen und das tun, was recht ist. Ich weiß, dass das Priestertum gegeben wurde, damit die Menschen errettet werden und die heiligen Handlungen für die Lebenden und die Toten vollzogen werden können. Zehntausende sind in der Geisterwelt durch ihre Nachkommen erlöst worden, die hier auf der Erde leben und die Schlüssel zur Erlösung der Toten innehaben. Befreier auf dem Berg Zion sind erweckt worden, und der Herr wird als König herrschen, wie der Prophet Obadja prophezeit hat [siehe Obadja 1:21]. Dieses Volk ist nun dabei, dieses Werk zu tun. Der Herr ist mit euch, und eure Vorfahren in der Geisterwelt freuen sich. Wir wollen also glaubenstreu sein, während wir hier sind. Gott hat uns dazu bestimmt, dieses Priestertum zu tragen. Aus den Millionen von Menschen auf der Erde hat der Herr eine Hand voll Männer auserwählt, sein Priestertum zu tragen, zu ordinieren, aufzubauen, die Welt zu warnen, den Menschen das Evangelium zu predigen. Ich hoffe, dass meine Brüder, die dieses Priestertum tragen, dessen Wert nie vergessen. …

Lasst uns wahrhaftig und glaubenstreu sein. Lasst nicht zu, dass wir uns vom Priestertum oder vom Reich Gottes lösen. Gehen wir im persönlichen Gebet vor den Herrn und rufen wir seinen heiligen Namen an. Darin liegt unsere Kraft.16

Wenn wir unseren Bündnissen und Aufgaben treu bleiben, erhalten wir die Segnungen des Priestertums in diesem und im nächsten Leben.

Wenn der Herr den Menschenkindern in Verbindung mit dem Priestertum Gaben schenkt, sind diejenigen, die die Gaben erhalten, verantwortlich dafür, wie sie sie nutzen.17

Übt ein Apostel, Präsident, Bischof oder irgendein Priestertumsträger sein Priestertum aus, wirkt er mit der Vollmacht des Herrn Jesus Christus. Dann ist das Priestertum wirksam und all die Segnungen, die ein Knecht Gottes den Menschen zuteil werden lässt, sind sowohl in diesem als auch im zukünftigen Leben in Kraft. Wenn ich durch das heilige Priestertum einen Segen oder vom Patriarchen den Patriarchalischen Segen erhalte, dann reichen diese Gaben und Segnungen bis in die zukünftige Welt. Wenn ich in diesem Leben meinen Bündnissen treu bleibe, habe ich Anspruch auf jede Segnung, die mir gegeben wurde, denn die Vollmacht, mit der sie mir gegeben wurde, ist von Gott. Mit ihr vollziehen die Söhne des Allerhöchsten die heiligen Handlungen des Lebens und der Erlösung an den Menschenkindern, und diese offiziellen Handlungen sind für die Betreffenden in der nächsten Welt wie in diesem Leben wirksam. Das sind die wahren Reichtümer, die in alle Ewigkeit Bestand haben, und wir haben durch diese Segnungen, die das Evangelium mit sich bringt, die Macht, einmal unseren Körper wiederzuerlangen und unsere Identität in Ewigkeit zu bewahren. Ja, darauf haben wir kraft des heiligen Priestertums Anspruch.18

Ich denke oft über die Verheißungen im Zusammenhang mit dem Priestertum nach. Der Herr sagte dazu in einer Offenbarung: „Diejenigen, die treu sind, sodass sie diese zwei Priestertümer erlangen, von denen ich gesprochen habe, und ihre Berufung groß machen, werden vom Geist geheiligt, sodass sich ihr Körper erneuern wird. … Darum wird [ihnen] alles gegeben werden, was mein Vater hat. Darum: Alle diejenigen, die das Priestertum empfangen, die empfangen diesen Eid und Bund meines Vaters, den er nicht brechen kann und der unverrückbar ist.“ [Siehe LuB 84:33-40.] … Nun frage ich mich manchmal: Begreifen wir das wirklich? Begreifen wir, dass wir, Erben Gottes und Miterben Jesu Christi werden, wenn wir uns an die Gesetze des Priestertums halten? Ich erkenne, dass unsere Augen nicht gesehen haben, unsere Ohren nicht gehört haben, noch unser Herz begriffen hat, dass wir die Herrlichkeit nicht erfassen, die für die Glaubenstreuen bereitet ist [siehe 1 Korinther 2:9].19

Was für Männer und Frauen sollen wir sein, die wir berufen sind, an diesem großen Werk der Letzten Tage mitzuarbeiten? Wir sollen Männer und Frauen des Glaubens sein, die mutig für die Wahrheit einstehen, die uns offenbart und anvertraut wurde. Wir sollen rechtschaffene Männer und Frauen sein, die Gott und seinem heiligen Priestertum und einander treu sind. Wir dürfen nicht zulassen, dass Häuser oder Land, Gold oder Silber oder eines der Güter der Welt uns davon abbringen, das große Ziel zu verfolgen, das zu erreichen Gott uns gesandt hat. Wir haben ein hohes Ziel, eine hohe Bestimmung und dürfen unseren Vater niemals enttäuschen, auch nicht die himmlischen Heerscharen, die über uns wachen. Wir dürfen die Millionen in der Geisterwelt nicht enttäuschen, die ebenfalls über uns wachen, und zwar mit einem Interesse und einem Eifer, die wir nicht einmal annähernd begriffen haben. Das sind große und mächtige Werke, die Gott von uns fordert. Wir wären der Errettung nicht würdig, wir wären des ewigen Lebens im Reich unseres Gottes nicht würdig, wenn uns etwas von der Wahrheit oder von der Liebe zur Wahrheit abbringen könnte.20

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite V-IX.

  1. Welche Eingebungen führten den jungen Wilford Woodruff dazu, nach der wahren Kirche zu suchen (siehe Seite 35ff.)? Was hatten diese Eindrücke mit dem Priestertum zu tun?

  2. Lesen Sie noch einmal Seite 38 und 39 und achten Sie darauf, was der Herr durch die Macht des Priestertums bewirkt. Wie tragen Priestertumsträger zum Werk des Herrn bei?

  3. Warum ist es sowohl für Männer als auch für Frauen wichtig, über das Priestertum Bescheid zu wissen?

  4. Wie sind Sie schon durch das Priestertum gesegnet worden?

  5. Wenn Sie Präsident Woodruffs Aussagen über die Aufgaben des Priestertumsträgers lesen, welche konkreten Grundsätze erkennen Sie da (siehe Seite 39ff.)?

  6. Welche Einstellung und welches Verhalten führen laut Präsident Woodruff dazu, dass sich die Himmel von einem Priestertumsträger zurückziehen? Warum kann ein Mann das Priestertum auf keinen Fall zu seinem persönlichen Vorteil einsetzen (siehe Seite 39-42; siehe auch LuB 121:34-40)? Wie muss ein Priestertumsträger leben, damit er „Kraft erhält, das Werk des Himmels zu verrichten“ (siehe Seite 40-42; siehe auch LuB 121:41-46)?

  7. Was bedeutet es, eine Berufung im Priestertum groß zu machen (siehe Seite 41f.)? Haben Sie schon erlebt, dass ein Bruder seine Berufung im Priestertum groß gemacht hat? Welche Beispiele kennen Sie?

  8. Gehen Sie noch einmal den letzten Abschnitt des Kapitels durch (Seite 42ff.) Inwiefern bringt das Priestertum sowohl in diesem als auch im nächsten Leben Segnungen?

Einschlägige Schriftstellen: Johannes 15:16; Hebräer 5:4-6; Alma 13:1-20; LuB 84:17-48; 107:18-20; 5. Glaubensartikel.

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Deseret Weekly, 6. April 1889, Seite 450

  2.   2.

    Deseret Weekly, 6. April 1889, Seite 450

  3.   3.

    Deseret Evening News, 1. März 1897, Seite 1

  4.   4.

    „The Rights of the Priesthood“, Deseret Weekly, 17. März 1894, Seite 381

  5.   5.

    Deseret Weekly, 17. März 1894, Seite 381

  6.   6.

    Deseret Weekly, 6. April 1889, Seite 450

  7.   7.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Hg. G. Homer Durham, 1946, Seite 64

  8.   8.

    Deseret News: Semi-Weekly, 30. Juli 1878, Seite 1

  9.   9.

    Deseret Weekly, 17. März 1894, Seite 381

  10.   10.

    Deseret Weekly, 2. März 1889, Seite 294

  11.   11.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 102

  12.   12.

    Conference Report, April 1880, Seite 83

  13.   13.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 67f.

  14.   14.

    Deseret News: Semi-Weekly, 6. Juli 1880, Seite 1

  15.   15.

    Deseret Weekly, 7. November 1896, Seite 641

  16.   16.

    Deseret Weekly, 17. März 1894, Seite 381f.

  17.   17.

    Deseret Weekly, 17. März 1894, Seite 381

  18.   18.

    Deseret News, 26. Februar 1862, Seite 273

  19.   19.

    Deseret News: Semi-Weekly, 15. Januar 1883, Seite 1

  20.   20.

    Deseret News: Semi-Weekly, 18. Oktober 1881, Seite 1