Der Heilige Geist und persönliche Offenbarung

Lehren der Präsidenten der Kirche: Wilford Woodruff, (2011), 50


Gemäß unserer Glaubenstreue können wir den Heiligen Geist, der uns erleuchtet und leitet und uns zu ewigem Leben führt, als Begleiter empfangen.

Aus dem Leben von Wilford Woodruff

Im Oktober 1880 sagte Präsident Wilford Woodruff den Heiligen, dass ihm kürzlich Präsident Brigham Young, der 1877 verstorben war, und Präsident Heber C. Kimball, der 1868 verstorben war, erschienen seien. „Als wir unser Ziel erreichten“, erzählte Präsident Woodruff, „fragte ich Präsident Young, ob er uns predigen wolle. Er sagte: ‚Nein, ich habe mein Zeugnis im Fleisch vollendet. Ich spreche nicht mehr zu diesem Volk.‘ ‚Aber‘, so sagte er, ‚ich bin gekommen, um dich zu sehen; ich bin gekommen, um über dich zu wachen und zu erfahren, wie es dem Volk der Kirche geht.‘ Dann sagte er: ‚Lehre die Mitglieder – und befolge diesen Rat auch selbst –, dass sie sich anstrengen und so leben müssen, dass sie den Heiligen Geist empfangen können, denn ohne ihn kann man das Reich Gottes nicht aufbauen; ohne den Geist Gottes läuft man Gefahr, in der Finsternis zu wandeln, und man läuft Gefahr, seine Berufung als Apostel und Ältester in der Kirche und dem Reich Gottes nicht zu erfüllen.‘“1

Dieser Rat war Präsident Woodruff nicht neu. Seine Brüder kannten ihn als „einen Mann, der für die Eingebungen des Geistes des Herrn empfänglich war und der sich in der Erfüllung seiner Pflicht viel mehr von Inspiration leiten ließ als von der Gabe der Weisheit oder der Urteilskraft, die er selbst besaß“.2 Er erzählte oft von einem Erlebnis, das er mit der Eingebung des Geistes gehabt hatte. Es ereignete sich, als er mit seiner Familie in den Osten der Vereinigten Staaten reiste, wohin er auf Mission berufen worden war. Er sagte:

„Eines Abends fuhr ich meinen Wagen in den Hof von Bruder Williams [ein Mitglied der Kirche]. Bruder Orson Hyde [vom Kollegium der Zwölf Apostel] stellte seinen Wagen neben meinen. Meine Frau und meine Kinder waren mit mir im Wagen. Nachdem ich die Pferde auf die Weide gebracht und zu Abend gegessen hatte, legte ich mich im Wagen zum Schlafen nieder. Ich war kaum ein paar Minuten dort, da sagte der Geist zu mir: ‚Steh auf und stell den Wagen woanders ab.‘ Ich sagte meiner Frau, ich müsse aufstehen und den Wagen woanders abstellen. Sie sagte: ‚Wozu?‘ Ich sagte: ‚Ich weiß es nicht.‘ Mehr Fragen stellte sie in solchen Situationen nicht; wenn ich sagte, ich wisse es nicht, genügte das. Ich stand auf und stellte den Wagen woanders ab. … Dann sah ich mich um und ging zu Bett. Derselbe Geist sagte: ‚Geh und hol deine Tiere von der Eiche fort.‘ … Ich ging los, holte meine Pferde und brachte sie zu einer Gruppe Hickorybäume. Wieder ging ich zu Bett.

Dreißig Minuten später erhob sich ein Wirbelwind und brach die Eiche etwa einen halben Meter über dem Boden ab. Der Baum wurde über drei, vier Zäune geschleudert und fiel direkt in den Hof neben Bruder Orson Hydes Wagen, genau auf die Stelle, wo mein Wagen gestanden hatte. Was wäre geschehen, wenn ich nicht auf den Geist gehört hätte? Zweifellos wären meine Frau, meine Kinder und ich umgekommen. Das war die leise, sanfte Stimme, die zu mir sprach – kein Erdbeben, kein Donner, kein Blitz – einfach nur die leise, sanfte Stimme des Geistes Gottes. Sie rettete mir das Leben. Ich hatte den Geist der Offenbarung empfangen.“3

Präsident Woodruff betonte, wie notwendig es ist, dass alle Mitglieder der Kirche vom Heiligen Geist geführt werden, indem sie nach persönlicher Offenbarung trachten. Er versicherte: „Die Kirche Gottes würde keine vierundzwanzig Stunden ohne Offenbarung überleben.“4

Lehren von Wilford Woodruff

Der Heilige Geist ist eine Person aus Geist, die von Gott Vater, von Jesus Christus und von der Wahrheit des Evangeliums Zeugnis gibt.

Der Heilige Geist ist eine Person der Gottheit. Gott der Vater und Gott der Sohn besitzen einen Körper aus Fleisch und Gebein, und Gott selbst hat den Menschen als sein Abbild erschaffen; aber der Heilige Geist ist eine Person aus Geist, die den Menschenkindern vom Vater und vom Sohn Zeugnis gibt [siehe LuB 130:22].5

Was ist das größte Zeugnis, das ein Mensch im Hinblick darauf, dass dies das Werk Gottes ist, haben kann? Ich sage euch, welches das größte Zeugnis ist, das ich je erhalten habe, das sicherste Zeugnis: Es ist das Zeugnis des Heiligen Geistes, das Zeugnis vom Vater und vom Sohn.6

Unsere Augen und Ohren können von der Arglist und den Machenschaften der Menschen getäuscht werden, aber der Heilige Geist täuscht niemanden.7

In der Schrift heißt es, dass es der Geist im Menschen ist, des Allmächtigen Hauch, der ihn verständig macht [siehe Ijob 32:8]. Dies ist der Grundsatz, nach dem wir die Wahrheit und die Macht des Evangeliums, das wir erhalten haben, kennen lernen. Die Grundsätze des ewigen Lebens werden uns durch die Inspiration des Heiligen Geistes offenbart, denn dieser Geist ruht auf uns und beeinflusst unseren Sinn. Wenn wir diese Lehren beachten und das richtige Gefühl in uns haben, begreifen wir alles so klar, wie es ist.8

Jeder glaubenstreue Heilige der Letzten Tage kann die Gabe des Heiligen Geistes empfangen, die größte Gabe, die jemand im Erdenleben erhalten kann.

Jeder Mensch, der je von seinen Sünden umgekehrt ist und zur Sündenvergebung, nach der Ordnung Gottes und dem Sinnbild Jesu Christi, getauft worden ist, der als Sinnbild für Christi Tod im Wasser begraben worden und als Sinnbild für seine Auferstehung wieder hervorgekommen ist, hat ein Anrecht auf den Heiligen Geist. Das ist ihm verheißen und er hat Anspruch darauf. Jeder hat das Recht, in den Genuss all dessen zu kommen, und wenn er dann den Heiligen Geist und dessen Gaben empfängt, erhält er Inspiration, Licht und Wahrheit, er hat Augen, um zu sehen, Ohren, um zu hören, und ein Herz, um zu verstehen.9

Wenn ihr den Heiligen Geist bei euch habt – und jeder sollte ihn bei sich haben –, dann kann ich euch versichern: Es gibt keine größere Gabe, keine größere Segnung und kein größeres Zeugnis, die je ein Mensch auf der Erde erhalten kann. Euch mögen Engel dienen, ihr mögt viele Zeichen und Wunder auf Erden erleben, aber ich behaupte, dass die Gabe des Heiligen Geistes die größte Gabe ist, die einem Menschen zuteil werden kann. Durch diese Macht haben wir das vollbracht, was wir vollbracht haben. Diese Gabe trägt uns durch alle Verfolgungen, Prüfungen und Schwierigkeiten, die über uns kommen.10

Jeder Mensch, der in die Kirche Gottes aufgenommen und zur Sündenvergebung getauft worden ist, hat ein Recht auf Offenbarung, ein Recht auf den Geist Gottes, der ihn unterstützt – in seiner Arbeit, in seinem Wirken für seine Kinder und wenn er seinen Kindern und denen, über die zu präsidieren er berufen ist, Rat gibt. Der Heilige Geist ist nicht nur auf die Männer oder die Apostel und Propheten beschränkt, sondern jeder glaubenstreue Mann, jede glaubenstreue Frau und jedes Kind, das alt genug ist, das Evangelium Christi anzunehmen, haben ein Anrecht darauf.11

Wir müssen uns mit der leisen, sanften Stimme des Heiligen Geistes, der Stimme der Offenbarung, vertraut machen.

Es gibt eine bestimmte Ordnung, wie für die Leitung der Kirche Offenbarung vom Herrn empfangen wird. Es gibt nur einen einzigen Menschen auf der Erde, der diese Macht innehat. Aber jedes einzelne Mitglied genießt das Recht, Offenbarung vom Herrn zu erlangen, um in seinen eigenen Angelegenheiten geführt zu werden und um das Zeugnis zu erhalten, ob eine Lehre oder Bewegung, die in der Öffentlichkeit Zuspruch findet, wahr ist.12

Was ist Offenbarung? Sie ist die Inspiration, die der Mensch vom Heiligen Geist empfängt. Joseph Smith sagte einmal zu Bruder John Taylor: „Bruder Taylor, wenn du auf die Eindrücke des Geistes Gottes achtest, wenn du auf die Einflüsterungen des Geistes achtest und sie ausführst, dann verinnerlichst du das Prinzip Offenbarung und lernst diesen Geist und diese Macht kennen und verstehen.“ Das ist der Schlüssel, der Grundstein zu aller Offenbarung. … Ich selbst habe mich bemüht, mich mit diesem Geist vertraut zu machen und zu erfahren, wie er wirkt.13

Wer von euch hat schon Offenbarung empfangen? Wer von euch hat die Einflüsterungen des Geistes Gottes, die leise, sanfte Stimme, erlebt? … Ich habe schon viele Zeugnisse erhalten, seit ich mit dieser Kirche, diesem Reich in Verbindung stehe. Bisweilen wurde ich mit gewissen Gaben und Gnadengaben gesegnet, mit Offenbarungen und Kundgebungen; doch dessen ungeachtet habe ich nie etwas gefunden, worauf ich mich so sehr verlassen konnte wie auf die leise, sanfte Stimme des Heiligen Geistes.14

Der Mensch neigt dazu, zu viel oder zu Großes zu erwarten, sodass er oft den Geist Gottes und die Inspiration des Allmächtigen nicht erkennt. Wir finden den Geist Gottes nicht im Donner oder im Sturm, sondern in der leisen, sanften Stimme [siehe 1 Könige 19:11,12].15

Mit der Gabe des Heiligen Geistes erhalten wir Segnungen, durch die wir in diesem Leben Führung erlangen und die uns auf das ewige Leben vorbereiten.

Umgib einen Menschen mit allem Reichtum und aller Herrlichkeit, die man sich nur vorstellen kann – ist er dann zufrieden? Nein, da ist immer noch eine schmerzende Leere. Zeig mir dagegen einen Bettler auf der Straße, der den Heiligen Geist besitzt, dessen Sinn mit diesem Geist und dieser Macht erfüllt ist, und ich zeige dir einen Menschen, der inneren Frieden hat, der wahre Reichtümer besitzt und eine Freude genießt, die man aus keiner anderen Quelle erlangen kann.16

Wenn wir den Heiligen Geist bei uns haben, wenn wir uns bemühen, hier auf der Erde nach unserer Religion zu leben, sind wir, unabhängig von den Umständen, das glücklichste Volk auf Gottes Fußschemel. Es kommt nicht darauf an, ob wir reich oder arm sind, ob wir Glück oder Leid erfahren – wenn jemand nach seiner Religion lebt und die Gunst und den Geist Gottes genießt, macht es nichts aus, was auf Erden geschieht. Das Land mag von Erdbeben, Krieg, Feuer oder Schwert heimgesucht werden, aber er spürt, dass für ihn alles in Ordnung ist. Ich empfinde es so.17

Jeder, der diesen Geist empfängt, hat einen Tröster, einen Führer, der ihn anweist und leitet. Dieser Geist offenbart jedem Menschen, der Glauben hat, Tag für Tag das, was für ihn von Nutzen ist. … Diese Inspiration von Gott, die er seinen Kindern in jedem Zeitalter der Welt gibt, gehört zu den notwendigen Gaben, die der Mensch braucht und die es ihm ermöglichen, im Glauben zu wandeln, voranzugehen und alle Anweisungen, Gebote und Offenbarungen zu erfüllen, die Gott seinen Kindern gegeben hat, um sie in diesem Leben zu führen und anzuleiten.18

Jeder Mensch sollte den Geist Gottes empfangen und dann das tun, was er ihm gebietet. Das ist Offenbarung. Es kommt nicht darauf an, was der Geist euch zu tun eingibt, denn er wird euch nie eingeben, etwas Falsches zu tun.19

Wir sind von bösen Geistern umgeben, die gegen Gott und alles streiten, was zum Aufbau seines Reiches beiträgt. Deshalb brauchen wir den Heiligen Geist, damit wir diese Einflüsse überwinden können. … …

Dies ist der Geist, den wir besitzen müssen, um Gottes Absichten auf der Erde ausführen zu können. Wir brauchen ihn mehr als jede andere Gabe. … Wir sind von Feinden umgeben, wir sind von Finsternis und Versuchungen umgeben, und wir brauchen die Führung des Geistes Gottes. Wir müssen zum Herrn beten, bis er uns den Tröster gibt. Das wird uns verheißen, wenn wir uns taufen lassen. Er ist der Geist des Lichts, der Wahrheit und der Offenbarung, und er kann gleichzeitig bei uns allen sein.20

Ihr werdet feststellen, dass wir in Nebel und Finsternis und Schwierigkeiten geraten und ziellos umherwandern, sobald wir versuchen, etwas anderes zu tun, als die Anweisungen des Heiligen Geistes auszuführen. Jeden Tag unseres Lebens brauchen wir die Macht des Herrn, die Macht seines Heiligen Geistes und die Kraft des Priestertums, damit wir wissen, was wir tun sollen. Wenn wir so vor dem Herrn leben, wird uns der Geist jeden Tag offenbaren, was unsere Aufgaben sind. Womit wir auch befasst sind, wir müssen zuerst den Willen des Herrn erfahren und ihn dann ausführen, dann wird unsere Arbeit gelingen und dem Herrn gefallen.21

Mein ganzes Leben lang, in all meinem Wirken, war es immer gut, wenn ich das getan habe, was der Geist des Herrn mir eingegeben hat. Ich bin durch diese Macht bewahrt worden. … Sorgt dafür, dass ihr den Geist der Offenbarung bei euch habt. Dann seid ihr sicher und tut genau das, was der Herr von euch erwartet.22

Der Gedanke, dass wir dem Evangelium gehorchen und dadurch geheiligt und bereitgemacht werden können, ewiges Leben zu ererben, ist einer der herrlichsten Grundsätze, die dem Menschen je offenbart wurden. … Wir haben eine Hoffnung, die die Welt nicht kennt, und die den Menschen nicht in den Sinn kommen kann. Wenn sie nicht aus dem Geist Gottes geboren sind, können sie das Reich Gottes nicht einmal sehen, und sie können nicht hineinkommen, ehe sie nicht aus Wasser und Geist geboren werden [siehe Johannes 3:5], daher können sie auch nicht Anteil daran haben, was wir voll Freude erwarten und erhoffen. Ihre Augen, ihre Ohren und ihr Herz sind nicht geöffnet, um die Macht des Evangeliums Christi zu sehen, zu hören und zu spüren.23

Wir aber können den Weisungen des Geistes des Herrn folgen und ihn als Führer und Begleiter bei uns haben; und wenn wir das tun, erlangen wir die Segnungen des Himmels so schnell, wie wir bereit sind, sie zu empfangen.24

Wenn wir den Geist als ständigen Begleiter haben wollen, müssen wir uns stets anstrengen und treu sein.

Mir liegt viel daran, dass wir als Volk unsere Pflicht tun, nach unserer Religion leben, dem Glauben treu bleiben und so vor dem Herrn wandeln, dass der Heilige Geist unser ständiger Begleiter ist, der uns in der Zeit, die vor uns liegt, führt. Dies ist mein Wunsch und Gebet.25

Ich weiß, dass es ein ständiger Kampf ist und wir uns immer bemühen und dem Herrn treu sein müssen, um dem Heiligen Geist nahe bleiben zu können und so zu leben, dass wir diese Segnungen empfangen können.26

Es gibt nichts, worum wir uns in diesem Erdenleben mehr bemühen müssen als um den Geist Gottes, den Heiligen Geist, den Tröster, den wir empfangen dürfen, wenn wir die Bedingungen des Evangeliums erfüllt haben.27

Die große Verheißung, die mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden ist, wie es in unserer Zeit vom Himmel offenbart wurde, ist die, dass der Heilige Geist denen zuteil wird, die aufrichtig Reue empfinden und die Verordnungen des Evangeliums befolgen. Durch den Heiligen Geist erhalten wir Kenntnis von dem, was war, was ist und was sein wird, und wir erfahren den Sinn und Willen des Vaters. Auf diese Weise offenbart der Allmächtige seine Absichten denen, die seinen Geboten gehorchen und deren Leben rein und annehmbar vor ihm ist, damit sie auf all die Ereignisse und Prüfungen vorbereitet werden, denen sie begegnen werden.

Sollte es Mitglieder der Kirche geben, die nicht aus eigener Erfahrung wissen, dass dies wahr ist, können sie sicher sein, dass sie nicht alles in Anspruch nehmen, was ihnen zusteht. Alle Heiligen sollen in enger Verbindung mit dem Heiligen Geist stehen und dadurch mit dem Vater, denn sonst laufen sie Gefahr, vom Bösen überwunden zu werden und vom Weg abzukommen.

Deshalb sagen wir den Heiligen der Letzten Tage: Der Heilige Geist wohnt nicht in unheiligen Tempeln. Wenn ihr die ganze Macht und alle Gaben eurer Religion genießen wollt, müsst ihr rein sein. Habt ihr euch irgendwelcher Schwächen, Torheiten oder Sünden schuldig gemacht, dann müsst ihr davon umkehren, das heißt, ihr müsst vollständig davon lassen. Wir können auf keine andere Weise Gott gefallen. „Mensch der Heiligkeit“ ist sein Name [siehe Mose 6:57], und er freut sich, wenn seine Kinder sich anstrengen, rein zu sein.28

Wenn wir keine Offenbarung haben, dann deshalb, weil wir nicht so leben, wie wir leben sollen, weil wir [unsere Berufungen im] Priestertum nicht so groß machen, wie wir es tun sollen; denn wenn wir es tun, bleiben wir nicht ohne Offenbarung, dann bleibt keiner ohne Frucht.29

Legen wir alle üblen Gewohnheiten ab, alles, was uns davon abhält, mit Gott in Verbindung zu treten. … Wenn solche Kleinigkeiten uns davon abhalten, unser gutes Recht zu genießen, und uns in den Augen des Herrn herabsetzen, dann müssen wir sie ablegen und unsere Entschlossenheit zeigen, den Willen unseres Vaters im Himmel zu tun und das Werk zu vollbringen, das zu vollbringen uns auferlegt ist. … Sobald mir bewusst wird, dass ich irgendetwas tue, was mich davon abhält, den Geist des Herrn zu empfangen, unterlasse ich es sofort.30

Wir bemühen uns, nach dem celestialen Gesetz Gottes zu leben. Wir predigen das Evangelium Jesu Christi und bemühen uns, seine Grundsätze in die Tat umzusetzen. Nun ist die Frage: Wird es sich auszahlen, das zu tun? Wird es sich auszahlen, glaubenstreu zu sein? Wird es sich auszahlen, für das Reich Gottes, für die Errettung und das ewige Leben, die größte aller Gaben, die Gott den Menschenkindern gewähren kann, jegliche Prüfung und Bedrängnis und Verfolgung oder selbst den Tod auf uns zu nehmen? Ich sage, dass es sich lohnt, und ich hoffe, dass die Heiligen der Letzten Tage, dass alle, die Vollmacht haben, dass wir alle vor dem Herrn treu sein können, nicht vergessen zu beten, uns um den Heiligen Geist bemühen und uns darum bemühen, den Sinn und Willen Gottes zu erfahren, damit wir wissen, auf welchem Weg wir gehen sollen, damit wir den Geist des Herrn und den Heiligen Geist erlangen und damit wir die Welt überwinden und unsere Berufung groß machen, bis unsere Bewährungszeit zu Ende ist.31

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen siehe Seite V-IX.

  1. Was lernen Sie aus den Geschichten auf Seite 46 und 47?

  2. Was haben Sie, nachdem Sie sich mit diesem Kapitel befasst haben, über den Heiligen Geist und seine Aufgaben gelernt?

  3. Gehen Sie noch einmal den zweiten Absatz auf Seite 49 vollständig durch. Warum können wir die Gabe des Heiligen Geistes als „die größte Gabe“ betrachten, die wir im Erdenleben erhalten können? Gehen Sie noch einmal den letzten Absatz des Kapitels auf Seite 54f. durch. Wie bereitet uns die Gabe des Heiligen Geistes auf das ewige Leben vor, „die größte aller Gaben“?

  4. Wie können Präsident Woodruffs Aussagen dazu beitragen, dass wir die Eingebungen des Heiligen Geistes erkennen (siehe Seite 47, 50; siehe auch LuB 6:15,22,23; 11:12-14)? Warum ist es wichtig, daran zu denken, dass der Heilige Geist üblicherweise als „leise, sanfte Stimme“ zu vernehmen ist?

  5. Lesen Sie den Absatz, der unten auf Seite 50 beginnt. Was zählt zu den „wahren Reichtümern“, die wir erhalten können, wenn wir den Heiligen Geist mit uns haben (siehe Seite 50 bis 53)?

  6. Überlegen Sie, wie Sie schon einmal vom Heiligen Geist geführt wurden. Inwiefern sind Sie schon durch den Heiligen Geist gesegnet worden?

  7. Lesen Sie noch einmal den letzten Abschnitt des Kapitels (Seite 53ff.). Warum müssen wir uns beständig bemühen, damit der Heilige Geist immer mit uns sein kann? Was kann uns davon abhalten, den Einfluss des Heiligen Geistes zu spüren? Was kann dazu beitragen, dass wir den Einfluss des Heiligen Geistes spüren?

Einschlägige Schriftstellen: Johannes 14:26; 15:26; 16:13; 1 Korinther 2:9-14; 1 Nephi 10:17-19; 2 Nephi 32:1-5; Moroni 10:5; LuB 8:2,3; 14:7

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Hg. G. Homer Durham, 1946, Seite 290; siehe auch Seite 289

  2.   2.

    Joseph F. Smith, Gospel Doctrine, 5. Aufl., 1939, Seite 171

  3.   3.

    Deseret Weekly, 5. September 1891, Seite 323

  4.   4.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 61

  5.   5.

    Deseret Weekly, 21. September 1889, Seite 393

  6.   6.

    Deseret News: Semi-Weekly, 7. September 1880, Seite 1

  7.   7.

    Deseret News: Semi-Weekly, 30. Juli 1878, Seite 1

  8.   8.

    Deseret News, 26. Juni 1861, Seite 130

  9.   9.

    Deseret News: Semi-Weekly, 2. Mai 1876, Seite 4

  10.   10.

    Deseret Weekly, 6. April 1889, Seite 451

  11.   11.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 53

  12.   12.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 54

  13.   13.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 45f.

  14.   14.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 45

  15.   15.

    Journal of Wilford Woodruff, 20. Januar 1872, Archiv der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

  16.   16.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 5

  17.   17.

    Deseret News: Semi-Weekly, 20. Juli 1875, Seite 1

  18.   18.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 7f.

  19.   19.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 293f.

  20.   20.

    Deseret Weekly, 7. November 1896, Seite 643

  21.   21.

    Deseret News, 4. März 1857, Seite 411

  22.   22.

    Conference Report, April 1898, Seite 31

  23.   23.

    Deseret News: Semi-Weekly, 4. März 1873, Seite 3

  24.   24.

    Deseret News, 26. Dezember 1860, Seite 338

  25.   25.

    Deseret Weekly, 6. März 1897, Seite 371

  26.   26.

    Deseret News: Semi-Weekly, 20. Juli 1875, Seite 1

  27.   27.

    Contributor, August 1895, Seite 637

  28.   28.

    „Epistle“, Woman’s Exponent, 15. April 1888, Seite 174; aus einem Brief, den Präsident Woodruff im Namen des Kollegiums der Zwölf Apostel schrieb

  29.   29.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 51

  30.   30.

    Deseret News, 26. Februar 1862, Seite 274

  31.   31.

    The Discourses of Wilford Woodruff, Seite 129