Das Leben und das geistliche Wirken von Wilford Woodruff

Lehren der Präsidenten der Kirche: Wilford Woodruff, (2011), xvi


Gott wirket oft geheimnisvoll die Wunder seiner Macht. Er wandelt auf dem stürmschen Meer und hilft aus Not und Nacht.“1 So beginnt Präsident Wilford Woodruffs Lieblingslied, „Gott wirket oft geheimnisvoll“.

„Er liebte dieses Lied“, sagte Präsident Heber J. Grant, der zu der Zeit Apostel war, als Wilford Woodruff Präsident der Kirche war. „Sicher haben wir es in unseren wöchentlichen Versammlungen im Tempel manchmal zweimal im Monat gesungen. Es verging kaum ein Monat, in dem Bruder Woodruff sich dieses Lied nicht wünschte. Er glaubte mit ganzem Herzen und ganzer Seele an dieses Werk und mühte sich mit der ganzen Macht, die Gott ihm gab, es weiter voranzutreiben.“2

Matthias F. Cowley, der ebenfalls mit Präsident Woodruff diente, sagte einmal: „Vielleicht hat niemand in der Kirche die Wahrheit der Worte ‚Gott wirket oft geheimnisvoll die Wunder seiner Macht‘ tiefer empfunden als Wilford Woodruff. Er war so geistig gesinnt und hatte sich dem Dienst Gottes so vollständig verschrieben, dass ihm sein Leben lang viele wunderbare Kundgebungen der Absichten Gottes zuteil wurden. Sein Glaube beruhte nicht auf Wundern, sie bestätigten nur, was er von ganzem Herzen glaubte und was die heiligen Schriften seiner Ansicht nach lehrten.“3

Wie Präsident Grant und Bruder Cowley festgestellt haben, war Präsident Woodruffs Lieblingslied ein passendes Motto für sein Leben. Es beschrieb außerdem den Fortschritt der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, den er miterlebte. In dem Lied heißt es weiter:

Du furchtsam Volk, fass neuen Mut;
die Wolke, die dir droht,
ist voll Barmherzigkeit und schenkt
dir Segen groß von Gott.
Sieh, Gottes Absicht reifet schnell,
entfaltet sich mit Macht.
Mag auch die Knospe bitter sein,
süß wird der Blüte Pracht.
Unglaube trübet dir den Blick,
lässt keinen Sinn dich sehn.
Gott selbst enthüllet dir sein Tun
und lässt es dich verstehen.4

Wilford Woodruff erlebte viele bedeutende Ereignisse in der frühen Geschichte der Kirche hautnah mit und war vertraut mit den „Wolken“ des Ungemachs, die für die Glaubenstreuen schließlich zu Segnungen führten. Er erfuhr, wie bitter es ist, wenn man verfolgt wird und leidet, aber auch, wie süß es dagegen ist, wenn man in allem von der Hand Gottes geführt wird. Und während sich die Wiederherstellung des Evangeliums vor seinen Augen entfaltete, erlangte er eine klare Vorstellung von Gottes Werk.

Wilford Woodruffs Kindheit und Jugend – eine solide Grundlage, die in der Familie geschaffen wurde

Wilford Woodruff erblickte am 1. März 1807 als Sohn von Aphek und Beulah Woodruff, geb. Thompson, in Farmington in Connecticut das Licht der Welt. Als er 15 Monate alt war, starb seine Mutter an Fleckfieber. Etwa drei Jahre später heiratete Aphek wieder. Wilford und seine beiden älteren Brüder wurden von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter, Azubah Hart Woodruff, großgezogen. Aphek und Azubah hatten noch sechs gemeinsame Kinder, von denen vier bereits im Säuglings- oder Kindesalter starben.

Aus Wilford Woodruffs Aufzeichnungen geht hervor, dass er weitgehend wie andere Jungen seiner Zeit aufwuchs. Er ging zur Schule und arbeitete zu Hause auf der Farm. Außerdem arbeitete er schon als kleiner Junge in der Sägemühle seines Vaters mit und sammelte Erfahrungen, die ihm zugute kamen, als er später als Erwachsener selbst eine Mühle betrieb. Zu seinem liebsten Zeitvertreib gehörte das Angeln. Zusammen mit seinen Brüdern angelte er oft Forellen im Bach, der an der Mühle seines Vaters vorbeifloss.

Er liebte seine Familie und hatte große Achtung vor seinen Eltern. Voll Bewunderung und Dankbarkeit beschrieb er seinen Vater als einen starken Mann, der immer „viel arbeitete“ und „voll Nächstenliebe, ehrlich, redlich und aufrichtig war“.5 Er erzählte auch, dass die Evangeliumsunterweisungen seiner Stiefmutter dazu beitrugen, dass er die wahre Kirche des Herrn suchte.6

Selbst als er schon älter war, waren viele seiner größten Freuden mit seinen Eltern und Geschwistern verbunden. Er schloss sich am gleichen Tag wie sein Bruder Azmon der Kirche an. Seine Freude war groß, als er seinen Vater, seine Stiefmutter und alle, die zu ihrem Haushalt gehörten, unterweisen und taufen konnte. Später sorgte er dafür, dass die Tempelarbeit für seine Mutter getan wurde – ein Vorzug, den er als ausreichenden Lohn für alle Mühen seines Lebens empfand.7

„Der Schutz und die Barmherzigkeit Gottes“

Wenn Wilford Woodruff auf seine Kindheit und Jugend zurückblickte, erkannte er die Hand des Herrn, die ihn viele Male vor dem Tod bewahrt hatte. In einem Artikel mit dem Titel „Kapitel der Unfälle“ beschrieb er einige seiner Unfälle und wunderte sich, dass er sie überlebte und noch von ihnen erzählen konnte. Beispielsweise erzählte er von einem Abenteuer zu Hause auf der Farm: „Als ich sechs Jahre alt war, wurde ich fast von einem verdrießlichen Bullen getötet. Mein Vater und ich fütterten das Vieh mit Kürbissen. Ein verdrießlicher Bulle jagte meine Kuh von dem Kürbis fort, den sie gerade fraß. Ich nahm den Kürbis, den er liegen gelassen hatte, woraufhin er mit den Hörnern nach mir stieß. Mein Vater sagte, ich solle schnell den Kürbis fallen lassen und davonrennen. Ich rannte einen steilen Hügel hinunter, nahm aber den Kürbis mit, denn ich war entschlossen, meiner Kuh zu ihrem Recht zu verhelfen. Der Bulle verfolgte mich. Als er mich fast eingeholt hatte, trat ich in ein Loch und fiel hin. Der Bulle sprang über mich hinweg, dem Kürbis hinterher, und zerfetzte ihn mit seinen Hörnern. Das hätte er auch mit mir gemacht, wenn ich nicht gestürzt wäre.“8

Er erzählte auch von einem Unfall, den er mit 17 Jahren hatte: „Ich ritt ein sehr störrisches Pferd, das ich nicht kannte, und als ich einen sehr steilen felsigen Hügel hinunterritt, nutzte das Pferd seine Chance, verließ mit einem Satz den Weg und rannte in vollem Galopp den Abhang hinunter, zwischen den Felsen hindurch, wobei es mit den Hinterbeinen ausschlug und versuchte, mich über den Kopf auf die Felsen abzuwerfen. Doch ich landete auf seinem Kopf und klammerte mich an beiden Ohren fest. Ich rechnete damit, jeden Augenblick gegen die Felsen geschmettert zu werden. Während ich rittlings auf seinem Hals saß und kein Zaumzeug hatte, um das Pferd zu führen, sondern nur seine Ohren, jagte es so schnell es konnte den Hügel hinunter, bis es gegen einen Felsen rannte und zu Boden stürzte. Ich flog in hohem Bogen etwa fünf Meter weit über seinen Kopf und die Felsen und schlug mit den Füßen auf dem Boden auf, was mir wohl das Leben rettete, denn wäre ich mit einem anderen Teil meines Körpers aufgekommen, wäre ich sicher sofort tot gewesen, denn meine Knochen zerbrachen unter mir wie Schilfrohr. Das linke Bein war an zwei Stellen gebrochen, beide Knöchel waren ausgerenkt, ein entsetzlicher Anblick, und das Pferd rollte fast über mich, als es versuchte, wieder auf die Beine zu kommen. Mein Onkel, Titus Woodruff, sah mich stürzen, holte Hilfe und trug mich in sein Haus. Von zwei Uhr nachmittags bis zehn Uhr abends lag ich ohne medizinische Versorgung da. Dann traf mein Vater zusammen mit Dr. Swift aus Farmington ein, der die Knochen richtete, die Gelenke einrenkte und mich noch in der Nacht mit der Kutsche nach Hause brachte, eine Strecke von acht Meilen. Ich litt große Schmerzen. Doch man sorgte gut für mich, und schon acht Wochen später spazierte ich draußen mit Krücken umher.“9

Wilford Woodruffs Leben wurde weiterhin bewahrt, trotz häufiger Unfälle, die er selbst als Erwachsener noch hatte. Mit 41 Jahren fasste er einmal zusammen, was ihm alles an Missgeschicken widerfahren war, und brachte seine Dankbarkeit für die schützende Hand des Herrn zum Ausdruck.

„Ich habe mir beide Beine gebrochen, eines an zwei Stellen, beide Arme, das Brustbein und drei Rippen, und beide Knöchel waren ausgerenkt. Ich bin fast ertrunken und fast erfroren, habe mich verbrüht und bin von einem wilden Hund gebissen worden, zweimal hat mich die Strömung unters Wasserrad gerissen, ich habe mehrere schwere Krankheiten überlebt und habe Gift in seiner schlimmsten Form kennen gelernt, ich bin auf einem Stapel kaputter Eisenbahnschienen gelandet, nur knapp von Kugeln verfehlt worden und unzählige Male nur um Haaresbreite entkommen.

Für mich ist es ein Wunder, dass trotz all meiner Verletzungen und Brüche noch alle Glieder gesund sind, dass es mir möglich war, die härteste Arbeit, Entbehrungen und mühsame Reisen durchzustehen, auf denen ich oft vierzig, fünfzig und einmal sogar sechzig Meilen am Tag zurückgelegt habe. Ich habe den Schutz und die Barmherzigkeit Gottes erlebt und mein Leben ist bis heute bewahrt worden. Für diesen Segen schulde ich meinem himmlischen Vater von ganzem Herzen Dank, und ich bete, dass ich meine übrigen Tage in seinem Dienst und für den Aufbau seines Reiches verbringen kann.„10

Die wahre Kirche des Herrn gesucht und gefunden

Schon in seiner Jugend wünschte sich Wilford Woodruff, dem Herrn zu dienen und von ihm zu lernen. Er sagte: „Ich beschäftigte mich schon sehr früh mit religiösen Themen.“11 Er schloss sich jedoch keiner Kirche an. Stattdessen war er entschlossen, die einzig wahre Kirche Jesu Christi zu finden. Von den Worten seiner Eltern und Freunde und von den Einflüsterungen des Geistes inspiriert kam er zu der Überzeugung, „dass die Kirche Christi in der Wildnis war, dass es einen Abfall vom reinen und makellosen Dienst vor Gott gegeben hatte und eine große Veränderung bevorstand“.12 Vor allem die Lehren eines Mannes namens Robert Mason, der prophezeit hatte, Wilford werde noch von der Frucht des wiederhergestellten Evangeliums essen, trieben ihn an (siehe Seite 1ff. in diesem Buch).

Jahre später erzählte Präsident Wilford Woodruff oft von seiner Suche nach der Wahrheit, weil er glaubte, dass andere Heilige der Letzten Tage von seinen Erfahrungen profitieren konnten.13 Er berichtete:

„Ich konnte keine Religionsgemeinschaft finden, deren Lehren, Glauben und Bräuche mit dem Evangelium Jesu Christi oder mit den heiligen Handlungen und Gaben, die die Apostel gelehrt hatten, übereinstimmten. Die Geistlichen lehrten zudem, dass es den Glauben, die Gaben, die Gnadengaben, die Wunder und die Verordnungen, die es damals unter den Heiligen gegeben hatte, nicht mehr gab und sie auch nicht mehr notwendig seien. Das glaubte ich aber nicht, außer in der Hinsicht, dass es sie wegen des Unglaubens der Menschenkinder nicht mehr gab. Ich glaubte, dass sich in jedem Zeitalter, in dem Gott eine Kirche auf der Erde hatte, der Welt dieselben Gaben, Gnadengaben und Wunder und dieselbe Macht kundtun würden. Ich glaubte, dass die Kirche Gottes erneut auf der Erde gegründet werden sollte und ich es noch erleben würde. Diese Grundsätze hatten sich mir fest eingeprägt, nachdem ich mich ausführlich mit dem Alten und Neuen Testament befasst und innig zum Herrn gebetet hatte, er möge mir zeigen, was richtig und was falsch sei, er möge mich auf den Weg der Erlösung führen, ungeachtet der Meinungen der Menschen. Die Einflüsterungen des Geistes des Herrn ließen mich im Lauf von drei Jahren wissen, dass der Herr seine Kirche und sein Reich in den Letzten Tagen auf der Erde aufrichten würde.“14

„Meine Seele sehnte sich danach“, sagte er. „Als junger Mann betete ich Tag und Nacht, dass ich es einmal erleben würde, einen Propheten zu sehen. Ich wäre tausend Meilen gegangen, um einen Propheten zu sehen oder einen Mann, der mich das lehrte, was ich in der Bibel las. Ich konnte mich keiner Kirche anschließen, weil ich damals keine Kirche fand, die diese Grundsätze vertrat. Manche mitternächtliche Stunde verbrachte ich am Ufer eines Flusses, in den Bergen oder in meiner Mühle und rief Gott an, ich möge es noch erleben, einen Propheten zu sehen oder einen Mann, der mich in den Belangen des Reiches Gottes, von denen ich gelesen hatte, unterwies.“15

Wilford Woodruffs Suche endete, als er 26 Jahre alt war. Am 29. Dezember 1833 hörte er eine Predigt von Elder Zera Pulsipher, einem Missionar der Kirche. Seine Reaktion auf Elder Pusiphers Predigt hielt er in seinem Tagebuch fest:

„Er eröffnete die Versammlung mit einigen einleitenden Worten und betete dann. Ich spürte, dass mir der Geist Gottes Zeugnis gab, dass er ein Knecht Gottes war. Dann begann er zu predigen, auch das mit Vollmacht, und als er mit seiner Ansprache fertig war, hatte ich das Gefühl, dass dies die erste Evangeliumspredigt war, die ich je gehört hatte. Es war genau das, wonach ich gesucht hatte. Ich konnte das Haus nicht verlassen, ohne vor den Leuten Zeugnis von der Wahrheit gegeben zu haben. Ich öffnete meine Augen, um zu sehen, meine Ohren, um zu hören, mein Herz, um zu verstehen, und meine Tür, um ihn aufzunehmen, der uns geistlich gedient hatte.“16

Wilford Woodruff lud Elder Pulsipher und seinen Mitarbeiter, Elijah Cheney, ein, im Haus der Woodruffs zu wohnen. Zwei Tage später ließ sich Bruder Woodruff, nachdem er einige Zeit damit verbracht hatte, das Buch Mormon zu lesen und sich mit den Missionaren zu unterhalten, taufen und wurde als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage konfirmiert. Von da an änderte sich sein Leben. Nachdem er die Wahrheit gefunden hatte, setzte er alles daran, sie anderen zu verkünden.

„Der Wunsch, hinauszugehen und das Evangelium zu predigen“

Wilford Woodruff war fest entschlossen, die Bündnisse einzuhalten, die er mit der Taufe geschlossen hatte, und war somit ein bereitwilliges Werkzeug in der Hand des Herrn, immer bereit, seinen Willen zu tun. Gegen Ende des Jahres 1834 hatte er „den Wunsch, hinauszugehen und das Evangelium zu predigen“17 und wurde als Missionar in den Südosten der Vereinigten Staaten berufen. Er wusste, dass ihn Prüfungen erwarteten und er auf seinen Reisen in Lebensgefahr kommen konnte, aber er schöpfte Kraft aus seinem Zeugnis und seinem Glauben. Später berichtete er: „Ich wusste, dass das Evangelium, das Joseph Smith vom Herrn offenbart worden war, wahr und von so großem Wert war, dass ich allen Menschen davon erzählen wollte, die noch nicht davon gehört hatten. Es war so gut und so einfach, dass ich dachte, ich könnte die Leute dazu bringen, daran zu glauben.“18

Als Wilford Woodruff seine erste Mission begann, war er gerade erst zum Priester im Aaronischen Priestertum ordiniert worden. Sein Mitarbeiter, der zum Ältesten ordiniert worden war, blieb während der ersten Prüfungen der Mission bei ihm, doch bald verließ ihn der Mut und er kehrte nach Kirtland zurück. Wilford Woodruff blieb in einem ihm unbekannten Land allein zurück. Er betete um Hilfe und setzte seine Missionsarbeit fort, wobei er Sümpfe und Feuchtgebiete durchquerte. Schließlich kam er „erschöpft und hungrig“ in Memphis, Tennessee, an.19 Gleich bei der ersten Gelegenheit, die sich ihm bot, sprach er zu vielen Zuhörern. Er berichtete:

„Ich suchte das beste Gasthaus der Stadt auf, das ein Mr. Josiah Jackson führte. Ich sagte ihm, ich sei fremd hier und hätte kein Geld. Ich fragte ihn, ob ich bei ihm übernachten könne. Er fragte mich nach meinem Beruf. Ich sagte ihm, ich sei ein Prediger und verkünde das Evangelium. Da lachte er und sagte, ich sähe nicht gerade wie ein Prediger aus. Ich konnte es ihm nicht verübeln, da alle Prediger, deren Bekanntschaft er gemacht hatte, auf einem schönen Pferd ritten oder in einer schönen Kutsche saßen, in feinen Wollstoff gekleidet waren und ein gutes Gehalt bezogen. Eher würden sie die ganze Welt untergehen lassen, als einhundertsiebzig Meilen durch den Sumpf zu waten, um Menschen zu erretten.

Der Gastwirt versprach sich einen Spaß und sagte mir deshalb, ich könne bleiben, wenn ich predigte. Er wollte sehen, ob ich predigen konnte. Ich muss gestehen, dass ich daraufhin ein wenig schelmisch wurde und ihn bat, nicht predigen zu müssen. Je mehr ich ihn bat, mich zu verschonen, desto entschlossener war Mr. Jackson, dass ich predigen sollte. …

Ich setzte mich in einen großen Raum und aß dort zu Abend. Noch ehe ich damit fertig war, füllte sich der Raum allmählich mit einigen der reichsten und vornehmsten Leute aus Memphis, die in feinen Wollstoff und Seide gekleidet waren. Ihr könnt euch wohl vorstellen, wie ich selbst aussah, nachdem ich durch den Schlamm gewandert war. Als ich zu Ende gegessen hatte, trug man den Tisch aus dem Zimmer, über die Köpfe der Menschen hinweg. Ich wurde in eine Ecke des Raumes gestellt, daneben ein Pult, auf dem sich eine Bibel, ein Gesangbuch und eine Kerze befanden. Ein Dutzend Männer umringten mich, der Gastwirt in der Mitte. Insgesamt waren etwa fünfhundert Personen gekommen, nicht, um eine Predigt zu hören, sondern um sich zu amüsieren. … Wie würde euch diese Lage gefallen – auf eurer ersten Mission, ohne einen Mitarbeiter oder Freund, aufgefordert zu werden, vor solch einem Publikum zu sprechen? Ich verbrachte eine der angenehmsten Stunden meines Lebens dort, obwohl ich gern jemand bei mir gehabt hätte.

Ich las ein Lied aus dem Gesangbuch vor und bat sie zu singen. Kein Einziger fing an zu singen. Ich sagte ihnen, ich könne nicht gut singen, aber mit der Hilfe des Herrn würde ich beten und predigen. Ich kniete mich zum Gebet nieder und die Männer, die um mich standen, knieten sich ebenfalls hin. Ich bat den Herrn, mir seinen Geist zu geben und mir das Herz der Menschen zu offenbaren. Ich versprach dem Herrn im Gebet, dass ich den Versammelten verkünden würde, was auch immer er mir eingeben mochte. Dann erhob ich mich und sprach eineinhalb Stunden lang. Es war eine der besten Predigten meines Lebens.

Ich sah das Leben meiner Zuhörer im Geist vor mir und erzählte ihnen von ihren schlechten Taten und dem Lohn, der sie erwartete. Die Männer, die um mich herum standen, ließen den Kopf sinken. Drei Minuten nachdem ich geendet hatte, war ich der Einzige im Raum.

Bald darauf brachte man mich in meinen Schlafraum, der neben einem größeren Zimmer lag, in dem viele der Männer zusammensaßen, denen ich gepredigt hatte. Ich konnte ihr Gespräch hören. Ein Mann sagte, er würde gern wissen, woher der Mormonenjunge von ihrer Vergangenheit wusste. Nach einer Weile stritten sie über einen Punkt der Lehre. Einer schlug vor, mich rufen zu lassen, damit ich den Punkt klarstellte. Der Gastwirt sagte: ‚Nein, für heute haben wir genug.‘

Am Morgen bekam ich ein gutes Frühstück. Der Gastwirt sagte, wenn ich einmal wieder in der Nähe sei, solle ich bei ihm vorbeikommen und könne so lange bleiben, wie ich wollte.„20

Im November 1836 beendete Wilford Woodruff seine Mission im Südosten der Vereinigten Staaten. In den Jahren 1835 und 1836, so berichtete er in seinem Tagebuch, war er 9805 Meilen weit gereist, hatte 323 Versammlungen abgehalten, 4 Zweige der Kirche gegründet, 70 Menschen getauft und 62 konfirmiert, 11 Brüder zum Priestertum ordiniert und 4 Menschen durch Händeauflegen geheilt. Außerdem wurde er sechsmal aus der Hand des Pöbels befreit.21 Im Juni 1835 wurde er zum Ältesten ordiniert und im Mai 1836 zum Siebziger.

Als Elder Woodruff nach Kirtland zurückkehrte, stellte er fest, dass viele Mitglieder der Kirche abtrünnig geworden waren und sich gegen den Propheten Joseph Smith stellten. „Zu der Zeit, als so viele in Kirtland abtrünnig wurden“, sagte er später, „wusste Joseph Smith, wenn er jemand begegnete, kaum, ob er ein Freund oder ein Feind war, es sei denn der Geist Gottes offenbarte es ihm. Die meisten führenden Männer bekämpften ihn.“22

Selbst „inmitten dieser Finsternis“23 blieb Wilford Woodruff dem Propheten treu und hielt an seinem Entschluss fest, das Evangelium zu predigen. Er wurde ins Erste Kollegium der Siebziger berufen und fuhr in dieser Berufung fort, von der Wahrheit Zeugnis zu geben. Er reiste zu verschiedenen Konferenzen in der Gegend. Nachdem er ein knappes Jahr in Kirtland gewesen war, folgte er der Eingebung, eine Vollzeitmission auf den Fox Islands zu erfüllen, die vor der Küste Maines lagen. Er sagte:

„Der Geist Gottes sagte zu mir: ‚Wähle dir einen Partner aus und reise direkt zu den Fox Islands.‘ Über die Fox Islands wusste ich nicht mehr als über Kolob. Aber der Herr sagte mir, ich solle gehen, also ging ich. Ich wählte Jonathan H. Hale aus, und er ging mit mir. Wir trieben dort einige Teufel aus, predigten das Evangelium und vollbrachten einige Wunder. … Ich ging auf die Fox Islands und leistete dort gute Arbeit.“24 Als Elder Woodruff auf den Fox Islands eintraf, fand er dort ein Volk vor, „das sich nach der alten Ordnung sehnte“. Später berichtete er: „Ohne näher darauf einzugehen, sage ich nur, dass ich dort über 100 Menschen taufte.“25

Weiterer Missionsdienst als Apostel des Herrn Jesus Christus

Während Elder Woodruff 1838 eine Mission auf den Fox Islands erfüllte, erhielt er eine Berufung, die seinen Missionsdienst auf sein ganzes weiteres Leben ausdehnte. „Am 9. August erhielt ich einen Brief von Thomas B. Marsh“, sagte er, „der damals der Präsident der Zwölf Apostel war. Er teilte mir mit, dass Joseph Smith, der Prophet, eine Offenbarung empfangen hatte, in der diejenigen benannt wurden, die den Platz derer einnehmen sollten, die gefallen waren: John E. Page, John Taylor, Wilford Woodruff und Willard Richards.

Präsident Marsh fuhr in seinem Brief fort: ‚Bruder Woodruff, hiermit sind Sie also bestimmt, den Platz eines der Zwölf Apostel einzunehmen. Es entspricht dem Wort des Herrn, das eben erst offenbart wurde, dass Sie rasch nach Far West kommen und sich am 26. April von den Heiligen hier verabschieden und sich in andere Gefilde jenseits des Ozeans aufmachen.‘„

Präsident Woodruff bemerkte später: „Der Inhalt des Briefes war mir schon Wochen vorher offenbart worden, aber ich hatte zu niemandem darüber gesprochen.“26

Die Anweisung, „sich in andere Gefilde jenseits des Ozeans aufzumachen“, bezog sich auf das Gebot des Herrn, dass die Zwölf eine Mission in Großbritannien erfüllen sollten. Bald nach seiner Ordinierung zum Apostel am 26. April 1839 reiste Elder Wilford Woodruff als einer der „besonderen Zeugen des Namens Christi in aller Welt“ (LuB 107:23) nach Großbritannien ab.

Später erfüllte Elder Woodruff weitere Missionen in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien. Er wurde einer der größten Missionare in der Geschichte der Kirche. Dieses Buch enthält viele Berichte über seine Erlebnisse als Missionar.

Hilfe bei der Sammlung der Heiligen

Heute werden die Mitglieder dazu angehalten, das Reich Gottes in dem Gebiet aufzubauen, wo sie leben, und so die Kirche weltweit zu stärken. In der Anfangszeit der Kirche riefen die Missionare der Kirche die Neubekehrten auf, zum Hauptsitz der Kirche auszuwandern, ob das nun in Kirtland (Ohio), im Kreis Jackson (Missouri), in Nauvoo (Illinois) oder in Salt Lake City war.

Etwa zwei Jahre nach dem Märtyrertod von Joseph und Hyrum Smith waren die Heiligen gezwungen, ihre Häuser in Nauvoo zu verlassen und eine provisorische Siedlung in Winter Quarters in Nebraska zu errichten. Elder Woodruff, der eine Mission in England erfüllt hatte, kehrte dorthin zurück, wo sich die meisten Mitglieder der Kirche befanden. Als er Winter Quarters verließ, half er mit, die Heiligen auf dem legendären Zug nach Westen zu führen, auf der Reise über die Prärie und die Berge der Vereinigten Staaten in ihr verheißenes Land im Salzseetal. Er gehörte zur ersten Abteilung der Pioniere und transportierte auf dem letzten Teil der Reise den erkrankten Präsidenten Brigham Young. Elder Woodruff war dabei, als Präsident Young sich von seinem Lager im Wagen erhob, über das Land blickte, das vor ihnen lag, und verkündete: „Es ist genug. Dies ist der richtige Ort. Fahrt weiter.“ 27

Auch später unterstützte Elder Woodruff die Heiligen dabei, sich im verheißenen Land zu sammeln. Auf einer seiner Missionen verbrachte er mit seiner Familie zweieinhalb Jahre in Kanada und im Nordosten der Vereinigten Staaten und half vielen Mitgliedern der Kirche, ins Salzseetal auszuwandern. Als er mit der letzten Gruppe dieser Mitglieder unterwegs war, erlebte er etwas, das zeigt, wie empfänglich er für die Einflüsterungen des Geistes war:

„Ich sah einen Dampfer, der zur Abfahrt bereit war. Ich ging zum Kapitän und fragte ihn, wie viele Passagiere er hatte. ‚Dreihundertundfünfzig.‘ ‚Könnten Sie hundert weitere mitnehmen?‘ ‚Ja.‘ Ich wollte ihm gerade sagen, dass wir an Bord gehen wollten, als der Geist zu mir sagte: ‚Geht nicht an Bord dieses Dampfers, weder du noch deine Begleiter.‘ In Ordnung, sagte ich. Ich wusste genug über die leise, sanfte Stimme. Ich ging nicht an Bord des Dampfers, sondern wartete bis zum nächsten Morgen. Dreißig Minuten nachdem der Dampfer abgefahren war, brach ein Feuer darauf aus. Das Rad des Dampfers wurde mit Seilen angetrieben, nicht mit Metallketten, deshalb konnten sie nicht mehr an Land steuern. Es war eine finstere Nacht, nicht eine Seele wurde gerettet. Hätte ich nicht auf diese innere Warnung gehört, wäre ich selbst an Bord gewesen mit allen meinen Begleitern.“28

Neue Aufgaben im Salzseetal

Nachdem sich die Heiligen im Salzseetal niedergelassen hatten, änderten sich Elder Woodruffs Aufgaben. Er wurde nicht mehr ins Ausland gesandt, um eine Vollzeitmission zu erfüllen. Stattdessen gehörte zu seinen Aufgaben, dass er weiteren Mitgliedern half, zum Hauptsitz der Kirche auszuwandern, dass er Besucher empfing, bei der Gesetzgebung mitwirkte und sich um die Bewässerung und Urbarmachung des Landes, den Getreideanbau und die Entwicklung landwirtschaftlicher Methoden kümmerte. Häufig besuchte er Siedlungen der Heiligen der Letzten Tage in Utah, Arizona und Idaho, predigte das Evangelium und forderte die Heiligen auf, ihren Pflichten nachzukommen.

Wilford Woodruff war von 1856 bis 1883 Assistent des Geschichtsschreibers der Kirche und von 1883 bis 1889 Geschichtsschreiber der Kirche. Dieser Zeitraum deckt den größten Teil seines Dienstes im Kollegium der Zwölf Apostel ab. Auch wenn diese Aufgabe sehr zeitaufwendig war, betrachtete er sie doch als etwas Besonderes, denn er glaubte, dass „die Geschichte dieser Kirche durch alle Zeit und in Ewigkeit bestehen wird“.29 Seine Arbeit als Geschichtsschreiber war eine Fortsetzung dessen, was er schon seit 1835 getan hatte, als er begonnen hatte, ein Tagebuch zu führen und für sich sein Leben und die Geschichte der Kirche aufzuzeichnen (siehe Seite 125ff.).

In dem ständigen Bemühen, die Kirche zu stärken, dem Gemeinwesen zu dienen und für seine Familie zu sorgen, hielt sich Wilford Woodruff an die Grundsätze, die er von seinem hart arbeitenden Vater gelernt hatte. Elder Franklin D. Richards vom Kollegium der Zwölf Apostel sagte, dass Elder Woodruff „für seine Tatkraft, seinen Fleiß und seine körperliche Ausdauer bekannt war. Obwohl er nicht groß war, konnte er Arbeiten verrichten, die einen Mann von normaler Statur völlig erschöpft hätten.“30

Elder Woodruff berichtete in seinem Tagebuch häufig von langen, schweren Arbeitstagen. Einmal erzählte er, dass er im Alter von 67 Jahren mit seinem Sohn Asahel eine knapp vier Meter hohe Leiter hinaufstieg, um Pfirsiche zu pflücken. Asahel verlor das Gleichgewicht. Bei dem Versuch, Asahel zu retten, fiel Elder Woodruff selbst von der Leiter. Er schrieb: „Ich fiel aus etwa drei Meter Höhe hinunter und schlug auf der rechten Schulter und Hüfte auf. Es tat sehr weh. Asahel war nichts passiert. Ich hatte die ganze Nacht Schmerzen und konnte kaum laufen.“31 Am nächsten Tag berichtete er: „Auch heute hatte ich noch große Schmerzen und konnte kaum laufen, aber ich ging aufs Feld und kehrte erst am Abend zurück.“32 Matthias Cowley sagte über diesen Vorfall: „Man fragt sich natürlich, was ein Mann in seinem Alter auf einem Baum verloren hatte. Zunächst einmal war es für Elder Woodruff nie eine Frage des Alters, wenn er sah, dass etwas getan werden musste und es ihm möglich war. Er war überall. … Er war jederzeit bereit, im Notfall einzugreifen. Wenn er an einem Apfelbaum einen Ast sah, der abgesägt werden musste, war er kurze Zeit, nachdem ihm der Gedanke in den Sinn gekommen war, schon oben auf dem Baum, und es fiel ihm immer schwer, jemand anders um etwas zu bitten, was er selbst tun konnte.“33

Tempelbau und Tempelarbeit

Immer wenn die Heiligen eine längere Zeit an einem zentralen Ort verweilten, bauten sie einen Tempel. Das war in Kirtland so, in Nauvoo und schließlich in Salt Lake City. Damit folgten sie der Offenbarung, die der Herr durch den Propheten Joseph Smith gegeben hatte, einer Offenbarung, die Elder Woodruff in seinem Tagebuch festhielt:

„Was war der Zweck bei der Sammlung der Juden oder des Gottesvolkes zu jedweder Zeit? Der Hauptzweck war der, dass dem Herrn ein Haus gebaut werden sollte, worin er seinem Volk die Verordnungen seines Hauses und die Herrlichkeit seines Reiches offenbaren und den Menschen die Errettung darlegen konnte. Denn es gibt bestimmte Verordnungen und Grundsätze, die an einem dafür vorgesehen Ort gelehrt und vollzogen werden müssen. Das hatte Gott schon vorgesehen, noch ehe die Welt war, und zu diesem Zweck ging Gott immer wieder daran, die Juden zu sammeln, aber sie wollten nicht. Zu demselben Zweck sammelt Gott sein Volk in den Letzten Tagen, damit es dem Herrn ein Haus baut, um es für die Verordnungen und das Endowment, für die Waschungen und Salbungen usw. bereitzumachen.“34

Elder Woodruff forderte seine Glaubensgenossen häufig auf, die Segnungen in Anspruch zu nehmen, die der Tempel bietet. Er sagte: „Meiner Meinung nach ist der Tempelbau mit das Wichtigste, was der Herr von den Heiligen der Letzten Tage in der Evangeliumszeit der Fülle erwartet, damit wir in den Tempel gehen und nicht nur die Lebenden, sondern auch unsere Toten erlösen können.“35 Mit dem für ihn typischen Eifer ging er mit gutem Beispiel voran und sorgte dafür, dass für tausende seiner Vorfahren die Arbeit getan wurde.

Wie viele andere Propheten seiner Zeit prophezeite auch Elder Woodruff, dass eine Zeit kommen sollte, in der es überall auf der Welt Tempel gibt.36 Er freute sich sehr, dass er miterlebte, wie diese Prophezeiung anfing, sich zu erfüllen, als in den ersten 46 Jahren nach der Ankunft der Heiligen im Salzseetal vier Tempel in Utah gebaut und geweiht wurden, nämlich in St. George, in Logan, in Manti und in Salt Lake City.

Präsident Woodruff sprach das Weihungsgebet für den Tempel in Manti und den Tempel in Salt Lake City. In einer Botschaft an alle Mitglieder der Kirche gaben er und seine Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft Zeugnis von den Segnungen, die diejenigen empfangen, die ehrfürchtig an einer Tempelweihung teilnehmen: „Sie empfangen die süßen Einflüsterungen des Heiligen Geistes und von Zeit zu Zeit empfangen sie die Schätze des Himmels und den Dienst von Engeln, denn die Verheißung des Herrn ist gegeben worden und kann nicht ausbleiben!“37 Er erzählte, was er bei der Weihung des Logan-Tempels erlebt hatte:

„Als ich an der Weihung dieses Tempels teilnahm, musste ich an die vielen Stunden denken, die ich als junger Mann im Gebet verbracht hatte, um Gott zu bitten, dass er es mir gewähren möge, mitzuerleben, wie die Kirche Christi gegründet und ein Volk erweckt wurde, das das ursprüngliche Evangelium empfing und für den Glauben kämpfte, der einst den Heiligen verkündet worden war. Der Herr hatte mir verheißen, dass ich es erleben werde, das Volk Gottes zu finden und einen Namen und einen Platz in seinem Haus zu erhalten, einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter, einen Namen, der niemals ausgetilgt wird. Und heute freue ich mich darüber, einen Namen unter diesem Volk zu haben und dazu beizutragen, dass ein weiterer Tempel in seinem so heiligen Namen geweiht wird. Gepriesen seien Gott und das Lamm auf immerdar.“38

Wilford Woodruffs Wirken als Präsident der Kirche

Als Präsident John Taylor am 25. Juli 1887 starb, wurde das Kollegium der Zwölf Apostel das führende Gremium der Kirche und Präsident Woodruff der präsidierende Beamte. Präsident Woodruff, der die Last spürte, die gesamte Kirche zu führen, hielt seine Gedanken in seinem Tagebuch fest: „Das versetzt mich in eine sehr außergewöhnliche Situation, eine Position, nach der ich nie getrachtet habe. Aber durch göttliche Vorsehung ist mir diese Aufgabe auferlegt, und ich bitte Gott, meinen himmlischen Vater, mich dementsprechend zu segnen. Es ist für jeden, der sie übernimmt, eine erhabene und verantwortungsvolle Aufgabe und Stellung, die große Weisheit erfordert. Ich hätte nie erwartet, dass ich Präsident Taylor überlebe … Aber es ist geschehen. … Ich kann nur sagen: Wunderbar sind deine Wege, o Herr, allmächtiger Gott, denn du hast gewiss das Schwache der Welt erwählt, dein Werk hier auf der Erde zu vollbringen. Möge dein Knecht Wilford bereit sein für alles, was ihn auf der Erde erwartet, und die Kraft haben, zu vollbringen, was immer der Gott des Himmels von ihm verlangen möge. Diesen Segen erbitte ich von meinem himmlischen Vater im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes.“39 Präsident Woodruff wurde am 7. April 1889 als Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bestätigt. Er war der vierte Präsident der Kirche in dieser Evangeliumszeit.

Sein Zeugnis vom Werk des Herrn in den Letzten Tagen

In seinen Botschaften an die Mitglieder der Kirche gab Präsident Woodruff wiederholt Zeugnis von der Wiederherstellung des Evangeliums, wie er es schon immer getan hatte. In diesen letzten neun Jahren seines Lebens gab er jedoch noch eindringlicher Zeugnis. Er war der letzte lebende Mann, der als Apostel mit Joseph Smith gedient hatte, und er spürte die dringende Notwendigkeit, ein klares und bleibendes Zeugnis vom Propheten der Wiederherstellung zu hinterlassen. Etwa ein Jahr vor seinem Tod sagte er:

„Es gibt vieles, was ich nicht verstehe, darunter auch, warum ich in meinem Alter immer noch hier bin. Ich weiß nicht, warum ich so lange bewahrt worden bin, wo doch so viele Apostel und Propheten heimgerufen worden sind. … Ich bin der einzige Mann, der noch im Fleisch lebt, der sein Endowment vom Propheten Joseph Smith erhalten hat. Ich bin der einzige Mann im Fleisch, der dabei war, als Joseph Smith das Reich Gottes den Zwölf Aposteln übertrug und ihnen das Gebot auferlegte, dieses Reich weiterzuführen. Er stand etwa drei Stunden vor uns und hielt uns seinen letzten Vortrag. Der Raum war wie von verzehrendem Feuer erfüllt. Sein Gesicht war klar wie Bernstein, seine Worte trafen uns wie ein Blitz. Sie durchdrangen jeden Teil unseres Körpers, vom Kopf bis zu den Fußsohlen. Er sagte: ‚Brüder, der Herr, der Allmächtige, hat jedes Priestertum, jeden Schlüssel, jede Macht und jeden Grundsatz auf mich gesiegelt, die zur letzten Evangeliumszeit, der Fülle der Zeiten, und zum Aufbau des Reiches Gottes gehören. Nun habe ich auf euch all diese Grundsätze, das Priestertum, das Apostelamt und die Schlüssel des Reiches Gottes gesiegelt und nun müsst ihr die Verantwortung auf eure Schultern nehmen und dieses Reich weiterführen oder ihr werdet verdammt.‘ Diese Worte kann ich nicht vergessen – nicht, solange ich lebe. Das war die letzte Rede, die er im Erdenleben hielt. Bald darauf erlitt er den Märtyrertod und wurde in die Herrlichkeit heimgerufen.“40

Als Präsident der Kirche bat Präsident Woodruff die Mitglieder inständig, nach der Führung des Heiligen Geistes zu trachten und ihr zu folgen, sich an ihre Bündnisse zu halten, in der Heimat und in der Ferne das Evangelium zu predigen, in allen zeitlichen Belangen ehrlich zu sein und eifrig im Tempel zu dienen und nach ihren Vorfahren zu forschen. Sein Rat entsprach einer Aussage, die er als Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel einmal gemacht hatte: „Wie gut wir auch sein mögen, wir müssen uns stets bemühen, uns zu verbessern. Wir haben ein anderes Gesetz und Evangelium befolgt als andere Menschen, wir haben ein anderes Reich vor Augen und unser Ziel vor dem Herrn, unserem Gott, muss entsprechend höher gesteckt sein und wir müssen uns entsprechend beherrschen. Ich bete zu Gott, meinem himmlischen Vater, dass sein Geist auf uns ruhen und uns befähigen möge, das zu tun.“41

Die Erklärung zur Mehrehe

Gestärkt durch die führende Hand des Herrn führte Präsident Woodruff die Heiligen der Letzten Tage durch einen der turbulentesten Abschnitte dieser Evangeliumszeit. Ende der Achtzigerjahre des neunzehnten Jahrhunderts übte die Kirche entsprechend dem Gebot des Herrn an den Propheten Joseph Smith weiterhin die Mehrehe aus. Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte jedoch gerade Gesetze gegen die Mehrehe erlassen. Verstöße sollten hart bestraft werden, unter anderem konnte das Eigentum der Kirche konfisziert werden und die Mitglieder konnten ihre Bürgerrechte, etwa das Wahlrecht, verlieren. Diese Entwicklung schuf auch eine rechtliche Grundlage dafür, dass Heilige der Letzten Tage, die die Mehrehe ausübten, verfolgt wurden. Die Kirche legte Rechtsmittel ein, jedoch vergeblich.

Das alles bereitete Präsident Woodruff große Sorgen. Er bemühte sich, den Willen des Herrn zu erfahren und empfing schließlich eine Offenbarung, in der die Heiligen der Letzten Tage aufgefordert wurden, fortan keine Mehrehe einzugehen. Dem Gebot des Herrn folgend veröffentlichte er das so genannte Manifest, eine inspirierte Erklärung, die bis heute die Grundlage des Standpunktes der Kirche zum Thema Mehrehe bildet. In dieser öffentlichen Erklärung vom 24. September 1890 erklärte er seine Absicht, sich den Gesetzen des Landes zu fügen. Außerdem bezeugte er, dass die Kirche aufgehört hatte, die Mehrehe zu lehren.42 Am 6. Oktober 1890 bestätigten die Mitglieder in einer Versammlung der Generalkonferenz die Erklärung des Propheten und erklärten einstimmig, dass er „kraft seiner Stellung … befugt [sei], das Manifest … zu erlassen“.43

Die Familie ist von ewiger Natur

Etwa drei Monate bevor der Prophet Joseph Smith ermordet wurde, hielt er vor einer großen Versammlung von Heiligen eine Rede. Elder Wilford Woodruff, der eine Zusammenfassung der Rede festhielt, sagte, der Prophet habe über „eines der wichtigsten und interessantesten Themen gesprochen, das den Heiligen je dargelegt worden sei“.44 Im Lauf seiner Predigt gab der Prophet Zeugnis, dass die Familie von ewiger Natur sei. Er sprach davon, wie notwendig es sei, dass wir an unsere Eltern gesiegelt werden und diese Siegelung durch alle Generationen fortgesetzt wird:

„Das ist der Geist des Elija, dass wir nämlich unsere Toten erlösen und eine Verbindung schaffen zwischen uns und unseren Vätern, die im Himmel sind, und dass wir unsere Toten versiegeln, sodass sie in der ersten Auferstehung hervorkommen. Dazu brauchen wir eben die Macht des Elija, damit wir diejenigen, die auf der Erde leben, an diejenigen siegeln können, die im Himmel sind. … Zuerst und vor allem sollt ihr darangehen, auf Erden eure Söhne und Töchter an euch und euch an eure Väter in ewiger Herrlichkeit siegeln zu lassen.“45

In den folgenden Jahrzehnten wussten die Heiligen der Letzten Tage, dass es „irgendeine Art von Bindeglied zwischen den Vätern und den Kindern“ geben musste (LuB 128:18). Die Vorgehensweise war jedoch nicht vollständig geklärt, denn der Prophet Joseph Smith hatte, wie Präsident Woodruff sagte, nicht lange genug gelebt, um „näher darauf einzugehen“.46 Sie handelten gemäß „dem Licht und der Erkenntnis, die sie hatten,“47 und ließen sich oft „adoptieren“, nämlich an Joseph Smith, Brigham Young oder andere Führer der Kirche siegeln, anstatt an ihre eigenen Eltern. Als Präsident der Kirche sagte Präsident Woodruff über diese Vorgehensweise: „Wir haben diese Grundsätze noch nicht voll und ganz umgesetzt, um zu erfüllen, was Gott uns offenbart hat, nämlich das Herz der Väter an die Kinder zu siegeln und die Kinder an die Väter. Ich bin noch nicht zufrieden, ebenso wenig war es Präsident [John] Taylor oder sonst jemand seit dem Propheten Joseph, der an einer ‚Adoption‘, dieser heiligen Handlung im Tempel unseres Gottes teilgenommen hat. Wir alle haben gespürt, dass zu diesem Thema noch mehr offenbart werden muss, als wir bisher empfangen haben.“48

Diese zusätzliche Offenbarung erhielt Präsident Woodruff am 5. April 1894.49 Drei Tage später berichtete er in einer Konferenzansprache von dieser Offenbarung: „Als ich mich an den Herrn wandte, um zu erfahren, an wen ich gesiegelt werden sollte, … sagte der Geist Gottes zu mir: ‚Hast du keinen Vater, der dich gezeugt hat?‘ ‚Doch, natürlich.‘ ‚Warum gibst du ihm dann nicht die Ehre? Warum lässt du dich dann nicht an ihn siegeln?‘ ‚Ja‘, sagte ich, ‚das stimmt.‘ Ich wurde an meinen Vater gesiegelt und soll meinen Vater an seinen Vater siegeln lassen und so weiter. Jeder Mann, der über einen Tempel präsidiert, soll von heute an und für immer darauf achten, dass jeder Mann an seinen Vater gesiegelt wird, es sei denn, der Herr, der Allmächtige, gebiete etwas anderes. … Das ist der Wille Gottes für sein Volk. Ich möchte, dass sich jeder Mann, der über einen Tempel in diesen Bergen Israels präsidiert, daran hält. Welches Recht habe ich, einem Mann die Rechte seiner Abstammung zu nehmen? Hat überhaupt jemand das Recht dazu? Nein, ich sage: Jeder Mann soll sich an seinen Vater siegeln lassen. Dann tun wir genau das, was Gott gemeint hat, als er erklärte, er werde in den Letzten Tagen den Propheten Elija senden [siehe Maleachi 3:23,24]. …

„Wir möchten, dass die Heiligen der Letzten Tage von jetzt an ihre Abstammung so weit wie möglich zurückverfolgen und sich an ihre Väter und Mütter siegeln lassen. Siegelt die Kinder an ihre Eltern und schließt die Kette so weit, wie es euch möglich ist. … …

Brüder und Schwestern, nehmt euch das zu Herzen. Arbeiten wir weiter an unseren Aufzeichnungen, führen wir sie in Rechtschaffenheit vor dem Herrn, und setzen wir diesen Grundsatz in die Tat um, dann werden die Segnungen Gottes auf uns ruhen und diejenigen, die erlöst worden sind, werden uns einmal preisen. Ich bitte Gott, dass wir als Volk unsere Augen öffnen, um zu sehen, unsere Ohren, um zu hören, und unser Herz, um das große und mächtige Werk zu verstehen, das auf unseren Schultern ruht und das der Gott des Himmels von uns fordert.„50

„Wir beten stets für dich“

Am 1. März 1897 kamen viele Mitglieder im Tabernakel in Salt Lake City zusammen, um Wilford Woodruffs 90. Geburtstag zu feiern. Dort hörten sie ein neues Lied: „Wir beten stets für dich.“ Evan Stephens hatte ein bereits bekanntes Kirchenlied umgeschrieben und mit einem neuen Text versehen, um dem geliebten Propheten seine Hochachtung zu bezeigen.

Wir beten stets für dich, unser Prophet,
dass der Herr gnädiglich stets bei dir steht.
Dir leuchte Gottes Licht auf jedem Steg,
dass dir sein heller Schein zeige den Weg,
dass dir sein heller Schein zeige den Weg.
Wir beten stets für dich mit Herz und Sinn.
Gott führ dich Tag um Tag näher zu ihm.
Dann führe du auch uns alle zugleich
an deiner starken Hand in Gottes Reich,
an deiner starken Hand in Gottes Reich.
Wir beten stets für dich in Liebe treu.
Gott, der Herr, segne dich immer aufs neu.
Du dienst in Liebe uns gütig und wahr:
Gott, der Herr, sei mit dir auf immerdar,
Gott, der Herr, sei mit dir auf immerdar.51

Achtzehn Monate später, am 2. September 1898, starb Präsident Wilford Woodruff und schloss sich seinen Glaubensgenossen an, die ihm vorausgegangen waren. Bei der Trauerfeier, die im Tabernakel in Salt Lake City stattfand, „war die ganze Veranstaltung von einem friedevollen Geist durchdrungen, der alle Versammelten erfüllte und ihren Schmerz linderte“. Das Tabernakel war innen „kunstvoll in weiß geschmückt“, mit „üppigem, herrlichem“ Blumenschmuck und Weizen- und Hafergarben. „An beiden Seiten der Orgel standen die Zahl 1847 und große Bündel Salbei und Sonnenblumen und Baumspitzen von Kiefern“, die an den Einzug der Pioniere ins Salzseetal im Jahr 1847 erinnerten. Über einem großen Porträt von Präsident Woodruff waren die Worte „Er spricht noch, obwohl er tot ist“ beleuchtet. So wurde einem Propheten Gottes Ehre erwiesen, dessen Lehren und Beispiel die Heiligen der Letzten Tage in ihrem Bemühen, das Reich Gottes aufzubauen, weiterhin inspirieren sollten.52

Quellenangaben anzeigen

    Anmerkungen

  1.   1.

    Gesangbuch, Nr. 171, Text von William Cowper

  2.   2.

    Conference Report, April 1937, Seite 11

  3.   3.

    Wilford Woodruff: History of His Life and Labors As Recorded in His Daily Journals, 1964, Seite 37

  4.   4.

    Gesangbuch, Nr. 171

  5.   5.

    „History of Wilford Woodruff (From His Own Pen)“, Millennial Star, 18. März 1865, Seite 167f.

  6.   6.

    Siehe Journal of Wilford Woodruff, Vorwort zum Jahr 1838, Archiv der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

  7.   7.

    Siehe Deseret Weekly, 24. Februar 1894, Seite 288

  8.   8.

    „History of Wilford Woodruff (From His Own Pen): Chapter of Accidents“, Millennial Star, 10. Juni 1865, Seite 359f.; aus einem Dokument, das Elder Woodruff 1858 verfasste

  9.   9.

    „History of Wilford Woodruff (From His Own Pen): Chapter of Accidents“, Millennial Star, 17. Juni 1865, Seite 374f.

  10.   10.

    „History of Wilford Woodruff (From His Own Pen): Chapter of Accidents“, Millennial Star, 24. Juni 1865, Seite 392

  11.   11.

    „History of Wilford Woodruff (From His Own Pen)“, Millennial Star, 25. März 1865, Seite 182

  12.   12.

    Journal of Wilford Woodruff, Vorwort zum Jahr 1838

  13.   13.

    Siehe Deseret Weekly, 5. September 1891, Seite 323

  14.   14.

    Millennial Star, 25. März 1865, Seite 182

  15.   15.

    Millennial Star, 21. November 1895, Seite 741

  16.   16.

    Journal of Wilford Woodruff, Einleitung

  17.   17.

    „Leaves from My Journal“, Millennial Star, 30. Mai 1881, Seite 342

  18.   18.

    Millennial Star, 30. Mai 1881, Seite 342

  19.   19.

    „Leaves from My Journal“, Millennial Star, 20. Juni 1881, Seite 391

  20.   20.

    Millennial Star, 20. Juni 1881, Seite 391

  21.   21.

    Siehe Journal of Wilford Woodruff, Zusammenfassung der Jahre 1835 und 1836

  22.   22.

    Deseret Weekly, 7. November 1896, Seite 643

  23.   23.

    Deseret Weekly, 7. November 1896, Seite 643

  24.   24.

    Deseret Weekly, 7. November 1896, Seite 643

  25.   25.

    Conference Report, Oktober 1897, Seite 46

  26.   26.

    „Leaves from My Journal“, Millennial Star, 26. September 1881, Seite 621

  27.   27.

    Deseret News: Semi-Weekly, 27. Juli 1880, Seite 2

  28.   28.

    Conference Report, April 1898, Seite 30

  29.   29.

    Journal of Wilford Woodruff, 6. September 1856

  30.   30.

    „Wilford Woodruff“, Improvement Era, Oktober 1898, Seite 865

  31.   31.

    Journal of Wilford Woodruff, 7. September 1874

  32.   32.

    Journal of Wilford Woodruff, 8. September 1874

  33.   33.

    Wilford Woodruff: History of His Life and Labors, Seite 484

  34.   34.

    Zitiert von Wilford Woodruff, Journal of Wilford Woodruff, 11. Juni 1843

  35.   35.

    Deseret News: Semi-Weekly, 2. Mai 1876, Seite 4

  36.   36.

    Siehe Deseret News: Semi-Weekly, 26. März 1878, Seite 1

  37.   37.

    „Address from the First Presidency“, Millennial Star, 10. April 1893, Seite 246

  38.   38.

    Journal of Wilford Woodruff, 17. Mai 1884

  39.   39.

    Journal of Wilford Woodruff, 25. Juli 1887

  40.   40.

    Deseret Weekly, 4. September 1897, Seite 356

  41.   41.

    Deseret News: Semi-Weekly, 28. Dezember 1875, Seite 1

  42.   42.

    Siehe Lehre und Bündnisse, Amtliche Erklärung Nr. 1

  43.   43.

    Lorenzo Snow, Begleittext zu Lehre und Bündnisse, Amtliche Erklärung Nr. 1

  44.   44.

    Journal of Wilford Woodruff, 10. März 1844

  45.   45.

    Zitiert von Wilford Woodruff, Journal of Wilford Woodruff, 10. März 1844

  46.   46.

    „Discourse by President Wilford Woodruff“, Millennial Star, 28. Mai 1894, Seite 338

  47.   47.

    Millennial Star, 28. Mai 1894, Seite 337

  48.   48.

    Millennial Star, 28. Mai 1894, Seite 337

  49.   49.

    Siehe Journal of Wilford Woodruff, 5. April 1894

  50.   50.

    Millennial Star, 28. Mai 1894, Seite 338f., 341

  51.   51.

    Gesangbuch, Nr. 14

  52.   52.

    Siehe „In Memoriam: President Wilford Woodruff“, Woman’s Exponent, 15. September 1898, Seite 44f.