Lektion 12

Die heiligen Handlungen und Bündnisse im Tempel

Die ewige Familie – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

Neuzeitliche Propheten haben verkündet: „Die heiligen Handlungen und Bündnisse, die im heiligen Tempel vollzogen werden, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite.) In dieser Lektion sprechen Sie darüber, dass man dank der heiligen Handlungen des Tempels schon hier auf Erden heilige Segnungen und schließlich das ewige Leben erlangen kann.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Lehre und Bündnisse 97:10-17; 109:12-21; 124:37-40,55

Der Zweck des Tempels

Zeigen Sie ein Foto Ihres Lieblingstempels. Erklären Sie, weshalb Sie ihn so mögen.

  • Wozu gibt es Tempel?

Schreiben Sie dazu diese Schriftstellen an die Tafel. Die Teilnehmer sollen sich eine davon aussuchen und daraus Gründe herausarbeiten, weshalb uns der Vater im Himmel Tempel gibt:

Lehre und Bündnisse 97:10-17

Lehre und Bündnisse 124:37-40,55

  • Weshalb gibt der Vater im Himmel uns Tempel? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten, und achten Sie darauf, dass sie diesen Grundsatz verstanden haben: Der Vater im Himmel gibt uns, seinen Kindern, Tempel, damit wir wichtige heilige Handlungen und Erkenntnisse erlangen und uns darauf vorbereiten können, in seiner Gegenwart zu leben.)

  • Welcher Wortlaut aus diesen Versen weist darauf hin, dass der Tempel uns darauf vorbereitet, in Gottes Gegenwart zu leben?

Erklären Sie, dass wir in Lehre und Bündnisse 109 das Weihungsgebet für den Kirtland-Tempel finden. Die Teilnehmer sollen Lehre und Bündnisse 109:12-21 überfliegen und auflisten, auf welche Weise uns der Tempel darauf vorbereitet, in Gottes Gegenwart zu leben.

  • Inwiefern bereitet uns der Tempel darauf vor, bei Gott zu leben? (Mögliche Antworten: Im Tempel verspüren wir die Macht des Herrn, lernen Weisheit, empfangen die Fülle des Heiligen Geistes; wir werden im Tempel veranlasst, rasch umzukehren; wir müssen rein sein, wenn wir den Tempel betreten. Falls genügend Zeit ist, lesen Sie auch gemeinsam Exodus 19:10-14. Dort wird beschrieben, wie Mose die Israeliten sowohl körperlich als auch geistig darauf vorbereiten wollte, in die Gegenwart des Herrn einzutreten.)

Lesen Sie gemeinsam diese Aussagen von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel und von Präsident Brigham Young (1801–1877):

Elder Robert D. Hales

„Der wichtigste Zweck des Tempels besteht darin, die heiligen Handlungen, die für die Erhöhung im celestialen Reich erforderlich sind, zugänglich zu machen. Die heiligen Handlungen des Tempels führen uns zu unserem Erlöser und schenken uns die Segnungen, die wir dem Sühnopfer Jesu Christi verdanken.“ (Robert D. Hales, „Segnungen des Tempels“, Liahona, Oktober 2009, Seite 14.)

Präsident Brigham Young

„[Das Endowment] bedeutet, dass ihr im Haus des Herrn alle heiligen Handlungen erhaltet, die ihr, nachdem ihr dieses Leben verlassen habt, braucht, um in die Gegenwart des himmlischen Vaters zurückkehren zu können und an den Engeln vorbeizukommen, die Wache stehen.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Brigham Young, 1997, Seite 302.)

  • Wie wichtig ist es, die heiligen Handlungen des Tempels zu empfangen? Inwiefern steigert dieses Zitat Ihre Dankbarkeit dafür?

Lehre und Bündnisse 84:19-21

Die heiligen Handlungen des Priestertums, die wir im Tempel empfangen, sind dazu da, uns Gott ähnlicher zu machen

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage vorzulesen:

„In der Kirche versteht man unter einer heiligen Handlung eine formell mit der Vollmacht des Priestertums vorgenommene Handlung. Manche heilige Handlungen sind für unsere Erhöhung notwendig. Man bezeichnet sie als errettende heilige Handlungen. Dazu gehören die Taufe, die Konfirmierung, die Ordinierung zum Melchisedekischen Priestertum (für Männer), das Endowment im Tempel und die Ehesiegelung.“ (Treu in dem Glauben – ein Nachschlagewerk zum Evangelium, 2004, Seite 91.)

  • Wie unterscheiden sich die errettenden heiligen Handlungen von den anderen heiligen Handlungen des Evangeliums? (Andere heilige Handlungen, etwa die Kindessegnung oder der Krankensegen, sind nicht für die Erhöhung erforderlich.)

Weisen Sie, bevor Sie fortfahren, darauf hin, dass wir einige errettende heilige Handlungen empfangen, bevor wir in den Tempel gehen – etwa die Taufe und die Ordinierung zum Melchisedekischen Priestertum. Im kommenden Abschnitt der Lektion geht es jedoch vor allem um die heiligen Handlungen des Tempels. Bitten Sie einen Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 84:19-21 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, was uns zuteilwird, wenn wir die heiligen Handlungen empfangen, die durch das Melchisedekische Priestertum vollzogen werden.

  • Was ist mit der „Macht des Göttlichen“ wohl gemeint? (Erklären Sie gegebenenfalls, dass damit die Macht gemeint ist, so werden zu können wie Gott.)

  • Welcher Grundsatz wird in Lehre und Bündnisse 84:20,21 genannt? (Lassen Sie die Teilnehmer antworten und schreiben Sie diesen Grundsatz an die Tafel: Durch die heiligen Handlungen und Bündnisse im Tempel können wir Gott ähnlicher werden.)

Geben Sie jedem Teilnehmer eine Kopie dieser Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel. Die Teilnehmer sollen Begriffe und Formulierungen unterstreichen, aus denen hervorgeht, dass die heiligen Handlungen des Tempels dazu beitragen, dass wir Gott ähnlicher werden.

Elder Robert D. Hales

„Die größten Priestertumssegnungen können [junge Männer und Frauen] im Tempel erlangen. Dort können sie einen flüchtigen Blick in den Himmel werfen. … Freuden der Ewigkeit, die außerhalb des Tempels so weit entfernt scheinen, rücken plötzlich in erreichbare Nähe.

Im Tempel wird der Erlösungsplan erläutert und heilige Bündnisse werden geschlossen. Diese Bündnisse und auch das Tragen der [Tempelgarments] stärken und schützen denjenigen, der [das Endowment] empfangen hat, gegen die Macht des Widersachers. …

In der erhabensten aller Tempelverordnungen, der ewigen Ehe, wird dem Brautpaar verheißen, dass die beiden, sofern sie treu sind, in alle Ewigkeit miteinander, mit ihren Kindern und mit dem Herrn als Familie vereint sein werden. Das nennt man ewiges Leben.“ („Die Segnungen des Priestertums“, Der Stern, Januar 1996, Seite 29f.)

Besprechen Sie, was die Teilnehmer markiert haben.

  • Wie wurden Sie, als Sie an den heiligen Handlungen des Tempels teilnahmen, schon auf diese Weise gesegnet, die Elder Hales hier beschrieben hat?

Geben Sie den Teilnehmern ein wenig Zeit, um aufzuschreiben, wie sie ihrem Besuch im Tempel mehr Tiefe verleihen und sich dadurch mehr darauf konzentrieren können, Gott ähnlicher zu werden.

Exodus 19:3-6; Lehre und Bündnisse 109:22-26

Die Tempelbündnisse halten

Erklären Sie, dass es einen weiteren Grund gibt, weshalb wir in den Tempel gehen. Er hängt eng damit zusammen, dass wir die heiligen Handlungen empfangen. Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel, der diesen Grund nennt:

Elder D. Todd Christofferson

„Ich bezeuge, dass in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Priestertums­vollmacht vorhanden ist, die heiligen Handlungen zu vollziehen, durch die wir mit dem himmlischen Vater im Namen seines heiligen Sohnes verbindliche Bündnisse eingehen können. Ich bezeuge, dass Gott seine Verheißungen Ihnen gegenüber einhält, wenn Sie Ihre Bündnisse mit ihm in Ehren halten.“ („Die Macht der Bündnisse“, Liahona, Mai 2009, Seite 22.)

  • Was gehen wir ein, wenn wir die errettenden heiligen Handlungen des Evangeliums empfangen?

Lesen Sie gemeinsam diese Aussagen von Elder David A. Bednar und Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel. Die Teilnehmer sollen darauf achten, welche wichtigen Merkmale ein Bund mit dem Herrn aufweist:

Elder David A. Bednar

„Ein Bund ist eine Übereinkunft zwischen Gott und seinen Kindern auf der Erde. Dabei muss uns klar sein, dass Gott die Bedingungen aller Evangeliumsbündnisse festlegt. Sie und ich entscheiden nicht über das Wesen und die Bestandteile eines Bundes. Vielmehr üben wir unsere sittliche Entscheidungsfreiheit aus und nehmen die Bedingungen und Voraussetzungen eines Bundes so an, wie unser ewiger Vater sie festgelegt hat.“ (David A. Bednar, „Damit sein Geist immer mit uns sei“, Liahona, Mai 2006, Seite 28.)

Elder Jeffrey R. Holland

„Ein Bündnis ist ein bindender Vertrag, im geistigen Sinne ein feierliches Versprechen an Gott, unseren Vater, dass wir auf eine bestimmte Weise leben, denken und handeln werden – auf die Weise seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus. Dafür verheißen uns der Vater, der Sohn und der Heilige Geist die gesamte Herrlichkeit des ewigen Lebens.“ (Jeffrey R. Holland, „Halten Sie Ihre Bündnisse – eine Botschaft an alle, die auf Mission gehen“, Liahona, Januar 2012, Seite 49.)

  • Was fällt Ihnen an diesen beiden Aussagen in Bezug auf Bündnisse besonders auf?

  • Weshalb muss Gott die Bedingungen der Evangeliumsbündnisse festlegen? (Er bietet uns das ewige Leben an und ist daher berechtigt, die Bedingungen festzulegen, die daran geknüpft sind. Wir können ihm lediglich anbieten, unsere Entscheidungsfreiheit dahingehend zu gebrauchen, dass wir ihm gehorchen. Betonen Sie im Rahmen des Gesprächs dies: Wenn wir unsere Bündnisse mit dem Herrn halten, werden wir hier auf Erden gesegnet und können das ewige Leben erlangen.)

Die Teilnehmer sollen Zweiergruppen bilden. Einer aus jeder Gruppe soll sich mit Exodus 19:3-6 befassen, der andere mit Lehre und Bündnisse 109:22-26. Die Teilnehmer sollen darauf achten, welche Segnungen denen zuteilwerden, die ihre Bündnisse, insbesondere die Tempelbündnisse, halten. Geben Sie den Teilnehmern ausreichend Zeit und lassen Sie jede Zweiergruppe besprechen, was sie herausgefunden hat. (Weisen Sie im Zusammenhang mit den Versen im Buch Exodus darauf hin, dass wir uns im Tempel darauf vorbereiten, einmal König oder Königin zu werden – ein heiliges Volk, das in der Gegenwart Gottes lebt. Siehe auch Offenbarung 1:6; 5:10; 19:16; LuB 76:55,56.)

  • Wie wurden Sie durch Ihre Bündnisse mit dem Herrn schon gesegnet oder beschützt?

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) vorzulesen:

Präsident Joseph Fielding Smith

„Im Tempel heben wir unsere Hand und geloben, dass wir dem Herrn dienen, seinen Geboten gehorchen und uns von der Welt unbefleckt halten wollen. Wenn uns bewusst ist, was wir da tun, ist uns das Endowment unser Leben lang ein Schutz, und zwar ein Schutz, den jemand, der nicht in den Tempel geht, nicht hat.

Ich habe meinen Vater [Präsident Joseph F. Smith] sagen hören, dass er in der Stunde der Prüfung und der Versuchung, an die Versprechen und die Bündnisse denkt, die er im Haus des Herrn eingegangen ist, und dass sie ihm dann als Schutz dienen. … Auch dazu dienen diese Zeremonien. Sie erretten uns jetzt und erhöhen uns im Jenseits, wenn wir sie in Ehren halten.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Fielding Smith, 2013, Seite 258.)

  • Hatten Sie im Laufe des Unterrichts Eindrücke und Gedanken, an denen Sie uns teilhaben lassen möchten?

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Präsident Boyd K. Packer vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Präsident Boyd K. Packer

„Das Leben ist für einen jeden von uns eine Heimreise zurück in die Gegenwart Gottes, in sein celestiales Reich.

Heilige Handlungen und Bündnisse werden unser Ausweis für den Eintritt in seine Gegenwart. Sie würdig zu empfangen, ist eine Aufgabe für das ganze Leben; uns immer daran zu halten, ist die große Herausforderung des Erdenlebens.“ („Covenants“, Ensign, Mai 1987, Seite 24.)

Bezeugen Sie, dass es sich bei den heiligen Handlungen des Tempels tatsächlich um eine Aufgabe für das ganze Leben handelt. Die heiligen Handlungen des Tempels bilden unseren Ausweis für den Eintritt in die Gegenwart des himmlischen Vaters.

Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, welchen Stellenwert der Besuch im Tempel und die heiligen Handlungen dort derzeit für sie haben. Sie sollen aufschreiben, was sie tun können, um sich mehr auf die Bündnisse zu konzentrieren, die sie im Tempel eingegangen sind oder noch eingehen werden.

Lesestoff für die Teilnehmer