Lektion 14: Befreier auf dem Berg Zion werden

Die ewige Familie – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Durch die Tempelarbeit ermöglicht es der Herr, dass diejenigen, die ohne Kenntnis vom Evangelium Jesu Christi sterben, in die Gegenwart Gottes zurückkehren können. Die Familie kann auf ewig vereint sein (siehe „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite). In dieser Lektion besprechen Sie, wie der Geist des Elija uns dazu bewegt, Familienforschung zu betreiben und Befreier auf dem Berg Zion zu werden (siehe Obadja 1:21).

Zusätzlicher Lesestoff

  • David A. Bednar, „Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Liahona, November 2011, Seite 24–27

  • Quentin L. Cook, „Wurzeln und Zweige“, Liahona, Mai 2014, Seite 44–48

Anregungen für den Unterricht

Lehre und Bündnisse 138:27-37,58,59

Jesus Christus besuchte die Geisterwelt

Die Teilnehmer sollen sich überlegen, wie viele ihrer Vorfahren wohl gestorben sind, ohne vom Evangelium gehört und die errettenden heiligen Handlungen empfangen zu haben.

Weisen Sie darauf hin, dass der Heiland nach seinem Tod die Geisterwelt besucht hat. Präsident Joseph F. Smith (1838–1918) sah dies in einer Vision. Einen Bericht davon finden wir in Lehre und Bündnisse 138. (Dies ist ein gutes Beispiel, wie Sie den Teilnehmern beim Schriftstudium den Zusammenhang einer Schriftstelle verdeutlichen können.)

Ein paar Teilnehmer sollen reihum Lehre und Bündnisse 138:27-37 vorlesen. Die anderen sollen mitlesen und darauf achten, was der Herr in der Geisterwelt getan hat.

  • Inwiefern bereitete der Erretter den Weg, damit die Geister der Verstorbenen erlöst werden können? (Betonen Sie diesen Grundsatz: Der Erretter unterwies rechtschaffene Geister und bereitete sie vor und sandte sie aus, damit sie denen, die im Gefängnis der Geister waren, das Evangelium verkünden sollten.)

  • Weshalb müssen laut Vers 34 denjenigen im Gefängnis der Geister die Grundsätze des Evangeliums verkündet werden? (Erklären Sie: „nach dem Fleisch gerichtet werden“ bedeutet, dass alle Kinder Gottes – lebendig oder bereits verstorben – die Chance bekommen, das Evangelium anzunehmen und die errettenden heiligen Handlungen zu empfangen. Auf diese Weise können alle nach den gleichen Maßstäben gerichtet werden. Siehe auch LuB 137:7-9.)

Die Teilnehmer sollen aus Lehre und Bündnisse 138:31,58,59 herausarbeiten, was jemand, der in der Geisterwelt unterwiesen wird, tun muss, um zu den „Erben der Errettung“ zu gehören.

  • Was müssen die Geister der Verstorbenen gemäß diesen Versen tun, um „Erben der Errettung“ zu werden? (Stellen Sie diesen Grundsatz heraus: Nachdem jemand im Gefängnis der Geister die Botschaft des Evangeliums vernommen hat, kann er entscheiden, ob er umkehren und die heiligen Handlungen annehmen möchte, die in einem Tempel für ihn stellvertretend vollzogen werden.)

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder D. Todd Christofferson

„Manche missverstehen diese stellvertretenden heiligen Handlungen und meinen, dass die Verstorbenen ‚unwissentlich in den Mormonenglauben getauft werden oder dass den Menschen, die früher einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört haben, der Mormonenglaube rückwirkend aufgedrängt werden könne‘. Diese Ansichten unterstellen, dass wir irgendwie die Macht haben, in Glaubensfragen auf jemanden Zwang auszuüben. Natürlich ist das nicht der Fall. Seit Anbeginn gewährt Gott den Menschen Entscheidungsfreiheit. ‚Die Toten, die umkehren, werden erlöst, indem sie den Verordnungen des Hauses Gottes gehorsam sind‘ [LuB 138:58], aber nur wenn sie diese heiligen Handlungen annehmen.“ (Siehe „Die Erlösung der Toten und das Zeugnis von Jesus“, Liahona, Januar 2001, Seite 10.)

Die Teilnehmer sollen zu zweit in einem Rollenspiel jemandem, der nicht der Kirche angehört, erklären, wie Gottes Plan es möglich macht, dass alle Menschen – lebendig oder bereits verstorben – das Evangelium und die errettenden heiligen Handlungen empfangen können.

Obadja 1:21; Maleachi 3:23,24; Lehre und Bündnisse 110:13-16; 128:18

Wir sollen Befreier auf dem Berg Zion werden (siehe Obadja 1:21)

Fragen Sie, wie man sich an der Familienforschung beteiligen kann. (Namen von Angehörigen ausfindig machen und in den Tempel mitnehmen; Familienfotos und -geschichten sammeln und bewahren; indexieren und Ähnliches.)

  • Auf welche Weise schafft die Familienforschung ein emotionales Band zu unseren verstorbenen Angehörigen?

Die Teilnehmer sollen herausfinden, woher diese Gefühle stammen. Bitten Sie dazu jemanden, diese Aussage von Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder David A. Bednar

„Elder Russell M. Nelson hat gesagt, der Geist des Elija sei eine ‚Manifestation des Heiligen Geistes, der vom göttlichen Wesen der Familie Zeugnis gibt‘ (‚Eine neue Erntezeit‘, Der Stern, Juli 1998, Seite 37). Dieser unverwechselbare Einfluss des Heiligen Geistes bringt die Menschen dazu, ihre lebenden und verstorbenen Vorfahren und Angehörigen zu ermitteln, deren Angaben aufzuzeichnen und dankbar für sie zu sein. Der Geist des Elija hat Einfluss auf Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche.“ („Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Liahona, November 2011, Seite 25.)

Schreiben Sie gegebenenfalls diese Definition des „Geistes des Elija“ an die Tafel:

Der Geist des Elija ist eine Manifestation des Heiligen Geistes, der uns dazu bringt, unsere lebenden und verstorbenen Vorfahren und Angehörigen zu ermitteln, deren Angaben aufzuzeichnen und dankbar für sie zu sein.

Bitten Sie einen Teilnehmer, Maleachi 3:23,24 vorzulesen.

  • Wie sollte sich das in diesen Versen verheißene Erscheinen des Propheten Elija auf alle Familien und auf das Erlösungswerk des Herrn in den Letzten Tagen auswirken? (Weisen Sie die Teilnehmer darauf hin, dass der auferstandene Elija am 3. April 1836 Joseph Smith und Oliver Cowdery im Kirtland-Tempel erschienen ist und ihnen die Siegelungsschlüssel des Melchisedekischen Priestertums übertragen hat [siehe LuB 110:13-16].)

  • Was bedeutet es, dass sich das Herz der Väter und der Kinder einander zuwendet?

Ein Teilnehmer soll vorlesen, wie der Prophet Joseph Smith (1805–1844) diese Verse erläutert hat:

Der Prophet Joseph Smith

„Das Wort zuwenden sollte eigentlich mit binden oder siegeln wiedergegeben werden. Was für einen Zweck hat aber dieser wichtige Auftrag? Wie soll er erfüllt werden? Die Schlüssel sollen übergeben werden, Elija soll kommen, das Evangelium soll fest gegründet sein, die Heiligen Gottes sollen sich sammeln, Zion soll erbaut werden und die Heiligen sollen als Befreier auf den Berg Zion ziehen (siehe Obadja 1:21).

Wie aber können sie Befreier auf dem Berg Zion werden? Indem sie ihre Tempel bauen, Taufbecken errichten und darangehen, für ihre verstorbenen Vorfahren sämtliche Verordnungen … zu empfangen, sodass sie erlöst werden. … Hierin liegt die Kette, die das Herz der Väter an die Söhne und die Söhne an die Väter bindet: Damit ist der Auftrag Elijas erfüllt.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Joseph Smith, 2007, Seite 526.)

  • Wozu werden wir laut Joseph Smith, wenn wir stellvertretend für unsere verstorbenen Angehörigen die heiligen Handlungen des Tempels empfangen? (Zu Befreiern auf dem Berg Zion.)

Ein Teilnehmer soll diese Aussage Präsident Gordon B. Hinckleys (1910–2008) vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Wir werden im wahrsten Sinne Erretter auf dem Berg Zion. Was bedeutet das? So, wie unser Erlöser als stellvertretendes Opfer sein Leben für alle Menschen hingegeben hat und dadurch unser Erretter wurde, werden auch wir durch die stellvertretende Arbeit im Tempel gewissermaßen zu einem Erretter für diejenigen auf der anderen Seite, die nicht vorwärts kommen können, ehe nicht jemand auf der Erde an ihrer statt etwas tut.“ („Schlussworte“, Liahona, November 2004, Seite 105.)

Erklären Sie, dass Jesus Christus das Sühnopfer stellvertretend für uns dargebracht hat. Wenn wir die heiligen Handlungen stellvertretend für die Verstorbenen erledigen, werden wir „Befreier auf dem Berg Zion“. Der Begriff „Berg Zion“ bezieht sich auf etliche Orte, darunter auch auf die himmlische Stadt, wo Gott wohnt, und das Neue Jerusalem (siehe Hebräer 12:22; LuB 76:66; 84:2-4; 1 Könige 8:1).

  • Wie motiviert es uns, mehr zu tun, damit unsere lebenden und verstorbenen Vorfahren und Angehörigen die Segnungen des Tempels empfangen können, wenn wir begreifen, was es heißt, ein Befreier auf dem Berg Zion zu sein?

Lesen Sie im Rahmen des Gesprächs gegebenenfalls diese Aussage von Elder D. Todd Christofferson vor:

Elder D. Todd Christofferson

„Indem wir unsere Vorfahren ausfindig machen und für sie die heiligen Handlungen vollziehen, die sie selbst nicht vollziehen könnten, bezeugen wir, dass Gott all seine Kinder liebt und dass das Sühnopfer Jesu Christi grenzenlos ist. Jesus Christus ist ‚für alle gestorben‘ [2 Korinther 5:15].“ („Die Erlösung der Toten und das Zeugnis von Jesus“, Liahona, Januar 2001, Seite 11.)

Erklären Sie, dass Lehre und Bündnisse 128 ein Schreiben des Propheten Joseph Smith an die Heiligen ist, in dem er Maleachi 3:23,24 zitiert und sich inspiriert dazu äußert.

Bitten Sie die Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 128:18 für sich zu lesen. Sie sollen anstreichen, welche Gründe Joseph Smith dafür anführt, weshalb wir zum Erlösungswerk für unsere verstorbenen Angehörigen beitragen sollen. Lassen Sie die Teilnehmer berichten, was sie herausgefunden haben, und besprechen Sie dann diese Frage:

  • Wie trägt es zu unserer eigenen Erlösung bei, wenn wir für unsere Vorfahren die errettenden heiligen Handlungen vollziehen lassen?

Schreiben Sie diese drei Konzepte an die Tafel: Namen finden, in den Tempel mitnehmen und Wissen weitergeben

Inwiefern beschreiben diese drei Konzepte die Schritte, die wir bei der Familienforschung und Tempelarbeit unternehmen sollen? (Achten Sie darauf, dass die Teilnehmer dies verstanden haben: Wir sollen Namen finden und für die Tempelarbeit aufbereiten, sie anschließend in den Tempel mitnehmen und die heiligen Handlungen stellvertretend erledigen, und wir sollen unser Wissen weitergeben, damit andere unserem Beispiel nacheifern.)

video iconDie Teilnehmer sollen verinnerlichen, wie wir gesegnet werden, wenn wir diese Schritte unternehmen. Lesen Sie dazu gemeinsam die nachstehende Aussage von Elder David A. Bednar oder zeigen Sie das Video „Die verheißenen Segnungen der Familienforschung“ (lds.org/topics/family-history/fdd-cook/blessings-video). Die Teilnehmer sollen darauf achten, wie man gesegnet wird, wenn man Familienforschung betreibt.

Elder David A. Bednar

„Ich fordere die jungen Leute der Kirche auf, mehr über den Geist des Elija zu erfahren und ihn selbst zu erleben. Ich empfehle euch, zu studieren, eure Vorfahren zu ermitteln und euch darauf vorzubereiten, euch im Haus des Herrn stellvertretend für eure verstorbenen Angehörigen taufen zu lassen (siehe LuB 124:28-36). Ich bitte euch inständig, auch anderen bei ihrer Genealogie zu helfen.

Wenn ihr voller Glauben dieser Einladung folgt, wird sich euer Herz den Vätern zuwenden. … Die Liebe und die Dankbarkeit, die ihr für eure Vorfahren empfindet, werden zunehmen. Euer Zeugnis vom Erlöser und eure Bekehrung zu ihm wird an Tiefe gewinnen und von Dauer sein. Ich verheiße euch, ihr werdet vor dem immer stärker werdenden Einfluss des Widersachers behütet sein. Wenn ihr euch an diesem heiligen Werk mit Begeisterung beteiligt, werdet ihr in eurer Jugend und euer ganzes Leben lang geschützt sein.“ („Das Herz der Kinder wird sich den Vätern zuwenden“, Seite 26.)

  • Welche Segnungen erhalten diejenigen, die Familienforschung betreiben?

Fragen Sie die Teilnehmer, ob jemand von ihnen schon gesegnet worden ist, weil er Familienforschung betrieben hat.

  • Fragen Sie die Teilnehmer, ob schon jemand für eigene Vorfahren die heiligen Handlungen erledigt hat und wie es ihm dabei ergangen ist.

Fordern Sie die Teilnehmer auf, über die verfügbaren Quellen auf FamilySearch.org Familienforschung zu betreiben und sich gegebenenfalls vom Berater für Familiengeschichte ihrer Gemeinde helfen zu lassen. Legen Sie ihnen ans Herz, Namen ihrer Vorfahren zu finden, sie zum Tempel mitzunehmen und die heiligen Handlungen stellvertretend für sie zu vollziehen und schließlich ihr Wissen an andere weiterzugeben.

Lesestoff für die Teilnehmer