Lektion 15: Die ewige Ehe

Die ewige Familie – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Um im höchsten Grad des celestialen Reiches erhöht zu werden, muss man eine ewige Ehe eingehen. Man muss also mit der richtigen Vollmacht im Tempel gesiegelt werden und dann im Einklang mit den Bündnissen leben, die man dabei eingeht. In dieser Lektion wird bekräftigt, dass die wichtigste Entscheidung, die die Teilnehmer jemals treffen werden, die ist, dass sie am richtigen Ort und mit der richtigen Vollmacht den richtigen Partner heiraten.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Russell M. Nelson, „Die celestiale Ehe“, Liahona, November 2008, Seite 92–95

  • „Eine ehrenhafte, glückliche, gute Ehe“, Kapitel 18 in Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, 2006, Seite 226–240

  • Cree-L Kofford, „Marriage in the Lord’s Way, Part One“, Ensign, Juni 1998, Seite 7–12

Anregungen für den Unterricht

Lehre und Bündnisse 132:1-24

Die Lehre von der ewigen Ehe

Erklären Sie: Seit den Anfangstagen der Kirche wird immer wieder der hohe Stellenwert der Ehe hervorgehoben. Doch erst in Nauvoo verkündete der Prophet Joseph Smith öffentlich die Lehre von der ewigen Ehe. Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Elder Parley P. Pratt (1807–1857) vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen. Er beschreibt hier, wie es ihm erging, als er erfuhr, die Ehe könne ewig sein:

Elder Parley P. Pratt

„Von [Joseph Smith] erfuhr ich, dass meine geliebte Frau für Zeit und alle Ewigkeit mit mir verbunden sein kann. … Von ihm erfuhr ich auch, dass wir diese Zuneigung pflegen können, sodass wir darin in alle Ewigkeit weiterwachsen können, und dass aus unserer Verbindung, die kein Ende haben wird, so viele Nachkommen stammen können wie Sterne am Himmel oder Sand am Meeresufer. … Schon vorher hatte ich geliebt, doch ich kannte nicht den Grund. Aber nun liebte ich – mit einer Reinheit, mit einer Intensität erbauender und erhebender Gefühle.“ (Autobiography of Parley P. Pratt, Hg. Parley P. Pratt Jr., 1938, Seite 297f.)

  • Wie wirkte sich Elder Pratts neue Erkenntnis von der Ehe auf die Liebe zu seiner Frau aus?

Erklären Sie: Viele Lehren des Herrn in Bezug auf die ewige Ehe finden sich in Lehre und Bündnisse 132. Ein Teilnehmer soll Lehre und Bündnisse 132:19 vorlesen. Die Klasse soll mitlesen und darauf achten, unter welchen Voraussetzungen eine Ehe ewigen Bestand haben kann.

  • Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Ehe ewigen Bestand haben kann? (Die Teilnehmer sollen verstanden haben: Wenn eine Ehe durch Gottes Wort geschlossen und vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt wird und die Ehepartner im Bund verbleiben, dann hat diese Ehe ewigen Bestand.)

  • Was bedeutet es, im „Bund [zu] verbleiben“? (Die Bedingungen des Ehebundes einzuhalten. Wenn ein Mann und eine Frau eine ewige Ehe eingehen, geben sie einander und Gott ein feierliches Versprechen. Ihrem Partner geloben sie, ihn immerdar zu lieben und in völliger Treue für ihn da zu sein. Gott geloben sie feierlich, die Bedingungen des Bundes zu halten, den sie im Tempel eingegangen sind.)

  • Was bedeutet es, dass die Ehe „vom Heiligen Geist der Verheißung auf sie gesiegelt“ wird? (Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass der Heilige Geist der Verheißung ein Titel des Heiligen Geistes ist. Der Heilige Geist hat viele Titel, etwa Tröster und Offenbarer. Jeder dieser Titel beschreibt einen bestimmten Auftrag oder eine Aufgabe.)

Lassen Sie diese Aussage vorlesen, in der der Titel Heiliger Geist der Verheißung näher erläutert wird:

„Der Heilige Geist ist der Heilige Geist der Verheißung (Apostelgeschichte 2:33). Er bestätigt die rechtschaffenen Taten, heiligen Handlungen und Bündnisse der Menschen als annehmbar für Gott. Der Heilige Geist der Verheißung bezeugt dem Vater, dass die errettenden heiligen Handlungen rechtens vollzogen wurden und dass die damit einhergehenden Bündnisse gehalten worden sind.“ (Schriftenführer, „Heiliger Geist der Verheißung“, scriptures.lds.org.)

  • Inwiefern wird durch diese Aussage klar, dass zur Erhöhung mehr gehört, als nur im Tempel gesiegelt zu werden? Was müssen wir noch tun? (Wir müssen ein rechtschaffenes Leben führen und allen errettenden heiligen Handlungen treu sein – etwa der Taufe, den heiligen Handlungen des Priestertums und den Tempelverordnungen. Nur wenn wir treu sind, bezeugt der Heilige Geist dem Vater, dass wir unsere Bündnisse gehalten haben.)

Um ihr Verständnis von der ewigen Ehe zu vertiefen, sollen die Teilnehmer sie mit der Ziviltrauung vergleichen. Zeichnen Sie dazu diese Tabelle an die Tafel:

marriage diagram

Teilen Sie die Klasse in Zweiergruppen ein. Einer aus jeder Gruppe soll Lehre und Bündnisse 132:15-18 lesen, der andere Lehre und Bündnisse 132:19-24. Die Teilnehmer sollen darauf achten, welcher Zustand diejenigen erwartet, die eine Ziviltrauung eingehen, und welche Segnungen denen zuteilwerden, die für die Ewigkeit heiraten.

Geben Sie ihnen genügend Zeit und lassen Sie dann die Teilnehmer aus jeder Gruppe einander berichten, was sie herausgefunden haben. Fragen Sie anschließend:

  • Wie unterscheidet sich nach dem Tod der Zustand dessen, der eine Zivilehe eingegangen ist, von dem, der für die Ewigkeit geheiratet hat? (Schreiben Sie die Antworten in die Tabelle an der Tafel. Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass die Bedingungen, die in Vers 20 bis 24 genannt werden, den Segnungen ähneln, die im Bund Abrahams verheißen werden [siehe Genesis 17:1-7; 22:17].)

Sie können dazu auch gemeinsam diese Aussage von Elder Cree-L Kofford von den Siebzigern lesen:

Elder Cree-L Kofford

„Die Verheißungen einer celestialen Ehe sind von Gott bevollmächtigt. Die Folgen, wenn man seinen Teil dieser Versprechungen nicht erfüllt, kommen ebenfalls von Gott. Bei der Ziviltrauung stützen sich die Versprechen, die Braut und Bräutigam einander geben, lediglich auf die ehrliche Einstellung der beiden Eheleute. Eine höhere Vollmacht steckt nicht dahinter. Das ist auch gar nicht möglich, denn die zugrundeliegende Vollmacht stammt von Menschen und nicht von Gott.“ („Marriage in the Lordʼs Way, Part One“, Ensign, Juni 1998, Seite 9.)

  • Vergleichen Sie die beiden Tabellen an der Tafel. Was geht Ihnen dabei durch den Sinn?

  • Welche Segnungen sehen Sie in der Familie eines Paares, das im Tempel geheiratet hat und bemüht ist, diesen Bund treu einzuhalten? Was tun die beiden konkret, um ihren Bund zu halten? (Lesen Sie gegebenenfalls gemeinsam diese Aussage von Elder L. Whitney Clayton von den Siebzigern in Bezug auf die Ehe: „Keine Beziehung jedweder Art [kann] so viel Freude bringen, so viel Gutes erzeugen oder in einem solchen Maße zur Veredelung des Einzelnen führen.“ [„Eine gute Ehe führen: zusehen und lernen“, Liahona, Mai 2013, Seite 83.])

Weisen Sie darauf hin, dass wir in Lehre und Bündnisse 132 außerdem die Worte des Herrn zur Mehrehe finden. Im Zuge der Wiederherstellung von allem (siehe Apostelgeschichte 3:21; LuB 132:45) gebot der Herr den Heiligen auch, nach dem Gesetz der Mehrehe zu leben. Die Mitglieder befolgten dieses Gesetz bis zum Jahre 1890. Damals tat der Herr Präsident Wilford Woodruff kund, dass er von den Mitgliedern nun nicht länger verlange, es zu befolgen. Machen Sie den heutigen Standpunkt der Kirche zur Mehrehe deutlich und lassen Sie dazu diese Aussage von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008) vorlesen:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Wenn festgestellt wird, dass eins unserer Mitglieder die Mehrehe praktiziert, wird es exkommuniziert, was die schwerste Strafe ist, die die Kirche verhängen kann. … Vor über hundert Jahren hat Gott seinem Propheten Wilford Woodruff deutlich offenbart, dass die Mehrehe nicht mehr praktiziert werden sollte, was bedeutet, dass sie jetzt gegen das Gesetz Gottes verstößt. Selbst in Ländern, wo das zivile oder religiöse Gesetz die Polygamie zulässt, lehrt die Kirche, dass eine Ehe monogam sein muss, und lässt Menschen, die die Mehrehe praktizieren, nicht als Mitglieder zu.“ („Was fragen die Menschen in Bezug auf uns?“, Der Stern, Januar 1999, Seite 84.)

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema können die Teilnehmer auch online unter den Evangeliumsthemen nachschlagen, Stichwort „Mehrehe in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, lds.org/topics.

Lehre und Bündnisse 131:1-4

Weshalb es wichtig ist, sich für eine ewige Ehe zu entscheiden

Bitten Sie einen Teilnehmer, Lehre und Bündnisse 131:1-4 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, weshalb es wichtig ist, dass wir uns für die Form der Ehe entscheiden, die der Herr festgelegt hat.

  • Was für Segnungen werden denen zuteil, die den neuen und immerwährenden Bund der Ehe eingehen? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz verstanden haben: Wenn wir den neuen und immerwährenden Bund der Ehe eingehen, können wir im höchsten Grad des celestialen Reiches erhöht werden. Erklären Sie: Mit neu ist hier gemeint, dass dieser Bund in unserer Evangeliums­zeit erneut wiederhergestellt worden ist. Mit immerwährend ist gemeint, dass dieser Bund in alle Ewigkeit bestehen wird. Bereits in der vorirdischen Geisterwelt wurde er als Bestandteil des Erlösungsplans festgelegt. Schon seit den Tagen Adams ist er Teil des Evangeliums Jesu Christi. Über den Begriff Vermehrung hat der Prophet Joseph Smith gesagt, dass diejenigen, die den höchsten Grad des celestialen Reiches erlangen, „sich in der celestialen Herrlichkeit weiterhin vermehren und Kinder haben“ [History of the Church, 5:391].)

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussagen von Elder Russell M. Nelson vorzulesen:

Elder Russell M. Nelson

„[Errettung] bedeutet, vom physischen und geistigen Tod errettet zu werden. … [Erhöhung] bezieht sich auf die höchste Stufe des Glücks und der Herrlichkeit im celestialen Reich.“ („Errettung und Erhöhung“, Liahona, Mai 2008, Seite 8.)

„Errettung ist Sache des Einzelnen, Erhöhung hingegen Sache der Familie. Nur diejenigen, deren Ehe im Tempel geschlossen und durch den Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt wurde, werden nach dem Tod weiter als Mann und Frau zusammen sein und den höchsten Grad der celestialen Herrlichkeit, also die Erhöhung, erlangen.“ („Die celestiale Ehe“, Liahona, November 2008, Seite 92.)

  • Weshalb ist die ewige Ehe so wichtig? (Lassen Sie die Teilnehmer darauf antworten. Wenn der Geist Sie dazu bewegt, können Sie auch auf den nieder­schmetternden Trend hinweisen, dass viele heutzutage gar nicht heiraten, weil ihnen ihre Karriere oder Ähnliches wichtiger ist, als Gottes Plan gemäß zu leben. Wer sich gegen die Ehe entscheidet, büßt allerdings Segnungen ein, die Gott ihm jetzt und in der Ewigkeit geben möchte.)

  • Weshalb bietet die Tempelehe wohl eine größere Chance, glücklich zu werden, als wenn man nur eine Zivilehe eingeht oder ohne Trauschein zusammenlebt?

Die Teilnehmer sollen begreifen, dass letzten Endes alle Heiligen, die ihren Grundsätzen treu bleiben, mit einer ewigen Ehe gesegnet werden. Bitten Sie dazu einen Teilnehmer, diese Aussage von Präsident Howard W. Hunter (1907–1995) vorzulesen:

Präsident Howard W. Hunter

„Wer würdig ist, dem werden keine Segnungen vorenthalten, auch nicht die einer ewigen Ehe und einer ewigen Familie. Manch einem wird diese Segnung erst spät zuteil, vielleicht sogar erst im nächsten Leben, doch verwehrt bleibt sie keinem.“ („The Church Is for All People“, Ensign, Juni 1989, Seite 76.)

  • Kennen Sie jemanden, der gern im Tempel heiraten möchte, für den dieser Traum bislang jedoch nicht wahrgeworden ist? Wie könnte Präsident Hunters Verheißung so jemandem Zuversicht geben?

Bitten Sie die Teilnehmer zum Schluss, eine oder beide dieser Fragen schriftlich zu beantworten:

  • Welche meiner Entscheidungen führen mich hin zu einer Tempelehe?

  • In welchen Bereichen muss ich mich vielleicht noch ändern oder dazulernen, damit ich bereit bin, im Tempel gesiegelt zu werden?

Ein paar Teilnehmer sollen berichten, wie sie sich auf eine Tempelehe vorbereiten. Geben Sie Zeugnis, dass ein Mann und eine Frau für alle Ewigkeit zusammen sein können, sofern sie dem Bund treu bleiben, den sie bei der Siegelung im Tempel eingehen. Erzählen Sie, wie Sie durch diese Erkenntnis schon gesegnet worden sind.

Lesestoff für die Teilnehmer