Lektion 24: Die alleinstehenden Mitglieder

Die ewige Familie – Leitfaden für den Lehrer, 2015


Einleitung

Im Evangelium Jesu Christi ist immer wieder die Rede von den ewigen Segnungen, die uns durch Ehe und Familie zuteilwerden können. Viele Mitglieder haben jedoch derzeit keine Möglichkeit, zu heiraten oder Kinder zu bekommen. In dieser Lektion geht es darum, dass auch Alleinstehende einen wertvollen Beitrag zum Reich Gottes leisten können. Manch einem werden die Segnungen von Ehe und Familie erst später zuteil. Doch wenn so jemand die Bündnisse, die er mit Gott eingegangen ist, in Rechtschaffenheit hält, bleiben ihm diese Segnungen nicht auf Dauer verwehrt.

Zusätzlicher Lesestoff

  • Gordon B. Hinckley, „Ein Gespräch mit alleinstehenden Erwachsenen“, Der Stern, November 1997, Seite 16–24

  • Spencer J. Condie, „Nehmen wir die kostbaren und überaus großen Verheißungen in Anspruch!“, Liahona, November 2007, Seite 16ff.

Anregungen für den Unterricht

1 Korinther 12:12-20,25-27

Alleinstehend sein in einer Kirche, in der die Familie im Vordergrund steht

Fragen Sie, vor welchen Herausforderungen ein alleinstehendes Mitglied wohl steht, wenn in der Gemeinde oder im Zweig die meisten verheiratet sind und Kinder haben. (Alleinstehende Mitglieder sind vielleicht einsam, verlieren die Hoffnung und fühlen sich ausgegrenzt, besonders wenn es im Unterricht oder in den Versammlungen um Ehe und Familie geht.)

  • Wie können andere Mitglieder dazu beitragen, dass sich ein Alleinstehender in den Versammlungen und bei Aktivitäten einbezogen fühlt? Wie können sie ihn spüren lassen, dass er geschätzt wird?

Ein Teilnehmer soll diese Aussage von Präsident Howard W. Hunter (1907–1995) vorlesen:

Präsident Howard W. Hunter

„Die Kirche ist für alle Mitglieder da. … Jeder – ob ledig oder verheiratet – ist eine eigenständige Persönlichkeit und hat Bedürfnisse, darunter den Wunsch, als wertvolles, einzigartiges Kind Gottes wahrgenommen zu werden. …

Dies ist die Kirche Jesu Christi und nicht die Kirche der Verheirateten oder der Alleinstehenden oder sonst einer Gruppe oder eines Einzelnen.“ („The Church Is for All People“, Ensign, Juni 1989, Seite 76.)

Erklären Sie, dass der Apostel Paulus die Kirche mit dem menschlichen Körper vergleicht und die Mitglieder mit dessen Gliedern. Ein paar Teilnehmer sollen reihum 1 Korinther 12:12-20 vorlesen. Die anderen sollen darauf achten, wie Paulus hier die Mitglieder mit den einzelnen Gliedern vergleicht.

  • Vor welchen Problemen stünden wir, würden uns eines oder mehrere Glieder fehlen?

  • Was lehrt Paulus anhand dieses Gleichnisses? (Die Teilnehmer nennen möglicherweise viele wichtige Grundsätze, sollen aber vor allem auch diesen Grundsatz erkannt haben: Jedes Mitglied ist wertvoll und kann in der Kirche einen wichtigen Beitrag leisten.)

  • Wie bringen sich alleinstehende Mitglieder in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Zweig ein?

Jemand soll 1 Korinther 12:25-27 vorlesen. Die Klasse soll darauf achten, wie die Mitglieder eins werden können.

  • Wie können alle Mitglieder – ob ledig oder verheiratet – dazu beitragen, dass in Gemeinde oder Zweig Einigkeit herrscht?

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Robert D. Hales

„Wir gehören alle zur Gemeinschaft der Heiligen, wir alle brauchen einander, und wir arbeiten alle auf dasselbe Ziel hin. Jeder von uns könnte sich aufgrund seines Andersseins von seiner Gemeindefamilie lossagen. Aber wir dürfen uns nicht aufgrund der Unterschiede, die wir an uns erkennen, ausschließen, oder uns von Möglichkeiten fernhalten. Lassen wir doch lieber andere an unseren Talenten teilhaben, bringen wir ihnen Hoffnung und Freude, und bauen wir damit auch uns selbst auf.“ („Zu einer Gemeindefamilie gehören“, Der Stern, März 1999, Seite 12.)

  • Wie fühlen Sie sich eingebunden und eins mit anderen, weil Sie Ihre Berufung erfüllen oder sich sonst wie in Gemeinde oder Zweig einbringen?

Hebräer 11:1,6,8-13,16

Auf die verheißenen Segnungen warten

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel vorzulesen:

Elder Dallin H. Oaks

„Wer ledig ist, sollte sich eine Tempelehe wünschen und sein Äußerstes geben, um sie zu erreichen. Jugendliche und junge Alleinstehende müssen der gesellschaftlich akzeptierten, in Ewigkeit aber falschen Auffassung widerstehen, zu heiraten und Kinder zu bekommen sei unwichtig.“ („Wünsche“, Liahona, Mai 2011, Seite 45.)

  • Weshalb sind alleinstehende Mitglieder vielleicht manchmal entmutigt, wenn sie hören, „dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und dass im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht“? („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite.)

Erklären Sie: Zwar bilden Ehe und Familie das Ideal, dennoch können viele alleinstehende Mitglieder nicht wissen, ob sie jemals heiraten werden. Wer geschieden oder verwitwet ist, fragt sich vielleicht, ob er noch einmal heiraten wird.

Lesen Sie diese Aussage von Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel vor. Die Teilnehmer sollen darauf achten, wie der Heiland denjenigen alle ewigen Segnungen ermöglicht, die derzeit nicht verheiratet sind und keine Kinder haben:

Elder D. Todd Christofferson

„Wenn wir die grundlegenden Wahrheiten in Bezug auf Ehe und Familie verkünden, wollen wir damit nicht über die Opfer und Erfolge derjenigen, die dieses Ideal gegenwärtig nicht verwirklicht haben, hinwegsehen oder diese abwerten. Manchen von Ihnen bleibt die Segnung der Ehe aus verschiedenen Gründen verwehrt, wie etwa aus Mangel an geeigneten Partnern, gleichgeschlechtlichen Neigungen, körperlichen oder geistigen Einschränkungen oder schlicht einer Versagensangst, die zumindest im Augenblick den Glauben überlagert. Vielleicht waren Sie einmal verheiratet, doch dies ist nun vorbei, und Sie müssen alleine bewältigen, was zwei gemeinsam kaum schaffen. Manche von Ihnen sind verheiratet, können jedoch keine Kinder bekommen, obwohl Sie es sich sehnlichst wünschen und darum flehen. …

Mit Zuversicht bezeugen wir, dass im Sühnopfer Jesu Christi alle Entbehrungen und Verluste derjenigen, die zu ihm kommen, vorweg­genommen wurden und letztendlich wieder­gutgemacht werden. Niemand ist von vorn­herein dazu bestimmt, nur einen Bruchteil von dem zu empfangen, was der Vater für seine Kinder bereithält.“ („Warum heiraten? Warum eine Familie gründen?“, Liahona, Mai 2015, Seite 52f.)

  • Wer empfängt laut Elder Christofferson Gottes größte Segnungen? (Schreiben Sie diese Lehre an die Tafel: Das Sühnopfer Jesu Christi ermöglicht es letzten Endes jedem, alle Segnungen zu erlangen, die der Vater im Himmel verheißen hat.)

  • Wie erlangt man die Hoffnung, dass sich diese Lehre auch für einen selbst erfüllt?

Ein Teilnehmer soll vorlesen, was Präsident Spencer W. Kimball (1895–1985) einst versichert hat:

Präsident Spencer W. Kimball

„Was die Ewigkeit angeht, so verheißen wir Ihnen, dass niemandem die reichen, hohen, ewigen Segnungen vorenthalten werden, die er aus Gründen, die außerhalb seines Einflussbereichs liegen, bisher nicht erlangen konnte. Der Herr steht immer zu seinen Verheißungen, und jeder Rechtschaffene empfängt letzten Endes alles, worauf er ein Anrecht hat und was er nicht durch eigene Schuld verwirkt.“ („The Importance of Celestial Marriage“, Ensign, Oktober 1979, Seite 5.)

Bezeugen Sie: Zwar lassen manche Segnungen auf sich warten, doch wer bestrebt ist, ein rechtschaffenes Leben zu führen, dem werden sie in der Ewigkeit nicht vorenthalten.

Die Teilnehmer sollen an Abraham und Sara denken, denen Gott in Bezug auf ihre Familie eine Verheißung gemacht hatte, die sich teils sehr spät und teils während ihres irdischen Lebens gar nicht erfüllt hat (siehe Genesis 13:14-17; 15:4-7; 17:1-8,15,16). Weisen Sie darauf hin, dass auch unser Glaube wie bei Abraham und Sara manchmal geprüft wird und wir auf Verheißungen sehr lange warten müssen oder diese hier auf Erden gar nicht in Erfüllung gehen.

Bitten Sie jemanden, Hebräer 11:1,6 vorzulesen. Die Klasse soll darauf achten, wie hier Glaube definiert wird.

  • Was lernen wir aus diesen Versen über die Bedeutung des Glaubens?

  • Was bedeutet „Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht“? (Glaube ist eine Gewissheit oder ein Zeugnis, dass es etwas gibt, was man nicht sehen kann. Doch erst wenn wir die Grundsätze des Evangeliums befolgen und umsetzen [insbesondere auch dann, wenn das nicht so einfach ist], können wir auf das hoffen, was man nicht sieht. Glaube heißt, im Gehorsam zu handeln. Auf diese Weise wird uns die geistige Gabe eines Zeugnisses zuteil. Man glaubt Gott und gehorcht ihm vertrauensvoll, ohne das letztendliche Ergebnis sehen zu können.)

Ein paar Teilnehmer sollen reihum Hebräer 11:8-13,16 vorlesen. Die Klasse soll darauf achten, wie Abraham und Sara unter schwierigen Umständen Glauben ausgeübt haben. Schlagen Sie den Teilnehmern vor, Begriffe und Formulierungen zu markieren, aus denen hervorgeht, wie Abraham und Sara Glauben ausgeübt haben.

  • In Vers 13 erfahren wir: Obwohl Abraham, Sara und viele andere gestorben sind, „ohne das Verheißene erlangt zu haben“, sahen sie die Verheißungen „von fern“ und glaubten daran, dass Gott seine Verheißungen letztendlich in Erfüllung gehen lassen kann. Wie kann dieses Beispiel von Heiligen aus alter Zeit einem Heiligen heute helfen, dessen Glaube geprüft wird, weil er Segnungen, die ihm verheißen wurden, hier auf Erden nicht erlangt? (Jeder muss Glauben ausüben und die Gebote des Herrn befolgen, selbst wenn sich die Segnungen, die man sich erhofft, nicht dann einstellen, wenn man sie sich wünscht.)

  • Was bedeutet es wohl, dass diese Heiligen aus alter Zeit als „Fremde und Gäste auf Erden“ weilten? (Sie wussten, dass das Erdenleben zeitlich begrenzt ist und dass sie nicht für immer auf dieser Welt leben.)

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Jeffrey R. Holland

„Manche Segnungen kommen bald, manche spät und manche gar erst im Himmel, aber sie kommen zu einem jeden, der das Evangelium Jesu Christi annimmt. Davon kann ich selbst Zeugnis geben.“ („Ein Hoherpriester der künftigen Güter“, Liahona, Januar 2000, Seite 45.)

  • Wie hilft jemandem, der mutlos und betrübt ist, weil er keinen Ehepartner oder keine Kinder hat, die Überzeugung, dass keinem treuen Mitglied Segnungen auf Dauer vorenthalten werden?

  • Haben Sie sich schon einmal entmutigt gefühlt und haben dennoch voller Glauben weitergemacht?

Falls noch genügend Zeit zur Verfügung steht, lesen Sie gemeinsam diesen Rat von Elder Dallin H. Oaks:

Elder Dallin H. Oaks

„Wenn Sie nichts anderes tun, als auf der Stelle zu treten und auf den Märchenprinzen oder die Prinzessin zu warten, so hören Sie auf damit! Vielleicht bekommen Sie in diesem Leben nie die Chance, einen passenden Ehepartner zu finden ‒ warten Sie also nicht länger. Setzen Sie sich in Bewegung. Bereiten Sie sich auf das Leben vor ‒ auch als Alleinstehender! Eignen Sie sich Bildung an, sammeln Sie Erfahrungen und schmieden Sie Pläne. Warten Sie nicht, dass das Glück Ihnen hinterherläuft. Suchen Sie es selbst, indem Sie dienen und lernen. Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und vertrauen Sie dem Herrn.“ („Dating versus Hanging Out“, Ensign, Juni 2006, Seite 14.)

Die Teilnehmer sollen darüber nachdenken, wie sie mehr Glauben an Jesus Christus ausüben und darauf vertrauen können, dass er imstande ist, alle verheißenen Segnungen in Erfüllung gehen zu lassen.

Lesestoff für die Teilnehmer

  • 1 Korinther 12:12-20,25-27; Hebräer 11:1,6,8-13,16

  • Gordon B. Hinckley, „Ein Gespräch mit alleinstehenden Erwachsenen“, Der Stern, November 1997, Seite 16–24