Lektion 28

Die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft fördern

Die ewige Familie – Leitfaden für den Lehrer


Einleitung

Neuzeitliche Propheten haben verkündet: „Wir rufen die verantwortungsbewussten Bürger und Regierungsvertreter in aller Welt auf, solche Maßnahmen zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu bewahren und zu stärken.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite.) In dieser Lektion besprechen Sie, wie man diesen Rat der Propheten beherzigen und auch öffentlich dafür eintreten kann.

Zusätzlicher Lesestoff

Anregungen für den Unterricht

Alma 43:9,30,45,48

Es ist unsere Aufgabe, für die Lehre von der Familie und deren sittliche Grundlage einzutreten

Erklären Sie zum Einstieg, dass es heute vor allem um unsere Aufgabe geht, für die Familie einzutreten. Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Bruce D. Porter von den Siebzigern:

Elder Bruce D. Porter

„Verglichen mit der riesigen Welt ist die Kirche nur eine kleine Einrichtung. Dennoch dürfen die Heiligen der Letzten Tage nicht unterschätzen, welche Macht ihr Beispiel hat. Sie sind imstande, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und verkehrte Trends wieder umzukehren und den Suchenden einzuladen, dass er durch das Tor eintritt und sich auf den vom Herrn festgelegten Weg begibt. Gemeinsam mit Menschen und Organisationen, die ähnlich denken wie wir, müssen wir unser Bestes geben und für die Familie eintreten. Wir müssen warnend die Stimme erheben und alle Welt einladen.“ („Defending the Family in a Troubled World“, Ensign, Juni 2011, Seite 18.)

  • Was sind Ihre Gedanken zu der Pflicht der Mitglieder, sich in der heutigen Welt für die Familie einzusetzen?

Erklären Sie: Die Religionsfreiheit und die althergebrachten Werte der Nephiten wurden etliche Male von den Lamaniten bedroht. Dem, was die Nephiten damals erlebt haben, entnehmen wir Grundsätze, die sich auf die heutige Zeit beziehen lassen. (Heben Sie während des Unterrichts hervor, dass wir beim Schriftstudium lernen sollen, die Schriften auf uns zu beziehen.) Erklären Sie, dass wir einen solchen Fall in Alma 43 finden.

Schreiben Sie Alma 43:9,30,45,48 an die Tafel. Die Teilnehmer sollen Wörter und Formulierungen herausarbeiten, aus denen hervorgeht, wie wichtig es ist, in der heutigen Welt für althergebrachte Werte und Religionsfreiheit einzutreten. Regen Sie an, dass die Teilnehmer diese Wörter und Formulierungen markieren.

  • Aus welchen Wörtern und Formulierungen geht hervor, wie wichtig es ist, sich für familiäre Werte und Religionsfreiheit einzusetzen? Welchen Grundsatz entnehmen Sie diesen Schriftstellen? Weshalb ist es wichtig, sich für familiäre Werte und Religionsfreiheit einzusetzen? (Die Teilnehmer sollen unter anderem diesen Grundsatz nennen: Wir haben die heilige Pflicht, für familiäre Werte und Religionsfreiheit einzustehen und diese zu fördern.)

  • Weshalb ist es wichtig, dass die Mitglieder im eigenen Umfeld für die Familie einstehen und sie fördern?

  • Wie können wir über die sozialen Netzwerke für die Familie eintreten und sie fördern?

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder L. Tom Perry (1922–2015) vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder L. Tom Perry

„Wir wollen, dass sich unsere Stimme abhebt vom Sirenengesang derer, die alternative Lebensweisen propagieren und das ersetzen wollen, was Gott selbst eingerichtet hat: die Familie. Wir wollen auch unserer Stimme Gehör verschaffen, wenn wir von der Freude und Erfüllung sprechen, die die traditionelle Familie in sich birgt. So müssen wir weiterhin in aller Welt unsere Stimme erheben und für den hohen Stellenwert von Ehe und Familie eintreten – weshalb Ehe und Familie so wesentlich sind und weshalb das immer so bleiben wird.“ („Weshalb Ehe und Familie so wichtig sind – überall auf der Welt“, Liahona, Mai 2015, Seite 42.)

  • Was in Bezug auf die Familie sollen wir laut Elder Perry verkünden?

  • Wie ist schon mal jemand, den Sie kennen, für die Bedeutung der Familie eingetreten oder hat die Institution Familie verteidigt? (Verdeutlichen Sie: Für die Familie einzutreten bedeutet, sich darum zu bemühen, dass die eigene Familie intakt bleibt, aber auch, falls nötig, sich öffentlich für die Familie auszusprechen.)

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Neil L. Andersen vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Elder Neil L. Andersen

„Vor kurzem erfuhr ich etwas von einem Lorbeermädchen aus den USA. Ich zitiere aus der E-Mail:

‚Im vergangenen Jahr begannen einige meiner Freunde, auf Facebook ihre Haltung zur Ehe zu posten. Viele sprachen sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus, und einige Jugendliche aus der Kirche gaben an, dass ihnen dies „gefällt“. Ich äußerte mich nicht dazu.

Ich beschloss, meinen Glauben an die traditionelle Ehe auf umsichtige Weise kundzutun.

Ich setzte unter mein Profilbild folgende Bildunterschrift: „Ich glaube an die Ehe zwischen Mann und Frau.“ Beinahe unverzüglich erhielt ich erste Nachrichten dazu. „Du Egoistin.“ „Du urteilst über andere.“ Einer verglich mich mit einem Sklavenhalter. Und ich erhielt diese Nachricht von einer guten Freundin, die ein überzeugtes Mitglied der Kirche ist: „Du musst mit der Zeit gehen. Die Dinge ändern sich, und du solltest das auch.“

Ich verteidigte mich nicht‘, schrieb die Junge Dame, ‚nahm meine Aussage aber auch nicht zurück.‘

Sie schloss mit diesen Worten: ‚Manchmal muss man, wie Präsident Monson gesagt hat, alleine dastehen. Hoffentlich können wir als Jugendliche gemeinsam dafür einstehen, Gott und den Lehren seiner lebenden Propheten treu zu sein.‘“ („Geistige Wirbelstürme“, Liahona, Mai 2014, Seite 19f.)

  • Wie haben Sie selbst schon für die Familie einstehen und sie fördern können?

  • Welchen Einfluss hatten Ihre Worte und Taten auf andere?

Bezeugen Sie: Wenn wir für Maßnahmen zur Stärkung der Familie eintreten und diese fördern, üben wir einen guten Einfluss auf unser Umfeld aus und bringen die Absichten im Plan des himmlischen Vaters voran.

Alma 46:10-13,16; 48:7-13

Mit Gottes Hilfe und mit Respekt für andere für die Familie einstehen

Erklären Sie, dass in Alma 46 und 48 berichtet wird, dass die Lamaniten mal wieder die Nephiten bedrohten. Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen ein. Die eine Hälfte soll Alma 46:10-13,16 und die andere Alma 48:7-13 lesen. Die Teilnehmer sollen erarbeiten, wie wir dem Beispiel Hauptmann Moronis auf angemessene Weise nacheifern und Maßnahmen fördern können, die die Familie bewahren und stärken. Geben Sie ihnen genügend Zeit. Stellen Sie anschließend die folgenden Fragen, mithilfe derer die Teilnehmer die heiligen Schriften auf sich beziehen können:

  • Inwiefern sind die Absichten Amalikkjas und seiner Anhänger vergleichbar mit den Absichten derer, die heutzutage die Familie angreifen?

  • Was können wir aus der Vorgangsweise Hauptmann Moronis lernen? (Die Teilnehmer sollen diesen Grundsatz verstehen: Wenn wir uns um Gottes Hilfe bemühen und die Mittel nutzen, die uns zur Verfügung stehen, empfangen wir Weisheit und die Kraft, für unsere Familie, unsere Religion und unsere Freiheit einzustehen.)

  • Wie können wir auf angemessene Weise Maßnahmen fördern, die dazu dienen, die Familie zu stärken und für sie einzutreten?

Ergänzen Sie das Gespräch zur eben aufgeführten Frage gegebenenfalls mit diesen Aussagen von Präsident Gordon B. Hinckley (1910–2008) und Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel:

Präsident Gordon B. Hinckley

„Beteiligen wir uns an guten Vorhaben im Gemeinwesen. Es mag Umstände geben, wo es um schwerwiegende sittliche Fragen geht und wir aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht nachgeben dürfen. Aber auch in diesen Fällen können wir höflich anderer Meinung sein, ohne unangenehm zu werden. Wir können die Aufrichtigkeit derjenigen anerkennen, deren Einstellung wir nicht akzeptieren können. Wir können über Grundsätze sprechen, ohne ausfallend zu werden.“ (Teachings of Gordon B. Hinckley, 1997, Seite 131.)

Elder Dallin H. Oaks

„Wenn ein Gläubiger seine Ansichten in der Öffentlichkeit vertritt, sollte er gegenüber den Ansichten und Standpunkten derer, die seine Überzeugung nicht teilen, stets tolerant sein. Gläubige müssen sich stets liebevoll ausdrücken und ihren Gegnern mit Geduld, Verständnis und Mitgefühl begegnen. Dem gläubigen Christen ist es geboten, seinen Nächsten zu lieben (siehe Lukas 10:27) und zu vergeben (siehe Matthäus 18:21-35). Er sollte auch stets der Worte des Erlösers gedenken: ‚Segnet die, die euch fluchen, tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für die, die euch böswillig behandeln und euch verfolgen.‘ (King-James-Bibel, Matthäus 5:44.)“ (Dallin H. Oaks, „Die Abwägung von Wahrheit und Toleranz“, Liahona, Februar 2013, Seite 34f.)

  • Wie können Sie die Grundsätze, die Präsident Hinckley und Elder Oaks hier angesprochen haben, umsetzen?

Heben Sie diesen Grundsatz hervor: Wenn wir Maßnahmen fördern, die dazu dienen, für die Familie einzustehen und sie zu stärken, müssen wir Respekt zeigen und die Meinung anderer tolerieren.

Maßnahmen zur Stärkung der Familie fördern

Bitten Sie einen Teilnehmer, diese Aussage vorzulesen:

„Wir rufen die verantwortungsbewussten Bürger und Regierungsvertreter in aller Welt auf, solche Maßnahmen zu fördern, die darauf ausgerichtet sind, die Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu bewahren und zu stärken.“ („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, November 2010, Umschlagrückseite.)

Erklären Sie, dass etliche Führer der Kirche im Januar 2015 eine Pressekonferenz abhielten, in der sie die Regierung dazu aufriefen, Gesetze zu verabschieden, die die Religionsfreiheit und die Heiligkeit der Familie schützen. Zwar sprachen sich die Führer der Kirche konkret für die Religionsfreiheit aus, dennoch gelten ihre Worte auch für familiäre Werte. Viele Aspekte der Religionsfreiheit beziehen sich direkt auf die Familie, wie etwa der, dass die Ehe heilig ist.

Lesen Sie gemeinsam diese Aussage von Elder Dallin H. Oaks als eine Art Zusammenfassung der Pressekonferenz:

Elder Dallin H. Oaks

„Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bekräftigt die folgenden Grundsätze noch einmal. Sie beruhen auf der Lehre Jesu Christi und werden allen Menschen gerecht – auch den religiösen:

1. Wir gestehen jedermann das gottgegebene und verfassungsmäßige Recht zu, entsprechend seinem Glauben zu leben, wie es ihm das Gewissen gebietet, solange er nicht das Wohl und die Sicherheit anderer gefährdet.

2. Wir bekräftigen, dass die gleiche Gewissensfreiheit für alle Menschen überall gelten muss: Sie müssen sich selbst für eine Religion ihrer Wahl entscheiden dürfen – oder auch für gar keine, wenn das ihr Wille ist.

3. Wir glauben, dass die Gesetzgebung so ausgeglichen zu gestalten ist, dass einerseits die Freiheiten aller Menschen geschützt werden und andererseits auf abweichende Wertvorstellungen Rücksicht genommen wird.

4. Wir lehnen Verfolgung und Benachteiligung jeglicher Art ab, ob sie sich auf Hautfarbe, ethnische Zugehörigkeit, Religionszugehörigkeit, wirtschaftliche Umstände oder Unterschiede in Bezug auf Geschlecht oder sexuelle Orientierung gründet.“ (Dallin H. Oaks, „Transcript of News Conference on Religious Freedom and Nondiscrimination“, 27. Januar 2015, mormonnewsroom.org/article/publicstatement-on-religious-freedom-and-nondiscrimination.)

  • Welche Punkte dieser Aussage können Ihnen helfen, Maßnahmen zur Stärkung der Familie als Grundeinheit der Gesellschaft zu fördern? (Heben Sie im Laufe des Gesprächs diese Maßnahmen hervor: Kinder im Sinne des Herrn großziehen, andere Familien unterstützen, Berufungen großmachen, unser Umfeld stärken.)

Legen Sie den Teilnehmern ans Herz, darüber nachzudenken, wie sie Maßnahmen fördern können, die dazu dienen, die Familie zu stärken und für sie einzustehen.

Lesestoff für die Teilnehmer