Präsident Thomas S. Monson

(1927–2018)

Prophet und Freund


Präsident Thomas S. Monson, der im Februar 2008 Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde und zuvor von 1985 bis 2008 als Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft und von 1963 bis 1985 im Kollegium der Zwölf Apostel tätig gewesen war, ist am 2. Januar 2018 verstorben. Ihm vorausgegangen ist seine Frau Frances, die 2013 verstarb. Die beiden haben drei Kinder.

Präsident Thomas S. Monson

Der Patient aus der Notaufnahme in einem Krankenhaus in Salt Lake City sollte zwar entlassen werden, doch der zuständige Arzt und dessen Mitarbeiter zögerten. Die Behandlung des Mannes war abgeschlossen und er schien wieder gesund zu sein, doch sein ungepflegtes Äußeres und seine instabile Lebenssituation führten zu Bedenken. „Haben Sie Angehörige oder Bekannte, irgendjemand, der Ihnen nach der Behandlung unter die Arme greifen kann?“, wollte der Arzt wissen. „Eigentlich nicht“, erwiderte der Patient, bis ihm plötzlich doch jemand einfiel: „Ach doch, ein Bekannter von mir kümmert sich ab und zu um mich. Er heißt Tom Monson.“2

Präsident Monson winkt den Anwesenden nach einer Versammlung der Frühjahrs-Generalkonferenz 2013 auf seine charakteristische Weise zu

Ein langjähriger Freund bezeichnete Präsident Thomas S. Monson einmal als besonderen Freund der Außenseiter, Armen und Bedürftigen.3 Sein Leben lang – darunter mehr als drei Jahrzehnte, in denen er als Mitglied der Ersten Präsidentschaft von zeitaufwendigen Aufgaben eingenommen war – machte er es zur höchsten Priorität, ältere Bekannte und auch Fremde zu besuchen. Wenn es ihm der Geist eingab, verließ er auch schon mal eine wichtige Sitzung, damit er einem kranken Kind einen Priestertumssegen geben konnte. Nahm er an großen Sportveranstaltungen teil, ging er dort nicht mit prominenten Bekannten oder Vertretern des öffentlichen Lebens hin, sondern nahm Jugendfreunde mit, die wie er in ärmlichen Verhältnissen groß geworden waren. Bei jedem Klassentreffen stand auf seinem Namensschild lediglich „Tom Monson“. Demselben Thomas Monson waren, wie einer seiner Söhne berichtet, „öffentlicher Status, Image und weitere herausragende Errungenschaften anderer völlig egal: Ein bescheidener Freund von vor 50 Jahren erhielt die gleiche – oder sogar noch größere – Aufmerksamkeit als ein Gouverneur, Senator oder bekannter Geschäftsmann“4.

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Präsident Thomas S. Monson; Foto von Tom Smart, Deseret News

Mit dem Tod des 16. Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage haben führende Persönlichkeiten und einfache Leute sowie Millionen Freunde und Anhänger innerhalb und außerhalb der Kirche einen treuen Freund verloren. „Ich war immer auf die Hilfe des Herrn angewiesen und habe immer darum gebetet.“5– Dieses Motto von Präsident Monson zieht sich wie ein roter Faden durch seine Amtszeit, in der es stets darum ging, durch humanitäre Arbeit in aller Welt zu helfen, auf den Websites der Kirche für mehr Transparenz zu sorgen und den Mitgliedern komplexe Themen verständlich zu machen, durch öffentliche Kampagnen dazu beizutragen, dass Menschen überall auf der Welt in Hinblick auf die Kirche ein besseres Verständnis entwickeln, und anhand vieler Neuerungen das Erlösungswerk voranzubringen. Unter anderem senkte man das Mindestalter für junge Männer und junge Frauen, die eine Vollzeitmission erfüllen wollen, erweiterte die Möglichkeiten, wie Missionare die Menschen erreichen können (unter anderem auch mit technischen Mitteln), und ermöglichte es Führern der Kirche und Mitgliedern aus aller Welt, über das Internet zu interaktiven Gesprächsrunden zusammenzukommen. Während seiner Amtszeit wurde ein neues Handbuch der Kirche veröffentlicht, in dem besondere Betonung darauf liegt, ein Jünger Christi zu sein. Die Familienforschung wurde vereinfacht, wodurch man jetzt leichter nach Namen suchen und diese beim Tempel einreichen kann, damit dort stellvertretend die Taufe und alle weiteren errettenden heiligen Handlungen vollzogen werden können.

 

Nach einer Versammlung der Herbst-Generalkonferenz 2013 lehnt sich Präsident Thomas S. Monson über die Brüstung und reicht einem Jungen die Hand; Foto von August Miller, Deseret News

Trotz vieler herausragender Leistungen würde wohl kaum einer Präsident Monsons wichtigstes Vermächtnis bestreiten: sein machtvolles Beispiel. In einer seiner Lieblingsschriftstellen, Apostelgeschichte 10:38, heißt es, dass Jesus von Nazaret „umherzog [und] Gutes tat“. Präsident Monson tat ständig Gutes, und zwar auf die Weise, zu der uns der Heiland angehalten hat: Er gab den Hungrigen zu essen, nahm die Fremden auf, kleidete die Nackten, besuchte die Kranken und die Hoffnungslosen, die oftmals in Einsamkeit und Verzweiflung gefangen sind (siehe Matthäus 25:34-40). Er liebte seine Mitmenschen und diese lagen ihm stets mehr am Herzen als irgendein Programm; auch war er immer darum bemüht, auf den Geist zu hören. Eine Journalistin, die jahrzehntelang Artikel über Präsident Monson verfasste, drückte dies so aus: „Ich habe nur wenige kennengelernt, die derart bemüht waren, andere aufzubauen, zu trösten und aufzuheitern.“6 Durch sein ganzes Leben, zu dem die Familie, Bedrängnisse, Türen, die er öffnete, und natürlich der Dienst am Nächsten gehörten, schuf Thomas S. Monson ein beispielhaftes christliches Vermächtnis, bei dem die Seelsorge für den Einzelnen im Mittelpunkt steht.


Jeder war willkommen

An der Ecke 500 South, 200 West, nicht weit von den Eisenbahnschienen, die durch Salt Lake City führen, zogen George Spencer Monson und seine Frau Gladys, geb. Condie, inmitten der Weltwirtschaftskrise ihre Kinder groß. Auch Gladysʼ Familie, Nachfahren von Pionieren aus Schottland, wohnte bei ihnen. Georges Großeltern hatten sich in Schweden und in England der Kirche angeschlossen, ehe sie nach Amerika ausgewandert waren und sich in Salt Lake City niedergelassen hatten. Am 21. August 1927 erblickte Georges und Gladysʼ zweites Kind – ihr erster Sohn – das Licht der Welt: Thomas Spencer Monson. Er wurde nach Thomas Sharp Condie, seinem Großvater mütterlicherseits, und nach seinem Vater benannt.

Die Eltern von Thomas S. Monson: George Spencer Monson und seine Frau Gladys, geb. Condie

Trotzdem so viele Verwandte bei ihnen lebten, erwiesen die Monsons auch vielen anderen ihre Liebe. Es war nicht ungewöhnlich, dass hungrige Durchreisende in die Stadt kamen. Gladys Monson nahm sie auf und gab ihnen zu essen. „Sie behandelte jeden wie einen geladenen Ehrengast“, erinnerte sich Präsident Monson später.7 Jeden Sonntag schickte sie Tom ans andere Ende der Straße, damit er einem Nachbarn, den sie nur den „alten Bob“ nannten, eine Mahlzeit brachte. Bob bot ihm oftmals zehn Cent für seine gute Tat an. „Ich kann das Geld nicht annehmen“, erwiderte Tom jedoch besonnen. „Meine Mutter würde mir das Fell über die Ohren ziehen.“8 Sonntags trug Toms Vater manchmal Onkel Elias, seinen Bruder, der aufgrund von Arthritis verkrüppelt war, in sein altes Auto. Tom kam auch mit, und gemeinsam fuhren sie durch die Stadt.

„In diesem Lebensabschnitt war ich besonders beeindruckt davon, was meine Mutter und mein Vater bewerkstelligten“, berichtete Präsident Monson. „Mir war gar nicht richtig bewusst, dass sie kaum zur Kirche gingen.“9 Auch erinnerte er sich daran, dass die Atmosphäre daheim stets von Toleranz und Wohlwollen geprägt war: „Ich hörte meinen Vater nie auch nur ein schlechtes Wort über jemanden sagen. Er verließ sogar das Zimmer, wenn sich jemand respektlos oder abfällig über jemand anderen äußerte.“10

Es ist wohl keine Überraschung, dass diese Einstellung und dieses Verhalten auf Tom abfärbten. Als er zu Weihnachten eine elektrische Eisenbahn geschenkt bekam, war er außer sich vor Freude. Trotzdem bettelte er seine Mutter an, ihm außerdem einen Waggon aus einem weitaus weniger exquisiten Set zu geben, das eigentlich für den Sohn einer Witwe aus der Nachbarschaft gedacht war. Er bekam den Waggon. Als Tom und seine Mutter dem Jungen später das Geschenk überreichten und er sah, dass dieser vor Begeisterung über die eher dürftige Eisenbahn kaum zu bremsen war, plagten ihn Gewissensbisse. Er rannte heim und holte nicht nur den Waggon, den er an sich genommen hatte, sondern sogar einen seiner eigenen.11 Einer befreundeten Familie, die noch nie Truthahn oder Hühnchen gegessen hatte, schenkte Tom seine beiden Kaninchen als Weihnachtsbraten.12 Als eine Frau Anstoß an Tom und seinen Freunden nahm, weil sie beim Baseballspielen in der Nachbarschaft immer wieder Bälle in ihren Garten schlugen (oft schnappte sie sich die Bälle und behielt sie), beschloss Tom, die Situation zu entschärfen. Ohne auch nur ein Wort miteinander zu wechseln, goss er im Sommer regelmäßig die Pflanzen in ihrem Garten und harkte im Herbst das Laub von ihrem Rasen. Eines Tages bat sie ihn auf ein Glas Milch und Kekse zu sich herein – und übergab ihm eine ganze Kiste Bälle.13

Dennoch räumte Präsident Monson oftmals ein, dass er in seiner Kindheit trotz guter Taten auch eine schelmische Ader besessen hatte, die ihm den einen oder anderen Tadel eintrug. Er und sein Cousin fingen einmal die streunenden Hunde ihrer Nachbarn ein und sperrten sie hinter dem Haus in den Kohlenschuppen. Als Toms Vater die Tür öffnete, wurde er von sechs Hunden überrannt.14 Eines Nachmittags nahm die PV-Leiterin Tom zur Seite. Sie war traurig, weil sich viele Jungen beim Eröffnungsteil der PV so danebenbenahmen. Tom bot ihr seine Hilfe an. „Von da an“, berichtete er, „gab es keine Disziplinprobleme mehr in der PV.“15 Was nicht hieß, dass die Versuchung nachließ. Einmal überredete er einen Freund, mit ihm den PV-Unterricht am Nachmittag zu schwänzen. Sie wollten sich davonmachen, gleich nachdem Tom einen Cent aus der Tasche geholt und ihn in die Spendenbox für das Kinderkrankenhaus geworfen hatte. Mit dem 10-Cent-Stück, das Tom noch hatte, wollten sie sich ein leckeres Eis gönnen. Leider schlug ihr Plan fehl, als sie feststellten, dass Tom aus Versehen das 10-Cent-Stück statt des einen Cents gespendet hatte. Also liefen sie zurück, und deprimiert warf Tom auch den verbliebenen Cent in die Box. „Lange Zeit kam es mir so vor“, berichtete er später, „dass wohl niemand so erheblich in das Kinderkrankenhaus investiert hatte wie ich.“16

Tom Monson als kleiner Junge vor seinem Elternhaus beim Dreiradfahren

Die häufigen Urlaube in der Blockhütte der Familie im Provo Canyon prägten Tom. So ging er sein Leben lang gern auf Entenjagd und zelten, angeln und schwimmen. Einmal rettete Tom sogar ein Mädchen, das in einer gefährlichen Strömung zu ertrinken drohte.17 Ein andermal berichtete er, wie er und ein Freund törichterweise eine Grasfläche in der Nähe der Hütte in Brand gesetzt hatten. Wie immer vermittelte er mit dieser Geschichte einen wichtigen Grundsatz des Evangeliums.18

Thomas S. Monson – links als 13-Jähriger in Vivian Park, rechts mit seinem Sohn Clark am 19. Juli 1971 – verbrachte sein Leben lang gern Zeit in der freien Natur

Daheim in Salt Lake City besuchte er mehrfach in der Woche die Bibliothek, was dazu führte, dass er Büchern und Schriftstellern sehr zugetan war. Später konnte er seine Lieblingsdichter wie Wordsworth, Longfellow, Bryant, Tennyson und Shakespeare umfassend zitieren.19

Eines seiner Hobbys, die Taubenzucht, entwickelte er in seiner Jugend und führte es noch als Erwachsener fort. Dieses Hobby lehrte den jungen Tom eine wichtige Lektion, was Treuhandschaft angeht: Der Berater seines Priestertumskollegiums schenkte ihm eine Taube, die aber immer wieder zum Haus des Beraters zurückflog. Auf diese Weise hatte Tom jede Woche die Gelegenheit, mit seinem Priestertumsführer unter vier Augen zu sprechen.20 Die Grundlage seines Zeugnisses von Jesus Christus schrieb Tom jedoch stets seiner lieben Sonntagsschullehrerin Lucy Gertsch zu. Weil sie den Haufen chaotischer Jungs so lieb hatte, änderte sich das ungezogene Verhalten bald, und sie lauschten Schwester Gertsch gebannt, wenn sie, vom Geist erfüllt, über die Bibel sprach.21


Als Jugendlicher und junger Mann

Die finanziellen Schwierigkeiten, die die Weltwirtschaftskrise mit sich gebracht hatte, zwangen Tom, mit nur zwölf Jahren in der Druckerei seines Vaters anzufangen.22 Als Tom die Highschool besuchte, warf der Zweite Weltkrieg jedoch einen noch größeren Schatten auf sein Leben als die Wirtschaftskrise. „Jeder Junge wusste, dass man ihn einberufen würde, wenn der Krieg nicht aufhörte“, berichtete Präsident Monson von seiner Jugend.23 Er war ein hervorragender Schüler. Da er besonders das Fach Geschichte mochte, schrieb er sich dafür mit 17 an der University of Utah ein.24 Eigentlich dachte er ernsthaft darüber nach, Geschichtslehrer zu werden, aber stattdessen entschied er sich für einen Abschluss in Wirtschaft und besuchte auch fleißig den Institutsunterricht von Dr. Lowell Bennion und Dr. T. Edgar Lyon.25

Tom Monson war ein guter Schüler. Nach seinem Schulabschluss an der West High School in Salt Lake City schrieb er sich mit 17 an der University of Utah ein.

Als Student traf er auch die Liebe seines Lebens. Bei einem Tanzabend, bei dem sich die Neuzugänge kennenlernen konnten, wurde Tom Frances Johnson vorgestellt. Er machte ihr schließlich den Hof. Als er später Francesʼ Zuhause mit der eher geräuschvollen Kulisse bei der Familie Monson verglich, wurde ihm bewusst: „Ich war gar nicht darauf vorbereitet, wie ruhig und würdevoll es bei ihr daheim zuging.“26 Francesʼ Vater kam der Nachname Monson bekannt vor – und mit Tränen in den Augen fiel er Tom um den Hals, als die beiden feststellten, dass Toms Großonkel Elias die Familie Johnson in Schweden zur Kirche gebracht hatte.27 Tom und Frances mochten Big-Band-Musik sehr gern. Sie besuchten oft Tanzveranstaltungen, wo stilprägende Musiker wie Tommy Dorsey und Glenn Miller auftraten.28

1945 schrieb sich Thomas S. Monson als Reservist der US-Marine ein. Über die ersten drei Wochen der Grundausbildung sagte er später scherzhaft: „Ich [war] mir sicher, dass ich in Lebensgefahr war. Die Marine wollte mich nicht ausbilden, sie wollte mich umbringen.“ Doch die schwierigen Zeiten wurden auch von geistigen Erlebnissen begleitet. Nachdem sich eines Sonntags alle vor dem Obermaat aufreihen mussten, wies dieser alle Katholiken, Juden und Protestanten an, ihren jeweiligen Gottesdienst zu besuchen. Dann ging er auf Thomas S. Monson zu und fragte: „Und als was bezeichnet ihr euch?“

1945 schrieb sich Thomas S. Monson als Reservist der US-Marine ein

„Bis zu diesem Augenblick“, berichtete Präsident Monson später, „war mir nicht bewusst gewesen, dass neben und hinter mir auf dem Exerzierplatz noch andere standen. Fast wie mit einer Stimme riefen wir alle: ‚Mormonen!‘“28

Eines Nachts kurz vor Weihnachten stöhnte Leland Merrill, ein Freund von Thomas S. Monson, der ebenfalls der Kirche angehörte, im Bett neben ihm vor Schmerzen auf. Verzweifelt flüsterte er: „Monson, Monson, du bist doch Ältester, oder?“ Er bat Thomas S. Monson um einen Priestertumssegen. Dieser hatte jedoch noch nie einen gegeben. Still sprach er ein Gebet und erhielt sofort die Antwort: „Schau unten in deinen Seesack!“ Dort fand er um 2 Uhr morgens ein Handbuch für Missionare und darin wiederum die Anweisungen für einen Krankensegen. „Mit etwa 60 neugierigen Matrosen als Zuschauern gab ich Leland Merrill einen Segen“, erzählte er später. „Noch ehe ich meine Sachen wieder eingepackt hatte, schlief er schon wie ein Kind.“30 Während der Zeit als Soldat lernte Thomas S. Monson auch vom Beispiel anderer. So hegte er beispielsweise tiefe Bewunderung für einen jungen Katholiken, der jeden Abend zum Beten niederkniete, während „wir Mormonenburschen beim Beten bereits im Bett lagen“31.

Er war ein Jahr Soldat. Nachdem er wieder heimgekehrt war, schloss er das Studium an der University of Utah mit Auszeichnung ab und arbeitete anschließend bei Deseret News, einer Zeitung der Kirche, wo er für die Werbung zuständig war. Am 7. Oktober 1948, ein paar Monate nach dem Universitätsabschluss, heiratete er Frances Johnson im Salt-Lake-Tempel. „Ich habe schon recht früh gelernt, auf eigenen Füßen zu stehen“, beschrieb Schwester Monson die ersten Ehejahre.32 Schon kurz nach der Heirat forderte der Herr das junge Ehepaar Monson auf, sich unermüdlich beim Aufbau des Gottesreiches einzubringen.

Thomas S. Monson heiratete Frances Johnson am 7. Oktober 1948 im Salt-Lake-Tempel


Stets den Einzelnen im Blick

Im Mai 1950 wurde John R. Burt, der Bischof von Thomas S. Monson und dessen Frau, in die Pfahlpräsidentschaft berufen. Als man Bischof Burt fragte, wer als neuer Bischof berufen werden solle, sagte er ein paar Minuten lang gar nichts: „Ich überlegte, wie in aller Welt ich dem Pfahlpräsidenten klarmache, weshalb ich einen 22-jährigen Jungspund als Ersatz für mich wollte.“33 Und so begann die Amtszeit des jungen Bischofs Thomas S. Monson in der Gemeinde Temple View 6/7, in der es 85 Witwen gab und den größten Bedarf an Wohlfahrtshilfe, den die Kirche zu jener Zeit zu verzeichnen hatte. Die Zeit als Bischof dieser Gemeinde vertiefte Thomas S. Monsons ohnehin schon starken Sinn für Nächstenliebe. Zur Adventszeit besuchte er jede Witwe und brachte Süßigkeiten, Bücher oder bratfertige Hähnchen als Geschenk mit.34 Er fühlte sich „seinen“ Witwen derart verbunden, dass er viele sogar noch einmal im Jahr besuchte, lange nachdem er als Bischof entlassen worden war. Nach seiner Berufung als Generalautorität sprach er auf allen 85 Beerdigungen.35 „Meine Unzulänglichkeit stimmte mich demütig“, berichtete er von den fünf Jahren, die er als Bischof tätig gewesen war. Dennoch war er auch dankbar: „Schon in jungen Jahren entwickelte ich starkes Mitgefühl für die Bedürftigen, unabhängig von deren Alter und Umständen.“36 Für jeden im Gemeindegebiet war er da, auch für diejenigen, die der Kirche nicht angehörten. Ebenso kümmerte er sich um die weniger Aktiven, auch wenn das bedeutete, dass er eines Sonntagmorgens zur Tankstelle fuhr und einem Jungen, der in der Montagegrube arbeitete, ans Herz legte, wieder seine Kollegiumsversammlungen zu besuchen.37

Bischof Monson (Mitte) mit den letzten beiden seiner sechs Ratgeber: Elwood A. Blank (links) und William M. Larsen (rechts)

Während seiner Berufung lernte er auch eine schmerzliche Lektion. Bei einer Pfahl-Führerschaftsversammlung hatte Bischof Monson das starke Gefühl, er solle sofort aufbrechen und ein älteres Mitglied im Krankenhaus besuchen. Da jedoch gerade der Pfahlpräsident sprach, wartete der junge Bischof ungeduldig bis zum Ende der Versammlung, ehe er sich eilig zum Krankenhaus begab. Als er zum Krankenzimmer lief, hielt ihn eine Krankenschwester auf. Sie fragte: „Sind Sie Bischof Monson?“ Dann teilte sie ihm mit: „Der Patient hat nach Ihnen gefragt, bevor er gestorben ist.“38 Als Bischof Monson an jenem Abend nach Hause fuhr, schwor er sich, nie wieder eine Eingebung des Heiligen Geistes zu missachten. Dieser Vorsatz spiegelte sich in seinem übrigen Dienst in der Kirche beständig wider.

Thomas S. Monson zu der Zeit, als er als Bischof tätig war

Mit 27 Jahren wurde er Ratgeber in der Pfahlpräsidentschaft und 1959 – mit 31 Jahren – Missionspräsident in Kanada. Die Missionare, die unter ihm tätig waren, erinnern sich an einen Führer, der derart im Einklang mit dem Geist war, dass er oft einer Eingebung folgte und in der Wohnung eines Missionars auftauchte, bevor dieser etwas anstellen konnte.39 Er zeigte, dass ihm die Missionare wichtig waren. Er lernte deren Namen, sprach mit ihnen über ihre Probleme und Fragen und ließ nichts unversucht, um zu verhindern, dass ein Missionar früher nach Hause ging oder sich einem Disziplinarrat unterziehen musste. Die Familie Monson war inzwischen gewachsen: Die beiden Kinder Thomas Lee und Ann Frances waren zur Welt gekommen. Ein drittes Kind, Clark Spencer, erblickte in Kanada das Licht der Welt. Die Familie verbrachte auf Mission mehr Zeit zusammen als gewohnt. Wie sehr Thomas S. Monson Kanada damals ans Herz wuchs, war sogar 2010 noch offensichtlich, als er dort als Präsident der Kirche den Vancouver-Tempel weihte. Als Anstecknadel trug er die kanadische Flagge, und er wählte statt des ursprünglich geplanten Anfangsliedes das Lied „O Canada“ aus.40

Bald nach ihrer Rückkehr nach Salt Lake City wurde Thomas S. Monson Direktor der Deseret Press. Seine Frau hatte alle Hände voll zu tun, die Kinder großzuziehen, erfüllte Berufungen in der Gemeinde und stand ihm zur Seite, während er in etlichen Priestertumskomitees der Kirche tätig war.

Thomas S. Monson, stellvertretender Direktor der Druckerei, begutachtet Farbfotos für die Improvement Era, eine Zeitschrift der Deseret News Press. Bei ihm stehen (von links nach rechts) George Veenendaal (Vorarbeiter), Herman deMik (Drucker), Doyle L. Green (Herausgeber der Zeitschrift) und Louis C. Jacobsen (Direktor der Druckerei).

Da er mit seinen Aufgaben in der Kirche, etwa im Korrelationskomitee, Missionskomitee und Genealogiekomitee, sehr ausgelastet war, führte Thomas S. Monson die Einladung in Präsident David O. McKays Büro auf seine derzeitigen Aufgabenbereiche zurück. Dem war jedoch nicht so. Präsident McKay berief ihn zum Mitglied im Kollegium der Zwölf Apostel als Ersatz für Elder N. Eldon Tanner, der zum Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft berufen worden war. Thomas S. Monson war so überwältigt und überrascht, dass er keinen Ton herausbrachte. Schließlich sicherte er Präsident McKay zu: „Jedes Talent, mit dem ich gesegnet worden bin, weihe ich dem Dienst des Herrn – sogar mein eigenes Leben würde ich dafür hingeben.“41

Präsident Monson versprach, niemandem außer seiner Frau von dieser heiligen Berufung zu erzählen. In der Nacht vor der Generalkonferenz am 4. Oktober 1963 machte er kein Auge zu. Vor Konferenzbeginn setzte er sich zu den Mitgliedern des Komitees für Heimlehrarbeit, in dem er tätig war. Hugh Smith, ein Freund, der neben ihm saß, berichtete ihm von einem seltsamen Zufall: Als die vergangenen beiden Male eine Generalautorität berufen worden war, hatte der Betreffende auch neben ihm gesessen.42 Dann wurde Thomas Monsons Name aufgerufen: „Hugh Smith sah mich an und sagte lediglich: ‚Der Blitz ist ein drittes Mal eingeschlagen.‘ Ich glaube, der Weg von den Zuhörerreihen zum Podium war der längste, den ich in meinem ganzen Leben zurückgelegt habe.“43

Thomas S. Monson unter den Besuchern der Generalkonferenz am 4. Oktober 1963. Nur Augenblicke später wurde bekanntgegeben, dass er im Alter von 36 Jahren ins Kollegium der Zwölf Apostel berufen worden war.


Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel

Seit 1910, als man Joseph Fielding Smith mit 33 Jahren ins Kollegium der Zwölf Apostel berufen hatte, war Thomas S. Monson mit 36 Jahren der Jüngste, der diese Berufung erhielt. 22 Jahre lang war er im Kollegium der Zwölf Apostel tätig – von 1963 bis 1985, als er als Ratgeber von Präsident Ezra Taft Benson in die Erste Präsidentschaft berufen wurde –, und er gehörte in dieser Zeit jedem größeren Komitee der Kirche für eine Weile an, fungierte sogar häufig als Vorsitzender.44 In diesem Zeitraum wurde aus der homogenen Mitgliederschaft, die vor allem im Westen der USA ansässig war, eine weltweite und sehr vielfältige Gemeinschaft.45 Präsident David O. McKay hatte ihn zwar zum Apostel berufen, aber er war auch unter Präsident Joseph Fielding Smith von 1970 bis 1972 und unter Harold B. Lee von 1972 bis 1973 tätig. Während der Amtszeit von Präsident Spencer W. Kimball von 1973 bis 1985 war Präsident Monson Vorsitzender im Komitee für heilige Schriften, das 1979 eine neue Ausgabe der King-James-Bibel herausbrachte. Diese Ausgabe umfasste 2400 Seiten, einen Schriftenführer, ein Stichwortverzeichnis zur Bibel und ein bahnbrechendes Fußnotensystem. Präsident Monson war auch unter Präsident Kimball tätig, als dieser die historische Offenbarung bekanntgab, dass alle würdigen männlichen Mitglieder der Kirche nun das Priestertum empfangen können.46

Elder Thomas S. Monson bei der Generalkonferenz neben Elder Gordon B. Hinckley, Elder Howard W. Hunter und Elder Richard L. Evans; Elder Ezra Taft Benson steht am Pult

Für die Mitglieder hinter dem Eisernen Vorhang, der Europa nach dem Zweiten Weltkrieg teilte, besteht Präsident Monsons größte Leistung als Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel wohl darin, wie sehr er sich um die Heiligen in Osteuropa kümmerte. Dieter F. Uchtdorf, Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, stellt fest: „Er hat Deutschland und dem übrigen Europa greifbare, bedeutende und außergewöhnlich kostbare Segnungen gebracht. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Herr ihn darauf vorbereitet hat, ein Werkzeug zu sein und die Geschichte Deutschlands zu verändern.“47 Die sozialistische Regierung der DDR unterdrückte die Ausübung von Religion, aber die Mitglieder der Kirche hielten an ihrem Glauben fest – auch wenn sie diskriminiert wurden, ihren Arbeits- oder Ausbildungsplatz verloren und bei ihren Zusammenkünften häufig überwacht wurden. Präsident Monson kam oft zu Besuch. Einmal lernte er ein komplettes Handbuch der Kirche auswendig und wollte es dann in Ostdeutschland mit Schreibmaschine zu Papier bringen. Es war nämlich strengstens untersagt, religiöses Material über die Grenze zu bringen. In den Räumlichkeiten eines Zweiges machte er sich an die Arbeit. Als er ein paar Seiten fertig hatte und sich umschaute, stellte er allerdings fest, dass ein Exemplar des Handbuches hinter ihm im Regal stand.48 Er arbeitete unermüdlich daran, dass die DDR-Regierung wenigstens ein paar Mitgliedern erlaubte, die Generalkonferenz und den Tempel außerhalb des Landes zu besuchen, doch die Mitglieder in Ostdeutschland sehnten sich dennoch nach denselben Möglichkeiten, die die übrigen Mitglieder in aller Welt hatten.

1978 verhieß Präsident Kimball Elder Monson: „Der Herr verweigert den würdigen Mitgliedern in Ostdeutschland nicht die Segnungen des Tempels.“ Und mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Sie finden schon einen Weg, Elder Monson.“49 Gemeinsam mit Henry Burkhardt, einem Führer der Kirche in Ostdeutschland, ersuchte Präsident Monson die Regierung weiterhin darum, dass immer sechs Ehepaare zusammen den Schweizer Tempel besuchen durften. Da machte die Regierung ihnen einen erstaunlichen Vorschlag: „Weshalb bauen Sie nicht einfach hier einen Tempel?“ Im Oktober 1982 gab die Erste Präsidentschaft den Bau des Freiberg-Tempels bekannt – der erste Tempel, der in einem sozialistischen Land gebaut werden sollte. Diese Ankündigung war beinahe genauso unvorstellbar wie das Übereinkommen, das Präsident Monson, Elder Russell M. Nelson, der ebenfalls dem Kollegium der Zwölf Apostel angehörte, und ein paar ostdeutsche Führer der Kirche mit der Regierung und dem Staatsvorsitzenden Erich Honecker trafen und das nahezu einem Wunder glich: Bereits vor dem Fall der Mauer durften Missionare das Land betreten und verlassen.50 Präsident Monson schrieb darüber: „Ich bin ein lebendiger Zeuge dafür, wie sich die Hand des Herrn kundgetan und über die Mitglieder der Kirche in ehemals sozialistischen Ländern gewacht hat.“51

Vor dem Freiberg-Tempel, der 1985 geweiht wurde; von rechts: Elder Thomas S. Monson mit seiner Frau Frances, Elder Robert D. Hales mit seiner Frau Mary, Elder Joseph B. Wirthlin mit seiner Frau Elisa, Emil Fetzer

Doch auch inmitten von Ereignissen, die die Welt veränderten, und von überwältigenden Verwaltungsaufgaben konzentrierte sich Präsident Monson weiterhin auf die Eingebungen des Heiligen Geistes und kümmerte sich um den Einzelnen. Einmal gab Präsident Monson einem Bekannten, der im Krankenhaus lag, einen Segen und stellte fest: „Ich habe bei dem einen Besuch mehr Gutes getan als in einer ganzen Woche Sitzungen am Hauptsitz der Kirche.“52 Es gibt unzählige Begebenheiten, wo Präsident Monson einen Besuch im Krankenhaus oder Altersheim seinen Aufgaben als Generalautorität vorzog und sich ans Bett der Kranken und Einsamen setzte, die auf ihn warteten. Als ihn Pfahlsitzungen in Shreveport in Louisiana zeitlich derart einnahmen, dass er ein todkrankes Mädchen, das um einen Segen von ihm gebeten hatte, nicht besuchen konnte, war er trotzdem bereit, als er bei der Führerschaftsversammlung am Samstagabend eine Stimme vernahm, die zu seinem Geist sprach. „Die Botschaft war kurz, die Worte kannte ich: ‚Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.‘ (Markus 10:14.)“53 Am nächsten Morgen nahm er die Strecke von 130 Kilometern auf sich, fuhr zu Christal Methvin und gab ihr im Kreise ihrer Familie einen Segen, bei dem der Geist stark zugegen war. Vier Tage später verstarb sie.

Als Präsident Monson mit Mitgliedern in Ostdeutschland zusammenkam, die nicht viel hatten, gab er ihnen seinen Anzug, seine Schuhe, seinen Taschenrechner und sogar seine markierten heiligen Schriften.54 Auch vergaß er niemals die Mitglieder aus seiner Gemeinde, der Gemeinde 6/7, und kümmerte sich um die älteren Mitglieder mit niedrigem Einkommen. Beispielsweise lud Präsident Monson Ed Erickson zu Familientreffen ein und sorgte dafür, dass Geburtstagspartys für ihn ausgerichtet wurden. 2009 erzählte Präsident Monson in einer Ansprache von Ed Erickson und mahnte: „[Bringt] den Mut [auf], andere nicht zu verurteilen oder zu kritisieren, sondern stets jeden einzubeziehen und ihn spüren zu lassen, dass er geliebt und geschätzt wird.“55

Präsident Monsons ehrliches, freundliches Verhalten schlug Brücken zu diversen Religionen, Behörden und führenden Persönlichkeiten und bewirkte, dass sie ein besseres Bild von der Kirche hatten. Er war unter sehr unterschiedlichen Menschen großgeworden, fühlte sich Angehörigen, die andersgläubig waren, sehr verbunden und sagte überzeugt: „Es gibt überall gute Menschen.“56 Er war gern mit anderen zusammen, die, wie er berichtete, „nicht unbedingt der Kirche angehören“, die aber „einen guten Gemeinschaftsgeist haben und sozial engagiert sind“57. Führende Persönlichkeiten wie der ehemalige Herausgeber der Salt Lake Tribune, ein Katholik, bewunderten ihn für diese Einstellung: „Wenn Sie Tom Monson auch nur ein einziges Mal begegnet sind, betrachtet er Sie als einen Freund. … Die Kirche hat mit der Gesellschaft ein besonderes Freundschaftsband geknüpft und Einigkeit vorangebracht, als sie Tom Monson in die Erste Präsidentschaft berief.“58 Eine Sozialarbeiterin aus Salt Lake City äußerte einmal: „Ich weiß nicht, wer sich tatsächlich dessen bewusst ist, wie viel sich die Kirche Jesu Christi gemeinnützig einsetzt. Präsident Monson weiß ganz genau, was wo gebraucht wird.“59 Ein führender Amtsträger einer anderen Kirche schrieb Präsident Monson einmal: „Sie verschließen sich nie davor, wenn die Heilsarmee um Hilfe bittet. Sie und Ihre Kollegen überhäufen uns mit Ihrer Herzenswärme und Großzügigkeit.“60 Als 1993 in Salt Lake City die restaurierte Cathedral of the Madeleine eingeweiht wurde, hielt Präsident Monson im Rahmen der Festlichkeiten eine Rede. Auch sprach er bei katholischen Trauerfeiern von guten Freunden.61

Präsident Monson und seine Frau mit Bischof George H. Niederauer aus der Diözese in Salt Lake City in der Cathedral of the Madeleine

Hobbys wie die Taubenzucht verschafften Präsident Monson Erholung von dem Druck, der mit seinen Aufgaben einherging. Deshalb nannten ihn seine Urgroßenkel auch „Opa Birdie“. Er war ein derart guter Taubenzüchter, dass ihm der amerikanische Pfadfinderverband „Boy Scouts of America“ sogar das Verdienstabzeichen für Taubenzucht verlieh, das es eine Zeit lang gab. 1969 wurde er Mitglied des Bundesvorstands der Pfadfinder und war dort viele Jahre lang tätig. Während dieser Zeit wurde ihm der „Silberne Biber“, der „Silberne Büffel“ und 1993 die weltweit höchste Pfadfinderauszeichnung überhaupt, der „Bronzene Wolf“, verliehen. Roy Williams, der ehemalige Vorsitzende des Verbands, sagte jedoch einmal im Scherz, dass Präsident Monson über die Entscheidung der Scouts, das Verdienstabzeichen für Taubenzucht abzuschaffen, nie hinwegkam.62

Hobbys wie die Taubenzucht verschafften Präsident Monson Erholung von dem Druck, der mit seinen Aufgaben einherging. Deshalb nannten ihn seine Urgroßenkel auch „Opa Birdie“.

Präsident Monson hatte viele unterschiedliche Interessen. In seiner Zeit als Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel machte er den Master-Abschluss in Betriebswirtschaft. Auf seinen Reisen besuchte er gerne Militärfriedhöfe – heilige Orte, wo man, wie er fand, „über Träume nachdenkt, die sich zerschlugen, über Hoffnungen, die nicht in Erfüllung gingen, über Herzen voll Kummer und über Menschenleben, die zu früh der Sense des Todes zum Opfer fielen“63. Er fand es äußerst spannend, sich mit dem Zweiten Weltkrieg zu befassen, ließ sich abends aber auch gern mal von Wiederholungen der Serie „Perry Mason“ berieseln. Allerdings schlief er dabei manchmal ein und verpasste das Ende.64 Außerdem hegte er eine Vorliebe für Musicals. „Ich bin, wie meine Frau Frances sagt, ‚Show-süchtig‘“, berichtete er einmal bei der Generalkonferenz.65 Am Neujahrstag schaute er sich gern Football an, was wie folgt ablief: „Anfangs bin ich unparteiisch, aber nach nur ein paar Minuten suche ich mir dann die Mannschaft aus, die meiner Meinung nach gewinnen soll.“66 Er konnte sich den ganzen Flug über mit seinem Sitznachbarn über Hühner unterhalten, und als er 1989 an einer Morgenandacht der Boy Scouts of America im Weißen Haus teilnahm, fanden er und US-Präsident George Bush heraus, dass sie beide eine Vorliebe für English Springer Spaniels hatten.67

Am wichtigsten war ihm natürlich seine Familie, zu der im Laufe der Jahre acht Enkel und vier Urenkel hinzukamen. Auch wenn er viel unterwegs war, erinnern sich seine Kinder noch gut daran, wie er mit ihnen Spiele spielte, im Garten Unkraut jätete, angeln, auf Entenjagd, ins Kino, schwimmen und Schlitten fahren ging.68 Zwei Erinnerungen bedeuten seinem Sohn Tom besonders viel: dass er mit ihm, als er noch klein war, immer Dame spielte und dass sein Vater extra nach Louisville in Kentucky flog, um ihm einen Krankensegen zu geben, als Tom sich bei der Grundausbildung beim Militär eine Lungenentzündung zugezogen hatte.69 Seine Tochter Ann lauschte ihrem Vater gern am Sonntagabend, wenn dieser einen Auftrag im Rahmen seiner Berufung erfüllt hatte und der Familie davon berichtete. Clark erinnert sich besonders gern an den Tag, als sein Vater mit ihm einen Umweg von 65 Kilometern fuhr und sie gemeinsam in der Nähe von Randolph in Utah das Nest eines Habichts begutachteten.70 Präsident Monson wiederum mähte gern den Rasen und veranstaltete mit der Familie Tischtennisturniere im Keller.71

Thomas S. Monson mit seiner Frau Frances und ihren Kindern Tom, Ann und Clark


Mitglied der Ersten Präsidentschaft

Thomas S. Monson war 22 Jahre lang in der Ersten Präsidentschaft tätig. 1985 wurde er als Zweiter Ratgeber von Präsident Ezra Taft Benson berufen und trug diese Berufung ab 1994 auch unter Präsident Howard W. Hunter. 13 Jahre – von 1995 bis 2008 – verbrachte er an der Seite von Präsident Gordon B. Hinckley, der Präsident Monson zu seinem Ersten Ratgeber berief.72 In seiner Amtszeit in der Ersten Präsidentschaft schöpfte Präsident Monson aus seinem Erfahrungsreichtum in der Verwaltung der Kirche. Er hatte alle Hände voll zu tun und kam kaum noch aus dem Büro. Kein Präsident in der Geschichte der Kirche war so viel auf Reisen wie Präsident Hinckley, und die Erste Präsidentschaft bewältigte ein enormes Arbeitspensum. Der Bau kleinerer Tempel brachte den Tempelbau rasch voran. Ein riesiges neues Konferenzzentrum wurde errichtet, damit tausende Mitglieder die Generalkonferenz und weitere Veranstaltungen besuchen können. Weltweite Schulungen per Satellitenübertragung wurden eingeführt. Anlässlich des 200. Geburtstags von Joseph Smith wurden im Stadion der University of Utah Festlichkeiten abgehalten, bei denen 42.000 Jugendliche aus dem Salzseetal und aus Wyoming mitwirkten.73

Präsident Ezra Taft Benson mit seinen Ratgebern Gordon B. Hinckley und Thomas S. Monson im Jahre 1986

Doch Präsident Monson hatte, wie Elder Ronald A. Rasband vom Kollegium der Zwölf Apostel es so treffend formulierte, „immer genug Zeit für andere“74, und im Winter des Jahres 2000 nahm er sich ganz besonders für einen Menschen Zeit: seine Frau. Nachdem Frances schwer gestürzt war, erledigte er wochenlang seinen Papierkram in ihrem Krankenzimmer. Als sie schließlich wieder zu sich kam, sagte sie praktisch als Erstes: „Ich habe vergessen, unsere vierteljährliche Einkommenssteuerzahlung abzuschicken!“75 Auch Gerry Avant, einer Journalistin der Church News, gegenüber zeigte er sich sehr erkenntlich. Sie berichtete häufig über Präsident Monsons Reisen und wurde einmal eingeladen, mit ihm und seiner Frau ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Als Grund nannte er ihr: „Sie haben schließlich schwer geschuftet.“76


Präsident der Kirche

Präsident Gordon B. Hinckley verstarb am 27. Januar 2008. Die Erste Präsidentschaft wurde aufgelöst; Präsident Monson kehrte in sein Amt als Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel zurück. Dieser Mann, der in der Nähe der Eisenbahnschienen in Salt Lake City großgeworden war, in der PV-Zeit alberne Possen getrieben und während der Weltwirtschaftskrise anderen von seiner spärlichen Habe abgegeben hatte, sollte bald Millionen Heilige der Letzten Tage in aller Welt anführen. „Ich habe nie spekuliert, was wohl irgendwann im Leben auf mich warten könnte“, gestand er in einem Interview, kurz bevor er in einer feierlichen Versammlung der Frühjahrs-Generalkonferenz 2008 als Präsident der Kirche bestätigt wurde. „Ich bin davon ausgegangen, dass Präsident Hinckley mich überlebt. Meine Philosophie war stets: ‚Diene, wo du berufen bist, nicht dort, wo du früher warst oder wo du irgendwann einmal sein könntest. Diene, wo du berufen bist.‘“77

Thomas S. Monson wurde am 3. Februar 2008 zum 16. Präsident der Kirche ordiniert und eingesetzt. Als Ersten Ratgeber wählte er Präsident Henry B. Eyring. Als Zweiten Ratgeber suchte er sich Präsident Dieter F. Uchtdorf aus, der seit seiner Kindheit Mitglied der Kirche ist, mehrere Sprachen beherrscht und 2004 ins Kollegium der Zwölf Apostel berufen worden war. Somit spiegelte die neue Erste Präsidentschaft wider, dass die wachsende Kirche inzwischen die ganze Welt umspannt.78 Bei einer Pressekonferenz am 4. Februar 2008 sagte Präsident Monson den Journalisten: „Als Kirche helfen wir nicht nur den Mitgliedern, sondern den guten Menschen in aller Welt, weil wir ja durch den Herrn Jesus Christus spüren, dass wir alle Brüder und Schwestern sind.“79

Bei einer Pressekonferenz am 4. Februar 2008 wird die neue Erste Präsidentschaft bekanntgegeben: Präsident Thomas S. Monson, Präsident Henry B. Eyring (Erster Ratgeber) und Präsident Dieter F. Uchtdorf (Zweiter Ratgeber)

Anderen Brüderlichkeit zu erweisen und auf sie zuzugehen, war charakteristisch für Präsident Monsons Amtszeit. Die Führer der Kirche taten sich nun regelmäßig mit Katholiken, evangelikalen Christen und weiteren religiösen und gemeinnützigen Gruppierungen zusammen. Gemeinsam traten sie für sittliche Werte ein, etwa die traditionelle Ehe. Die Führer der Kirche luden führende Amtsträger anderer Kirchen ein, Vorträge an kircheneigenen Universitäten zu halten, und riefen über das Internet dazu auf, für die Religionsfreiheit einzustehen.80 Anderen Brüderlichkeit zu erweisen und auf sie zuzugehen, war charakteristisch für Präsident Monsons Amtszeit. Die Führer der Kirche taten sich regelmäßig mit Katholiken, evangelikalen Christen und weiteren religiösen und gemeinnützigen Gruppierungen zusammen. Gemeinsam leisteten sie humanitäre Arbeit und traten für sittliche Werte ein. Die Führer der Kirche luden führende Amtsträger anderer Kirchen ein, Vorträge an kircheneigenen Universitäten zu halten, und riefen über das Internet dazu auf, für die Religionsfreiheit einzustehen.81 Präsident Monson und die Mitglieder des Kollegiums der Zwölf Apostel legten den Mitgliedern der Kirche ans Herz, Andersgläubigen zur Seite zu stehen und ein gutes Gemeinschaftsgefühl zu pflegen. Außerdem erweiterten sie die Beziehung zu humanitären Organisationen und halfen damit überall, wo man sich in großer Not befand, ob nun aufgrund von Naturkatastrophen oder durch von Menschenhand verursachtem Unglück. In den ersten fünf Jahren von Präsident Monsons Amtszeit beteiligte sich die Kirche an Hilfseinsätzen nach dem Erdbeben in Haïti, dem Tsunami in Japan und den Überschwemmungen in Thailand. Auch unterstützte sie Impfprogramme in Entwicklungsländern, versorgte entlegene Dörfer mit Trinkwasser und half sowohl bei Hungersnöten in aller Welt als auch bei Hilfseinsätzen in den Vereinigten Staaten.Das Online-Magazin Slate berichtete vom internationalen Engagement und Einfluss der Kirche und setzte Präsident Monson 2009 an die Spitze einer Liste der 80 mächtigsten Amerikaner über Achtzig. In dem Artikel wurde außerdem berichtet, er sei „der Einzige auf der Liste, der Millionen Menschen als Prophet Gottes anführt“82.

Unter Präsident Monsons Führung wurden auch Kampagnen gestartet, um in der Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür zu fördern, dass es unter den Heiligen der Letzten Tage eine große Vielfalt gibt. In der Kampagne „Ich bin Mormone“ stellen sich unter anderem Mitglieder vor, die für Unternehmen wie Harley Davidson oder in der Kongressbibliothek oder sonstwo arbeiten oder die gar einer Rockband angehören. Vom Hauptsitz der Kirche aus wurden außerdem neue Websites veröffentlicht – unter anderem eine für Jugendliche –, und der kircheneigene Fernsehsender BYUtv samt Website begann, von Kritikern gepriesene Sendungen auszustrahlen, die auch ein breiteres Publikum ansprechen. Auf der Website der Kirche wurden qualitativ hochwertige Videos mit Begebenheiten aus dem Neuen Testament veröffentlicht, an denen auch Andersgläubige Gefallen finden. Zudem wurden im Internet mehrere Abhandlungen zu Evangeliumsthemen veröffentlicht, in denen man an komplexe Themen offen und wissenschaftlich zugleich herangegangen ist, sowie die Website „Mormon and Gay“ (Mormone und homosexuell), auf der wesentliche Lehren der Kirche und die persönliche Geschichte von homosexuellen Mitgliedern der Kirche und deren Angehörigen zu finden sind.

Aber kaum etwas war im Laufe von Präsident Monsons Amtszeit wohl so erheblich wie die Änderungen und historischen Entwicklungen im administrativen Bereich, die sich darauf auswirkten, wie man in der Kirche führt, verwaltet, lehrt und missioniert. 2009 veröffentlichte die Kirche eine DVD und eine Broschüre über Grundsätze der Wohlfahrt, 2010 ein neues Handbuch für die Führungsbeamten der Kirche. Im Rahmen dessen wurden auch zwei weltweite Führerschaftsschulungen durchgeführt. Der Fokus im neuen Handbuch liegt auf offenen und ehrlichen Gesprächen in Ratsgremien und darauf, dass der Bischof Aufgaben delegiert und damit sein Arbeitspensum vermindert. Vor allem jedoch geht es darum, den Mitgliedern der Kirche zu helfen, wahre Jünger Jesu Christi zu werden. Ebenfalls im Jahr 2010 führten erstmals einige Mitglieder aus dem Kollegium der Zwölf Apostel in aller Welt Konferenzen für Priestertumsführer und Gebietsprüfungen durch. Dabei wurden Themen wie humanitäre Hilfe, Wohlfahrtshilfe, Missionsarbeit und Tempelarbeit ausführlich erörtert.

Präsident Thomas S. Monson spricht am 1. November 2011 an der Brigham-Young-Universität in Provo; Foto von Ravell Call

Eine der tiefgreifendsten Entwicklungen unter Präsident Monson war seine Ankündigung auf der Herbst-Generalkonferenz 2012, dass nunmehr alle jungen Männer ab 18 und alle jungen Frauen ab 19 eine Vollzeitmission erfüllen können. Eine solche Änderung der Altersgrenze hatte es noch nie gegeben! Dies weckte bei vielen jungen Leuten den starken Wunsch, auf Mission zu gehen, und so gab es schon bald mehr junge Männer und vor allem mehr junge Frauen unter den Vollzeitmissionaren als jemals zuvor. Mit der wachsenden Anzahl an Missionaren, die Ende 2014 auf 85.000 anstieg, wurden auch neue Missionarsschulen und neue Missionen gegründet. Auch die übrigen Mitglieder halfen dabei, das Werk zu beschleunigen, und bereiteten zum einen ihre Söhne und Töchter daheim besser auf eine Mission vor, zum anderen brachten sie sich bei der Missionsarbeit vor Ort besser ein. Der Einsatz von neuen technischen Mitteln, die Missionsarbeit über das Internet und die neuen schulungsbeauftragten Missionarinnen – eine neue Führungsaufgabe für Missionarinnen – trugen ebenfalls dazu bei, die Begeisterung für Fortschritt und Innovation, die die Ankündigung der neuen Altersgrenze entfacht hatte, zu verstärken.

Ohnehin gehörte es zu den fortlaufenden Bemühungen unter Präsident Monson, Frauen mehr Führungsaufgaben zu übertragen und sie in Entscheidungen und in den Ratsgremien auf Gemeinde- und Pfahlebene besser einzubeziehen, und dass junge Frauen nun noch früher auf Mission gehen konnten, gehörte mit dazu. Außerdem gab die Kirche das Buch Die Töchter in meinem Reich heraus. Darin wird allen Mitgliedern der Kirche – sowohl den Frauen als auch den Männern – die wichtige Rolle aufgezeigt, die die Frauen in der Kirche zu jeder Evangeliumszeit gespielt haben, besonders als der Heiland auf Erden weilte und seit der Wiederherstellung im Jahre 1830. Das Buch soll in der Familie, in der FHV, bei den Jungen Damen und in den Priestertumskollegien rege genutzt werden. 2014 ersetzte die Allgemeine Schwesternversammlung die Allgemeine FHV- und die Allgemeine JD-Versammlung. Die neue Versammlung findet zweimal jährlich statt, und alle Frauen und Mädchen ab 8 Jahren sind dazu eingeladen.

Eine weitere Priorität unter Präsident Monsons administrativen Neuerungen bildeten bessere und interaktivere Lehrmethoden, damit sich insbesondere die Jugendlichen voll und ganz im Evangelium einbringen können. 2013 wurde der neue Lehrplan für Jugendliche Komm und folge mir nach! eingeführt, der „den Jugendlichen von großem Nutzen in ihrem Bemühen sein [soll], sich voll und ganz zum Evangelium Jesu Christi zu bekehren“81. Er bietet sowohl den Lehrern als auch den Jugendlichen Möglichkeiten, mehr so zu lehren, wie Jesus Christus es tat. Dabei werden Hilfsmittel im Internet herangezogen und die Jugendlichen werden besser einbezogen. So erfüllt der Geist das Unterrichtsgespräch; er festigt den Glauben und vertieft das Evangeliumswissen. In dem Bemühen, jeglichen Unterricht in der Kirche zu verbessern, wurde 2016 das neue Heft Auf die Weise des Erretters lehren herausgegeben; zudem wurde das monatliche Lehrerforum auf Gemeindeebene eingeführt.

Während Präsident Monsons Amtszeit wurde außerdem weiterhin der Bau neuer Tempel in aller Welt angekündigt. Präsident Monson reiste rund um den Erdball – unter anderem nach Cebu City in den Philippinen, nach Curitiba in Brasilien, nach Kiew in der Ukraine, nach Panama-Stadt in Panama und nach Kansas City in Missouri –, um Tempel erstmals oder erneut zu weihen. Als 2013 neue Hilfsmittel für die Ahnenforschung ins Internet gestellt wurden, stieg die Anzahl der Namen, die die Mitglieder für die Tempelarbeit einreichten, um 11 Prozent – das Jahr galt schlechthin als „bahnbrechendes Jahr für die Familienforschung“82.

Präsident Monson bei der Schlusssteinlegung des Twin-Falls-Idaho-Tempels am 24. August 2008; Foto von Scott G. Winterton, Deseret News

Obwohl Präsident Monson so viel zu tun hatte, blieb er ganz er selbst – Thomas Monson, der Führer der Kirche, der, wie Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel es so schön zum Ausdruck brachte, „einfach unangekündigt auf der Beerdigung eines ganz gewöhnlichen Angestellten auftaucht. Mir fällt nichts ein, was beispielhafter aufzeigt, wie sich Präsident Monson anderer annimmt – indem er nämlich jedem individuell Aufmerksamkeit schenkt.“84

Am 23. Mai 2013 hatte er bei der Trauerfeier seiner geliebten Frau Frances, die am 17. Mai im Krankenhaus verstorben war, den Vorsitz. „Vom ersten Tag unserer Ehe an stand sie mir zur Seite“, berichtete Präsident Monson bei der Trauerfeier. Er nannte sie „die ideale Frau und Mutter“85. Seine übrige Amtszeit verbrachte er als Witwer. Oft begleitete ihn seine Tochter Ann zu besonderen Veranstaltungen.

In Präsident Monsons Amtszeit wurde besondere Betonung auf die Sabbatheiligung gelegt, da diese bewirkt, dass auch in einer Zeit der Zweifel und Angst der Glaube an den Vater im Himmel und Jesus Christus zunimmt. Seit 2015 fordern die Führer der Kirche die Mitglieder immer wieder einmütig auf, den Sabbat auf allen Ebenen in der Kirche und in der Familie zu einer Wonne zu machen (siehe Jesaja 58:13). Dazu sollen sie den Herrn und ihre Bündnisse mit ihm in den Mittelpunkt stellen, damit sie die Segnungen erlangen, die den Glaubenstreuen verheißen sind.

Präsident Monson kümmerte sich auch weiterhin um diejenigen, die sich der Kirche entfremdet hatten. Er gab ihnen stets das Gefühl, dass es im Gottesreich einen Platz für sie gibt. Als ein älterer Herr, der seit zwanzig Jahren nicht in die Kirche gekommen war, eine Generalautorität fragte, wie er wieder zur Kirche zurückkommen könne, holte der Befragte einen Brief hervor, der ihn einst selbst motiviert hatte, in der Kirche wieder aktiv zu werden: „Du warst lang genug fort. Es ist Zeit, zurückzukommen. – Tom.“86 Präsident Monson meinte dazu: „Ich finde, in jedem steckt ein wenig von einem Heiligen, und genau danach suche ich.“87

Auch als Präsident der Kirche bewahrte er stets das starke Band der Freundschaft zu anderen. So berichtete Elder L. Tom Perry (1922–2015) einmal: „Manchmal unterhält er sich erst einmal über Football oder Basketball, ehe er zum geschäftlichen Teil übergeht. Schließlich ist er ein großer Sportfan.“88 Seinen Sinn für Humor bewahrte er sich ebenfalls immer. Als er 2009 einmal mit dem Tabernakelchor zusammenkam, setzte er sich einfach an die riesige Orgel und spielte ein Kinderlied aus einem Klavierbuch für Anfänger vor.89 2013 feierte die Kirche das hundertjährige Bestehen ihrer Pfadfinderarbeit. Zu diesem Anlass würdigte sie auch Präsident Monsons langjährigen tatkräftigen Einsatz bei den Scouts. Und dies war nur eines von vielen Interessen, die ihn mit seinen Mitmenschen verbanden. Es bereitete ihm Freude, andere glücklich zu machen, und daher lud er alle Pfadfinder, unabhängig von ihrer Religion, zu den Festlichkeiten ein.

Der Vorsitzende der Boy Scouts of America, Wayne Perry, gibt bei den Festlichkeiten am 29. Oktober 2013 bekannt, dass Präsident Thomas S. Monson die Ehrenmedaille erhält; Foto von Scott Winterton, Deseret News

1997 erklärte Präsident Monson in einem Interview, wenn er einen Stups vom Herrn bekomme, also eine Eingebung, verspüre er die größte Freude. Beispielsweise hatte er einmal seinen Vater im Krankenhaus besucht und wollte eilig zum nächsten Termin aufbrechen, als er spürte, er solle am Aufzug warten. Eine Familie bat ihn darum, der Mutter, die im Sterben lag, einen Segen zu geben – was er selbstverständlich tat. Später an dem Tag erhielt er die Nachricht, dass nach dem Segen jeder aus der Familie der Mutter noch einen Kuss geben und sich friedvoll von ihr verabschieden konnte, ehe sie starb.90

„Solche Erlebnisse hatte ich mein ganzes Leben lang, und zwar so oft, dass ich mich stets bemühe, für die Eingebungen des Heiligen Geistes empfänglich zu sein“, stellte Präsident Monson fest. Unzählige Menschen – darunter einige, deren Geschichte man kennt, aber auch viele weitere, von deren Begegnung mit Thomas Monson niemand weiß – können bezeugen, welch besondere Verbindung er zu Gott hatte. „Man entwickelt Dankbarkeit dafür, dass der Vater im Himmel weiß, wer man ist“, erklärte Präsident Monson. „Er sagt: ‚Mach das hier mal für mich.‘ Ich bedanke mich immer bei ihm.“91

Sein Zeugnis an die Welt war unerschütterlich. Er verkündete: „Mit ganzem Herzen und aller Inbrunst meiner Seele erhebe ich als besonderer Zeuge meine Stimme zum Zeugnis und verkünde, dass Gott lebt. Jesus ist sein Sohn, der Einziggezeugte des Vaters im Fleisch. Er ist unser Erlöser, er ist unser Mittler beim Vater. Er ist am Kreuz gestorben, um für unsere Sünden zu sühnen. Er war der Erste, der auferstand. Weil er starb, werden alle wieder leben. ‚Welch Trost mir die Erkenntnis gibt: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!‘ [Gesangbuch, Nr. 85.] Möge die ganze Welt dies wissen und nach dieser Erkenntnis leben.“92

Anmerkungen

  1. Thomas S. Monson, „Seien Sie guten Mutes“, Liahona, Mai 2009, Seite 92
  2. E-Mail-Korrespondenz mit Gregory Parkin, M.D., 2. September 2008
  3. Siehe „A Life Guided by Service“, Deseret News, Sonderbeilage zur Generalkonferenz, 1. April 2008, Seite 4; siehe auch Jeffrey R. Holland, „President Thomas S. Monson: Man of Action, Man of Faith, Always ‚on the Lord’s Errand‘“, Ensign, Februar 1986, Seite 12
  4. Tom Monson (Sohn), E-Mail an Joshua Perkey, Zeitschriften der Kirche, 19. Februar 2008
  5. Zitiert in Heidi S. Swinton, To the Rescue: The Biography of Thomas S. Monson, 2010, Seite 518
  6. Gerry Avant, „President’s Heartfelt Efforts Universal“, Deseret News, 7. Februar 2008, Seite M6
  7. Zitiert in „A Life Guided by Service“, Seite 4
  8. Zitiert in „Speaking from Experience“, Deseret News, 7. Februar 2008, Seite M4
  9. Zitiert in Carrie A. Moore, „LDS Leader Has Fond Memories of Growing Up in the S. L. Area“, Deseret News, 5. Februar 2008, Seite M3
  10. Zitiert in Gerry Avant, „On Lord’s Errand since His Boyhood“, Church News, 9. Februar 2008, Seite 5
  11. Viele biografische Angaben in diesem Artikel sind dem Buch To the Rescue von Heidi S. Swinton entnommen
  12. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 50f.; „Speaking from Experience“, Seite M4
  13. Siehe Heidi S. Swinton, „Baseballs and Service“, Friend, September 2012, Seite 2
  14. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 35
  15. Zitiert in Jeffrey R. Holland, „Präsident Thomas S. Monson: In den Fußstapfen des Meisters“, Beilage zum Liahona, Juni 2008, Seite 5
  16. Zitiert in „In His Own Words“, Deseret News, Beilage zur Generalkonferenz, 1. April 2008, Seite 7
  17. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 58
  18. Siehe Thomas S. Monson, „Gehorsam bringt Segnungen“, Liahona, Mai 2013, Seite 89f.
  19. Siehe Moore, „LDS Leader Has Fond Memories“, Seite M3; „A Life Guided by Service“, Seite 5
  20. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 74f.
  21. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 63ff.
  22. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 78
  23. Zitiert in Moore, „LDS Leader Has Fond Memories“, Seite M3
  24. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 79, 87
  25. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 89, 288
  26. Zitiert in Moore, „LDS Leader Has Fond Memories“, Seite M3
  27. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 90
  28. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 92
  29. Thomas S. Monson, „Trauen Sie sich, allein dazustehen“, Liahona, November 2011, Seite 61
  30. Zitiert in „Speaking from Experience“, Seite M5
  31. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 99
  32. Zitiert in Moore, „LDS Leader Has Fond Memories“, Seite M3
  33. Zitiert in „A Life Guided by Service“, Seite 5
  34. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 144
  35. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 142
  36. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 132
  37. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 158f.
  38. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 135f.
  39. Siehe Gary Bell, „Recollecting“, Deseret News, 5. Februar 2008, Seite M3
  40. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 175f.
  41. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 216
  42. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 217f.
  43. Zitiert in „In His Own Words“, Seite 17
  44. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 252
  45. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 224
  46. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 530ff.
  47. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 279
  48. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 293f.
  49. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 309
  50. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 309, 313, 333f.
  51. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 340
  52. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 405
  53. Zitiert in Jeffrey R. Holland, „Präsident Thomas S. Monson: In den Fußstapfen des Meisters“, Seite 11
  54. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 316
  55. Thomas S. Monson, „Möget ihr Mut haben“, Liahona, Mai 2009, Seite 125
  56. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 464
  57. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 401
  58. John W. Gallivan, zitiert in Jeffrey R. Holland, „Man of Action, Man of Faith“, Seite 15
  59. Pamela Atkinson, zitiert in „Recollecting“, Seite M3
  60. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 440
  61. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 402f., 453
  62. Siehe Joseph F. Dougherty, „LDS Leader Also Lifelong Scouter“, Deseret News, 7. Februar 2008, Seite M6
  63. Zitiert in „In His Own Words“, Seite 20
  64. Siehe Ann Dibb, E-Mail an Joshua Perkey, Zeitschriften der Kirche, 13. Februar 2008
  65. Thomas S. Monson, „Freude an der Reise finden“, Liahona, November 2008, Seite 85
  66. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 452
  67. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 463f., 453
  68. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 200
  69. Siehe Jeffrey R. Holland, „Man of Action, Man of Faith“, Seite 16f.
  70. Siehe Jeffrey R. Holland, „Man of Action, Man of Faith“, Seite 17
  71. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 265
  72. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 532f.
  73. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 471f., 478, 484f.
  74. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 485
  75. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 492
  76. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 487
  77. Gerry Avant, „Church President to Be Sustained in Solemn Assembly“, Church News, 5. April 2008, Seite 3f.; siehe auch lds.org/church/news/oct-4-is-president-monsons-50-year-anniversary-as-apostle?lang=eng
  78. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 496
  79. Thomas S. Monson, „The Lord’s Work“, Church News, 9. Februar 2008, Seite 3
  80. Siehe „Church Launches New Resources on Freedom of Religion“, mormonnewsroom.org/article/religious-freedom-resources
  81. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 515
  82. Schreiben der Ersten Präsidentschaft, 12. September 2012
  83. Paul G. Nauta, „2013 Was a Banner Year for Family History“, lds.org/church/news/2013-was-a-banner-year-for-family-history?lang=eng
  84. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 502
  85. Gerry Avant, „Sister Frances J. Monson Was ‚the Ideal Wife and Mother‘“, lds.org/church/news/sister-frances-j-monson-was-the-ideal-wife-and-mother?lang=eng
  86. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 504
  87. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 504
  88. Zitiert in Swinton, To the Rescue, Seite 512
  89. Siehe Swinton, To the Rescue, Seite 515
  90. Siehe Gerry Avant, „Oct. 4 Is President Monson’s 50-Year Anniversary as Apostle“, lds.org/church/news/oct-4-is-president-monsons-50-year-anniversary-as-apostle?lang=eng
  91. Gerry Avant, „Oct. 4 Is President Monson’s 50-Year Anniversary as Apostle“, lds.org/church/news/oct-4-is-president-monsons-50-year-anniversary-as-apostle?lang=eng
  92. Thomas S. Monson, „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“, Liahona, Mai 2007, Seite 25

    Ausgewählte Worte

    Die nachstehenden Aussagen von Präsident Monson stammen aus seiner Amtszeit als Präsident der Kirche. Sie sind in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben.

    Eingebungen folgen: „Das Schönste, was man erleben kann, ist, eine Eingebung zu spüren, danach zu handeln und dann zu erfahren, dass man damit ein Gebet beantwortet hat oder einem Menschen in Not geholfen hat. Und ich möchte, dass der Herr immer weiß: Wenn er einen Auftrag zu vergeben hat, steht Tom Monson bereit.“ (Im Auftrag des Herrn, DVD, 2008.)

    Göttliche Hilfe erhalten: „Vergessen Sie nicht, dies ist nicht nur Ihr oder mein Werk. Es ist das Werk des Herrn. Wir stehen im Dienst des Herrn und haben deshalb ein Anrecht auf seine Hilfe. Wen der Herr beruft, dem gibt er auch die nötigen Fähigkeiten.“ („Zum Dienen berufen“, Der Stern, Juli 1996, Seite 42.)

    Nächstenliebe: „Von dem, was am wichtigsten ist, sind unsere Mitmenschen fast immer mit betroffen. Oftmals meinen wir, sie wüssten ganz bestimmt, wie lieb wir sie haben. Wir sollten das aber nicht vermuten, wir sollten es sie wissen lassen.“ („Freude an der Reise finden“, Liahona, November 2008, Seite 85; Hervorhebung hinzugefügt.)

    Dienen: „Unser Leben [hat] nur wenig Zweck[,] wenn wir uns nicht im Dienst an anderen verlieren. Wer nur für sich selbst lebt, verkümmert schließlich und verliert bildlich gesehen sein Leben, während derjenige, der sich im Dienst an anderen verliert, wächst und aufblüht und somit sein Leben rettet.“ („Was habe ich heute für einen anderen getan?“Liahona, November 2009, Seite 85.)

    Ehe: „Wählen Sie sorgsam und gebeterfüllt [einen Partner oder] eine Partnerin aus, und wenn Sie geheiratet haben, seien Sie einander zutiefst ergeben. Auf einem kleinen eingerahmten Schild, das ich einmal bei einem Onkel und einer Tante gesehen habe, stand ein wertvoller Rat: ‚Wähle, wen du liebst; liebe, wen du wählst.‘“ („Die Macht des Priestertums“Liahona, Mai 2011, Seite 68.)

    Segnungen des Tempels: „Erst wenn Sie das Haus des Herrn betreten und alle Segnungen empfangen haben, die Sie dort erwarten, haben Sie alles erlangt, was die Kirche zu bieten hat. Die wichtigsten und krönenden Segnungen der Mitgliedschaft in dieser Kirche sind jene, die wir im Tempel Gottes empfangen.“ („Der heilige Tempel – ein Leuchtfeuer für die Welt“Liahona, Mai 2011, Seite 93.)

    Das Sühnopfer: „Ich glaube, niemand kann die Bedeutung dessen, was Christus für uns in Getsemani getan hat, vollständig erfassen, doch ich bin jeden Tag meines Lebens für das für uns vollbrachte Sühnopfer dankbar.

    Im letzten Moment hätte er noch zurückschrecken können. Doch er tat es nicht. Er ist unter alles hinabgestiegen, damit er alles erretten konnte. Damit schenkte er uns ein Leben, das über das Erdendasein hinausgeht. Er befreite uns vom Fall Adams.

    Aus tiefster Seele bin ich ihm dankbar. Er hat uns gezeigt, wie wir leben sollen. Er hat uns gezeigt, wie wir sterben sollen. Er hat unsere Errettung sichergestellt.“ („Zum Abschied“Liahona, Mai 2011, Seite 114.)

    Gebet: „Der Vater im Himmel weiß, was wir brauchen, und hilft uns, wenn wir ihn um Beistand anrufen. Ich glaube, dass keines unserer Anliegen zu klein oder zu unbedeutend ist. Der Herr hat jede Einzelheit unseres Lebens im Blick.“ („Denken Sie an die Segnungen“, Liahona, November 2012, Seite 88.)

    Prüfungen: „Wir wissen, dass es Zeiten gibt, in denen uns das Herz zerbricht, in denen wir trauern und in denen wir vielleicht bis an unsere Grenzen geprüft werden. Doch solche Schwierigkeiten helfen uns, uns zum Besseren zu wandeln, unser Leben neu auszurichten, so, wie der Vater im Himmel es uns lehrt, und ein anderer Mensch zu werden – besser als wir vorher waren, mit mehr Verständnis, mehr Mitgefühl und mit einem stärkeren Zeugnis als zuvor.“ („Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht“Liahona, November 2013, Seite 86f.)

    Die Liebe Gottes: „Der Vater im Himmel liebt jede[n] Einzelne[n] von Ihnen. Diese Liebe wird nie vergehen. Sie wird nicht davon beeinflusst, wie Sie aussehen, was Sie besitzen oder wie viel Geld Sie auf dem Konto haben. Sie ändert sich nicht durch Ihre Talente und Fähigkeiten. Sie ist ganz einfach vorhanden. Sie ist für Sie da, wenn Sie traurig oder glücklich sind, ohne Mut oder voller Hoffnung. Die Liebe Gottes ist für Sie da, ob Sie diese Liebe nun zu verdienen meinen oder nicht. Sie ist ganz einfach immer vorhanden.“ („Wir sind niemals allein“, Liahona, November 2013, Seite 124.)

    Vorbereitung: „Wir leben in turbulenten Zeiten. Die Zukunft ist oft ungewiss; deshalb obliegt es uns, uns auf die Unwägbarkeiten des Lebens einzustellen. Wenn eine Entscheidung gefordert wird, ist die Zeit der Vorbereitung vorbei.“ („Sind wir vorbereitet?“Liahona, September 2014, Seite 5.)

    Vorbild: „Ihnen allen, besonders euch jungen Leuten, möchte ich sagen: Je mehr sich die Welt von den Grundsätzen und Richtlinien des liebevollen himmlischen Vaters entfernt, desto mehr heben wir uns von der Masse ab, weil wir anders sind. … Das, was uns von der Welt am meisten unterscheidet, verleiht uns außerdem das Licht und den Geist, die in einer immer finsterer werdenden Welt hell erstrahlen.“ („Seien Sie ein Vorbild und ein Licht“Liahona, November 2015, Seite 88.)

    Entscheidungen: „Mögen wir doch den Mut bewahren, nicht zu allem Ja und Amen zu sagen. Mögen wir stets das Rechte wählen, auch wenn es schwieriger ist, statt das Falsche, selbst wenn das einfacher ist.

    Tag für Tag denken wir darüber nach, ob wir uns nun für dieses oder jenes entscheiden sollen. Wenn wir uns für Christus entscheiden, liegen wir jedoch immer richtig.“ („Entscheidungen“, Liahona, Mai 2016, Seite 86.)

    Nächstenliebe: „Stellen wir unser Leben auf den Prüfstand und entschließen wir uns dazu, dem Beispiel des Erretters zu folgen, indem wir gütig, liebevoll und wohltätig sind. Dann nämlich sind wir besser dazu in der Lage, die Mächte des Himmels herabzurufen – für uns, für unsere Familie und für die Mitreisenden auf diesem bisweilen mühsamen Weg zurück in unser himmlisches Zuhause.“ („Güte, Nächstenliebe und Liebe“, Liahona, Mai 2017, Seite 67.)

    Das Buch Mormon: „Ich bitte uns alle inständig, jeden Tag gebeterfüllt im Buch Mormon zu lesen und darüber nachzusinnen. Dann nämlich werden wir in der Lage sein, die Stimme des Geistes zu hören, Versuchung zu widerstehen, Zweifel und Angst zu überwinden und die Hilfe des Himmels in unserem Leben zu erhalten.“ („Die Macht des Buches Mormon“, Liahona, Mai 2017, Seite 87.)