9. KAPITEL

Moroni ruft jene zur Umkehr, die nicht an Christus glauben—Er verkündet einen Gott der Wundertaten, der Offenbarungen gibt und Gaben und Zeichen über die Glaubenstreuen ausschüttet—Wundertaten hören infolge von Unglauben auf—Zeichen folgen denen, die glauben—Die Menschen werden ermahnt, weise zu sein und die Gebote zu halten. Um 401–421 n. Chr.

  Und nun spreche ich auch in bezug auf diejenigen, die nicht an Christus glauben.

  Siehe, werdet ihr am Tag eurer Heimsuchung glauben—siehe, wenn der Herr kommen wird, ja, nämlich jenem agroßen Tag, da die bErde zusammengerollt werden wird wie eine Schriftrolle und die Elemente vor glühender Hitze cschmelzen werden, ja, an jenem großen Tag, da ihr dazu gebracht werdet, vor dem Lamm Gottes zu stehen—werdet ihr dann sagen, es gebe keinen Gott?

  Werdet ihr dann noch länger den Christus leugnen, oder könnt ihr dann das Lamm Gottes sehen? Meint ihr denn, ihr werdet im Bewußtsein eurer Schuld bei ihm wohnen? Meint ihr denn, es würde euch glücklich machen, bei diesem heiligen Wesen zu wohnen, wenn eure Seele von dem Schuldbewußtsein geplagt ist, daß ihr seine Gesetze immer mißbraucht habt?

  Siehe, ich sage euch: Ihr wäret viel elender, wenn ihr bei einem heiligen und gerechten Gott wohntet, im Bewußtsein, daß ihr vor ihm schmutzig seid, als wenn ihr bei den averdammten Seelen in der bHölle wohntet.

  Denn siehe, wenn ihr dazu gebracht werdet, daß ihr eure aNacktheit vor Gott und auch die Herrlichkeit Gottes und die Heiligkeit Jesu Christi seht, dann wird dies in euch die Flamme eines unauslöschlichen Feuers entzünden.

  Darum, o ihr, die ihr anicht glaubt, bwendet euch zum Herrn; schreit machtvoll zum Vater im Namen Jesu, damit ihr vielleicht doch an jenem großen und letzten Tag als makellos, crein, anmutig und weiß befunden werdet, nachdem ihr durch das Blut des dLammes gesäubert worden seid.

  Und weiter spreche ich zu euch, die ihr die Offenbarungen Gottes aleugnet und sagt, sie seien abgeschafft, es gebe weder Offenbarungen noch Prophezeiungen, noch Gaben, noch Heilen, noch Zungenrede und das bAuslegen der Zungenrede;

  siehe, ich sage euch: Wer dies alles leugnet, der kennt das aEvangelium Christi nicht; ja, er hat die Schriften nicht gelesen, und wenn, so bversteht er sie nicht.

  Denn lesen wir nicht, daß Gott aderselbe ist gestern, heute und immerdar und daß es in ihm keine Veränderlichkeit, auch nicht den Schatten eines Wechsels gibt?

 10  Und nun, wenn ihr euch einen Gott eingebildet habt, der sich verändert und in dem es den Schatten eines Wechsels gibt, dann habt ihr euch einen Gott eingebildet, der nicht ein Gott der Wundertaten ist.

 11  Aber siehe, ich werde euch einen Gott der Wundertaten zeigen, ja, den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs; und es ist dieser selbe aGott, der die Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, erschaffen hat.

 12  Siehe, er hat Adam erschaffen, und durch aAdam kam der bFall des Menschen. Und wegen des Falles des Menschen kam Jesus Christus, ja, der Vater und der Sohn; und wegen Jesus Christus kam die cErlösung des Menschen.

 13  Und wegen der Erlösung des Menschen, die durch Jesus Christus zustande gekommen ist, werden sie in die Gegenwart des Herrn zurückgebracht; ja, das ist es, worin alle Menschen erlöst werden, weil der Tod Christi die aAuferstehung zustande bringt, und diese bringt die Erlösung von einem endlosen bSchlaf zustande, und aus diesem Schlaf werden alle Menschen durch die Macht Gottes erweckt werden, wenn die Posaune ertönt; und sie werden hervorkommen, klein und groß, und alle werden vor seinem Gericht stehen, denn sie sind von diesem cewigen Band des Todes erlöst und losgemacht, und dieser Tod ist ein zeitlicher Tod.

 14  Und dann kommt der aRichterspruch des Heiligen über sie; und dann kommt die Zeit, da jemand, der bschmutzig ist, auch dann noch schmutzig sein wird; und wer rechtschaffen ist, wird auch dann noch rechtschaffen sein; wer glücklich ist, wird auch dann noch glücklich sein; und wer unglücklich ist, wird auch dann noch unglücklich sein.

 15  Und nun, o ihr alle, die ihr euch einen Gott eingebildet habt, der akeine Wundertaten bewirken kann, möchte ich euch fragen: Ist dies alles vergangen, wovon ich gesprochen habe? Ist das Ende schon gekommen? Siehe, ich sage euch: Nein, und Gott hat nicht aufgehört, ein Gott der Wundertaten zu sein.

 16  Siehe, ist nicht all das, was Gott getan hat, in unseren Augen wunderbar? Ja, und wer kann die awunderbaren Werke Gottes erfassen?

 17  Wer will sagen, es sei nicht eine Wundertat, daß durch sein aWort der Himmel und die Erde geworden sind und durch die Macht seines Wortes der Mensch aus dem bStaub der Erde cerschaffen wurde und durch die Macht seines Wortes Wundertaten gewirkt wurden?

 18  Und wer will sagen, Jesus Christus habe nicht viele mächtige aWundertaten gewirkt? Und viele mächtige Wundertaten wurden durch die Hand der Apostel gewirkt.

 19  Und wenn damals aWundertaten gewirkt wurden, wieso hat Gott dann aufgehört, ein Gott der Wundertaten zu sein, und ist dennoch ein unveränderliches Wesen? Und siehe, ich sage euch: Er ändert sich nicht; falls doch, würde er aufhören, Gott zu sein; und er hört nicht auf, Gott zu sein, und ist ein Gott der Wundertaten.

 20  Und der Grund, warum er aufhört, aWundertaten unter den Menschenkindern zu wirken, ist der, daß sie in Unglauben verfallen und vom rechten Weg abweichen und den Gott nicht erkennen, auf den sie bvertrauen sollten.

 21  Siehe, ich sage euch: Wer an Christus glaubt und in nichts zweifelt, awas auch immer er vom Vater im Namen Christi erbittet, das wird ihm gewährt werden; und diese Verheißung ist für alle, ja, bis an die Enden der Erde.

 22  Denn siehe, so sprach Jesus Christus, der Sohn Gottes, zu seinen Jüngern, die verweilen sollten, ja, und auch zu allen seinen Jüngern, und die Menge hörte es: aGeht hin in alle Welt, und predigt das Evangelium jedem Geschöpf;

 23  und wer da glaubt und sich taufen läßt, der wird errettet werden, aber wer nicht glaubt, der wird averdammt werden;

 24  und diese aZeichen werden denen folgen, die da glauben: In meinem Namen werden sie bTeufel austreiben; sie werden mit neuen Zungen reden; sie werden Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; sie werden den Kranken die cHände auflegen, und diese werden gesund werden;

 25  und wer auch immer an meinen Namen glaubt und in nichts zweifelt, dem werde ich alle meine Worte abestätigen, ja, bis an die Enden der Erde.

 26  Und nun siehe, wer kann sich den Werken des Herrn entgegenstellen? aWer kann seine Worte leugnen? Wer will sich gegen die allmächtige Macht des Herrn erheben? Wer will die Werke des Herrn verachten? Wer will die Kinder Christi verachten? Gebt acht, ihr alle, die ihr bVerächter der Werke des Herrn seid, denn ihr werdet euch verwundern und zugrunde gehen.

 27  O verachtet darum nicht und verwundert euch nicht, sondern hört auf die Worte des Herrn, und bittet den Vater im Namen Jesu um alles, was auch immer ihr bedürft. Zweifelt nicht, sondern seid gläubig, und fangt wie in alten Zeiten an und akommt zum Herrn mit eurem ganzen bHerzen, und cerarbeitet eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern vor ihm.

 28  Seid aweise in den Tagen eurer Bewährung; legt alle Unreinheit ab; bittet nichts, was ihr dann in euren bBegierden verzehrt, sondern bittet mit unerschütterlicher Festigkeit darum, daß ihr keiner Versuchung nachgebt, sondern daß ihr dem cwahren und lebendigen Gott dient.

 29  Seht zu, daß ihr euch nicht aunwürdig taufen laßt; seht zu, daß ihr bnicht unwürdig vom Abendmahl Christi nehmt; sondern seht zu, daß ihr alles in cWürdigkeit tut und daß ihr es im Namen Jesu Christi tut, des Sohnes des lebendigen Gottes; und wenn ihr dies tut und bis ans Ende ausharrt, werdet ihr keineswegs ausgestoßen werden.

 30  Siehe, ich rede zu euch, als aredete ich von den Toten her; denn ich weiß, daß ihr meine Worte haben werdet.

 31  Verurteilt mich nicht wegen meiner aUnvollkommenheit, auch nicht meinen Vater wegen seiner Unvollkommenheit, auch nicht diejenigen, die vor ihm geschrieben haben; sondern dankt vielmehr Gott, daß er euch unsere Unvollkommenheiten kundgetan hat, damit ihr lernt, weiser zu sein, als wir es gewesen sind.

 32  Und nun siehe, wir haben diesen Bericht geschrieben gemäß unserer Kenntnis, in der Schrift, die wir unter uns das areformierte Ägyptisch nennen, die überliefert und von uns gemäß unserer Sprechweise abgeändert wurde.

 33  Und wenn unsere Platten groß genug gewesen wären, so hätten wir hebräisch geschrieben; aber auch das Hebräische ist von uns abgeändert worden; und wenn wir hebräisch hätten schreiben können, siehe, so hättet ihr in unserem Bericht keine Unvollkommenheit gehabt.

 34  Aber der Herr weiß all das, was wir geschrieben haben, und auch, daß kein anderes Volk unsere Sprache kennt; und weil es so ist, daß kein anderes Volk unsere Sprache kennt, darum hat er für deren Übersetzung aMittel vorbereitet.

 35  Und dies alles ist geschrieben, damit wir unsere Kleider vom Blut unserer Brüder rein machen, die in aUnglauben verfallen sind.

 36  Und siehe, dies alles, was wir in bezug auf unsere Brüder agewünscht haben, ja, nämlich, ihre Wiederherstellung zur Erkenntnis Christi, ist gemäß den Gebeten aller Heiligen, die in dem Land gewohnt haben.

 37  Und möge der Herr Jesus Christus gewähren, daß ihre Gebete gemäß ihrem Glauben erhört werden; und möge Gott, der Vater, des Bundes gedenken, den er mit dem Haus Israel gemacht hat; und möge er sie immerdar segnen durch Glauben an den Namen Jesu Christi. Amen.