ABSCHNITT 88

Offenbarung, gegeben durch Joseph Smith, den Propheten, am 27. Dezember 1832 zu Kirtland, Ohio ( History of the Church , 1:302–312). Der Prophet nannte sie das „Olivenblatt...vom Baum des Paradieses gepflückt, die Friedensbotschaft des Herrn an uns“ ( History of the Church , 1:316). Die geschichtlichen Aufzeichnungen deuten darauf hin, daß Teile dieser Offenbarung am 27. und 28. Dezember 1832 und am 3. Januar 1833 empfangen wurden.

1–5, Glaubenstreue Heilige empfangen jenen Tröster, der die Verheißung ewigen Lebens ist; 6–13, Alles wird durch das Licht Christi beherrscht und regiert; 14–16, Die Auferstehung kommt aufgrund der Erlösung; 17–31, Gehorsam gegenüber celestialem, terrestrialem oder telestialem Gesetz bereitet die Menschen auf die entsprechenden Reiche und Herrlichkeiten vor; 32–35, Wer in Sünde verbleiben will, bleibt weiterhin schmutzig; 36–41, Alle Reiche werden durch Gesetz regiert; 42–45, Gott hat allem ein Gesetz gegeben; 46–50, Der Mensch wird selbst Gott erfassen; 51–61, Das Gleichnis von dem Mann, der seine Knechte auf das Feld schickt und sie der Reihe nach besucht; 62–73, Naht euch dem Herrn, und ihr werdet sein Angesicht sehen; 74–80, Heiligt euch, und lehrt einander die Lehren des Reiches; 81–85, Jedermann, der gewarnt worden ist, soll seinen Nächsten warnen; 86–94, Zeichen, Aufruhr der Elemente und die Engel bereiten den Weg für das Kommen des Herrn; 95–102, Engelsposaunen rufen die Toten der Reihe nach hervor; 103–116, Engelsposaunen verkünden die Wiederherstellung des Evangeliums, den Fall Babylons und die Schlacht des großen Gottes; 117–126, Trachtet nach Wissen, errichtet ein Haus Gottes (einen Tempel), und bekleidet euch mit dem Band der Nächstenliebe; 127–141, Die Ordnung der Schule der Propheten wird dargelegt, einschließlich der heiligen Handlung der Fußwaschung.

  Wahrlich, so spricht der Herr zu euch, die ihr euch versammelt habt, um seinen Willen in bezug auf euch zu empfangen:

  Siehe, dies gefällt eurem Herrn wohl, und die Engel afreuen sich über euch; die bAlmosen eurer Gebete sind dem cHerrn Zebaot in die Ohren heraufgekommen und werden ins dBuch der Namen der Geheiligten eingetragen, nämlich derer von der celestialen Welt.

  Darum sende ich euch nun einen anderen aTröster, nämlich euch, meinen Freunden, daß er in eurem Herzen verbleibe, nämlich den bHeiligen Geist der Verheißung; und dieser andere Tröster ist derselbe, den ich meinen Jüngern verheißen habe, wie es im Zeugnis des Johannes aufgezeichnet ist.

  Dieser Tröster ist die Verheißung, die ich euch von aewigem Leben gebe, ja, von der bHerrlichkeit des celestialen Reiches;

  und diese Herrlichkeit ist die der Kirche des aErstgeborenen, ja, Gottes, des Heiligsten von allen, durch Jesus Christus, seinen Sohn—

  aer, der in die Höhe aufgefahren ist, wie er auch bhinabgefahren ist unter alles, so daß er calles erfaßt hat, auf daß er in allem sei und durch alles, das dLicht der Wahrheit;

  und diese Wahrheit leuchtet. Dies ist das aLicht Christi. So ist er auch in der Sonne und das Licht der Sonne und die Macht davon, wodurch sie bgemacht worden ist.

  So ist er auch im Mond und ist das Licht des Mondes und die Macht davon, wodurch dieser gemacht worden ist,

  so auch das Licht der Sterne und die Macht davon, wodurch sie gemacht worden sind,

 10  und auch der Erde und die Macht davon, nämlich der aErde, worauf ihr steht.

 11  Und das Licht, das leuchtet und euch Licht gibt, ist durch ihn, der euch die Augen erleuchtet, und das ist dasselbe Licht, das euch das aVerständnis belebt;

 12  dieses aLicht geht von der Gegenwart Gottes aus und berfüllt die Unermeßlichkeit des Raumes—

 13  das Licht, das in aallem ist, das allem bLeben gibt, das das cGesetz ist, wodurch alles regiert wird, ja, die Macht Gottes, der auf seinem Thron sitzt, der im Schoß der Ewigkeit ist, der inmitten von allem ist.

 14  Nun, wahrlich, ich sage euch: Durch die aErlösung, die für euch bewirkt worden ist, wird die Auferstehung von den Toten zustande gebracht.

 15  Und der aGeist und der bKörper sind die cSeele des Menschen.

 16  Und die aAuferstehung von den Toten ist die Erlösung der Seele.

 17  Und die Erlösung der Seele kommt durch ihn, der alles belebt, in dessen Herzen es beschlossen ist, daß die aArmen und die bSanftmütigen der cErde sie ererben sollen.

 18  Darum muß sie notwendigerweise von allem Unrecht geheiligt werden, damit sie für die acelestiale Herrlichkeit vorbereitet werde;

 19  denn nachdem sie das Maß ihrer Erschaffung erfüllt hat, wird sie amit Herrlichkeit gekrönt werden, selbst mit der Gegenwart Gottes, des Vaters,

 20  damit Körper, die vom celestialen Reich sind, sie für immer und immer abesitzen können; denn zu diesem bZweck ist sie gemacht und erschaffen worden, und zu diesem Zweck werden sie cgeheiligt.

 21  Und diejenigen, die nicht durch das Gesetz geheiligt sind, das ich euch gegeben habe, nämlich das Gesetz Christi, müssen ein anderes Reich ererben, nämlich das eines terrestrialen Reiches oder das eines telestialen Reiches.

 22  Denn wer nicht imstande ist, nach dem aGesetz eines celestialen Reiches zu leben, kann nicht in einer celestialen Herrlichkeit leben.

 23  Und wer nicht nach dem Gesetz eines terrestrialen Reiches leben kann, kann nicht in einer aterrestrialen Herrlichkeit leben.

 24  Und wer nicht nach dem Gesetz eines telestialen Reiches leben kann, kann nicht in einer atelestialen Herrlichkeit leben; darum ist er für ein Reich der Herrlichkeit nicht tauglich. Darum muß er in einem Reich leben, das kein Reich der Herrlichkeit ist.

 25  Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Die aErde lebt nach dem Gesetz eines celestialen Reiches, denn sie erfüllt das Maß ihrer Erschaffung und übertritt das Gesetz nicht—

 26  darum wird sie ageheiligt werden; ja, wenn sie auch bsterben wird, so wird sie doch wieder belebt werden und wird in der Macht leben, womit sie belebt wird, und die cRechtschaffenen werden sie dererben.

 27  Denn wenn sie auch sterben, so werden sie doch awiederauferstehen, ein bgeistiger Körper.

 28  Diejenigen, die von einem celestialen Geist sind, werden denselben Körper empfangen, der ein natürlicher Körper war; ja, ihr werdet euren Körper empfangen, und eure aHerrlichkeit wird diejenige Herrlichkeit sein, womit euer bKörper belebt ist.

 29  Ihr, die ihr durch ein Teil der acelestialen bHerrlichkeit belebt seid, werdet dann davon empfangen, und zwar eine Fülle.

 30  Und diejenigen, die durch ein Teil der aterrestrialen Herrlichkeit belebt sind, werden dann davon empfangen, und zwar eine Fülle.

 31  Und auch diejenigen, die durch ein Teil der atelestialen Herrlichkeit belebt sind, werden dann davon empfangen, und zwar eine Fülle.

 32  Und diejenigen, die übrigbleiben, werden ebenfalls abelebt werden; doch werden sie wieder an ihren eigenen Platz zurückkehren, um sich dessen zu erfreuen, was sie bbereit sind zu empfangen, weil sie nicht bereit waren, sich dessen zu erfreuen, was sie hätten empfangen können.

 33  Denn was nützt es dem Menschen, wenn ihm eine Gabe gewährt wird, und er empfängt die Gabe nicht? Siehe, er freut sich nicht über das, was ihm gegeben wird, noch freut sich der über ihn, der die Gabe gibt.

 34  Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Was durch Gesetz regiert wird, das wird auch durch Gesetz bewahrt und durch dasselbe vollkommen gemacht und ageheiligt.

 35  Was aber aein Gesetz bricht und nicht nach Gesetz lebt, sondern danach trachtet, für sich selbst ein Gesetz zu werden, und in Sünde leben will und ganz und gar in Sünde lebt, das kann weder durch Gesetz noch durch bBarmherzigkeit, cGerechtigkeit, noch Richterspruch geheiligt werden. Darum müssen sie weiterhin dschmutzig bleiben.

 36  Allen Reichen ist ein Gesetz gegeben;

 37  und es gibt aviele Reiche; denn es gibt keinen Raum, worin es nicht ein Reich gäbe; und es gibt kein Reich, worin es keinen Raum gäbe, sei es ein größeres oder ein geringeres Reich.

 38  Und jedem Reich ist ein aGesetz gegeben; und zu jedem Gesetz gibt es auch gewisse Grenzen und Bedingungen.

 39  Alle Wesen, die nicht nach jenen aBedingungen leben, werden nicht bgerechtfertigt.

 40  Denn aIntelligenz hält fest an Intelligenz; bWeisheit empfängt Weisheit; cWahrheit nimmt Wahrheit an; dTugend liebt Tugend; eLicht hält fest an Licht; Barmherzigkeit hat fMitleid mit Barmherzigkeit und beansprucht die Ihren; Gerechtigkeit nimmt weiter ihren Lauf und beansprucht die Ihren; Richterspruch geht vor dem Angesicht dessen her, der auf dem Thron sitzt und alles regiert und vollbringt.

 41  Er aerfaßt alles, und alles ist vor ihm, und alles ist rings um ihn; und er ist über allem und in allem und ist durch alles und ist rings um alles; und alles ist durch ihn und von ihm, nämlich Gott, für immer und immer.

 42  Und weiter, wahrlich, ich sage euch: Er hat allen Dingen ein Gesetz gegeben, durch das sie sich in ihren aZeiten und ihren Jahreszeiten bewegen;

 43  und ihre Bahnen sind festgelegt, nämlich die Bahnen der Himmel und der Erde, wodurch die Erde und alle Planeten erfaßt sind.

 44  Und sie geben einander aLicht in ihren Zeiten und in ihren Jahreszeiten, in ihren Minuten, in ihren Stunden, in ihren Tagen, in ihren Wochen, in ihren Monaten, in ihren Jahren—und sie alle sind bein Jahr für Gott, nicht aber für den Menschen.

 45  Die Erde rollt auf ihren Flügeln, und die aSonne gibt ihr Licht bei Tag, und der Mond gibt sein Licht bei Nacht, und die Sterne geben ebenfalls ihr Licht, wenn sie in ihrer Herrlichkeit inmitten der bMacht Gottes auf ihren Flügeln rollen.

 46  Womit soll ich diese Reiche vergleichen, damit ihr es versteht?

 47  Siehe, diese alle sind Reiche, und ein Mensch, der eines oder das geringste davon gesehen hat, hat aGott gesehen, wie er sich in seiner Majestät und Macht bewegt.

 48  Ich sage euch: Er hat ihn gesehen; doch er, der zu den aSeinen kam, wurde nicht erfaßt.

 49  Das aLicht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis erfaßt es nicht; doch der Tag wird kommen, da ihr selbst bGott erfassen werdet, denn ihr werdet in ihm und durch ihn belebt sein.

 50  Dann werdet ihr wissen, daß ihr mich gesehen habt, daß ich bin und daß ich das wahre Licht bin, das in euch ist, und daß ihr in mir seid; sonst könntet ihr nicht gedeihen.

 51  Siehe, ich will diese Reiche mit einem Mann vergleichen, der einen Acker hatte; und er sandte seine Knechte auf den Acker, den Acker umzugraben.

 52  Und er sprach zum ersten: Gehe hin und arbeite auf dem Acker, und zur ersten Stunde werde ich zu dir kommen, und du wirst die Freude meines Angesichts schauen.

 53  Und er sprach zum zweiten: Gehe auch hin auf den Acker, und zur zweiten Stunde werde ich dich mit der Freude meines Angesichts besuchen.

 54  Und auch zum dritten, nämlich: Ich werde dich besuchen;

 55  und zum vierten, und so weiter bis zum zwölften.

 56  Und der Herr des Ackers ging in der ersten Stunde zum ersten und blieb die ganze Stunde bei ihm, und er wurde durch das Licht des Angesichts seines Herrn erfreut.

 57  Und dann zog er sich vom ersten zurück, um auch den zweiten zu besuchen und den dritten und den vierten und so weiter bis zum zwölften.

 58  Und so empfingen sie alle das Licht des Angesichts ihres Herrn, ein jeder zu seiner Stunde und zu seiner Zeit und zu seiner Zeitspanne—

 59  angefangen beim ersten und so weiter bis zum aletzten, und vom letzten bis zum ersten, und vom ersten bis zum letzten—,

 60  ein jeder in seiner Ordnung, bis seine Stunde zu Ende war, ja, so wie es ihm sein Herr geboten hatte, damit sein Herr in ihm verherrlicht werde und er in seinem Herrn, damit sie alle verherrlicht würden.

 61  Darum will ich alle diese Reiche und ihre aBewohner mit diesem Gleichnis vergleichen—ein jedes Reich zu seiner Stunde und zu seiner Zeit und zu seiner Zeitspanne, ja, gemäß dem Beschluß, den Gott gefaßt hat.

 62  Und weiter, wahrlich, ich sage euch, meine aFreunde: Diese Worte lasse ich bei euch, damit ihr im Herzen darüber bnachdenkt, mit diesem Gebot, das ich euch gebe, daß ihr cmich anruft, solange ich nahe bin—

 63  anaht euch mir, und ich werde mich euch nahen; bsucht mich eifrig, dann werdet ihr mich cfinden; bittet, und ihr werdet empfangen; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.

 64  Was auch immer ihr den Vater in meinem Namen abittet, das wird euch gegeben werden, was für euch bratsam ist;

 65  und wenn ihr um etwas bittet, was für euch nicht aratsam ist, so wird sich das zu eurer bSchuldigsprechung wenden.

 66  Siehe, das, was ihr vernehmt, ist wie die aStimme eines Rufers in der Wildnis—in der Wildnis, weil ihr ihn nicht sehen könnt—, meine Stimme, weil meine Stimme bGeist ist; mein Geist ist Wahrheit; die cWahrheit verbleibt und hat kein Ende, und wenn sie in euch ist, so wird sie reichlich vorhanden sein.

 67  Und wenn euer aAuge nur auf meine bHerrlichkeit gerichtet ist, so wird euer ganzer Leib mit Licht erfüllt werden, und es wird in euch keine Finsternis sein; und jener Leib, der mit Licht erfüllt ist, cerfaßt alles.

 68  Darum aheiligt euch, damit euer bSinn nur auf Gott gerichtet sei, dann werden die Tage kommen, da ihr ihn csehen werdet; denn er wird für euch den Schleier von seinem Angesicht nehmen, und es wird zu seiner eigenen Zeit sein und auf seine eigene Weise und gemäß seinem eigenen Willen.

 69  Denkt an die große und letzte Verheißung, die ich euch gegeben habe; werft eure amüßigen Gedanken und euer übermäßiges bGelächter weit weg von euch.

 70  Verweilt, verweilt an diesem Ort, und beruft eine feierliche Versammlung ein, nämlich derjenigen, die die ersten Arbeiter in diesem letzten Reich sind.

 71  Und laßt diejenigen, die von ihnen während ihrer Reisen agewarnt worden sind, den Herrn anrufen und eine kurze Zeit lang in ihrem Herzen über die Warnung nachdenken, die sie empfangen haben.

 72  Siehe, ja siehe, ich werde mich eurer Herden annehmen und werde Älteste erwecken und zu ihnen senden.

 73  Siehe, ich werde mein Werk in seiner Zeit beschleunigen.

 74  Und ich gebe euch, die ihr die ersten aArbeiter in diesem letzten Reich seid, ein Gebot: Versammelt euch und organisiert euch und macht euch bereit und bheiligt euch; ja, macht euer Herz rein, und csäubert eure Hände und eure Füße vor mir, damit ich euch dreinigen kann;

 75  damit ich eurem aVater und eurem Gott und meinem Gott bezeugen kann, daß ihr rein seid vom Blut dieser schlechten Generation; damit ich diese Verheißung erfüllen kann, diese große und letzte Verheißung, die ich euch gegeben habe, wann ich will.

 76  Auch gebe ich euch das Gebot, von dieser Zeit an mit aBeten und bFasten fortzufahren.

 77  Und ich gebe euch das Gebot, einander die aLehre des Reiches bzu lehren.

 78  Lehrt eifrig, und meine aGnade wird mit euch sein, damit ihr noch vollkommener bunterwiesen seiet in Theorie, in Grundsätzlichem, in der Lehre, im Gesetz des Evangeliums, in allem, was das Reich Gottes betrifft und was ratsam ist, daß ihr es versteht;

 79  in dem, was sowohl im aHimmel als auch auf der Erde und unter der Erde ist; dem, was gewesen ist, dem, was ist, dem, was sich in Kürze begeben muß; dem, was daheim ist, dem, was in der Fremde ist; den bKriegen und den Verwirrungen der Nationen und den Strafgerichten, die auf dem Lande lasten; und auch einer Kenntnis von Ländern und von Reichen—

 80  damit ihr in allem bereit seiet, wenn ich euch abermals aussende, um die Berufung, zu der ich euch berufen habe, und die Mission, mit der ich euch beauftragt habe, groß zu machen.

 81  Siehe, ich habe euch ausgesandt, aZeugnis zu geben und die Menschen zu warnen; und einem jeden, der gewarnt worden ist, kommt es zu, seinen Nächsten zu bwarnen.

 82  Darum haben sie keine Entschuldigung mehr, und ihre Sünden sind auf ihrem eigenen Haupt.

 83  Wer mich afrühe bsucht, der wird mich finden und wird nicht verlassen sein.

 84  Darum verweilt und arbeitet eifrig, damit ihr vollkommener werdet in eurem geistlichen Dienst, um zum letztenmal zu den aAndern hinzugehen, alle, die der Mund des Herrn benennen wird, um bdas Gesetz zuzubinden und das Zeugnis zu versiegeln und um die Heiligen für die kommende Stunde des Gerichts bereitzumachen,

 85  damit ihre Seele dem Grimm Gottes entrinnen möge, der aVerwüstung durch den Greuel, die die Schlechten erwartet, in dieser Welt ebenso wie in der künftigen Welt. Wahrlich, ich sage euch: Laßt diejenigen, die nicht die ersten Ältesten sind, im Weingarten weiterarbeiten, bis der Mund des Herrn sie brufen wird, denn ihre Zeit ist noch nicht gekommen; ihr cGewand ist nicht rein vom Blut dieser Generation.

 86  Verbleibt in der aFreiheit, womit ihr bfrei gemacht seid, cverstrickt euch nicht in dSünde, sondern laßt eure eHände rein sein, bis der Herr kommt.

 87  Denn nicht mehr viele Tage, und die aErde wird bzittern und hin- und herwanken wie ein Betrunkener; und die cSonne wird ihr Angesicht verbergen und wird sich weigern, Licht zu geben; und der dMond wird in Blut gebadet sein; und die eSterne werden überaus zornig werden und werden sich herabstürzen wie eine Feige, die von einem Feigenbaum herabfällt.

 88  Und nach eurem Zeugnis kommen Grimm und Unwille über das Volk.

 89  Denn nach eurem Zeugnis kommt das Zeugnis von aErdbeben, das Stöhnen in ihrem Innern verursachen wird, und die Menschen werden zu Boden fallen und werden nicht imstande sein zu stehen.

 90  Und es kommt auch das Zeugnis durch die aStimme von Donnern und die Stimme von Blitzen und die Stimme von Unwettern und die Stimme von Meereswogen, die sich über ihre Grenzen hinaus erheben werden.

 91  Und alles wird in aAufruhr sein; und gewiß wird den Menschen das Herz aussetzen, denn Furcht wird über alles Volk kommen.

 92  Und aEngel werden mitten durch den Himmel fliegen und, indem sie die Posaune Gottes ertönen lassen, mit lauter Stimme rufen, nämlich: Macht euch bereit, macht euch bereit, o ihr Bewohner der Erde; denn das Gericht unseres Gottes ist gekommen. Siehe, ja siehe, der bBräutigam kommt; geht aus, ihm entgegen.

 93  Und sogleich wird ein agroßes Zeichen am Himmel erscheinen, und alles Volk wird es mitsammen sehen.

 94  Und noch ein Engel wird seine Posaune ertönen lassen, nämlich: Jene agroße bKirche, die cMutter der Greuel, die alle Nationen dazu gebracht hat, vom Wein des Zornes ihrer dUnzucht zu trinken, die die Heiligen Gottes verfolgt, die deren Blut vergoß—sie, die an vielen Wassern sitzt und auf den Inseln des Meeres—, siehe, sie ist das eUnkraut der Erde; sie wird in Bündel gebunden, ihre Bande werden stark gemacht, kein Mensch kann sie lösen; darum ist sie zum fVerbrennen bereit. Und er wird seine Posaune lang und auch laut ertönen lassen, und alle Nationen werden es hören.

 95  Und es wird eine aStille sein im Himmel für den Zeitraum einer halben Stunde; und sogleich danach wird der Vorhang des Himmels entfaltet werden, wie eine bSchriftrolle entfaltet wird, nachdem sie zusammengerollt war, und vom cAngesicht des Herrn wird der Schleier weggenommen werden;

 96  und die Heiligen, die auf Erden sind, die am Leben sind, werden belebt und aentrückt werden, ihm zu begegnen.

 97  Und die in ihren Gräbern geschlafen haben, werden ahervorkommen, denn ihre Gräber werden sich öffnen; und auch sie werden entrückt werden, um ihm in der Mitte der Himmelssäule zu begegnen—

 98  sie gehören Christus: die aErstlingsgabe, diejenigen, die als erste mit ihm herniedersteigen werden, und diejenigen, die auf Erden und in ihren Gräbern sind, die zuerst entrückt werden, um ihm zu begegnen; und das alles, wenn der Engel Gottes die Stimme der Posaune ertönen lassen wird.

 99  Und danach wird noch ein Engel ertönen lassen, nämlich die zweite Posaune; und dann kommt die Erlösung derer, die Christus bei seinem Kommen gehören, die ihr Teil in jenem aGefängnis empfangen haben, das für sie bereitet ist, damit sie das Evangelium empfangen und bden Menschen gemäß nach dem Fleisch gerichtet werden können.

 100  Und weiter, noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die dritte Posaune; und dann kommen die aGeister der Menschen, die gerichtet werden sollen und unter bSchuldigsprechung befunden werden;

 101  und dies sind die aübrigen Toten, und sie werden nicht wieder lebendig, bis die btausend Jahre zu Ende sind, auch weiter nicht bis zum Ende der Erde.

 102  Und noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die vierte Posaune, nämlich: Es befinden sich unter denen, die bis zu jenem großen und letzten Tag, ja, bis zum Ende bleiben müssen, jene, die weiterhin aschmutzig bleiben werden.

 103  Und noch eine Posaune wird ertönen, und das ist die fünfte Posaune, und das ist der fünfte Engel, der das aimmerwährende Evangelium überbringt—während er mitten durch den Himmel fliegt, zu allen Nationen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern,

 104  und dies wird der Ton seiner Posaune sein, nämlich für alles Volk, sowohl im Himmel als auch auf Erden und die unter der Erde sind—denn ajedes Ohr wird vernehmen, und bjedes Knie wird sich beugen, und jede Zunge wird bekennen, wenn sie den Ton der Posaune hören, nämlich: cFürchtet Gott, und gebt ihm die Ehre, der auf dem Thron sitzt, für immer und immer; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.

 105  Und weiter, noch ein Engel wird seine Posaune ertönen lassen, und das ist der sechste Engel, nämlich: aSie ist gefallen, die alle Nationen dazu gebracht hat, vom Wein des Zornes ihrer Unzucht zu trinken, sie ist gefallen, ist gefallen!

 106  Und weiter, noch ein Engel wird seine Posaune ertönen lassen, und das ist der siebente Engel, nämlich: Es ist vollbracht, es ist vollbracht! Das aLamm Gottes hat büberwunden und die cWeinkelter allein getreten, ja, die Weinkelter des heftigen Grimms des Allmächtigen Gottes.

 107  Und dann werden die Engel mit der Herrlichkeit seiner Macht gekrönt werden, und die aHeiligen werden von seiner bHerrlichkeit erfüllt werden und ihr cErbteil empfangen und ihm dgleichgemacht werden.

 108  Und dann wird der erste Engel abermals seine Posaune allen Lebenden in die Ohren tönen lassen und die ageheimen Taten der Menschen sowie die mächtigen Werke Gottes in den bersten tausend Jahren offenbaren.

 109  Und dann wird der zweite Engel seine Posaune ertönen lassen und die geheimen Taten der Menschen und die Gedanken und Absichten ihres Herzens sowie die mächtigen Werke Gottes in den zweiten tausend Jahren offenbaren—

 110  und so fort, bis der siebente Engel seine Posaune ertönen lassen wird; und er wird vortreten auf das Land und auf das Meer und im Namen dessen, der auf dem Thron sitzt, schwören, daß es aZeit nicht länger geben wird; und der bSatan wird gebunden werden, jene alte Schlange, die der Teufel genannt wird, und wird für den Zeitraum von ceintausend Jahren nicht losgebunden werden.

 111  Und dann wird er für eine kurze Zeit lang alosgebunden, damit er seine Heere sammeln kann.

 112  Und aMichael, der siebente Engel, ja, der Erzengel, wird seine Heere sammeln, nämlich die Scharen des Himmels.

 113  Und der Teufel wird seine Heere sammeln, nämlich die Scharen der Hölle, und wird zum Kampf gegen Michael und seine Heere heranrücken.

 114  Und dann kommt die aSchlacht des großen Gottes; und der Teufel und seine Heere werden an ihren eigenen Ort geworfen werden, so daß sie über die Heiligen nimmermehr irgendwelche Macht haben werden.

 115  Denn Michael wird ihre Schlachten schlagen und wird den überwinden, der anach dem Thron dessen trachtet, der auf dem Thron sitzt, nämlich des Lammes.

 116  Dies ist die Herrlichkeit Gottes und der aGeheiligten; und sie werden den bTod nimmermehr schauen.

 117  Darum, wahrlich, ich sage euch, meine aFreunde: Beruft eure feierliche Versammlung ein, wie ich es euch geboten habe.

 118  Und da nicht alle Glauben haben, so sucht eifrig und alehrt einander Worte der bWeisheit; ja, sucht Worte der Weisheit aus den besten cBüchern; trachtet nach Wissen, ja, durch Studium und auch durch Glauben.

 119  Organisiert euch; bereitet alles vor, was nötig ist; und errichtet ein aHaus, nämlich ein Haus des Betens, ein Haus des Fastens, ein Haus des Glaubens, ein Haus des Lernens, ein Haus der Herrlichkeit, ein Haus der Ordnung, ein Haus Gottes;

 120  damit euer Eintreten im Namen des Herrn geschehe; damit euer Weggehen im Namen des Herrn geschehe; damit alle eure Begrüßungen im Namen des Herrn geschehen, die Hände zum Allerhöchsten erhoben.

 121  Darum alaßt ab von all euren leichten Reden, von allem bGelächter, von all euren clüsternen Wünschen, von all eurem dStolz und all eurer Leichtfertigkeit und von all eurem schlechten Tun.

 122  Bestimmt unter euch einen zum Lehrer, und laßt nicht alle auf einmal Wortführer sein; sondern laßt immer nur einen reden, und laßt alle seinen Worten zuhören, so daß, wenn alle geredet haben, alle durch alle erbaut worden sein mögen und ein jeder das gleiche Recht habe.

 123  Seht zu, daß ihr einander aliebhabt; hört auf, bhabgierig zu sein; lernt, miteinander zu teilen, wie es das Evangelium verlangt.

 124  Hört auf, amüßig zu sein; hört auf, unrein zu sein; hört auf, bFehler aneinander zu finden; hört auf, länger als nötig zu schlafen; geht früh zu Bett, damit ihr nicht müde seiet; steht früh auf, damit ihr an Körper und Verstand gestärkt seiet.

 125  Und vor allem: Bekleidet euch mit dem Band der aNächstenliebe wie mit einem Mantel, denn es ist dies das Band der Vollkommenheit und des bFriedens.

 126  aBetet immer, damit ihr nicht ermattet, bbis ich komme. Siehe, ja siehe, ich werde schnell kommen und euch zu mir nehmen. Amen.

 127  Und weiter: Die Ordnung des Hauses, das für die Präsidentschaft der aSchule der Propheten bereitet ist, eingerichtet, damit sie in allem, was für sie ratsam ist, unterwiesen werden können, nämlich alle bBeamten der Kirche oder, mit anderen Worten, diejenigen, die zum geistlichen Dienst in der Kirche berufen sind, angefangen bei den Hohenpriestern bis herab zu den Diakonen—

 128  und dies soll die Ordnung des Hauses der Präsidentschaft der Schule sein: Wer bestimmt ist, der Präsident oder Lehrer zu sein, soll in dem Haus, das für ihn bereitet werden soll, an seinem Platz stehend vorgefunden werden.

 129  Darum soll er als erster im Haus Gottes sein, an einer Stelle, wo die im Haus Versammelten seine Worte klar und deutlich vernehmen können, ohne daß laut gesprochen werden muß.

 130  Und wenn er in das Haus Gottes kommt, denn er soll als erster im Haus sein—siehe, das ist schön, auf daß er ein Vorbild sei—,

 131  soll er sich auf seinen Knien vor Gott im Gebet adarbringen, zum Zeichen des immerwährenden Bundes oder zur Erinnerung daran.

 132  Und wenn jemand nach ihm hereinkommt, soll der Lehrer aufstehen und, die Hände zum Himmel erhoben, ja, nämlich geradewegs, seinen Bruder oder seine Brüder mit diesen Worten begrüßen:

 133  Bist du ein Bruder, seid ihr Brüder? Ich begrüße euch im Namen des Herrn Jesus Christus, zum Zeichen des immerwährenden Bundes oder zur Erinnerung daran, und in diesem Bund empfange ich euch in der aGemeinschaft mit dem festen, unverrückbaren und unabänderlichen Entschluß, durch die Gnade Gottes in den Banden der Liebe euer Freund und bBruder zu sein und in allen Geboten Gottes untadelig und dankbar für immer und immer zu wandeln. Amen.

 134  Und wenn einer dieser Begrüßung nicht würdig befunden wird, soll er keinen Platz unter euch haben; denn ihr sollt nicht dulden, daß mein aHaus durch ihn verunreinigt werde.

 135  Und wer hereinkommt und treu vor mir ist und ein Bruder ist, oder wenn es Brüder sind, so sollen sie den Präsidenten oder Lehrer begrüßen, die Hände zum Himmel erhoben, mit dem gleichen Gebet und Bündnis oder indem sie zum Zeichen dessen Amen sagen.

 136  Siehe, wahrlich, ich sage euch: Dies ist für euch das Beispiel für die gegenseitige Begrüßung im Haus Gottes, in der Schule der Propheten.

 137  Und ihr seid aufgerufen, dies mit Gebet und Danksagung zu tun, wie der Geist euch bei allem, was ihr im Haus des Herrn, in der Schule der Propheten, tut, zu reden eingeben wird, damit es ein Heiligtum werde, eine Wohnstätte des Heiligen Geistes zu eurer aErbauung.

 138  Und ihr sollt keinen bei euch in diese Schule aufnehmen, der nicht rein ist vom aBlut dieser Generation;

 139  und er soll durch die heilige Handlung der aFußwaschung aufgenommen werden, denn zu diesem Zweck ist die Verordnung der Fußwaschung eingesetzt worden.

 140  Und weiter, die heilige Handlung der Fußwaschung soll vom Präsidenten oder präsidierenden Ältesten der Kirche vollzogen werden.

 141  Sie soll mit Gebet beginnen, und nach dem aNehmen von Brot und Wein soll er sich gürten, dem bMuster gemäß, das im dreizehnten Kapitel im Zeugnis des Johannes über mich angegeben ist. Amen.