Lehre und Bündnisse

ABSCHNITT 20

Offenbarung über Gründung und Organisation der Kirche, gegeben durch Joseph Smith, den Propheten, im April 1830 ( History of the Church , 1:64–70). Als Einleitung zu seiner Niederschrift dieser Offenbarung schrieb der Prophet: „Wir empfingen von ihm [Jesus Christus] durch den Geist der Prophezeiung und Offenbarung das Nachstehende; und es hat uns nicht nur viel Kenntnis vermittelt, sondern hat uns auch den genauen Tag angegeben, an dem wir gemäß seinem Willen und Gebot darangehen sollten, seine Kirche hier auf Erden nochmals zu gründen“ ( History of the Church , 1:64).

1–16, Das Buch Mormon beweist die Göttlichkeit des Werkes der Letzten Tage; 17–28, Die Lehren von der Schöpfung, dem Fall, dem Sühnopfer und der Taufe werden bestätigt; 29–37, Die Gesetze, welche die Umkehr, Rechtfertigung, Heiligung und Taufe regeln, werden dargelegt; 38–67, Die Pflichten der Ältesten, Priester, Lehrer und Diakone werden zusammengefaßt; 68–74, Die Pflichten der Mitglieder, die Kindersegnung und die Art und Weise der Taufe werden offenbart; 75–84, Die Abendmahlsgebete sowie die Richtlinien, welche die Mitgliedschaft in der Kirche regeln, werden gegeben.

  Die aEntstehung der bKirche Christi in diesen letzten Tagen, nämlich eintausendachthundertunddreißig Jahre nachdem unser Herr und Erretter Jesus Christus im Fleische gekommen ist; in Übereinstimmung mit den Gesetzen unseres Landes ordnungsgemäß cgegründet und aufgerichtet, dem Willen und den Geboten Gottes gemäß, im vierten Monat und am sechsten Tag des Monats, der April genannt wird—

  und diese Gebote ergingen an Joseph Smith jun., der von aGott berufen und zu einem bApostel Jesu Christi ordiniert wurde, daß er der erste cÄlteste dieser Kirche sei,

  sowie an Oliver Cowdery, der ebenfalls von Gott berufen wurde, ein Apostel Jesu Christi, daß er der zweite Älteste dieser Kirche sei, und unter seiner Hand ordiniert wurde;

  und dies gemäß der Gnade unseres Herrn und Erretters Jesus Christus, und ihm sei alle Herrlichkeit, jetzt und auch immerdar. Amen.

  Nachdem es diesem ersten Ältesten wahrhaft kundgetan worden war, daß er Vergebung seiner Sünden empfangen hatte, averstrickte er sich wiederum in die Nichtigkeiten der Welt;

  aber nachdem er umgekehrt war und sich durch Glauben aufrichtig gedemütigt hatte, nahm Gott sich seiner durch einen heiligen aEngel an, dessen bAntlitz wie ein Blitz leuchtete und dessen Gewand rein und weiß war, weißer als alles andere,

  und gab ihm Gebote, die ihn inspirierten,

  und gab ihm Macht aus der Höhe, durch die aMittel, die zuvor bereitgestellt worden waren, um das Buch Mormon zu übersetzen,

  und dieses enthält den Bericht eines gefallenen Volkes und die aFülle des bEvangeliums Jesu Christi für die Andern und auch für die Juden;

 10  es ist durch Inspiration gegeben worden und wird aanderen durch den Dienst von Engeln bestätigt und wird bder Welt von diesen verkündet—

 11  und dies beweist der Welt, daß die heiligen Schriften awahr sind und daß Gott Menschen binspiriert und sie zu seinem cheiligen Werk beruft, in diesem Zeitalter und dieser Generation ebenso wie in den Generationen vor alters,

 12  und zeigt damit, daß er aderselbe Gott ist, gestern, heute und immerdar. Amen.

 13  Da nun die Welt so große Zeugnisse hat, wird sie danach gerichtet werden, ja, alle, die später noch Kenntnis von diesem Werk erlangen.

 14  Und diejenigen, die es im Glauben annehmen und aRechtschaffenheit bewirken, werden eine bKrone des ewigen Lebens empfangen,

 15  aber diejenigen, die ihr Herz in aUnglauben verhärten und es verwerfen, denen wird sich das zu ihrer eigenen Schuldigsprechung wenden;

 16  denn der Herr, Gott, hat es gesagt, und wir, die Ältesten der Kirche, haben vernommen und geben Zeugnis von den Worten der herrlichen Majestät in der Höhe, und ihr sei Herrlichkeit für immer und immer. Amen.

 17  Durch dies alles awissen wir, daß es einen bGott im Himmel gibt, der unbegrenzt und ewig ist, vom Immerwährenden zum Immerwährenden derselbe unveränderliche Gott, der Gestalter des Himmels und der Erde und all dessen, was darinnen ist,

 18  und daß er den Menschen aerschaffen hat, männlich und weiblich, als sein eigenes bAbbild, und ihm selbst ähnlich hat er sie erschaffen,

 19  und gab ihnen Gebote, daß sie ihn, den einzigen lebendigen und wahren Gott, alieben und ihm bdienen sollen und daß er das einzige Wesen sein solle, das sie canbeten sollten.

 20  Aber durch die Übertretung dieser heiligen Gesetze wurde der Mensch asinnlich und bteuflisch und wurde zum cgefallenen Menschen.

 21  Darum gab der Allmächtige Gott seinen aEinziggezeugten Sohn, wie es in jenen Schriften geschrieben steht, die von ihm gegeben worden sind.

 22  Er litt aVersuchungen, schenkte ihnen aber keine Beachtung.

 23  Er wurde agekreuzigt, starb und bauferstand am dritten Tag

 24  und afuhr in den Himmel auf, sich hinzusetzen zur rechten Hand des bVaters, um gemäß dem Willen des Vaters mit allmächtiger Macht zu herrschen,

 25  damit alle, die aglauben und sich in seinem heiligen Namen taufen lassen und im Glauben bis ans Ende bausharren, errettet werden können—

 26  nicht nur diejenigen, die glaubten, nachdem er in der aMitte der Zeit im Fleische gekommen war, sondern alle jene von Anfang an, nämlich alle, die waren, bevor er kam, die den Worten der bheiligen Propheten glaubten, welche redeten, wie sie durch die cGabe des Heiligen Geistes inspiriert wurden, die in allem wahrhaft dvon ihm zeugten, sollen ewiges Leben haben;

 27  ebenso diejenigen, die danach kämen, die an die aGaben und Berufungen Gottes durch den Heiligen Geist glauben würden, welcher bZeugnis gibt vom Vater und vom Sohn;

 28  und der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sind aein Gott, unbegrenzt und ewig, ohne Ende. Amen.

 29  Und wir wissen, daß alle Menschen aumkehren und an den Namen Jesu Christi glauben und den Vater in seinem Namen anbeten und im bGlauben an seinen Namen bis ans Ende ausharren müssen, sonst können sie nicht cim Reich Gottes errettet werden.

 30  Und wir wissen, daß aRechtfertigung durch die bGnade unseres Herrn und Erretters Jesus Christus gerecht und wahr ist,

 31  und wir wissen auch, daß aHeiligung durch die Gnade unseres Herrn und Erretters Jesus Christus gerecht und wahr ist, für alle diejenigen, die bGott lieben und ihm mit all ihrer Macht, ganzem Sinn und aller Kraft dienen.

 32  Aber es ist möglich, daß der Mensch aaus der Gnade fallen und den lebendigen Gott verlassen kann,

 33  darum soll die Kirche achtgeben und immer beten, damit sie nicht in aVersuchung fallen,

 34  ja, und selbst diejenigen, die geheiligt sind, sollen auch achtgeben.

 35  Und wir wissen, daß dies alles wahr ist und im Einklang mit den Offenbarungen des Johannes, weder ahinzufügend noch wegnehmend von der Prophezeiung seines Buches, den heiligen bSchriften oder den Offenbarungen Gottes, die später noch durch die Gabe und Macht des Heiligen Geistes, die cStimme Gottes oder den Dienst von Engeln ergehen werden.

 36  Und der Herr, Gott, hat es gesagt; und Ehre, Macht und Herrlichkeit komme seinem heiligen Namen zu, jetzt und auch immerdar. Amen.

 37  Und weiter, als Gebot für die Kirche über die Art und Weise der Taufe: Alle diejenigen, die sich vor Gott demütigen und agetauft zu werden wünschen und mit breuigem Herzen und zerknirschtem Geist vortreten und vor der Kirche bezeugen, daß sie wahrhaftig von all ihren Sünden umgekehrt sind und willens sind, cden Namen Jesu Christi auf sich zu nehmen, mit der dEntschlossenheit, ihm bis ans Ende zu dienen, und durch ihre eWerke wahrhaft kundtun, daß sie vom Geist Christi zur fVergebung ihrer Sünden empfangen haben, sollen durch die Taufe in seine Kirche aufgenommen werden.

 38  Die Pflichten der Ältesten, Priester, Lehrer, Diakone und Mitglieder der Kirche Christi: Ein aApostel ist ein Ältester, und es ist seine Berufung, zu btaufen

 39  und andere zum Ältesten, Priester, Lehrer oder Diakon zu aordinieren

 40  und aBrot und Wein—die Symbole des Fleisches und Blutes Christi—zu segnen

 41  und diejenigen, die durch die Taufe in die Kirche kommen, durch aHändeauflegen zu bkonfirmieren, zur Taufe mit Feuer und dem cHeiligen Geist, gemäß den Schriften,

 42  und zu lehren, zu erläutern, zu ermahnen, zu taufen und über die Kirche zu wachen

 43  und die Kirche durch Händeauflegen zu konfirmieren und den Heiligen Geist zu spenden

 44  und in allen Versammlungen die Führung zu übernehmen.

 45  Die Ältesten sollen die aVersammlungen leiten, wie sie vom Heiligen Geist geführt werden, gemäß den Geboten und Offenbarungen Gottes.

 46  Die aPflicht des Priesters ist es, zu predigen, zu blehren, zu erläutern, zu ermahnen und zu taufen und das Abendmahl zu segnen

 47  und das Haus eines jeden Mitgliedes zu besuchen und sie zu ermahnen, daß sie sowohl alaut als auch im Verborgenen bbeten und allen cPflichten in der Familie nachkommen.

 48  Und er kann auch andere zum Priester, Lehrer oder Diakon aordinieren.

 49  Und er soll in den Versammlungen die Führung übernehmen, wenn kein Ältester anwesend ist;

 50  aber wenn ein Ältester anwesend ist, soll er nur predigen, lehren, erläutern, ermahnen und taufen

 51  und das Haus eines jeden Mitglieds besuchen, um sie zu ermahnen, daß sie sowohl laut als auch im Verborgenen beten und allen Pflichten in der Familie nachkommen.

 52  In allen diesen Pflichten soll der Priester dem Ältesten abehilflich sein, wenn es die Umstände erfordern.

 53  Die aPflicht des Lehrers ist es, immer über die Kirche zu bwachen und bei ihnen zu sein und sie zu stärken

 54  und zu sehen, daß es in der Kirche kein Übeltun gibt, auch keine aHärte gegeneinander, weder Lügen noch Verleumden, noch büble Nachrede,

 55  und zu sehen, daß sich die Kirche oft versammelt, und auch zu sehen, daß alle Mitglieder ihre Pflicht erfüllen.

 56  Und er soll in Abwesenheit eines Ältesten oder Priesters in den Versammlungen die Führung übernehmen,

 57  und ihm sollen immer, in allen seinen Pflichten in der Kirche, die aDiakone behilflich sein, wenn es die Umstände erfordern.

 58  Aber weder Lehrer noch Diakone haben die Vollmacht, zu taufen, das Abendmahl zu segnen oder die Hände aufzulegen;

 59  sie sollen aber warnen, erläutern, ermahnen und lehren und alle einladen, zu Christus zu kommen.

 60  Jeder aÄlteste, Priester, Lehrer oder Diakon soll gemäß den Gaben und bBerufungen, die Gott ihm gibt, ordiniert werden, und er soll durch die Macht des Heiligen Geistes ordiniert werden, die in demjenigen ist, der ihn ordiniert.

 61  Die verschiedenen Ältesten, die diese Kirche Christi bilden, sollen sich alle drei Monate einmal zu einer Konferenz versammeln oder aber von Zeit zu Zeit, wie die besagten Konferenzen es anordnen oder bestimmen;

 62  und die besagten Konferenzen sollen sich mit allen Angelegenheiten der Kirche befassen, die zu der Zeit erledigt werden müssen.

 63  Die Ältesten sollen ihren Berechtigungsschein von anderen Ältesten, nach aAbstimmung in der Kirche, der sie angehören, oder von den Konferenzen empfangen.

 64  Jeder Priester, Lehrer oder Diakon, der von einem Priester ordiniert wird, kann von diesem zu der Zeit eine Bestätigung entgegennehmen, und wenn diese aBestätigung einem Ältesten vorgelegt wird, gibt sie ihm ein Recht auf einen Berechtigungsschein, der ihn bevollmächtigt, die Pflichten seiner Berufung zu erfüllen, oder er kann ihn von einer Konferenz empfangen.

 65  Niemand soll zu irgendeinem Amt in dieser Kirche aordiniert werden, wo es einen ordnungsgemäß organisierten Zweig derselben gibt, ohne die bAbstimmung in jener Kirche;

 66  aber die präsidierenden Ältesten, reisenden Bischöfe, Hohenräte, Hohenpriester und Ältesten haben das Recht, dort zu ordinieren, wo es keinen Zweig der Kirche gibt, so daß man zur Abstimmung aufrufen könnte.

 67  Jeder Präsident des Hohen Priestertums (oder präsidierende Älteste), aBischof, Hoherat und bHohepriester soll nach Weisung eines cHohen Rates oder einer Generalkonferenz ordiniert werden.

 68  Die aPflicht der Mitglieder, nachdem sie durch die Taufe aufgenommen worden sind: Die Ältesten oder Priester sollen genügend Zeit haben, ihnen alles, was die Kirche Christi betrifft, so zu erläutern, daß sie davon bVerständnis erlangen, ehe sie vom cAbendmahl nehmen und durch das dHändeauflegen der Ältesten konfirmiert werden, so daß alles in Ordnung getan werde.

 69  Und die Mitglieder sollen vor der Kirche und auch vor den Ältesten durch gottesfürchtigen Wandel und Umgang kundtun, daß sie dessen würdig sind, damit es aWerke und Glauben gebe in Übereinstimmung mit den heiligen Schriften—indem sie in bHeiligkeit vor dem Herrn wandeln.

 70  Jedes Mitglied der Kirche Christi, das Kinder hat, soll sie vor die Kirche zu den Ältesten bringen, und diese sollen ihnen im Namen Jesu Christi die Hände auflegen und sie in seinem Namen asegnen.

 71  Niemand kann in die Kirche Christi aufgenommen werden, wenn er nicht die aJahre der Verantwortlichkeit vor Gott erreicht hat und zur bUmkehr fähig ist.

 72  Die aTaufe ist an allen, die umkehren, auf die folgende Weise zu vollziehen:

 73  Derjenige, der von Gott berufen ist und von Jesus Christus Vollmacht hat zu taufen, soll mit demjenigen oder derjenigen, der oder die zur Taufe erschienen ist, in das Wasser hinabsteigen und, indem er ihn oder sie beim Namen nennt, sprechen: Beauftragt von Jesus Christus, taufe ich dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 74  Dann soll er ihn oder sie im Wasser auntertauchen und wieder aus dem Wasser hervorkommen.

 75  Es ist ratsam, daß die Kirche sich oft versammelt, um zum aGedächtnis des Herrn Jesus bBrot und Wein zu sich zu nehmen;

 76  und der Älteste oder Priester soll es segnen; und auf die folgende aArt und Weise soll er es segnen—er soll mit der Kirche niederknien und den Vater in feierlichem Gebet anrufen, nämlich:

 77  O Gott, Ewiger Vater, wir bitten dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, segne und heilige dieses aBrot für die Seele all derer, die davon nehmen, damit sie zum Gedächtnis des Leibes deines Sohnes essen und dir, o Gott, Ewiger Vater, bbezeugen, daß sie willens sind, den cNamen deines Sohnes auf sich zu nehmen und immer an ihn zu denken und seine dGebote, die er ihnen gegeben hat, zu halten, damit sein eGeist immer mit ihnen sei. Amen.

 78  Die aArt und Weise, den Wein zu segnen—er soll auch den bKelch nehmen und sprechen:

 79  O Gott, Ewiger Vater, wir bitten dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, segne und heilige diesen aWein für die Seele all derer, die davon trinken, damit sie es zum Gedächtnis des Blutes deines Sohnes tun, das für sie vergossen wurde, damit sie dir, o Gott, Ewiger Vater, bezeugen, daß sie wahrhaftig immer an ihn denken, damit sein Geist mit ihnen sei. Amen.

 80  Mit jedem Mitglied der Kirche Christi, das eine Übertretung begeht oder bei einer Verfehlung angetroffen wird, soll man verfahren, wie die Schriften es anordnen.

 81  Es soll die Pflicht der verschiedenen Kirchen, die die Kirche Christi bilden, sein, einen oder mehrere von ihren Lehrern zur Teilnahme an den verschiedenen Konferenzen zu entsenden, die von den Ältesten der Kirche abgehalten werden,

 82  mit einer Liste der aNamen der verschiedenen Mitglieder, die sich seit der letzten Konferenz mit der Kirche vereinigt haben, oder durch die Hand eines Priesters zu übersenden, so daß von einem der Ältesten, den die anderen Ältesten von Zeit zu Zeit bestimmen, ein richtiges Verzeichnis aller Namen der gesamten Kirche in einem Buch geführt werden kann,

 83  und auch, wenn jemand aus der Kirche aausgestoßen worden ist, damit sein Name aus dem allgemeinen Namensverzeichnis der Kirche gelöscht werde.

 84  Alle Mitglieder, die von der Kirche, wo sie wohnen, wegziehen, können, wenn sie zu einer Kirche gehen, wo sie unbekannt sind, einen Brief mitnehmen, worin bestätigt wird, daß sie ordnungsgemäß Mitglieder und in gutem Stand sind; diese Bestätigung kann von jedem Ältesten oder Priester unterschrieben werden, wenn das Mitglied, das den Brief erhalten soll, mit dem Ältesten oder Priester persönlich bekannt ist, oder sie kann von den Lehrern oder Diakonen der Kirche unterschrieben werden.