VOM PAPYRUS ÜBERSETZT VON JOSEPH SMITH
Eine Übersetzung einiger alter Aufzeichnungen, die aus den Katakomben Ägyptens in unsere Hände gelangt sind. Die Schriften Abrahams, während er in Ägypten war, das Buch Abraham genannt, von seiner eigenen Hand auf Papyrus geschrieben. ( History of the Church , 2:235–236, 348–351.)

1. KAPITEL

Abraham trachtet nach den Segnungen der patriarchalischen Ordnung—Er wird von falschen Priestern in Chaldäa verfolgt—Jehova errettet ihn—Die Ursprünge und Regierung Ägyptens werden erläutert.

  Im Land der aChaldäer, am Wohnsitz meiner Väter, sah ich, bAbraham, daß es für mich nötig war, ceinen anderen Ort als Wohnsitz zu erlangen;

  und da ich gewahr wurde, daß mir mehr aGlück und Frieden und bRuhe beschieden sein würde, trachtete ich nach den Segnungen der Väter und dem Recht, wozu ich ordiniert sein mußte, um in ihnen zu walten; da ich selbst ein Nachfolger der cRechtschaffenheit war und auch wünschte, jemand zu sein, der viel dErkenntnis besaß, und ein besserer Nachfolger der Rechtschaffenheit zu sein und mehr Erkenntnis zu besitzen und ein Vater vieler Nationen zu sein, ein Fürst des Friedens, und wünschte, Belehrungen zu empfangen und die Gebote Gottes zu halten, wurde ich ein rechtmäßiger Erbe, ein eHoherpriester, der das fRecht innehatte, das den Vätern zugehörte.

  Es wurde mir von den Vätern aübertragen; es kam von den Vätern herab, vom Anfang der Zeit her, ja, selbst vom Anfang, oder vor der Grundlegung der Erde, bis in die gegenwärtige Zeit herab, nämlich das Recht des bErstgeborenen oder des ersten Menschen, welcher cAdam ist oder der erste Vater, durch die Väter bis zu mir.

  Ich trachtete nach meiner aBerufung zum Priestertum gemäß der Berufung von Gott an die Väter in bezug auf die Nachkommen.

  Meine aVäter, die sich abgewandt hatten von ihrer Rechtschaffenheit und von den heiligen Geboten, die der Herr, ihr Gott, ihnen gegeben hatte, hin zur bAnbetung der Götter der Heiden, weigerten sich entschieden, auf meine Stimme zu hören;

  denn ihr Herz war darauf gerichtet, Böses zu tun, und hatte sich gänzlich dem aGott von Elkena und dem Gott von Libna und dem Gott von Mamakra und dem Gott von Korasch und dem Gott des Pharao, des Königs von Ägypten, zugewandt;

  darum wandten sie ihr Herz dem heidnischen Opferbrauch zu, indem sie ihre Kinder diesen stummen Götzen opferten und nicht auf meine Stimme hörten, sondern darangingen, mir durch die Hand des Priesters von Elkena das Leben nehmen zu lassen. Der Priester von Elkena war auch der Priester des Pharao.

  Nun war es zu dieser Zeit der Brauch des Priesters des Pharao, des Königs von Ägypten, auf dem Altar, der im Land Chaldäa errichtet war, diesen fremden Göttern als Opfer Männer, Frauen und Kinder zu opfern.

  Und es begab sich: Der Priester brachte dem Gott des Pharao und auch dem Gott von Schagriel ein Opfer dar, nämlich nach der Weise der Ägypter. Nun war der Gott von Schagriel die Sonne.

 10  Sogar ein Kind opferte der Priester des Pharao als Dankopfer auf dem Altar, der bei dem Hügel stand, der Potifars Hügel genannt wurde, am oberen Ende der Ebene von Olischem.

 11  Nun hatte dieser Priester auf diesem Altar drei Jungfrauen auf einmal geopfert, und das waren die Töchter des Onita, eines königlichen Abkömmlings direkt aus den Lenden aHams. Diese Jungfrauen wurden wegen ihrer Tugend geopfert; sie wollten sich nicht bbeugen, um Götter aus Holz oder aus Stein anzubeten, darum wurden sie auf diesem Altar umgebracht, und es geschah nach der Weise der Ägypter.

 12  Und es begab sich: Die Priester taten mir Gewalt an, um auch mich zu töten, wie sie es mit jenen Jungfrauen auf diesem Altar getan hatten; und damit ihr Kenntnis habt von diesem Altar, will ich euch auf die Darstellung zu Beginn dieses Berichts verweisen.

 13  Er war in Gestalt einer Bettstatt gemacht, wie sie bei den Chaldäern benutzt wurde, und er stand vor den Göttern von Elkena, Libna, Mamakra, Korasch und auch einem Gott gleich dem des Pharao, des Königs von Ägypten.

 14  Damit ihr eine Vorstellung von diesen Göttern habt, habe ich euch in den Abbildungen am Anfang ihr Aussehen angegeben, und diese Art von Abbildungen wird von den Chaldäern „Ralinos“ genannt, was Hieroglyphen bedeutet.

 15  Und als sie die Hände gegen mich erhoben, um mich zu opfern und mir das Leben zu nehmen, siehe, da erhob ich meine Stimme zum Herrn, zu meinem Gott, und ader Herr hörte und vernahm, und er erfüllte mich mit der Vision des Allmächtigen, und der Engel seiner Gegenwart stand mir bei und blöste sogleich meine Bande;

 16  und seine Stimme erging an mich: Abraham, Abraham, siehe, mein aName ist Jehova, und ich habe dich erhört und bin herniedergekommen, um dich zu befreien und um dich aus deines Vaters Haus und von deiner ganzen Verwandtschaft wegzuführen in ein fremdes bLand, von dem du nicht weißt;

 17  und dies, weil sie ihr Herz von mir abgewandt haben, um den Gott von Elkena und den Gott von Libna und den Gott von Mamakra und den Gott von Korasch und den Gott des Pharao, des Königs von Ägypten, anzubeten; darum bin ich herniedergekommen, um sie heimzusuchen und denjenigen zu vernichten, der seine Hand gegen dich, mein Sohn Abraham, erhoben hat, um dir das Leben zu nehmen.

 18  Siehe, ich werde dich mit meiner Hand führen, und ich werde dich nehmen und dir meinen Namen auferlegen, ja, das aPriestertum deines Vaters, und meine Macht wird über dir sein.

 19  Wie es mit Noach war, so wird es mit dir sein; aber durch deinen geistlichen Dienst wird mein aName auf Erden bekannt sein immerdar, denn ich bin dein Gott.

 20  Siehe, Potifars Hügel war im Land aUr in Chaldäa. Und der Herr zerbrach den Altar von Elkena und von den Göttern des Landes und zerstörte sie gänzlich und schlug den Priester, so daß er starb; und es war große Trauer in Chaldäa und auch am Hof des Pharao; und Pharao bedeutet König aus königlichem Geblüt.

 21  Nun war dieser König von Ägypten ein Abkömmling aus den aLenden Hams und hatte durch seine Geburt Anteil am Blut der bKanaaniter.

 22  Von dieser Abkunft stammen alle Ägypter, und so wurde das Blut der Kanaaniter im Land bewahrt.

 23  Das Land aÄgypten wurde erstmals von einer Frau entdeckt; sie war die Tochter Hams und die Tochter der Ägyptus, was auf chaldäisch Ägypten bedeutet, was bedeutet: das, was verboten ist;

 24  als diese Frau das Land entdeckte, war es unter Wasser; und nachher siedelte sie ihre Söhne darin an; und so stammt die Rasse, die den Fluch in dem Land bewahrte, von Ham.

 25  Nun wurde die erste Regierung in Ägypten von Pharao, dem ältesten Sohn der Ägyptus, der Tochter Hams, gebildet, und zwar nach der Art der Regierung Hams, die patriarchalisch war.

 26  Pharao, der ein rechtschaffener Mann war, begründete sein Königreich und richtete sein Volk weise und gerecht alle seine Tage und trachtete ernsthaft danach, jene Ordnung nachzuahmen, die von den Vätern in den ersten Generationen aufgestellt worden war, in den Tagen der ersten patriarchalischen Regierung, ja, in der Regierung Adams und auch Noachs, seines Vaters, der ihn mit den aSegnungen der Erde gesegnet hatte und mit den Segnungen der Weisheit, ihn aber, was das Priestertum betrifft, verflucht hatte.

 27  Nun war Pharao von jener Abstammung, durch die er das Recht des aPriestertums nicht haben konnte, obwohl die Pharaonen von Noach her, durch Ham, gern darauf Anspruch erhoben, darum wurde mein Vater durch ihren Götzendienst verleitet;

 28  aber ich werde später noch darangehen, die Zeittafel von mir selbst bis an den Anfang der Schöpfung zurückreichend darzustellen, denn die aAufzeichnungen sind in meine Hände gelangt, und ich besitze sie bis zur gegenwärtigen Zeit.

 29  Nun ging, nachdem der Priester von Elkena geschlagen war, so daß er starb, all das, was mir in bezug auf das Land Chaldäa gesagt worden war, in Erfüllung, daß es eine Hungersnot in dem Land geben werde.

 30  Demgemäß herrschte im ganzen Land Chaldäa eine Hungersnot, und mein Vater war durch die Hungersnot schwer geplagt, und er kehrte von dem Bösen um, das er gegen mich beschlossen hatte, nämlich amir das Leben zu nehmen.

 31  Aber die Aufzeichnungen der Väter, ja, der Patriarchen, über das Recht auf das Priestertum, hatte der Herr, mein Gott, in meinen eigenen Händen bewahrt; diese aKenntnis vom Anfang der Schöpfung und auch von den Planeten und von den Sternen, wie sie den Vätern kundgetan wurde, habe ich darum bis zu diesem Tag bewahrt, und ich werde darangehen, einiges davon zum Nutzen meiner Nachkommenschaft, die nach mir kommen wird, in diesem Bericht niederzuschreiben.