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100 Jahre Seminar

September 2012
Joseph und Annie Merrill mit ihren Kindern (um 1912)

Vor mehr als 100 Jahren wurde der erste Seminarunterricht in den Schulfreistunden an der Granite High School in Salt Lake City eingeführt.1 Zunächst war es ein Experiment eines einzelnen Pfahles, doch seither hat es sich zu einem weltweiten Programm für religiöse Bildung entwickelt, mit dessen Hilfe junge Mitglieder der Kirche in aller Welt im Evangelium unterwiesen werden. Aus kleinen Anfängen haben sich das Seminar und sein akademisches Gegenstück – das Religionsinstitut – zu den Hauptbildungseinrichtungen der Kirche entwickelt. Hier sind mehr Schüler und Teilnehmer eingeschrieben als in jedem anderen Bildungsprojekt der Kirche. Seminar und Institut haben auch eine größere Reichweite als nahezu jede Bildungseinrichtung in aller Welt. Heute werden im Rahmen der Seminar- und Institutsprogramme über 700.000 Schüler und Teilnehmer in 143 Ländern unterwiesen. Dafür sind nahezu 50.000 Lehrer und Administratoren Vollzeit, Teilzeit oder ehrenamtlich im Einsatz.2

Wenn man sich eingehend mit den Ursprüngen von Seminar und Institut – oder auch einer anderen Organisation – befasst, kann man nicht nur sehr viel über ihre Entstehung, sondern auch über ihre Ziele und Ideale erfahren. 1977 sagte Elder Boyd K. Packer: „Nichts in der Geschichte der Kirche veranschaulicht besser, wie die Mitglieder auf prophetische Weise bereitgemacht werden, als der Beginn des Seminar- und Institutsprogramms. Diese Programme wurden ins Leben gerufen, als sie zwar ganz nett, aber nicht unbedingt dringend nötig waren. So konnten sie sich zunächst einmal entfalten und heranreifen und zu einem Bollwerk für die Kirche werden. Heute, zu einer Zeit größter Herausforderung, sind sie zu einem Segen für die Errettung des neuzeitlichen Israel geworden.“3

Ein Versuch, das ganze erste Jahrhundert des Seminars zu betrachten, kann natürlich nur ein grobes Bild ergeben, doch selbst ein einfacher Überblick ergibt schon eine beeindruckende Geschichte von Anpassung, Innovation und Offenbarung.

1910 bis 1919
Ein bescheidener Anfang

Joseph und Annie Merrill mit ihren Kindern (um 1912). Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Annie Whitton.

Viele komplexe historische Kräfte führten dazu, dass das Seminarprogramm ins Leben gerufen wurde. Schlicht und ergreifend nahm das Programm im ganz unspektakulären Rahmen eines Familienabends seinen Anfang. Joseph F. Merrill, ein neu berufenes Mitglied der Präsidentschaft des Pfahles Granite in Utah saß da und hörte seiner Frau Annie zu, wie sie ihren Kindern vor dem Schlafengehen Geschichten aus der Bibel und dem Buch Mormon erzählte. „Sie hatte ein regelrecht unerschöpfliches Repertoire an diesen Geschichten, dass sich ihr Mann oft fragte, wie viele es wohl waren. Häufig saß er so gebannt da wie die Kinder, während sie diese Geschichten wortgewandt erzählte.“4 Als Bruder Merrill seine Frau später fragte, wo sie all diese Geschichten gelernt habe, entgegnete sie, dass sie die meisten davon im Religionsunterricht bei Bruder James E. Talmage an der Salt Lake Academy – einer kircheneigenen Schule – gelernt habe, die sie als junges Mädchen besucht hatte. Bruder Merrill war tief beeindruckt davon, dass seine Frau eine so gute Lehrerin war, und er dachte sogleich darüber nach, wie andere Kinder an öffentlichen Schulen die gleiche geistige Unterweisung erhalten könnten wie seine Frau. Der Gedanke, Schüler im Rahmen ihres Unterrichts religiöse Erfahrungen machen zu lassen – unabhängig davon, welche Schule sie besuchten –, ließ ihn nicht mehr los. Ein paar Wochen später legte er der Pfahlpräsidentschaft den groben Plan für ein neues Programm für Religionsunterricht vor.5

An dieser einfachen Begebenheit erkennt man natürlich schon, dass Offenbarung bei der Einführung des Seminarprogramms im Spiel war, doch es entstand nicht einfach so aus dem Nichts heraus. Der Wunsch nach Bildung, speziell religiöser Bildung, war von Anfang an bei den Heiligen der Letzten Tage stark ausgeprägt. In Offenbarungen an den Propheten Joseph Smith wurden die Mitglieder ermahnt, sich Bildung anzueignen (siehe LuB 88:117-126). Es wurde auch verkündet: „Die Herrlichkeit Gottes ist Intelligenz.“ (LuB 93:36.) Von Anfang an wurden unter den Heiligen geistige und weltliche Themen zusammen vermittelt. Das erkennt man schon an der großen Bandbreite weltlicher Themen, die in der ersten Zeit in ihrem ersten Kirchengebäude – dem Kirtland-Tempel – behandelt wurden.6 Als die Kirche wuchs und in den Westen der Vereinigten Staaten zog, blieb die Bildung ein fester Bestandteil des Glaubens.

Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts unternahm die Kirche Schritte, um ihre Bemühungen im Bereich Bildung zu koordinieren. Im Jahr 1888 gründete die Kirche einen Allgemeinen Bildungsausschuss, der die Aufsicht über das kircheneigene Schulsystem führen sollte. In einem Schreiben der Ersten Präsidentschaft wurde die Notwendigkeit dieses Unterfangens erläutert: „Wir glauben, dass die Zeit gekommen ist, da wir als Kirchenvolk die ordentliche Ausbildung unserer Kinder selbst in die Hand nehmen sollten.“7 Die Führer der Kirche machten sich Sorgen um die Kinder, die öffentliche Schulen besuchten, an denen keine religiösen Grundsätze vermittelt wurden. Aus den Bemühungen in puncto Bildung entstanden Akademien der Kirche, die sich über das ganze Berggebiet im Westen der USA ausbreiteten.8 An einer dieser Schulen hatte Annie Merrill ihren Religionsunterricht von Bruder James E. Talmage und anderen begnadeten Lehrern erhalten. Um den Bedürfnissen der Schüler gerecht zu werden, die nicht die Akademien der Kirche besuchen konnten, führten die Führer der Kirche auch Religionsunterricht ein, der die öffentliche Schulbildung ergänzen sollte. Diese Unterweisung fand außerhalb des Schulunterrichts statt.9 Beide Varianten funktionierten gut, aber als die Anzahl der öffentlichen Schulen stieg, wurde es für die Mitgliederfamilien immer schwieriger, mit zwei verschiedenen Bildungssystemen zurechtzukommen. Schließlich ging die Anzahl der in den Akademien eingetragenen Teilnehmer infolge begrenzter finanzieller Mittel zurück. Im Jahr 1911 – zur gleichen Zeit, als Joseph Merrill anfing, über eine neue Art Religionsunterricht nachzudenken – waren zum ersten Mal mehr Schüler an den öffentlichen Schulen Utahs registriert als in den Akademien der Kirche.10

Joseph F. Merrill, ein tatkräftiger junger Professor an der University of Utah, wollte einen Weg finden, wie die Bildung durch die Kirche in die öffentliche Schulbildung eingebunden werden konnte, statt damit zu konkurrieren. Er hatte während seiner Hochschulausbildung in Chicago ein Seminar mit Religionsunterricht erlebt. Möglicherweise kam er daraufhin auf die Idee, in der Nähe einer öffentlichen Schule ein Gebäude zu errichten, wo die Schüler während ihres regulären Schultags Religionskurse besuchen konnten. Dieser Plan fand die Zustimmung des Bildungsausschusses des Pfahles Granite in Utah sowie des Bildungsausschusses der Kirche. In einer darauffolgenden Sitzung mit dem örtlichen Ausschuss der öffentlichen Schulen setzte sich Joseph Merrill dafür ein, dass die Schüler Freistunden bekamen und für ihr Studium biblischer Themen sogar Punkte für schulische Leistungen bekamen.11

Die nächste Aufgabe, vor der Bruder Merrill dann stand, war die Auswahl des richtigen Lehrers für das Projekt. In einem Brief umriss er die Eigenschaften, die er sich für die Position wünschte:

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich die Pfahlpräsidentschaft einen starken jungen Mann wünscht, der entsprechend qualifiziert ist, die Arbeit auf höchst zufriedenstellende Weise zu verrichten. Mit jung meinen wir nicht unbedingt einen Lehrer, der jung ist an Jahren, sondern jemanden, der sich jung fühlt, der junge Menschen mag, der sich an ihrer Gesellschaft erfreut, der ihnen Respekt und Bewunderung abverlangen und großen Einfluss auf sie nehmen kann. … Wir wollen einen Mann, der sich gründlich mit dem Stoff befasst, jemand, der nicht nur routinemäßig unterrichtet, sondern seine Unterweisung durch eine starke, gewinnende Persönlichkeit belebt und erkennen lässt, dass er ein umfassendes Verständnis und Wissen vom dem hat, was er lehrt. … Wir wollen einen Lehrer, der ein Führer ist und der allgemein als jemand angesehen wird, der einem Lehrer an der weiterführenden Schule in nichts nachsteht.12

Thomas J. Yates, der erste Seminarlehrer, aufgenommen um 1901. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Historischen Archivs der Kirche.

Der Mann, der schließlich für die Aufgabe ausgewählt wurde, war Thomas J. Yates, ein Mitglied des Hoherats des Pfahles Granite in Utah.13 Er besaß keine spezielle Fachkenntnis in Religion und war von Beruf auch nicht Lehrer. Seine einzige Erfahrung im Unterrichten hatte er 20 Jahre zuvor während seiner einjährigen Arbeitszeit an den Akademien der Kirche im Kreis Millard in Utah gemacht. Er war ein Absolvent der Cornell University und arbeitete als Ingenieur am Bau des nahegelegenen Kraftwerks in Murray, als er die Berufung erhielt. Doch Thomas Yates war ein ausgezeichneter Jünger Christi. Er diente treu im Hoherat des Pfahles und erfüllte eine Anzahl wichtiger missionarischer Aufträge. Frank Taylor, der Pfahlpräsident, erklärte einmal: „Bruder Yates erinnert mich immer an Josef, der nach Ägypten verkauft wurde. Er ist ein Beispiel an Reinheit und Kraft.“14

Nachdem der passende Lehrer ausgewählt war, gingen Bruder Merrill und Bruder Yates daran, die Einzelheiten des neuen Projekts auszuarbeiten. Sie trafen die wichtige Entscheidung, die heiligen Schriften zum Mittelpunkt des Unterrichts zu machen. Sie wollten zwei Kurse anbieten, für die es Punkte gab – einen Kurs zum Alten Testament und einen zum Neuen Testament – sowie einen dritten, für den es keine Punkte gab. In diesem Kurs befasste man sich mit dem Buch Mormon und der Geschichte der Kirche.15 Bruder Yates traf sich mehrmals mit den Lehrern der Granite High School, um die volle Zusammenarbeit zu sichern. Zur gleichen Zeit beschaffte Präsident John Taylor einen Kredit über 2500 Dollar von der Zion‘s Savings Bank zum Bau eines Gebäudes in der Nähe der Highschool. Mit dem Bau des ersten Seminargebäudes wurde erst ein paar Wochen vor Schulbeginn begonnen. Das fertige Gebäude bestand aus drei Räumen: einem Büro, einer Garderobe und einem Klassenzimmer. In dem Klassenraum gab es eine Tafel, Stühle mit Armlehnen und einen Ofen. Es gab kein Licht. Die einzigen Lehrbücher waren die Bibel und das Buch Mormon. Die Bibliothek des Seminars bestand lediglich aus einem Bibellexikon, das Bruder Yates gehörte. Die Schüler fertigten ihre eigenen Karten vom Heiligen Land, von Nordamerika, Mesopotamien und Arabien an.16


Das ursprüngliche Seminargebäude an der Granite Highschool. Oben auf dem Gebäude ist Paul Reiman zu sehen, einer der ersten Absolventen. Er stellt Paulus dar, der von den Dächern predigt. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Historischen Archivs der Kirche.

Die erste Klasse im Herbst 1912 bestand aus etwa 70 Schülern.17 Viele Schüler konnten im ersten Jahr noch nicht am Seminar teilnehmen, weil das Gebäude erst drei Wochen nach Schulbeginn fertig war.18 Während des ganzen ersten Jahres arbeitete Thomas Yates am Vormittag im Kraftwerk von Murray, dann ritt er zum Seminargebäude, damit er in den letzten beiden Schulstunden unterrichten konnte.19 1950 beschrieb er in einem Interview, wie der Unterricht in diesem ersten Jahr ablief:

Die Schüler wurden gebeten, ein ganzes Kapitel in der Bibel durchzuarbeiten und dann der Klasse zu berichten. Anschließend sprachen die Schüler darüber.

Es wurden keine Lehrbücher verwendet.

Es gab keine Freizeitbeschäftigungen für die Schüler, keine Partys, keine Tanzveranstaltungen, keine Klassenangelegenheiten, die besprochen worden wären, und nichts, was zur Unterhaltung gedient und vom regulären Ablauf abgelenkt hätte.20

Thomas Yates unterrichtete nur ein Jahr lang. Präsident Taylor bat ihn, auch im zweiten Jahr den Unterricht zu übernehmen, doch die Belastung, vom Kraftwerk in Murray hin- und zurückzureiten, war zu groß, und er lehnte ab. Bruder Yates empfahl Guy C. Wilson als seinen Nachfolger, der von Beruf Lehrer war und vor kurzem von Colonia Juarez nach Salt Lake City gezogen war.21

Bruder Wilson äußerte später, dass man allgemein den Eindruck hatte, dass der Mangel an finanziellen Mitteln und Ausstattung wohl der Grund gewesen sein könnte, weshalb Bruder Yates die Sache nicht länger versuchen wollte. Trotz der Schwierigkeiten zeigte das neue Projekt bereits Wirkung. Fast ein Jahrhundert später sprach Präsident Henry B. Eyring von der Ersten Präsidentschaft über den Einfluss, den der erste Seminarunterricht an der Granite Highschool hatte. Bruder Eyring fühlte sich als neu berufener stellvertretender Bildungsbeauftragter der Kirche etwas überfordert. Er erinnerte sich:

Mein Auftrag, einer solch großen Anzahl von Lehrern zu helfen, erschien mir überwältigend, bis mir jemand ein kleines Klassenbuch übergab. Es war für die erste Seminarklasse, die es in der Kirche gegeben hatte. Es war für das Schuljahr 1912/13. …

In diesem Klassenbuch stand auch der Name Mildred Bennion. Sie war damals sechzehn Jahre alt. Einunddreißig Jahre später wurde sie meine Mutter. Sie war die Tochter eines Mannes, den wir heutzutage als „weniger aktiv“ bezeichnen würden. Ihre Mutter wurde Witwe im Herbst des Jahres, in dem dieser erste Seminarkurs begann. Sie zog meine Mutter und fünf weitere Kinder alleine auf einer kleinen Farm auf. Irgendwie hatte der Seminarlehrer genug Interesse an ihr und betete inständig genug für dieses junge Mädchen, dass der Geist ihr das Evangelium tief ins Herz pflanzte.

Dieser eine Lehrer wurde Zehntausenden zum Segen, weil er ein einzelnes Mädchen in einer Gruppe von 70 [Schülern] unterrichtete.22

Granite blieb das einzige Seminar in der Kirche, bis 1915 das Box-Elder-Seminar in Brigham City in Utah öffnete. Abel S. Rich war der Lehrer.23 Während des restlichen Jahrzehnts gewann das Seminar an Dynamik und es wurden in ganz Utah, in Idaho und Arizona immer mehr Seminare errichtet. Bis zum Ende des Jahrzehnts waren insgesamt 20 Seminare in Betrieb.24

Das Seminar wurde auch als Bildungseinrichtung immer mehr anerkannt. Im Januar 1916 genehmigte der Bildungsausschuss des Staates Utah offiziell die Teilnahme am Seminarkurs zum Alten und Neuen Testament als schulische Leistung für die Highschool.25 Im Laufe des Jahrzehnts entwickelten sich die Seminare als brauchbare Alternative zu den Akademien, die durch den schnellen Ausbau an öffentlichen Schulen immer mehr an Bedeutung verloren. Präsident Joseph F. Smith hatte das Gefühl, die Akademien hätten ihre Grenzen erreicht, und so stellte er sich der Realität, dass die Kirche „aufgrund steigender Kosten ihre Bestrebungen im Bereich Bildung zurückschrauben“ müsse.26 Da die Unterhaltung der Akademien zu teuer wurde, boten die Seminare eine Möglichkeit, den Jugendlichen der Kirche die heiligen Schriften auf eine kostengünstigere Weise nahezubringen, und es konnten so auch mehr Schüler erreicht werden als in den Akademien der Kirche.

1920 bis 1929
Das Seminar bewegt sich an die Spitze

Im Jahr 1920 wurde die organisatorische Struktur des Bildungsprogramms der Kirche neu geordnet. David O. McKay wurde als Beauftragter des Bildungswesens der Kirche ernannt. Adam S. Bennion, ein ehemaliger Direktor der Granite High School, wurde als Superintendent für Bildung in der Kirche ernannt.27 Anfang der Zwanzigerjahre besuchten 90 Prozent der Schüler öffentliche weiterführende Schulen. Im März 1920 schlug der Bildungsausschuss der Kirche vor, fast alle noch vorhandenen Akademien der Kirche zu schließen oder sie unter staatliche Aufsicht zu stellen. Außerdem rief der Ausschuss zu einer größeren Ausdehnung des Seminarprogramms auf, damit den Bedürfnissen der Jugendlichen in der Kirche Rechnung getragen werden könne.28 In den Jahren nach Gründung der Akademien freundeten sich die Mitglieder immer mehr mit den öffentlichen Schulen an, und nun bot das Seminar den Schülern, die der Kirche angehörten, die Gelegenheit, sich neben den weltlichen Fächern, die an der Highschool unterrichtet wurden, auch mit den heiligen Schriften zu befassen. Mit der Schließung der meisten Akademien verlagerte die Kirche den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die Art Bildung, die nur die Kirche vermitteln konnte – religiöse Bildung.

Da der Großteil der Akademien geschlossen wurde, wuchs die Anzahl der Seminare in den Zwanzigerjahren rapide an. Allein bis zum Ende des Jahrzehnts stieg die Anzahl der in Betrieb befindlichen Seminare von 20 auf 81.29 Der Wechsel von den Akademien zu den Seminaren bedeutete jedoch nicht, dass die Führer der Kirche der Meinung waren, die Seminare könnten die Akademien vollständig ersetzen. Superintendent Bennion befürchtete: „In unserem gegenwärtigen System ist die Seminararbeit zu theoretisch. Im Grunde besteht sie nur aus Unterweisung. Es gibt keine Umsetzung in die Tat, keine Anwendung.“30 Der Superintendent wollte die Seminare auf eine professionellere Ebene bringen und eine intensivere Zusammenarbeit mit den Priestertumsführern der Kirche gewährleisten.31 Mit diesen Zielen im Sinn fing er an, die akademischen Maßstäbe für das Seminar anzuheben, und er führte Programme zur Lehrerschulung ein.

Eine Gruppe von Seminarlehrern in Aspen Grove, die im Sommer eine Schulung absolvierten.

Eine der ersten Veränderungen, die Superintendent Bennion vornahm, war die Einrichtung einer Ausbildungsstätte, wo Seminarlehrer im Sommer geschult wurden. Ab 1920 wurden die Seminarlehrer eingeladen und zusammen vereinheitlichte man die Leitfäden für die Kurse. Bis dahin hatte man in den Seminarkursen die heiligen Schriften als Lehrbücher verwendet. Superintendent Bennion führte die ersten Lehrbücher ein, die zusammen mit den heiligen Schriften verwendet werden sollten. 1921 hielten mehrere Generalautoritäten Vorlesungen vor den Lehrern, darunter James E. Talmage, Melvin J. Ballard, Joseph Fielding Smith, George F. Richards und Anthony W. Ivins.32 Ab 1926 gab es eine Schule in Aspen Grove im Provo Canyon. Der Unterricht dauerte sechs Wochen. Die meisten Lehrer übernachteten während dieser Zeit in Zelten. Ein Lehrer berichtete voller Begeisterung von dem, was er in den Bergen erlebt hatte: „Insgesamt waren wir etwa 90 Lehrer. Wir hatten ein Gebäude, das sowohl für den Unterricht als auch für das eigene Studium genutzt wurde. … Ein Großteil der Gruppe spielte am Nachmittag zur Entspannung Softball oder Volleyball. … Die Freundschaften, die in jenem Sommer geschlossen wurden, waren sehr herzlich und hatten Bestand. … Ich fühlte mich meinem Schöpfer nahe, und die Herrlichkeit seiner Schöpfungen versetzte mich in Staunen.“33

Im Jahr 1926 kamen neue Fragen über die Zukunft der Bildung in der Kirche auf. Bei einer Versammlung des Bildungsausschusses der Kirche im Februar 1926 legte Superintendent Bennion einen Bericht vor, aus dem hervorging, dass sich der Pro-Kopf-Betrag für die Ausbildung eines Schülers an einer Schule der Kirche auf 204,97 Dollar pro Jahr belief. Verglichen damit waren es für einen Seminarschüler 23,73 Dollar. In dem Bericht wurde die eindringliche Frage gestellt: „Zieht die Kirche Nutzen aus einer Investition in die Schulen der Kirche, die im Vergleich zu den Seminaren 8 zu 1 steht?“34 Adam S. Bennion rief dazu auf, dass sich die Kirche vollständig aus dem Bereich der weltlichen Bildung zurückziehen und ihre Mittel ausschließlich für die religiöse Bildung einsetzen solle. Da diese Verschiebung die Schließung aller Colleges der Kirche zur Folge hätte, schlug Superintendent Bennion die Schaffung eines „Seminars an Hochschulen“ vor, um den Bedürfnissen der College-Studenten unter den Mitgliedern gerecht zu werden. Ihm schwebte vor, „an der Universität … einen starken Mann zu haben, der die Studenten anzieht, den sie persönlich konsultieren und mit dem sie sich beraten können. Ein solcher Mann wäre von unschätzbarem Wert“35. Die erste Schule, die für das neue Projekt in Erwägung gezogen wurde, war die University of Idaho in Moscow.36

J. Wyley Sessions, der erste Institutslehrer

Ein paar Monate später, im Oktober 1926, kam die Erste Präsidentschaft mit James Wyley Sessions37 zusammen, der vor kurzem von seiner siebenjährigen Amtszeit als Missionspräsident in Südafrika zurückgekehrt war. Von seiner Mission körperlich erschöpft und finanziell mittellos traf sich Bruder Sessions mit der Ersten Präsidentschaft in der Hoffnung, sich eine Stelle in der Utah-Idaho Sugar Company zu sichern. Bei der Besprechung hielt Präsident Charles W. Nibley, Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, mitten im Satz inne, wandte sich Heber J. Grant, dem Präsidenten der Kirche, zu und verkündete plötzlich: „Heber, wir machen hier einen Fehler! Ich hatte nie ein besonders gutes Gefühl dabei, dass Bruder Sessions ins Zuckergeschäft gehen soll. Vielleicht gefällt es ihm gar nicht. Es gibt etwas anderes für ihn.“ Nach einem Moment des Schweigens blickte Präsident Nibley Bruder Sessions direkt in die Augen und sagte: „Er ist der Mann, den wir an die University of Idaho schicken sollten, damit er sich um unsere Jungen und Mädchen dort kümmert und herausfindet, was die Kirche für unsere College-Studenten tun sollte, die die staatlichen Universitäten besuchen.“ Bruder Sessions war anfangs nicht gerade begeistert von dieser neuer Berufung und rief: „O nein! Ich bin gerade zwölf Tage von unserer siebenjährigen Mission zurück. Berufen Sie mich jetzt zu einer weiteren Mission?“ Präsident Grant ergriff dann das Wort: „Nein, nein, Bruder Sessions, wir bieten Ihnen nur eine wunderbare berufliche Gelegenheit.“

Jahre später dachte Bruder Sessions an die widersprüchlichen Gefühle zurück, die ihn nach diesem Zusammentreffen bewegten: „Ich weinte fast den ganzen Heimweg lang. Ich wollte das nicht machen. Doch ein paar Tage später wurde unser Gepäck nach Moscow in Idaho aufgegeben. Wir zogen nach Moscow (lacht) und begannen dort mit dem Religionsinstitut.“38

J. Wyley Sessions war alles andere als die Idealbesetzung für das neue Projekt. Er hatte keine formelle Ausbildung, keine Erfahrung mit dem Seminar und keine höheren Abschlüsse. Er hatte eine Universität besucht, doch er hatte nur einen Abschluss in Landwirtschaft. Als er nach Idaho aufbrach, erhielt er von Präsident Grant nur die Anweisung: „Bruder Sessions, gehen Sie dort hin und finden Sie heraus, was wir für die Jungen und Mädchen tun sollen, die die staatlichen Universitäten besuchen. Der Herr segne Sie.“39 Nach seiner Ankunft in Moscow erlebte Wyley Sessions die verschiedensten Reaktionen. Die örtlichen Führer der Kirche hatten den Bildungsausschuss der Kirche schon seit Jahren inständig gebeten, jemanden zu schicken, der das Fach Religion lehrte. Die jungen Studenten hießen ihn herzlich willkommen.40 Aber diejenigen, die nicht der Kirche angehörten, betrachteten den neuen Lehrer argwöhnisch. Es wurde am Ort sogar ein Komitee ernannt, das dafür sorgen sollte, dass Bruder Sessions die Universität nicht „mormonisierte“.41 Trotz seines anfänglichen Zögerns widmete sich J. Wyley Sessions dann doch voller Begeisterung seinem Auftrag. Er wurde Mitglied der Handelskammer und des Kiwanis Clubs am Ort und schrieb sich sogar an der Universität für einen Master-Studiengang ein, um die akademische Qualifikation dafür zu erlangen, auf Hochschulniveau zu unterrichten.42 Er lachte gern und hatte immer ein Lächeln auf den Lippen (die Studenten gaben ihm den Spitznamen „Smiley Wyley“).43 So gewann er für die Kirche schnell Freunde.

Joseph F. Merrill. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Historischen Archivs der Kirche.

In Salt Lake City schied Superintendent Adam S. Bennion aus dem Amt und wurde von Joseph F. Merrill ersetzt, der nun den Titel „Beauftragter des Bildungswesens der Kirche“ erhielt. Sechzehn Jahre nachdem das Granite-Seminar ins Leben gerufen worden war, konnte Bruder Merrill nun sehen, wie seine Ideen auf Universitätsebene umgesetzt wurden. Bruder Sessions und der Beauftragte Merrill standen in regem Kontakt und arbeiteten so die philosophischen Grundlagen des neuen Programms aus. Bruder Merrill dachte an seine eigene Hochschulausbildung im Osten Amerikas zurück und wünschte sich, das neue Projekt möge als Brücke zwischen dem weltlichen Unterricht an der Universität und den Wahrheiten des Evangeliums dienen. In seiner Vorstellung diente die Arbeit von Bruder Sessions dem Zweck, „unsere jungen Leute zu befähigen, die Colleges zu besuchen und die notwendigen Anpassungen vorzunehmen zwischen dem, was ihnen in der Kirche vermittelt worden war, und dem was sie nun an der Universität lernten. So sollte es ihnen ermöglicht werden, in ihrem Glauben als Mitglieder der Kirche fest verankert zu sein“44. Der Beauftragte Merrill, Wissenschaftler von Beruf, wollte, dass das Institut speziell auf eine Versöhnung von Glauben und Vernunft ausgelegt wird. Zu diesem Zweck schloss er mit den Worten:

Ich bin davon überzeugt, dass die Religion genauso vernünftig ist wie die Wissenschaft, dass religiöse Wahrheiten und wissenschaftliche Wahrheiten nirgendwo miteinander in Konflikt stehen, dass es einen großen einenden Zweck gibt, der sich auf die gesamte Schöpfung erstreckt, dass wir in einer wunderbaren, wenn auch zur gegenwärtigen Zeit noch in einer sehr geheimnisvollen, Welt leben und dass hinter dem allen ein allweiser, allmächtiger Schöpfer steht. Kann dieser Glaube in den Köpfen all unserer Studenten an den Colleges und Universitäten entwickelt werden? Unsere den Hochschulen angegliederten Institute wurden zu diesem Zweck gegründet.45

J. Wyley Sessions nahm zur Schaffung dieses neuen Projekts auch die Hilfe der Lehrkräfte der Universität in Anspruch. Dr. Jay G. Eldridge, Deutschprofessor und Vorstand des Lehrkörpers, schlug sogar vor, Bruder Sessions solle das neue Gebäude „Religionsinstitut der Heiligen der Letzten Tage“ nennen. Sein Plan war, dass andere Kirchen ähnliche Gebäude errichten würden, die dann Religionsinstitut der Methodisten usw. genannt werden würden.46 Bruder Sessions gefiel der Name und schickte eine Anfrage an den Beauftragten Merrill in Salt Lake City, der den offiziellen Namen im April 1928 genehmigte.47 Ein paar Tage später kam ein Brief an, adressiert „an den Leiter des Religionsinstituts der Heiligen der Letzten Tage in Moscow, Idaho“. Damit galt der Name als offiziell.48

Das erste Institutsgebäude in Moscow, Idaho, kurz nach Fertigstellung. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der BYU Special Collections.

Bruder Sessions entwarf das erste Institutsgebäude als „ein Kirchenzuhause in der Fremde“.49 Es war nicht nur ein Gebäude mit Klassenzimmern, es hatte auch einen Empfangsraum, eine Kapelle, einen Tanzsaal, eine Bibliothek und eine Küche mit Speisenausgabe. In der ganzen ersten Etage gab es 11 hübsch möblierte Schlafräume, in denen 22 männliche Studenten untergebracht werden konnten. Das Gebäude war im Tudorstil erbaut und passte so zum Stil der anderen Gebäude der Universität.50 Wyley Sessions war der Meinung, dass es schon an ein kleineres Wunder grenzte, dass er die finanziellen Mittel für den Bau des Gebäudes erhalten hatte, vor allem angesichts der Einwände des Beauftragten Merrill, den Bruder Sessions später im Spaß als „die sparsamste, konservativste Generalautorität dieser Evangeliumszeit bezeichnete.“51

Das Institutsgebäude in Moscow wurde am 25. September 1928 von Präsident Charles W. Nibley geweiht.52 Es war auch angebracht, dass Präsident Nibley das Gebäude weihte, da es seiner Inspiration zu verdanken war, dass J. Wyley Sessions vor fast zwei Jahren nach Moscow gesandt worden war. Der Beauftragte Merrill und andere Würdenträger der Kirche waren ebenfalls anwesend. In nur wenigen Jahren hatte das Institut auf dem Universitätsgelände weithin Ansehen erlangt. Andere sahen sich das Institut mit der Hoffnung an, ähnliche Einrichtungen für andere Glaubensgemeinschaften zu schaffen. Ernest O. Holland, Präsident des Washington State College, suchte das Gebäude mehrmals auf und äußerte bei diversen Zusammenkünften von Lehrern, dass das Institutsprogramm besser geeignet war, den Collegestudenten religiöse Bildung zu vermitteln, als jedes andere Programm zu diesem Zweck, das er kannte.53

Nachdem erfolgreich mit der Arbeit begonnen worden war, verließen Bruder Sessions und seine Frau im Jahr 1929 Moscow und zogen nach Pocatello in Idaho, um dort ein weiteres Institutsprogramm zu starten. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits mit einem zweiten Institutsprogramm in Logan, Utah, begonnen. W. W. Henderson war dort der erste Lehrer.54 J. Wyley Sessions gründete noch ein weiteres Institut in Laramie in Wyoming und begann auch mit der Arbeit an einem weiteren in Flagstaff in Arizona, ehe er die Berufung als Präsident des Missionsheims in Salt Lake City erhielt (dem ersten Vorläufer der heutigen Missionarsschulen).55 Den Wert des Institutsprogramms erklärte er einmal so:

Religion ist im Leben und in der Lebensweise praktisch umsetzbar. Sie ist keine Theorie, sondern absolut notwendig für eine vollständige und gut abgerundete Ausbildung. Ohne religiöse Unterweisung kann es keine vollständige Ausbildung geben. Sie darf daher nicht verdrängt werden, sondern muss in einem Ausbildungskurs einen Platz behalten oder bekommen. Sie muss lebendig und gesund erhalten werden und sich entwickeln.56

1930 bis 1939
Den Kurs festlegen

Das folgende Jahrzehnt begann für das Seminar mit einem Schlag. Am 7. Januar 1930 veröffentlichte der Inspektor der weiterführenden Schulen des Staates Utah, Isaac L. Williamson, einen vernichtenden Bericht über das Verhältnis zwischen den öffentlichen Highschools und den Seminaren. Der Bericht wurde zwei Tage später in der Salt Lake Tribune vollständig abgedruckt. Er nahm eine ganze Seite in extrem kleiner Schrift ein.57 Isaac Williamson, der nicht der Kirche angehörte und ursprünglich aus Oklahoma kam, war fast 20 Jahre lang im Bildungswesen Utahs tätig gewesen und unternahm nun einen ernsten Angriff auf die Legalität des Seminarprogramms. In seinem Bericht führte er Meldungen über einen sektiererischen Unterricht in Kursen an, für die es Leistungspunkte gab, er gab an, welche Auswirkungen es auf die Bildung habe, wenn die Schüler vom Schulunterricht freigestellt werden, und was das Programm den Staat koste. Mr. Williamson stellte auf grundlegender Ebene die Verfassungsmäßigkeit der Seminare in Frage und betrachtete sie als Affront gegenüber der Trennung von Kirche und Staat. Nach Williamsons Ansicht wurden die Seminare und die öffentlichen Schulen von der Öffentlichkeit „als eine einzige Einrichtung angesehen“.58

Einige von Mr. Williamsons Anschuldigungen waren belanglos. Zum Beispiel behauptete er, dass die Seminare den Staat Steuergelder kosteten, da die Schulen und Seminare sich nebeneinander befanden und die Schüler, die mit dem Bus fuhren, Staatsgelder nutzten, um zum Seminar zu kommen.59 Andere Anschuldigungen waren schwerwiegenderer Natur. So führte Mr. Williamson Beispiele dafür an, dass die Lehren der Kirche Jesu Christi in Kursen vermittelt wurden, für die es Leistungspunkte gab. Einige konkrete Beispiele waren, dass der Garten von Eden in Missouri gelegen habe, die Überlegenheit der Joseph-Smith-Übersetzung der Bibel und die physische Entrückung Henochs und der Stadt Zion.60

Der Beauftragte Merrill antwortete öffentlich auf alle Anklagen in dem Bericht und fragte: „Siebt der Verfasser des Berichts nicht Mücken und verschluckt Kamele? Wie erhöht zum Beispiel die Existenz eines Seminars neben einer Highschool auch nur im Geringsten die Transportkosten für die Schüler zur Schule und zurück?“61 Bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 1930 rief Präsident Heber J. Grant zu einer öffentlichen Abstimmung auf, um über die Zukunft der Seminare zu entscheiden.62 Im Mai 1930 trat der Beauftragte Merrill nach monatelanger Vorbereitung mit diesem Argument vor den Ausschuss des Staates Utah:

Die Annahme der Vorschläge des Komitees bedeutet den Tod des Seminars, und alle Feinde des Seminars wissen das. Doch warum wollen sie etwas abschaffen, was jeder erfahrene Schuldirektor und Schulsuperintendent als gut bezeichnet und als eine der wirksamsten Einrichtungen, die den Charakter der Schüler positiv beeinflusst und sie zu guten Staatsbürgern macht? Versuchen sich religiöse Vorurteile in einen legalen Schafspelz zu hüllen, um dem Seminar den Todesstoß zu versetzen, dieser Einrichtung, die einen so wunderbaren Einfluss darauf gehabt hat, dass man gemeinsam die öffentlichen Schulen unterstützt?63

Die Verteidigungsrede des Beauftragten Joseph F. Merrill schien den rechtlichen Drohungen gegen die Seminare ein Ende zu setzen. Der Ausschuss des Staates Utah schob die Abstimmung über die Frage über ein Jahr lang auf. Sie fand schließlich im September 1931 statt. Das Ergebnis lautete sechs zu drei zugunsten des Weiterbestehens der Richtlinie in Bezug auf die Leistungspunkte für das Seminar. Der Ausschuss des Staates gewährte auch weiterhin die Regelungen für das Seminar in den Schulfreistunden für Schüler, die im Seminar eingeschrieben waren.64

Doch auch wenn die Abstimmung einen Sieg zugunsten des Seminarprogramms darstellte, führte sie auch zu Veränderungen in fast jedem Bereich des Bildungsprogramms der Kirche. Viele der größeren Probleme in Mr. Williamsons Bericht resultierten aus Fehlern, die von ungeschulten Lehrern begangen worden waren. Damit die Lehrer besser ausgebildet wurden, kamen ab Sommer 1930 Gelehrte von der theologischen Fakultät der University of Chicago, um die Lehrer zu schulen. In den folgenden Jahren unterrichteten prominente Persönlichkeiten auf dem Gebiet biblischer Studien, wie Edgar Goodspeed Jr., William C. Graham und John T. McNeil, während der Schulungen im Sommer.65 Zudem wurden mehrere vielversprechende junge Lehrer, die der Kirche angehörten, vom Beauftragten Merrill aufgefordert, an der University of Chicago Theologie zu studieren. Zu den bekannteren Namen aus dieser Gruppe gehörten Sidney B. Sperry, T. Edgar Lyon, Russel B. Swensen und Heber C. Snell.66

1931 wurde Joseph F. Merrill als Apostel berufen; zwei Jahre später trat er die Nachfolge von John A. Widtsoe als Präsident der Europäischen Mission an.67 Als John A. Widtsoe nach Hause zurückkehrte, wurde er erneut Beauftragter des Bildungswesens der Kirche und nahm somit den Platz des Beauftragten Merrill ein. Ihm folgte Franklin L. West, ein Physikprofessor der Utah State University, der 1936 die Stelle als Beauftragter übernahm. Während dieser Zeit hatte man das Gefühl, die Krise im Jahr 1930 habe das Seminar und Institut möglicherweise zu weit in Richtung eines weltlichen Ansatzes verlagert. Präsident Joseph Fielding Smith fing an, sich Sorgen zu machen, als er bei einer Institutsschulung eine Ansprache hörte, in der sich der Sprecher offen für einen weltlicheren Ansatz beim Lehren des Evangeliums aussprach. Präsident Smith schrieb daraufhin im März 1937 an den Bildungsbeauftragten West: „Wenn die Ansichten dieser Männer zur vorherrschenden Meinung in der Kirche werden, dann können wir den Laden genauso gut dichtmachen und der Welt sagen, der Mormonismus sei ein Fehlschlag gewesen.“68

Präsident J. Reuben Clark

Mit diesen Bedenken im Hinterkopf sprach Präsident J. Reuben Clark Jr., der Erste Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, zu den Religionslehrern im Sommer 1938 in Aspen Grove. Seine Rede trug den Titel: „Der vorgegebene Weg des Bildungswesens der Kirche.“ Sie wurde zu einem grundlegenden Dokument für die Definition der Rolle der religiösen Bildung in der Kirche. Präsident Clark begann, indem er die wichtigste Erwartung der Ersten Präsidentschaft an die Lehrer darlegte:

Wer andere in diesen Lehren unterweisen will, muss zunächst einmal selbst ein Zeugnis davon haben, dass sie wahr sind. Kein Lernen und Studieren, so intensiv es auch betrieben werden mag, keine noch so hohen akademischen Würden können dieses Zeugnis ersetzen, da es für den Lehrer im Bildungswesen der Kirche die Grundvoraussetzung ist. Im Bildungswesen der Kirche ist kein Platz für einen Lehrer, der kein wirkliches Zeugnis davon hat, dass das Evangelium wahr ist, so, wie es den Heiligen der Letzten Tage offenbart worden ist und wie sie daran glauben, sowie ein Zeugnis davon, dass Jesus Gottes Sohn und der Messias ist und dass Joseph Smith von Gott berufen war, wozu auch die Wirklichkeit der ersten Vision gehört. Wenn es einen solchen Lehrer gibt – und ich hoffe und bete, dass das nicht der Fall ist –, so sollte er sofort von seinem Amt zurücktreten. Wenn dem Beauftragten für das Bildungswesen ein solcher Lehrer bekannt ist und dieser Lehrer nicht zurücktritt, so muss der Beauftragte für das Bildungswesen seine Entlassung beantragen. Die Erste Präsidentschaft erwartet, dass solche Maßnahmen ergriffen werden.69

Für einige Lehrer im Publikum waren Präsident Clarks Worte eine strenge Zurechtweisung. Ein junger Lehrer berichtete: „An unseren Lagerfeuern wurde heftig darüber diskutiert.“ Er erinnerte sich sogar an einen älteren Lehrer, der zum Beauftragten West ging und um Entlassung bat, was allerdings abgelehnt wurde.70 Als die Ansprache für die Mitglieder veröffentlicht wurde, schrieb ein guter Freund von Präsident Clark: „Es war genau der richtige Zeitpunkt und so notwendig und schien mir wirklich eine Offenbarung zu sein.“71 Präsident Clark schrieb zurück: „Ich sagte damals eine ganze Menge, worüber ich lange nachgedacht hatte, und ich wollte es auch sagen. Ich glaube, die meisten Eltern in der Kirche werden mir in allem, was ich sagte, zustimmen.“72

Präsident Clarks Ansprache machte die Aufgabe eines Religionslehrers in der Kirche deutlich. Als das Seminar und Institut sich darum bemühten, ihre professionellen Maßstäbe anzuheben, stand man vor der Versuchung, eine weltliche Herangehensweise an die heiligen Schriften zu übernehmen. Eine verstärkte Kritik an der Bibel und die damit verbundene weltliche Sichtweise auf die heiligen Schriften fing an, das System und seine Lehrer zu beeinflussen. Präsident Clarks Ansprache machte deutlich, dass das Zeugnis ein höheres Ziel war als die Gelehrsamkeit und dass die Worte der Propheten wichtiger waren als ein Buch mit Kommentaren zu den heiligen Schriften oder die Werke der Gelehrten von heute. Die Mittel der Welt konnten zwar genutzt werden, doch nur in dem Maße, wie sie dazu beitrugen, das höchste Ziel zu erreichen – nämlich den Schülern das Evangelium ins Herz zu tragen. Die vielleicht aufschlussreichste Bemerkung in Präsident Clarks Ansprache betraf direkt die Schüler: „Die Jugendlichen der Kirche hungern nach Geistigem. Ihnen liegt sehr daran, das Evangelium zu lernen, und zwar unverwässert, in aller Klarheit.“73

All diese philosophischen Verschiebungen ereigneten sich vor dem Hintergrund der kargen Jahre der Weltwirtschaftskrise. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage entwickelten sich das Seminar und das Institut weiter. In den Dreißigerjahren wurden siebzehn neue Seminare74 und acht neue Institute75 eröffnet. In dieser Zeit wurde nach Jahren der Verhandlung ein Meilenstein erreicht, als das Institut an der University of Utah eröffnet wurde.76 Die Beauftragten Merrill, Widtsoe und West riefen die Lehrer im Bildungswesen zu mehr Sparsamkeit auf. Ein Lehrer berichtete, dass sein Gehalt in den finstersten Jahren der Wirtschaftskrise um 40 Prozent gekürzt wurde.77 In dieser Zeit erhielt man die deutliche Eingebung, dass man auf ein günstigeres System zusteuern musste. Das Bildungswesen der Kirche erreichte trotz der schwierigen Zeiten mehr Schüler als je zuvor.

1940 bis 1949
Den Sturm gut überstehen

Die stürmischen Jahre des Zweiten Weltkriegs verlangsamten das Wachstum von Seminar und Institut. Infolge der gewaltigen Bevölkerungsverlagerungen, die eine Folge der Kriegsanstrengungen waren, wurden sogar fünf Seminare in den Kriegsjahren geschlossen.78 Im Nachgang zur Ansprache „Der vorgegebene Weg“ hatten die Erste Präsidentschaft und besonders Präsident J. Reuben Clark Jr. weiterhin ein wachsames Auge auf die religiöse Bildung. Präsident Clark führte mehrere Gespräche mit Elder John A. Widtsoe und Joseph F. Merrill – den beiden Aposteln, die am meisten mit der religiösen Bildung zu tun hatten, – und äußerte seine Bedenken.

Bei einer Sitzung im März 1940 nahm Präsident Clark Elder Widtsoe und Elder Merrill beiseite, um allein mit ihnen zu sprechen. Hier Präsident Clarks Notiz aus dem Protokoll: „Ich sagte ihnen, alles, was die Präsidentschaft wolle, sei das Evangelium.“79 Da einer seiner Söhne im Bildungswesen unterrichtete, fühlte sich Präsident Clark verpflichtet, die Entwicklungen im Blick zu behalten.80 Er brachte seine Bedenken 1941 in einem Brief an einen Seminardirektor zum Ausdruck: „Ich verleihe meiner Hoffnung Ausdruck, dass in allen Seminaren der Kirche Äußerungen unterlassen werden, die auf sektiererischen Auffassungen beruhen und häufig, im Grunde sogar fast immer, im Widerspruch zu den Grundsätzen und Lehren der Kirche stehen, und dass man zu den wunderbaren Grundlagen des wiederhergestellten Evangeliums und des Priestertums zurückkehrt.“81

Eine Seminarklasse, die täglich im West High Seminar in Salt Lake City zusammenkam, um 1942. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Eldon Taylor.

Während dieses Jahrzehnts wurde an der Intermountain Indian School in Brigham City in Utah mit einem neuen Projekt im Seminar begonnen. Sechshundert Navajo-Schüler kamen im November 1949 in der Schule an, darunter sechs junge Heilige der Letzten Tage. Zwei Repräsentanten der Pfähle vor Ort – Edwin Baird, ein Mitglied der Präsidentschaft des Pfahles Box Elder, und Boyd K. Packer, ein junger Seminarlehrer und Mitglied des Hoherats im Pfahl Box Elder Nord, erhielten die Berufung, sich der Bedürfnisse dieser Schüler anzunehmen.82 Bruder Packer erinnerte sich an eine Versammlung im Tabernakel von Brigham City, wo Präsident George Albert Smith über die Notwendigkeit gesprochen hatte, den Indianern zu helfen. Präsident Smith sagte, dass jeder, der den Indianern helfe, sehr gesegnet werden würde – eine Botschaft, die Boyd K. Packer begeisterte.83 Aus den Bemühungen von Bruder Baird und Bruder Packer entwickelte sich das Seminarprogramm für Indianer – ein Bestreben, den jungen amerikanischen Ureinwohnern unter den Mitgliedern der Kirche in den ganzen Vereinigten Staaten religiöse Bildung zu vermitteln. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts wurden 16 indianische Seminare eröffnet, um den Bedürfnissen der Schüler, die übers Land verstreut waren, gerecht zu werden.84

In den Jahren unmittelbar nach dem Krieg nahm das Wachstum der Seminare wieder zu. Während dieses Jahrzehnts wurden 17 neue Seminare eröffnet, was die Gesamtzahl auf 109 erhöhte. Die Seminare waren ein fester Bestandteil des Programms der Kirche, doch in einigen Gegenden verursachten sie immer noch Auseinandersetzungen. In Salt Lake City gab es Anfang der Vierzigerjahre einen heftigen politischen Streit um das Recht der Schüler auf Freistunden, damit sie das Seminar besuchen konnten.85 In einer Werbung, die am 22. Juni 1943 in den Zeitungen Salt Lake Tribune und Salt Lake Telegram erschien, wurden alle klar denkenden amerikanischen Bürger – egal ob Mormonen, Katholiken, Juden, Protestanten oder irgendeine andere religiöse Gruppe“ dringend aufgefordert, eine Versammlung des Schulausschusses von Salt Lake City zu besuchen und entschieden gegen ein neues Gesetz zu protestieren, das Schulfreistunden im Schulbezirk erlaubte.86

Ironischerweise führte der Mangel an Schulfreistunden im Bezirk Salt Lake zu einer weiteren Unterrichtsform: dem Seminar am frühen Morgen. Gegen Ende der Vierzigerjahre begann der Anwalt Marion D. Hanks, am West-High-School-Seminar in Salt Lake City früh am Morgen Seminarunterricht abzuhalten. Da der Unterricht außerhalb der Schulzeit stattfand und auch keine Leistungspunkte für die Schule dafür vergeben wurden, konnte Bruder Hanks das Buch Mormon als primären Lesestoff verwenden. Der Kurs war so erfolgreich, dass er schließlich die Aufmerksamkeit des Beauftragten West erregte. Dieser sprach daraufhin mit Bruder Hanks über den Kurs. Hier ein Bericht:

Frank West fragte Bruder Hanks, was er da mache. Dieser erzählte ihm, dass er am frühen Morgen eine Klasse unterrichte. „Wie viele kommen?“, fragte Bruder West. „Sechzig“, meinte Bruder Hanks. „Was besprechen Sie mit den Schülern?“, fragte West. „Das Buch Mormon“, erwiderte Bruder Hanks. „Wie gehen Sie dabei vor?“, fragte West. „Ich schlage einfach das Buch auf, wir lesen darin und besprechen, was wir gelesen haben.“ „Wie viele kommen jeden Tag?“, fragte Bruder West. „Alle“, entgegnete Bruder Hanks.87

1950 bis 1959
Neue Methoden und eine neue Führerschaft

Bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 1950 trafen sich zehn Pfahlpräsidenten aus dem Gebiet Los Angeles mit Elder Joseph Fielding Smith vom Kollegium der Zwölf Apostel, um zu besprechen, ob es möglich sei, eine Art Seminarprogramm für die Jugendlichen im Gebiet einzurichten. Einer der Pfahlpräsidenten erklärte eindringlich, dass seine Jugendlichen „etwas brauchten, wofür sie sich neben dem Gottesdienst am Sonntag zusammenfinden konnten.“88 Elder Smith versicherte den Pfahlpräsidenten, dass die Angelegenheit geprüft werden würde. Anschließend bat er drei der Pfahlpräsidenten – Howard W. Hunter vom Pfahl Pasadena, Noble Waite vom Pfahl Los Angeles Süd und Hugh C. Smith vom Pfahl San Fernando – mit den Vorbereitungen für ein Programm anzufangen, mit dem im Herbst 1950 begonnen werden sollte.89

Innerhalb weniger Wochen fragte der Beauftragte Franklin L. West Ray L. Jones, einen Seminarleiter aus Logan in Utah, ob er sich wohl nach Kalifornien begeben und dort ein weiteres Seminar am frühen Morgen in die Wege leiten würde. Bruder Jones, der gerade ein neues Haus gebaut hatte, zögerte etwas, mit seiner ganzen Familie umzuziehen. Der Beauftragte West ging darauf ein und schlug vor, er könne ja während einer Probezeit seine Familie in Logan lassen und regelmäßig nach Los Angeles pendeln. Bruder Jones wollte das Angebot zuerst ablehnen, aber nachdem er mit seiner Frau gesprochen und im Logan-Utah-Tempel darüber nachgedacht hatte, beschloss er, den Vorschlag anzunehmen.90 Der Auftrag hatte noch immer einen höchst experimentellen Charakter und in seinem Einführungsgespräch bombardierte Ray Jones den Beauftragten West mit Fragen, auf die er nur sehr wenige befriedigende Antworten erhielt:

In welchen Gebieten soll der Unterricht denn organisiert werden? Seine Antwort: Das weiß ich nicht. Das müssen Sie entscheiden, wenn Sie im Süden Kaliforniens sind.

Wo soll der Unterricht stattfinden? Seine Antwort: Das weiß ich nicht. Vielleicht in einem Wohnzimmer bei jemandem zu Hause, in gemieteten Räumen oder wenn Sie es für notwendig halten, können wir auch einen mobilen Klassenraum zur Verfügung stellen, den man von Campus zu Campus bewegen könnte.

Wer hält den Unterricht ab? Seine Antwort: Das weiß ich nicht. Das müssen Sie entscheiden, nachdem Sie das Gebiet und die Menschen dort kennengelernt haben.

Wann soll der Unterricht stattfinden? Seine Antwort: Das weiß ich nicht. Viele weiterführende Schulen haben Doppelstunden und Sie müssen sich vielleicht damit zufriedengeben, die Schüler für zwanzig oder dreißig Minuten am Morgen oder für eine halbe Stunde am Nachmittag nach der Schule zusammenzubekommen.91

Eine Seminarklasse in San Diego 1955, die täglich am frühen Morgen zusammenkam. In David B. Rimington, „Vistas on Visions: A Golden Anniversary History of Church Education in Southern California“.

Mit nur einer vagen Vorstellung davon, wie er mit dem neuen Projekt anfangen sollte, machte Bruder Jones sich also auf den Weg nach Südkalifornien. Die Kirche stellte ihm keine Mittel für die Reise zur Verfügung, also finanzierte er seine Fahrt dorthin mit der Arbeit in einem Zug, der Nutztiere von Utah nach Buena Park in Kalifornien transportierte. Als Gegenleistung bekam er eine Fahrt nach Kalifornien und zurück nach Logan. Er arbeitete zunächst unermüdlich, um sich die Unterstützung des Priestertums vor Ort zu sichern, und war dann den Rest des Sommers eifrig mit Vorbereitungen beschäftigt. Er bemühte sich, die richtigen Lehrer zu finden, sie zu schulen und die richtigen Räumlichkeiten für das neue Projekt zu beschaffen.

Mit dem Seminar am frühen Morgen wurde im September 1950 begonnen, weniger als fünf Monate, nachdem Joseph Fielding Smith mit den 10 Pfahlpräsidenten zusammengekommen war. Während des ersten Schuljahres nahmen sechs Pfähle teil, mit 195 eingeschriebenen Schülern in sieben verschiedenen Klassen.92 Die Schüler reagierten größtenteils begeistert auf das Programm. Ina Easton, ein Mitglied vor Ort, erinnerte sich: „Es lag nicht am Lehrer. Es lag an der Einstellung und der Anmut der jungen Leute. Sie wollten, dass das Seminar gut war, und es war gut. … Die meisten Eltern und Priestertumsführer unterstützten das Programm sehr, aber im Grunde wurde es von den Jugendlichen getragen.“93 Nach fünf Jahren war das Programm in Kalifornien auf fast 2500 Schüler in 90 Klassen angewachsen.94

Aus den einfachen Anfängen in den sechs Pfählen des Gebiets Los Angeles breitete sich das Programm aus und wurde zur vorherrschenden Methode für die Vermittlung von Bildung in der Kirche. Das Seminar am frühen Morgen konnte überall im Land umgesetzt werden und den Bedürfnissen der Jugendlichen der Kirche im ganzen Land gerecht werden. In der heutigen Zeit wurde dieses Modell angepasst, sodass die Schüler, entsprechend der Umstände vor Ort, morgens, nachmittags oder abends zum Unterricht zusammenkommen können. Das Programm heißt jetzt „tägliches Seminar“. Die Anzahl der Schüler in dieser Art des Seminars überstieg letztendlich sogar die Teilnehmerzahl im Seminar in den Schulfreistunden.95

William E. Berrett und die Religionslehrer, Ende der Fünfzigerjahre. William E. Berrett ist der Fünfte von links; direkt neben ihm ist Boyd K. Packer zu sehen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Leland Bruderer.

In den Fünfzigerjahren gab es auch eine bedeutende Veränderung in der Führung des Bildungswesens der Kirche. 1953 ging der Beauftrage Franklin L. West in den Ruhestand, nachdem er das Bildungswesen fast 20 Jahre lang geleitet hatte. Ihm folgte Ernest L. Wilkinson, Präsident der Brigham-Young-Universität, der von Präsident David O. McKay gebeten wurde, eine neue Organisation zu leiten: das Einheitliche System der Bildungseinrichtungen der Kirche. Das neue System bot eine einheitliche Führung für alle Bildungseinrichtungen der Kirche.96 Bruder Wilkinson ernannte William E. Berrett, einen Lehrer aus der Religionsabteilung der BYU, zum Leiter aller Programme zur religiösen Bildung.

Bruder Berrett brachte eine Sichtweise ins Seminar und Institut ein. Bis auf eine kurze Zeit als stellvertretender Justizminister in Alaska hatte er sein ganzes berufliches Leben damit zugebracht, für das Seminar und Institut zu schreiben und zu unterrichten. William Berrett war ein bemerkenswerter Lehrer und Autor, der einige Unterrichtsmaterialien für das Seminar und Institut verfasst hatte. Seine Erfahrung mit dem Programm reichte zurück bis zu den ersten Sommerschulungen unter der Leitung von Adam S. Bennion.97

Eine von Bruder Berretts ersten Entscheidungen war die Umgestaltung der Schulungsveranstaltungen im Sommer. 1954 trafen sich alle Seminar- und Institutslehrer an der Brigham-Young-Universität. Bei den Sommerschulungen, mit denen man 30 Jahre zuvor angefangen hatte, hatten zunächst Generalautoritäten Unterricht erteilt, dann war man schließlich dazu übergegangen, auch Bibelgelehrte wie Professoren von der University of Chicago mit einzubeziehen. Bruder Berrett wollte zurück zu den Grundlagen. Um dies zu erreichen, lud er Elder Harold B. Lee als Lehrer ein. Zu den Gastsprechern während des Sommers gehörten Präsident Joseph Fielding Smith und J. Reuben Clark.

In den Sommerschulungen der Dreißigerjahre hatte man sich auf biblische Archäologie, Theologie und Textanalyse konzentriert, Elder Lee legte stattdessen den Schwerpunkt auf die bedeutende Rolle des Glaubens und des Zeugnisses. Er riet den Lehrern, nicht zu spekulieren, im Unterricht oft Zeugnis zu geben und lieber zu sagen „Ich weiß es nicht“98, statt eine Antwort zu geben, derer sie sich nicht sicher waren. Statt die Gelehrsamkeit der Lehrer zu betonen, legte Elder Lee Nachdruck darauf, den Glauben der Schüler zu schützen. In den Stichpunkten zu Bruder Berretts erster Vorlesung ist ein Zitat von Elder Lee enthalten. Es lautet: „Als junger Mann war ich bestrebt, meine große Intelligenz zu zeigen, doch als ich älter wurde, war ich darauf bedacht, meine Unwissenheit zu verbergen.“99

Boyd K. Packer

Bruder Berrett umgab sich mit einem starken Team, das ihn unterstützte. Elder Lee riet ihm, „sich von den bisherigen Richtlinien der Bildungsabteilung zu lösen“, indem er sich neue Assistenten suchte.100 Bruder Berrett beherzigte seinen Rat und wählte A. Theodore Tuttle, Leiter des Instituts in Reno in Nevada, und Boyd K. Packer, Direktor eines Seminars in Brigham City in Utah, als Leiter des Programms. Die beiden neuen Leiter kannten sich nicht, doch zwischen ihnen entwickelte sich schon bald eine enge Freundschaft. Bruder Berrett beschrieb sie später als „ein Gespann wie David und Jonatan. Sie standen sich näher als Brüder“.101 Das gesamte Personal im Büro entwickelte unter William E. Berretts Leitung enge Freundschaften. Ein Mitglied der Belegschaft erinnerte sich: „Präsident Berrett war ein Mann, dem gegenüber es einem nicht schwerfiel, loyal zu sein.“102

Das Seminar und das Institut entwickelten sich weiter, doch es blieb eine eng miteinander verbundene Einrichtung. Boyd K. Packer berichtete einmal über diese schöne Zeit: „Präsident Berrett war ein sehr ungewöhnlicher Administrator, er hatte etwas Patriarchalisches an sich, war sehr weise und sehr geduldig. … Es war ein kleiner Mitarbeiterstab, der fast einem Familienbetrieb glich.“103 Bruder Tuttle sagte später: „Ich war immer der Meinung, dass dies das goldene Zeitalter des Seminars war, weil wir ein paar Jahre lang jeden einzelnen Lehrer kannten und ein-, zwei- oder dreimal im Jahr die ganzen Klassen besuchten. … Bruder Packer und ich haben jeden Lehrer eingestellt, Gespräche mit ihm geführt und ihn in der Anfangszeit betreut.“104

Als die reisenden Leiter des Bildungswesens spielten Bruder Tuttle und Bruder Packer bei der Schulung der Lehrer eine wichtige Rolle. Das Motto, das sie für sich und die anderen Lehrer festlegten, lautete: „Folgen wir den führenden Brüdern nach.“105 Bruder Packer und Bruder Tuttle betonten auch die Notwendigkeit der wortwörtlichen Auslegung der Schriften im Seminar und Institut. Elder Packer sprach später darüber, wie er sich „zögernd und nervös unter den Männern [bewegte], von denen die meisten älter und länger dabei waren als ich und mir in akademischen Leistungen und, wie ich dachte, in fast jeder anderen Hinsicht überlegen waren“.106 Elder Packer erinnerte sich, wie er einmal eine Schulungsveranstaltung für Lehrer besuchte und ein älterer Lehrer versuchte, die Rolle des „Enthüllers“ zu übernehmen. Er hielt einen Vortrag, worin er sich kritisch zur Geschichte der Kirche äußerte und die Integrität von mehreren ehemaligen und gegenwärtigen Führern der Kirche anzweifelte. Der Lehrer beendete seinen Vortrag mit einem Aufruf an die Lehrer, „aufzuwachen und kritischer und selektiver zu sein“. Elder Packer wurde gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Er erhob sich und fühlte sich inspiriert, über die berühmte griechische Statue, die „Nike von Samothrake“ zu sprechen. Er wies darauf hin, dass die Statue im Laufe der Jahre viele Risse und Kratzer bekommen hatte. Ihr fehlen Kopf und Arme, doch sie wird immer noch als ausgesprochen wertvoll angesehen. Dann verglich er die Statue mit der Kirche und fuhr fort:

Was die Kirche betrifft, … nehme ich an, dass wir, wenn wir hinsehen, Risse und Abschürfungen finden können und eine Schadstelle hier und da. Ich vermute, dass wir bei einem Führer der Kirche aus der Vergangenheit oder vielleicht auch in der Gegenwart einen Fehler oder eine Unvollkommenheit entdecken können. Nichtsdestotrotz haben wir immer noch einen absoluten, felsenfesten, unbestreitbaren, unumstößlichen Beweis, weil die Kirche ist, was sie ist, und weil sich jemand irgendwann einmal mit höchst inspirierter geistiger Genialität unter Inspiration gehorsam an die Arbeit gemacht und sie gegründet hat, und so wurde sie ins Leben gerufen. Es wäre am besten, unser Herz weit zu machen und die Schönheit und die Genialität des Ganzen zu schätzen, statt es in Misskredit zu bringen und nach den Mängeln zu suchen.107

Elder Packer warnte daraufhin: „Liebe Kollegen, nicht die Kirche steht auf dem Prüfstand, sondern wir.“108

Angespornt von Bruder Berrett arbeiteten die Administratoren von Seminar und Institut daran, eine intensivere Arbeitsbeziehung zwischen den Seminar- und Institutslehrern und den Führern der Kirche zu erreichen. Elder Tuttle erinnerte sich: „Wir haben bewusst darauf hingearbeitet, die führenden Brüder und die Lehrer mehr zusammenzubringen.“109 Die Freundschaft zwischen Bruder Tuttle und Bruder Packer blieb bestehen, auch nachdem A. Theodore Tuttle 1958 als Mitglied des Ersten Kollegiums der Siebziger berufen wurde. Ein paar Jahre später, als Boyd K. Packer als Assistent des Kollegiums der Zwölf Apostel berufen wurde, „bezeichnete Bruder Berrett sein Büro im Spaß als Übungsgelände für Generalautoritäten.“110

Unter Bruder Berretts Leitung wurden örtliche und regionale Veranstaltungen für die Lehrkräfte eingeführt, es wurde mit einem neuen Schulungsprogramm für künftige Lehrer begonnen und auch die Sommerschulungen gingen weiter. Er begann auch, die Lehrer anzuspornen, sich um weitergehende Abschlüsse zu bemühen. Er erhöhte die Gehälter und sorgte dafür, dass die Lehrer mit ihrer Anstellung auch eine Krankenversicherung erhielten.111 Vielleicht lag es an den Erinnerungen an seine mageren Jahre als Lehrer zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, dass Bruder Berrett unermüdlich daran arbeitete, den Lehrern im Seminar und Institut das Leben etwas angenehmer zu machen.

1960 bis 1969
Hinaus in die Welt

1961 erhielt der Hauptsitz der Kirche eine Anfrage vom Präsidenten des Pfahles Brisbane in Australien nach dem Seminarprogramm.112 Präsident David O. McKay und der Bildungsausschuss der Kirche prüften die Angelegenheit sorgfältig und fingen an zu überlegen, wie man die religiöse Bildung auch außerhalb der USA anbieten könnte. Auch Elder A. Theodore Tuttle und Elder Boyd K. Packer, jetzt Generalautoritäten, befürworteten es sehr, das Seminar- und Institutsprogramm in anderen Ländern einzuführen. Keine zwei Monate nach seiner Ankunft als Gebietspräsident in Südamerika bat Elder Tuttle darum, das Seminar nach Uruguay zu bringen. Während Elder Tuttles fünfjähriger Amtszeit in Südamerika nahmen die Anfragen nach dem Seminar in dieser Region immer mehr zu.113 In der Zwischenzeit blieb Elder Packer am Hauptsitz der Kirche in Salt Lake City ein starker Fürsprecher beim Ausschuss der Kirche für Seminar und Institut. Als die Kirche 1963 finanzielle Probleme hatte, legte Elder Packer Präsident McKay ein Schreiben vor, worin er leidenschaftlich darlegte, dass Seminar und Institut „eine bewährte und wirksame Methode“ gefunden hatten, wie man den Jugendlichen der Kirche religiöse Unterweisung zukommen lassen kann.114

Im gleichen Zeitraum gingen in Bruder Berretts Büro weiterhin Anfragen nach Seminarunterricht in der ganzen Welt ein. Der Brief eines amerikanischen Offiziers aus Deutschland, der den Auftrag erhalten hatte, eine Seminarklasse am frühen Morgen zu unterrichten, begann mit einem recht kurzen Satz: „Lieber Präsident Berrett, HILFE!“ Im Anschluss erklärte der Offizier, dass er gerade darüber informiert worden war, dass sich der Sohn des Gebietspräsidenten und neun weitere für das Seminar eingeschrieben hatten. Dann schloss er den Brief, wie er ihn begonnen hatte: „Darum also - - - - HILFE!“115 Aus Gebieten außerhalb der Vereinigten Staaten gingen nach und nach immer mehr Anfragen ein. Auf Wunsch von Präsident Ernest L. Wilkinson und der Ersten Präsidentschaft reiste William E. Berrett 1963 und dann noch einmal 1965 nach Europa um herauszufinden, wie man das Seminar am besten in diese Länder bringen könnte.117 Beide Male war er angesichts dessen, was er vor Ort gesehen hatte, nach seiner Rückkehr sehr entmutigt. An keiner Schule in einem der Länder gab es genug Schüler, die der Kirche Jesu Christi angehörten, um ein Seminar in den Schulfreistunden durchführen zu können, und angesichts der mangelnden Beförderungsmöglichkeiten war das Seminar am frühen Morgen auch keine Option. Frustriert stellte er fest: „Wir können das Seminar erst nach England und in andere Länder bringen, wenn wir ein neues Programm entwickelt haben.“118

Bruder Don Bond, rechts, ist hier mit Duane H. Banks, einem dortigen Pfahlpräsidenten, zu sehen. Zu dieser Zeit wurde in Davenport in Iowa gerade das Pilotprogramm zum Seminar im Heimstudium durchgeführt. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Don Bond.

Die Lösung wurde gefunden, als verschiedene Leute Inspirationen erhielten. Donald Wilson, ein Seminarlehrer im kanadischen Cardston, schlug ein Programm vor, bei dem sich die Schüler in ihrer Freizeit mit den heiligen Schriften befassen und gelegentlich mit einem Lehrer und einer Gruppe mit Gleichaltrigen zusammenkommen. Die erforderliche Fahrt zu den Treffen könnte auf einmal in der Woche oder im Monat reduziert werden. Ernest L. Eberhard Jr., der für den Lehrplan zuständig war, griff die Idee auf und entwarf einen Studienkurs , der auf dieser neuen Herangehensweise beruhte. Mit der Unterstützung von Boyd K. Packer genehmigte der Bildungsausschuss der Kirche eine Pilotstudie. Ein einzelner Lehrer, Donald R. Bond, wurde in den Mittleren Westen geschickt, um das Programm zu testen. Bruder Bond unterrichtete erst seit vier Jahren im Seminar, als er für den Auftrag ausgewählt wurde, doch er machte sich begeistert an die Arbeit.120 Auch die örtlichen Priestertumsführer nahmen das Programm von ganzem Herzen an. Ein Pfahlpräsident nahm sich bereitwillig fast eine Woche lang frei, um Bruder Bond in der Gegend umherzufahren und ihn persönlich den örtlichen Führern der Kirche vorzustellen.

Mit dem neuen Programm wurde im Herbst 1967 begonnen. Das ganze Programm wurde als großes Experiment angesehen und verlangte von den Mitarbeitern der Abteilung Lehrplan ein gewaltiges Pensum an Arbeit. Ein Mitarbeiter erinnerte sich, wie er Ernest Eberhard am Montag Exemplare vom ersten Entwurf des Unterrichtsmaterials auf den Schreibtisch legte, während der Woche daran feilte und das Material druckte, und es dann am Donnerstagabend ins Flugzeug verfrachtete, damit die Lehrer im Gebiet es am Samstag für den Unterricht verwenden konnten. Er fuhr fort: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den ein, zwei Jahren irgendwann ins Bett gegangen bin. Es war hektisch. … Wir fingen um 6:30 Uhr an und konnten in einigen dieser Wochen schon froh sein, wenn wir um 23:00 Uhr aus dem Büro kamen.“122 Arnold J. Stringham, ein anderer Verfasser des Lehrmaterials, erinnerte sich, wie er Don Bond im Gebiet besuchte und die nächste Lektion schrieb, während er hinten im Auto saß.123 Aber die ganze harte Arbeit machte sich bezahlt – das Programm fand sofort Anklang.

In der Bewertung erhielt das neue Programm Bestnoten. Ein Zweigpräsident schrieb an das Hauptbüro: „In diesem Programm lernen die Schüler, worum es im Evangelium wirklich geht. Etwas Besseres gibt es gar nicht. Ich wünschte nur, dass diese jungen Leute, die sich zu den ‚Extremisten‘ zählen – die Hippies, die Wehrdienstverweigerer, die Demonstranten usw. – mal einen Blick auf dieses Seminarprogramm werfen könnten.“124 Weitere großartige Ergebnismeldungen kamen herein und der Bildungsausschuss der Kirche begann, das Programm ernsthaft als eine Möglichkeit zu erwägen, wie man in aller Welt das Bildungsprogramm der Kirche umsetzen könne. Elder Marion G. Romney wurde beauftragt, sich dieser Sache anzunehmen. Don Bond erhielt nun Anrufe, bei denen Elder Romney ihm viele tiefgreifende Fragen stellte. An dem Tag im Mai 1968, als der Bildungsausschuss der Kirche zusammenkam, um die Angelegenheit zu besprechen, schrieb Don Bond in sein Tagebuch:

Ich war auf dem Weg nach Vincennes in Indiana. Ich fuhr von der Schnellstraße runter und fand eine abgeschiedene Stelle, wo ich mich am Straßenrand niederkniete und feierlich Zeugnis ablegte für den machtvollen Einfluss, den ich bei den Schülern verspürt hatte, weil sie sich diesem täglichen Studium der heiligen Schriften und des Evangeliums widmeten. Ich betete, dass die Brüder in der Versammlung, die gerade am Hauptsitz der Kirche in Salt Lake City abgehalten wurde, diesen Einfluss spüren mögen. Als ich wieder auf die Fernstraße fuhr, spürte ich die Gewissheit, dass Präsident [N. Eldon] Tanner in ein paar Monaten das Seminar in England haben würde. In Elder Romneys Bericht kam dann auch wirklich die Begeisterung darüber zum Ausdruck, wie vorteilhaft sich das Programm auf den Familienabend und das Heimlehren auswirkte.125

Bruder Bonds Eingebung war in die Tat umgesetzt worden. Noch vor Ende des Sommers wurden die ersten Lehrer beauftragt, das Seminar und Institut in England und Australien einzuführen.

John Madsen. Dieses Foto wurde während seiner Zeit als Mitglied des Ersten Kollegiums der Siebziger aufgenommen.

Bruder Berrett wählte John Madsen, einen 29-jährigen Lehrer aus Salt Lake City, und J. L. Jaussi, einen langjährigen Seminar- und Institutsmitarbeiter für den Programmstart in England und in Australien aus. Bruder Jaussi erinnerte sich, wie er in Bruder Berretts Büro trat und über seinen neuen Auftrag informiert wurde. Schockiert fragte er, wann er denn aufbrechen solle. Bruder Berrett erwiderte: „Wie schnell können Sie Ihre Taschen packen?“126 Don Bond kehrte kurz aus dem Mittleren Westen zurück, um den beiden Pionieren einen Schnellkurs zum Seminarprogramm im Heimstudium zu geben. Außer einer einzigen Einweisung von Don Bond erhielten sie keine weitere formelle Schulung. Familie Madsen brach im August 1968 nach England auf, und Familie Jaussi schiffte sich im darauffolgenden Monat nach Australien ein.127 John Madsen erzählte später über die spannende Atmosphäre in dieser Zeit: „Es herrschte eine fast greifbare Abenteuerlust, ein gewisser Pioniergeist. … Es berührte wirklich mein Herz, dass wir den Vorzug haben sollten, an diesem großen Werk beteiligt zu sein. So empfanden wir es. Es war ein heiliger Vorzug, eine heilige Treuhandschaft.“128

Bruder Berrett begleitete die Madsens nach England, um das Programm vorzustellen. Als sie mit den Pfählen vor Ort zusammenkamen, die für das Pilotprojekt ausgewählt worden waren, milderte Bruder Berretts Einfluss jegliche Bedenken. John Madsen staunte über Bruder Berretts Arbeit mit den dortigen Priestertumsführern: „Präsident Berrett ging gekonnt mit diesen wunderbaren Priestertumsführern um. Er sah wie ein Prophet aus, sprach wie ein Prophet und er hatte das Auftreten und die Würde eines echten Patriarchen. … Er war ein Mann von wunderbarer Würde und einem ebensolchen Charakter und Geist. Diese wunderbaren Brüder hörten also zu, als er beschrieb, was das systematische Evangeliumsstudium bei ihren jungen Leuten bewirken würde, und ohne zu zögern oder zu fragen sagten diese Präsidentschaften einhellig und sogleich: ‚Ja, das ist genau das, was wir wollen.‘“129

Nach einer Woche kehrte Bruder Berrett nach Hause zurück, und die Madsens machten sich an die schwierige Aufgabe, Vorbereitungen für das Programm zu treffen. Es gab kein Lehrmaterial, weil es noch geschrieben wurde. Bruder Madsen konnte nur auf die Erfahrungen von Don Bond im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten zurückgreifen, und in England wussten nur wenige Mitglieder etwas über das Programm. Anfangs wollten die englischen Zollbeamten noch nicht einmal das Seminarmaterial ins Land lassen. Als es dann schließlich ankam, übergab Bruder Madsen es jedem Lehrer, für den er zuständig war, persönlich.130

Trotz all dieser Herausforderungen erfassten die Mitglieder in England bald, worum es ging. Die Resonanz war sogar noch größer als Bruder Madsen vorhergesagt hatte, und das trotz des Mangels an Material und Schulung. Man ging zwar davon aus, dass es nur ein Seminar im Heimstudium geben würde, doch es konnten genügend Schüler für mehrere Seminarklassen am frühen Morgen gewonnen werden. Die erste Seminarklasse in Großbritannien versammelte sich am 19. August 1968 um 7:00 Uhr morgens mit 19 Schülern in der Gemeinde Glasgow in Schottland, nur 15 Tage nach Ankunft der Madsens. Von diesen bescheidenen Anfängen breiteten sich das Seminar im Heimstudium und auch der Unterricht am frühen Morgen weiterhin aus.131 Einmal im Monat kamen die Schüler aus jeder Region zu einer Versammlung zusammen, die liebevoll als „Supersamstag“ bezeichnet wurde. Bei diesen größeren Versammlungen erhielten die Schüler weitere Unterweisung, die Lehrer wurden geschult und es fanden Schriftstellenwettbewerbe statt. In England wurden die Schriftstellenjagden so beliebt, dass eine nationale Meisterschaft veranstaltet wurde.132 Die wachsenden Programme erforderten mehr Betreuung, und in Großbritannien und Australien traf Verstärkung ein. Ein weiteres Aufgebot an amerikanischen Lehrern reiste im darauffolgenden Jahr nach Neuseeland, um dort die Programme zu starten.133

Die Einführung der Programme im Ausland war für William E. Berrett in den 17 Jahren, die er als Administrator des Bildungswesens für den Religionsunterricht tätig war, das krönende Werk. Im Sommer 1970 wurde ein neuer Beauftragter für das Bildungswesen der Kirche angekündigt – Neal A. Maxwell. Mit dem Beauftragten Maxwell erfolgte eine völlige Umstellung in der Leitung von Seminar und Institut. Clarence F. Schramm, ein Koordinator in Südkalifornien und später geschäftsführender Assistent des Administrators erinnerte sich, wie Bruder Berrett einen Anruf erhielt, bei dem ihm seine Emeritierung mitgeteilt wurde: „Er ging zurück und sprach mit Neal Maxwell, dann kam er wieder, als ob nichts geschehen sei. Anschließend hielt er eine klassische Predigt – sie war einfach mustergültig –, darüber, wie wir die Verwaltung unterstützen sollten, insbesondere die Verwaltung der Kirche. Er sagte: ‚Man muss dem Mann treu sein, der einen ersetzt.‘ Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen.“134

In den Sechzigerjahren ging es mit dem Seminar und Institut viel schneller voran. Als Bruder Berrett 1953 berufen wurde, gab es etwa 34.000 Schüler, überwiegend in der Bergregion im Westen der USA. Insgesamt waren etwa 4000 Teilnehmer im Institut eingeschrieben. Als Bruder Berrett 1971 in den Ruhestand ging, waren die Einschreibungen für das Seminar auf 126.000 und für das Institut auf beinahe 50.000 gestiegen, und die Programme waren auch in einigen anderen Ländern angelaufen.135 Es war auch eine Zeit der Experimente und der Innovationen. Bei den Medien gab es neue Entwicklungen, die auch die Effektivität der Lehrer verbesserten.

In Zusammenarbeit mit den indianischen Seminaren entwickelten George D. Durrant, Wayne B. Lynn und Douglas J. Larson einen einfachen Film mit dem Titel „Tom Trails“, der Evangeliumsgrundsätze veranschaulichen sollte. Die Filme waren bald überall im Seminar, nicht nur im indianischen Seminarprogramm, beliebt. Bruder Durrant erinnerte sich, dass er einmal bei einem Basketballspiel an einer Highschool war und die Band das Titellied von Tom Trails zu spielen begann. Bruder Durrant fragte einen Schüler, der gerade in der Nähe war, wessen Schullied das sei, und der Schüler antwortete: „Das ist das Schullied für alle. Es ist Tom Trails.“136 Bruder Durrant erinnerte sich: „Wir dachten, sie würden das Lied ganz witzig finden, aber es wurde ein großer Hit.“137 Bald wurden mehr Filme dieser Reihe gedreht, in denen heikle Themen wie Unmoral, Umkehr und sogar der Tod aufgegriffen wurden. Als das Seminarprogramm in anderen Ländern Fuß fasste, wurde der Lehrplan angepasst. In Lateinamerika wurde Tom Trails in Pepe Perez umbenannt und mit großem Erfolg eingesetzt.138 Diese Neuerungen waren erst der Anfang. Ende der Sechzigerjahre hatte sich das Seminar und Institut in den englischsprachigen Ländern als erfolgreich erwiesen. Nun kam die Zeit, da das Seminar und das Institut zu „jedem Volk“ (LuB 133:37) gelangen sollte.

1970 bis 1979
Zu allen Völkern

Als Neal A. Maxwell 1970 den Posten des Beauftragten des Bildungswesens der Kirche übernahm, ernannte er Joe J. Christensen als beigeordneten Beauftragten. Die Berufung kam für Bruder Christensen, der gerade als Missionspräsident in Mexiko-Stadt diente, völlig unerwartet. Die Christensens wurden umgehend von ihrer Mission zurückgerufen, obwohl sie erst zwei Monate zuvor angekommen waren.139 Man hatte bereits in mehreren Ländern mit Erfolg mit den Programmen begonnen, und nun wollte der Beauftragte Maxwell die religiöse Bildung zu einem Schwerpunkt machen. Später berichtete er: „Wir hatten das Gefühl, dass das Seminar und Institut der Kirche überall hin folgen könne.“140 Nur wenige Monate nachdem der Beauftragte Maxwell und seine Mitarbeiter berufen worden waren, kündigte der Bildungsausschuss der Kirche an, dass das Seminar und Institut den Mitgliedern der Kirche in aller Welt zugänglich sein werde.141

Beauftragter Neal A. Maxwell mit Robert Stout, dem Seminarkoordinatoren für Japan, um 1970.

Im Laufe der folgenden Jahre reisten Dutzende amerikanischer Lehrer mit dem Auftrag um die Welt, das Seminar- und Institutsprogramm einzuführen. In einem Zeitraum von drei Jahren sollten sie drei Ziele erreichen: „1.) eine gute Arbeitsbeziehung zu den Priestertumsführern aufbauen; 2.) das Seminar im Heimstudium einführen, die interessierten Schüler der weiterführenden Schulen und Studenten im Collegealter sollen sich einschreiben; 3.) jemanden finden und schulen, der als Einheimischer vor Ort die Führung übernehmen kann, damit nicht andere [Lehrer] aus den Vereinigten Staaten in die Gebiete geschickt werden müssen.“142 E. Dale LeBaron, ein Lehrer, der nach Südafrika geschickt worden war, beschrieb später das monumentale Ausmaß dieser Arbeit: „Es geschah in einem sehr kurzen Zeitfenster, in nur vier oder fünf Jahren – es war schon fast eine Blitzaktion. Es ist interessant, dass nicht nur bestimmte Teile der Welt bereit dafür waren, sondern fast die ganze Welt.“143

Eine der ersten Seminarklassen, die in den Philippinen unterwiesen wurde, um 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Steve Iba.

Die nächsten paar Jahre brachten für die Seminar- und Institutsfamilie vor einem globalen Hintergrund etliche neue Abenteuer mit sich. Die Lehrer, die ausgesandt worden waren, die Programme einzuführen, arbeiteten unermüdlich, ungeachtet der Herausforderungen vor Ort, großer Entfernungen und sogar politischer Unsicherheit. In Brasilien schliefen David A. Christensen und seine vierköpfige Familie auf einer schmalen Matratze – dem einzigen Einrichtungsgegenstand, den sie anderthalb Monate lang hatten, bis Geld überwiesen werden konnte, um das Problem zu beheben.144 In den Philippinen bezahlte Stephen K. Iba seinem Fahrer 20 Pesos extra, damit er durch ein überschwemmtes Gebiet fuhr und er zu der Anlegestelle gelangen konnte, wo das Material für seine Lehrer bereitlag. Als das Auto volllief, sprang Steve Iba in weißem Hemd und Krawatte hinaus und schob, während seine Frau, die das Baby festhielt, auf dem Sitz stand, um dem hereinströmenden Wasser zu entrinnen. Sie wurden schließlich von mehreren philippinischen Jungen gerettet, die jeweils 10 Pesos für ihre Mühe erhielten.145

Dieses Foto von Robert Arnold, wie er eine Seminarklasse in Guatemala unterrichtet, erschien am 15. Januar 1972 in der Church News (Seite 8).

Robert B. Arnold, ein CES-Koordinator, wurde in Guatemala von Regierungssoldaten verhört, weil er in seinem Haus ein Vervielfältigungsgerät hatte. Die Soldaten nahmen an, das Gerät würde zum Druck von Propagandamaterial gegen die Regierung verwendet werden, bis Bob Arnold erklärte, dass er Mormone sei und ein Bildungsprogramm einrichte. Der leitende Soldat erwiderte: „Sie sind Mormonen? Ich habe eine Nichte, die Mormonin ist“, und sie gingen weiter zum nächsten Haus.146 In Chile saß Richard L. Brimhall mit seinen Kindern auf dem Dach seines Hauses und beobachtete, wie Flugzeuge während des Putsches von 1973, bei dem die sozialistische Regierung gestürzt wurde, den Präsidentenpalast bombardierten.147

Noch erstaunlicher als die Geschichten der amerikanischen Lehrer waren die der einheimischen Lehrer, die ausgewählt worden waren, das Programm zu übernehmen. Joe J. Christensen berichtete später: „Es besteht kein Zweifel daran, dass diese ersten ausgesandten CES-Pioniere bei vielen der Leute, die sie für die Arbeit im Bildungswesen auswählten, inspiriert waren. Und was für eine Arbeit sie leisteten!“148 Im Mittelamerika wurde ein junger Architekt, Carlos H. Amado, ausgewählt, das Programm zu leiten. Später war er Bischof, Pfahlpräsident und Missionspräsident. Im April 1989 wurde er ins Zweite Kollegium der Siebziger berufen und im Oktober 1992 ins Erste Kollegium der Siebziger.149 Als die Programme nach Korea kamen, war kein amerikanischer Lehrer mit den entsprechenden Fähigkeiten zu finden, also stellten die Administratoren einfach einen gebürtigen Koreaner, Rhee Ho Nam ein, der das Programm einführen sollte. Er wurde schließlich der erste Pfahlpräsident in Korea und diente später als Missionspräsident.150 In jedem Land fanden sich fähige Männer und Frauen, die in den Programmen unterrichteten und sie verwalteten. Das Programm entwickelte sich so schnell, dass Joe J. Christensen dem Beauftragten Maxwell berichtete, es sei so, „als wolle man eine Explosion in Grenzen halten“.151

Zonen-Administratoren, um 1980. Hintere Reihe: Frank M. Bradshaw, Frank D. Day und Dan J. Workman; vordere Reihe: Bruce M. Lake und Alton L. Wade. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Alton Wade.

Als Seminar und Institut anfingen, die Kirche in aller Welt zu beeinflussen, hatte dies auch umgekehrt grundlegende Auswirkungen auf das Seminar und das Institut. Lehrer und Administratoren erlangten allmählich eine größere Perspektive in Bezug auf die Arbeit und ein neues Gefühl von Einigkeit entstand, das über die Landesgrenzen hinausging. Es gibt kein besseres Beispiel für dieses Phänomen als Franklin D. Day. Bevor er beim Bildungswesen der Kirche anfing, diente Bruder Day im Zweiten Weltkrieg im Marine Corps der Vereinigten Staaten. Er hatte die blutigen Schlachten im Pazifik miterlebt und erinnerte sich: „Die Marine schulte gut – nicht nur im Gebrauch von Waffen, sondern auch darin, wie man den Feind hasst.“152 Als die Programme sich überall gut entwickelten, wurde die Welt in „Zonen“ eingeteilt und jede hatte ihren eigenen Administratoren. Frank Day wurde als Zonen-Administrator für Asien ausgewählt. Als er nach Okinawa reiste, dem Schauplatz einer der blutigsten Schlachten, in denen er gekämpft hatte, graute ihm vor diesem Auftrag und er fragte sich, wie er den Hass überwinden konnte, der aufgrund seiner Kriegserlebnisse tief in ihm verwurzelt war. Er erinnerte sich, wie er nervös aus dem Flugzeug stieg und Kan Watanabe zum ersten Mal sah; er war der Missionspräsident und wollte Bruder Day abholen. Sie umarmten sich. „Innerhalb von Sekunden waren die Verbitterung und der Hass, das Training und die jahrelange Angst plötzlich ausgelöscht“, erinnerte er sich.153

Während seiner Arbeit in Asien erlebte Bruder Day, wie sich die gleichen Wunder im Herzen aller Menschen ereigneten, die am Programm beteiligt waren. Bei einer Gebietsversammlung sah er zwei Lehrer, einen aus Korea und einen aus Japan, die einander beim Abschied umarmten und einander dankten. Frank Day dachte über die lange Geschichte der Feindseligkeit zwischen den beiden Ländern nach und staunte, welche Macht doch das Evangelium hatte, alle Schranken zu überwinden: „Ich hatte das Gefühl, selbst wenn wir nicht mehr tun könnten, als Menschen zusammenzubringen und den Geist des Herrn auf sie wirken zu lassen, dies schon die Mühe wert wäre, was auch immer sie sonst noch lernten.“154

Joe J. Christensen, um 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Norma Horton.

In den Vereinigten Staaten gab es in dieser Zeit für das Bildungswesen Veränderungen von großer Tragweite. Eine von Joe J. Christensens Errungenschaften, auf die er besonders stolz war, war die Aufnahme des Buches Mormon in den vorgeschriebenen Lehrplan des Seminars. Das Buch Mormon war schon jahrelang sporadisch im Unterricht und seit 1961 als Bestandteil der meisten Kurse in der 9. Klasse behandelt worden, doch 1972 reichte Bruder Christensen den Vorschlag ein, den Kurs zur Bedingung für den Seminarabschluss zu machen. Die Maßnahme stieß auf überwältigende Zustimmung. Präsident Spencer W. Kimball sprach später mit Joe Christensen und meinte: „Ich frage mich, warum wir das nicht schon längst gemacht haben.“155

1977 wurde Stanley A. Peterson als beigeordneter Beauftragter für Religionsunterricht ernannt. Ein weiterer bemerkenswerter Meilenstein für das Seminar und Institut wurde 1978 erreicht, als die amerikanische Bürgerrechtsvereinigung wegen der Handhabung der Schulfreistunden und der Vergabe von Leistungspunkten für Kurse zum Alten und Neuen Testament eine Klage gegen den Schulbezirk Logan einreichte. Die Kirche beschloss zwar, sich nicht direkt an dem Verfahren zu beteiligen, doch die Klage stellte die seit 1930 erste ernsthafte Herausforderung für das Seminar in den Schulfreistunden dar. Im Sommer 1978 traten verschiedene Personen in den Zeugenstand und sagten aus, worum es beim Seminarprogramm geht. Sogar Joe J. Christensen wurde vor Gericht befragt. Schließlich entschied der Richter in dem Prozess zu Gunsten der amerikanischen Bürgerrechtsvereinigung und erklärte die Leistungspunkte für Seminarkurse als gesetzwidrig. Nach einem Einspruch wurde dieses erste Urteil zwei Jahre später von einem anderen Richter an einem höheren Gerichtshof aufgehoben. Trotz des positiven Urteils beschloss die Verwaltung von Seminar und Institut letztendlich, die Vergabe von Leistungspunkten zu beenden.

Das Ergebnis des Prozesses erwies sich für das Programm letztendlich als unerwarteter Segen. Es gab zwar keine Leistungspunkte mehr, aber das Seminar in den Schulfreistunden stand nun nach fast 60 Jahren auf festem, gesetzlichem Boden. Die Lehrer mussten sich nun nicht mehr an Einschränkungen halten und durften kircheneigene Lehren im Zusammenhang mit der Bibel vermitteln. Nachdem es nun keine Leistungspunkte mehr gab, rechneten die Zonen-Administratoren mit einem Rückgang der Einschreibungen, doch die Zahl stieg stattdessen an.156

Beauftragter Jeffrey R. Holland und Zonen-Administrator Alton L. Wade während eines Besuches im Südpazifik, um 1979. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Alton Wade.

Im Laufe der Siebzigerjahre übernahm eine weitere bemerkenswerte Gruppe von Führungskräften die Zügel in der religiösen Bildung. Nach Neal A. Maxwell wurde Jeffrey R. Holland 1976 Beauftragter des Bildungswesens der Kirche. Als Joe J. Christensen 1979 ging, übernahm Stanley A. Peterson als leitender Administrator die Führung. Der Erfolg des Programms wurde nun nicht mehr an der Zahl der eingerichteten Seminare und Institute gemessen, sondern an der Zahl der Länder, in denen damit begonnen wurde.

Stanley A. Peterson

Bis 1980 waren das Seminar und das Institut in einer beeindruckenden Anzahl von Ländern zu einer festen Größe geworden. In jenem Jahr wurde Henry B. Eyring als Bildungsbeauftragter berufen und trat somit die Nachfolge von Jeffrey R. Holland an. Der Beauftragte Eyring musste auf die neuen Gegebenheiten, die das Seminar und Institut in aller Welt mit sich brachten, eingehen. Dies stellte ihn vor ganz andere Herausforderungen.

1980 bis 1989
Lehren, was in den heiligen Schriften steht

Während der Achtzigerjahre, als die globale Verbreitung von Seminar und Institut weiterging, wurde das Programm manchmal an erstaunlichen Orten eingeführt. Auf Bitte der örtlichen Führer der Kirche wurde das Seminar 1980 in Ostdeutschland eingeführt – neun Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer. Manfred Schütze, damals ein Distriktspräsident, erinnert sich daran, welche Opfer nötig waren, um das Programm in ein sozialistisches Land zu bringen: „Wir hatten eigentlich nicht genug Lehrer, da jeder bereits drei oder vier Berufungen hatte. Aber wir sagten uns: ‚Gut, das Seminar ist wichtig‘, und es wurde von den Jugendlichen sofort mit großer Begeisterung aufgenommen.“157 Der wöchentliche Unterricht und die Supersamstage fanden unter den wachsamen Augen der staatlichen Behörden statt. Für jeden Lehrer mussten die Lektionen abgetippt werden, und die Schüler hatten kein anderes Material als ihre heiligen Schriften.

Henry Kosak erinnert sich, wie er als 16-Jähriger „ganz andere Möglichkeiten kennenlernte, die heiligen Schriften zu studieren – zum Beispiel meinen Namen anstelle von Nephi einzusetzen. Daran erinnere ich mich immer noch“.158 Die Führer der Kirche nutzten das Seminar als Möglichkeit, um über die atheistischen Anschauungen zu sprechen, die an den ostdeutschen Schulen vermittelt wurden. Die Mutter von Klaus Peter Bartsch war Seminarlehrerin in seinem Zweig. „Ich hatte die Gelegenheit, direkt im Leitfaden zu lesen“, erinnert er sich. „Ich habe stundenlang darin gelesen, weil ich dort die Erklärungen fand, die uns geholfen haben, das Evangelium besser zu verstehen. Das Seminar- und das Institutsprogramm waren wirklich eine Quelle der Kraft.“159

Gerald N. Lund

Da die Kirche in immer mehr Ländern Fuß fasste, nahm auch die Herausforderung stetig zu, das Lehrmaterial zu übersetzen und an andere Kulturen anzupassen. Präsident Spencer W. Kimball rief alle Abteilungen der Kirche dazu auf, zu „reduzieren und zu vereinfachen“. In einer Versammlung legte eine Generalautorität einen Leitfaden zum Buch Mormon mit 1500 Seiten neben das Buch Mormon und fragte: „Jetzt sagen Sie mir doch noch einmal, warum ich das hier (er deutete auf den Leitfaden) brauche, … um das (er deutete auf das Buch Mormon) zu vermitteln.“160 Diese Bedenken machten Stan Peterson sehr zu schaffen, und so rief er die Leiter der für den Lehrplan zuständigen Arbeitsgruppe – David A. Christensen, Jay E. Jensen und Gerald N. Lund – zusammen, um eine Lösung zu finden. Bruder Peterson betonte die Notwendigkeit, den Umfang des Lehrmaterials zu reduzieren. Er bat die Männer sogar, das Hauptbüro zu verlassen, sich zusammenzusetzen und nach einer Antwort zu suchen. Die vier beteten gemeinsam, und dann fühlte sich Bruder Peterson zu diesen Worten inspiriert: „Der Satan möchte nicht, dass dies geschieht. Er wird alles unternehmen, was in seiner Macht steht, um Sie daran zu hindern, diese Aufgabe zu vollbringen.“161

Die drei Männer buchten einen Raum im Homestead Resort in Midway in Utah. Dort wollten sie eine Lösung für das Problem finden. Jeder fastete in Vorbereitung auf die Sitzung. Stan Peterson erinnert sich: „Bei jedem war in der Familie etwas passiert.“162 Jeder zog in Erwägung, nicht zu dieser Besprechung zu gehen, doch am Ende machten sich alle auf den Weg – in der Hoffnung, eine Antwort zu finden. Im Hotel beschäftigten sie sich mit Aussagen aus dem Buch Mormon, aus dem Buch Lehre und Bündnisse und aus der Ansprache „Der vorgegebene Weg“ von J. Reuben Clark und dachten darüber nach.163 Die Antwort, die sie empfingen, lautete, davon abzugehen, das Evangelium als eine Reihe von Konzepten zu vermitteln – etwas, was im Lehrplan von Seminar und Institut lange Zeit üblich war. Stattdessen sollten die heiligen Schriften nun der Reihe nach durchgenommen werden. Jerry Lund fasste diese Vorgehensweise so zusammen: „Lehren Sie nicht einfach nur aus den Schriften, über die Schriften oder mit den Schriften, sondern lehren Sie die Schriften.“164 David Christensen sagte später scherzhaft, dass sie sich auf der Heimfahrt wie Mose fühlten, als er mit den Steintafeln vom Berg Sinai herabstieg. Ihre Gedanken stießen unter den Führungsbeamten der Kirche auf breite Zustimmung. Bruder Lund berichtete später: „Es war einfach eine jener Sachen, zu denen sie sofort, als wir sie vorlegten, sagten: ‚Das ist richtig.‘“165

Bis dahin hatte man für den Lehrplan zwar Geschichten, Beispiele und Anregungen aus den heiligen Schriften verwendet, doch die Kurse an sich basierten auf diversen Themen wie Glaube, Ehrlichkeit und Umkehr. Gemäß dieser neuen Anweisung nahmen die Lehrer die heiligen Schriften nun in der Reihenfolge durch, wie sie in den Standardwerken erscheinen. 1981 hielt Elder Bruce R. McConkie eine Ansprache vor Religionslehrern, in der er die Vorgehensweise eingehender erläuterte: „Wenn Sie wissen wollen, welche Bedeutung einem bestimmten Evangeliumsgrundsatz zukommt, dann müssen Sie einfach nur die heiligen Schriften lehren, und im Verlauf des Unterrichts geben Sie jeder Lehre und jedem Grundsatz gerade die Bedeutung, die der Herr vorgesehen hat.“166 Stan Peterson machte diese Ausrichtung auf die heiligen Schriften während seiner Amtszeit zu einem der wichtigsten Ziele. Im Laufe der folgenden 20 Jahre wurden fast 88 Prozent des Lehrmaterials zugunsten eines reduzierten Ansatzes gestrichen, bei dem die Schriften im Mittelpunkt standen.

Der Aufruf, mehr Nachdruck auf die heiligen Schriften zu legen, umfasste nicht nur die Leitfäden, sondern das gesamte Lehrmaterial, einschließlich Medienmaterial. In den Jahren nach den Tom-Trails-Filmen hatten sich die Filme für den Unterricht zu langen, ausführlichen Geschichten im Serienformat hin verlagert, in denen es um junge Leute ging, die sich bemühten, nach den Grundsätzen des Evangeliums zu leben, die abirrten und dann wieder zurückkamen. Bruder Peterson bezeichnete diese Filme als „Seifenopern der Mormonen“. In den Achtzigerjahren überlegte die Arbeitsgruppe Lehrplan eingehend, wie man das Medienmaterial besser auf die neue Herangehensweise an das Schriftstudium abstimmen könnte.167 Paul V. Johnson, ein Mitglied der Arbeitsgruppe Medien, erinnerte sich an konkrete Anweisungen: „Es sollte mehr Vielfalt geben und ein Teil [des Medienmaterials] sollte sich mehr auf die Lehre konzentrieren, ein anderer Teil auf die Geschichte in den heiligen Schriften. Die Filme sollten weniger in sich selbst abgeschlossen sein, nach dem Motto ‚Hier ist ein Film, den wir uns ansehen können‘. Sie sollten vielmehr ein Hilfsmittel sein, das man im Unterricht verwenden kann.“168 Die Gruppe versuchte jetzt auch, Filme zu produzieren, die verschiedene Kulturkreise ansprechen und nicht nur Erfahrungen von Schülern in den Vereinigten Staaten in den Mittelpunkt stellen.169

1990 bis 1999
Den Horizont erweitern

Stanley A. Peterson, Henry B. Eyring und Harold F. Western

Stanley A. Peterson blieb 20 Jahre lang Administrator für Religionsunterricht und den Unterricht an Grund- und weiterführenden Schulen. In dieser Zeit war er unter verschiedenen Beauftragten des Bildungswesens tätig. 1986 übernahm J. Elliot Cameron von Elder Henry B. Eyring die Stelle als Beauftragter des Bildungswesens der Kirche, da dieser ins Kollegium der Siebziger berufen worden war. 1992 wurde Elder Henry B. Eyring erneut als Beauftragter des Bildungswesens ernannt. Drei Jahre später wurde er Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel, blieb aber Beauftragter und war somit die erste Generalautorität, die nach Elder John A. Widtsoe in den Dreißigerjahren das Bildungswesen der Kirche geleitet hatte. Seit Elder Eyrings Ernennung hatte immer eine Generalautorität die Stelle des Beauftragten inne.

Während seiner Amtszeit lag Stan Peterson weiterhin die Führung an den einzelnen Standorten besonders am Herzen. Außerdem führte er eine Neuerung ein: Statt junge Familien aus ihrem gewohnten Umfeld herauszureißen, regte er an, pensionierte Lehrer und ihre Ehepartner auf Mission zu berufen, die dann das Seminar und Institut in neuen Ländern einführen sollten.170 Nachdem er eine Berufung auf eine solche Mission erhalten hatte, fragte einer von Bruder Petersons alten Kollegen im Spaß: „Na, Stan, jetzt erzähl mir noch einmal, warum ich so früh in den Ruhestand gegangen bin. Damit ich hingehen und ohne Gehalt das tun kann, wofür ich all die Jahre bezahlt wurde?“171 Die Missionare suchten und schulten örtliche Mitglieder, damit dann Ortsansässige die Programme leiten können. Dies machte sich weiterhin bezahlt. Bruder Peterson erklärte: „Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie wertvoll es ist, die Leute vor Ort einzusetzen. So können sie wachsen und sie können sich mit dem Programm identifizieren. Sie können spüren, dass es ihr Programm ist.“172

Stan Peterson reiste viel umher, um sich den Fortschritt des Programms anzusehen, und er erinnerte sich an ein ergreifendes Erlebnis in England, wo er eine Klasse besuchte, die am frühen Morgen von einer Lehrerin unterrichtet wurde, die dazu berufen worden war. Die ganze Klasse kam auf Fahrrädern an, für die ihre Gemeinde Geld gesammelt hatte. So konnten die Jugendlichen am Seminar teilnehmen. Er erinnerte sich: „Diese Lehrerin hatte etwa 30 junge Leute in der Klasse, die in einem großen Kreis im Raum saßen. Die Kinder hingen ihr buchstäblich an den Lippen, während sie einen tollen Unterricht abhielt. Ich dachte nur, so hätte es auch in Salt Lake City sein können und es hätte nicht besser laufen können.“173

Nach dem Sturz des Sozialismus in Russland hielten das Seminar und Institut in den Neunzigerjahren in Osteuropa auch Einzug in einige weitere Länder. Es öffneten sich immer wieder neue Grenzen. Die Seminar- und Institutslehrer arbeiteten weiterhin unter verschiedensten Bedingungen, um die ihnen anvertrauten Schüler zu erreichen. Wo auch immer sie tätig waren, arbeiteten sie daran, ihre Heimatländer zu verbessern. Donald E. Harper war jahrzehntelang Seminar- und Institutsleiter in Südafrika. Als er und seine Frau frisch verheiratet waren, reisten sie nach Salt Lake City und erkundigten sich, ob es möglich sei, in die Vereinigten Staaten zu ziehen. Elder Harold B. Lee sprach mit den Harpers und riet ihnen, in ihrer Heimat zu bleiben. Bruder Harper erinnert sich: „Er sah mir geradewegs in die Augen und sagte: ‚Bruder Harper, wir brauchen Sie nicht hier. Gehen Sie zurück nach Südafrika und helfen Sie mit, die Kirche dort aufzubauen, dann werden sich Ihre Herzenswünsche erfüllen.‘“174 Die Harpers kehrten zurück nach Südafrika und wurden eingestellt, das Seminar- und Institutsprogramm zu leiten. Sie erlebten die Ungerechtigkeit der Apartheid in ihrem Heimatland. Deshalb ermunterten Bruder Harper und seine Frau die schwarzen und weißen Mitglieder der Kirche dazu, zusammenzukommen.

Als in Südafrika eine Regionalkonferenz mit den Aposteln Howard W. Hunter und Boyd K. Packer stattfand, bat Bruder Harper darum, dass das Institut einen Chor mit schwarzen und weißen Sängern zusammenstellen möge. Seine Frau Milja leitete den Chor, und das zu einer Zeit, als in der Kirche noch die Weißen in der Überzahl waren. Don Harper sagte: „Das Bemerkenswerteste daran war für mich, dass man in dieser Altersgruppe diese Mischung machen … und Einigkeit schaffen konnte. Ich hätte nicht um einen Erwachsenenchor bitten können, in dem immerhin ein Drittel der Teilnehmer Schwarze waren. … Es ist die jüngere Generation, die das zuwege bringt. Sie sind inzwischen völlig farbenblind.“175 Gemäß Elder Lees Verheißung erlebten die Harpers auch, wie die Segnungen des Tempels in ihr eigenes Land kamen, als ein Tempel in Johannesburg eröffnet wurde.

Milja Harper (vorne) leitete bei einer Regionalkonferenz in Südafrika einen Institutschor, in dem beide Hautfarben vertreten waren. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Don und Milja Harper.

Das 21. Jahrhundert
Den Kurs halten

Elder Paul V. Johnson

2001 ging Stanley A. Peterson in den Ruhestand und wurde durch Paul V. Johnson als Administrator für den Religionsunterricht und die Grund- und weiterführenden Schulen ersetzt. Mit den Terroranschlägen im September 2001 begann ein neues Zeitalter der Unsicherheit. Die grundlegende Botschaft der Programme blieb die gleiche, doch administrative Änderungen wurden notwendig, um den Gegebenheiten der neuen Zeit Rechnung zu tragen. Das CES-Symposium, das seit 1977 jedes Jahr an der BYU stattfand, wurde verschoben, unter anderem aufgrund der Bedenken hinsichtlich des Reisens, die in den ersten Monaten nach dem Anschlag herrschten. Seit 2003 findet es gar nicht mehr statt. Die neuen Einschränkungen beim Reisen hatten zwar auch einen Anteil an der Entscheidung, das Symposium nicht mehr zu veranstalten, doch sie kam auch deshalb zustande, weil man umgedacht hatte. Paul Johnson war der Vorsitzende des Symposiums gewesen, und jetzt traf er die schwierige Entscheidung, es nicht mehr zu veranstalten. Später sagte er dazu: „Ich konnte spüren, dass der Beauftragte und der Bildungsausschuss am liebsten einen Blick auf unsere Programme an anderen Standorten werfen wollten, und dass wir vorsichtig bei allem sein sollten, was Reisen, ein zusätzliches Budget oder dergleichen umfasste. Wir sollten alles neu beurteilen und prüfen, ob es etwas gab, was wir aufgeben konnten – was ja immer schwierig ist.“176

Ein Problem am Symposium war in der Vergangenheit, dass es zu sehr auf Amerika konzentriert war und nicht die Bedürfnisse des weltweiten Programms widerspiegelte. Stattdessen führten Seminar und Institut eine jährliche Satellitenübertragung ein, mit der die S&I-Lehrkräfte in allen Winkeln der Welt erreicht werden konnten.177 Bei der ersten Übertragung am 1. August 2003 gab es Ansprachen von CES-Administratoren sowie Ansprachen und Unterweisung von Elder Richard G. Scott und Elder Henry B. Eyring.178 Die Übertragung wurde zu einer jährlichen Tradition mit Ansprachen von Administratoren und Generalautoritäten und sogar Choreinlagen von verschiedenen Seminar- und Institutsgruppen aus aller Welt, was die gesamte S&I-Familie noch mehr vereinte.

Trotz einer Reihe von wichtigen Änderungen während dieses Jahrzehnts blieb dennoch die Kontinuität spürbar erhalten. Präsident Boyd K. Packer – damals amtierender Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel –, dessen Verbindung zu S&I bis zur Zeit von Abel S. Rich, dem Direktor des zweiten Seminars der Kirche, zurückreichte, blieb weiterhin ein wichtiger Führer und Berater für die Leiter des Programms. Kurz nachdem Paul Johnson Administrator von Seminar und Institut geworden war, lud Präsident Boyd K. Packer ihn zu sich nach Hause ein und zeigte ihm den Entwurf eines Schreibens der Ersten Präsidentschaft, worin sie die Führer der Kirche anwies, die Messlatte in Bezug auf die Würdigkeit und die Vorbereitung der Missionare „höher anzusetzen“. Der Beauftragte Johnson erinnerte sich später: „Er las das Schreiben mit mir durch und fragte: ‚Und was bedeutet das für Ihr Seminar und Institut?‘ Ich antwortete: ‚Tja, das bedeutet wahrscheinlich, dass wir uns der Herausforderung stellen müssen.‘ Er meinte: ‚Richtig, Sie müssen sie besser vorbereiten. Sie müssen dafür sorgen, dass sie bereit sind, auf Mission zu gehen.‘“179

In den folgenden Monaten fanden Gespräche mit Präsident Gordon B. Hinckley, Elder M. Russell Ballard und in der Verwaltung darüber statt, wie man das Seminar und Institut zu einem besseren Mittel für die Vorbereitung der Missionare machen könnte. Als Ergebnis dieser Gespräche gab die Verwaltung ein Schriftstück heraus, worin es um einen neuen Schwerpunkt beim Unterrichten ging. In einer der wichtigen Richtlinien im neuen Schwerpunkt wurden die Lehrkräfte angewiesen, mit den Schülern zu üben, „die Lehren und Grundsätze des Evangeliums zu erklären, miteinander darüber zu sprechen und Zeugnis zu geben“.180

DVD, auf der der Unterrichtsschwerpunkt dargelegt wird

Prophetische Führung machte das Seminar und Institut im Verlauf seiner ganzen Geschichte zu einer absolut einzigartigen Bildungseinrichtung. Die Lehrer sprechen zwar hauptsächlich über Propheten aus der Vergangenheit, sie geben aber auch Zeugnis für die Führung durch neuzeitliche Propheten. Roger G. Christensen, Sekretär im Bildungsausschuss (und Assistent des Bildungsbeauftragten) erinnerte sich an ein Erlebnis, das die Macht veranschaulicht, die damit einhergeht, wenn neuzeitliche Propheten über die heiligen Schriften sprechen. Während einer Fahrt zur BYU-Idaho fragte Elder Eyring, ob er und Bruder Christensen nicht anhalten und ein Seminar in Idaho Falls besuchen könnten, was zu einer Verzögerung im Zeitplan führte. Als sie den Klassenraum betraten, bat der völlig fassungslose Lehrer klugerweise Elder Eyring, zu den Schülern zu sprechen. Bruder Christensen erinnert sich:

In einer der Klassen fragte [Präsident Eyring]: „Welche Lektion ist heute dran?“ Und einer der Schüler sagte: „Wir besprechen gerade, wie Jesus die Zwölf Apostel berufen hat.“ Präsident Eyring sagte: „Ich weiß zufällig auch ein wenig darüber, wie das funktioniert.“ Dann sprach er einfach über seine Berufung als Mitglied des Kollegiums der Zwölf, was bedeutet, ein besonderer Zeuge für Christus zu sein. Und zu sehen, wie sich dies auf das Leben dieser Kinder auswirkte. … Wir gingen in eine andere Klasse, und er fragte wieder: „Was lernt ihr heute?“ Sie antworteten: „Wir lernen etwas über einige der Wunder, die Jesus gewirkt hat.“ Darauf fragte er: „Welches war wohl das größte Wunder?“ Eine junge Dame in der letzten Reihe hob die Hand und sagte: „Ich glaube, das war das Sühnopfer.“ Als wir das Gebäude verließen, wandte sich Elder Eyring zu mir und meinte: „Die Kirche ist in guten Händen, denn es gibt in unseren Seminarräumen wahre Gläubige.“181

Der Beauftragte Eyring leitete das Bildungswesen der Kirche bis Elder W. Rolfe Kerr von den Siebzigern 2005 als Beauftragter des Bildungswesens berufen wurde. Im gleichen Jahr wurde Paul V. Johnson als Mitglied des Kollegiums der Siebziger berufen. Sein Nachfolger als CES-Administrator des Bildungswesens für den Religionsunterricht und für Grund- und weiterführende Schulen war Garry K. Moore. Die neuen Führungsbeamten bauten weiter auf der Arbeit ihrer Vorgänger auf. Elder Kerr rief die Lehrer auf, wo auch immer sie tätig waren, „größere Offenheit zu erreichen“ und „einen tieferen Eindruck zu hinterlassen“.182

Chad H. Webb

2008 wurde Elder Paul V. Johnson nach Elder Kerr Beauftragter des Bildungswesens der Kirche und Chad H. Webb folgte Garry Moore als Administrator von Seminar und Institut. Als der neue Leiter von Seminar und Institut betonte Bruder Webb, wie wichtig prophetische Führung für den Unterricht im Bildungswesen sei. Er sagte:

Würden Sie die an das Bildungswesen gerichteten Ansprachen der Generalautoritäten aus den letzten zehn Jahren durchsehen, könnten Sie eine einheitliche Botschaft erkennen: Wir müssen den Heiligen Geist einladen, das Evangelium im Leben unserer Schüler tief zu verankern. …

Der Geist wird das, was wir lehren, bezeugen, wenn wir uns an die heiligen Schriften halten.183

2009, als sich das erste Jahrhundert des Seminars dem Ende entgegenneigte, gaben die Leiter des Bildungswesens eine noch deutlicher formulierte Erklärung zur Rolle des Seminars und Instituts heraus: „Unser Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu helfen, die Lehren und das Sühnopfer Jesu Christi zu verstehen und darauf zu bauen, sich für die Segnungen des Tempels würdig zu machen und sich selbst, ihre Familie und andere auf das ewige Leben beim Vater im Himmel vorzubereiten.“184

Zum 100. Jahrestag der Aufnahme des Seminarprogramms fand weltweit am 22. Januar 2012 eine Übertragung der Gedenkfeier mit Präsident Boyd K. Packer statt.185

Nachwort

Gegenüber der Granite High School steht auf der anderen Straßenseite noch immer ein Seminargebäude an der gleichen Stelle wie das ursprüngliche Gebäude. Das erste Gebäude des Granite-Seminars wurde 1924 und noch einmal 1929 umfangreich erweitert, damit die wachsende Anzahl der Schüler untergebracht werden konnte.186 Teile des ursprünglichen Gebäudes wurden bis 1993 genutzt. Dann wurde es komplett abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt.187 Die Granite High School wurde 2009 geschlossen, doch das Seminar besteht weiterhin. Umgestaltet und saniert dient das Gebäude jetzt als Hauptsitz der S&I-Programme für Gehörlose. Dort wird Unterricht abgehalten und Videokonferenzen in amerikanischer Gebärdensprache werden für Schüler an weit entfernten Orten übertragen. Wo sich einst Schüler aus der Gegend versammelten, kommen jetzt Schüler aus den ganzen Vereinigten Staaten zusammen.

Der Geist der Innovation, durch den das Seminar vor hundert Jahren zum Leben erweckt wurde, lebt noch immer in den Mauern des Gebäudes. In puncto Kulturkreis, Pädagogik und geografischer Verbreitung hat sich beim Seminar immens viel getan, doch die geistigen Grundlagen und die fundamentalen Wahrheiten haben sich nicht verändert. Das Seminar hat sich von einem kleinen Programm, das von einem Pfahl ins Leben gerufen wurde, zu einem weltweiten Unterfangen entwickelt, das Evangelium zu lehren, das Priestertum zu unterstützen und die Familien in der Kirche zu stärken. Der Prophet Alma hat gesagt: „Durch Kleines und Einfaches wird Großes zustande gebracht.“ (Alma 37:6.) Das Seminar breitete sich von seinen bescheidenen Anfängen aus und entwickelte sich schließlich zu einem Programm, das sich überall dahin erstreckt, wo es die Kirche gibt. Im Jahr seines hundertjährigen Bestehens waren 375.389 Schüler in 146 Ländern im Seminar eingeschrieben. Im Institut waren 352.441 Teilnehmer in 144 Ländern eingeschrieben – insgesamt also 727.830 Schüler in aller Welt.188 Im nächsten Jahrhundert wird es im Seminar zweifellos wieder Neuerungen geben, die genauso gravierend sind wie es das Seminar in den Schulfreistunden, das Seminar am frühen Morgen und das Seminar im Heimstudium zu ihrer Zeit waren. Die Lehrmethoden, der Lehrplan und die Technik haben sich im Laufe der Zeit geändert, doch die Grundlagen des Seminars – die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler, die Macht des Wortes und die Kraft, die daraus erwächst, dass die Jugendlichen zusammenkommen – gelten auch heute. Elder Henry B. Eyring fasste den Wesenskern des Seminars am besten mit diesen Worten zusammen: „Das Seminar funktioniert dann, wenn die Lehrkraft ein Zeugnis hat und wenn sie die jungen Menschen lieb hat.“189

Das Granite-Seminargebäude im November 2011

Anmerkungen

1. Das Granite-Seminargebäude ist auf dem Deckblatt dieses Dokuments abgebildet.

2. Siehe „Seminaries and Institutes of Religion Annual Report for 2011“, Seite 1ff. Exakte Zahlen aus dem S&I-Bericht, dass derzeit weltweit im Seminar 369.373 Schüler eingeschrieben sind und 348.111 Teilnehmer im Institut. Es gibt 3293 Voll- und Teilzeitkräfte und 46.244 Missionare im Kirchendienst und berufene Lehrer. 2011 wurden von den Vollzeitmissionaren, den Teilzeit-Missionaren im Kirchendienst und den berufenen Lehrern für die S&I-Programme 21.041.020 Stunden ehrenamtlich geleistet.

3. Boyd K. Packer, „Teach the Scriptures“, Ansprache vor Lehrern des Bildungswesens der Kirche, 14. Oktober 1977, Seite 3

4. Joseph F. Merrill, „A New Institution in Religious Education“, Improvement Era, Januar 1938, Seite 12

5. Siehe Albert Theodore Tuttle, „Released Time Religious Education Program of the Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“, Masterarbeit, Stanford University, 1949, Seite 56

6. Siehe Joseph F. Darowski, „Schools of the Prophets: An Early American Tradition“, Mormon Historical Studies, Band 9, Nr. 1, Frühling 2008, Seite 1–14

7. James R. Clark, Messages of the First Presidency of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, 6 Bände, 1965–1975, 3:168

8. Siehe John D. Monnett, „The Mormon Church and Its Private School System in Utah: The Emergence of the Academies, 1880–1892“, Ph.D. Diss., University of Utah, 1984

9. Siehe D. Michael Quinn, „Utah’s Educational Innovation: LDS Religion Classes, 1890–1929“, Utah Historical Quarterly, 43:8, Seite 379–384. Die umfassendste Arbeit über diese ersten Religionsklassen der Kirche Jesu Christi hat Brett D. Dowdle verfasst, „‚A New Policy in Church School Work‘: The Founding of the Mormon Supplementary Religious Education Movement“, Masterarbeit, Brigham-Young-Universität, 2011

10. Siehe Milton L. Bennion, Mormonism and Education, 1939, Seite 177

11. Siehe Charles Coleman und Dwight Jones, Hg., „History of Granite Seminary, 1933“, Seite 4f., unveröffentlichtes Manuskript, MS 2337, Historisches Archiv der Kirche

12. Merrill, „A New Institution“, Seite 55

13. Siehe Casey Paul Griffiths, „The First Seminary Teacher“, Religious Educator, Band 9, Nr. 3, 2008, Seite 115–130

14. Thomas J. Yates, „Autobiography and Biography of Thomas Jarvis Yates“, Historisches Archiv der Kirche, Seite 42

15. Siehe Merrill, „A New Institution“, Seite 55

16. Siehe Coleman und Jones, „History of Granite Seminary, 1933“, Seite 6f.

17. Siehe Coleman und Jones, „History of Granite Seminary, 1933“, Seite 7

18. Siehe Yates, „Autobiography“, Seite 80

19. Siehe „New Building Dedicated at Granite, the Oldest Seminary in the Church“, 10. September 1994, www.ldsChurchNews.com/articles/24154/New-building-dedicated-at-Granite-the-oldest-Seminary-in-the-Church.html

20. Ward H. Magleby, „Granite Seminary 1912“, Impact: Weekday Religious Education Quarterly, Winter 1968, Seite 15

21. Siehe Coleman und Jones, „History of Granite Seminary“, Seite 8, Yates, „Autobiography“, Seite 81

22. Henry B. Eyring, „Gott erkennen und lieben“, ein Abend mit Präsident Henry B. Eyring, 26. Februar 2010

23. Siehe Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 69f.

24. Siehe Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 71–74

25. Siehe Protokoll des Bildungsausschusses des Staates Utah, 5. Januar 1916, zitiert in Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 65f.

26. Protokoll des Allgemeinen Bildungsausschusses der Kirche, 27. Januar 1915, Centennial History Project Papers, UA 566, Kiste 24, Ordner 8, Sondersammlungen der BYU

27. Siehe Kenneth G. Bell, „Adam Samuel Bennion: Superintendant of LDS Education – 1919 to 1928“, Masterarbeit, Brigham-Young-Universität, 1969, Seite 48

28. Siehe Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 51–54. Der Großteil der Akademien wurde geschlossen, doch mehrere Schulen blieben auch erhalten und wurden sogar hochgestuft, damit sie als Junior Colleges für die Ausbildung von Lehrkräften genutzt werden konnten. Unter den Schulen, die erhalten blieben, waren das Dixie College, das Snow College, das Weber College, die LDS University in Salt Lake City, das Brigham Young College in Logan, das Gila College in Arizona und das Ricks College in Idaho. Die Juarez Academy in Mexiko blieb erhalten und blieb auch 2012 geöffnet. Siehe Scott C. Esplin, „Education in Transition: Church and State Relationships in Utah Education, 1888–1933“, Ph.D. Diss., Brigham-Young-Universität, 2006, Seite 164f.

29. Siehe Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 71–73

30. Protokoll des Allgemeinen Bildungsausschusses der Kirche, 3. März 1920, zitiert in Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 53

31. Siehe Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 54

32. Siehe Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 76f.

33. William E. Berrett, „My Story“, Seite 38, unveröffentlichtes Manuskript, Sondersammlungen der BYU

34. Zitiert in Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 84, 86

35. Zitiert in Bell, „Adam Samuel Bennion“, Seite 90

36. Siehe William E. Berrett, „A Miracle in Weekday Religious Education“, 1988, Seite 49

37. Hintergrundinformationen zu J. Wyley Sessions, siehe Griffiths, „The First Institute Teacher“, Seite 175–201

38. J. Wyley und Magdalene Sessions, mündlicher Bericht, Interview von Richard O. Cowan, 29. Juni 1965, Übertragung der Audioaufnahme von Casey P. Griffiths, Seite 8f. Siehe auch den mündlichen Bericht von J. Wyley Sessions, Interview von Marc Sessions, 12. August 1972, Laguna Hills, Kalifornien, „The Joint Oral History Project“, Emeritus Club der BYU Alumni Association, 1982, BYU-Archiv, MS 15866, Historisches Archiv der Kirche; Leonard J. Arrington, „The Founding of LDS Institutes of Religion“, Dialogue, Band 2, Nr. 2, Sommer 1967, Seite 137–147; Ward H. Magleby, „1926, Another Beginning, Moscow, Idaho“, Impact, Winter 1968, Seite 22; Dennis A. Wright, „The Beginnings of the First LDS Institute of Religion at Moscow, Idaho“, Mormon Historical Studies, 10:1, Frühling 2009, Seite 72

39. Sessions, mündlicher Bericht von 1965, Seite 9

40. Hintergrundinformationen zu früheren Versuchen, eine Art Bildungswesen der Kirche nach Moscow zu bringen, siehe Wright, „Beginnings of the First LDS Institute“, Seite 65–72

41. Sessions, mündlicher Bericht von 1972, Seite 5

42. Siehe Magleby, „1926, Another Beginning“, Seite 23; Sessions, mündlicher Bericht von 1965, Seite 13

43. Casey P. Griffiths besuchte anlässlich der Konferenz der „Mormon History Association“ im Mai 2011 einen Vortrag über J. Wyley Sessions. Dort trat ein älterer Mann an ihn heran, der Bruder Sessions persönlich gekannt hatte. Bei dem Gedanken an seinen alten Lehrer brach er gleich in Gelächter aus und bestätigte den Spitznamen „Smiley Wyley“.

44. In Magleby, „1926, Another Beginning“, Seite 31

45. In Magleby, „1926, Another Beginning“, Seite 32. Als einer der ersten, die aus Utah stammten und promovierten, war der Bildungsbeauftragte Merrill bestens mit den Schwierigkeiten vertraut, die er in seinem Brief beschrieb. Er hatte sie als junger Mann an der John Hopkins University selbst erlebt. Siehe Casey P. Griffiths, „Joseph F. Merrill: Latter-day Saint Commissioner of Education, 1928–1933“, Masterarbeit, Brigham-Young-Universität, 2007, Seite 24–30; Joseph F. Merrill, „The Lord Overrules“, Improvement Era, Juli 1934, Seite 413, 447

46. Siehe Sessions, mündlicher Bericht von 1965, Seite 12

47. Siehe Wright, „Beginnings of the First LDS Institute“, Seite 72

48. Magleby, „1926, Another Beginning“, Seite 27

49. J. Wyley Sessions an Ward H. Magleby, 29. Dezember 1967, Laguna Hills, Kalifornien, Sessions-Sammlung, Kiste 2, Ordner 5, Sondersammlungen der BYU

50. Siehe J. Wyley Sessions, „The Latter-day Saint Institutes“, Improvement Era, Juli 1935, Seite 414

51. J. Wyley Sessions an Ward H. Magleby, 6. Januar 1968, Laguna Hills, Kalifornien, Sessions-Sammlung, Kiste 2, Ordner 5, Sondersammlungen der BYU

52. Siehe Magleby, „1926, Another Beginning“, Seite 32

53. Siehe Arrington, „Founding of LDS Institutes“, Seite 143

54. Siehe Arrington, „Founding of LDS Institutes“, Seite 143

55. Siehe Griffiths, „First Institute Teacher“, Seite 187–191

56. Sessions, „The Latter-day Saint Institutes“, Seite 412

57. Siehe „Seminaries of LDS Church Put under Study by School Officials“, Salt Lake Tribune, 9. Januar 1930, Seite 1, 14

58. „Seminaries of LDS Church“, Seite 14

59. Siehe „Seminaries of LDS Church“, Seite 14

60. Siehe „Seminaries of LDS Church“, Seite 14

61. „Head of System Answers Attack upon Seminaries“, Deseret News, 9. Januar 1930, Seite 1

62. Siehe „Church Leaders Protest Battle on Seminaries“, Deseret News, 7. April 1930, Seite 1

63. Merrill an den Bildungsausschuss des Staates Utah, „A Reply to Inspector Williamson’s Report to the State Board of Education on the Existing Relationship between Religious Seminaries and Public High Schools in the State of Utah and Comments Thereon by a Special Committee of the Board“, 3. Mai 1930, Buchanan-Sammlung, Kiste 57, Ordner 13, Sondersammlungen der University of Utah, Seite 23f.

64. Siehe „State Retains Credit Rating of Seminaries“, Salt Lake Tribune, 24. September 1931

65. Siehe Ernest L. Wilkinson, Hg., „Brigham Young University: The First One Hundred Years“, 4 Bände, 1975–1976, 2:288

66. Siehe Russel B. Swensen, „At the University of Chicago Divinity School: A Personal Reminiscence“, Dialogue, Sommer 1972, Seite 37–47; T. Edgar Lyon Jr., „T. Edgar Lyon: A Teacher in Zion“, 2002, Seite 123–145; Casey Paul Griffiths, „The Chicago Experiment: Finding the Voice and Charting the Course of Religious Education in the Church“, BYU Studies, Band 49, Nr. 4, 2010, Seite 91–130

67. Siehe „Dr. Joseph F. Merrill Succeeds Dr. Widtsoe in Europe“, Deseret News, 18. Juli 1933, Seite 1

68. Zitiert in Richard Sherlock, „Faith and History: The Snell Controversy“, Dialogue, Band 12, Nr. 1, Frühling 1979, Seite 27–41

69. J. Reuben Clark Jr., „Der vorgegebene Weg des Bildungswesens der Kirche“, Ansprache vor Seminar- und Institutsverantwortlichen am 8. August 1938, Seite 7f.; siehe auch Improvement Era, September 1938, Seite 571

70. Sterling M. McMurrin und L. Jackson Newell, „Matters of Conscience: Conversations with Sterling M. McMurrin on Philosophy, Education, and Religion“, 1996, Seite 115

71. S. O. Bennion, Deseret News Publishing Co., an J. Reuben Clark, 15. August 1938, Clark Papers, MSS 303, Kiste 215, Ordner 8, Historisches Archiv der Kirche

72. J. Reuben Clark an Samuel O. Bennion, 20. August 1938, Clark Papers, Kiste 215, Ordner 8, Historisches Archiv der Kirche

73. Clark, „Der vorgegebene Weg“, Seite 4

74. Siehe Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 71f.

75. Siehe Berrett, „A Miracle in Weekday Religious Education“, Seite 224

76. Siehe Berrett, „A Miracle in Weekday Religious Education“, Seite 54

77. Berrett, „My Story“, Seite 41f.

78. Siehe Tuttle, „Released Time Religious Education“, Seite 76

79. J. Reuben Clark Bürotagebuch, 21. März 1940, Buch mit Nachträgen, Clark Papers, Kiste 11, Ordner 1, Historisches Archiv der Kirche; Hervorhebung im Original

80. Siehe M. Lynn Bennion, „Recollections of a School Man: The Autobiography of M. Lynn Bennion“, 1987, Seite 108

81. J. Reuben Clark an J. Karl Wood, 27. Mai 1941, Clark Papers, MS 303, Kiste 303, Ordner 224, Historisches Archiv der Kirche

82. Siehe Boyd K. Packer, „A History of the Indian Seminaries of the Department of Education, Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“, Seite 1, unveröffentlichtes Manuskript, Sammlung von William E. Berrett, MSS 1955, Kiste 1, Ordner 1, Sondersammlungen der BYU

83. George Durant, Interview von Leland Gentry im Hauptbüro, 14. Juni 1991, Church record 102, 157, Historisches Archiv der Kirche, Seite 5

84. Siehe Packer, „History of the Indian Seminaries“, Seite 11

85. Siehe Frederick S. Buchanan, „Masons and Mormons: Released-Time Politics in Salt Lake City, 1930–1956“, Journal of Mormon History, Band 19, Nr. 1, 1993, Seite 61–115

86. Zitiert in Buchanan, „Masons and Mormons“, Seite 94f. Der Mann, der für die Werbung bezahlte und dessen Name auf der Werbung als Sponsor stand – David W. Saunders – gab später zu, dass ihm nicht klar gewesen war, was mit Schulfreistunden gemeint war und wofür dies stand. Da er erst ein Jahr zuvor aus Indiana zugezogen war, wusste Saunders noch nicht einmal, wofür LDS stand. Saunders gab an, dass "Jack Mormons" für die Werbung bezahlt hatten, also Mormonen, die inaktiv waren, oder Leute, die die Kirche zwar kannten, ihr aber nicht angehörten. Saunders besuchte noch nicht einmal die Ausschusssitzung, gegen die laut der Werbung protestiert werden sollte. In den restlichen Jahren (bis zu den Fünfzigerjahren) wurde das Seminar in den Schulfreistunden im Schulbezirk Salt Lake City allmählich eingeführt. Siehe auch Buchanan, Seite 96–102.

87. Kenneth W. Godfrey an David B. Rimington, 17. März 1986, in David B. Rimington, „Vistas on Visions: A Golden Anniversary History of Church Education in Southern California“, 1988, Seite 22; siehe auch „Early-Morning Seminary Celebrates 60 Years“, 27. September 2010, http://lds.org/church/news/early-morning-seminary-celebrates-60-years?lang=eng&query=early+morning+seminary

88. E. Garrett Barlow, Interview von David Rimington, Juni 1985, in Rimington, „Vistas on Visions“, Seite 21

89. Siehe Dennis A. Wright, „Good Morning Los Angeles: The Beginning of the Early Morning Seminary Program“, in „Regional Studies in Latter-day Saint Church History: California“, Hg. David F. Boone, Robert C. Freeman, Andrew H. Hedges und Richard Neitzel Holzapfel, 1998, Seite 224

90. Siehe Wright, „Good Morning Los Angeles“, Seite 225

91. Ray L. Jones, fünfseitiger Bericht zu den Anfängen des Seminars am frühen Morgen in Los Angeles, zitiert in Wright, „Good Morning Los Angeles“, Seite 225

92. Siehe Wright, „Good Morning Los Angeles“, Seite 227ff. Die sechs ausgewählten Pfähle waren Los Angeles, Inglewood, Los Angeles Süd, Pasadena, San Fernando und Los Angeles Ost.

93. Ina Easton, Interview von David B. Rimington, Juli 1985, zitiert in Wright, „Good Morning Los Angeles“, Seite 229f.

94. Siehe Wright, „Good Morning Los Angeles“, Seite 233

95. 2010 waren 216.961 Schüler für das tägliche Seminar eingeschrieben, beim Seminar in den Schulfreistunden waren es 115.787. Siehe „Seminaries and Institutes of Religion Annual Report for 2010“, Seite 2

96. Siehe Ernest L. Wilkinson und W. Cleon Skousen, „Brigham Young University: A School of Destiny“, 1976, Seite 479f.

97. Die beste Quelle zu William E. Berretts Vorgeschichte im Bildungswesen der Kirche ist zu finden in Berrett, „My Story“.

98. Elder Lee zitierte Elder Matthew Cowley.

99. Summer School Lectures, 1954, unveröffentlichte Notizen von Harold B. Lee; sie befinden sich im Archiv von Seminar und Institut.

100. Berrett, „My Story“, Seite 77

101. Berrett, „My Story“, Seite 129

102. Marshall T. Burton zitiert George D. Durrant, Interview von Casey P. Griffiths, 3. Februar 2011, Seite 8

103. Boyd K. Packer, Interview von Leland Gentry im Hauptbüro, 17. Januar 1992, Church record 102, 157, Kiste 2, Ordner 31, Historisches Archiv der Kirche, Seite 8

104. A. Theodore Tuttle, mündlicher Bericht, Interview von Gordon Irving, OH 360, Historisches Archiv der Kirche, Seite 116

105. In Lucille C. Tate, „Boyd K. Packer: A Watchman on the Tower“, 1995, Seite 121

106. Boyd K. Packer, „Teach Ye Diligently“, 1991, Seite 208

107. Packer, „Teach Ye Diligently“, Seite 210

108. Packer, „Teach Ye Diligently“, Seite 211

109. Tuttle Interview, Seite 124

110. Tate, Boyd K. Packer, Seite 121

111. Siehe Berrett, „My Story“, Seite 79f.

112. Siehe Tagebuch von David O. Kay, 20. April 1961, McKay Papers, MS 668, Kiste 46, Ordner 5, Sondersammlungen der University of Utah

113. Siehe Mark L. Grover, „A Land of Promise and Prophecy: Elder A. Theodore Tuttle in South America, 1960–1965“, 2008, Seite 86f.; Protokoll einer Versammlung mit Ernest L. Wilkinson und William E. Berrett, 1. Juni 1961, CES-Verwaltungsunterlagen, Church record 102, 125, Kiste 11, Ordner 10, Historisches Archiv der Kirche. In den CES-Verwaltungsunterlagen aus dieser Zeit findet man eine Fülle von Anfragen aus Lateinamerika nach dem Seminar und Institut. Einige sind von Tuttle selbst verfasst und stammen aus den fünf Jahren, in denen er die Arbeit in diesem Gebiet beaufsichtigte. In den Berichten aus dieser Zeit kann man die Anfragen nach dem Seminar und Institut aus Guatemala, Brasilien, Uruguay, Argentinien und der Anden-Mission (Peru, Ecuador und Bolivien) finden (siehe CES-Verwaltungsunterlagen, Kiste 11, Ordner 8–10, Historisches Archiv der Kirche).

114. Boyd K. Packer an David O. McKay und seine Ratgeber, 18. Februar 1963; eine vollständige Abschrift dieses Briefs befindet sich in Präsident McKays Tagebuch, 5. März 1963, Kiste 53, Ordner 7, McKay Papers, Sondersammlungen der University of Utah; Hervorhebung im Original.

115. Brief von Lt. Col. A. E. Haines an William E. Berrett, 1. September 1963, New York, CES-Verwaltungsunterlagen, Kiste 10, Ordner 10, Historisches Archiv der Kirche

116. Siehe William E. Berrett, Interview von E. Dale LeBaron, 6. Mai 1991, Seite 2 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

117. Siehe Berrett, Interview von 1991, Seite 5; Berrett, „Miracle in Weekday Religious Education“, Seite 160

118. William E. Berrett, mündlicher Bericht, Interview von Thomas E. Cheney, 27. Januar 1982, UA OH 69, Sondersammlungen der Brigham-Young-Universität, Seite 16 46. Siehe auch Berrett, mündlicher Bericht von 1991, Seite 5

119. Siehe Donald Wilson, „History of the Latter-day Saint Home Study Program“, Seite 1, unveröffentlichtes Manuskript, MS 4941, Historisches Archiv der Kirche

120. Siehe Donald R. Bond, Interview von E. Dale LeBaron, 13. Juni 1991, Seite 4 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths). Donald R. Bond, „A New Type of Seminary: A Grain of Mustard Seed“, Seite 2, unveröffentlichtes Manuskript (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths). Die drei Gebiete, die für das Pilotprojekt ausgewählt wurden, waren Des Moines und Davenport in Iowa und Vincennes in Indiana.

121. Siehe Bond, Interview von 1991, Seite 16

122. Donald B. Jessee, Interview von E. Dale LeBaron, 5. Juli 1991, Seite 18f., 21 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

123. Siehe Arnold J. Stringham, „My Experience in Seminary Curriculum“, Seite 3f., unveröffentlichtes Manuskript (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Arnold Stringham)

124. R. Wayne Linke an Ernest L. Eberhard Jr., 20. Dezember 1967, Marshalltown, Iowa (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

125. Bond, „A New Type of Seminary“, Seite 5

126. J. L. Jaussi, Interview von E. Dale LeBaron, 28. Mai 1991, Seite 7 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

127. Siehe John und Diane Madsen, Interview von E. Dale LeBaron, 8. August 1991, Seite 34

128. Madsen, Interview, Seite 40

129. Madsen, Interview, Seite 43

130. Siehe Madsen, Interview, Seite 74

131. Siehe John Madsen, „A Brief Account of the Introduction of the Church Education in Great Britain“, Seite 4, unveröffentlichtes Manuskript (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

132. Siehe LaVelle Moss, Interview von E. Dale LeBaron, 12. Juni 1991, Seite 23f. (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

133. Siehe E. Dale LeBaron, „Go Ye into All the World: Pioneering in Church Education“, Seite 65, unveröffentlichtes Manuskript, Archiv von Seminar und Institut

134. Clarence F. Schramm, Interview von Casey P. Griffiths, 8. November 2010, Seite 25. Bald nachdem Berrett in den Ruhestand gegangen war, wurde er vom Bildungsbeauftragten Maxwell gebeten, die Geschichte des Seminars und Instituts zusammenzustellen – eine Aufgabe, die er bereitwillig übernahm. Schließlich hatte er fünf Bände mit Material zusammengestellt – über 3000 Seiten; siehe Berrett, „Miracle in Weekday Religious Education“, Seite XI

135. Siehe Berrett, „My Story“, Seite 80f.

136. Zitiert in Daniel Lund Hess, „The Evolution of Media in the Church Educational System of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints“, Masterarbeit, Brigham-Young-Universität, 2002, Seite 23

137. George D. Durrant, Interview von Casey P. Griffiths, 25. Februar 2011

138. Siehe Hess, „Evolution of Media“, Seite 22

139. Siehe Joe J. Christensen, mündlicher Bericht, Interview von David J. Whitaker, 1977, OH 319, Historisches Archiv der Kirche, Seite 8

140. Neal A. Maxwell, Interview von E. Dale LeBaron, 3. März 1992, Seite 3 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

141. Siehe Christensen, mündlicher Bericht von 1977, Seite 10

142. Joe J. Christensen, „The Globalization of the Church Educational System“, in Reid L. Neilson, Hg., „Global Mormonism in the 21st Century“, 2008, Seite 191

143. In David A. Christensen, Interview von E. Dale LeBaron, 19. Mai 1991, Seite 73 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

144. Siehe Christensen, Interview von 1991, Seite 25

145. Siehe Stephen K. Iba, Interview von E. Dale LeBaron, 26. Juni 1991, Seite 25 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

146. Robert B. Arnold, Interview von E. Dale LeBaron, 2. Mai 1991, Seite 12 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

147. Siehe Richard L. Brimhall, Interview von E. Dale LeBaron, 11. Juni 1991, Seite 99 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

148. Joe J. Christensen, Interview von E. Dale LeBaron, 13. April 1991, Seite 30 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

149. Siehe Bruce M. Lake, Interview von E. Dale LeBaron, 1. Mai 1991, Seite 9f. (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

150. Siehe Spencer J. und Shirley J. Palmer, Hg., „The Korean Saints: Personal Stories of Trial and Triumph“, 1950–1980, 1995, Seite 184–190

151. Neal A. Maxwell, mündlicher Bericht, Interview von E. Dale LeBaron, 3. März 1992, Seite 19 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

152. Franklin D. Day, mündlicher Bericht, Interview von David J. Whitaker, 22. Juli 1977, OH 366, Historisches Archiv der Kirche, Seite 16

153. Day, mündlicher Bericht von 1977 von Whittaker, Seite 18

154. Franklin D. Day, Interview von E. Dale LeBaron, 3. Mai 1991, Seite 37 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

155. Joe J. Christensen, „Abiding by its Precepts“, in Gaye Strathearn und Charles Swift, Hg., „Living the Book of Mormon: Abiding by its Precepts“, Sidney B. Sperry Symposium, 2007, Seite 3

156. Siehe Berrett, „A Miracle in Weekday Religious Education“, Seite 188

157. Zitiert in Raymond Kuehne, „Mormons as Citizens of a Communist State: A Documentary History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints in East Germany“, 1945–1990, 2010, Seite 181

158. Henry Kosak, Interview von Casey P. Griffiths, 7. April 2011, Seite 3. Bruder Kosak wurde dann später selber Seminarlehrer. Heute ist er S&I-Gebietsdirektor im Gebiet Europa Ost.

159. In Kuehne, „Mormons as Citizens of a Communist State“, Seite 181f.

160. Kelly P. Anderson, Sean R. Dixon, Tracy R. Kirkham und Gregory B. Wightman, „Foundations of Sequential Scripture Teaching in the Church Educational System“, Seite 8, unveröffentlichtes Manuskript, University of Phoenix, 1997 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

161. Stanley A. Peterson, Interview von Jeffrey L. Anderson, 17. Februar 2000, Seite 23; Veröffentlichung der Niederschrift mit freundlicher Genehmigung von Seminar und Institut

162. Peterson, Interview von 2000, Seite 23

163. Siehe Anderson, „Foundations of Sequential Scripture Teaching“, Seite 9

164. Anderson, „Foundations of Sequential Scripture Teaching“, Seite 10

165. Anderson, „Foundations of Sequential Scripture Teaching“, Seite 11

166. Bruce R. McConkie, „The Foolishness of Teaching“, Ansprache vor Religionslehrern des Bildungswesens der Kirche, 19. September 1981, Seite 7

167. Siehe Hess, „Evolution of Media“, Seite 37

168. Paul V. Johnson, Interview von Casey P. Griffiths, 19. Januar 2010, Seite 2

169. Siehe Johnson, Interview von 2010, Seite 3

170. Siehe Stanley A. Peterson, Interview von E. Dale LeBaron, 1. Mai 1991, Seite 7 (Kopie im Besitz von Casey P. Griffiths)

171. Peterson, Interview von 1991, Seite 8

172. Peterson, Interview von 1991, Seite 21

173. Peterson, Interview von 1991, Seite 23

174. Don und Milja Harper, Telefongespräch mit Casey P. Griffiths, 25. Oktober 2011

175. Harper, Telefongespräch

176. Johnson, Interview von 2010, Seite 7

177. S&I ist eine Abkürzung für Seminar und Institut, der bevorzugten Bezeichnung für die Programme zur religiösen Bildung des Bildungswesens der Kirche. Im Laufe der Jahre hat man dem Seminar und Institut verschiedene Bezeichnungen gegeben, manchmal einfach nur CES oder Bildungswesen der Kirche. Man sollte jedoch beachten, dass der Begriff „Bildungswesen der Kirche“ ein Oberbegriff für fünf verschiedene Bildungseinrichtungen ist, die von der Kirche betrieben werden – nämlich die Brigham-Young-Universität, die Brigham-Young-Universität Hawaii, die Brigham-Young-Universität Idaho, das LDS Business College sowie das Seminar und Institut (wozu auch die Grund- und weiterführenden Schulen im Pazifikraum und Mexiko gehören). Da der Bildungsausschuss der Kirche erkannt hat, dass diese Begriffe Verwirrung stiften können, hat er am 10. März 2008 in einer Kurzmitteilung die Namensänderung bei der Einrichtung für die religiöse Bildung bekanntgegeben. Der Name lautet jetzt einfach Seminar und Institut.

178. Die Ansprachen sind nach Anmeldung verfügbar auf si.lds.org.

179. Johnson, Interview von 2010, Seite 10

180. „Teaching and Learning Emphasis“, 2009

181. Roger G. Christensen, Interview von Casey P. Griffiths, 1. September 2010, Seite 29

182. W. Rolfe Kerr, „On the Lord’s Errand“, Satellitenübertragung der CES-Schulung, August 2005, Seite 7

183. Chad H. Webb, „Deepening Conversion“, CES-Satellitenübertragung vom 7. August 2007, Seite 1, 4

184. „Teaching and Learning Emphasis“

185. Boyd K. Packers Ansprache anlässlich der Hundertjahrfeier, „Wie man in Feindesland überlebt“, ist im Internet zu finden auf www.si.lds.org oder auf www.lds.org

186. Siehe Coleman und Jones, „History of Granite Seminary, 1933“, Seite 18, 23

187. Siehe „Granite Seminary: Spanking New Building Now Stands Where First Classes Were Held in 1912“, Church News, 4. September 1993, Seite 8f.

188. Einschreibungen weltweit für das Schuljahr 2010/11 im S&I-Jahresbericht 2012, Seite 5

189. Henry B. Eyring, „Gedanken zum Schriftstudium – ein Interview mit Elder Henry B. Eyring, Liahona, Juli 2005, Seite 25

 

Herausgeber: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Salt Lake City, Utah

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