Lehren der Präsidenten der Kirche
„Er war ein Prophet Gottes‘ – Zeitgenossen von Joseph Smith geben Zeugnis von seiner prophetischen Mission


Kapitel 43

„Er war ein Prophet Gottes“ – Zeitgenossen von Joseph Smith geben Zeugnis von seiner prophetischen Mission

„Ich möchte am liebsten ständig Halleluja rufen, wenn ich daran denke, dass ich Joseph Smith, den Propheten, überhaupt gekannt habe.“ (Brigham Young)

Aus dem Leben von Joseph Smith

In Nauvoo kamen die Heiligen oft zusammen, um den Propheten Joseph Smith sprechen zu hören. Weil es in Nauvoo kein Gebäude gab, das groß genug war, um alle Heiligen aufzunehmen, sprach der Prophet oft im Freien. Oft sprach er westlich des Tempels in einem Wäldchen, wo Tausende sich versammeln konnten. Man baute ein tragbares Podium für die Führer der Kirche und die Sprecher, und die Zuhörer saßen im Gras oder auf Baumstämmen oder Ziegelsteinen. Der Prophet sprach auch an anderen Plätzen in Nauvoo, auch am noch nicht fertig gestellten Tempel oder in Privathäusern. Ein Besucher, der Anfang 1843 in Nauvoo war, berichtete, dass Versammlungen „auf dem nackten Boden im Keller des Tempels“ abgehalten wurden „und dabei predigt der Prophet oft“.1

Wenn der Prophet im Freien sprach, bat er die Heiligen am Anfang seiner Reden oft, zu beten, dass der Wind oder der Regen sich legte, bis er mit seiner Rede zu Ende gekommen war. Anlässlich einer Konferenz, die am 8. April 1843 in Nauvoo abgehalten wurde, begann der Prophet seine Rede mit den Worten: „Ich habe drei Bitten an alle Anwesenden: Erstens bitte ich euch, dass alle, die Glauben haben, diesen Glauben ausüben und zum Herrn beten, dass er den Wind beruhigt, denn so, wie er jetzt bläst, kann ich nicht lange sprechen, ohne meine Gesundheit ernsthaft zu gefährden. Zweitens bitte ich um eure Gebete, dass der Herr meine Lungen stärkt, sodass ich fähig bin, von euch allen gehört zu werden. Drittens, betet, dass der Heilige Geist auf mir ruht, damit er mich befähigt, das zu verkünden, was wahr ist.“2

Wenn der Prophet sprach, war das für die Mitglieder der Kirche von großer Bedeutung. Manchmal sprach er zu mehreren tausend Menschen. „Niemand, der ihm zuhörte, wurde seiner Ausführungen je müde“, berichtete Parley P. Pratt. „Ich habe sogar erlebt, wie er eine Gruppe interessierter und aufmerksamer Zuhörer bei Kälte oder Sonnenschein, Regen oder Wind für viele Stunden fesselte, während sie im einen Moment lachten und im nächsten weinten.“3 Alvah J. Alexander, der während der Jahre in Nauvoo noch ein Junge war, erinnerte sich, dass „kein Vergnügen oder Spiel war für mich interessanter [war], als ihn sprechen zu hören“.4

Amasa Potter erinnert sich an eine machtvolle Predigt, die der Prophet Joseph Smith vor einer großen Gruppe von Heiligen in Nauvoo hielt:

„Nachdem [der Prophet] ungefähr dreißig Minuten gesprochen hatte, kam ein heftiger Sturm auf. Der Staub war so dicht, dass wir einander kaum noch sehen konnten und einige von den Leuten wollten gehen, als Joseph sie aufrief, anzuhalten und ihre Gebete zum allmächtigen Gott aufsteigen zu lassen, dass der Wind sich legen und der Regen aufhören möge, dann würde es so sein. Nach wenigen Minuten hörten der Wind und der Regen auf und die Naturgewalten wurden so ruhig wie ein Sommermorgen. Der Sturm teilte sich und verzog sich in den Norden und den Süden der Stadt. Wir konnten sehen, wie in einiger Entfernung die Bäume und Büsche im Wind wogten, während es dort, wo wir waren, für eine Stunde ruhig war. In dieser Zeit hielt der Prophet eine seiner bedeutendsten Predigten über die Verstorbenen.“5

Die Heiligen, die den Propheten Joseph Smith gehört hatten, gaben machtvoll und klar Zeugnis von seiner prophetischen Mission. Viele von ihnen schrieben ihre Erinnerungen an Reden, die sie von ihm gehört hatten, und an Erlebnisse, die sie mit ihm hatten, auf, denn sie wollten, dass die folgenden Generationen wüssten, wie sie wussten, dass Joseph Smith wahrhaftig ein Prophet Gottes war.

Zeugnisse von Joseph Smith

Wie die frühen Heiligen können auch wir wissen, dass Joseph Smith der Prophet ist, durch den der Herr die Fülle des Evangeliums wiederhergestellt hat

Brigham Young, der zweite Präsident der Kirche: „Ich möchte am liebsten ständig Halleluja rufen, wenn ich daran denke, dass ich Joseph Smith, den Propheten, den der Herr erweckt und ordiniert und dem er die Schlüsselgewalt und Vollmacht gegeben hat, das Gottesreich auf der Erde zu errichten und aufzubauen, überhaupt gekannt habe. Diese Schlüsselgewalt ist diesem Volk übertragen, und wir haben die Macht, das Werk, das Joseph begonnen hat, fortzuführen.“6

Eliza R. Snow, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung von 1866 bis 1887: „In der Sache der Wahrheit und Rechtschaffenheit – bei allem, was seinen Mitmenschen von Nutzen sein konnte, war seine Lauterkeit so standhaft wie die Säulen des Himmels. Er wusste, dass Gott ihn zu diesem Werk berufen hatte, und alle Mächte der Erde und der Hölle gemeinsam konnten ihn nicht von diesem Ziel ablenken oder ablenken. Mit der Hilfe Gottes und seiner Brüder legte er das Fundament für das bedeutendste Werk, das je von Menschen errichtet wurde – ein Werk, das sich nicht nur auf die Lebendigen und die kommenden Generationen, sondern auch auf die Toten erstreckte.

Mutig und kühn trat er den falschen Überlieferungen, dem Aberglauben, den Religionen, der Bigotterie und dem Unwissen der Welt entgegen – blieb jedem Grundsatz treu, der vom Himmel offenbart worden war, blieb seinen Brüdern treu und blieb Gott treu und besiegelte sein Zeugnis dann mit seinem Blut.“7

Bathsheba W. Smith, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung von 1901 bis 1910: „Ich kenne ihn als das, was er von sich sagte – als wahren Propheten Gottes. Der Herr stellte durch ihn das immerwährende Evangelium und jede Verordnung und jedes Endowment wieder her, die uns in das celestiale Reich führen werden.“8

Wilford Woodruff, der vierte Präsident der Kirche: „Was auch immer ich an Bruder Joseph beobachtet habe, hat mir große Freude gemacht, denn sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Privatleben hatte er den Geist des Allmächtigen bei sich und offenbarte eine innere Größe, die ich bei keinem anderen Menschen erlebt habe.“9

Daniel D. McArthur, ein frühes Mitglied der Kirche, der später eine der ersten Handwagengruppen nach Salt Lake City führte: „Mein Zeugnis ist, dass er ein wahrer Prophet des lebendigen Gottes war. Je mehr ich von seinen Reden hörte und je mehr ich von seinen Taten sah, desto mehr war ich überzeugt, dass er wahrhaftig Gott, den Vater, und seinen Sohn, Jesus Christus, gesehen hatte, wie auch die heiligen Engel Gottes. … Mir schien immer, wenn ich jemals irgendetwas auf dieser Erde mit Sicherheit wusste, dann, dass er ein Prophet war.“10

Alexander McRae, der mit ihm im Gefängnis von Liberty gefangen gehalten wurde: „Unser Vertrauen in [Joseph Smith] als Prophet war derart, dass wir sicher waren: Wenn er sagte ‚So spricht der Herr‘, dann würde es so geschehen, wie er es gesagt hatte. Je mehr wir es ausprobierten, umso größeres Vertrauen hatten wir, denn wir erlebten nicht ein einziges Mal, dass sein Wort sich nicht erfüllte.“11

Lyman O. Littlefield, ein Mitglied des Zionslagers: „Alle Energie seiner Seele floss in das herrliche Werk der Letzten Tage, zu dem er von seinem göttlichen Herrn berufen worden war.“12

Mary Alice Cannon Lambert, eine Bekehrte aus England, die 1843 nach Nauvoo auswanderte: „Als das Schiff, mit dem wir den Mississippi heraufkamen, die Anlegestelle in Nauvoo erreichte, waren einige der führenden Brüder dort, um die Heiligen, die mit dem Schiff gekommen waren, zu begrüßen. Einer dieser Brüder war der Prophet Joseph Smith. Sobald ich ihn erblickte, erkannte ich ihn. In diesem Augenblick erhielt ich das Zeugnis, dass er ein Prophet Gottes war. … Er war mir nicht gezeigt worden. Ich erkannte ihn unter all den anderen Männern und obwohl ich nur ein Kind war (ich war nur vierzehn Jahre alt), wusste ich, dass ich einen Propheten Gottes sah.“13

Angus M. Cannon, ein Mitglied der Kirche, der in seiner Jugend in Nauvoo wohnte und später in Salt Lake City Pfahlpräsident wurde: „Ich kann mich besonders an eine Begebenheit im Frühjahr 1844 erinnern, als Bruder Joseph zu einer Gruppe von Heiligen sprach. Es war unter einigen großen Eichen in einer Senke südlich des Tempels in der Nähe der Parley-Street. Er sprach darüber, dass Gott, als er seine Kirche aufrichtete, vorgesehen hatte, dass nur ein Mann von Gott bevollmächtigt sei, Offenbarungen zu empfangen, die für die Kirche verbindlich waren. … Bei eben diesem Anlass hörte ich den Propheten verkünden, dass er das Melchisedekische Priestertum von Petrus, Jakobus und Johannes empfangen hatte.

Der Eindruck, den die inspirierten Äußerungen Joseph Smiths in meinem jungen Verstand hinterließen, hat mich durch mein ganzes weiteres Leben begleitet. Und wenn mein Verstand sonst verdunkelt gewesen wäre, hat sein Zeugnis lebhaft vor mir gestanden und mir bekundet, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage durch die offenkundige Macht und Vollmacht Gottes gegründet und geführt worden ist.“14

Hyrum Smith, der Bruder des Propheten und Patriarch der Kirche: „Auch früher hat es Propheten gegeben, aber Joseph hat den Geist und die Macht aller Propheten.“15

Joseph Smith war ein Vorbild, dem wir folgen können, um einen Charakter zu entwickeln, der Christus gleich ist

Parley P. Pratt, Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel von 1835 bis 1857: „Präsident Joseph Smith war von hohem und edlem Wuchs, stark und lebhaft. Er hatte eine helle Hautfarbe, blondes Haar, blaue Augen, spärlichen Bartwuchs und einen einzigartigen Gesichtsausdruck. … Er blickte stets milde und freundlich und strahlte Intelligenz und Güte aus, dabei hatte er einen wachen Blick und ein unbewusstes Lächeln, eine natürliche Heiterkeit. Er war ganz offen und frei von gekünsteltem Ernst. In dem klaren, ruhigen Blick seiner Augen lag etwas, als könne er den tiefsten Grund des Herzens durchdringen, als schaue er in die Ewigkeit, durchdringe die Himmel und erfasse alle Welten. Er besaß eine edle Kühnheit und einen unabhängigen Charakter, er verhielt sich ungezwungen und freundlich, sein Tadel war schrecklich wie ein Löwe, seine Güte so unendlich wie der Ozean, seine Intelligenz allumfassend.“16

John Needham, ein früher Bekehrter aus England: „Joseph Smith ist ein großartiger Mann, ein Mann mit Grundsätzen, ein aufrichtiger Mann, kein frömmelnder Bursche mit bedrücktem Gesicht, sondern ganz das Gegenteil. Tatsächlich stolpern manche, weil er so direkt, offen und fröhlich ist, aber gerade dafür liebe ich ihn umso mehr.“17

Emmeline B. Wells, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung von 1910 bis 1921: „Ich … bezeuge, dass er der größte Mann und der größte Prophet und die größte Persönlichkeit dieser Generation war, und ich bin sicher, dass ich sagen kann, der Größte seit der Zeit des Erretters. Seine majestätische Erscheinung war etwas Wunderbares. Man hielt ihn für größer als er es ohnehin schon war. Vielen von Ihnen sind vielleicht schon Männer aufgefallen, die so wirken, wenn sie aufstehen und gehen. So war es auch mit dem Propheten Joseph. Ich kenne kein Bild von ihm, das die Schönheit und Majestät seiner Erscheinung wiedergibt.“18

Mary Alice Cannon Lambert: „Die Liebe der Heiligen für ihn war unaussprechlich. Sie hätten bereitwillig ihr Leben für ihn gegeben. Wenn er sprechen sollte, legte man jede Arbeit beiseite, um seinen Worten lauschen zu können. Er war kein gewöhnlicher Mann. Heilige und Sünder fühlten und erkannten gleichermaßen eine Macht, einen Einfluss, den er besaß. Es war unmöglich, ihm zu begegnen und nicht von der Kraft seiner Persönlichkeit und seines Einflusses beeindruckt zu sein.“19

John M. Bernhisel, ein Arzt, der in den Jahren 1843 und 1844 mehrere Monate bei Joseph und Emma in Nauvoo wohnte: „Joseph Smith ist von Natur aus ein Mann mit starker Geisteskraft. Er verfügt über große Tatkraft und Entschlossenheit, großen Scharfsinn und ein umfassendes Wissen über die menschliche Natur. Er ist ein Mann mit ruhigem Urteilsvermögen und großzügigen Ansichten und zeichnet sich besonders durch seinen Gerechtigkeitssinn aus. Er ist freundlich und zuvorkommend, großzügig und wohlwollend, gesellig und heiter, und besitzt ein nachdenkliches Wesen. Er ist ehrlich, freimütig, furchtlos und unabhängig und so frei von Heuchelei, wie ein Mann es nur sein kann. … Als Religionslehrer wie auch als Mensch wird er von seinem Volk sehr geliebt.“20

Jesse N. Smith, ein Cousin des Propheten: „[Der Prophet war] unübertroffen der göttlichste Mann, den ich je gesehen habe. … Ich weiß, dass er von Natur aus nicht fähig war zu lügen und zu täuschen. Er hatte das freundlichste und edelste Wesen. In seiner Gegenwart hatte ich das Gefühl, dass er mich ganz und gar durchschauen konnte. Ich weiß, dass er all das war, was er von sich sagte.“21

William Clayton, ein Bekehrter aus England, der Joseph Smith als Sekretär diente: „Je mehr ich mit ihm zusammen bin, desto mehr liebe ich ihn; je mehr ich von ihm weiß, desto mehr Vertrauen habe ich in ihn.“22

Joseph F. Smith, der sechste Präsident der Kirche: „Er besaß reichlich die edelsten und reinsten Eigenschaften der menschlichen Natur, die sich auch oft in unschuldigen Vergnügungen äußerten – beim Ballspielen, beim Ringen und Balgen mit seinen Brüdern, indem er einfach Spaß hatte; er war nicht jemand, der sich stocksteif gab und keine Miene verzog, der nicht lächeln konnte, der keine Freude empfand. Nein, er war voller Freude, voller Fröhlichkeit, voller Liebe und besaß jede andere edle Eigenschaft, die einen Menschen bedeutend und gut macht, und gleichzeitig war er bescheiden und unschuldig, sodass er sich zu den einfachsten Gegebenheiten herablassen konnte; und durch die Gnade Gottes hatte er die Kraft, auch die Absichten des Allmächtigen zu verstehen. Das war das Wesen des Propheten Joseph Smith.“23

Joseph Smith lehrte als Prophet, durch den das Evangelium wiederhergestellt worden war, den Erlösungsplan Gottes mit Klarheit und Macht

Brigham Young: „Die Vortrefflichkeit des großartigen Charakters von Bruder Joseph Smith bestand darin, dass er dem begrenzten Verstand Himmlisches nahe bringen konnte. Wenn er den Menschen predigte und das offenbarte, was von Gott ist – den Willen Gottes, den Erlösungsplan, die Absichten Jahwes, unsere Beziehung zu ihm und zu allen himmlischen Wesen – dann passte er das, was er lehrte, der Aufnahmefähigkeit jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes an und machte es so klar und deutlich wie einen genau vorgezeichneten Weg. Das hätte jeden Menschen, der je von ihm gehört hat, von seiner göttlichen Vollmacht und Macht überzeugen müssen, denn niemand sonst konnte so lehren wie er und niemand kann das offenbaren, was von Gott ist, außer durch die Offenbarungen Jesu Christi.“24

Howard Coray, ein Sekretär von Joseph Smith: „Ich habe mich mit dem Evangelium, wie es von Joseph Smith offenbart wurde, befasst und mich gefragt, ob irgendjemand ohne Hilfe des Geistes Gottes ein solches System der Errettung und Erhöhung des Menschen hätte offenbaren können. Ich komme zu dem Schluss, dass dies nicht möglich ist. Ich habe in Nauvoo viele Male am Podium gesessen und seinen Predigten zugehört und wurde von seiner unbeschreiblichen Redekunst – seiner Ausdruckskraft – mitgerissen, wenn er sprach, wie ich nie einen anderen Mann habe sprechen hören.“25

Joseph L. Robinson, Ratgeber in einer Bischofschaft in Nauvoo: „Wir haben schon lange geglaubt und wahrlich gewusst, dass Joseph Smith ein wahrer und demütiger Prophet Gottes war, aber jetzt sehen wir ihn selbst und hören seine Stimme, die wie die Stimme des Himmelsdonners ist und doch ist seine Sprache sanft und lehrreich und sehr erbauend. Aber seine Worte und Predigten sind von solcher Kraft und Erhabenheit, wie wir es nie zuvor in einem Mann wahrgenommen haben, denn er ist ein mächtiger Prophet, ein heiliger Mann Gottes. Er war wahrhaftig in allem, was das Reich Gottes betrifft, geschult worden und war ganz erfüllt vom Heiligen Geist, der sein ständiger Begleiter war.“26

Orson Spencer, der Geistlicher in einer Baptistengemeinde war und sich im Jahr 1841 der Kirche anschloss: „In der Lehre hält sich Mr. Smith eng an die Bibel. Ich habe nie gehört, dass er auch nur eine einzige Wahrheit des Alten und Neuen Testaments bestritt oder gering schätzte, sondern habe nur erlebt, dass er sie meisterhaft erläuterte und verteidigte. Von Gott gesalbt, um die Kirche zu unterweisen und zu vervollkommnen, muss er wissen, wie er das richtig stellt, was fehlt, um als gut unterrichteter Schriftgelehrter Neues und Altes hervorzubringen. Offenbar macht er diese Aufgabe und dieses Apostelamt groß. Durch seine Berührung werden die alten Propheten lebendig und die Schönheit und Kraft ihrer Offenbarungen erwecken in allen, die zuhören, begeistertes Interesse.“27

Jonah R. Ball, ein Mitglied der Kirche, das in Nauvoo lebte: „Ging zur Versammlung. Hörte den Propheten auf dem Fundament des Tempels predigen. Mehrere Tausend waren dort, um ihn zu hören. Da gibt es keinen Fehler. Wie er die heiligen Schriften offen legt ist über jede Spekulation und Diskussion erhaben. Er sprach über das erste Kapitel im zweiten Petrusbrief. Seine Erläuterungen waren so klar wie die Mittagssonne.“28

William Clayton: „Wir hatten die Gelegenheit, mit Joseph Smith Jr. zu sprechen, und für uns ist es eine große Freude, mit ihm zusammen zu sein. … Er ist ein Mann mit gesundem Menschenverstand und überaus intelligent. Während man seinen Worten lauscht, erhält man Einsichten, die den Verstand erweitern und das Herz mit Freude erfüllen. Er ist sehr umgänglich und freut sich, auch den armen Heiligen zu unterweisen. Ich kann mich mit ihm genauso leicht unterhalten wie mit Ihnen. Über seine Bereitwilligkeit, Belehrungen weiterzugeben, sagt er: ‚Ich erhalte sie reichlich und ich gebe sie reichlich.‘ Er ist bereit, jede Frage zu beantworten, die ich stelle, und freut sich, wenn wir ihm Fragen stellen. Er scheint in den heiligen Schriften außerordentlich gut bewandert zu sein. Wenn er über irgendein Thema spricht, wird so viel Licht und Schönheit offenbart, wie ich es nie zuvor erlebt habe. Wäre ich aus England gekommen, nur um mich ein paar Tage lang mit ihm zu unterhalten, hätte ich mich für all meine Mühen reich belohnt gefühlt.“29

Mercy Fielding Thompson, eine Bekehrte aus England, deren Mann, Robert B. Thompson, Sekretär von Joseph Smith war: „Ich habe … seinen klaren und vollendeten Erklärungen auf tiefgründige und schwierige Fragen gelauscht. Für ihn schien alles einfach und leicht zu verstehen zu sein und so konnte er es für andere leicht verständlich machen, wie kein anderer, den ich je gehört hatte.“30

Wie die Heiligen in den Anfangsjahren der Kirche können auch wir die Worte Joseph Smiths wie einen Schatz bewahren und nach den Grundsätzen leben, die er lehrte

Emmeline B. Wells: „Ich konnte im Propheten Joseph Smith die große geistige Kraft erkennen, die den Heiligen Freude und Trost brachte. … Die Macht Gottes ruhte so reichlich auf ihm, dass er bei vielen Gelegenheiten verklärt zu sein schien. Sein Gesichtsausdruck war mild und, wenn er entspannte, fast kindlich. Wenn er zu den Menschen sprach, die ihn liebten und geradezu verehrten, leuchtete sein Gesicht unbeschreiblich. Ein andermal schien die machtvolle Art seines Auftretens mehr noch als seine Stimme (die für mich ausgesprochen wortgewaltig war) den Boden, auf dem wir standen, zu erschüttern und seine Zuhörer im Innersten zu berühren. Ich bin sicher, dass sie damals bereit gewesen wären, ihr Leben zu geben, um ihn zu verteidigen. Wie verzaubert lauschte ich jedem seiner Worte – dem Auserwählten Gottes in dieser letzten Evangeliumszeit.“31

Lorenzo Snow, fünfter Präsident der Kirche: „Als ich den Propheten Joseph Smith zum ersten Mal sah, war ich ein Junge [etwa 17 Jahre alt]. Er sprach zu einer kleinen Versammlung. Er erzählte ihnen vom Erscheinen des Engels. … Die Leute hörten ihm sehr gern zu, denn er war von Offenbarung erfüllt. … Gemäß der Verheißung des Herrn empfingen diejenigen, die die von ihm gelehrten Grundsätze annahmen, ein Zeugnis vom Herrn, dass sie wahr sind.“32

Edward Stevenson, Mitglied der Siebziger von 1844 bis 1897: „Ich sah ihn im Jahr 1834 in Pontiac in Michigan zum ersten Mal. Der Eindruck, den er damals auf mich machte, bereitet mir nun, da ich seinen vielen Freunden davon erzähle, viel Freude. Die Liebe zu ihm, dem wahren Propheten Gottes, hat sich mir unauslöschlich eingeprägt und ist nie verblasst, obwohl seitdem fast sechzig Jahre vergangen sind. Im selben Jahr, 1834, gab der Prophet vor vielen großen Versammlungen machtvoll Zeugnis vom Erscheinen des Vaters und des Sohnes und dem Gespräch mit ihnen. Nie zuvor habe ich eine solche Kraft verspürt, wie sie bei diesen Anlässen kundgetan wurde.“33

Mary Ann Stearns Winters, eine Stieftochter von Elder Parley P. Pratt: „Ich stand nahe beim Propheten, als er den Indianern in dem Wäldchen beim Tempel predigte. Der Heilige Geist erhellte sein Gesicht, bis es leuchtete, als sei es von einem Heiligenschein umgeben, und seine Worte drangen allen, die ihn hörten, tief ins Herz. …

Ich sah die toten Körper der Brüder Joseph und Hyrum, als sie im Mansion House lagen, nachdem sie aus Carthage gebracht worden waren. Ich sah auch etwas von der Kleidung, die sie getragen hatten, gefärbt mit ihrem Blut. Ich weiß, dass sie Männer Gottes waren, Prophet und Patriarch, wahr und treu. Mögen wir würdig sein, ihnen in der kommenden Welt zu begegnen!“34

Wilford Woodruff, Bericht einer Predigt vom 6. April 1837: „Präsident Joseph Smith Jr. erhob sich und sprach drei Stunden zu den Anwesenden – mit der Vollmacht, dem Geist und im Abbild Gottes. Im Haus seiner Freunde offenbarte er seine Gedanken und Gefühle. Er legte den Ältesten Israels vieles dar, was von unermesslicher Bedeutung ist. Oh, dass sie doch für immer mit eisernem Griffel in unsere Herzen geschrieben sein könnten, damit wir sie in unserem Leben ausüben [siehe Ijob 19:23,24]. Diese Quelle des Lichts, der Grundsätze und der Tugend, die dem Herzen und dem Mund des Propheten Joseph Smith entsprang, dessen Seele sich gleich Henochs weitete wie die Ewigkeit – ich sage, wenn solche Zeugnisse so zwingend dargelegt werden, müssen sie bei den Hörern allen Unglauben und jede Ungewissheit vertreiben, denn solche Worte, Gefühle und Grundsätze und ein solcher Geist können nicht der Dunkelheit entspringen. Joseph Smith Jr. ist so wahrhaftig ein Prophet Gottes, der zur Befreiung Israels erweckt wurde, wie mein Herz jetzt in mir brennt.“35

Brigham Young: „Seit ich den Propheten Joseph das erste Mal sah, vergaß ich nie ein Wort, das er über das Reich Gottes sagte. Das ist der Schlüssel zu dem Wissen, das ich heute habe, dass ich auf Josephs Worte gehört und sie in meinem Herzen wie einen Schatz bewahrt und den Vater in Namen seines Sohnes Jesus gebeten habe, sie mir ins Gedächtnis zu rufen, wenn es nötig ist. Ich habe die Dinge Gottes bewahrt. Das ist der Schlüssel, den ich heute habe. Ich war bestrebt, von Joseph und dem Geist Gottes zu lernen.“36

Anregungen für Studium und Unterricht

Beachten Sie diese Anregungen, wenn Sie sich mit dem Kapitel befassen oder sich auf den Unterricht vorbereiten. Weitere Anregungen finden Sie auf Seite VII–XIII.

  • Lesen Sie die Zeugnisse über den Propheten Joseph Smith auf Seite 550ff. Was beeindruckt Sie an diesen Zeugnissen? Worauf gründet sich Ihr eigenes Zeugnis von Joseph Smith? Wie haben Sie dieses Zeugnis erlangt? Vielleicht möchten Sie Ihr Zeugnis ins Tagebuch schreiben oder Ihrer Familie Zeugnis geben.

  • Auf Seite 553ff. werden Joseph Smiths äußeres Erscheinungsbild, seine Persönlichkeit und sein Charakter beschrieben. Wie werden Ihre Gefühle für Joseph Smith von diesen Berichten beeinflusst? Denken Sie darüber nach, wie Sie einige dieser Charaktereigenschaften entwickeln können.

  • Lesen Sie die Zeugnisse darüber, wie der Prophet Joseph das Evangelium lehrte und die Schriften erläuterte (Seite 555ff.). Wie können diese Zeugnisse uns helfen, wenn wir das Evangelium studieren und lehren?

  • Gehen Sie noch einmal den letzten Abschnitt dieses Kapitels durch (Seite 558ff.). Wie können Sie dem Beispiel von Wilford Woodruff und Brigham Young folgen, wenn Sie dieses Buch lesen? Wie können Sie ihrem Beispiel folgen, wenn Sie sich mit den Lehren der lebenden Propheten befassen? Was bedeutet es Ihrer Meinung nach, dass man sich die Wahrheit „mit eisernem Griffel“ ins Herz schreiben lässt?

Einschlägige Schriftstellen: 2 Nephi 3:6-19; LuB 24:1-9; 124:1

Anmerkungen

  1. Zitiert in History of the Church, 5:408; aus dem Brief eines Korrespondenten des Boston Bee, 24. März 1843, Nauvoo, Illinois, veröffentlicht in Times and Seasons, 15. Mai 1843, Seite 200

  2. History of the Church, 5:339; aus einer Rede von Joseph Smith am 8. April 1843 in Nauvoo, Illinois; aufgezeichnet von Willard Richards und William Clayton

  3. Parley P. Pratt, Autobiography of Parley P. Pratt, Hg. Parley P. Pratt Jr., 1938, Seite 46

  4. Alvah J. Alexander, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1906, Seite 541

  5. Amasa Potter, „A Reminiscence of the Prophet Joseph Smith“, Juvenile Instructor, 15. Februar 1894, Seite 132

  6. Brigham Young, Deseret News, 31. Oktober 1855, Seite 268

  7. Eliza R. Snow, „Anniversary Tribute to the Memory of President Joseph Smith“, Woman’s Exponent, 1. Januar 1874, Seite 117

  8. Bathsheba W. Smith, in „Recollections of the Prophet Joseph Smith“, Juvenile Instructor, 1. Juni 1892, Seite 344

  9. Wilford Woodruff, Deseret News, 20. Januar 1858, Seite 363

  10. Daniel D. McArthur, in „Recollections of the Prophet Joseph Smith“, Juvenile Instructor, 15. Februar 1892, Seite 129

  11. Alexander McRae, zitiert in History of the Church, 3:258; aus einem Brief von Alexander McRae an den Herausgeber der Deseret News, 1. November 1854, Salt Lake City, Utah, veröffentlicht in Deseret News, 9. November 1854, Seite 1

  12. Lyman O. Littlefield, Reminiscences of Latter-day Saints, 1888, Seite 35

  13. Mary Alice Cannon Lambert, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1905, Seite 554

  14. Angus M. Cannon, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1906, Seite 546

  15. Hyrum Smith, zitiert in History of the Church, 6:346; aus einer Rede von Hyrum Smith, 28. April 1844, Nauvoo, Illinois

  16. Parley P. Pratt, Autobiography of Parley P. Pratt, Hg. Parley P. Pratt Jr., 1938, Seite 45f.

  17. Brief von John Needham an seine Eltern, 7. Juli 1843, Nauvoo, Illinois; veröffentlicht in Millennial Star, Oktober 1843, Seite 89

  18. Emmeline B. Wells, „The Prophet Joseph“, Young Woman’s Journal, August 1912, Seite 437f.

  19. Mary Alice Cannon Lambert, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1905, Seite 554

  20. John M. Bernhisel, zitiert in History of the Church, 6:468; aus einem Brief von John M. Bernhisel an Thomas Ford, 14. Juni 1844, Nauvoo, Illinois

  21. Jesse N. Smith in „Recollections of the Prophet Joseph Smith“, Juvenile Instructor, 1. Januar 1892, Seite 23f.

  22. Brief von William Clayton an William Hardman, 30. März 1842, Nauvoo, Illinois; veröffentlicht in Millennial Star, 1. August 1842, Seite 76

  23. Joseph F. Smith, in „Joseph, the Prophet“, Salt Lake Herald Church and Farm Supplement, 12. Januar 1895, Seite 211

  24. Brigham Young, Deseret News, 28. November 1860, Seite 305

  25. Brief von Howard Coray an Martha Jane Lewis, 2. August 1889, Sanford, Colorado, Seite 3f., Archiv der Kirche

  26. Joseph Lee Robinson, Autobiography and Journals, 1883-1892, Mappe 1, Seite 22, Archiv der Kirche

  27. Brief von Orson Spencer, geschrieben am 17. November 1842 in Nauvoo, Illinois, an eine unbekannte Person; veröffentlicht in Times and Seasons, 2. Januar 1843; Seite 56f.

  28. Brief von Jonah R. Ball an Harvey Howard, 19. Mai 1843, Nauvoo, Illinois; Jonah Randolph Ball, Letters 1842-1843, to Harvey Howard, Shutesbury, Massachusetts, Archiv der Kirche

  29. Brief von William Clayton an Mitglieder der Kirche in Manchester in England, 10. Dezember 1840, Nauvoo, Illinois, Archiv der Kirche

  30. Mercy Fielding Thompson, „Recollections of the Prophet Joseph Smith“, Juvenile Instructor, 1. Juli 1892, Seite 399

  31. Emmeline B. Wells, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1905, Seite 556

  32. Lorenzo Snow, Deseret Weekly, 13. April 1889, Seite 487

  33. Edward Stevenson, Reminiscences of Joseph, the Prophet, and the Coming Forth of the Book of Mormon, 1893, Seite 4

  34. Mary Ann Stearns Winters, in „Joseph Smith, the Prophet“, Young Woman’s Journal, Dezember 1905, Seite 558

  35. Wilford Woodruff berichtet von einer Predigt, die Joseph Smith am 6. April 1837 in Kirtland in Ohio hielt. Wilford Woodruff, Journals, 1833–1898, Archiv der Kirche

  36. Brigham Young, Deseret News, 6. Juni 1877, Seite 274