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Die Siegelung im Tempel

In Gottes Plan steht die Familie im Mittelpunkt

In der Proklamation zur Familie heißt es, „dass die Ehe zwischen Mann und Frau von Gott verordnet ist und dass im Plan des Schöpfers für die ewige Bestimmung seiner Kinder die Familie im Mittelpunkt steht“. („Die Familie – eine Proklamation an die Welt“, Liahona, Mai 2017, Umschlaginnenseite hinten.)

In einer liebevollen Familie erfährt man trotz aller Ablenkungen und Herausforderungen die größten Freuden im Leben. Starke Beziehungen in der Familie kosten Mühe, aber diese Mühe kann zu großem Glück in diesem Leben und in aller Ewigkeit führen. Selbst in Familien, in denen die Beziehungen schwierig oder unklar sind, kann das Evangelium Jesu Christi Hoffnung, Trost und Heilung bringen.

Im Plan des Glücklichseins, den unser himmlischer Vater aufgestellt hat, können Mann und Frau für immer zusammen sein. Die Vollmacht, durch die Familien für immer vereint werden, heißt Siegelungsvollmacht. Es ist dieselbe Macht, die Jesus während seines Wirkens auf der Erde seinen Aposteln übertrug (Matthäus 16:19). Eine Ehe für die Ewigkeit wird deshalb durch eine Siegelung geschlossen. Kinder, die in eine solche ewige Ehe geboren oder adoptiert werden, können ebenfalls für immer an ihre Familie gesiegelt werden.

Anders als bei Ehen, die nur so lange dauern, bis dass der Tod die Eheleute scheidet, ist bei der Siegelung im Tempel gewährleistet, dass man von dem Menschen, den man liebt, nicht getrennt wird. Damit eine eheliche Beziehung auch nach dem Tod noch Bestand hat, muss diese Ehe am richtigen Ort und mit der richtigen Vollmacht gesiegelt werden. Dieser Ort ist der Tempel und die Vollmacht ist das Priestertum (LuB 1321:7,15-19).

Ein Mann und eine Frau, die im Tempel gesiegelt werden, gehen heilige Bündnisse mit dem Herrn und miteinander ein. Diese Bündnisse geben ihnen die Gewissheit, dass ihre Beziehung nach diesem Leben bestehen bleibt, wenn sie ihren Verpflichtungen treu bleiben. Sie wissen, dass nichts, nicht einmal der Tod, sie trennen kann. Wer verheiratet ist, soll seine Ehe als die wichtigste Beziehung auf Erden betrachten, denn der Ehepartner ist neben dem Herrn das einzige Wesen, das wir laut dem Gebot Gottes von ganzem Herzen lieben sollen (LuB 42:22).

Die ewige Ehe ist von entscheidender Bedeutung

Präsident Spencer W. Kimball (1895–1995) hat erklärt: „Wen man heiratet, ist vielleicht die wichtigste Entscheidung überhaupt; sie hat weitreichende Auswirkungen, denn davon hängt nicht nur ab, ob man in diesem Leben glücklich wird, sondern auch, ob man ewige Freude erlangt. Diese Entscheidung wirkt sich nicht nur auf die beiden unmittelbar betroffenen Menschen aus, sondern auch auf ihre Familien und vor allem – über viele Generationen hinweg – auf ihre Kinder und Kindeskinder.“ (Lehren der Präsidenten der Kirche: Spencer W. Kimball, Seite 231.)

Zudem ist der Bund der ewigen Ehe eine Voraussetzung für die Erhöhung. Die Erhöhung ist ewiges Leben – das Leben, das Gott führt. Er ist vollkommen. Er lebt in großer Herrlichkeit. Er besitzt alles Wissen, alle Macht und alle Weisheit. Er ist gütig, liebevoll und barmherzig. Er ist der himmlische Vater jedes Menschen auf Erden. Eines Tages können wir wie unser Vater im Himmel werden. Das ist Erhöhung.

Die Erhöhung ist das größte Geschenk, das der Vater im Himmel seinen Kindern machen kann (LuB 14:7). Dieser Lohn ist denen bestimmt, die dem Herrn treu sind. Sie werden im höchsten Grad des celestialen Reiches des Himmels leben.

Der Herr hat durch Joseph Smith offenbart:

„In der celestialen Herrlichkeit gibt es drei Himmel oder Grade, und um den höchsten zu erlangen, muss man in diese Ordnung des Priestertums [nämlich den neuen und immerwährenden Bund der Ehe] eintreten; und wenn jemand das nicht tut, so kann er ihn nicht erlangen.“ (LuB 131:1-4.)

Wenn wir treu unsere Bündnisse in Ehren halten, können wir sicher sein, dass wir mit unseren Lieben für immer zusammen sein können. Der Herr hat verheißen:

„Wenn ein Mann eine Frau heiratet, durch mein Wort, nämlich mein Gesetz, und durch den neuen und immerwährenden Bund, und dieser wird vom Heiligen Geist der Verheißung auf sie gesiegelt, durch den, der gesalbt ist und den ich zu dieser Macht und zu den Schlüsseln dieses Priestertums bestimmt habe, … und wenn sie in meinem Bund verbleiben …, dann wird ihnen alles geschehen, was auch immer mein Knecht ihnen zugebilligt hat – in der Zeit und durch alle Ewigkeit, und wird in voller Kraft sein, wenn sie außerhalb der Welt sind.“ (LuB 132:19.)

Der Herr weiß sehr wohl, dass es nicht allen seinen Kindern möglich sein wird, in diesem Leben zu heiraten. Er hat allen, die das Evangelium annehmen und sich bemühen, ihre Bündnisse zu ehren, verheißen, dass sie entweder in diesem oder im nächsten Leben die Gelegenheit haben werden, zu heiraten und Kinder zu bekommen.


Alle Generationen sind miteinander verbunden

In der Proklamation zur Familie heißt es ferner: „Durch den göttlichen Plan des Glücklichseins können die Familienbeziehungen über das Grab hinaus Bestand haben. Heilige Handlungen und Bündnisse, die in einem heiligen Tempel zugänglich sind, ermöglichen es dem Einzelnen, in die Gegenwart Gottes zurückzukehren, und der Familie, auf ewig vereint zu sein.“

Die Siegelungsmacht erstreckt sich auch von Eltern auf ihre Kinder, über alle Generationen seit Anbeginn der Welt hinweg. Präsident Joseph Fielding Smith (1876–1972) hat erklärt, dass Kinder, die im Bund geboren werden, und zwar einschließlich derer, die im Tempel an ihre Eltern gesiegelt werden, einen „Anspruch auf die Segnungen des Evangeliums haben, der über das hinausgeht, worauf andere Anspruch erheben können. Sie können mehr geleitet und geschützt und vom Geist des Herrn inspiriert werden; außerdem gibt es keine Macht, die sie ihren Eltern nehmen kann.“ (Doctrines of Salvation, Hg. Bruce R. McConkie, 1955, 2:90.)

Kinder von Eltern, die im Tempel gesiegelt worden sind, werden im Bund geboren. Sie gehören somit von vornherein zu einer ewigen Familie. Kinder, die nicht im Bund geboren werden, können auch Teil einer ewigen Familie werden, sobald ihre Eltern oder Adoptiveltern sich aneinander siegeln lassen. Die Siegelung von Kindern an ihre Eltern wird nur im Tempel vollzogen. Damit alle Menschen an diesen Segnungen teilhaben können, können sich Lebende auch stellvertretend für Verstorbene siegeln lassen. Auf diese Weise können alle Familien für immer zusammen sein.

Die Verheißung, dass unsere Familie auch nach dem Tod vereint sein kann, verleiht unserem Leben mehr Sinn. Sie bestärkt uns darin, gläubig und treu zu sein. Sie verbessert und bereichert die Beziehungen innerhalb der Familie. Sie hilft uns, trotz der tagtäglichen Herausforderungen des Lebens Freude und Hoffnung empfinden zu können. Das Bewusstsein, dass wir wieder zusammen sein können, verschafft uns Trost und Frieden, wenn einer unserer Lieben leidet oder von uns geht.

Die Siegelung ist die krönende Segnung des Tempels. Sie ist das größte Geschenk Gottes an seine Kinder, denn durch sie können wir zu ihm zurückkehren und für immer bei ihm und all unseren Lieben leben. Sie ermöglicht uns in diesem Leben und im nächsten wunderbare Segnungen. Durch sie werden wir ständig daran erinnert, dass die Familie für den Plan Gottes und für unser Glück hier und in der Ewigkeit von zentraler Bedeutung ist. Allen, die sie voll Glauben annehmen, wird dadurch Frieden, Hoffnung und Freude zuteil.