Präsident Thomas S. Monson wies in einer seiner Ansprachen bei der Herbst-Generalkonferenz 2011 warnend darauf hin, dass die Welt sich weit von geistigen Belangen entfernt habe, und sprach darüber, wie wichtig es sei, mit dem Vater im Himmel im Gebet zu sprechen. Auch Elder Richard G. Scott betonte 2007 in einer Generalkonferenzansprache, wie wichtig es sei, täglich inbrünstig und flehentlich zum Vater im Himmel zu beten und mit ihm zu sprechen.

„Damit wir in der Welt, aber nicht von der Welt sind, ist es notwendig, dass wir im Gebet mit dem Vater im Himmel sprechen“, so Präsident Monson. „Er wünscht sich dies von uns, und er erhört unsere Gebete. Der Erlöser hat uns, wie es in 3 Nephi 18 verzeichnet ist, ermahnt, immer zu ‚wachen und [zu] beten, damit ihr nicht in Versuchung geratet; denn der Satan verlangt nach euch. …

Darum müsst ihr immer in meinem Namen zum Vater beten;

und alles, was ihr den Vater in meinem Namen bittet, sofern es recht ist und ihr glaubt, dass ihr empfangen werdet, siehe, das wird euch gegeben werden.‘“

Was er in seiner Jugend gelernt hat

Präsident Monson erzählt die Geschichte, wie er mit zwölf Jahren ein Zeugnis von der Macht des Gebets erlangt hat.

„Ich hatte hart gearbeitet, um mir etwas Geld zu verdienen, und ich hatte es geschafft, fünf Dollar zu sparen. Das war während der Weltwirtschaftskrise, als fünf Dollar eine ansehnliche Summe waren – vor allem für einen 12-jährigen Jungen. … Ich weiß, dass ich mit den fünf Dollar etwas Bestimmtes kaufen wollte, aber ich kann mich nach all den Jahren nicht mehr daran erinnern, was es war. Ich weiß nur noch, wie wichtig mir dieses Geld war.“

Damals hatte seine Familie keine Waschmaschine und ihre Kleidung wurde jede Woche in die Wäscherei gegeben. Einmal wurde seine Jeans mit seinem Fünf-Dollar-Schein in der Tasche in die Wäsche gegeben.

„Als ich merkte, was passiert war, war ich ganz krank vor Sorge. Ich wusste, dass die Taschen vor dem Waschen üblicherweise kontrolliert wurden. Wenn mein Geld aber dabei nicht entdeckt und herausgenommen werden würde, würde es mit ziemlicher Sicherheit beim Waschen herausrutschen, und ein Arbeiter in der Wäscherei, der nicht wissen würde, wem man das Geld zurückgeben sollte – selbst wenn er die Absicht hätte, dies zu tun – würde es für sich beanspruchen. Die Chance, meine fünf Dollar zurückzubekommen, war äußerst gering – was meine liebe Mutter mir bestätigte, als ich ihr erzählte, dass ich das Geld in der Hosentasche gelassen hatte.

Ich wollte dieses Geld, ich brauchte es, ich hatte sehr schwer dafür gearbeitet. Mir wurde klar, dass ich nur eines machen konnte. In meiner Not wandte ich mich an den Vater im Himmel und flehte ihn an, mein Geld möge irgendwie sicher in dieser Hosentasche bleiben, bis unsere nasse Wäsche wieder zurückkam.

Nach zwei sehr langen Tagen saß ich, als es ungefähr an der Zeit war, dass der Lieferwagen mit unserer Wäsche kam, am Fenster und wartete. Als der Lastwagen am Bordstein hielt, pochte mir das Herz. Sobald die nasse Kleidung im Haus war, schnappte ich mir meine Jeans und rannte damit in mein Zimmer. Mit zitternden Fingern griff ich in die Tasche. Als ich nicht gleich etwas fand, dachte ich, es sei alles verloren. Doch dann berührten meine Finger den nassen Fünf-Dollar-Schein. Als ich ihn aus der Tasche zog, überkam mich eine große Erleichterung. Ich richtete ein tief empfundenes Dankgebet an den Vater im Himmel, denn ich wusste, dass er mein Gebet erhört hatte.

Seit damals sind unzählige meiner Gebete erhört worden. Nicht ein Tag ist vergangen, an dem ich nicht mit meinem Vater im Himmel im Gebet gesprochen hätte. Es ist eine Beziehung, die ich schätze – eine, ohne die ich buchstäblich verloren wäre. Wenn Sie im Moment keine solche Beziehung zum Vater im Himmel haben, bitte ich Sie inständig, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Wenn Sie das machen, haben Sie Anspruch auf seine Inspiration und Führung – was wir beides brauchen, wenn wir geistig überleben wollen, solange wir hier auf der Erde sind. Eine solche Inspiration und Führung sind Gaben, die Gott uns großzügig schenkt, wenn wir uns nur darum bemühen. Es sind wirklich Schätze! …

Meine geliebten Brüder und Schwestern, wir brauchen die Kommunikation mit unserem Vater im Himmel – unsere Gebete, die wir an ihn richten, und die Inspiration, die er uns schickt, inbegriffen –, um die Stürme und Prüfungen des Lebens überstehen zu können. Der Herr lädt uns ein: ‚Naht euch mir, und ich werde mich euch nahen; sucht mich eifrig, dann werdet ihr mich finden.‘Wenn wir dies beherzigen, werden wir seinen Geist verspüren, der in uns den Wunsch und den Mut weckt, stark zu sein und fest zu stehen in Rechtschaffenheit – an „heiligen Stätten“ zu stehen und nicht zu wanken.’ ”

Elder Richard G. Scott: Die erhabene Gabe des Gebets

„Das Gebet ist eine erhabene Gabe, die jeder Mensch vom Vater im Himmel erhalten hat“, erklärt Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel.

„Bedenken Sie: Das absolut höchste Wesen, er, der allwissend und allmächtig ist und alles sieht, ermuntert Sie und mich, so unbedeutend wir sind, mit ihm als unserem Vater zu sprechen. Eigentlich gebietet er es uns sogar, weil er weiß, wie dringend wir seine Führung brauchen: ‚Du sollst sowohl laut als auch in deinem Herzen beten, ja, sowohl vor der Welt als auch im Verborgenen, sowohl in der Öffentlichkeit als auch, wenn du allein bist.‘’

Es kommt nicht auf unsere Lebensumstände an – ob wir demütig oder arrogant, arm oder reich, frei oder versklavt, gebildet oder unwissend, geliebt oder vergessen sind: Wir können ihn ansprechen. Wir brauchen keinen Termin. Unser Gebet kann kurz sein oder so lange dauern, wie wir brauchen. Wir können ausführlich unsere Liebe und Dankbarkeit zum Ausdruck bringen oder in einer Notsituation schnell um Hilfe bitten. Er hat unzählige Universen geschaffen und sie mit Welten bevölkert, und doch können Sie und ich mit ihm persönlich sprechen und er antwortet immer. …

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie Ihre Gefühle vielleicht etwas ungeschickt formulieren. Sprechen Sie einfach mit Ihrem mitfühlenden, verständnisvollen Vater. Sie sind sein wertvolles Kind, das er auf vollkommene Weise liebt und dem er helfen möchte. Wenn Sie beten, soll Ihnen bewusst sein, dass der Vater im Himmel nah ist und zuhört.

Ein Schlüssel zu einem besseren Gebet: Lernen Sie, die richtigen Fragen zu stellen. Überlegen Sie, ob Sie nicht mehr darum bitten wollen, was Sie gern möchten, sondern lieber aufrichtig in Erfahrung bringen wollen, was er für Sie möchte. Wenn Sie dann seinen Willen kennen, bitten Sie darum, dass Sie die Kraft erhalten, dem gerecht zu werden.

Sollten Sie sich einmal fern von unserem Vater fühlen, kann das viele Gründe haben. Woran es auch liegen mag – wenn Sie weiterhin um Hilfe flehen, wird er Sie dazu führen, das zu tun, was Ihnen die Sicherheit zurückbringt, dass er nahe ist. Beten Sie auch dann, wenn Sie nicht den Wunsch dazu haben. Manchmal haben Sie sich vielleicht wie ein Kind falsch verhalten und glauben nun, dass Sie mit einem Problem nicht an Ihren Vater herantreten können. Gerade dann brauchen Sie das Gebet am dringendsten. Fühlen Sie sich nie zu unwürdig zum Beten.

Ich frage mich, ob wir wohl je die immense Macht des Gebets ergründen können, ehe wir vor einem überwältigenden, dringenden Problem stehen und erkennen, dass wir außerstande sind, es zu lösen. Dann wenden wir uns an unseren Vater und erkennen demütig an, dass wir ganz und gar von ihm abhängig sind. Es ist gut, einen abgeschiedenen Ort zu suchen, wo wir unsere Gefühle in Worte fassen können, so lang und so intensiv wie nötig.“