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Trübe Stimmung am Tag der Wonne

Alyssa Nielsen

Ich wusste zwar, dass mir der Sabbat am Herzen liegen soll, aber ich wusste nicht, wie mir das gelingen konnte.

In den heiligen Schriften steht, dass der Sabbat ein heiliger Tag ist, ein Tag der Freude und Wonne und ein Tag der Ruhe (siehe Lehre und Bündnisse 59:13). Aber vor ein paar Jahren, als ich noch ein Teenager war, fand ich den Sonntag ganz schrecklich. Anstelle von Frieden fühlte ich mich gestresst. Anstelle von Freude verspürte ich Traurigkeit. Anstelle von Hoffnung hatte ich Schuldgefühle. Der Tag der Wonne verursachte bei mir lediglich eine trübe Stimmung.

Sonntagmorgens zog ich mir peinlich lange die Decke über den Kopf, ehe ich mir dann endlich eingestand, dass es wirklich Sonntag war, und ich mich für die Kirche fertigmachte. In der Kirche dachte ich über die vergangene Woche nach. Beim Abendmahl zählte ich alles auf, was ich falsch gemacht hatte. Als der erste Sprecher aufstand, war die Liste immer noch nicht zu Ende. Die restliche Zeit in der Kirche war ein Kampf gegen die Tränen. Die Schuldgefühle wurden dadurch, dass ich es nun auch noch bedauern musste, mich in der Kirche so schlecht zu fühlen, nur noch schlimmer.

Nachmittags erging es mir ähnlich. Frühere Entscheidungen erfüllten mich mit Schuldgefühlen, künftige mit Stress, und meine derzeitige Situation betrübte mich. Ohne Schule und Freizeitaktivitäten, die mich ablenken konnten, verbrachte ich meine Zeit damit, mich negativen Gedanken hinzugeben.

Bei der Herbst-Generalkonferenz 2015 sprach Präsident Russell M. Nelson darüber, inwiefern der Sabbat eine Wonne ist. Ich hörte mir die Ansprache an und las sie im Anschluss mehrfach durch. Ich betete darum, am Sabbat Frieden zu verspüren und dass er mir ans Herz wuchs, anstatt mich an diesem Tag weiterhin so schrecklich zu fühlen. Und ich bekam eine Antwort.

Den Vater im Himmel und Jesus Christus in den Mittelpunkt stellen

Ich fühlte mich inspiriert, mich nicht mehr auf meine Sorgen, sondern auf meine Beziehung zum Vater im Himmel und zum Erlöser zu konzentrieren. Ich dachte darüber nach, wie sie an meinem Leben teilhaben, anstatt an meine Unzulänglichkeiten zu denken.

Bei negativen Gedanken hielt ich mir vor Augen, was ich in Bezug auf Gott und Jesus Christus wusste und glaubte: dass ich nämlich ein Kind Gottes bin. Er liebt mich. Jesus Christus ist mein Bruder, und er hat für mich gesühnt. Die beiden möchten, dass ich glücklich bin und zu ihnen zurückkehre. Der Sabbat ist ein Geschenk Gottes. Ich fing an, Glauben an dieses Zeugnis auszuüben.

Das Abendmahl bewusst annehmen

Die Verlagerung meiner Aufmerksamkeit brachte mich auch zum Nachdenken darüber, wie ich an das Abendmahl heranging. Lange hatte ich das Abendmahl dazu genutzt, mich selbst zu kasteien. Das Abendmahl hat aber einen anderen Zweck. Es ist eine heilige Handlung, bei der wir unsere Bündnisse erneuern. Wir haben die Chance, durch die sühnende Macht Jesu Christi wieder rein zu werden. Als ich mich voller Glauben und mit einem umkehrwilligen Herzen auf diese heilige Handlung und meinen Bund konzentrierte, wurde mir bewusst, dass mir das Abendmahl Frieden schenkte, wenn ich die Gabe der Vergebung akzeptierte, meine Bündnisse hielt und den Geist des Herrn empfing (siehe Lehre und Bündnisse 20:77,79).

Als ich beim Abendmahl an das Sühnopfer Christi dachte, wurde mir eine weitere Gabe bewusst. Weil der Erretter meine Schmerzen und Schwächen auf sich genommen hatte, konnte ich nicht nur Vergebung erlangen, sondern auch Heilung (siehe Alma 7:11,12). Durch sein Sühnopfer und das Abendmahl konnte ich am Sabbat – und an jedem anderen Tag – Frieden und Kraft verspüren, anstatt gestresst und traurig zu sein. (Lies den Artikel „Wie dir das Abendmahl die ganze Woche lang hilft“.)

Und ich habe diesen Frieden gefunden. Der Erretter ist für mich da – am Sonntag und auch sonst immer!

Geduld und Glauben üben

Das alles war natürlich nicht im Handumdrehen zu bewältigen. Es war keineswegs leicht und brauchte seine Zeit. „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.“ (Römer 8:25.) Ich arbeitete weiter an meinen Schwerpunkten und betete darum, dass mir der Sabbat ans Herz wuchs.

Mit der Zeit fand ich an diesem heiligen Tag Frieden und Freude, aber ich musste am Ball bleiben, damit die trübe Stimmung am Sonntag nicht zurückkehrte. Ich muss auch weiterhin jede Woche entschlossen den Heiland und den Zweck des Sabbats in den Mittelpunkt stellen, aber ich weiß nun, dass man wirklich Frieden und Freude erlangt, wie es verheißen ist.

Dieser Artikel ist im Liahona vom Juli 2018 erschienen.

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