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Ich habe meine Schüchternheit akzeptiert

Rachel Harris

Würde meine Schüchternheit mich daran hindern, Freundschaften zu schließen?

In der Mittelstufe hatte ich es schwer gehabt. Warum sollte mein erster Tag an der Highschool besser verlaufen? In den vergangenen drei Jahren war ich sehr schüchtern gewesen – schrecklich schüchtern. Ich fühlte mich nicht wohl dabei, mit neuen Leuten zu reden, weil ich kein Selbstvertrauen hatte. Zwischen den Unterrichtsstunden blieb ich meistens für mich allein. Ich lief schnell mit gesenktem Kopf zum Schließfach und zum Klassenzimmer und versuchte, den Eindruck zu erwecken, ich sei beschäftigt. Auch das Wochenende verbrachte ich meistens alleine. Entweder las ich oder ich machte Hausaufgaben oder schaute mir immer wieder meine Lieblingsfernsehsendungen an.

Ich wollte, dass dieses Jahr anders verläuft, aber ich wusste nicht so recht, was auf mich zukam. Als ich zum ersten Mal wieder einen Unterrichtsraum betrat, schaute ich die anderen Schüler an und geriet in Panik. Mir kam der Gedanke: „Ich möchte mit keinem von denen reden.“ Ich wollte keine unangenehme Vorstellerei oder peinliche Stille erleben, also blickte ich während der ganzen Stunde starr auf mein Pult. Ich sah niemanden an und redete auch mit keinem.

Im Laufe des Tages gelangte ich zu der Überzeugung, dass ich in der neunten Klasse genauso einsam sein würde wie in den vergangenen drei Jahren. Ich kämpfte mit den Tränen, setzte mich leise hin und beschloss wieder einmal, nicht von meinem Pult aufzuschauen.

Da hörte ich neben mir eine Stimme: „Hallo. Ich bin Taylor. Wie heißt du?“ Ich blickte auf. Mir gegenüber saß ein nervös aber aufrichtig wirkendes Mädchen.

„Hallo“, erwiderte ich. „Ich heiße Rachel.“

Taylor erwähnte dann, dass sie erst ein paar Wochen zuvor in unsere Gegend gezogen sei. Sie kannte noch weniger Leute als ich und hoffte, neue Freunde zu finden. Wir redeten über das Übliche – Schule, Fächer und unsere Hoffnungen für die nächsten vier Jahre. Unser Gespräch verlief etwas stockend, aber alles in allem war es sehr schön, mit Taylor zu reden. Als ich sie am nächsten Tag wiedersah, bot sie mir an, mich neben sie zu setzen, und wir unterhielten uns wieder. Je öfter ich sie sah und je öfter sie mich begrüßte, desto leichter fiel es mir, ihr zu antworten. In den darauffolgenden Wochen war Taylor die Einzige, mit der ich mich zwischen den Unterrichtsstunden unterhielt.

Ein paar Monate später war ich sehr niedergeschlagen. Ich hatte kein Selbstvertrauen und es fiel mir schwer zu glauben, dass irgendjemand gerne mit mir befreundet wäre. Dieses Gefühl hielt tagelang an, bis eines Abends, etwa eine Woche später, mein Telefon klingelte. Ich ging ran.

„Hallo“, kam es vom anderen Ende der Leitung. „Ich binʼs, Taylor. Wie gehtʼs, Rachel? Ich wollte nur mal anrufen und Hallo sagen.“

Taylor und ich unterhielten uns eine Weile und dieses Mal verlief das Gespräch viel weniger holprig als sonst. Es war wirklich schön, mit ihr zu reden – sie war aufrichtig daran interessiert, mich kennenzulernen, was mir das Gefühl verlieh, dass ich es wert war, jemandes Freundin zu sein. Am Ende unseres Gesprächs wurde mir allmählich etwas Wichtiges bewusst. Ich hatte das Gefühl, der Vater im Himmel wolle mir zeigen, dass ich mich darüber freuen kann, wer ich bin und was er mir geschenkt hat. Durch Taylors Anruf und ihre wiederholten Einladungen wurde mir im Laufe der Zeit bewusst, dass ich so, wie ich bin, ein toller Mensch bin und dass meine zurückhaltende Art völlig in Ordnung ist.

Nach diesem Anruf fingen Taylor und ich an, viel Zeit miteinander zu verbringen, und wir wurden gute Freundinnen. Sie akzeptierte mich so, wie ich war, und wir haben an der Highschool viele tolle Abenteuer erlebt.

Ich wusste, dass Taylor eine wahre Freundin war, weil sie nett war, und zwar nicht nur oberflächlich. Sie war aufrichtig und beständig daran interessiert, mich besser kennenzulernen. Wenn es darum geht, sich mit anderen anzufreunden, kommt es darauf an, ob wir uns wie Christus verhalten und Nächstenliebe, Verständnis und Aufrichtigkeit an den Tag legen. Taylor tat das für mich durch ihre Herzlichkeit und ihr aufrichtiges Interesse an mir als Person.

Ich bin immer noch schüchtern, aber jetzt weiß ich, dass auch schüchterne Leute wie ich tolle Freunde haben können.

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