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Eine ausgewogene Betrachtung der Geschichte unserer Kirche

Steven E. Snow Church Historian and Member of the Seventy

Die Geschichte der Kirche ist überwiegend positiv und glaubensstärkend. Betrachtet man sie im gesamten Zusammenhang, ist sie sehr inspirierend.

Ich lese sehr gern Berichte von frühen Mitgliedern der Kirche, die ihr Zuhause verlassen und sich – unter großen Opfern – den Heiligen angeschlossen haben. Ihre Geschichten sind wirklich beeindruckend, und ich schöpfe viel Kraft daraus, wenn ich lese, was sie alles durchgemacht haben, um nach ihrem Glauben zu leben, und wie sie den Propheten glaubensvoll gefolgt sind und Schweres auf sich genommen haben. Wenn man liest, was sie getan haben, erscheint einem das eigene Los nicht mehr ganz so schwer.

Ich befasse mich sehr gern mit der Geschichte der Kirche. Ich lese heute mehr darüber als je zuvor und finde sie faszinierend und glaubensstärkend. Beispielsweise finde ich es ganz erstaunlich, was die ersten Missionare damals geleistet haben, die eigentlich nichts anderes besaßen als ihren brennenden Glauben und ihr Zeugnis und die damit Erstaunliches vollbracht haben. Ihr Beispiel zeigt mir, dass ich Schwieriges bewältigen kann, wenn ich meinen Glauben und mein Zeugnis weiter festige. Mein Zeugnis wird immer wieder von neuem gestärkt, wenn ich sehe, was sich alles zugetragen hat und wie dieses große Werk vorangeschritten ist.

Die Vergangenheit vom Standpunkt der Gegenwart aus betrachten

Die Geschichte kann uns dazu motivieren, uns geistig bereit zu machen. In unserer Geschichte erfahren wir von denen, die sich geistig bereit gemacht und alles überwunden haben, und wir erfahren von denen, die vom Glauben abgefallen sind, weil sie auf das, was kam, geistig nicht vorbereitet waren. Wir lernen, dass wir Großartiges leisten können, wenn wir dem Evangelium, dem Gebet und unserem Zeugnis höchste Priorität einräumen, und auch, dass wir Zeit dafür aufbringen müssen, unsere geistige Gesinnung zu entwickeln. Tun wir das nicht, zahlen wir den Preis dafür.

Die Menschen, von denen wir lesen, waren gewöhnliche Menschen wie wir, doch viele von ihnen haben Außergewöhnliches vollbracht. Sie strebten nach Vollkommenheit, waren aber nicht vollkommen. Die frühen Mitglieder der Kirche hatten ihre Schwierigkeiten und Beschwernisse – geradeso wie wir heute auch. Mir gibt es aber Kraft, wenn ich weiß, dass es diese Schwierigkeiten, aber auch dieses Streben nach Vollkommenheit, schon lange gibt.

Gewiss hat sich die Welt in den letzten ein, zwei Generationen verändert. Durch das Internet kommen wir mit wenigen Mausklicks an eine Flut von Informationen – gute, schlechte, richtige, falsche –, darunter auch Informationen zur Geschichte der Kirche. Dort steht vieles über unsere Geschichte, aber es ist auch wichtig, dass wir uns beim Lesen des Zusammenhangs bewusst sind. Das Problematische an manchen Informationen im Internet ist nämlich, dass sie aus dem Zusammenhang gerissen sind und man nicht das ganze Bild sieht.

Informationen, die die Kirche in ein schlechtes Licht rücken sollen, sind zumeist sehr subjektiv gefärbt und unfair. Wir sollten daher nach Quellen forschen, die unsere Glaubensansichten und unsere Geschichte relativ objektiv beschreiben. Manche Internetseiten verfolgen niederträchtige Zwecke und stellen Informationen auf reißerische Weise dar. Halten Sie sich an Quellen, in denen anerkannte und geachtete Historiker zitiert werden, mögen sie der Kirche angehören oder nicht.

Wenn man Zeit mit Internetseiten verbringt, auf der die Kirche und ihre Geschichte kritisiert werden, und keine mit dem Schriftstudium, kommt man aus dem Gleichgewicht und all das Negative kann übermäßigen Einfluss gewinnen.

Manche jungen Leute sind, weil sie nicht dagegen gewappnet sind, überrascht und schockiert, wenn sie im Internet auf gegen die Kirche gerichtetes Material stoßen. Vielleicht haben sie nicht genug Zeit damit verbracht, sich geistig auf alles, was kommen mag, vorzubereiten und zu stärken. Wenn etwas passiert, was ihnen den Boden unter den Füßen wegzieht, ist es wichtig, dass sie sich an das Grundlegende halten, was immer wiederholt wird: weiterhin in den heiligen Schriften lesen und aufrichtig im Gebet mit dem Vater im Himmel sprechen. Diese Grundlagen bereiten uns auf alle möglichen Widrigkeiten vor, auch auf gegen die Kirche gerichtete Artikel, auf die man im Internet stößt.

Das richtige Gleichgewicht

Wie bei allem anderen ist auch beim Studium der Geschichte der Kirche das richtige Gleichgewicht vonnöten. Die wahre Kirche war immer eine Minderheit, und offenbar haben wir schon immer eine Zielscheibe auf dem Rücken getragen. Wir werden immer auf Widrigkeiten stoßen, daran müssen wir uns wohl einfach gewöhnen. Wir wappnen uns am besten dadurch, dass wir würdig leben und unser Zeugnis stark halten. Wenn man Zeit mit Internetseiten verbringt, auf der die Kirche und ihre Geschichte kritisiert werden, und keine mit dem Schriftstudium, kommt man aus dem Gleichgewicht und all das Negative kann übermäßigen Einfluss gewinnen. Wäre man im Gleichgewicht, wäre das nicht der Fall.

Als Jugendlicher habe ich nicht voll und ganz verstanden, warum es so wichtig ist, sich geistig weiterzuentwickeln. Ich war wohl mehr daran interessiert, ein guter Football-Spieler zu werden, als mich im Buch Mormon gut auszukennen. Erst als ich auf Mission ging, erlebte ich – wie viele andere junge Männer auch – eine Wandlung und begriff, was es mit dem Glücklichsein auf sich hat. Dass es die Freude, der Friede ist, die man erlangt, wenn man dem Herrn dient, in den heiligen Schriften liest und betet und seinen Mitmenschen liebevoll zur Seite steht. Ich habe festgestellt, dass nicht alles so gut läuft, wenn ich diese Aspekte meines Lebens vernachlässige. Aber wenn ich das alles tue, scheint alles mehr im Gleichgewicht zu sein.

Wenn ich also dafür sorge, dass mein Leben im Gleichgewicht ist, kann ich die Geschichte der Kirche objektiv betrachten und sehen, dass die meisten unserer Vorfahren bewundernswert waren, obwohl sie auch Menschen waren und Fehler gemacht haben. Es gibt in der Geschichte der Kirche traurige und verwirrende Ereignisse, und wir bemühen uns, sie noch besser zu verstehen, aber manche Fragen lassen sich womöglich auf dieser Seite des Schleiers nicht beantworten. Und das ist auch in Ordnung so.

Wenn sich ein Freund mit einer ehrlich gemeinten Frage zu einem strittigen Thema in der Geschichte der Kirche an mich wendet, beantworte ich die Frage, so gut ich kann. Stelle ich dabei fest, dass er viel Zeit mit diesem Thema verbracht hat, fragte ich ihn als Erstes: „Liest du im Buch Mormon? Betest du regelmäßig? Ist dein Leben im Gleichgewicht, sodass du gegen die Stürme des Lebens gewappnet bist?“

Die Geschichte der Kirche ist überwiegend positiv und glaubensstärkend. Wenn man zu viel Zeit damit verbringt, sich nur mit den kontroversen Kapiteln unserer Geschichte zu befassen, sieht man zwar ein paar Fäden, verliert aber das Gesamtbild aus den Augen. Und man muss einfach das Gesamtbild unserer Geschichte kennen. Betrachtet man sie im gesamten Zusammenhang, ist sie sehr inspirierend.

Beispielsweise war Joseph Smith ein bemerkenswerter Mann. War er vollkommen? Nein, denn wir sind alle Menschen. Liest man aber das Buch Mormon und die Offenbarungen im Buch Lehre und Bündnisse und achtet darauf, was er alles in einem kurzen Zeitraum getan hat, um die Kirche wiederherzustellen, ist das ein beeindruckendes Zeugnis. Alle Propheten haben ihre Schwierigkeiten und Probleme, und es sollte uns nicht überraschen, dass auch Joseph Smith Widrigkeiten kannte und auch ein paar wenige Menschen gekränkt hat. Dennoch war er eindeutig ein Prophet Gottes.

Keine bessere Zeit als die Gegenwart

Es ist wunderbar, heute der Kirche anzugehören! Als meine Frau und ich geheiratet haben, gab es in der gesamten Kirche 13 Tempel, und wir setzten uns zum Ziel, jeden dieser Tempel zu besuchen. Nun gibt es an die 140 Tempel, und wir werden es nie schaffen, alle zu besuchen. All diese Früchte der Wiederherstellung – Propheten und Apostel, Tempel, das Priestertum, das Buch Mormon, die Offenbarungen – sind für uns ein großer Segen. Und das alles ist durch den Erretter möglich geworden, durch sein Evangelium und gemäß dem Plan des Vaters.

Die Geschichte hilft uns, weil sie uns einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht. Manchmal ist es schwer, auf unser eigenes Leben zurückzublicken, aber durch die Geschichte können wir auf das Leben anderer zurückblicken und sehen, wie sie gesegnet wurden.

Vielleicht bin ich in mancher Hinsicht ein einfacher Mensch, aber ich bin klug genug, zu wissen, dass mein Vater im Himmel mich liebt. Er liebt uns alle. Wir sind wahrhaftig seine Söhne und Töchter. Er möchte wirklich, dass wir zu ihm zurückkehren. Er schreibt uns unser Leben nicht bis ins letzte Detail vor, denn das gehört zu unserem Entwicklungsprozess. Er möchte, dass wir dazulernen, unsere Entscheidungsfreiheit gebrauchen und Widrigkeiten bewältigen. Aber ich kann seine Hand in meinem Leben und im Leben meiner Familie deutlich erkennen. Und ich bin dankbar, dass wir diese irdische Erfahrung machen können, denn ich liebe das Leben. Vieles läuft schief, aber es gibt auch vieles, was sehr schön ist, und ich bin dankbar, dass wir Geistwesen zur Erde kommen und einen Körper erlangen können, um hier das zu lernen, was uns in der Ewigkeit von Nutzen ist.

Die Geschichte hilft uns, weil sie uns einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht. Manchmal ist es schwer, auf unser eigenes Leben zurückzublicken, aber durch die Geschichte können wir auf das Leben anderer zurückblicken und sehen, wie sie gesegnet wurden. Und wir können Fehler vermeiden, indem wir genau das tun, was auch unseren Vorfahren Segen gebracht hat.

Fragen beantworten

Was antworte ich Freunden, die sagen, ein Teil unserer Geschichte, wie etwa Engel und verborgene Goldplatten, sei schwer zu glauben?

Wenn unsere Geschichte außerhalb dessen liegt, was Menschen für möglich halten, ist es ganz natürlich, dass sie skeptisch sind. Wir können einfach darauf hinweisen, dass es im Laufe der Weltgeschichte viele wunderbare Ereignisse gegeben hat, was den Umgang Gottes mit den Menschen betrifft, und wir können Zeugnis geben und sie auffordern, es selbst herauszufinden. Wir können sie auch bitten, darüber nachzudenken und zum Vater im Himmel zu beten, und zwar „mit aufrichtigem Herzen, mit wirklichem Vorsatz … und Glauben an Christus“ (Moroni 10:4).

Wenn sie bereit sind, diesen „Versuch zu machen“ und „zu einem kleinen Teil Glauben“ auszuüben (Alma 32:27) und Gott zu fragen, wird ihnen der Heilige Geist die Wahrheit offenbaren.

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