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Hilfe nach dem Sturm

Rockwell Palmer Der Verfasser lebt in Florida

Anders als beim letzten Wirbelsturm flohen wir nicht – diesmal fuhren wir in das Chaos, das der Sturm hinterlassen hatte.

Das letzte Mal, als ein Wirbelsturm das Festland Floridas erreichte, war ich ein kleiner Junge. Das war 2005. Unsere Familie wohnte zu der Zeit in Utah und wir machten gerade Urlaub in Florida. Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich nicht sehr erfreut war, als wir um 3 Uhr morgens aufstehen mussten, um vor dem Wirbelsturm zu fliehen, der auf direktem Kurs zu uns war.

Als wir am Tag nach dem Wirbelsturm aufwachten, gingen wir hinaus. Meine Mutter sagt, dass der Himmel strahlend blau und der Ozean ruhig war, aber die Stadt sah so aus wie das Zimmer meiner kleinen Schwester: als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Machen wir jetzt einen Zeitsprung zum Oktober 2016. Unsere Familie lebte inzwischen seit acht Jahren in Florida, als ein Wirbelsturm über dem Atlantik alles zerstörte, was ihm in den Weg kam. Er bewegte sich in unsere Richtung.

Jeden Tag standen wir auf, beteten gemeinsam als Familie und schauten uns die Nachrichten an, bevor wir in die Schule gingen. Meine Geschwister und ich sahen die Zerstörung, die der Wirbelsturm bereits angerichtet hatte, und wir verfolgten den Weg, den die Meteorologen für ihn berechnet hatten. Bisher hatte der Sturm für uns nur ein Gutes: Am Freitag fiel die Schule aus.

Um 5 Uhr am Sonntagmorgen weckte mich mein Vater und sagte, dass wir los müssten. Genau wie 2005 waren wir früh wach und fuhren stundenlang im Auto. Ich wollte so früh am Morgen gar nicht wach sein, aber diesmal flohen wir nicht vor dem Sturm. Diesmal fuhren wir in das Chaos, das er hinterlassen hatte.

zerstörte Tankstelle

Unser Auto war beladen mit Kettensägen, gefüllten Benzinkanistern, Schubkarren, Leitern und allem möglichen Werkzeug. Aus unserem Pfahl waren Hunderte Mitglieder auf dem Weg zu einem Gemeindehaus in Daytona Beach, wo der Sturm am ärgsten gewütet hatte. Dort trafen wir auf knapp 1500 weitere Mitglieder aus anderen Pfählen in Florida. Je näher wir Daytona Beach kamen, desto heller wurde es draußen, und wir konnten langsam etwas erkennen. Es war schlimm. Fast alle Geschäfte waren geschlossen, selbst die, die normalerweise rund um die Uhr geöffnet sind – sogar McDonaldʼs! Nur wenige Tankstellen waren geöffnet, und selbst die hatten kein Benzin. Die großen Reklametafeln am Straßenrand waren zerfetzt. Die Halterungen für Straßenschilder waren verbogen oder durchgebrochen. Auf den Straßen, Geschäften und Wohnhäusern lagen ausgerissene Bäume und andere Trümmer. Mancherorts waren wir angesichts der Zerstörung fassungslos.

Am Gemeindehaus wurden die Freiwilligen aus den einzelnen Gemeinden in Gruppen von 10 bis 15 Mitgliedern aufgeteilt. Es war Sonntag. Im Gemeindehaus konnten wir daher vom Abendmahl nehmen. Draußen bekamen wir alle dann unsere „Uniform“: ein gelbes T-Shirt der Mormon Helping Hands. Danach wurde jeder Gruppe ihr Einsatzort zugewiesen.

Die zwei Gruppen aus unserer Gemeinde wurden zum Helfen etwa 25 Kilometer weiter nach Norden geschickt, in einen Ort namens Flagler. Wir fuhren dort zum Rathaus, wo Mitarbeiter der Kreisverwaltung schon eine lange Liste mit Häusern und Geschäften gemacht hatten, bei denen Hilfe gebraucht wurde.

helfende Teenager

Auf dem Weg zum ersten Haus, bei dem den Beamten zufolge ein großer Baum im Garten gelandet war, mussten wir um Hindernisse und Stromleitungen, die offen auf der Straße lagen, herumfahren. Als wir ankamen, sprang ich aus dem Auto und griff zur Säge. Ich konnte nicht fassen, wie groß der Baum war. Aber wir brauchten noch nicht einmal 15 Minuten, um den ganzen Baum in Stücke zu zerlegen und diese am Straßenrand zu stapeln, damit sie abgeholt werden konnten. Es war immer etwas ganz Besonderes, wenn wir bei einem Haus mit der Familie, die dort wohnte, beteten, bevor wir zum nächsten Haus fuhren.

Wir fuhren von Haus zu Haus, räumten ausgerissene Bäume aus dem Weg und halfen bei Reparaturen. Wir halfen sogar bei der Methodistenkirche in Flagler. Dort wurden wir gerade rechtzeitig vor ihrem Sonntagsgottesdienst fertig. Der Pastor kam selbst heraus und dankte jedem persönlich. Dann sprach er ein schönes Gebet und bat den Herrn, uns für die geleistete Hilfe zu segnen.

Bis zum Mittag waren beide Gruppen aus unserer Gemeinde mit all ihren Aufträgen fertig. Ich war fix und fertig, aber es gab noch viele Menschen in der Gegend, denen wir helfen konnten. Nach einer kurzen Essenspause schauten wir uns um, wem wir noch helfen konnten.

Helfer der Mormon Helping Hands

Wir waren erst an ein paar Häusern vorbeigefahren, als wir schon jemanden fanden. Und so sah der Rest des Tages aus: Wir suchten ein beschädigtes Haus, hielten an, boten unsere Hilfe an, halfen, beteten mit den Betroffenen, dann suchten wir weiter. Jedes Mal, wenn wir bei einem Haus fertig waren, sagte jemand aus unserer Gruppe: „Kommt, jetzt suchen wir nur noch ein einziges weiteres Haus!“

Es war heiß, und wir waren dreckig, verschwitzt und müde, wir hatten Hunger und Durst und uns tat alles weh. Ich glaube, irgendwann hatten wir alle vergessen, wie schwer die Arbeit war, weil es uns so viel Spaß machte, zu helfen. Am Ende des Tages schauten wir uns alle an und bemerkten zweierlei.

Erstens, unsere Mormon-Helping-Hands-T-Shirts waren von der Arbeit, die wir geleistet hatten, völlig verdreckt, aber wir waren alle stolz darauf. Sie waren wie ein Ehrenabzeichen für uns.

Zweitens, wir lächelten alle. Ich musste daran denken, welch ein Segen es ist, dieser wunderbaren Kirche anzugehören, in der wir lernen, wie wichtig es ist und wie gut es uns tut, wie Christus zu dienen.

Es war der anstrengendste Sonntag meines Lebens, aber das Beste an diesem praktischen Sonntagsschulunterricht war, dass wir das, woran wir als Christen glauben, dabei nicht nur gelernt, sondern es auch gelebt haben.

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