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Erheb deine Stimme!

Ryan Brown

Sitzt du in der Sonntagsschule ganz still da und hoffst, nicht aufgerufen zu werden? Oder hoffst du vielleicht, dass dich der Lehrer aufruft?

Nach der Abendmahlsversammlung unterhältst du dich auf dem Gang angeregt mit deinen Freunden – bis dein Vater vorbeigeht und dir unmissverständlich mitteilt, dass deine Klasse in einer Minute beginnt. Schade, dass ihr euer Gespräch abbrechen müsst, doch ihr schafft es noch rechtzeitig in die Klasse. Euer Lehrer bittet euch, an den Erlöser zu denken, und in der Klasse wird es mucksmäuschenstill. Und dann werden einige von euch gebeten, diesbezüglich ihre Gedanken zu äußern. Ein Gespräch mit Freunden auf dem Gang ist einfach, aber das hier ist was anderes. Über geistige Belange reden? Das ist nicht so leicht.

Warst du schon mal in so einer Situation? Wenn du im Unterricht (ob Sonntagsschule, Priestertumsversammlung oder JD-Gruppe) lieber still bist, dann überleg mal, weshalb du lieber nichts sagst und was du dagegen unternehmen könntest. Es folgen einige Anregungen:

Frage: Was, wenn ich heute einfach nichts sagen möchte?

Antwort: Vielleicht spürst du die Erwartungshaltung, besonders dann, wenn im Unterricht gerade peinliches Schweigen herrscht. Was für eine Erleichterung, wenn sich ein anderer meldet! Du musst nichts mehr sagen und kannst aus seiner Wortmeldung zudem was lernen. Nun stell dir aber vor: Du warst froh, als sich ein anderer zu Wort gemeldet hat. Aber vielleicht freuen sich auch welche, wenn du etwas beiträgst.

Aber es kann ja auch andere Gründe geben, weshalb du dich nicht beteiligen möchtest. Vielleicht ist heute einfach nicht dein Tag, und du hüllst dich lieber in Schweigen. Oder liegt es daran, dass du nicht sicher bist, was du sagen sollst? An solchen Tagen hilft es dir vielleicht, wenn du daran denkst, dass jemand, der sich zu Wort meldet, ganz andere Eindrücke empfängt als jemand, der bloß zuhört. Du lässt dich wahrscheinlich auch weniger ablenken und kannst dich besser auf den Unterricht konzentrieren, wenn du in Gedanken damit befasst bist, was du zum Unterrichtsgespräch beitragen könntest.

Frage: Was, wenn ich nichts Besonderes zu sagen habe oder finde, mein Beitrag wäre nicht „gut genug“?

Jedes aufrichtige Zeugnis hat die Macht, Herzen zu berühren.

Antwort: Tappe nicht in die Falle des Satans, zu meinen, du seiest „dumm“ oder nicht „geistig“ genug und könntest daher nicht über das Evangelium sprechen oder Zeugnis geben. Jedes aufrichtige Zeugnis hat die Macht, Herzen zu berühren. Wenn du meinst, dein Zeugnis sei noch nicht stark genug und sei erst noch am Wachsen, dann könnte der Rat von Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel für dich gelten: „Wir erlangen oder festigen ein Zeugnis, indem wir Zeugnis geben. Jemand hat sogar einmal gesagt, dass manch einer sein Zeugnis eher im Stehen erlangt, während er es gibt, als auf den Knien, während er darum bittet.“ („Ein Zeugnis“, Liahona, Mai 2008, Seite 27.)

Wenn du zwar etwas zu sagen hättest, aber dich nicht melden möchtest (weil du insgeheim hoffst, du würdest auch so aufgerufen, oder weil du nicht als Streber dastehen möchtest), dann leg solche Bedenken bitte beiseite. Wenn dir der Geist eingibt, dass du etwas sagen sollst, dann wahrscheinlich deswegen, weil deine Sicht der Dinge und deine Erfahrungen jemand anderem wirklich helfen können.

Bedenke auch: wenn du im Unterricht Zeugnis von dem gibst, was der Lehrer gerade sagt, dann fügst du seiner Botschaft einen „weiteren Zeugen“ hinzu, egal, wie wortgewandt du es formulierst (siehe Matthäus 18:16 und 2 Korinther 13:1).

Illustration: Ein Mädchen gähnt im Unterricht

Frage: Was, wenn mein Lehrer so viel spricht, dass ich gar keine Chance habe, mich zu melden?

Antwort: Wenn der Lehrer das Gespräch beherrscht, ist es nicht leicht, zu Wort zu kommen. Du könntest nach dem Unterricht mit ihm oder ihr darüber sprechen und sagen, dass du dich gern mehr beteiligen möchtest, aber kaum zu Wort kommst. Oder du könnest vor dem Unterricht fragen, ob Hilfe gebraucht wird oder ob du etwas vorlesen sollst. Auch dadurch gibst du zu verstehen, dass du dich gern mehr einbringen möchtest.

Manchmal empfängt ein Lehrer aber vielleicht die Eingebung, er solle selber mehr reden oder selber Zeugnis geben, statt euch Fragen zu stellen. Sei also nicht enttäuscht, wenn du mal nicht drankommst, sondern hör genau hin, was dein Lehrer sagt, und denk darüber nach, wie du das Gehörte in die Tat umsetzen kannst.

Frage: Was, wenn es einen gibt, der zu jeder Frage etwas zu sagen hat?

Antwort: In so gut wie jeder Klasse gibt es einen, der sich immerzu meldet und zu allem was zu sagen hat. Tappe nicht in die Falle, dich darüber lustig zu machen oder zu denken: „Ich wünschte, er würde endlich mal die Klappe halten.“ Freu dich vielmehr, dass du aus der Sichtweise des anderen etwas lernen und dadurch Fortschritt machen kannst. Manche Leute lernen am meisten, wenn sie ihre Gedanken in Worte fassen können. Bleib also geduldig und liebevoll. Der andere lernt gerade etwas über das Evangelium.

Und bedenke: Vielleicht melden sich diese Schüler ja nur, weil sich kein anderer meldet. Wenn du dich beteiligst, sind sie vielleicht sogar erleichtert, dass nicht schon wieder sie an der Reihe sind.

Und wenn du als Lehrer merkst, dass offenbar immer nur einer antwortet, dann kannst du auch bestimmten Teilnehmern eine konkrete Frage stellen, statt die Frage an die gesamte Klasse zu richten.

Illustration: Ein Mädchen meldet sich im Unterricht

Frage: Soll ich auch über ganz persönliche Sachen sprechen?

Antwort: Persönliche Erlebnisse und Erfahrungen können Evangeliumsgrundsätze verdeutlichen und anderen etwas vermitteln. Überlege dir aber gut, was du sagen willst, denn einige Erlebnisse sind sehr persönlich und auch heilig. Vielleicht ist noch jemand mit betroffen, der aber nicht möchte, dass die Geschichte bekannt wird; oder die anderen können nichts damit anfangen, weil sie noch nie in so einer Lage gewesen sind. Es kann aber auch gut sein, dass du später mal von so einem Erlebnis berichten willst. (Siehe Henry B. Eyring, „O denkt daran, denkt daran“, Liahona, November 2007, Seite 66.)

Lass dich vom Geist leiten und bemühe dich um Eingebungen, um zu beurteilen, was zu erzählen sollst und was nicht. Man kann nie wissen, wann genau dein Erlebnis jemand anders hilft.

Man kann nie wissen, wann genau dein Erlebnis jemand anders hilft.

Eine langweilige Klasse?

Macht es so wie Präsident Spencer W. Kimball (1895 bis 1985)! Er wurde einmal gefragt: „Was machen Sie, wenn Sie in einer langweiligen Abendmahls-versammlung sitzen?“ Er gab zurück: „Das weiß ich nicht. Ich habe das noch nie erlebt.“ (Siehe Donald L. Hallstrom, „Durch seine Kirche zu seinem Evangelium bekehrt“, Liahona, Mai 2012, Seite 15.)

Hier einige Anregungen, wie du im Unterricht besser bei der Sache bleiben kannst:

  • Mach dir Notizen. Das bringt wirklich was!
  • Manche Menschen nehmen Gedanken leichter auf, während sie irgendwas vor sich hinkritzeln. Wenn das bei dir auch so ist, dann könntest du vielleicht eine Skizze von dem anfertigen, worüber der Lehrer gerade spricht. Achte nur darauf, dass du dabei nicht vom Thema abgelenkt wirst: Die Zeichnung soll ja eine Lernhilfe sein und kein Meisterwerk, in das du dich da vertiefst.
  • Fordere deine Freunde oder Klassenkameraden auf, die Schriftstellen, die euer Lehrer gerade bespricht, mit dir andächtig um die Wette aufzuschlagen.
  • Überlege dir, welche Fragen du zu dem Thema oder in diesem Zusammenhang hast. Stell diese Fragen und schreib die Antwort in dein Heft.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Juliausgabe 2014 der Zeitschrift New Era.

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