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Der Missionsalltag

Die vielen und intensiven Erfahrungen eines Missionars ergeben sich durch seinen Auftrag, andere einzuladen, zu Christus zu kommen.

Die Stille in der Wohnung wird durch das Klingeln des Weckers durchbrochen. Wieder ist es 6:30 Uhr. Ein weiterer Tag beginnt. Ein weiterer Tag, an dem man in den heiligen Schriften studiert, betet, plant, arbeitet, lehrt, hilft und dient. Ein weiterer besonderer Tag. Ein weiterer Tag als Missionar.

Täglich erwarten jeden der 75.000 Vollzeitmissionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nach dem Aufstehen eine Vielzahl an Unternehmungen und Erlebnissen: Lektionen geben, Versammlungen und andere Menschen besuchen, Pläne, die problemlos umgesetzt werden, Termine, die ins Wasser fallen, Akzeptanz und Zurückweisung sowie viel beten und harte Arbeit.

Durch den gesamten Alltag zieht sich ein roter Faden, nämlich der Auftrag, „andere [einzuladen], zu Christus zu kommen, indem [die Missionare] ihnen helfen, das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi anzunehmen. Dies geschieht, wenn die Betreffenden Glauben an Jesus Christus und sein Sühnopfer üben, umkehren, sich taufen lassen, die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und bis ans Ende ausharren“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 1).

„Wenn Missionare den Auftrag, Menschen mithilfe der Grundsätze und heiligen Handlungen des wiederhergestellten Evangeliums zu Christus zu bringen, verinnerlicht haben, verstehen sie, dass es sich bei der Missionsarbeit nicht um ein Programm handelt, sondern um ein großes Werk, das Werk des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes nämlich. Ihnen wird bewusst, dass sie keine Verkäufer oder Klempner sind, sondern von Gott bevollmächtigte und beauftragte Lehrer der Rechtschaffenheit. Sie verstehen, dass die Welt die sühnende Gnade und Errettung nur durch sie erlangen kann und durch die Kirche, die sie repräsentieren, nämlich die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Sie verstehen, wozu sie da sind und worum es in diesem Werk eigentlich geht. Sie werden losgehen und das Werk des Vaters erfüllen. Wie die Söhne Mosias werden sie ‚mit Macht und Vollmacht von Gott‘ (Alma 17:3) lehren.“ (Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel, Seminar für neue Missionspräsidenten, 22. Juni 2008.)

Was einen Missionar ausmacht kann dich bereits jetzt schon in allen Lebensbereichen durchdringen. Anregungen dazu findest du, indem du dir anschaust, wie die reguläre Woche eines Missionars aussieht.

Planungsbesprechungen

Seine Zeit beim Aufbau des Reiches Gottes und in jedem Lebensabschnitt weise einzuteilen ist sehr wichtig. Kannst du deine Zeit besser einteilen? In Kapitel 8 der Anleitung Verkündet mein Evangelium! erfährst du, wie das geht.

Missionare setzen sich einmal die Woche für zwei bis drei Stunden zusammen – und auch kurz jeden Abend –, um sich Ziele zu setzen und zu planen. Wie bei allem, was sie tun, steht ihr Auftrag bei der Tages- und Wochenplanung im Mittelpunkt. Sie planen nicht nur mithilfe eines Terminkalenders, sondern beten auch viel und lassen sich von Inspiration und der Sorge um die Bedürfnisse anderer, die zu Christus kommen wollen, leiten. Missionare planen beispielsweise Besuche bei Freunden der Kirche, die sie belehren und bei denen sie nachfassen wollen. Sie bereiten Besuche bei Mitgliedern vor, um ihnen zu helfen, andere am Evangelium teilhaben zu lassen. Sie legen fest, was sie tun wollen, um neue Leute zu finden, sie zu unterweisen, zu taufen und zu konfirmieren.

„Der Herr verdient, dass Sie Ihr Bestes geben. Das geht nicht, wenn Sie nicht sorgfältig planen.

Wenn Sie gut planen, haben Sie, liebe Missionare und Missionarinnen, Eingebungen, die Sie wissen lassen, was Sie tun sollen. Außerdem werden Sie Eingebungen haben, durch die Sie wissen, was Sie nicht tun sollen. Die Macht dieses Werkes entsteht, wenn wir in unserer Beziehung zum Vater im Himmel an den Punkt gelangen, dass wir die Stimme des Geistes kennen – und zwar so gut –, dass wir genau wissen, was wir tun sollen.“ (Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel, Ansprache bei einer Andacht an der Missionarsschule in Provo, 25. Juni 2002.)

„Sinnvolle Ziele und sorgfältige Planung tragen dazu bei, dass Sie vollbringen können, was der Herr von Ihnen erwartet. Sie berichten dem Herrn und den Führungsbeamten der Mission von Ihren Bemühungen um die Menschen in Ihrem Gebiet.“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 159.)

Gebet

Aufrichtiges Beten ist für alle Belange der Missionsarbeit wesentlich. Führer der Kirche erklären, warum das Gebet wichtig ist und wie unsere Gebete an Bedeutung gewinnen können.

Für Missionare gehört das Gebet irgendwann einfach dazu. Sie beten jeden Morgen und Abend für sich allein und tragen den Tag über ein Gebet im Herzen. Sie beten zusammen, wenn sie planen, die Schriften studieren, lehren und vor jeder Mahlzeit. Sie bringen den Leuten das Beten bei. Sie beten mit Freunden der Kirche und mit Mitgliedern. Sie wissen, dass sie nur dann Erfolg haben können, wenn sie den Geist bei sich haben, dass einem der Geist „durch das Gebet des Glaubens gegeben“ wird und dass sie nicht lehren sollen, wenn sie den Geist nicht empfangen (LuB 42:14).

Tägliches Schriftstudium allein und mit dem Mitarbeiter

Ob man nun als Vollzeitmissionar oder als einfaches Mitglied Missionsarbeit macht, durch das tägliche Schriftstudium wird man vermehrt dazu in der Lage sein, das Evangelium zu leben und zu verbreiten. Wie du die Funktionen zum Schriftstudium im Internet nutzen kannst, um noch mehr aus dem täglichen Studium herauszuholen.

Für Missionare ist es wichtig, dass sie sich täglich mit den heiligen Schriften befassen. Sie lesen eine Stunde für sich, eine weitere mit ihrem Mitarbeiter. Für einige kommen zusätzlich noch 30 bis 60 Minuten Sprachstudium hinzu. Sie befassen sich vorwiegend mit den heiligen Schriften und mit den Lehren der Lektionen in der Anleitung Verkündet mein Evangelium!.

„Ich sage den Missionaren da draußen oft: ‚Sie bestimmen jeden Morgen darüber, wie erfolgreich Ihre Mission sein wird. Sagen Sie mir wie Ihr Morgen von 6:30 Uhr an abläuft, bis Sie wann auch immer in Ihrem Missionsgebiet nach draußen gehen. Sagen Sie mir, wie diese Stunden ablaufen, und ich sage Ihnen, wie Ihr Tag, Ihr Monat, Ihre Mission und Ihr Leben aussehen werden.“ (Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel, Seminar für neue Missionspräsidenten, 26. Juni 2011.)

Die Menschen lehren

Du musst nicht warten, bis du ein Vollzeitmissionar bist, um anderen vom Evangelium zu erzählen. Fang schon heute an, indem du ein Profil auf Mormon.org anlegst und darüber sprichst.

Ganz gleich, wo ein Missionar ist – ob bei jemandem daheim, draußen, in der Kirche oder im Internet –, er lehrt und bezeugt die Lehren des wiederhergestellten Evangeliums, hilft anderen, den Geist zu spüren und zu erkennen, und lädt sie ein, Verpflichtungen einzugehen, die ihnen helfen, sich zu bekehren. Dazu gehört, dass sie im Buch Mormon lesen, beten, ob es wahr ist, von Sünden umkehren, die Gebote halten und zur Kirche gehen.

Die grundlegenden Lehren, die man als Missionar den Leuten vermittelt, sind in Kapitel 3 der Anleitung Verkündet mein Evangelium! zu finden. Die Missionare befassen sich intensiv mit diesen Lehren und Grundsätzen und verinnerlichen diese, damit sie wissen, was sie lehren sollen, damit sie dem Geist folgen und die Unterweisung individuelle Bedürfnisse anpassen können.

Besuche zum Nachfassen

Wenn jemand sich zu etwas verpflichtet hat, versuchen die Missionare nachzufassen, wenn möglich täglich. Die Missionare spornen an, beantworten Fragen, räumen Bedenken aus, verheißen , dass Gott ihn segnen wird, und bieten Hilfe an, wo sie können, damit derjenige seine Verpflichtung einhalten kann. Beispielweise könnten die Missionare mit jemandem, der sich verpflichtet hat, darin zu lesen, das aber noch nicht gemacht hat, im Buch Mormon lesen. Andere Verpflichtungen sind mitunter sehr schwierig einzuhalten, zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören oder keinen Alkohol mehr zu trinken. Die Missionare unterstützen den Betreffenden und machen viele Vorschläge, wie er das Suchtverhalten überwinden kann.

„Sich zu ändern kann schwer sein. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen zu helfen, in ihrem Vorsatz, sich zu ändern, stark zu bleiben. Sie müssen tun, was Sie können, um den Menschen zu helfen, ihren Verpflichtungen nachzukommen. …

Ihre Aufgabe ist erst dann erfüllt, wenn die Menschen gemäß diesen Verpflichtungen leben, wenn sie also umgekehrt sind (siehe 3 Nephi 18:32).“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 233.)

Versammlungen in der Kirche

Du möchtest jemanden zu einer Versammlung der Kirche einladen, aber du befürchtest, ihn zu verärgern? Elder Jeffrey R. Holland hat darüber gesprochen, wie man jemanden einladen kann, ohne dass er sich unbehaglich fühlen muss.

Die Missionare wissen, dass es einem Freund der Kirche hilft, vor seiner Taufe mehrmals zur Kirche zu gehen, da es dann wahrscheinlicher ist, in der Kirche aktiv zu bleiben. In der Kirche spüren sie den Geist, die Missionare stellen sie anderen Gemeindemitgliedern vor und machen sie mit den Versammlungen der Kirche vertraut.

Verkehrsmittel

Um bei ihrer täglichen Arbeit von A nach B zu kommen, verwenden die Missionare alle zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel. Vielerorts laufen sie einfach. Anderswo nimmt man das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel. Einige Missionare können sogar ein Auto nutzen. Missionare fahren jedoch nicht nur auf schnellstem Wege von einem Ort zum andern. Stattdessen wählen sie vielleicht ein Verkehrsmittel, das ihnen erlaubt, auf der Fahrt mit anderen über das Evangelium zu sprechen, denn Missionare sollen „jeden Tag mit so vielen Menschen wie möglich [sprechen]“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 183).

Vorbereitungstag

Die Missionare haben einen Vorbereitungstag pro Woche. Es handelt sich dabei nicht wirklich um einen freien Tag, sondern um einen Tag, an dem sie alles machen können, wofür sie an anderen Tagen keine Zeit haben, zum Beispiel Briefe schreiben, Wäsche waschen, saubermachen, einkaufen oder sich die Haare schneiden lassen. Sie können auch an kulturellen Veranstaltungen oder an Freizeitaktivitäten teilnehmen. Hauptsächlich ist dieser Tag jedoch dazu gedacht, dass die Missionare den Rest der Woche produktiver, konzentrierter und besser vorbereitet sein können. Dabei handelt es noch nicht einmal um einen ganzen Tag. Ab 18 Uhr gehen sie wieder los und machen wieder ganz reguläre Missionsarbeit.

Distriktsversammlung und Zonenkonferenz

Jede Woche kommen Missionare, die in der gleichen Gegend tätig sind, zu einer 60- bis 90-minütigen Distriktsversammlung zusammen. Einer der Missionare ist der Distriktsleiter und leitet diese Versammlung. Die Missionare lernen voneinander, indem sie einander schulen, Herausforderungen besprechen, Zeugnis geben und von Erlebnissen berichten. Sie sprechen auch darüber, welche Fortschritte diejenigen gemacht haben, die sie belehren.

Alle drei Monate findet für die Missionare aus mehreren Distrikten eine Zonenkonferenz unter Leitung des Missionspräsidenten statt. Viele der Missionare müssen einen etwas weiteren Weg auf sich nehmen, um dieser Versammlung zu besuchen, die in der Regel etwas länger dauert als eine Distriktsversammlung und bei der mehrere Themen zur Sprache kommen können.

Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern

Fragst du dich, wie du bei dir zuhause mit den Missionaren zusammenarbeiten kannst? Schau dir an, wie du dich schon heute am Erlösungswerk beteiligen kannst.

Mitglieder der Kirche und Missionare arbeiten auf verschiedene Weise zusammen. Missionare achten darauf, gute Beziehungen zu den Mitgliedern an ihrem jeweiligen Einsatzort aufzubauen. In Zusammenarbeit mit dem Bischof und dem Gemeindemissionsleiter helfen Missionare den Mitgliedern, das Evangelium zu verbreiten. Sie besuchen und stärken diejenigen, die nicht zur Kirche kommen. Jeder Missionar stellt fest, dass „die Führungsbeamten und Mitglieder an [ihrem] Arbeitsort [ihre] besten Verbündeten [sind]“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 254). Auf HasteningTheWork.lds.org ist zu sehen, wie Mitglieder und Missionare zusammenarbeiten können.

Taufen und Konfirmierungen

Wenn jemand sich auf Einladung der Missionare hin taufen lassen möchte, dann ist das Grund zu großer Freude. Diese Freude wird noch größer, wenn er, nachdem er alle Hindernisse überwunden hat, im Taufbecken steht und ein heiliges Bündnis eingeht. Dann kann der Betreffende als Mitglied der Kirche bestätigt werden und die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

„Wir bezwecken mit der Missionsarbeit, den Kindern Gottes zu helfen, eine Bedingung zu erfüllen, die der Heiland und Erlöser vorgegeben hat. Wir predigen und lehren, um die Kinder Gottes zu taufen, damit sie im celestialen Reich errettet werden können, statt auf ein geringeres Reich eingeschränkt zu sein. Wir machen Missionsarbeit, um zu taufen und zu konfirmieren. Auf diese Lehre gründet sich die Missionsarbeit.“ (Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel, „Warum machen wir Missionsarbeit?“, Liahona, September 2009, Seite 26.)

Dienst am Nächsten

Missionare sind nicht die einzigen, die anderen Gutes tun sollten. Wenn du Anregungen suchst, was du tun könntest, geh auf die Seite Gelegenheiten zum Dienen.

Die Missionare sollten jede Woche bei einem Dienstprojekt mithelfen, das vom Missionspräsidenten genehmigt ist. Außerdem sind sie dazu angehalten, zu allen Zeiten auf den Heiligen Geist zu hören, „um Gelegenheiten zu erkennen, wie sie Gottes Kindern auf ganz einfache Weise etwas Gutes tun können“ (Verkündet mein Evangelium!, Seite 196). Sie tun Gutes, weil sie alle Kinder Gottes lieben und ihnen helfen wollen, aber sie freuen sich natürlich auch über diejenigen, die aufgrund ihrer guten Taten mehr über ihre Botschaft erfahren wollen.

Mehr dazu

Mehr zum Thema Missionsvorbereitung sowie Videos, Hilfsmittel und Antworten auf häufig gestellte Fragen. Mehr über den Alltag eines Missionars erfährst du in der Zeitschrift New Era vom Oktober 2013 (nur in englischer Sprache).

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