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Das Buch mit den Antworten

Michael Frazier

Wir wussten, dass das Buch Mormon Antworten bereithält. Aber gab es darin auch eine Antwort für eine Familie, die ihre finanzielle Unterstützung verlieren würde, wenn sie sich der Kirche anschloss?

„Ich kann es nicht erwarten, Maria und ihre Familie heute zu sehen“, sagte ich zu meinem Mitarbeiter auf dem Weg zu ihnen. „Ja, ich auch nicht. Nur noch ein paar Tage, bis sie getauft werden!“, antwortete er.

Maria und ihre Kinder hatten die Kirche mehrere Monate lang kennengelernt. Wir hatten viel von ihrer Bekehrung miterlebt und hatten ihnen die Begeisterung angesehen, als sie darüber sprachen, den Taufbund mit Gott zu schließen.

lächelnde Familie

Wir kamen bei Maria an und klopften an die Tür. Sie machte auf, aber sie war nicht so fröhlich wie sonst. Ihr Lächeln war einem traurigen Blick gewichen.

„Kommt rein“, murmelte sie und ging mit uns ins Wohnzimmer. Die Kinder – Carlos, Ricardo und Marisol – schienen alle etwas bedrückt. Sie ließen die Schultern hängen und wollten uns nicht in die Augen schauen.

„Ich weiß nicht, ob wir uns taufen lassen“, sagte Maria und blickte dabei zu Boden.

„Warum denn nicht?“, fragte ich erstaunt.

Maria erklärte, dass ihr Ex-Mann, Ishmael, sie vor die Wahl gestellt hatte: entweder sage sie uns „Auf Wiedersehen“ oder sie müsse seinem Geld „Auf Wiedersehen“ sagen.

Wir versuchten, Maria zu erklären, dass Gott für sie und die Kinder sorgen würde, selbst wenn Ishmael es nicht tun würde, dass sie nicht mittellos dastehen würden, wenn sie Gottes Gebote befolgten. Als wir gingen, fühlte sich alles aber immer noch danach an, als ob Ishmael mit seiner Drohung gewonnen hätte.

Was konnten wir nur tun, damit Maria und die Kinder weiter an ihrer Entscheidung, sich taufen zu lassen, festhalten würden? Wie konnten wir ihren Glauben stärken?

Ich weiß, dass die heiligen Schriften uns helfen können, schwierigen Situationen mit Mut zu begegnen. Sie geben uns Hoffnung, wenn wir verzweifelt sind, und sie leiten uns in dunklen Zeiten.

An diesem Abend und am nächsten Morgen beteten wir. Als wir dann mit unserem gemeinsamen Schriftstudium begannen, kam uns ein Gedanke in den Sinn. Unser Missionspräsident hatte uns gesagt, dass man die Antwort auf jedes Problem in den heiligen Schriften und vor allem im Buch Mormon finden könne. Wir beschlossen, an diesem Morgen bei unserem Studium im Buch Mormon an Maria zu denken.

Wir lasen in Alma 20. Dort treffen Ammon und Lamoni auf Lamonis Vater, als sie sich auf den Weg gemacht hatten, Ammons Brüder aus dem Gefängnis zu befreien. Lamoni wusste, dass sein Vater ärgerlich mit ihm sein würde, weil er Christ geworden war. Er hatte Angst davor, was sein Vater tun könnte.

Die Ähnlichkeit mit Marias Situation stach uns sofort ins Auge. Maria hatte sich zum Evangelium Jesu Christi bekehrt. Nun war ein Mann mit erheblichem Einfluss auf ihr Wohlergehen gegen sie aufgebracht. Wie würde sie dem begegnen?

Wir besuchten Maria erneut, um ihr von dieser Begebenheit in den Schriften zu erzählen. Maria ließ uns herein und wir fingen an, darüber zu sprechen. Maria las auf unsere Aufforderung hin: „Nun gebot Lamonis Vater ihm, er solle Ammon mit dem Schwert töten. Und er gebot ihm auch, er solle nicht in das Land Middoni gehen, sondern er solle mit ihm in das Land Ischmael zurückkehren.“ (Alma 20:14.)

Wir machten ihr klar, dass Lamonis Vater wie ihr Ex-Mann, Ishmael, war:

„Ishmael mag uns nicht und auch nicht das, worüber wir sprechen, oder?“

„Nein.“

„Er möchte, dass du nichts mehr mit uns zu tun hast und dass du ihm ins Land Ischmael folgst, richtig?“

„Ja“, erwiderte sie lachend.

„Schauen wir mal, wie Lamoni reagierte.“

Maria las weiter: „Aber Lamoni sprach zu ihm: Ich werde Ammon nicht töten, und ich werde auch nicht in das Land Ischmael zurückkehren, sondern ich gehe in das Land Middoni, um die Brüder Ammons freizulassen, denn ich weiß, sie sind gerechte Männer und heilige Propheten des wahren Gottes.“ (Vers 15.)

„Maria, glaubst du daran, dass wir Jesus Christus vertreten und das, was wir lehren, wahr ist?“, fragten wir.

„Ja, das glaube ich“, antwortete sie.

„Glaubst du daran, dass du tust, was Gott von dir erwartet, wenn du dich taufen lässt?“

„Ja“, erwiderte sie.

„Glaubst du daran, dass Gott für dich und deine Familie sorgen wird, auch wenn Ishmael es nicht tun wird?“

„Ich weiß, dass Gott das tun wird.“

„Was wirst du nun also Ishmael sagen?“

„Ich werde ihm sagen, dass er tun kann, was er möchte, aber dass wir uns taufen lassen!“

Carlos, Ricardo und Marisol jubelten. Wir waren erstaunt, diese Veränderung zu beobachten. Zuvor war da Verzweiflung. Nun herrschte Freude.

Hände, die ein spanisches Buch Mormon halten

Maria verkündete Ishmael unerschrocken, dass sie sich taufen lassen werde. Ein paar Tage später gingen Maria, Carlos, Ricardo und Marisol diesen Bund mit Gott ein und empfingen die Gabe des Heiligen Geistes. Ishmael machte seine Drohung nicht wahr. Stattdessen besuchte er auch weiterhin seine Kinder und sorgte für sie. Vielleicht wurde sein Herz durch Marias Glauben erweicht, so wie das Herz von Lamonis Vater durch Lamonis Glauben erweicht worden war.

Es gibt Antworten zu unseren Problemen in den heiligen Schriften. Alma hatte wohl nicht unbedingt Maria im Sinn, als er über Lamonis Begegnung mit seinem Vater schrieb, aber ich war erstaunt, wie gut diese Begegnung auf ihre Situation passte, sogar bis hin zum Namen Ischmael. Ich weiß, dass die heiligen Schriften uns helfen können, schwierigen Situationen mit Mut zu begegnen. Sie geben uns Hoffnung, wenn wir verzweifelt sind, und sie leiten uns in dunklen Zeiten.

Berichte von einem Erlebnis

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