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Was mache ich, wenn ich kein Zeugnis erlange?

Hadley Griggs

Es ist normal, dass sich ein Zeugnis langsam entwickelt. Das ist immer ein persönlicher, individueller Vorgang.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass manch einer sein Zeugnis sofort erlangt, nachdem er gebetet hat, ein anderer jedoch scheinbar tage-, monate- oder sogar jahrelang warten muss, ehe er eine persönliche Bestätigung erhält? Wartest du gerade darauf, ein Zeugnis zu erlangen?

Ob du es glaubst oder nicht: Dass man sofort eine Offenbarung erhält, ist eigentlich „eher selten als üblich“. Meistens empfängt man eine Offenbarung nicht wie ein Licht, das man einschaltet. Sie kommt wie ein anbrechender Morgen – es ist ein allmählicher und langsamer Vorgang, bis die Sonne endlich aufgeht (siehe David A. Bednar, „Der Geist der Offenbarung“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2011). Wenn du also darauf wartest, dass sich endlich ein Zeugnis einstellt, dann mach dir keine Sorgen – du bist in guter Gesellschaft!

Junge beim Schriftstudium

Selbst einige unserer Propheten haben ihr Zeugnis langsam entwickelt und nicht auf einen Schlag erhalten. Präsident Joseph F. Smith (1838–1918) betete in jungen Jahren ständig darum, er möge doch ein Wunder erleben, um ein Zeugnis zu erlangen. Er erklärte: „Aber der Herr versagte mir die Wunder und zeigte mir die Wahrheit Zeile um Zeile[,] bis er mich die Wahrheit vom Scheitel bis zur Sohle erkennen ließ … Durch die Eingebungen der leisen, sanften Stimme des Geistes des lebendigen Gottes gab er mir das Zeugnis, das ich besitze.“ (Frühjahrs-Generalkonferenz 1900; Hervorhebung hinzugefügt.)

Es ist ganz normal, dass sich ein Zeugnis langsam entwickelt, auch wenn jemand anders, den du kennst, scheinbar sofort eine Antwort bekommt. Wenn du noch darauf wartest, ein Zeugnis zu erlangen, bedeutet das nicht, dass du weniger würdig oder weniger wichtig bist. Elder LeGrand R. Curtis Jr. von den Siebzigern sagte Folgendes darüber, wie man ein Zeugnis vom Buch Mormon erlangt: „Manch einer hat ein derart eindrucksvolles Erlebnis, wenn er das Buch Mormon zum ersten Mal öffnet, manch anderer hingegen erlangt eher Schritt für Schritt ein Zeugnis von der Wahrheit des Buches, während er darin liest und darüber betet.“ („In diesem Buch steckt eine Macht“, Herbst-Generalkonferenz 2016.)

Ein Zeugnis zu erlangen ist ein persönlicher und individueller Vorgang. Es ist also in Ordnung, wenn sich deines langsam entwickelt. Das ist nämlich völlig normal.

Wir können offenbartes Wissen erlangen

„Einer der schönsten Aspekte des Plans, den der himmlische Vater für seine Kinder hat, ist, dass jeder von uns für sich selbst wissen kann, dass dieser Plan wahr ist. Dieses offenbarte Wissen beruht nicht auf Büchern, auf wissenschaftlichen Beweisen oder dem, was wir mit unserem Verstand ergründen können. … Wir [können] dieses Wissen direkt vom himmlischen Vater erhalten, durch das Zeugnis des Heiligen Geistes.“ – Elder Dallin H. Oaks

Manchmal kann ein persönliches Zeugnis so langsam kommen, dass wir es gar nicht bemerken. Man kann das damit vergleichen, „wie wir körperlich heranwachsen[;] wir bemerken es kaum, denn es geschieht Schritt für Schritt“ (Boyd K. Packer, „Wie man geistige Erkenntnis erlangen kann“, Liahona, Januar 2007, Seite 16). Wir wachsen jeden Tag, einen Zentimeter nach dem anderen, bis wir eines Tages auf die Markierung an der Wand blicken und feststellen, dass wir tatsächlich größer geworden sind. Bei einem Zeugnis ist es oft genauso. Wir können überlegen, wie wir früher einmal waren, und stellen dann oft fest, wie weit wir schon gekommen sind.

Wenn dein Zeugnis nicht so schnell wächst, wie du es gerne hättest, dann gib auf keinen Fall auf! Elder M. Russell Ballard vom Kollegium der Zwölf Apostel hat gesagt: „Ich weiß wirklich nicht, warum es dem einen leichter fällt zu glauben als dem anderen. Ich bin einfach dankbar zu wissen, dass es immer eine Antwort gibt, und wenn wir danach suchen – und zwar mit wirklichem Vorsatz, im Gebet und mit voller Herzensabsicht –, werden wir schließlich, wenn wir auf dem Weg des Evangeliums weitergehen, die Antwort auf unsere Fragen finden.“ („Zu wem sollen wir gehen?“, Herbst-Generalkonferenz 2016.)

Verlier nicht den Mut. Der Vater im Himmel liebt dich. Jesus hat das Sühnopfer für dich vollbracht und weiß genau, was du durchmachst. Es gibt einen Plan. Ganz gleich, auf welcher Stufe sich dein Zeugnis befindet, denk daran, dass der Herr lediglich verlangt, dass wir unser Bestes tun. Wenn du dein Bestes tust, wirst du ein Zeugnis erlangen.

Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel macht uns mit diesen Worten Mut: „Gehen Sie nur weiterhin gehorsam und voller Glauben an den Erlöser voran. Wenn Sie das tun, können Sie nicht fehlgehen (siehe LuB 80:3).“ („Der Geist der Offenbarung“, Frühjahrs-Generalkonferenz 2011.)

Ein Mädchen betet

Aber was genau ist ein Zeugnis?

Ein Zeugnis ist eine persönliche Bestätigung durch den Heiligen Geist. Es beginnt mit dem Glauben an den Vater im Himmel und an Jesus Christus und wächst „Zeile um Zeile“ (2 Nephi 28:30), bis es jeden Aspekt des Evangeliums umfasst und man beispielsweise weiß, dass die Familie für immer bestehen kann, dass das Buch Mormon wahr ist oder dass der Prophet Offenbarungen vom Herrn erhält.

Manchmal kommt es uns so vor, als ob unser Zeugnis nicht wächst, weil wir nicht ganz sicher sind, wie sich diese „persönliche Bestätigung“ anfühlt. Wir hören immer, dass der Geist mit einer „leisen, sanften Stimme“ spricht, aber was genau bedeutet das? Nun, der Heilige Geist kann auf unterschiedliche Art und Weise zu uns sprechen. Manchmal ist es so etwas Machtvolles wie eine Eingebung, die deine Gedanken zu beanspruchen und deine Gefühle zu beeindrucken scheint (siehe LuB 128:1). Ein anderes Mal ist es ein brennendes Gefühl im Herzen. Und gelegentlich verspürst du einfach Ruhe und Frieden, und du „wirst … fühlen, dass es recht ist“ (LuB 9:8). Denk daran: „Wenn [du] kontinuierlich danach [trachtest], den Willen des Herrn zu erfahren und umzusetzen, [wirst du] nach und nach erkennen, wie der Heilige Geist [dich] beeinflusst.“

Es gibt viele Möglichkeiten, wie du dich dem Heiligen Geist öffnen kannst, damit er zu dir spricht und dir dabei hilft, ein Zeugnis zu erlangen. Ganz häufig zählen dazu beten, die heiligen Schriften lesen und jede Woche vom Abendmahl nehmen. Beschränk dich aber nicht darauf. Du kannst ein Zeugnis auch erlangen, wenn du Konferenzansprachen hörst oder liest, den Tempel besuchst, erhebende Musik hörst, deinen Mitmenschen dienst und vieles mehr. Du kannst ein Zeugnis sogar erlangen, wenn du Zeugnis gibst.

Berichte von einem Erlebnis

Musstest du schon einmal auf ein Zeugnis von einem Grundsatz oder einer Lehre warten? Berichte unten von einem Erlebnis.

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