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Welche Rolle spielt die Entscheidungsfreiheit beim Lernen des Evangeliums?

Der Vater im Himmel hat uns als Geschöpfe erschaffen, die handeln, und nicht als Dinge, auf die eingewirkt wird (siehe 2 Nephi 2:26). Dieser Grundsatz gilt für alle Bereiche unseres Erdenlebens und auch für unser Bestreben, das Evangelium zu lernen. Wir alle müssen das Evangelium selbst lernen – kein anderer kann es für uns lernen. Das Evangelium lernen soll ein aktiver Prozess sein, kein passiver. Wenn wir unsere Entscheidungsfreiheit dahingehend ausüben, dass wir eifrig nach der Wahrheit suchen, segnet uns der Herr mit mehr Licht und Erkenntnis.

Geistige Vorbereitung

Befassen Sie sich mit den nachstehend genannten Quellen. Welche Abschnitte oder Beispiele können Sie verwenden, damit die Jugendlichen verstehen, was es bedeutet, sich aktiv beim Lernen einzubringen?

Johannes 7:17 (Wir müssen den Willen des himmlischen Vaters tun, um seine Lehre zu erkennen)

Jakobus 1:22 (Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach)

1 Nephi 10:19 (Wenn wir eifrig nach der Wahrheit suchen, werden wir sie finden)

2 Nephi 2:26 (Wir sollen handeln und nicht auf uns einwirken lassen)

LuB 50:24 (Wenn wir Wahrheit empfangen und danach handeln, empfangen wir noch mehr Wahrheit)

LuB 88:118 (Wir trachten nach Wissen durch Studium und durch Glauben)

David A. Bednar, „Trachtet nach Wissen durch Glauben“, Liahona, September 2007, Seite 17–24

Zusammenhänge herstellen

Geben Sie den Jugendlichen zu Beginn jedes Unterrichts ein wenig Zeit, Zusammenhänge herzustellen zwischen dem, was sie in unterschiedlichen Situationen dazugelernt haben (beispielsweise beim Schriftstudium, beim Seminar, im weiteren Unterricht in der Kirche oder im Umgang mit ihren Freunden). Wie können Sie ihnen vor Augen führen, wie wichtig es ist, sich jeden Tag nach dem Evangelium auszurichten? Diese Anregungen erweisen sich vielleicht als hilfreich:

  • Lassen Sie die Jugendlichen eine Liste machen, was sie schon alles beim Seminar, in der Abendmahlsversammlung, beim persönlichen Studium oder bei anderen Gelegenheiten gelernt haben. Besprechen Sie als Klasse, inwiefern sich all dies auf den Erlösungsplan bezieht.
  • Fragen Sie die Jugendlichen, was schon einmal ein besonders schöner Unterricht gewesen ist, bei dem sie sich aktiv eingebracht haben (zum Beispiel beim Familienabend, bei einem Heimlehrbesuch, in einer Sonntagsschulklasse oder in der PV). Auf welche Weise haben sie sich eingebracht? Wie hat ihnen das geholfen, besser zu lernen? Wie kann man sich noch am Lernen beteiligen? (Sie können darauf hinweisen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, sich am Unterricht zu beteiligen, als eine bloße Wortmeldung.)

Gemeinsam lernen

Die folgenden Vorschläge regen die Jugendlichen dazu an, sich aktiv beim Lernen des Evangeliums einzubringen. Lassen Sie sich vom Geist führen und suchen Sie einen oder mehrere Vorschläge aus, die sich für Ihre Klasse am besten eignen:

  • Fragen Sie die Jugendlichen, wer aus den heiligen Schriften sich tatkräftig darum bemüht hat, etwas über das Evangelium zu lernen (Beispiele: 1 Nephi 2:14-16 [Nephi], Lehre und Bündnisse 138:1-11 [Joseph F. Smith] und Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:10-18 [Joseph Smith]). Welche Grundsätze können die Jugendlichen für das Lernen des Evangeliums entdecken, wenn sie von derlei Beispielen lesen? (Beispielsweise hatte Nephi die Worte seines Vaters gehört und daraufhin den Wunsch, eigenes Wissen zu erlangen, und er handelte gemäß diesem Wunsch.) Was möchten die Jugendlichen über den Erlösungsplan lernen? Wie können sie diese Grundsätze anwenden, um Führung beim Lernen zu erhalten?
  • Bitten Sie die Jugendlichen, den Abschnitt unter der Überschrift „Durch Glauben lernen: selbst handeln und nicht auf sich einwirken lassen“ in dem Artikel „Trachtet nach Wissen durch Glauben“ von Elder David A. Bednar zu lesen. Sie sollen darauf achten, was sie Elder Bednar zufolge tun können, um mehr Verantwortung beim Lernen des Evangeliums zu übernehmen. Was wollen sie tun, um seinen Rat bei ihren Bemühungen, etwas über den Erlösungsplan zu lernen, umzusetzen?
  • Schreiben Sie die in diesem Konzept angegebenen Schriftstellen an die Tafel. Fordern Sie jeden in der Klasse auf, sich eine auszusuchen und darin die Antwort auf die Frage zu suchen: Welche Segnungen erhält man, wenn man sich aktiv beim Lernen einbringt? Fragen Sie die Jugendlichen, was sie herausgefunden haben. Lassen Sie jeden für sich den folgenden Satz vervollständigen: „Ich werde mich aktiver dabei einbringen, das Evangelium zu lernen, indem ich …“ Bitten Sie einige Jugendliche, zu erzählen, was sie sich vorgenommen haben.
  • Fordern Sie die Jugendlichen auf, Lehre und Bündnisse 58:26-28 zu lesen und darauf zu achten, inwiefern der Rat des Herrn auf sie als Lernende im Evangelium zutreffen könnte. Bitten Sie sie, einige Entscheidungen zu nennen, die man als Schüler treffen muss (zum Beispiel ob man sich beteiligt oder nicht oder wie man sich geistig auf den Unterricht vorbereitet). Welche Folgen haben diese Entscheidungen beispielsweise?

Bitten Sie die Jugendlichen, zu berichten, was sie heute dazugelernt haben. Ist ihnen klar, welche Rolle die Entscheidungsfreiheit dabei spielt, das Evangelium zu lernen? Welche Gefühle oder Eindrücke haben sie? Haben sie noch weitere Fragen? Wäre es sinnvoll, sich noch länger mit diesem Punkt der Lehre zu beschäftigen?

Zum Handeln auffordern

  • Wie können die Jugendlichen das Gelernte anwenden, wenn sie sich in einer anderen Klasse in der Kirche mit dem Erlösungsplan befassen? Wie können Sie sie in ihren Bemühungen unterstützen, aktiv Lernende zu werden?
  • Geben Sie Zeugnis von den Segnungen, die uns zuteilwerden, wenn wir uns eifrig bemühen zu lernen.