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Herbst 2000 | Dieses großartige Millenniumsjahr

Dieses großartige Millenniumsjahr

Herbst 2000 Generalkonferenz

„Dieses Werk ist von einer Lebenskraft erfüllt, die wir noch nie in diesem Ausmaß verspürt haben.“

Liebe Brüder und Schwestern, Sie sind wirklich inspirierend! Ich sehe die vielen Gesichter vor mir und bin mir darüber im Klaren, dass es noch weit mehr gibt, die sich heute in aller Welt versammelt haben, und das Herz geht mir fast über vor Liebe zu jedem einzelnen von Ihnen. Sie sind wunderbar! Ich bete darum, dass ich bei meiner Ansprache vom Heiligen Geist geführt werde.

Heute morgen haben wir, bevor wir hereinkamen, die Abdeckplatte des Ecksteins dieses großen und großartigen neuen Gebäudes versiegelt. Damit ist das Gebäude vollendet.

Wir haben die Symbolik des Ecksteins beibehalten, um uns an den Sohn Gottes zu erinnern, auf dessen Leben und Wirken sich diese Kirche gründet. Er – er allein – ist der wahre Eckstein. Auf ihm ruht das starke Fundament der Apostel und Propheten, und darüber wird der ganze Bau, der die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage darstellt, zusammenhalten (siehe Epheser 2:21).

So soll, wie ich auch schon bei der Ecksteinlegung heute Morgen gesagt habe, dieses Symbol den Erlöser der Welt darstellen, den Sohn Gottes, den Herrn Jesus Christ, nach dem diese Kirche benannt ist.

Ich bin dankbar, dass dieses Gebäude nun fertiggestellt ist. Wir haben es schon für die April-Konferenz und auch einmal im Juni benutzt. Damals war es noch nicht ganz fertig. Doch nun ist es fertig und für die Nutzung freigegeben.

Das Millenniumsjahr 2000 ist für die Kirche ein beachtliches Jahr. Wir haben uns überall auf der Erde noch mehr ausgebreitet. Wir haben eine Mitgliederzahl von über 11 Millionen erreicht. Das ist sehr bedeutsam.

Ich war dabei, als die Kirche 1947 die Hundertjahrfeier seit der Ankunft der Pioniere feierte. Damals wurde das Denkmal „Dies ist der Ort“ geweiht. Es gab eine große Feier im Tabernakel, bei der auch ein Stück aufgeführt wurde, das die weltweite Mission der Kirche zum Thema hatte. Und bei diesen Feierlichkeiten wurde immer wieder betont, dass die Kirche bereits eine Million Mitglieder habe. Etwa die Hälfte davon lebten in Utah. Heute leben nur an die 15 Prozent hier, und doch haben wir hier mehr Mitglieder als je zuvor. Wenn wir bedenken, dass wir heutzutage 11 Millionen Mitglieder haben, ist das großartig und wunderbar und lässt uns auf eine gute Zukunft hoffen.

Wir breiten uns auf der Erde weiter aus, wo immer wir hingehen dürfen. Wir lehren das Evangelium, wie es in dieser Evangeliumszeit der Fülle kundgetan wurde. Wir gehen jetzt in Gebiete, deren Namen 1947 selten zu hören waren. Unsere Missionsarbeit hat sich auf wunderbare Weise ausgedehnt.

Ich war wohl beinahe überall, wo es die Kirche gibt. Und überall habe ich wunderbare Menschen getroffen. Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes Heilige der Letzten Tage. Sie bemühen sich, gemäß den Geboten zu leben.

Ich habe sie kennengelernt und mit ihnen gesprochen und dabei erfahren, was die Worte des Paulus wirklich bedeuten:

„[Gott] hat aus einem einzigen Menschen das ganze Menschengeschlecht erschaffen, damit es die ganze Erde bewohne. Er hat für sie bestimmte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnsitze festgelegt.

Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern.

Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir.... . Wir sind von seiner Art.“ (Apostelgeschichte 17:26-28.)

Wir sind eine große kosmopolitische Gemeinschaft geworden, eine große Familie aus Brüdern und Schwestern im Herrn. Und während wir alle – Männer und Frauen, Jungen und Mädchen, alles Heilige des Allerhöchsten – immer weiter vorwärts gehen, singen wir:

Ich hab geseh'n die Herrlichkeit des Herrn; er kommt sehr schnell,

tritt die Kelter, kommt zur Erde, das Gericht ist bald zur Stell.

Und sein Schwert, das schwingt er wie den Blitz so strahlend hell –

die Wahrheit geht voran!

Dieses Werk ist von einer Lebenskraft erfüllt, die wir noch nie in diesem Ausmaß verspürt haben.

Auf dem Gebiet des Bildungswesens haben wir das Seminar- und Institutsprogramm überall dort eingerichtet, wo die Kirche besteht. Es bringt viel Gutes in das Leben der Studenten in aller Welt. In den Instituten finden die jungen Studenten und Studentinnen nette Freunde, sie lernen etwas und unternehmen etwas gemeinsam – und manche finden dort sogar ihren zukünftigen Ehepartner in der Kirche.

In den vergangenen Monaten haben wir angekündigt, dass das Ricks-College, eine der großen Bildungseinrichtungen aus der Pionierzeit, an dem bisher nur zweijährige Studiengänge angeboten wurden, zu einer Universität mit Bakkalaureatsabschluss aufgerüstet wird. Es wird in BYU – Idaho umbenannt werden. Das soll dem Namen jenes großen Mannes, nach dem das Ricks-College benannt wurde, in keiner Weise Abbruch tun. Für viele junge Leuten werden sich dadurch aber bessere Bildungschancen eröffnen. Aus einer guten Bildungseinrichtung wird nun eine nochbessere. Die Kirche ist bemüht, weltliche Bildung im Rahmen einer Bildungseinrichtung der Kirche anzubieten, an der der Glaube an den lebendigen Gott und seinen Sohn, unseren Herrn, gelehrt wird.

Ein weiterer folgenschwerer Punkt, auf den in diesem Jahr 2000 großer Wert gelegt wird, ist der Tempelbau. Es ist ein Wunder. Vergangenen Sonntag haben wir in Boston in Massachusetts den hundertsten in Betrieb befindlichen Tempel der Kirche geweiht.

Ich wurde im Juli 1981 als Ratgeber von Präsident Kimball Mitglied der Ersten Präsidentschaft. Seitdem wurden 81 dieser 100 Tempel geweiht. Davor hatten wir nur 19 Tempel in Betrieb.

53 neue Tempel – mehr als die Hälfte der 100 derzeit in Betrieb befindlichen – wurden in den fünf Jahren geweiht, seit ich als Präsident der Kirche ordiniert wurde. Ich erwähne das nur, um Ihnen in Erinnerung zu rufen, wie rasch diese Entwicklung vor sich geht.

Als ich anlässlich einer Generalkonferenz angekündigt habe, ich hoffte, wir würden bis Jahresende 2000 die Weihung des hundertsten in Betrieb befindlichen Tempels erleben, habe ich mich gefragt, ob das denn möglich sei. Ich kann den vielen Männern und Frauen gar nicht genug danken, die so lange und so hart daran gearbeitet haben, dass dieses Wunder zustande gekommen ist. Einige dieser neuen Tempel sind kleine Tempel. Aber jede heilige Handlung, die im Salt- Lake-Tempel vollzogen werden kann, dem größten der Kirche, kann auch in diesen kleinen Tempeln vollzogen werden. Sie sind ja lediglich für die heiligen Handlungen da. Sie sind wunderschön und in jeder Hinsicht von bester Machart. Und Tausenden unserer Mitglieder wird dadurch die Fahrt zum Haus des Herrn erleichtert.

Wir werden weiterhin Tempel bauen. Bis zum Jahresende werden noch drei weitere Tempel geweiht. Wir werden auch in Zukunft noch Tempel bauen, aber vielleicht nicht mehr in dem Ausmaß wie im vergangenen Jahr. Es werden jedoch auch weiterhin diese heiligen Häuser errichtet werden – entsprechend dem Bedarf der Menschen.

Die Mitglieder sind zutiefst dankbar. Ich hoffe und glaube, dass der Herr Gefallen daran hat.

Heute steht uns ein weiteres bedeutsames Ereignis des Jahres 2000 bevor: Wir werden das Konferenzzentrum weihen. Dieses Gebäude ist einmalig und bemerkenswert. Als wir die Idee und den Plan dazu hatten, ging es uns nicht darum, das größte Haus der Gottesverehrung auf der Erde zu bauen. Es ging uns nur darum, einen Plan zu verfolgen, wie wir den Bedürfnissen unserer Mitglieder gerecht werden.

Das Tabernakel, das uns über hundert Jahre lang gut gedient hat, entspricht einfach nicht mehr unserem Bedarf.

Der Bau dieses neuen Gebäudes war ein ernsthaftes und großes Unterfangen. Wir wussten natürlich, dass sich die hier am Pult gesprochenen Worte auf elektronischem Wege weithin übermitteln lassen. Uns war allerdings auch der Wunsch vieler Mitglieder bekannt, gern im selben Raum wie der Sprecher zu sitzen. Als ich den Beschluss, diesen Bau in Angriff zu nehmen, ankündigte, sagte ich: „Der Bau dieses Gebäudes war ein kühnes Unterfangen. Wir haben uns Sorgen darum gemacht. Wir haben darüber gebetet, wir haben dem Flüstern des Geistes gelauscht. Und erst als wir die bestätigende Stimme des Herrn fühlten, haben wir uns entschlossen, vorwärts zu gehen.“ (Liahona, Juli 2000, 4f.)

Diese Entscheidung wurden auf der Frühjahrs-Generalkonferenz 1996 bekanntgegeben. Ich sagte damals:

„Ich bedauere, dass viele Menschen heute morgen gern im Tabernakel wären, jedoch nicht mehr hereinkommen konnten. Sehr viele Konferenzbesucher sind draußen auf dem Tempelplatz....

Ich fühle mit denjenigen, die gern hereingekommen wären, doch keinen Platz mehr gefunden haben. Vor etwa einem Jahr schlug ich den leitenden Brüdern vor, doch zu untersuchen, ob es nicht an der Zeit und möglich sei, ein weiteres geweihtes Gottesdienstgebäude zu errichten – viel größer, mit genug Raum für drei- oder viermal so viel Menschen, wie in diesem Gebäude Platz finden.“ (Der Stern, Juli 1996, 61.)

Etwas über ein Jahr später erfolgte der erste Spatenstich, und zwar am 24. Juli 1997, dem 150. Jahrestag der Ankunft unserer Vorfahren in diesem Tal.

Am Ende der Zeremonie des ersten Spatenstichs bat Präsident Packer im Schlussgebet den Herrn, mein Leben zu bewahren, damit ich bei der Weihung des neuen Gebäudes anwesend sein könne. Ich bin dankbar, dass dieses Gebet ganz offensichtlich erhört worden ist.

Heute weihen wir also ein Haus, worin Gott, der ewige Vater, und sein einziggezeugter Sohn, der Herr Jesus Christus, verehrt werden. Wir hoffen und beten, dass von diesem Pult aus auch weiterhin Worte des Zeugnisses und der Lehre, des Glaubens an den lebendigen Gott und der Dankbarkeit für das Sühnopfer unseres Erlösers gesprochen werden.

Wir weihen hier aber auch ein Haus, in dem es wertvolle künstlerische Veranstaltungen geben wird.

Hier wird der Tabernakelchor Loblieder singen. Hier werden Musiker vor großen Menschenmengen auftreten. Hier werden Bühnenstücke gespielt werden, die auf schöne und künstlerische Weise die Geschichte dieser Bewegung sowie vieles andere darstellen.

Dieses Gebäude wurde aus den besten Materialien und von den fähigsten Handwerkern erbaut. Wir sind all denen dankbar, die dazu beigetragen haben, dass daraus ein wunderschönes Zentrum für Konferenzen der Kirche und andere Zwecke geworden ist.

Wir gehen davon aus, dass auch andere Gruppierungen dieses Haus benutzen wollen. Wir stellen eszur Verfügung, allerdings mit Bestimmungen, die sicherstellen, dass es in Einklang mit den Absichten, für die es heute geweiht wird, genutzt wird.

Dies ist kein Museumsstück, auch wenn die Bauweise daran ganz vortrefflich ist. Es soll zu Ehren des Allmächtigen und zum Erreichen seiner ewigen Absichten genutzt werden.

Ich bin dankbar, dass wir dieses Haus haben. Ich bin dankbar, dass es nunmehr fertiggestellt ist. Die Orgel muss erst richtig gestimmt werden; das wird noch einige Zeit dauern. Ich empfehle Ihnen: Lesen Sie die ausgezeichneten Artikel, die im Oktober-Ensign zu diesem Thema erschienen sind.

Wenn ich nun dieses wundervolle Gebäude betrachte, das direkt neben dem Tempel steht, denke ich an die prophetischen Worte Jesajas:

„Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.

Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.

Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.“ (Jesaja 2:2,3,5.)

Ich glaube, dass sich diese Prophezeiung auf den historischen, wundervollen Salt-Lake-Tempel bezieht. Aber ich glaube auch, dass sie sich auf dieses schöne Gebäude bezieht. Denn von diesem Pult aus wird das Gesetz des Herrn - in Verbindung mit dem Wort und dem Zeugnis des Herrn – ausgehen.

Möge Gott uns als Volk segnen. Wir haben in diesem Jahr 2000 größere Schritte gemacht. Mögen wir in den Fußstapfen des erhabenen Jahwe wandeln, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs. Mögen wir im Licht dessen wandeln, der der Messias der Welt war, der Sohn Gottes, der über sich gesagt hat: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Johannes 14:6.) Darum bete ich demütig im Namen Jesu Christi, amen.

ANWEISUNG ZUM HOSANNARUF

Jetzt, Brüder und Schwestern, werde ich gleich das Weihungsgebet sprechen, und ich bitte Sie alle, sich mit anzuschließen. Im Anschluss an das Weihungsgebet stehen bitte alle, die sich beteiligen möchten, auf und stimmen mit uns in den Hosannaruf ein. Dieser heilige Gruß an den Vater und den Sohn wird bei jeder Tempelweihung angestimmt, er wurde aber auch bei einigen historisch bedeutsamen Anlässen, etwa bei der Schlusssteinlegung des Salt-Lake-Tempels und in der Feier anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Kirche auf der Generalkonferenz des Jahres 1930 angestimmt. Wir halten es für angemessen, den Ruf hier anzustimmen, während wir dieses große Gebäude weihen, das in seiner Art wohl einzigartig bleiben wird. Jede Erwähnung in den Medien sollte berücksichtigen, dass dies für uns ein sehr heiliger und persönlicher Anlass ist. Wir bitten darum, ihn mit der entsprechenden Ehrerbietung zu begehen.

Ich zeige nun vor, wie es gemacht wird: Jeder von Ihnen nimmt ein sauberes weißes Taschentuch, fasst es an einer Ecke an und winkt damit. Dazu sprechen alle im Chor: „Hosanna, Hosanna, Hosanna Gott und dem Lamm!“ Das wird dreimal wiederholt, worauf alle „Amen, Amen und Amen“ sagen.

Noch einmal: wer sich beteiligen möchte, steht bitte gleich im Anschluss an das Weihungsgebet auf und stimmt in den Hosannaruf ein. Wer sitzen bleiben möchte, kann das gern tun. Wenn Sie kein weißes Taschentuch bei sich haben, können Sie auch einfach mit der Hand winken.

Die Mitglieder, die die Weihung andernorts mitverfolgen, können sich unter gegebenen Umständen am Hosannaruf beteiligen.

Nach dem Hosannaruf wird der Tabernakelchor ohne nochmalige Ankündigung die Hosanna- Hymne singen, die von Evan Stephens für die Weihung des Salt-Lake-Tempels im Jahre 1893 geschrieben wurde. Auf das Zeichen des Dirigenten hin singen die Versammelten sodann gemeinsam mit dem Chor zwei Strophen des Liedes „Der Geist aus den Höhen“ (Gesangbuch, Nr. 2). Dieses Lied wurde von W. W. Phelps geschrieben und erstmals anlässlich der Weihung des Kirtland-Tempels im Jahre 1836 gesungen.

Das Schlussgebet spricht sodann Elder W. Don Ladd von den Siebzigern, und die Konferenz wird bis um zwei Uhr am Nachmittag vertagt.

Und nun, liebe Brüder und Schwestern, neigen Sie bitte alle den Kopf und schließen Sie die Augen und schließen Sie sich mir für das Weihungsgebet an.

WEIHUNGSGEBET

O Gott, ewiger Vater, mit dankbarem Herzen kommen wir an diesem historischen Sabbat im Gebet zu dir, um dieses prächtige Konferenzzentrum zu weihen.

Es ist dir zur Ehre und Herrlichkeit errichtet worden. Es reiht sich ein in die vielen großartigen Gebäude, die bereits geweiht wurden, damit deine Absichten verwirklicht werden und dein Werk voranschreiten kann. Es steht neben dem heiligen Tempel, den unsere Vorfahren in über 40 Jahren unter großen Mühen errichtet haben. Wir sehen von hier aus das historische Tabernakel, das deinem Volk seit über hundert Jahren so gute Dienste leistet. Daneben steht die Assembly Hall, die zu vielen verschiedenen Zwecken genutzt wird.

Nicht weit entfernt stehen das Bürogebäude der Kirche, der Amtssitz der Führer der Kirche und das Joseph Smith Memorial Building. Auch das Lion House und das Beehive House, beides historische Bauten, befinden sich in der Nähe. In der anderen Richtung stehen das Museum für die Geschichte und Kunst der Kirche und das Genealogie-Archiv.

Sie sind von diesem großartigen neuen Gebäude aus alle zu sehen. Es bildet eine Ergänzung zu den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten und zu ihrer Schönheit. Gemeinsam geben sie Zeugnis von der Stärke und Lebenskraft deines Werks, des Hauptsitzes deiner Kirche und der Quelle, aus der die Wahrheit quillt, um die Erde zu erfüllen.

Wir danken dir für die vielen engagierten und überaus fähigen Männer und Frauen, die sich lange abgemüht haben, um es zu vollenden. Mögen sie stolz sein auf ihre Leistung.

Wir sind hier in dieser großen Generalkonferenz deiner Kirche versammelt, die für die Menschen in aller Welt übertragen wird, und neigen in Ehrfurcht das Haupt vor dir.

Kraft der Vollmacht des heiligen Priestertums, das von dir kommt, und im Namen deines einziggezeugten Sohnes, des Herrn Jesus Christus, weihen wir dieses Konferenzzentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Wir weihen es dir, unserem Vater und Gott, und deinem geliebten Sohn, unserem Erlöser, dessen Namen deine Kirche trägt.

Wir weihen es als Sammlungsstätte für dein Volk, wo es sich versammeln kann, um das Wort des Herrn zu hören, das deine Diener sprechen, die Propheten, Seher und Offenbarer, die der Welt bezeugen, dass der Herr Jesus Christus, dessen Name der einzige ist, kraft dessen die Menschen errettet werden können, wirklich lebt.

Wir weihen es vom Fundament, auf dem es ruht, bis zur Turmspitze. Wir weihen dieses prächtige Gebäude, das in Gestaltung und Größe einzigartig ist, dazu errichtet, die Tausende aufzunehmen, die sich im Laufe der Jahre hier versammeln werden, um dich anzubeten und um auf gute und wundervolle Weise unterhalten zu werden.

Möge dein Name an diesem Rednerpult ehrfürchtig und liebevoll ausgesprochen werden. Möge des Namens deines Sohnes immer in heiliger Verkündigung gedacht werden. Möge das Zeugnis von deinem göttlichen Werk von hier aus in die ganze Welt dringen. Möge Rechtschaffenheit verkündet und das Böse gebrandmarkt werden. Mögen Worte des Glaubens kühn und mit überzeugung gesprochen werden. Möge die Verkündigung der Lehre zu den Ländern dringen.

Möge dieses prächtige Gebäude auch dann, wenn die Erde zittert, unter deiner wachsamen Obhut fest und sicher stehen. Möge sich in diesem Zentrum niemals eine böse Stimme erheben, um dich, deinen Sohn, deine wiederhergestellte Kirche oder ihre Propheten und Führer, die im Laufe der Jahre präsidiert haben, zu schmähen. Schütze es vor den Stürmen der Natur und der Hand der Schänder und Zerstörer. Bewahre es vor Konflikten und terroristischen Handlungen. Mögen alle, die vorbeikommen, was ihre religiöse überzeugung auch sei, dieses Gebäude voll Achtung und Bewunderung betrachten.

Möge dieses große Zentrum ein Ort würdiger Unterhaltung sein, eine Heimat der Künste, die erhebend sind und von der Kultur der Menschen künden. Möge hier niemals etwas gezeigt werden, dem es an Würde mangelt und das nicht auf die rechte Weise die Schönheit darstellt, die deinem göttlichen Wesen entspricht.

Wir weihen diese große Orgel, die schönen Flure und anderen Räume, den Parkplatz und alle übrigen Einrichtungen, die zu diesem Gebäude gehören. Möge das Auge des Betrachters innen und außen nur auf Schönem ruhen. Möge es ein Haus für viele Zwecke sein, ein Haus der Kultur, ein Haus der Kunst, ein Haus der Gottesverehrung, ein Haus des Glaubens, ein Haus Gottes.

Möge es der Aussage deines Volkes, dass wir nach dem trachten, was tugendhaft oder liebenswert ist, was guten Klang hat oder lobenswert ist, Ausdruck verleihen.

Nun, Vater, wir weihen dir jetzt dieses Konferenzzentrum und ebenso das dazugehörige Theater. Es ist ein wunderschöner Bau, der als Versammlungsort, als Heimat der darstellenden Kunst und zu allen möglichen Zwecken dienen soll, die alle würdig sind und dazu dienen, das Schöne und Erhebende zu kultivieren. Schütze und segne es, so wie wir es auch für das Konferenzzentrum erflehen.

Wir weihen an diesem Tag ebenso das Parkhaus unter der Main Street und alle Verschönerungsmaßnahmen, die in diesem Bereich direkt vor dem Haus des Herrn, dem Tempel unseres Gottes, vorgenommen wurden.

Möge dieser Bereich als Ort des Friedens betrachtet werden, als Oase inmitten dieser geschäftigen Stadt. Möge er ein Ort sein, wo die Erschöpften sich setzen und über das, was von Gott ist, und über die Schönheit der Natur nachsinnen. Er ist mit Bäumen und Sträuchern geschmückt, mit Blumen und Wasser, und all dies schafft eine Insel stiller Schönheit mitten in diesem großen, blühenden Gemeinwesen. Möge das Verlangen der Mitglieder deiner Kirche, dieses Gebiet besser und schöner zu machen, von allen, die des Weges kommen, dankbar aufgenommen werden.

Wir beten, dass hauptsächlich Zustimmung geäußert werden möge und dass sie zunehme, bis das, was getan worden ist, allgemein akzeptiert und geschätzt wird. Wir erflehen deinen Segen für dieses Gemeinwesen und diesen Staat. Dies ist das Gebiet, in das dein Volk kam, als es Zuflucht suchte vor der Unterdrückung, die ihm widerfahren war. Jetzt haben wir hier eine große kosmopolitische Gesellschaft, zu der Menschen aus dem ganzen Land und der ganzen Welt hinzugekommen sind. Mögen alle, die hier leben, und alle, die herkommen, erkennen, dass wir hier ein Gemeinwesen und Umfeld haben, das einzigartig und attraktiv ist. Mögen wir von deiner Kirche gastfreundlich und liebenswürdig sein. Mögen wir die Grundsätze und Bräuche, für die wir bekannt sind, hochhalten, und anderen das Recht zugestehen, zu verehren, „wie oder wo oder was sie wollen“ (11. Glaubensartikel).

Segne uns, dass wir als gute und hilfsbereite Nachbarn auf alle Menschen zugehen. Mögen wir die Hände erheben und das wankende Knie eines jeden, der in Not ist, stützen. Mögen wir alle in Frieden und gegenseitiger Wertschätzung und Achtung zusammenleben.

Allmächtiger Gott, wir sind so dankbar für deinen wundersamen Segen. Nimm unsere Dankbarkeit an. Halte deine Verheißungen aus alter Zeit bezüglich derer, die den Zehnten und die Spenden gegeben haben, durch die all dies möglich wurde. öffne die Schleusen des Himmels und gieße deinen Segen auf sie herab.

Wir lieben dich und deinen göttlichen Sohn. Wir sind bemüht, deinen Willen zu tun. Wir lobpreisen deinen heiligen Namen. Wir erheben die Stimme zu Hymnen der Verehrung. Wir geben Zeugnis von dir und von unserem Erlöser, deinem unvergleichlichen Sohn. Majestätisch ist dein Weg, herrlich das Gewebe deines ewigen Plans für alle, die in Gehorsam vor dir leben.

Lächle huldvoll auf uns herab. Darum beten wir im heiligen Namen unseres Herrn Jesus Christus, amen.