Nachrichten der Kirche

M. Russell Ballard

Of the Quorum of the Twelve Apostles

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    Die Verbreitung des Evangeliums mithilfe des Internets

    Aus einer Ansprache, die am 15. Dezember 2007 an der Brigham-Young-Universität Hawaii gehalten wurde.

    Elder M. Russell Ballard

    Ich stehe in meinem 80. Lebensjahr. Nach dem, was man so hört, bin ich also ziemlich alt. Es gibt sogar Leute, die meinen, dass einige der führenden Brüder vielleicht zu alt dafür seien, um zu wissen, was in der Welt so vor sich geht. Ich kann Ihnen versichern, dass wir das ganz genau wissen.

    Eine sich wandelnde Welt

    In den knapp 80 Jahren meines Lebens habe ich viele Veränderungen erlebt. Als ich 1948 meine Mission in England antrat, erfuhren die Leute die Nachrichten üblicherweise aus der Zeitung und oder aus dem Radio.

    Wie anders sieht es doch heute aus. Viele von Ihnen lesen die Zeitung wahrscheinlich im Internet, wenn überhaupt. Zu unserer Welt gehören der Cyberspace und Handys, mit denen man Videos drehen kann, man lädt Videos und Musik herunter, es gibt soziale Netzwerke, SMS und Blogs, Palms und Podcasts.

    Wir leben in der Zukunft. Sie werden in Ihrem Leben von ungeahnten Erfindungen erfahren, so wie es auch bei mir war. Wie werden Sie diese phantastischen Erfindungen nutzen? Um genauer zu sein: Wie werden Sie sie nutzen, um das Werk des Herrn voranzubringen?

    Sie haben die großartige Gelegenheit, in der Kirche und in der Welt sehr viel Gutes zu bewirken. Ein altes Sprichwort besagt, dass ein Stift mehr vermag als ein Schwert. 1 Das stimmt. Häufig kann man die großen Ziele, die man sich gesetzt hat, mit Worten erreichen. Und ich möchte mit Ihnen über Möglichkeiten sprechen, wie Sie diese Worte verbreiten können.

    Von Anfang an hat die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage die Macht des gedruckten Wortes eingesetzt, um die Botschaft des wiederhergestellten Evangeliums in aller Welt zu verkünden. Der Herr hat im Laufe der Jahrhunderte Menschen dazu inspiriert, Werkzeuge zu erfinden, mit denen man das Evangelium leichter verbreiten kann. Die Kirche hat diese Werkzeuge angenommen und eingesetzt: die Printmedien, Übertragungen und das Internet.

    Es gibt wohl nur wenige Erfindungen, die größere Auswirkungen auf die Welt hatten als die Druckerpresse, die der inspirierte Johannes Gutenberg um 1436 erfand. Die Druckerpresse ermöglichte es, dass Wissen – auch das, was in der Bibel steht – weiter verbreitet wurde als je zuvor.

    Das Internet – die Druckerpresse unserer Zeit

    Heute stellt das Internet ein Äquivalent zur Druckerpresse dar. Im Internet kann jeder etwas veröffentlichen, seine Meinung kundtun – es revolutioniert die Gesellschaft. Ehe es das Internet gab, mussten vor der Drucklegung viele Hindernisse überwunden werden. Man brauchte dafür Geld, Macht, Einfluss und sehr viel Zeit. Doch heute sind dank der durch das Internet erst entstandenen neuen Medien, wie einige sie nennen, viele dieser Hindernisse verschwunden. Die neuen Medien sind Werkzeuge im Internet, die es fast jedem ermöglichen, für ein großes Publikum oder eine kleine Gruppe etwas zu veröffentlichen oder auszustrahlen. Einige dieser Werkzeuge habe ich schon erwähnt. Die neuen Medien ermöglichen einen weltweiten Gedankenaustausch über so ziemlich jedes Thema, auch Religion, und fast jeder kann sich daran beteiligen. Dieses Äquivalent zur Druckerpresse in unserer Zeit ist nicht nur der Elite vorbehalten.

    Einige dieser Werkzeuge können allerdings gefährlich sein – so wie jedes Werkzeug in einer ungeübten oder undisziplinierten Hand. Man kann das Internet nutzen, um das Evangelium Jesu Christi zu verbreiten, man kann es aber genauso gut nutzen, um so Schmutziges und Unmoralisches wie Pornografie zu vermarkten. Mit Computeranwendungen wie iTunes kann man erbauende und bewegende Musik herunterladen oder aber Lieder mit menschenverachtenden, vulgären Texten von der übelsten Sorte. In sozialen Netzwerken im Internet kann man leicht gute, aufbauende Freundschaften schließen, genauso leicht kann aber ein Krimineller arglose Menschen in eine Falle locken. Es ist genau wie bei der Überlegung, wie man das Fernsehen, Filme oder auch eine Bibliothek nutzt. Der Satan ist immer schnell dabei, die negativen Seiten einer neuen Erfindung herauszustellen, etwas zu verderben und herabzuziehen und damit die guten Seiten zu unterminieren. Achten Sie darauf, dass Sie die neuen Medien so nutzen, dass Ihr Verstand erweitert wird, sich Ihnen mehr Gelegenheiten bieten und Sie Ihre Seele nähren.

    Wie Sie wissen, haben sich die neuen Medien bereits nachhaltig auf die alte Welt der Zeitungen und weiterer traditioneller Medien ausgewirkt. Es gab einmal eine Zeit, da gab ich als Führer der Kirche ein Zeitungsinterview, und dann wartete ich ein, zwei Tage, bis es irgendwo in der Mitte der Zeitung, gut versteckt, erschien. Dann wurde diese Zeitung weggeworfen und die Auswirkungen des Interviews, wie auch immer sie aussahen, verblassten ziemlich schnell.

    Wenn ich heute von einem Termin zum nächsten gehe, erscheint der Bericht über das erste Gespräch oder Interview fast sofort auf der Website der Zeitung oder in einem Blog, von wo aus er kopiert und überall im Internet verbreitet werden kann. Sehen Sie, wie wichtig heute die rechten Worte sind? Worte, die im Internet erfasst sind, verschwinden nicht. Bei jeder Suche mit Google oder Yahoo! kann man diese Worte finden, wahrscheinlich über lange Zeit hinaus.

    Ein Beispiel: 2007 kam der Fernsehsender NBC nach Salt Lake City, um mit mir ein Interview zu führen. Es sollte in einen Bericht über die Kirche eingearbeitet werden. Der Reporter Ron Allen und ich verbrachten eine Stunde in der Kapelle im Joseph Smith Memorial Building. Wir sprachen ausführlich über die Kirche. Ein paar Tage später wurde der Bericht ausgestrahlt. Er dauerte ganze vier Minuten und enthielt eine kurze Äußerung von etwa sechs Sekunden aus dem einstündigen Interview. Ich hatte gerade genug Zeit, zu bezeugen, dass unser Glaube an Jesus Christus der Mittelpunkt all dessen ist, woran wir glauben. Noch einmal: Aus einem einstündigen Interview wurden lediglich sechs Sekunden verwendet. Diese sechs Sekunden sind für die traditionellen Fernsehmedien eigentlich auch üblich, wo man ja nur die markantesten Sprüche auswählt und ausstrahlt. Der große Unterschied zwischen damals und heute ist, dass der Reporter außerdem 15 Minuten unseres Interviews auf die Website von NBC Nightly News stellte. Und diese 15 Minuten sind dort noch gespeichert. Was wir sagen, erscheint nicht mehr nur kurz auf dem Bildschirm und ist dann verschwunden, sondern es wird in einem dauerhaften Archiv gespeichert und kann auf anderen Websites erscheinen, die es neu verwenden. Jemand, der mit einer Suchmaschine im Internet nach Themen über die Kirche sucht, wird dieses Interview finden und noch viel mehr.

    Mit diesen Werkzeugen kann eine Organisation oder ein einzelner Mensch die Nachrichtenmedien komplett umgehen und seine Botschaft in voller Länge für das gewünschte Publikum veröffentlichen oder ausstrahlen. Beispielsweise hat letztes Jahr die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Kirche ein Interview mit Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel und mit Elder Lance B. Wickman von den Siebzigern über die Haltung der Kirche zum Thema homosexuelle Neigungen geführt. Damals hätten wir uns auf die Nachrichtenmedien verlassen müssen, um unsere Haltung zu einem solchen Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Doch dieses eingehende Interview wurde von Mitarbeitern der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit geführt und dann komplett auf die Website der Kirche gestellt, ohne jede Zensur durch die Medien.

    Beteiligen wir uns doch am Austausch!

    Es gibt ständig Diskussionen über die Kirche. Dieser Austausch wird auch weitergehen – egal, ob wir uns daran beteiligen oder nicht. Doch wir können nicht nur Zuschauer am Rand sein, während andere, auch unsere Kritiker, zu definieren versuchen, was die Kirche lehrt. Manche Diskussionen werden von Tausenden oder gar Millionen verfolgt, doch die meisten werden von viel weniger Menschen wahrgenommen. Aber jeder Austausch wirkt sich auf diejenigen aus, die sich daran beteiligen. Mit jeder Diskussion wird das Bild von der Kirche deutlicher.

    Wir stehen vor der Herausforderung, dass sich zu viele Menschen an einem Austausch über die Kirche beteiligen. Wir haben nicht genügend Mitarbeiter in der Kirche, die sich an jeden von ihnen wenden und auf ihn eingehen könnten. Wir können nicht jede Frage beantworten, jede Anfrage klären und auch nicht jede falsche Darstellung korrigieren. Wir müssen bedenken, dass es einen Unterschied gibt zwischen Interesse und bloßer Neugier. Manchmal möchte jemand nur wissen, was die Kirche ist. Und einige, die eine Antwort suchen, möchten sie gern direkt von einem Mitglied der Kirche bekommen. Sie wissen einen individuellen Austausch zu schätzen.

    Sie alle wissen, dass die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage immer wieder ermahnt und angehalten werden, mit anderen über das Evangelium zu sprechen. Die Kirche ist stets auf der Suche nach den wirksamsten Methoden, die Botschaft zu verkünden. Für mich war es immer etwas Besonderes, über das Evangelium der Wiederherstellung zu sprechen. Ich war sehr gern Missionar in England. Ich war sehr gern Missionspräsident in Kanada. Und ich übe sehr gern meine derzeitige Berufung aus, die mir die Gelegenheit bietet, die Botschaft der Wiederherstellung des Evangeliums auf Erden zu verkünden und zu bezeugen, dass Gott, der Vater, und sein Sohn, Jesus Christus, dem Propheten Joseph Smith 1820 erschienen. Durch Joseph Smith wurde uns das Evangelium zurückgebracht, das Jesus zur Zeit des Neuen Testaments gelehrt hatte. Es war mit dem Tod der Apostel in alter Zeit verloren gegangen. Ich kann der Welt kundtun, dass die Vollmacht des Priestertums, die Lehren und heiligen Handlungen der Kirche aus dem Neuen Testament wieder auf Erden sind. Dies ist das wichtigste Werk, an dem wir uns beteiligen können.

    Ich möchte Sie nun auffordern, dass sie sich am Austausch beteiligen, indem Sie im Internet das Evangelium verbreiten und mit einfachen und deutlichen Worten die Botschaft der Wiederherstellung darlegen. Die meisten von Ihnen wissen schon, dass man mit einem Zugang zum Internet innerhalb von Minuten einen Blog anlegen und darin mitteilen kann, was man als wahr erkannt hat. Sie können Videos von Websites der Kirche und anderen geeigneten Sites, auch von newsroom.lds.org, herunterladen und an Freunde verschicken. Sie können an Medien-Sites im Internet schreiben, die über die Kirche berichten, und Ihre Meinung zur Richtigkeit des Berichts kundtun. Dafür ist es natürlich erforderlich, dass Sie sich mit den Grundlagen des Evangeliums auskennen.

    Viel zu viele Menschen wissen zu wenig über die Kirche oder sind falsch informiert, weil sie die meisten Informationen über uns oft aus Medienberichten beziehen, in denen es um Kontroversen geht. Wenn strittige Fragen zu viel Beachtung finden, bekommen die Menschen ein falsches Bild von der eigentlichen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

    Vor kurzem schrieb ein Kolumnist einer großen Zeitung in den USA etwas über die Kirche und unsere Überzeugung und Gepflogenheiten, was haarsträubend falsch war. Dutzende, vielleicht sogar hunderte Mitglieder und andere Menschen, die sich mit unserem Glauben auskennen, schickten einen Kommentar an die Website der Zeitung und stellten richtig, was er verbreitet und für wahr erklärt hatte.

    Beispiele dafür, was Sie tun können

    Ich möchte Ihnen noch ein paar Beispiele nennen, wie Mitglieder der Kirche die neuen Medien nutzen.

    Ein Mitglied im mittleren Westen der Vereinigten Staaten unternimmt gezielte Anstrengungen, jeden Tag mit anderen persönlich über das Evangelium zu sprechen. Dann berichtet er in einem Blog darüber, was er so alles erlebt, wenn er Menschen, mit denen er zusammentrifft, von den Lehren im Buch Mormon erzählt und ihnen Bestellkarten für Videos und Ähnliches aushändigt. Seine eifrigen Bemühungen, das Evangelium zu verbreiten, sind bewundernswert, und dass er auch noch darüber berichtet, motiviert zweifelsohne viele andere, es ihm gleichzutun.

    Andere haben ihr Zeugnis von der Wiederherstellung, den Lehren aus dem Buch Mormon und anderen Evangeliumsthemen auf Video aufgenommen und dies auf eine bekannte Video-Website gestellt. Auch Sie können Nichtmitgliedern auf diese Weise Ihre Geschichte nahebringen. Berichten Sie von Erlebnissen, die andere verstehen, und drücken Sie sich verständlich aus. Sprechen Sie offen und ehrlich darüber, welchen Einfluss das Evangelium in Ihrem Leben hat, wie es Ihnen geholfen hat, mit Schwächen oder Herausforderungen fertig zu werden, und wie es Ihnen geholfen hat, Wertvorstellungen zu entwickeln. Bei diesen und anderen Werkzeugen der neuen Medien haben Sie in vielen Fällen nur ein kleines Publikum, doch wenn es tausende solcher Beiträge gibt, kann die Gesamtwirkung beträchtlich sein. Das Ergebnis lohnt gewiss die gemeinsamen Bemühungen, selbst wenn nur wenige von Ihren Worten über Glauben und die Liebe Gottes und seines Sohnes, Jesus Christus, berührt werden.

    Die Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi hat zweifelsohne immense Auswirkungen auf Ihr Leben. Es hat mit dazu beigetragen, wer Sie sind und wie Ihre Zukunft aussehen wird. Haben Sie keine Angst, anderen Ihre Geschichte zu erzählen – Ihre Erlebnisse als ein Jünger des Herrn Jesus Christus. Wir alle haben interessante Sachen erlebt, die unsere Persönlichkeit geformt haben. Wenn wir diese Geschichten erzählen, ist das eine Art, mit anderen zu sprechen, die uns keine Angst macht. Wenn wir sie erzählen, können wir Mythen über die Kirche aus der Welt schaffen. Sie können in Ihrem Einflussbereich dazu beitragen, dass falsche Vorstellungen ausgeräumt werden – auch im Internet.

    Das sollten Sie vermeiden

    Ein Jünger Christi kann am meisten erreichen und am meisten Gutes tun, indem er sich so verhält, wie es einem Nachfolger des Herrn zukommt. Foren, in denen etwas in Frage gestellt und diskutiert wird oder Grundsätze des Evangeliums in Zweifel gezogen werden, tragen kaum zum Aufbau des Reiches Gottes bei. Der Apostel Paulus hat uns aufgefordert, uns „des Evangeliums nicht [zu schämen]: Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet“ (Römer 1:16). Lassen Sie uns alle standhaft sein und voller Glauben sprechen, wenn wir der Welt unsere Botschaft verkünden. Viele von Ihnen sind zurückgekehrte Missionare und können in der Sprache, die Sie auf Mission gelernt haben, eine sinnvolle Unterhaltung führen. Sie können die ganze Welt erreichen.

    Wenn Sie sich an diesem Austausch beteiligen und sich die neuen Medien zunutze machen, bedenken Sie, wer Sie sind: Heilige der Letzten Tage. Vergessen Sie nicht das Sprichwort, das besagt: „Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn.“ (Sprichwörter 15:1.) Und bedenken Sie auch, dass der Geist des Streites vom Teufel ist (siehe 3 Nephi 11:29). Man braucht nicht mit anderen über unseren Glauben zu diskutieren oder zu streiten. Man braucht nicht defensiv oder angriffslustig zu werden. Unsere Überzeugung steht fest; die Kirche ist wahr. Wir sollen uns nur mit anderen austauschen, so wie es Freunde tun würden, die sich im gleichen Raum aufhalten, und uns immer von den Eingebungen des Geistes leiten lassen und stets an das Sühnopfer des Herrn Jesus Christus denken, das uns vor Augen führt, wie kostbar die Kinder unseres Vaters im Himmel sind.

    Möge der Herr einen jeden von Ihnen segnen, dass Sie großen Einfluss auf diejenigen ausüben können, mit denen Sie in Kontakt kommen. Wie ich zu Anfang sagte: Die Macht der Worte ist unglaublich. Verschaffen Sie sich Gehör für die große Sache des Evangeliums Jesu Christi.

    Anmerkung

  •   1.

    Edward Bulwer-Lytton, Richelieu, 1839, 2. Akt, 2. Szene; in John Bartlett, Hg., Familiar Quotations, 14. Auflage, 1968, Seite 601

  • Zahlen spiegeln stetiges Wachstum wider

    Die aktuelle Anzahl der Mitglieder hat erstmalig die 13-Millionen-Grenze überschritten. Dies besagt die Statistik, die bei der Frühjahrs-Generalkonferenz 2008 bekannt gegeben wurde. Die Zahlen spiegeln das stetige Wachstum der Kirche in aller Welt wider. Nach den letzten Trends wächst die Kirche weltweit alle drei Jahre um etwa eine Million Mitglieder.

    Die Wachstumsraten sind überall unterschiedlich, am höchsten sind sie in Regionen wie etwa Afrika. Laut Statistik der Kirche gibt es in Nigeria ein jährliches Wachstum um 8,1 Prozent. Im Zeitraum von 2000 bis 2006 ist die Zahl der Mitglieder in Nigeria von etwa 30 000 auf fast 79 500 angewachsen.

    Die Kirche erstellt einen Mitgliedsschein, wenn sich jemand taufen und konfirmieren lässt. 2006 gab es beispielsweise über 272 800 Bekehrtentaufen. Außerdem legt die Kirche einen Mitgliedsschein für ein Kind an, wenn die Eltern einverstanden sind. Jedoch werden Kinder nicht als Mitglieder gezählt, wenn sie neun Jahre alt werden und noch nicht getauft und konfirmiert sind. Der Nettoanstieg bei diesen „eingetragenen Kindern“ betrug im Jahr 2006 über 94 000.

    Glen Buckner, ein Statistiker der Kirche und Mitglied im Statistikerverband amerikanischer Glaubensgemeinschaften, erklärt: „Jedes Mitglied wird mitgezählt, in Theorie und Praxis.“ Er sagt, es sei wichtig, alle Mitglieder zu berücksichtigen, unabhängig davon, wie aktiv sie sind. Diese Vorgehensweise bei der Mitgliederzählung ist anders als bei anderen Glaubensgemeinschaften. Im Yearbook of American & Canadian Churches (Jahrbuch der Kirchen in den USA und Kanada), in dem die Kirche als die viertgrößte Glaubensgemeinschaft in den USA aufgeführt wird, wird dargelegt, dass es keine Richtlinien oder üblichen Zählroutinen für Religionsgemeinschaften gebe. Im Jahrbuch steht: „Es gibt keine einheitlichen Vorgaben für die Datenerfassung, die für die diversen im Jahrbuch erfassten religiösen Gruppen gelten. Außerdem variieren die Definitionen für Mitgliedschaft und ähnliche Begriffe sehr stark zwischen den einzelnen Gemeinschaften.“

    In der von Dale E. Jones und anderen durchgeführten Studie Religious Congregations & Memberships in the United States 2000 (Religionsgemeinschaften und Mitgliederzahlen in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000) kommt man gar zu dem Schluss: „Das schwierigste methodologische Problem [bei der Studie] war die Definition von ,Mitgliedschaft. ... Da es keine allgemein akzeptierte Definition dafür gibt, entstand der Eindruck, dass es letztlich den Religionsgemeinschaften überlassen bleibt, wen sie als Mitglied akzeptieren.“

    Ein eindeutiges Zeichen für ein kräftiges Wachstum der Kirche ist das Bauprogramm. Außerhalb der Vereinigten Staaten gibt es momentan 8254 Gemeindehäuser, das entspricht einer Wachstumsrate von zehn Prozent in den letzten fünf Jahren. Dieser Trend hat sich auch in den Vereinigten Staaten bestätigt, wo es jetzt 6361 Gemeindehäuser gibt, das ist eine Zunahme von 9,6 Prozent im gleichen Zeitraum. Viele dieser Gemeindehäuser werden von mehreren Gemeinden genutzt.

    Weltweite Führerschaftsschulung als Broschüre und DVD

    Die Ansprachen von der weltweiten Führerschaftsschulung am 9. Februar 2008 für alle erwachsenen Mitglieder der Kirche wird als Broschüre veröffentlicht und zusammen mit der Juni-Ausgabe 2008 des Ensigns und Liahonas zugestellt. Die Broschüre wird es in 23 Sprachen geben. Auf LDS.org kann man die Ansprachen außerdem in 77 Sprachen abrufen.

    Beim Versand kann man die DVD mit der Übertragung in 16 Sprachen bestellen.

    Die Schulung wurde weltweit für alle erwachsenen Mitglieder der Kirche ab 18 Jahren ausgestrahlt. Es ging um das Thema, wie man rechtschaffene Nachkommen heranzieht. Präsident Thomas S. Monson nannte am Ende der Versammlung drei Richtlinien, wie man das Zuhause zu einem glücklichen Ort machen kann: indem man das Familiengebet pflegt, eine Bibliothek des Lernens anlegt und durch sein Beispiel ein Vermächtnis der Liebe schafft.

    Präsident Boyd K. Packer, Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel, sprach über „Die Familie – eine Proklamation an die Welt“ (Liahona, Oktober 2004, Seite 49) und deren Bedeutung.

    Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf Apostel gab eine Einführung in das Thema und nahm auch an einer Gesprächsrunde teil. Zusammen mit Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel, Julie B. Beck, FHV-Präsidentin, Susan W. Tanner, JD-Präsidentin, sowie Cheryl C. Lant, PV-Präsidentin, sprach er darüber, wie man rechtschaffene Nachkommen heranzieht.

    Portugiesische Dreifachkombination im Internet

    Etwa eine Million Portugiesisch sprechende Mitglieder der Kirche können jetzt die Dreifachkombination online in ihrer Muttersprache studieren. Die portugiesische Version der Internetausgabe der heiligen Schriften der Kirche wurde im Februar 2008 von der Kirche auf http://scriptures.lds .org/pt veröffentlicht.

    Die portugiesische Ausgabe weist Fußnoten, Hilfen für das Studium sowie Karten und Fotos auf und lässt die Markierung von Schriftstellen zu. Außerdem sei durch intensive Überprüfung dafür gesorgt worden, dass der Text stimmt. Die portugiesische Textfassung der Schriften ergänzt die komprimierten Audiodateien zum Herunterladen, die 2007 ins Internet gestellt wurden.

    Damit mehr Mitglieder für das persönliche Studium und zur Unterrichtsvorbereitung Zugriff auf die heiligen Schriften haben, hat die Kirche bereits die englische, französische, deutsche, italienische und spanische Fassung der Dreifachkombination ins Internet gestellt. Momentan wird an der Konvertierung der heiligen Schriften in mehr als zwei Dutzend Sprachen gearbeitet, damit sie auch in diesen online genutzt werden können.

    Titelbild der Sonderausgabe als Gemälde erhältlich

    Das Bild auf der Titelseite der im März erschienenen Sonderausgabe des Liahonas und Ensigns über den Erlöser ist überall beim Versand sowie bei LDScatalog.com in drei Größen erhältlich. Die Darstellung Jesu Christi von Carl Heinrich Bloch (Ausschnitt aus Christus mit einem Jungen) gibt es als Druck in der Größe 13x18 Zentimeter (Artikel-Nr. 06642-000), 20x25 Zentimeter (Artikel-Nr. 06643-000) sowie 28x43 Zentimeter (Artikel-Nr. 06641-000).

    Der dänische Maler Carl Bloch (1834–1890) erhielt 1866 den Auftrag, 23 neue Gemälde für die nach einem Brand restaurierte Gebetskapelle von Schloss Frederiksborg zu schaffen. Für diese Aufgabe, nämlich das Leben Christi in Bildern darzustellen, brauchte er fast 14 Jahre.

    NACHRICHTEN AUS ALLER WELT

    Rotes Kreuz würdigt die Kirche in Bogotá

    Das Rote Kreuz in Bogotá in Kolumbien ehrte die Kirche im November 2007 für eine Blutspendeaktion, die alle Rekorde brach: 879 Freiwillige meldeten sich, und es konnten 605 Blutkonserven gewonnen werden, das ist dreimal mehr, als üblicherweise bei einer Blutspendeaktion in Bogotá zusammenkommt. Die Aktion war genau für die Zeit im Jahr geplant worden, in der am wenigsten gespendet wird, jedoch die meisten Blutkonserven benötigt werden.

    FamilySearch hilft, Dokumente aus dem Nationalarchiv ins Internet zu stellen

    Das Nationalarchiv (NARA) der Vereinigten Staaten und FamilySearch werden große Teile der immensen Urkundensammlung von NARA digitalisieren, katalogisieren und ins Internet stellen. Unter den mehr als 1,28 Millionen Dokumenten befinden sich Gerichts-, Militär-, Landbesitz- und weitere amtliche Unterlagen, die von 1754 bis in die Neunzigerjahre reichen. Bei FamilySearch kann man den Katalog kostenlos im Internet nutzen.

    Jugendliche aus vier Pfählen treffen sich am Fuße der Alpen

    Knapp 150 Junge Männer und Junge Damen sowie 50 Führungsbeamte aus vier Pfählen an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich erlebten Ende 2007 eine viertägige pfahlübergreifende Jugendtagung am schweizerischen Schwarzsee. Tempelarbeit, Workshops, Aktivitäten, ein Ball und eine Zeugnisversammlung lockten die Jugendlichen aus den Pfählen Genf, Lausanne, Lyon und Nancy an den Fuß der wunderschönen Schweizer Alpen.

    Mitglieder in Spanien feiern Geschichte der Kirche

    Die Mitglieder in Spanien werden von Oktober 2008 bis Mai 2009 diverse Feierlichkeiten abhalten – sie gedenken des Gesetzes für Religionsfreiheit in Spanien (verabschiedet im Juni 1967), der offiziellen Anerkennung der Kirche im Oktober 1968 sowie der Weihung Spaniens für die Verkündigung des Evangeliums am 20. Mai 1969. Die ersten vier Missionare wurden im Juni 1969 nach Spanien versetzt.

    Weitere Anregungen für das Miteinander, Juni 2008

    Hier finden Sie zusätzliche Anregungen für das Miteinander. Die PV-Führungsbeamten können sie ergänzend zu dem Material verwenden, das in dieser Ausgabe des Liahonas abgedruckt ist. Das entsprechende Thema und die dazugehörigen Anleitungen und Aktivitäten finden Sie unter „Darum mach ich mich schon heut bereit“ auf Seite KL4 und KL5.

    1. 1.

      Zeigen Sie Gegenstände, die mit Genealogie zu tun haben: Tagebücher, Fotos, ein Buch der Erinnerung und so weiter. Besprechen Sie, wie wichtig es ist, Aufzeichnungen über die Familie zu führen. Helfen Sie den Kindern, LuB 138:47,48 aufzuschlagen, und lesen Sie die Verse zusammen. Besprechen Sie, wie wichtig es ist, die Tempelarbeit zu tun, damit Familien für alle Ewigkeit gesiegelt werden können.

      Erklären Sie kurz, wie man Namen von Angehörigen für die Tempelarbeit findet und für den Tempel vorbereitet. Erzählen Sie von einem schönen Erlebnis, wie Sie einmal einen Namen für die Tempelarbeit eingereicht haben, und singen Sie ein Lied über die Familie.

      Geben Sie jedem Kind eine Ahnentafel und einen Familiengruppenbogen. Geben Sie den Kindern Zeit, die Angaben einzutragen, die sie wissen. Zeigen Sie ihnen die Anleitung Glaube an Gott und weisen Sie darauf hin, dass eine Aufgabe in dieser Anleitung lautet, diese Formulare auszufüllen. Fordern Sie die Kinder auf, diese Aufgabe mit ihrer Familie fertigzustellen. Sagen Sie den Kindern, sie sollen die ausgefüllten Formulare wieder zur PV mitbringen und berichten, was sie über ihre Familie erfahren haben. Geben Sie Zeugnis davon, wie wichtig die Genealogie und die Segnungen des Tempels sind, wo wir als Familie aneinander gesiegelt werden können.

      Für kleinere Kinder: Bringen Sie einfache Requisiten mit und verkleiden Sie die Kinder als Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, damit sie sich die Mitglieder ihrer Familie auf der Ahnentafel besser vorstellen können.

    2. 2.

      Bitten Sie die Kinder, auf ein Wort zu achten, das den Tempel beschreibt. Singen Sie die Zeile „Denn der Tempel ist ein heilger Ort“ aus „Ich freu mich auf den Tempel“ (Liederbuch für Kinder, Seite 99). Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Tempeln und lassen Sie die Kinder beschreiben, wie man sich an einem heiligen Ort zu verhalten hat.

      Laden Sie jemanden aus der Bischofschaft oder den Zweigpräsidenten ein, den Kindern etwas über das Tempelinterview zu erzählen. (Diese Punkte könnten zur Sprache kommen: geeignete Kleidung für das Interview, Fragen, die gestellt werden, und wen der Priestertumsführer bei dem Interview vertritt.) Besprechen Sie nach seinen Ausführungen, inwiefern es auch zur Tempelwürdigkeit gehört, andächtig zu sein, sich anständig zu kleiden und freundlich zu sprechen. Singen Sie „Ich freu mich auf den Tempel“ und geben Sie Zeugnis von den Segnungen des Tempelbesuchs.

    3. 3.

      Liedübung: „Ich freu mich auf den Tempel.“ Fragen Sie zunächst: „Worauf freut ihr euch?“ Lassen Sie die Kinder antworten, und bitten Sie sie dann, darauf zu achten, worauf man sich freuen kann. Singen Sie die Zeile „Ich freu mich auf den Tempel“. Bitten Sie ein Kind, ein Tempelbild zu halten, und singen Sie die erste Zeile des Liedes zusammen. Nun sollen die Kinder darauf achten, wann sie in den Tempel gehen werden. Singen Sie die Zeile „Bald werd auch ich hingehn“. Wenn die Kinder die Antwort gefunden haben, singen Sie beide Zeilen zusammen.

      Bitten Sie die Kinder, auf zwei Dinge zu achten, die sie tun werden, wenn sie in den Tempel gehen. Singen Sie die Zeile „den Heilgen Geist verspüren und andachtsvoll dort stehn.“ Singen Sie die Zeile gemeinsam. Jetzt sollen die Kinder auf zwei Punkte achten, die den Tempel beschreiben, während Sie singen: „Denn der Tempel ist das Haus des Herrn, wo ich so gerne sein mag“. Singen Sie die Zeile gemeinsam. Lassen Sie ein Kind LuB 88:119 vorlesen und erklären Sie, dass hier ein Tempel beschrieben wird. Die Kinder sollen zuhören und die Hand heben, wenn sie „Haus Gottes“ hören.

      Singen Sie die letzte Zeile des Liedes und lassen Sie sie von den Kindern wiederholen. Singen Sie nun die erste Strophe gemeinsam. Geben Sie Zeugnis, dass es wichtig ist, sich auf den Tempelbesuch vorzubereiten, indem man nach den Evangeliumsrichtlinien lebt.

      Stellen Sie weitere Fragen und lassen Sie die Kinder die Antworten herausfinden, wenn Sie ihnen die zweite Strophe vorsingen. Weisen Sie auf das Wort „Bund“ hin. Erklären Sie es mit einfachen Worten und sprechen Sie über das Bündnis, das man bei der Taufe eingeht. Machen Sie den Kindern deutlich, dass es zur Gottesverehrung im Tempel gehört, dass man heilige Bündnisse eingeht und hält.

      Kinder lernen ein Lied, indem sie es oft hören. Versuchen Sie es bei der Wiederholung dieses Liedes mit diesen Anregungen: 1.) Verbinden Sie einfache Bewegungen mit wichtigen Wörtern. Zum Beispiel: „freu“ – lächeln, „andachtsvoll“ – Arme verschränken. 2.) Immer, wenn sie das Wort „ich“ singen, sollen die Kinder auf sich selbst zeigen. 3.) Teilen Sie die Kinder in zwei Gruppen. Geben Sie vor, welche Teile des Liedes die Gruppen einander vorsingen sollen.