Stimmen von Heiligen der Letzten Tage

Meine Sucht und die Hilfe des Erretters

Victor Muñoz Walde

Huancayo, Peru

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    depressed man

    Illustration von Joshua Dennis

    Vor einigen Jahren standen meine Frau und ich am Rande einer Scheidung, weil ich ein Alkoholproblem hatte. Nicht einmal die Tränen unserer Töchter konnten mich dazu bewegen, mich zu ändern. Als die Missionare zu uns nach Hause kamen, dauerte es nicht lange, bis meine Frau und meine Töchter sich taufen ließen, doch ich wollte das, was von Gott kam, nicht annehmen.

    Meine Alkoholsucht beherrschte mein Leben. Ich ging nach der Arbeit in Bars. Oft ging ich gar nicht zur Arbeit, weil ich betrunken war. Wenn ich trank, wurde ich handgreiflich. Ich geriet oft in Auseinandersetzungen und Schlägereien.

    Wenn ich zur Arbeit ging, weinten meine Töchter und baten mich, mitkommen zu dürfen, damit sie mich vom Trinken abhalten könnten. Ich versprach ihnen, nicht zu trinken, aber ich hielt mein Versprechen nie. Ich wollte einfach weiter trinken.

    Schließlich wurde mir bewusst, dass ich Hilfe brauchte. Mit der Unterstützung der Missionare bemühte ich mich, meine Sucht zu überwinden. Eine Zeit lang konnte ich nicht mehr als eine Woche durchhalten, ohne wieder zu trinken.

    Doch eines Tages wiesen uns die Missionare auf eine Stelle im Buch Mormon hin, die mein Leben veränderte: „Und wenn Menschen zu mir kommen, so zeige ich ihnen ihre Schwäche. Ich gebe den Menschen Schwäche, damit sie demütig seien; und meine Gnade ist ausreichend für alle Menschen, die sich vor mir demütigen; denn wenn sie sich vor mir demütigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches für sie stark werden lassen.“ (Ether 12:27.)

    Ich brauchte die Hilfe des Erretters. Ohne ihn würde ich meine Sucht nie überwinden. Ich stellte fest: Je mehr ich mich auf ihn verließ, desto länger hielt ich durch, ohne zu trinken. Nach einigen weiteren Gesprächen mit den Missionaren nahm ich ihre Einladung zur Taufe an.

    Seitdem hat sich mein Leben verändert. Über acht Jahre sind vergangen, und ich habe seit damals keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Heute bin ich frei, und das alles verdanke ich dem Herrn.