Sonntagsschule: Evangeliumslehre
„Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden‘


Lektion 31

„Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden“

Ziel

Jeder soll Christus ähnlicher werden, indem er die weisen Ratschläge aus den Sprichwörtern und Kohelet anwendet.

Vorzubereiten

  1. Lesen Sie gebeterfüllt die Schriftstellen, die im Unterricht besprochen werden, und darüber hinaus so viel wie möglich in den Büchern Sprichwörter und Kohelet.

  2. Wenn Sie die 1. Aktivität unter „Interesse wecken“ benutzen, schreiben Sie vor dem Unterricht folgende Sätze an die Tafel oder auf ein Poster:

    1. __________ kommt vor dem Sturz.

    2. Erzieh __________ für seinen Lebensweg.

    3. Alles hat seine __________. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte __________.

    4. Mit ganzem Herzen __________ auf den Herrn.

    5. Eine __________ dämpft die Erregung.

    Wenn Sie die 2. Aktivität unter „Interesse wecken“ benutzen, bitten Sie ein oder zwei Mitglieder, eine Lieblingsstelle aus Sprichwörter oder Kohelet vorzulesen und zu sagen, warum sie für sie wichtig ist.

Vorgeschlagener Unterrichtsablauf

Interesse wecken

Sie können den Unterricht mit einer der folgenden Aktivitäten (oder mit einer eigenen) beginnen. Suchen Sie die am besten geeignete aus.

  1. Lassen Sie die Klasse die Sätze anschauen, die Sie an die Tafel oder auf ein Poster geschrieben haben (siehe „Vorzubereiten“). Erklären Sie, daß dies bekannte Stellen aus den Büchern Sprichwörter und Kohelet sind, und lassen Sie die Klasse die fehlenden Wörter ergänzen. Geben Sie nötigenfalls die folgenden Schriftstellen an, damit die Mitglieder die Wörter suchen können:

    1. Sprichwörter 16:18 (Hoffart)

    2. Sprichwörter 22:6 (den Knaben)

    3. Kohelet 3:1 (Stunde, Zeit)

    4. Sprichwörter 3:5 (vertrau)

    5. Sprichwörter 15:1 (sanfte Antwort)

  2. Bitten Sie ein oder zwei vorher beauftragte Mitglieder, eine Lieblingsstelle aus den Büchern Sprichwörter und Kohelet vorzulesen und zu sagen, warum sie wichtig für sie ist.

Besprechen und anwenden

Besprechen Sie beim Unterrichten der folgenden Schriftstellen, wie wir sie im täglichen Leben anwenden können. Regen Sie die Mitglieder an, von persönlichen Erfahrungen mit diesen Grundsätzen zu berichten.

Sprichwörter sind kurze Sätze, die im allgemeinen Ratschläge für ein rechtschaffenes Leben geben. Im Alten Testament wird von Salomo gesagt: „Er verfaßte dreitausend Sprichwörter.“ (1 Könige 5:12.) Einige davon stehen im Buch Sprichwörter. Obgleich Salomo und die anderen Verfasser dieses Buches keine Propheten waren, wurde doch vieles, was sie schrieben, vom Herrn inspiriert. Ihre Schriften spiegeln den Glauben wider, daß wahre Weisheit von Gott kommt.

Das Buch Kohelet enthält auch weise Sprüche, und manche halten Salomo für den Verfasser. Die Botschaft des Buches Kohelet sagt uns, daß unser Leben nur durch Gott Sinn bekommt.

Diese Lektion ist in sieben Abschnitte eingeteilt, in deren Mittelpunkt wichtige Themen aus den Büchern Sprichwörter und Kohelet stehen. Vielleicht finden Sie bei Ihrem persönlichem Studium noch andere Themen, die Sie im Unterricht besprechen wollen.

1. Weisheit

Unterrichten und besprechen Sie die folgenden Stellen aus Sprichwörter und Kohelet.

• Die Bücher Sprichwörter und Kohelet betonen die Bedeutung der Weisheit. Welcher Unterschied besteht zwischen Wissen und Weisheit? (Siehe Sprichwörter 1:7; 9:9,10; 2 Nephi 9:28–29. Weisen Sie darauf hin, daß in der Sprache der Bibel „den Herrn fürchten“ bedeutet, daß man ihn verehrt und ihm gehorcht. Erklären Sie, daß Weisheit mehr ist als Wissen; sie ist die richtige Anwendung des Wissens. Für die Israeliten bedeutete Weisheit Gehorsam gegenüber Gott.)

• Was können wir aus Sprichwörter 2:2–6 darüber lernen, wie man Gotteserkenntnis bekommt? Warum braucht man wohl Fleiß und Eifer, um diese Erkenntnis zu erlangen?

• Wie wertvoll ist Weisheit im Vergleich zu irdischen Schätzen? (Siehe Sprichwörter 3:13–18; Kohelet 7:12.) Wie bringt Weisheit Glück und Frieden?

• In Sprichwörter 3:18 steht, Weisheit „ist ein Lebensbaum“ für diejenigen, die nach ihr greifen. Was lehrt uns dieses Symbol über den Wert der Weisheit? (Sieh 1 Nephi 11:8–11, 21–25; bedenken Sie, daß der Baum des Lebens ein Symbol für Gottes Liebe ist.)

• Welche Eigenschaften weiser Menschen werden in Sprichwörter 9:9,10 und 15:31–33 aufgeführt? Warum braucht man diese Eigenschaften, um Weisheit zu erlangen?

2. Auf den Herrn vertrauen

Unterrichten und besprechen Sie Sprichwörter 3:5–7.

• Welcher Rat wird uns in Sprichwörter 3:5–7 gegeben? Wie ebnet der Herr uns die Pfade? Aus welchen Erfahrungen haben sie gelernt, auf den Herrn zu vertrauen?

• Was bedeutet es, Gott anzuerkennen? (Siehe Alma 34:38; LuB 59:21. [Im englischen Text heißt es in Sprichwörter 3:6 „Gott anerkennen“; Anm. d. Übers.]) Wie werden wir gesegnet, wenn wir ihn anerkennen?

3. Die Worte, die wir sprechen

Unterrichten und besprechen Sie die folgenden Passagen aus Sprichwörtern, Sprichwörter 6:16–19 steht siebenerlei, was dem Herrn verhaßt ist. Dreierle…ügen, falsches Zeugnis geben und Streit entfache…ezieht sich auf die Worte, die wir sprechen. Warum ist der Herr so besorgt um unsere Worte? (Siehe Sprichwörter 16:27,28; 18:8; Matthäus 12:36,37.) Wie können wir uns abgewöhnen zu lügen, zu klatschen oder negativ voneinander zu sprechen?

• In Sprichwörter 16:24 steht: „Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen.“ Wie stimmt das? Welches Ergebnis bringen freundliche Worte? (Siehe Sprichwörter 15:1; 16:24.) Wie haben freundliche Worte anderer ihnen schon geholfen?

• Welchen Nutzen bringen sanfte Worte, wenn es zum Streit kommt? (Siehe Sprichwörter 15:1.)

Elder Gordon B. Hinckley hat gesagt: „Wenn wir sanft sprechen, kommen wir selten in Schwierigkeiten. Nur wenn wir die Beherrschung über unsere Stimme verlieren, entflieht das Licht, und winzige Maulwurfshügel werden zu großen Bergen des Zanks.“ (Der Stern, Oktober 1971, Seite 315.)

4. Stolz

Unterrichten und besprechen Sie Sprichwörter 8:13; 10:12; 16:18,19.

• In Sprichwörter 8:13 heißt es, daß Gott Hochmut und Hoffart haßt. Warum ist Hochmut oder Stolz eine ernste Sünde?

Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt:

„Das zentrale Merkmal des Stolzes ist Feindseligkei…eindseligkeit gegenüber Gott und gegenüber den Mitmenschen. Feindseligkeit bedeutet Haß oder Widerstand. Mit Hilfe dieser Macht möchte der Satan über uns herrschen.

Der Stolz, die Überheblichkeit führt im Wesentlichen zum Wetteifern. Wir messen unseren Willen mit Gottes Willen. Wenn wir unseren Stolz gegen Gott richten, sagen wir damit: ‚Mein Wille, nicht deiner geschehe.‘ Wie Paulus sagt: ‚Sie suchen alle ihren Vorteil, nicht die Sache Christi.‘ (Philipper 2:21.)

Wenn unser Wille mit Gottes Willen im Wettstreit liegt, bleiben unsere Wünsche, Triebe und Neigungen ungezügelt (siehe Alma 38:12; 3 Nephi 12:30.)

Der Stolze bzw. Überhebliche kann nicht akzeptieren, daß die Vollmacht Gottes ihm im Leben Weisung gibt (siehe Helaman 12:6). Er bietet seine Auffassung von der Wahrheit gegen Gottes große Erkenntnis von der Wahrheit auf, seine Fähigkeiten gegen Gottes Priestertum, seine Leistung gegen Gottes mächtige Werke.

Unsere Feindseligkeit gegenüber Gott hat viele Gesichte…uflehnung, Herzenshärte, Halsstarrigkeit, Unbußfertigkeit, Aufgeblasenheit, Überempfindlichkeit und das Suchen von Zeichen. Der Stolze wünscht, Gott möge mit ihm übereinstimmen. Er ist nicht daran interessiert, seine Ansichten Gott anzupassen. …

Der Stolz ist eine Sünde, die uns im wahrsten Sinne des Wortes verdammt. Er beschränkt unseren Fortschritt oder verhindert ihn (siehe Alma 12:10,11). Der Stolze ist unbelehrbar (sieh 1 Nephi 15:3, 7–11). Er ändert seine Meinung nicht, um eine Wahrheit zu akzeptieren, denn das hieße ja, daß er Unrecht hat.“ (Der Stern, Juli 1989, Seite 3, 5.)

• In Sprichwörter 10:12 und 16:18 heißt es, daß Hochmut (Haß) zum Streit und zur Vernichtung führt. Wie kann der Hochmut das tun? Wie wirkt sich Stolz auf unsere Familie aus?

Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt:

„Eine weitere Form des Stolzes ist Streit. Disput, Streit, ungerechte Herrschaft, Generationenkonflikt, Scheidung, Mißhandlung des Ehepartners, Aufruhr und Tumul…ll das fällt in diese Kategorie.

Der Streit in der Familie vertreibt den Geist des Herrn. Er treibt auch die Familienangehörigen auseinander. …

Der Stolz wirkt sich negativ auf unsere Beziehungen au…nsere Beziehung zu Gott und seinen Knechten, zum Ehepartner, zu den Eltern und zu den Kindern.“ (Der Stern, Juli 1989, Seite 5.)

• Wie können wir den Stolz überwinden? (Siehe Sprichwörter 16:19.) Was können wir tun, um in unserem Verhältnis zu unserer Familie und zu Gott demütiger zu sein?

5. Freundschaft

Unterrichten und besprechen Sie die folgenden Passagen aus Sprichwörter und Kohelet.

• Warum werden wir vor schlechten Freunden gewarnt? (Siehe Sprichwörter 13:20; 22:24,25.)

• Welche Eigenschaften haben wahre Freunde? (Siehe Sprichwörter 17:17; 27:9.) Wie haben ihnen gute Freunde in schwierigen Zeiten geholfen?

• Wie reagieren wahre Freunde, wenn wir eine unkluge Entscheidung treffen? (Siehe Kohelet 4:9,10.)

Elder Marvin J. Ashton hat gesagt:

„Jemand hat gesagt: ‚Ein Freund ist jemand, der bereit ist, mich so zu nehmen, wie ich bin.‘ Dieser Definition möchte ich kurz hinzufügen, daß wir manchmal weniger als ein richtiger Freund sind, wenn wir jemand genau so lassen, wie er ist.

… Wenn wir dienen, können wir keine größere Belohnung erhalten, als wenn jemand ehrlich zu uns sagt: ‚Danke, daß du mein Freund bist.‘ Wenn diejenigen, die Hilfe brauchen, durch uns und mit uns den Weg zurück finden, ist das Freundschaft in Aktion. Wenn durch unser Leben die Schwachen stark und die Starken stärker werden, ist das wirkliche Freundschaft. Wenn ein Mann nach seinen Freunden beurteilt werden kann, dann kann man ihn auch an ihrer Größe messen.

Ja, ein Freund ist jemand, der bereit ist, mich so zu nehmen, wie ich bin, der aber bereit und fähig ist, mich besser zu hinterlassen, als er mich gefunden hat.“ (Generalkonferenz, Oktober 1972.)

• Wie können wir die Freundschaft unter Familienmitgliedern stärken?

• Jesus Christus hat diejenigen, die ihm nachfolgten, oft seine Freunde genannt (LuB 88:62; 93:45). Wie hat er gezeigt, daß er unser Freund ist? (Siehe Johannes 15:13.) Wie zeigen wir, daß wir seine Freunde sind? (Siehe Johannes 15:14.) Wie haben Sie seine Freundschaft gespürt?

6. Kindererziehung

Unterrichten und besprechen Sie folgende Passagen aus Sprichwörter.

• In Sprichwörter 22:6 steht: „Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg.“ Wie können Eltern diesen Rat befolgen? (Siehe LuB 68:25–28.) Wie können wir unsere Kinder die Grundsätze des Evangeliums eindringlicher lehren und ihr Zeugnis stärken?

• Elder Richard G. Scott hat gesagt: „Sie müssen bereit sein, zugunsten der Familie auf persönliche Vergnügungen und eigene Interessen zu verzichten; sie können die Hauptaufgaben hinsichtlich einer ausgewogenen Entwicklung ihrer Kinder nicht der Kirche, der Schule oder der Gesellschaft übertragen. Es kostet Zeit, große Mühe und beträchtliche persönliche Opfer, ein Kind ‚für seinen Lebensweg zu erziehen‘. Aber wo findet man größeren Lohn für eine gut erledigte Arbeit?“ (Der Stern, Juli 1993, Seite 33.)

• Warum brauchen Kinder Regeln, Grenzen und liebevolle Zurechtweisung? (Siehe Sprichwörter 19:18; 29:17.) Wie sollen Kinder auf den rechtschaffenen Rat ihrer Eltern reagieren? (Siehe Sprichwörter 6:20–23.) Wie sollen Eltern zurechtweisen? (Siehe LuB 121:41–44.)

7. Fröhlichkeit und Humor

Unterrichten und besprechen Sie Sprichwörter 15:13; 17:22.

• Warum ist es wichtig, fröhlich und humorvoll zu sein? (Siehe Sprichwörter 15:13 und 17:22.)

• Präsident Hugh B. Brown hat gesagt: „Ich möchte, daß Sie lächeln, denn wir müssen immer den Humor behalten, was auch kommen mag. Ich denke, daß wir die fröhlichsten Menschen auf der Welt sein müßten. Wir haben die großartigste und froheste Botschaft auf der Welt. Wenn wir auf die andere Seite kommen, wird uns jemand lächelnd entgegenkommen (außer, wenn wir an den falschen Ort komme…ann kommt jemand uns grinsend entgegen), also laßt uns fröhlich sein. Aber diese Fröhlichkeit muß echt sein und von innen kommen.“ (The Abundant Life, Seite 83.)

• Wie können wir mehr Humor in unsere Familie bringen? (Sie können der Klasse Beispiele erzählen lassen, wie in ihrer Familie durch Humor Probleme gelöst wurden und die Liebe zueinander zunahm.)

Zum Abschluß Äußern Sie Ihre Gefühle zu den besprochenen Themen. Regen Sie die Mitglieder an, die Ratschläge aus den Büchern Sprichwörter und Kohelet zu befolgen. Sie können ihnen auch vorschlagen, eine Schriftstelle auswendig zu lernen.

Zur Vertiefung

Das folgende Material ergänzt den Unterricht. Sie können einen oder mehrere Vorschläge in der Lektion verwenden.

1. Aktivität mit dem Buch Sprichwörter

Schreiben Sie mehrere Schriftstellen aus dem Buch Sprichwörter auf Zettel, und legen Sie sie in eine Schale. Lassen Sie die Mitglieder abwechselnd einen Zettel herausnehmen, die Schriftstelle vorlesen und erklären, wie man sie anwenden kann.

2. Anwendung der Schriftstellen

Zeichnen Sie einen Körper an die Tafel. Lassen Sie die Mitglieder die folgenden Verse aufschlagen und den Hinweis an den entsprechenden Körperteil schreiben. Lesen Sie die Verse gemeinsam, und besprechen Sie, wie sie sich anwenden lassen.

  1. Sprichwörter 2:2 (Ohr und Herz)

  2. Sprichwörter 3:3 (Hals)

  3. Sprichwörter 3:5 (Herz)

  4. Sprichwörter 3:27 (Hand)

  5. Sprichwörter 4:26,27 (Fuß)

  6. Sprichwörter 8:7 (Zunge)

  7. Sprichwörter 10:4 (Hand)

  8. Sprichwörter 10:19 (Lippen)

3. Eine tüchtige Frau

Lassen Sie die Klasse Sprichwörter 31:10–31 durchlesen und die Eigenschaften einer tüchtigen Frau aufzählen. Weisen Sie darauf hin, daß wir alle, Männer und Frauen, nach diesen Eigenschaften streben sollen. Sie können die Antworten an die Tafel schreiben. Es sind vielleicht:

Vers

Eigenschaft

11

vertrauenswürdig

13

fleißig

20

barmherzig

25

stark und würdig

26

spricht klug und gütig

28

hingebungsvolle Ehefrau und Mutter

30

gehorcht Gott

Bitten Sie einige aus der Klasse, Bekannte zu beschreiben, die diese Eigenschaften haben.