Wie man sich von Weisheit leiten lässt
    Fußnoten

    Wie man sich von Weisheit leiten lässt

    Nach einer Ansprache bei einer Abschlussfeier an der Brigham-Young-Universität Idaho am 10. April 2009.

    Angesichts der heutigen Informationsflut ist Weisheit dringend notwendig – Weisheit beim Einordnen von Informationen und Weisheit bei der Entscheidung, wie wir was nutzen wollen.

    Vergessen wir nicht:

    1. Wir müssen nach Weisheit streben.

    2. Weisheit hat mehr als eine Dimension und zeigt sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen.

    3. Erwirbt man Weisheit schon in jungen Jahren, erwachsen daraus immense Segnungen.

    4. Auf einem bestimmten Gebiet erworbene Weisheit muss nicht unbedingt auf andere Gebiete übertragbar sein.

    5. Weltliche Weisheit ist zwar vielfach sehr nützlich, doch bringt sie dann den meisten Gewinn, wenn sie sich in Demut vor Gottes Weisheit beugt.

    In den heiligen Schriften werden zwei Arten von Weisheit unterschieden: die Weisheit der Welt und die Weisheit Gottes. Weltliche Weisheit hat sowohl eine positive als auch eine negative Seite. Im schlimmsten Fall könnte man sie als Teilwahrheit bezeichnen, gepaart mit Intelligenz und Manipulation und darauf ausgerichtet, eigennützige oder gar böse Ziele zu erreichen.

    Es gibt jedoch noch eine zweite Seite der weltlichen Weisheit, und die ist keineswegs so unheilvoll. Sie ist sogar sehr konstruktiv. Diese Art Weisheit eignet man sich bewusst an, indem man lernt, nachdenkt, beobachtet und fleißig arbeitet. Sie ist äußerst nützlich und hilft uns in allem, was wir tun. Gute, anständige Menschen eignen sich diese Art Weisheit durch die Erfahrungen des Erdenlebens an.

    Wichtiger ist, dass die Weisheit, die uns Erfolg in der Welt bringt, hinter der Weisheit Gottes zurücksteht und nicht meint, diese ersetzen zu können.

    Nicht alle Weisheit ist gleich viel wert. Wir müssen erkennen, dass wir unseren Willen der Weisheit Gottes unterordnen müssen, wenn die Weisheit der Welt im Widerspruch zu Gottes Weisheit steht.

    Ich schlage vor, ihr konzentriert euch auf einige Probleme, die euch gerade beschäftigen. Zieht auf einem Blatt Papier mittig eine Linie von oben nach unten. Tragt zu den jeweiligen Themen auf der linken Seite die Weisheit der Welt und auf der rechten Seite die Weisheit Gottes ein. Schreibt die Punkte auf, die zueinander in Widerspruch stehen.

    Wie entscheidet ihr euch?

    In Abschnitt 45 des Buches Lehre und Bündnisse werden die Ereignisse behandelt, die zum Zweiten Kommen des Erlösers führen. Der Herr wiederholt das Gleichnis der zehn Jungfrauen und wendet sich dann an uns: „Denn diejenigen, die weise sind und die Wahrheit empfangen haben und sich den Heiligen Geist als ihren Führer genommen haben und sich nicht haben täuschen lassen – wahrlich, ich sage euch: Sie werden nicht umgehauen und ins Feuer geworfen werden, sondern werden den Tag aushalten.“ (LuB 45:57.)

    Mögen wir nach der Weisheit Gottes streben. Gerade jetzt kann man viel über Weisheit lernen. Ich verheiße euch, dass der Herr euch segnen wird, wenn ihr euch um Weisheit bemüht – um die Weisheit Gottes. Es liegt ihm viel daran, seine Weisheit an uns weiterzugeben. Und wenn wir gehorsam sind und gebeterfüllt danach streben, werden wir sie gewiss erlangen.